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News aus La Palma

 

Archiv Dezember 2006

Say Good bye to Flydoc

 

Donnerstag, 28.12.06

Die Front ist ohne Regen durchgezogen. Heute könnte es ein paar Abgleitflüge geben, dann dreht der Wind nach SO was nicht sehr gut ist. Aber warten wir mal ab, die Prognosen sind sehr schwierig und längerfristige Aussagen sind meistens sowieso nicht zu gebrauchen. Es wurde vor 5 Tagen noch 20l Regen pro m2 gemeldet, wie geschrieben waren es dann Null.

Mittwoch, 27.12.06, El Paso 700 AMSL, 09:30h, 40%rLF, 13°C

Ein paar schöne Flugtage hinter uns, auch einmal richtige Blauthermik was ja auf La Palma selten fliegbar ist, weil wir meistens im Passat fliegen. Diese Tage war aber null Wind und die Inversion mit ca 1500m sehr hoch. Weil auf La Palma in der Wärme ja nicht richtig Weihnachtsstimmung aufkommt haben wir Weihnacht einfach in der Luft gefeiert.
Nun erwartet uns eine Front welche vor der Insel steht. Für die Nacht ist Regen angesagt, es wird auch langsam Zeit, auf der Westseite hatten wir kaum Regen. Nach der Front scheint es sich zu stabilisieren, es fliesst wieder trockene Luft ein und somit ist auch Fliegerisch in kürze nicht viel zu machen. Ich fahre auf jeden Fall heute gegen 11h mal nach Puerto Naos, sicher wollen einige Flieger vor dem schlechteren Wetter auf den Berg.

Samstag, 23.12.06, El Paso, 700AMSL, 09:15h, 68%rLF, 12.2°C

Wie geahnt auch gestern nichts zum Fliegen. Die schwache Inversion gepaart mit der kalten Luft welche über die Cumbre bliess hat die Brisa bis nach Puerto Naos runterfallen lassen. Es war interessant zu sehen, wie die Fallwindböen auf die Meeresoberfläche prallten. Der Passat scheint heute ein bisschen abgenommen zu haben aber immer noch gleiten hohe Wolkenfelder über die Cumbre. Also vor dem Nachmitag ist auch heute gar nichts zu machen. Es sieht sogar danach aus, als ob wir noch einmal einen Flugfreien Tag haben.

Freitag, 22.12.06

Endlich, da bin ich. Die Woche ist im Flug vorbeigezischt. Gestern war es endlich mal was zum Fliegen, aber nicht besonders. Am Nachmittag hat es in Puerto Naos so richtig geregnet. Etwa zwei Stunden danach hat dann der Campanarios wieder aufgemacht und wir flogen in sanftester Thermik noch eine halbe Stunde an der Klippe. Das "Spiel" war aber schon vor dem Sonnenuntergang fertig. Zuviel Feuchtigkeit war noch im Gelände.

Heute, wie gestern auch, haben wir Passatlage. Es ist trockenere Luft eingeflossen aber der Passat hat sich verstärkt und fliesst derzeit üer die Cumbre vieja. Die Inversion ist kaum ausgeprägt aber die Luft kalt. Das ist ein "Poisen coktail". Jetzt, 10:00 morgens sieht es noch gar nicht zum Fliegen aus. Aber vielleicht kann die Sonne ja trotzdem noch was ausrichte. Ihr seht es schon: La Palma hat seine Wetterprognosen aber ohne die Nase in den Wind zu stellen geht gar nichts. Und Vorhersagen sind äusserst schwierig (das gilt in alle Richtungen).

Montag, 18.12.06

So, ich bin schon wieder zurück, ab Morgen gibt es dann wieder Nachrichten von der Insel.

Sonntag, 10. Dezember 2006

Heute fliege ich in die Schweiz um vor Weihnachten Freunde zu besuchen und auch noch etwas die Schulbank zu drücken. Bis am 18. Dezember werden deshalb wahrscheinlich keine News aus La Palma publiziert. Machts gut liebe Leser und bis bald.

Samstag, 9. Dezember 2006

In der Tat wurde es ein Tag mit Groundhandling. Das ist zwischendurch sehr gut, eigentlich sollte man sich mehr Zeit nehmen um immer wieder das Handling mit dem Schirm zu üben. Heute war der ideale Tag mit Nordwind von ca 15 km/h.
Nun in ich zurück in El Paso, es ist bereits nach Mitternacht. In Puerto Naos war es ruhig, hier oben tobt aber ein Passatsturm wie lange nicht mehr. Böen von weit über 50km/h schütteln an Bäumen und Haus. In der nächsten Woche soll sich das noch verschärfen. Die Windvoraussage für die Meeresoberfläche beträgt is 40 Knoten, also ca. 75 km/h!

"Salut Pascal, bonne voyage!" Die Informationen über den Tod der belgischen Pilotin sind immer noch widersprüchlich. Verlässlichere Quellen melden nun, dass sie mit dem Schirm und Gurtzeug im Meer gefunden wurde. Der Fundort war an der Playa de las perdidas, ca 500m nördlich der Playa Nueva. An dieser Stelle ist das Meer besonders rauh und es ist kaum möglich anständig zu landen. Die Pilotin wusste über die speziellen Gegebenheiten der Insel und auch, dass der Passat zwischen Puerto Naos und Tazacorte zuerst durchbrechen kann. Sie flog eine Strecke für den Wettbewerb und es ist nicht klar, ob sie deshalb erhöhte Risiken eingegangen war. In El Paso war am Mittag des 5.12. sehr starker Fallwind. Unten am Meer soll man davon aber nichts mitbekommen haben. Auch wenn wir nicht alles verstehen werden, fest steht, auch dieser Unfall ist eine Tragödie! Unser schöner Sport hat in kurzer Zeit sehr viel Leid über viele Familien gebracht. Mein Mitgefühl gilt ihnen!

Freitag, 8.12.06

Ein Wort zu la Palma, einmal mehr muss ich in Erinnerung rufen, dass La Palma nicht die einfache Alternative zum Fliegen im Winter ist. La Palma ist eine kleine Insel mitten im Atlantik und einem extrem vielschichtigen Wetter ausgesetzt. Es toben hier manchmal Stürme und trotzdem findet man Ecken an welchen es trügerisch windstill sein kann. Die Insel ist eigentlich nicht zum Fliegen gemacht. Wir fliegen hier an der Grenze und das Einhalten und Kennen dieser Grenzen ist essenziell. La Palma eignet sich in keinem Fall für fliegerische Anfänger.

Heute haben wir einen sehr starken nördlichen Wind. Es sieht zum Fliegen schlecht aus. Trotzdem sah ich am Morgen am Campanarios einige Schirme in der Luft. Ich denke, dass es ein Tag mit Groundhandling wird.

Donnerstagabend, 7.1.06

Für alle welche Flydoc kannten und zur Verarbeitung des Unfalls mehr Informationen möchten, habe ich in einer speziellen Seite zusammengefasst. Ihr könnt Euch dort auch in das Kondolenzbuch eintragen.

Donnerstag, 7.12.06

Werde heute mit der Angehörigen des Verunfallten deutschen Piloten nochmal auf das Gericht gehen. Weil ich festgestellt habe, dass sehr viele Piloten aus Deutschland sehr betroffen sind und der verunfallte in der Fliegerszene sowie im DHV Forum sehr bekannt war, werde ich die Freundin des Verunfallten fragen, ob ich etwas mehr Details publizieren darf, damit die Flieger Abschied nehmen können.

Mittwoch, 6.12.06

Jetzt kann ich es langsam begreifen, ich schrieb gestern, ein schwarzer Tag aber es war die schwärzeste Woche welche wir auf la Palma je gesehen haben. Zwei Todesopfer und das an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Am Montag ein deutscher, erfahrener Pilot (60) an der Klippe und gestern eine belgierin (39) mit drei Jahren Erfahrung. Beim deutschen Pilot war die Ursache ein thermischer Klapper rechts, dann links mit nachfolgenden drei oder mehr Drehungen.

Bei der Belgierin weiss man es nicht genau. Sie flog unter Anleitung ihres Freundes, einem Fluglehrer, Strecke für den Desafío. Sie wurde im Meer nach 4 Stündiger Suche gefunden, das nördlich von Puerto Naos. Es kann sein, dass sie in den Passatwind hinein geflogen ist und dieser sie auf das Meer geblasen hat. Man fand sie auf jedenfall ohne Schirm aber, offensichtlich durch den starken Wellengang bedingt, stark verletzt. Die ganzen Flieger hier sind tief geschockt und heute hat sich kaum einer in die Luft begeben. Ich denke, dass so eine Pause zur Orientierung gut ist. Wir müssen einmal mehr klar feststellen, dass La Palma kein Fun-Fluggebiet ist und die Sicherheitsmargen entsprechend hoch gehalten werden müssen.

Dienstag, 5.12.06

Eine schwarze Woche für La Palma und die Flieger. Wir werden deshalb morgen 6.12.06 keine Transporte ausführen und auch nicht fliegen.

Montag, 4.12.06 08:00h

Ich werde heute mit der Familie des Verunfallten noch einmal nach Sta. Cruz ins Spital fahren. Ich werde versuchen, die Transporte hoch zum Campi von jemandem anderen machen zu lassen, denke es ist gut wenn in die geschockte Fliegerszene schnell wieder etwas Normalität kommt und die Piloten in die Luft kommen. "Auslüften" ist sicher nicht ganz falsch.

Auch heute haben wir Passatlage, etwas weniger stark wie auch schon heute Morgen. Der Himmel ist klar und auf dem Meer sind einige Restwolken. Das sieht insofern gut aus, als dass uns in den letzten Tagen einfach etwas Feuchtigkeit fehlte. Letzte Nacht regnete es aber sogar leicht in Sta. Cruz und in der Nähe der Cumbre.

Sonntag. 3. 12.06

Leider keine guten Nachrichten heute, wir hatten heute einen tödlichen Unfall an der Klippe. Ein Pilot flog nahe am Gelände und konnte thermisch turbulente Klapper nicht mehr vor dem Absturz ins Gelände in den Griff bekommen. Als ich über die Unfallstelle flog, kurz nach dem Zwischenfall, antwortete der Pilot nicht mehr. Aus sicherheitsgründen konnte ich nicht bei der Unfallstelle einlanden, musste nach Puerto Naos und dann mittels Auto und zu Fuss zum Piloten. Vor mir waren schon Kollegen beim Piloten. Ich kann nur bestätigen, dass alle Helfer sehr professionell gearbeitet haben, auch die Helimannschaft, welche den Piloten aus dem unwegsamen Gelände barg. Wir müssen nun Angehörige informieren, Polizeirapporte ausfüllen und und.

Freitag, 1.12.2006

Trotz schlechter Voraussage für heute mit sehr stabilem Wetter waren einige gute Flüge drin. Vom 1300 flogen wir am Morgen weg und konnten uns gut halten. Dies alles bei Blauthermik. Ein Pilot hat sich sogar vom Desafío anstecken lassen und ist in dann schwierigen Verhältnissen bis nach Las Indias geflogen.

 

 

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