|

Dienstag,
30. Dezember 2008
Und
es stürmt und regnet schon wieder. Im Moment sitze ich in meinem
Wintergarten und ein veritabler Sturm fegt über die Insel.
Das Azorenhoch ist immer noch ein Azorentief und bringt uns eine
Kaltfront welche am frühen Morgen auf der Isla Bonita ankam.
Wir haben bereits Sturmböen von weit über 50 km/h in El
Paso. Die Windspitzen auf 1000m AMSL sind auf ca 70 km/h vorausgesagt.
Das wird auf der Ostseite zu Schäden führen. Der Flughafen
ist sicher auch geschlossen.
Es ist 0930h und mein profanes Regenmessgerät zeigt schon ca
25l/m2. Das soll aber erst der Anfang sein. Am Mittag wird die grösste
Regenmenge erwartet. Im Haus ist fast alles dicht. Nur an einer
Stelle muss ich ab und zu aufwischen. Kein Wunder bei den grossen
Wassermengen.
Die Zeit zwischen den Fronten war gut. Wir konnten auch mal wieder
im Luv fliegen und sanfte Thermik hat so manchem Piloten einen ganz
tollen Flug in den späten Abend hinein beschert. Auch morgen
auf der Rückseite soll es schon wieder wenig Wind haben und
wahrscheinlich fliegbar sein. Auch die nächsten Tage sieht
es gut aus, es wird sich ein kleines Hoch einstellen und uns eine
Passatströmung zurück bringen. Also ist der heutige Tag
nur ein kleines Zwischenspiel und bringt der Insel das erwünschte
Nass.
Donnerstag,
25. Dezember 2008, ca 130l Regen pro m2
ihr
habt richtig gelesen. Der Regen hat zwar auf sich warten lassen
und kam erst um ca 16h anstelle schon um 12h aber dann richtig.
Seit gestern um 16h regnete es immer wieder und mein profanes Messgerät,
ein Glas welches immer wieder geleert werden musste, zeigte 13 cm
Regen an, also 130l. Das ist sehr willkommen handelt es sich doch
um den ersten richtigen Regen auf der Westseite seit dem Sommer.
Das wird nun noch etwas weitergehen. Das Azorenhoch ist nicht mehr
vorhanden und wir bleiben im Bereich einer SW Strömung. Die
nächste Störung wird uns nun voraussichtlich am 27.12.
erreichen. Die Luft ist labil geschichtet, Feuchtigkeit ist auch
vorhanden und vielleicht maskiert die Kondensation den SW ein bisschen
damit es fliegbar wird. Wir werden sehen.
Mittwoch,
24. Dezember 2008
Die
News werden halt nicht korrekturgelesen, ich habe unten eine Korrektur
angebracht dass der Hund im Beisein der Besitzerin und nicht mit
ihr begraben wurde. Der kleine Fehler hatte grosse Wirkung. Ich
habe von überall her mitbekommen, dass meine News gelesen werden
;-)
Die
Woche brachte ganz komische Temps. Eigentlich hätte es kaum
fliegbar sein dürfen und trotzdem waren wir täglich in
der Luft. Gestern dann der einsame Höhepunkt. Es flog wie noch
nie in diesem Winter und wie nur ganz selten. Instabile Luft, dazu
wenig Feuchtigkeit und kaum Wind bescherten mir einen Flug vom Campanarios
über die Montaña Negra runter zum Vulkan Antonio, das
über der Vulkankette und gleich zurück bis über die
Montaña Gallo. Höhen bis 1800m AMSL, luvseitiges Aufsoaren
an Wolken und ein fantastischer Blick über die Insel, Traumhaft
und in meinen vielen hunderten Flügen auf La Palma einzigartig.
Einfach ein Hammertag. Da fällt es mir ganz leicht nun auch
den ersten Regen in Empfang zu nehmen. Vor uns hat sich im NW ein
Tief gebildet. Das Azorenhoch welches nun seit 7 Monaten zuverlässig
den Dienst verrichtete, hat sich verabschiedet und vor uns hat sich
im NW ein Tief gebildet. Das bringt nun den ersten richtigen Regen.
Bereits heute Früh um 08:00h hat es mit einigen Tropfen begonnen.
Das nimmt nun im Verlauf des Tages zu. Morgen am 25. soll es gegen
Mittag wieder schön werden bevor dann am 26. eine weitere Störung
die Insel erreicht. Uns soll es recht sein. Alle warten schon lange
auf Regen.
Samstag,
20. Dezember 2008
Gestern
hat uns ein Kaltlufttropfen in der Höhe etwas Regen gebracht.
Es war viel weniger als gedacht. Wir haben uns vom einen Lee zum
anderen begeben und haben so einen fast regenfreien Ausflug gemacht.
Und die Geschichte: Also, wie gesagt, da kam eine Frau mit Hund
in die Apotheke. Die Frau hatte ich zum ersten Mal vor ca zwei Monaten
in El Remo gesehen. Sie fiel auf, weil sie missgebildete Arme hatte
und ihr kleiner Hund blind war. Nun die Frau trug den Hund auf den
Händen und wollte ein Medikament für ihn, dann legte sie
das arme Tier an den Boden. Der Hund röchelte nur noch. Die
Frau wollte, dass er erbrechen sollte, er hätte vielleicht
was giftiges gegessen. Die Farmazeutin war total hilflos ob der
Dramatik und ich stand auch etwas unbeteiligt daneben, bis ich begriff,
dass in der Apotheke nicht geholfen werden kann. Also lud ich die
Frau mit dem halbtoten Hund ins Auto und fuhr nach El Paso zum Tierarzt.
Es war schon fast 20h und ich wusste, dass die um 20h schliessen.
In El Paso angekommen war die Klinik zwar offen aber der Arzt nicht
da. Also liessen wir uns in Los Llanos anmelden und rasten runter.
Der Arzt wartete und der immer noch röchelde Hund wurde sofort
an eine Infusion angeschlossen und bekam Medikamente. Leider hat
sich die Situation auch nach einer Stunde nicht verbessert und der
Hund musste eingeschläfert werden. Die Frau brachten wir dann
wieder zurück nach Puerto Naos. Den Hund namen wir nach Hause
um ihn dann am nächsten Morgen im Beisein Besitzerin zu vergraben.
Diese konnte mit ihren Armen unmöglich ein Loch ausheben. Die
Geschichte hatte also kein Happy End.
Freitag,
19. Dezember 2008
Uff
da ist soviel gelaufen in dieser Woche, ich kam noch gar nicht zum
Schreiben. Da hatten wir Rückblickend am Sonntag noch einen
Unfall. Ein Pilot verlor offensichtlich kurz das Bewusstsein bevor
er Kreisend in eine Bananenplantage landete. Fazit: Knochen im Fuss
gebrochen. Offener Bruch, Spital und noch am gleichen Abend eine
Operation. Der Pilot kam am Sonntag an und hatte offensichtlich
in der vorangehenden Nacht nicht viel geschlafen. Er sprach nur
Französisch und ich musste aus diesem Grund mal immer wieder
im Spital übersetzen gehen. Nach zwei Abenden im Spital wollte
ich mal in Ruhe zu Hause bleiben. Nach Sonnenuntergang, wir haben
nun schon Mittwoch, wollte ich in Puerto Naos noch etwas in der
Apotheke kaufen. Da kam plötzlich eine Frau mit Hund hinein....
wie es weitergeht? Das schreibe ich in Kürze...
Sonntag,
14. Dezember 2008
Der
Pre World Cup 2008 La Palma ist schon Geschichte. Am Donnerstag
konnte eine gute Task geflogen werden. Dies erneut unter schwierigen
Bedingungen für die Verantwortlichen. Es galt den Piloten eine
Task auszuarbeiten welche sicher war. Dabei fegte der Passat in
El Paso runter. Wir positionierten verschiedene Windwachen und hatten
laufend Kontakt mit diesen. Das Windband verschob sich einmal nach
Süden und erreichte fast den Bereich welcher bei uns sofort
den Abbruch der Task ausgelöst hätte. Doch Fortuna hat
sich für uns entschieden, das Windband verflüchtigte sich
noch einmal nach Norden und die Task konnte solange geflogen werden
bis einige im Ziel waren.
Am Freitag hatten wir im Bereich von Puerto Naos wieder zuviel Passat.
Wir entschieden uns keine Task mehr zu fliegen und einen freien
Flugtag am Time zu veranstalten. Dort flogen dann auch ca 20 Piloten,
mehr als 10 entschieden sich nicht zu Fliegen. Nach der gestrigen
Preisverleihung mit anschliessender Rock'n roll Party ist der Anlass
beendet.
Gewinner:
1. Lee Paul García Davis; ES
2. Juan Carlos Martínez Melón; ES
3. Rüdiger Gördes; DE
4. Elisa Houdry; FR
und viele weitere...
Mittwoch
10. Dezember 2008
Gestern
konnte eine Task nur angefangen werden. Weil plötzlich bei
Las Norias der Wind durchpfiff musste die Task gestoppt werden.
Dies nach leider nur gerade mal 58 Minuten nach Fensteröffnung,
oder 13 Minuten nach Start. Heute am Mittwoch bretterte der Passat
bis Naos durch und hat in der Nach die gesamte Dekoration weggefegt.
Wir haben uns für Alternativprograme entschieden und ich bin
mit 24 Leuten in die Caldera zum Wandern gegangen. Trotz einem nicht
fliegbaren Tag, die Begeisterung war gross. Morgen steht alles noch
in den Sternen. In El Paso fegen heute Abend abartige Böen
durch, das will aber für Morgen noch gar nichts heissen. Vamos
aver.....
Dienstag,
9. Dezember 2008
Die
ersten Tage des PWC's sind schon vorbei. Am Sonntag wollten wir
eine Task vom Campi fliegen, leichter Nieselregen hat dies aber
verhindert und wir sind auf den Klippenstartplatz ausgewichen. Es
war schon eindrücklich zu sehen, wie ca 60 Piloten in 40 Minuten
starteten. Die Task war schwer aber nicht unmöglich. Von den
60 Piloten kamen zwei ins Ziel.
Auch heute wurde geflogen. Vom Campanarios. Die spezielle Lage führte
auch dazu, dass sich das Feld auseinander zog. Diejenigen Piloten
welche den Nordwind unterschätzten hat es buchstäblich
ins Ziel geblasen, leider schon nach dem zweiten Wendepunkt. Aber
auch heute meisterten zwei das Ziel. Dies von 50 Piloten weil die
Spanische Liga heute nicht am Start war.
Morgen gehts hoffentlich weiter. Wir müssen aber aufpassen
da Wind aufkommt. Falls überhaupt geflogen werden kann wird
es schwierig werden. Die nächsten Tage versprechen auch nichts
besonderes. Immer mehr Passat und auf Samstag hin ein Höhentief
welches uns Niederschläge bringen soll. Diese Tiefs haben es
meistens in sich und überraschen immer mal wieder die Meteorologen
mit heftigsten Regenfällen und manchmal sogar Gewittern.
Freitag,
5.12.08
Gestern
war ein ganz toller Flugtag. Es bildete sich schon früh eine
schützende Wolkenschicht gegen den Passat welcher am Morgen
in El Paso immer noch Spitzenwerte um die 40 km/h hatte. Darunter
flog es vom Feinsten. Schwache aber zuverlässige Thermik verhalf
auch dem noch nicht so versierten Piloten mal die Basis zu riechen.
Heute wieder eine ganz andere Situation, der Passat hat abgestellt
und ist in einen Ostwind mit ca 20km/h übergegangen. Wir befinden
uns auf der Länge der Cumbre im Lee. Bereits jetzt zeigt sich
auf ca 1400m eine Inversion und eine kleine Wolke deutet einen Schutz
im Lee an. Das kann auch noch einmal ein ganz guter Tag werden.
Der Abschlusstag meiner Schweizer Gruppe, morgen gehts für
diese nach Hause und morgen beginnt auch der Wettkampf. Da bin ich
ja auch etwas engagiert. Werden mal sehen wieviele Male ich noch
zum Schreiben komme.
Mittwoch,
3. Dezember 2008
Bis
Montag konnten wir noch super fliegen, seit gestern hat uns aber
der Passat fest im Griff. Gestern gelang noch einigen meiner Piloten
ein Flug von der Klippe doch mussten wir das Fliegen plötzlich
einstellen. Javi amtete als Windwache bei Las Norias. Als dort der
Passat ankam haben wir sofort das Fliegen eingestellt. Am Montag
flogen wir zuerst vom Time, ein absolut perfekter Time Tag. Kein
Hauptwind und labil. Wir waren schon früh oben und das hat
sich gelohnt. Alle konnten Fliegen und berichteten von schönen
Flügen zum Teil Luvseitig der Wolken.
Heute Mittwoch waren wir in der Caldera zum Wandern. Die Prognose
war schlecht, zuviel Wind und so kam es auch. In Puerto Naos fegt
immer noch der Wind vom Berg runter und es ist recht kalt. Morgen
Nachmittag wird sich das hoffentlich bessern. Eine starke Inversion
und vorallem abnehmender Wind lassen hoffen.

Impressum
|