|
Dienstag,
29.3.11
Was
ist nur mit NOAA los?
Das
Hoch liegt nach wie vor nicht über den Azoren sondern über
Madeira. Trotzdem hat es uns ein paar schöne Flugtage gebracht
in der letzten Woche. Immer relativ wenig Meteowind und eine Inversion
die höher war wie vorausgesagt. Da sind wir auch schon beim
Thema. Die GFS Prognose für die Sondierung auf La Palma von
NOAA (Global
Forecast System, National Oceographic and Atmospheric Administration)
war für la Palma immer recht gut. Prognostizierte Inversionen
und auch die Windwerte waren in den letzten Jahren immer gut zu
gebrauchen. Doch in den letzten Monaten finde ich fast nur noch
Fehlprognosen. Inversionen sind meist zu tief berechnet. 500m höher
oder tiefer machen aber für uns auf la Palma viel aus. Die
abgeleiteten Prognosen unterscheiden sich nämlich gewaltig.
So kann man bei einer Inversion auf 1.000m meist am Campi fliegen,
ist die Inversion auf 500m geht das nicht mehr und zusätzlich
wird der meteorologische Wind beschleunigt was dann auch zu Windwerten
führt die nicht mehr befliegbar sind. Was ist nur mit NOAA
los? In der Tat weiss ich nicht, was sich geändert hat, oK,
das Azorenhoch ist nicht bei den Azoren, aber so what, Prognosen
sollten ja eher besser wie schlechter werden.
Heute haben wir 4 Tandemflüge abgesagt, genau weil NOAA weit
über 20 Knoten Wind voraussagte. Nur ist von diesem Wind nichts
zu sehen. Es ist ruhig. Leider gibt es für uns hier auf den
Kanaren keine weiteren Modelle. Die weitaus besseren wie von Meteoblue
werden nur für das europäische Festland angewandt. Hier
draussen auf dem Atlantik fehlen die Daten.
Dienstag,
22.3.11
Recht
gute Flugwoche
Nach
dem Schneefall war die Luft kalt und labil. Die Inversion hoch und
wir flogen die letzten Tage. Das ist auch der Grund für die
Schreibpause. Die letzte Woche waren wir im GuideService gut besetzt
und ich musste die Briefings zum ersten Mal sogar dreisprachig durchführen.
Das gelang ganz gut und wenn ich mal was zu Übersetzen vergass
wurde ich gleich darauf hingewiesen. Wir konnten auch einen Flug
vom El Gallo durchführen und die Piloten waren durchwegs glücklich.
Für heute ist nun NW angesagt. Dieser Wind ist eigentlich nicht
fliegbar. Da die Prognosen in den letzten Tagen aber selten mit
der Realität übereinstimmten, bin ich mal optimistisch.
Ansonsten gibt es halt Groundhandling.
Was sonst noch passierte in der letzten Woche:
Ein
Schweizer Urlauber wird gesucht. Dieser ist von einer Wanderung
bei der Playa Zamora im Süden nicht zurückgekehrt. Die
letzten Tage sah man im Süden immer Suchhelikopter kreisen.
Es wäre nicht das erste mal, dass jemand beim Klippenklettern
ins Meer stürzt und sich beim Fall derart verletz, dass er
ertrinkt.
Das
Asphaltwerk soll nun doch in Betrieb genommen werden. Dies nach
einem Beschluss der Kanarischen Zentralregierung, dass alles rechtens
sei. Die Plataforma gegen die Inbetriebnahme dieses Werkes zeigt
erbitterten Widerstand und will alle Rechtlichem Möglichkeiten
ausschöpfen.
Dienstag,
15.3.11
"Sowas
habe ich noch nie erlebt"
Diesen
Satz habe ich gestern viele Male gehört. Auch wir entschieden
uns über El Paso Richtung Refugio/Birigoyo in den Schnee zu
fahren. Die Strasse zum Tunnel war aber gesperrt, auf der Strasse
lag Graupel und ein Weiterkommen für nicht Allradfahrzeuge
war auf beiden Seiten der Cumbre offensichtlich von den Einsatzkräften
als zu gefährlich eingestuft worden. Die Strasse wurde erst
am Abend wieder geöffnet. ich führ also über einen
Umweg hoch. Nicht überall kann ja die Polizei die Strassen
sperren. Dieser Umweg ist bei den Palmeros gut bekannt und viele
wollten die Siesta nutzen um in den so seltenen Schnee zu fahren.
Nun auf dem Llano del Jable auf 1200m trafen wir auf den ersten
Schnee und am Aussichtspunkt bei der Einfahrt zum Startplatz El
Gallo schneite es in grossen Flocken. Ein Palmero war nicht ganz
sicher und wollte von mir bestätigt haben, dass dies nun wirklich
Schnee sei und nicht Graupel. Es war in der Tat Schnee. Das ganze
Schauspiel dauerte die ganze Nacht hindurch und heute Morgen habe
ich die Rekordtiefsten Temperaturen bei mir gemessen. Der Rekord
der letzten Jahre lag bei 5.3°C (ja, immer noch PLUS) und in
der letzten Nacht sank das Thermometer auf 4.4°C. Der Spuk ist
nun langsam vorbei. Das Zauberwort heisst Warmluftadvektion. Die
Nullgradgrenze steigt heute Nachmittag innerhalb ein paar Stunden
von unter 2.000m auf rund 3.000m an. Unten nun die versprochenen
"Schneebilder".

Fahrstrasse
beim "Gallo" 1.300m

Coladas
San Juan
Montag,
14.3.11
Schlechteste
und kälteste Woche des Winters bald vorbei!
Währen
ich schon wieder von den kommenden Flugtagen schreibe, ab Mittwoch
wird es deutlich besser und die kühle Luft verspricht schöne
und lange Flüge, da prasselt der Regen auf meinen Wintergarten
und das gemischt mit einigen Hagelkörnern. Die Temperatur in
Puerto Naos war gestern sagenhafte 13° und heute Morgen bei
mir draussen 7.5°C. Für Naos ist das negativer Winterrekord
für El Paso nicht, da habe ich einmal in diesem Winter 5.3°
gemessen . Was aber sicher ist, auch in den höheren Lagen ist
es sehr kalt. Auf dem Muchacho minus 6.5°C und ich erwarte Schnee
auf Lagen über 1500m. Derzeit ist alles in Wolken und man sieht
die weisse Pracht nicht. Gestern Abend sah ich aber schon Schnee
an der Monaña Negra. Vielleicht kann ich morgen noch ein
Schneebild nachliefern.
Der GuideService steht im Moment still, bei dem Wetter können
wir nicht mal sichere Ausflüge organisieren, wir haben nämlich
eine Wetterwarnung und da bleibt man besser zuhause.
Morgen klart es bei NW Wind schnell auf, wir kommen in den Einflussbereich
eines Hochs das sich langsam zu den Azoren (ja endlich) bewegt.
Ab Mittwoch haben wir dann bei intabilen Verhältnissen einen
schönen 15kn NO-Wind und dann endlich fliegen wir wieder!
Übrigens,
der nervende Film der immer wieder losspielte ist nun verlinkt.
Es gibt wieder Ruhe ;-)
Freitag,
11.3.2011
Fliegen
adieu!
Gestern
war für einige Zeit der letzte Flugtag. Bereits im Luv konnte
bei guter bis fast zu guter Thermik noch lange geflogen werden.
Speziell im Nachmittag entwickelte sich der Mix aus Labilität,
Sonnenschein und einem zunehmenden Wind aus Westen etwas violent.
So berichteten fast alle Piloten, dass sie den letzten Flug als
sehr turbulent erlebten. Diese Turbulenzen sind nun vorbei - oder
zumundest nicht mehr live erlebbar. Denn wir kommen noch stärker
in den Einflussbereich des NW von uns gelegenen Tiefdruckgebietes.
Dieses bringt uns für einige Tage viel NW-Wind und diese Winlage
ist fliegerisch fatal. Der Wind beschleunigt noch an der Insel und
kein Fluggebiet lässt sichere Flüge zu. Nach den letzten
Unterlagen wird der Wind erst am 17. März nach Nord drehen
und dann später etwas schwächer werden. Wer in dieser
Woche Flugurlaub buchte wird enttäuscht werden!
Mittwoch,
9.3.2011
Karneval
und Wetterkapriolen
Das
Wetter zeigte sich am Los Indianos, dem hiesigen Rosenmontag, von
seiner besten Seite. In Sta. Cruz feierte die ganze Insel mit Talkumpuder
und Mojitos, ohne dass der angekündigte Regen die Ostseite
der Insel erreichte. Die Transporte per Bus waren ausgesprochen
gut organisiert und es war absolut unnötig mit dem Auto hinzufahren.
Endlich schaffte ich es auch einmal am Tag dort zu sein. Bereits
um 13.30 traf ich in Sta. Cruz ein, weiss gekleidet mit Hut, wie
es sich gehört. Beim Verlassen der Guagua (für Autobus)
wurde ich zu meinem Erstaunen gleich auf den Beitrag bei TV Canaria
angesprochen. Offensichtlich schauen doch viele TV und interessanterweise
erinnern sich noch drei Wochen später, was sie gesehen haben!
Sta. Cruz auf und ab mit Pauken und Trompeten. Am Nachmittag ist
schon viel los, die Leute noch nicht besoffen und die Sonne scheint
wärmend. Nachdem gegen 19h die ersten Ermüdungserscheinungen
auftraten und immer mehr Leute einen zuviel hatten, machte ich mich
wieder auf den Heimweg. Gute 30 Minuten später war ich schon
wieder in El Paso.
Gestern war dann das Défile in Los Llanos. Ganz netter Umzug,
vorallem die kleinen hatten supersüsse Kostüms. Die Umzugswagen
fehlten aber. Alberto von der Playa Morena hatte einen solchen selber
entworfen und gebaut. Vielleicht hatten sie vom schwachen Wind oder
den 5 Regentropfen Angst, wer weiss.
Wettermässig
ist viel los, aber nicht zu unseren Gunsten. Ein Tief nördlich
von Madeira sorgt für Wind, Regen und Luv im sonstigen Lee.
Heute nieselt es schon seit einer Stunde. Das ist sehr selten auf
La Palma. Eigentlich Regnet es hier aus Kübeln oder gar nicht.
Auch die nächsten Tage lässt uns der Einfluss dieses Tiefdruckgebietes
nicht los und führt zu Nordwind mit immer wieder Regen. Eine
fliegerisch schlechte Woche steht uns bevor!

Indianos
Sta. Cruz 7.3.11


Los
Llanos Défile 8.3.11
Samstag,
5.3.2011
Und
immer wieder Wind
Gestern
flogen wir ganz gut am Campi, aber der Wind nahm schnell zu und
wir mussten dasLanden beschliessen. Gleiches Spiel heute, wir fuhren
bereits um 9.30h zum Gallo hoch. Schnell auslegen und los. Bereits
bildeten sich vor Puerto de Tazacorte erste kleine Schaumkronen
vom aufkommenden Nordwind. Diese erreichten dann auch Puerto Naos
aber erst nachdem alle einen schönen Flug über Vulkane
und Lavafelder hatten. Der Nordwind lud zum Spielen am Strand ein.
Nun machen alle Dicht, es geht nach Los Llanos wo heute die grosse
Polveria stattfindet. Alles ist im Faschingsfieber ;-)
Hier
noch ein Link zu einem Film der vor ein paar Tagen in Television
Canaria lief: "Canarias
mi mundo" Ich durfte in diesem Sendegefäss mein Leben
auf der Isla Bonita vorstellen.
Dienstag,
1.3.2011
Der
Sommer geht zu Ende
Die
letzten Tage brachten uns ausserordentlich schönes und warmes
Wetter. Dies ist für die Wandertouristen einfach super, für
uns Gleitschirmflieger weniger. Denn wir wollen den Passat sehen
und das geht nur bei Wolkenbildung. So flogen wir denn eher schlecht
als recht. Der letzte Donnerstag war noch recht gut, dann aber beschränkten
sich die Flüge auf Abgleiter und das ist nicht so motivierend.
Pünktlich zum Wochenende fing ich dann noch einen Schnupfen
ein was hier als "Gripa" bezeichnet wird. Eigentlich wird
im Winter alles was sich nicht ganz normal anfühlt als Gripa
bezeichnet. Nun heute scheint es langsam vorbei zu sein und ich
lasse mich wieder in Naos blicken.
Der Sommer geht aber nun vorbei. Deutlich ist auf den Wetterkarten
zu erkennen , dass wir es in den nächsten Tagen mit Kaltluftadvektion
zu tun haben werden. Es wird also kalte Luft zugeführt und
die Temperaturen auf dem Muchacho werden wieder um die Null oder
sogar minus werden. Zusätzlich ist noch etwas Regen gemeldet,
nicht viel aber vielleicht genug, um dem Muchacho ein weiteres Mal
ein weisses Häubchen zu verleihen. Kalte Luft bedeutet aber
für uns Instabilität und das ist doch erfreulich.

Impressum
|