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Donnerstag,
28. April 2011
Fliege
und nochmals Regen
Die
letzte Woche hat uns sogar ein paar schöne Flugtage gebracht
und wir konnten einen Teil unserer Tandemliste abarbeiten. 4 Tandemflüge
vom Campanarios an einem Tag, das hatte ich noch nie! Auch sonst
gab es einige schöne Soloflüge, ein paar Piloten waren
stundenlang in der Luft, um von Nord nach Süd und zurück
zu fliegen.
Nun ist heute aber schon wieder eine Störung angekommen, in
der Nacht regnete es relativ stark und nach der Prognose für
die nächsten zwei Tage wird es nochmals Regnen. Wir sind nun
also bestens gerüstet für die vielleicht dann 6 folgenden
Monate, in welchen normalerweise kein Tröpfchen fällt.
Interessant ist auch der Umstand, dass sich unser Wetter gegenüber
Zentraleuropa vielfach ganz anders entwickelt. Hier fast zuviel
Regen, in der Schweiz die ersten Waldbrände.
Das
Speicherbecken in Barlovento ist zu zwei dritteln ausgelaufen. Das
auslaufende Wasser hat zum Glück nur zu Schäden an einigen
Bananenplantagen geführt. Es zeigte sich nach dem Absinken
des Wasserstandes ein ca. 10 m langer Riss in der Folie. Wahrscheinlich
sind die letzten Wartungsarbeiten 2005 nicht ordnungsgemäss
ausgeführt worden. Hier versuchen die Verantwortlichen derzeit
aber alle negativen Schlagzeilen nicht zu kommentieren. So kurz
vor den Wahlen im Mai will keiner mit Problemen assoziiert werden.
Donnerstag,
21. April 2011
"Lluvia
en Avril vale mil"
Vorgestern
war es soweit, endlich kam der Aprilregen und brachte uns noch einmal
70 Liter pro Quadratmeter. Nach normaler Wetterstatistik sind die
grösseren Fronten nun durch und man kann eine Abrechnung über
del letzten Winter machen. Sagenhafte 1089 Liter/m2 habe ich in
El Paso gemessen. Das sind 233 Liter mehr als im letzten Jahr und
doppelt soviel, wie im Durchschnitt hier in El Paso fällt.
600 Liter fielen in der letzen Saison bereits bis Mitte Dezember.
Der Regen kam also viel früher, denn im Vorjahr hatten wir
mitte Dezember noch keinen Regen verzeichnet.
Wasser ist wichtig für die Insel und das sind - obschon es
einige Touristen nervte - gute Nachrichten. Lieber zuviel Wasser,
als zuwenig. Die Isla Bonita ist nun extrem grün, es blüht
überall und auch das Unkraut schiesst empor. Das ist ein Nachteil
des vielen Wassers. Das Unkraut wird in Kürze trocknen und
dann auf nicht mehr bewirtschafteten Feldern eine ideale Basis für
Brände. Hoffen wir, dass das Theorie bleibt.
In
Barlovento, auf der Nord-Ostseite, leckt das grosse Wasserbecken.
Seit letzten Samstag läuft es aus und es bildet sich auf dem
Meer vor der Küste ein brauner Fleck vom Erdmaterial das mitgeführt
wird. Das Becken - das grösste der Insel - wird wohl lehrlaufen.
Dann kann man untersuchen, ob das Problem von einer nicht sachgerecht
durchgeführten Reparatur kommt, die 2005 durchgeführt
wurde. Die Wasserversorgung - so hört man - sei im Norden nicht
gefährdet.
Eine
kleine Politposse gab es noch in Los Llanos. Der Bürgermeister
wurde vor Gericht geladen um seine Rolle bei der Bewilligung eines
Probelaufs den unbeliebten Asphaltwerkes darzustellen. Am Morgen
vor dem Termin erschien er kurz im Gericht und erklärte er
hätte leider keine Zeit. Die zwei aus Teneriffa angereisten
Anwälte sowie Mitglieder der Platform gegen die Asphaltwerke
und wohl auch der Richter mussten unverrichteter Dinge abziehen.
Sie wollten auf der Plaza einen Kaffee trinken gehen. Dort trafen
sie dann etwas verdutzt den Bürgermeister beim Kaffee trinken.
Schon wieder in ein Fettnäpfchen getreten. Das kann er offensichtlich
sehr gut. Mal sehen, ob er mit solchen Spielchen die kommenden Wahlen
im April übersteht.
Und
von der Fliegerfront: Nichts neues, wir konnten in der letzen Woche
zwar Fliegen, aber so richtig gut war es nie. Nun nach dem Regen
herrscht für ein paar Tage Nordwind vor. Da die letzen Kunden
des GuideService gestern abreisten muss ich nicht mehr nach Naos
fahren, habe wieder etwas mehr Zeit für all das was liegen
blieb und auch fürs Nichtstun. Das ist ja auch mal wichtig.
Donnerstag,
14. April 2011
Sommerwetter
Das
Wetter beschäftigt uns weiterhin. Das Azorenhoch ist wahrscheinlich
gestorben oder ausgewandert. Trotztdem haben wir ausgesprochenes
Sommerwetter. Trockene Luft die kaum eine dicke thermische Wolke
hervorbringt und dann trotz moderatem NO Wind von 15 Knoten viele
Windwechsel in Puerto Naos. Gestern innnerhalb 30 Minuten von nichts
zu Nordwind mit Schaumkronen der sich dann wieder als Süd zeigte,
nochmal nach Nord wechselte und am Abend dann als Südwest langsam
einschlief. Heute ist der Hauptwind schwach und über der Inversion,
die zwischen 700 und vielleicht 1100m liegt bereits SW. Im Atlantik
draussen wird in der Höhe Polare Kaltluft abgeschnitten. Diese
destabilisiert die Luftmassen und in den nächsten Tagen bildet
sich dann ein lokales Tief aus. Dieses bringt uns dann am Sonntag
wahrscheinlich noch einmal Regen. Solche Tiefs sind unberechenbar.
Je nach Zugbahn kann der Regen sehr stark ausfallen. Es ist aber
auch möglich, dass man kaum etwas davon merkt. "Lluvia
en Avril vale mil" sagen die Palmeros. Aprilregen hat einen
tausendfachen Wert.
Ohne gross aufzufallen ist übrigens die Islas Airways Verbindung
von Teneriffa Süd nach la Palma wieder gestrichen worden. Bei
der Einführung im Spätherbst wurden diese Verbindungen
noch als Rettung von la Palma gepriesen. Die damals anwesenden Politiker
haben aber nun anderes zu tun ;-). Im Wahlkampf kann man dem Volk
doch weder die Wahrheit sagen, noch schlechte Nachrichten zumuten.
Sonntag,
10. April 2011
Passat-
vs. Azorenhoch
Die
letzen Tage konnte man immer fliegen. Da es aber recht trocken ist
bilden sich keine Wolken und die Thermik ist am Nachmittag dann
eher ruppig. Diese Situation wird auch noch die nächsten Tage
anhalten. In der unteren Schicht Passat mit bis zu 20 Knoten, weiter
oben auf 1500 m AMSL bereis schwache Winde. Dazu eine relativ tiefe
Inversion ergibt schönes Wetter wie heute, das zum Baden einlädt
aber nicht unbedingt zum Fliegen. Das von mir mittlerweile zum Passathoch
umgetaufte Azorenhoch - es befand sich seit Monaten nicht bei den
Azoren - meldet sich offensichtlich gegen Ende der nächsten
Woche zurück. Mal sehen, was das uns fliegerisch bringen wird.
Die Saison geht auch langsam zu Ende. Noch sind zwei !! Gastpiloten
hier und Mitte Woche kommen noch einmal zwei. Dann schliesst der
GuideService mal wieder für eine verdiente Sommerpause.
Montag,
4.4.11
Schön
schön
Das
Wetter natürlich und ich konnte nicht einma angeberisch von
hohen Temperaturen schreiben, in der Schweiz war es gestern ein
Grad wärmer. Nun ist dort aber wieder mal eine Kaltfront im
Durchzug und auf der Isla einfach Sonnenschein. Das Azorenhoch -
eigentlich gibt es das ja nicht mehr, es sollte vielleicht Passathoch
genannt werden - ist wieder mal am falschen Ort. Es ist auch eingequetscht
in ein Tief über der Sahara und eine Front die von Westen her
zieht. Gestern hatten wir denn auch Windstärken von bin 30
Knoten. Fliegen, nein danke. Vorher durchzogen, kein Renner aber
immer mal wieder fliegbar. Einmal dann von Nordwind überrascht,
aber wir wollen nicht klagen.
Nun heute sieht es besser aus wie die Prognose meint. Da werden
wir mal schauen ob es doch noch in die Luft geht. Sonst machen wir
einen Ausflug bei dem schönen Wetter. Der Temp und Windrichtung
und -stärke ist für morgen dann ideal.
Sonst hat sich nicht viel getan auf der Isla Bonita. Wir können
in vielleicht einer Woche endlich mit der Startplatzrenovation weiterfahren.
Es war ja geplant diesen im Herbst 10 fertiggestellt zu haben. Dann
kam der Nachbar mit einer Baubewilligung, dann Grenzstreitigkeiten,
dann Bauarbeiten von ihm. Nun ist die Mauer fast fertiggestellt
und dann gehts endlich ans Renovieren des Startplatzes. Der sieht
ja mitlerweile aus wie eine Müllhalde.

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