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Samstag,
30.1.2010
Der Sturm kommt näher
Bis
gestern konnten wir noch fliegen, heute nun sind wir schon im Einflussbereich
des sich nähernden Tiefdruckgebietes. Dieses soll uns in den
nächsten Tagen Sturm und Regen bringen. Heute hatten wir in
Ouerto Naos starke Böen aus SO, wir fuhren in den Süden.
Dort war der Wind zwar aus der richtigen Richtung zum Soaren, aber
die Stärke von über 30 km/h liess keine sicheren Flüge
zu. Für die nächsten drei Tage hat es sich dann wahrscheinlich.
Es wird wieder mit sehr viel Regen gerechnet und wir hoffen, dass
die Stromversorgung in Puerto Naos in diesem Sturm nicht wieder
zusammenbricht. Erst um Mittwoch rum wird die starke SW Strömung
langsam in Nord drehen um danach wieder einen NO Passat auf die
Insel zu blasen. Also für heute heisst es Schotten dicht, die
Häuser abdichten und unter die bekannten undichten Stellen
vielleicht einen Eimer hinstellen. 30 Liter pro m2 in einer Stunde
könnten drin liegen. Deshalb hat die Meteorologische Anstalt
auch eine Warnung ausgegeben. Sonntag und Montag sollte man sich
nicht in steilem Gelände aufhalten und das Haus nur verlassen
wenn es dringend nötig ist.
Dienstag,
26. Januar 2010
Streckenfliegen
Am
Samstag flogen wir noch einmal nach Fuencaliente, einige Piloten
haben sich mit uns aufgemacht, es war in der Tat sehr einfach und
es brauchte einfach etwas Mut, den Mut des Streckenpiloten. Der
zwar überlegt fliegt, aber nie ganz ausschliessen kann, dass
es eine Aussenlandung gibt. Ab Sonntag gab es viel Passat und Windwechsel
aber auch immer wieder fliegbare Fenster. Ich geniesse derzeit meinen
Urlaub und fahre nur nach Naos wenn ich auch fliegen will. In den
letzten drei Monaten ist einiges liegen geblieben und somit ist
der Urlaub einfach ein Urlaub vor der Fahrerei ;-)
Gestern
erhielt ich noch eine Standardantwort von AirBerlin. Siehe unten
kursiv. Das hilft zwar noch nichts, aber ich bleibe zuversichtlich,
dass sich das Produktmanagement nicht mit allen Gleitschirmpiloten
anlegen will ;-) also bitte diejenigen die sich noch nicht gemeldet
haben, schreibt die AirBerlin an damit der Gleitschirm wieder Sportgepäck
wird!
Sehr
geehrter Herr Frey,
vielen Dank für Ihr Schreiben vom 22.01.2010. Wir bedauern außerordentlich,
dass Sie mit den aktualisierten Bedingungen zur Beförderung von
Sportgepäck nicht zufrieden sind. Gleichzeitig möchten wir Ihnen
danken, dass Sie sich die Zeit genommen haben, uns Ihre Beobachtungen
mitzuteilen. Wir haben Ihre Schilderung sehr aufmerksam zur Kenntnis
genommen, denn die Wünsche und konstruktive Kritik unserer Gäste
helfen uns, Abläufe zu optimieren und unseren Service zu verbessern.
Daher wurde Ihr Schreiben in Kopie an die Leitung unserer Abteilung
Produktmanagement weitergeleitet. Wir möchten Ihnen versichern,
dass wir Ihre kritischen Beobachtungen und Anmerkungen zur Gestaltung
der Gepäckbestimmungen mit der gebührenden Sorgfalt auswerten und
in die Produktverbesserung einfließen lassen. Grundsätzlich gilt
die Änderung, welche ab 04.01.2010 in Kraft getreten ist, der Vereinfachung
der Gebührenberechnung für Sondergepäck. Als Sportgepäck gegen eine
Gebühr von 25,00 € können ausschließlich Surf- und Kitegepäck, Fahrräder,
Tauch- und Ski- bzw. Golfgepäck angemeldet werden. Das übrige Sportgepäck
muss als Übergepäck angemeldet werden und gemäß den geltenden Übergepäckraten
kassiert werden, sofern die Freigepäckmenge überschritten wird.
An dieser Stelle möchten wir ausdrücklich betonen, dass wir alle
Anstrengungen unternehmen werden, Sie zukünftig wieder in der von
Ihnen gewohnten und erwarteten Qualität zu betreuen und würden uns
freuen, Sie bald einmal wieder an Bord eines Fluges der Air Berlin
Gruppe begrüßen zu dürfen.
Mit freundlichen Grüßen
Jessica Lohrum Kundenservice
Freitag,
22. Januar 2010
Auf
nach Las Indias
AirBerlin:
Der DHV hat reagiert und auch der SHV hat mir zugesagt ein Schreiben
an AirBerlin zu verfassen um gegen die geänderten Gepäckbestimmungen
zu protestieren. Ich selbst habe noch keine Antwort auf mein Protestschreiben
erhalten.
Endlich,
nach langer Zeit mal wieder gute Flugtage. Am Donnerstag schon flogen
wir sogar mit dem Tandem 1.5h und ein Pilot meldete über 4h
in der Luft. Gestern war ich auch mit dem Soloschirm unterwegs.
Nach einem schwierigen Einstieg an der Klippe mit ca. 30 Minuten
Suchen und ruppigen Verhältnissen fand ich eine Thermik welche
mich fast an die Basis brachte. Das war der Anfang von einem Flug
nach las Indias. Südlich von der Eremita sah ich nun das erste
Mal auch die Auswirkungen des Regens mit den neuen Flussläufen
die zum Teil bis ans Meer hinunter reichten. Das Schadensausmass
ist sehr gross. Es wurde an der Strasse in El Charco viel gearbeitet
aber heute las ich in der Zeitung, dass es ca 80 Bürger von
Fuencaliente waren die in einer privaten Aktion Schutt von der Strasse
räumten um gegen die Untätigkeit der Regierung zu protestieren.
Der Flug ging weiter über die Caldereta richtung Startplatz
las Indias wo ich dann aufgrund zunehmendem Nordwind umdrehte. Nach
2.5h landete ich wieder in Puerto Naos. Das nächste Mal befestige
ich die Handykamera so, dass ich ein paar Bilder schiessen kann
von der vom Unwetter betroffenen Gegend.
Donnerstag,
21. Januar 2010
Die
Klippe ruft
Die
Wolke lag tief und versperrte zeitweilig den Campanarios Startplatz
an der Klippe war mal Süd- und dann lange Nordwind doch plötzlich
öffnete sich ein Westfenster und alle wollten raus. Leider
konnte man die Klippe nur knapp überhöhen und ich zählte
fast 20 Piloten die auf einen kleinen Stück ihre Kurven drehten.
Man musste sich sehr konzentrieren da auch nicht alle die Vorflugregeln
einhielten und manch einer auch nicht genau schaute. So "verfolgte"
mich ein Schirm ca 10m tiefer mit einer grösseren Geschwindigkeit
und wenn ich nicht auch noch nach hinten gesehen hätte, dann
wäre ich unsanft eingeholt worden, denn der Pilot schaute immer
nur nach unten. Nach 25 Minuten hat mir der Spuk gereicht und ich
bin Landen gegangen.
Übrigens, wir haben nun eine Woche Urlaub. Es sind keine Gäste
im GuideService und somit wird auch kein Fahrdienst angeboten. Einige
Freiflieger finden das zwar Unverständlich aber ich muss mal
wieder darauf hinweisen, dass es ohne den GuideService keine Mitfahrgelegenheit
gäbe.
Betreffend
neuer AirBerlin Gepäckregelung hat der DHV schon reagiert.
Hier der Link
auf die Page.
Mittwoch
20. Januar 2010
Viel
Sonne und sommerlich warm
Immer
noch sind wir im Zentrum eines Hochdruckgebietes. Das hat uns in
der letzen Woche immer stabileres Wetter gebracht. Die thermischen
Flüge werden seltener, es wurde immer stabiler. Derzeit ist
richtiges Sommerwetter auf der Isla. Es ist mild und die Mandelblüte
hat eingesetzt. Das stabile Wetter hat uns denn auch zwei Flüge
vom Time beschert. Nun ist der GuideService für eine Woche
eingestellt, nach drei Monaten intensiver Arbeit mit 7 Tage Woche
gönnen wir uns eine Woche Urlaub. Hoffentlich wird in den nächsten
Tagen endlich wieder Passat aufkommen, wir hatten ja in den letzten
4 Wochen gerade mal einen einzigen Passat-Tag.
Airberlin
lässt Piloten hängen
Noch was anderes, ein Pilot hat mir mitgeteilt, dass AirBerlin den
Gleitschirm aus der Übergepäckliste
gestrichen hat. In der Tat soll nun die Beförderung eines GS
als Übergepäck verrechnet werden und das kostet dann zwischen
€250 und €500!!! Es lohnt sich, dass hier alle betroffenen
Piloten auf der Homepage eine Protestnote hinterlassen!! Vielleicht
können wir bewirken, dass diese Massnahme rückgängig
gemacht wird. Hier der Link auf das Kontaktformular
von AirBerlin. Als Buchungsnummer habe ich einfach 9999 eingegeben.
Falls
ihr nicht schreiben möchtet, hier ein Text zum kopieren:
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin Kunde bei ihrer Fluggesellschaft
und habe immer wieder auch Flüge bei Ihnen gebucht um mit meinem
Gleitschirm in den Urlaub zu fliegen. Leider musste ich feststellen,
dass ein Gleitschirm nicht mehr in der Übergepäckliste
erscheint und einem Kollegen wollte Airberlin für die Beförderung
bis zu € 500 verrechnen. Das ist inakzeptabel und ich bitte
Sie, diese Massnahme rückgängig zu machen und den Gleitschirm
wieder als Sportgepäck für €25 zu befördern.
Mit freundlichen Grüssen
Diesen
Umstand habe ich heute auch dem DHV und dem SHV mitgeteilt. Vielleicht
können sich die Verbände auch für die Piloten einsetzen
und erreichen, dass dieser Blödsinn rückgängig gemacht
wird.
Mittwoch,
12. Januar 2010
Nach
dem Regen die Sonne
Nun,
da habe ich ja schon wieder lange nichts mehr geschrieben. Wir waren
alle gut beschäftigt die letzten Tage. Letzte Woche Regnete
es sogar noch einmal. Diesmal aber in der Nacht. Die gesamte letzte
Woche war meteorologisch sehr anspruchsvoll. Dann hat sich langsam
ein Hoch etabliert und zwar direkt über den Kanaren. Das beschert
uns nun zwar tolle sonnige Tage aber auch eine Absinkinversion und
diese ist letzte Nacht bei 700m angekommen. Gestern konnten wir
so am Time fliegen und zwar ohne Angst vor Konvergenzen und anderen
komischen Vorkommnissen die am Time ja häufig vorkommen. Es
gab einen Abgleiter durch die Inversion und anschliessend dann noch
etwas thermisches Fliegen im unteren Bereich. Danach flogen wir
noch am Campi. Auch hier abgleiten durch die Inversion und darunter
war es dann entsprechend bockig nach einigen Sonnenstunden. Am Abend
stellte sich dann Nord ein und dieser wusch alle Thermik weg.
Heute ein erneuter Sonnentag. Wie gesagt stabil im oberen Bereich
und wir werden sicher am Campanarios und wahrscheinlich auch am
Gallo fliegen heute.
Dienstag,
5. Januar 2010
Landung
im Hotel Sol
Samstag
und Sonntag konnten wir fliegen. Zwar auch wieder in Fenstern, aber
immerhin. Am Sonntag hat ein Pilot bei stärker werdendem Nordwind
die Volte anstelle im Luv vom Strand (also Nördlich) gleich
über das Hotel gelegt und dort die Positionskreise geflogen.
Dabei merkte er offensichtlich lange nicht, dass er abtrieb. Als
er sich im über dem Gebäude beschleunigenden Wind befand
kam er nicht mehr voran und flog direkt in ein Apartmenthaus. Dabei
verfing sich der Schirm glücklicherweise am Dach. Der Pilot
wurde in einer Drehbewegung beschleunigt und an die Balkonbrüstung
geschleudert. Dabei brach er sich ein Bein und fügte sich im
Gesicht Schnittwunden beim Aufprall auf ein Blech zu. Glücklicherweise
ist er nicht abgerutscht und herbeigeeilte Helfer und die alarmierte
Feuerwehr konnte ihn sichern und bergen. Er wird höchstwahrscheinlich
heute nach Hause geflogen und den Bruch zu operieren. Der Pilot
hatte zu wenig Erfahrung um auf La Palma zu fliegen und dann nachdem
er einmal einen Fehler beging einfach keine Möglichkeit mehr
einen neuen Ausweichplan zu entwickeln.
Samstag,
2. Januar 2010
Westlage
ohne Ende
Ein
glückliches neues Jahr meinen Lesern! Nun, die letzte Woche
hat uns auch wieder ein paar schöne Flugtage geschenkt, dies
obschon wir nach wie vor in einer Westlage sind, die längste
solche Lage die ich bis anhin erlebt habe. Ich habe es ja schon
erzählt, im Normalfall dauert die Westlage 1-3 Tage, nun sind
wir schon seit Mitte Dezember im Westwind und es wird nach wie vor
andauern. Vor zwei Tagen hatten wir mal ein Zwischenhoch und sogar
leichten NO Wind dann ging es auch gleich super zum Fliegen, gestern
dann SO und nun SW Wind. Gestern konnten wir nur bis Mitte Nachmittag
fliegen, dann wurde der Südwind in Puerto Naos so stark, dass
ein kontrolliertes Landen nicht mehr möglich war. Ein paar
unerschrockene sind trotzdem raus und hatten sichtlich Mühe,
den Schirm bei der Landung zu kontrollieren. Heute also SW Wind,
falls der nicht zu stark ist schauen wir mal im Süden nach.
In der Nacht wird uns dann die dazugehörige Kaltfront streifen
und ab Morgen soll der Wind in Nördliche Richtungen drehen
und dazu recht stark sein. Nördliche Winde beschleunigen auf
La Palma. Sieht also nicht so rosig aus. Vielleicht aber dehnt sich
ein Hoch das sich südwestlich von uns befindet etwas stärker
aus wie berechnet und dann wird es doch besser. Bin zuversichtlich,
was anderes nutzt auch nichts...

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