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Montag,
26. April 2010
Von
langen -, kurzen -, und gar keinen Flügen
Wer
gestern bereits am frühen Nachmittag flog hatte ideale Bedingungen
um bis weit in den Süden zu fliegen. Einige wenige Piloten
haben das Fenster genutzt und flogen um die 2 Stunden. Ich kam etwas
später an die Klippe und musste bereits nach dem Überhöhen
feststellen, dass bis zu 15 km/h Nordwind aufgekommen war. Dieser
hat mein Vorhaben von Naos wegzufliegen gleich mal gedämpft.
Bei Nordwind ist es extrem schwierig dann über das Lee ich
Charco Verde wieder zurück zu kommen. So flog ich an der Klippe
rum, mal fast an der Basis die auf 800m lag, mal wieder an der Klippe.
Die Thermikwolke hat die Klippe nicht abgeschattet und so war es
entsprechend aktiv. Mal 5m/s hoch, dann auch wieder runter.
Diese
relativ starke und schwankende Thermik ist denn einem Piloten zum
Verhängnis geworden. Nach ein paar Startversuchen - es war
wie geschrieben bereits deutlich Nord - kam er mit einem kleinen
Verhänger in die Luft. Ich beobachtete den Start, musste dann
abdrehen und hörte zwei Sekunden später einen Schrei.
Das war der kurze Flug. Zum Glück ist dem Piloten nicht viel
passiert. Ein geschwollener Fuss war der Preis. Der Schirm hing
links an der Bananenplantage, der Pilot an einem Bein in einigen
Metern höhe. Der Fuss hatte sich an einem Draht verfangen.
Aus der Luft koordinierte zuerst die Bergung indem ich den besten
Weg erkundete, landete und ging dann auch helfen. Die entscheidende
Phase sah ich zwar nicht, aber nach Interviews der beteiligten stellte
sich schnell folgender Ablauf heraus:
Pilot zog auf, kontrollierte, sah den kleinen Verhänger links
und entschied trotzdem zu starten. Anstelle dann mal wegzufliegen
in den offenen Raum, sah er sofort wieder in den Schirm. Eine Thermik
drückte ihn nach links. Der Stabilo blieb an der Plantage hängen
und der Pilot machte einen Salto in die Plantage hinein. Fazit:
FLY THE AIRCRAFT FIRST! Sobald man in der Luft ist muss man sich
um die Flugrichtung und die Stabile Lage als erstes kümmern.
Das öffnen eines Klappers oder Verhängers kommt erst danach.
Besser noch: Wenn du schon siehst, dass du einen Verhänger
hast, warum startest du denn?
Und noch keine Flüge: Eine weitere Gruppe war am warten und
diskutieren, ob der Wind denn nun doch noch West oder doch vielleicht
Nord oder wartens wir ab vielleicht sogar Süd. Das ging hin
und her. Als sie sich dann nach langer Diskussion einigten hochzufahren
war es schon so spät, dass die Thermik eingeschlafen ist und
von 4 Piloten dann nur noch einer Flog.
Heute
Montag 10h haben wir in El Paso deutlichen Passat mit 20+ km/h und
kein Wölklein ziert den Himmel. Mal sehen, ob wir in die Luft
kommen.
Samstag,
24. April 2010
B-Schein
Ausbildung auf La Palma
Es
ist soweit, heute morgen (Samstag!!) haben wir vom DHV die Bewilligung
für die B-Schein Ausbildung erhalten. Ab sofort ist unsere
Flugschule also auch in der Lage die Ausbildung zum B-Schein anzubieten.
Wir werden diese Zusatzausbildung als Modul im GuideService ab Saison
2010/2011 also ab September 10 anbieten.
Mit der DHV Zulassung und der SHV Zulassung als erste SHV Flugschule
im Ausland haben wir nun auch die entsprechenden Qualitätssiegel
erhalten. Wir sind stolz darauf und werden an dieser Qualität
weiterarbeiten.
Sicherheit ist nach wie vor unser höchstes Ziel und dazu gehört
eine fundierte Theorie- und Praxisausbildung.
Freitag,
23. April 2010
San
Antonio
Alles
spricht von Vulkanen, wir fliegen darüber ;-). Die la Palma
Kenner wissen, dass lange Distanzen hier auf der Insel schwierig
zu fliegen sind. Schon die 10 km für den B-Schein verlangen
dem Piloten einiges an Können ab. So gibt es auf langen Strecken
auch keine Aussenlandeplätze und schon dieser Umstand ist für
viele eine besondere psychische Belastung. Gestern flog ich mit
Thomas von der Klippe zum Vulkan Antonio. 12 Kilometer sind das.
Hört sich nach nicht viel an aber wir waren 1h 45 Minuten unterwegs
in zum Teil sehr bockiger Thermik. Dafür zog es auch mit bis
zu 5 m/s. So ging es aber nicht nur hoch, sondern natürlich
auch runter. Thomas hatte sich für eine Route in den Bergen
entschieden, obschon die Basis auf maximal 850 m AMSL war. Das funktionierte
nicht und er musste im Gegen- und Abwind sein Glück auch an
der Klippe versuchen. Mit nur noch 30 m Bodenabstand hat er den
Anschluss geschafft. Wir flogen also nun mehr oder weniger zusammen
in den Süden. Weil es so bockig war, entschied ich mich für
mehr Geländeabstand und flog relativ weit draussen. Die Wolken
versprachen Thermik und so war es denn auch. Während dem ganzen
Flug war hohe Konzentration angesagt. Turbulenzen kamen plötzlich
und verlangten eine sofortige Reaktion. So konnte ich bis auf einen
kleinen Klapper alle anderen abrupten Anstellwinkelveränderungen
bereits im Ansatz beheben. Über las Indias war das Anstrengende
dann immer ausserhalb der Wolken zu fliegen. Gas und Ohren waren
angesagt. Der Rückflug war weniger Anstrengend, wir konnten
auf langen Strecken ohne zu drehen fliegen. In El Remo haben wir
wieder Höhe getankt und dann noch einmal vor Charco Verde,
denn je näher wir nach Puerto Naos kamen, desto stärker
wurde der Nordwind. Das Lee in Charco Verde machte sich denn auch
bis in grosse Höhen bemerkbar, aber auf der richtigen Route
war es ungefährlich und brachte sogar noch weitere 100 m Höhengewinn.
Diesen brauchte ich aber auch, denn die 15 - 20 km/h Nordwind, die
uns in Puerto Naos erwarteten, haben bis zur Landung am fast touristenfreien
Strand wieder einiges vernichtet. Wir zwei Piloten waren ganz glücklich,
im Gegensatz zu den weiteren Lokalen Piloten, die das Startfenster
durch Warten verpassten. Dieser Flug ist meine kleine Rekordweite
auf la Palma in diesem Jahr.
A
ja, geregnet hat es ja auch am Anfang der Woche. Wir sind nun auf
über 850 l pro m2 angelangt in dieser Saison. Lluvia en Avril
vale mil (Regen im April gilt das Tausendfache) heisst es auf La
Palma. Also dieser Regen war doch sehr willkommen.
Sonntag,
18.4.2010
Ruhe
vor dem Sturm
Heute
Morgen wolkenlos. Die Erde strahlte viel Wärme ab und so war
es in El Paso nur 10°C. Schnell wird es aber nun wärmer.
Fast Windstill ist es auch, befinden wir uns doch inmitten eines
Hochs. Aber die ersten Cirren zeigen es seit einer halben Stunde
schon an: Wir befinden uns vor einer nächsten Front. Diese
Kaltfront wird uns morgen bereits erreichen und am Abend dann spätestens
auch Regen bringen. Am Dienstag kommt dann eine starke West- Südwestlage
und der Flughafen wird vielleicht einmal mehr geschlossen. Aber
wen kümmerts. Es kommen sowieso nur noch Maschinen aus Spanien
bei uns an. Heute aber ist höchstwahrscheinlich Flugtag. Vamos!
Freitag,
16. April 2010
Von
Flughäfen
Derweil
in vielen Ländern Europas die Flughäfen infolge des Ausbruchs
des Fyjafjallajokull Vulkans geschlossen werden, ist der Flughafen
auf La Palma nach drei Problemtagen heute wieder geöffnet.
Zwar befinden wir uns immer noch in einer Westlage, der Wind hat
aber deutlich nachgelassen und die Fallböen auf der Ostseite
haben aufgehört. Heute kommt aber nur ein Flieger aus der Schweiz
an. Die anderen aus Deutschland und Holland sind infolge der geschlossenen
Lufträume im Ausgangsland am Boden geblieben. Ein Ausfall von
5 Maschinen für La Palma heute. Auf la Palma gibt es ab heute
also wieder Tageszeitungen und vielleicht kommt sogar die Post an.
In den nächsten Tagen wird der Wind deutlich abnehmen und am
Sonntag so scheint es werden wir fliegen können. Ein zweites
Tief ist aber schon im Anmarsch und es wird uns dann in der nächsten
Woche begleiten. Auch hat der sporadische Regen noch nicht aufgehört.
Letze Nacht fielen in El Paso wieder 8 Liter pro m2.
Mittwoch,
14. April 2010
800l
Grenze geschafft
Der
Regen in der letzen Nacht brachte uns noch einmal 32 Liter pro m2
damit ist die Regenmenge in El Paso über die 800 Liter/m2 Grenze
gegangen. Meine Aufzeichnungen ergeben seit dem ersten Regen am
16. Dezember 827Liter pro m2. Eine Rekordverdächtige Summe.
Der starke Westwind von bis über 30 Knoten hat für Probleme
am Flughafen geführt. Einige Flüge kamen nicht an und
etliche Passagiere warten seit gestern auf den Abflug. Heute Abend
wird sich die Situation kurz entspannen. Dann nimmt der Wind wieder
zu und erst am Sonntag richtig ab. Normale Wetterverhältnisse
werden sich aber auch nach Sonntag noch nicht einstellen. Ein weiteres
Tief ist schon im Anmarsch.
Dienstag,
13. April 2010
Prüfungen
und Frühjahrsregen
Am
Wochenende wurden in Puerto Naos unsere Schüler geprüft.
Von den dreien waren aber nur zwei hier. Der Dritte ist in England
im Urlaub. Beide haben die Prüfung bestanden. Nun haben wir
also zwei weitere lokale Piloten auf der Isla.
Der April macht was er will. Nun auch auf den Kanaren tut sich Wettermässig
was. Es hat sich im Atlantik ein Tief gebildet, ausgelöst durch
einen Kaltlufttropfen in 6000 m Höhe. Dieses dreht nun los
und wird uns in dieser Woche ein paar Fronten senden. Die Bewegungsrichtung
ist schwierig vorauszusagen aber derzeit scheint es, dass es langsam
in Richtung ONO wegzieht. Aber erst gegen Ende der Woche gelangen
wir aus dem Einflussbereich dieses Systems heraus. Es ist nun 12h
hier auf La Palma und ein zweiter Frontausläufer hat uns erreicht.
Der Wind hat kräftig zugenommen und es Regnet stark. Meist
dauert dieser Spuk hier aber nur eine knappe Stunde, dann klart
es schon wieder auf. Warten auf die nächste Front.
Es wird ruhiger auf La Palma heute wird auch Mike wieder nach Deutschland
abreisen, falls die Wetterlage das zulässt denn das ist bei
weitem noch nicht sicher. Die nächsten "Winterresidenten"
folgen bald.
Samstag,
10. April 2010
DHV
wir kommen ;-)
Die
ersten Tage im April waren noch ganz gut und wir flogen praktisch
jeden Tag. Gestern Freitag sind nun die letzten GuideService Kunden
abgereist und es kehrt Ruhe ein, nur noch ganz wenige Freiflieger
sind auf la Palma. Schon fast komisch mutet es an, dass ich morgens
nicht mehr nach Puerto Naos runterrauschen muss um ein Meteo Briefing
abzuhalten und Piloten beim Fliegen zu begleiten. Aber ich geniesse
die gewonnene Freiheit sehr, vieles ist in den letzten 6 Monaten
liegen geblieben.
Heute und Morgen haben wir noch Gleitschirmprüfungen unserer
Schüler und für heute sieht es gut aus. Leichter SW Wind
in Puerto Naos bei überregionalem Passat und eine Basis auf
1000m lassen gute Flüge zu. Morgen dreht der Wind dann langsam
nach NW, was in Puerto Naos dann zu Nordwind führt und nicht
mehr ideal sein wird. Auf dem Atlantik köchelt es, ein Tief
baut sich langsam auf. Dieses wird uns dann in der nächsten
Woche beschäftigen. Ich erwarte ab Mittwoch regnerisches Wetter
mit viel SW Wind und es kann durchaus sein, dass der Flughafen ab
und zu geschlossen wird.
Das SHV Zertifikat ist inzwischen auch eingetroffen und wir dürfen
uns seit gestern "Palmaclub, Flugschule SHV" nennen. Die
DHV Unterlagen habe ich in der letzen Woche auch bereits zusammengestellt
und ein Dossier mit 23 Seiten am letzten Freitag eingereicht. Wir
beantragen ausschliesslich die B-Schein Ausbildung. Grundschulung
nach D-Richtlinien wäre administrativ und Geländemässig
zu aufwändig und wir können ja nach Spanischem und Schweizerischem
Recht ausbilden. Nun kennt ihr auch die Gründe für die
seltenen Blogeinträge. Ich habe halt für den DHV geschrieben.

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