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News aus La Palma Mai 2011

 

Montag, 30. Mai 2011

Trouvaillen

Immer wieder gelingen schöne Flüge, so einer gestern bis zur Caldereta vor las Indias. Zwar war die Thermik alles andere als einfach und zu meinem Erstaunen wurde sie, je höher man kam, desto bockiger. Aber die Bedingungen einmal als Training für die Alpen verstanden, gings ganz flott, gleich zweimal hin und her. Sonntag, da ist immer auch Palmerotreffen und es freute mich, dass auch einige lokale Piloten den Weg in den Süden fanden. Nach El Remo hatte zwar neben mir nur noch einer den Mut weiter zu fliegen, der aber packte dann auch noch den Anschluss in die Berge. Sehr gut gemacht!
Javi hat letzte Woche ein Schild am Startplatz angebracht mit der Information, dass nun auch die lokalen Piloten eine Jahresgebühr bezahlen müssen. Aufgrund des doch erheblichen finanziellen Aufwandes am Klippenstartplatz ist das absolut richtig und wenn man bedenkt, dass diese seit 1994 gratis fliegen konnten, müsste man das auch nicht weiter erklären. Nur eben, was immer gratis war kann doch nicht plötzlich was kosten. Gestern wurde das Schild auf jeden Fall von den Einen ignoriert und von den anderen positiv kommentiert. Ich selber wurde nicht erschlagen ;-), bezahlt hat aber noch keiner.
Nun, ich muss auf zum Tandemfliegen. Saludos.

Sonntag, 22. Mai 2011

Vom Startplatz und Fliegen

Endlich, der Startplatz an der Klippe wurde fertiggestellt. Hoffentlich hält nun alles eine Weile. Das verwendete Flies mit welchem normalerweise Bananenplantagen eingefasst werden hat eine Garantie von 15 Jahren. Mal sehen, wie lange es hält wenn man darauf herumgeht. Auf jeden Fall haben wir die beste Qualität verarbeiten lassen die es auf dem Markt gab. Darunter liegt an vielen Stellen noch eine schwarze Folie gegen das Pflanzenwachstum. Dann musste ja noch was gegen das Rutschen gemacht werden. Nach verschiedenen Versuchen haben wir uns für Dachfarbe entschieden. Diese wird beim Trocknen gummiartig und ist gegenüber Leim günstiger. Obschon wir 60 Liter Farbe geschenkt bekamen haben wir nur für die restliche Farbe 200€ auslegen müssen. Mit Jesús, Wali und Javi (als Moderator ;-) haben wir einen Tag gestrichen. und dabei rund 140 Liter Farbe verarbeitet. Das Resultat: Aus der fast Müllhalde ist ein grosser, schöner Startplatz entstanden.

Nachdem alle Farbe gut trocknete, wurde gestern der Startplatz ausprobiert. Die meisten Schirme rutschen kaum mehr, nur bei silikonierten Tüchern ist es nicht ganz so gut. Aber das Starten ist schon super!
Der Flug war zuerst harzig. Wir kämpften zu viert bei viel Süd an der Klippe. Als der Südwind leicht abnahm haben sich drei von uns entschieden die Chance zu nutzen und sind Richtung Remo los. In Remo gelang dann mehrmals der Anschluss hoch fast bis zur Strasse und dann zu den Casas El Charco. Da wir endlich Passat haben, aber nicht eine klare Wolkensituation sind wir dann wieder zurückgeflogen. Schöne 1h45 mit Freunden in der Luft. Was will man mehr.

Montag, 16.Mai 2011

Startplatzreinigung

Am Samstag haben Thomás, Jeronimo und ich den Startplatz von Pflanzen gesäubert und zusätzlich noch die vorhandenen Tücher soweit befestigt, dass heute Montag die Arbeiter weiterfahren können mit dem Verlegen der Planen. Die Illusion mit dem Rasenteppich hat sich mal wieder verschoben und so ist es gut, dass wir uns schon lange entschieden haben mit der bestehenden Idee der "anti hierba" Abdeckung gefolgt von einer Schicht der Banananplantagenabdeckungen weiterfahren. Javi ist heute schon um 08.00h zum Startplatz gefahren um die Arbeiter zu beaufsichtigen. Ohne Peitsche geht nämlich nichts ausser die Kosten...Die noch fehlenden Anker wurden letzte Woche gesetzt und vielleicht kann ich ja noch im Mai melden, dass das Projekt endlich abgeschlossen werden konnte.

Der neue Tandem ist auch angekommen und ich konnte bei sehr hackigen Bedingungen 45 Minuten an der Klippe fliegen. Der erste Eindruck ist gut. Ich brauche noch ein paar Flüge um dann eine Einschätzung abzugeben. Es scheint, dass nicht sehr viel verändert wurde.

Freitag 13.5.11

Flugfrei / Startplatz / Webcam

Endlich nach langem Warten ist gestern mein neuer Tandemschirm angekommen. Einen PBi6 von Paratech in den Sonderfarben orange habe ich mir gegönnt. Pünktlich zu der langersehnten Lieferung dreht der Wind auf Nord. Wir sitzen heute in einer Wolke in El Paso und die Stromproduktion läuft nicht wirklich ;-)
Letze Woche war auch nicht aufregend es scheint sich schon langsam Sommerwetter einzustellen. Die Basis kam nun auch rund 650m runter und Windwechsel sind nun häufig. Also Flugfrei. Das gibt mir die Gelegenheit lange aufgeschobene Behördengänge zu machen, das Haus zu streichen und und.

Die Arbeiten am Klippenstartplatz sind nun heute wieder aufgenommen worden. Nach vielen Anrufen ist es uns gelungen, die Arbeiter wieder zu aktivieren. Da muss ich heute auch vorbei. Denn wenn die Jungs nicht kontrolliert werden kosten die nur vor sich hin.

Und endlich wurde in Puerto Naos beim Palmaclub eine Webcam eingerichtet. Man kann nun die Windfahne am Hotel Martín sehen. Die Cam wird von uns auch mal an den Startplatz oder die Klippe eingestellt. Aktuelle Standbilder gibt es unter dem rechts stehenden Wetterlink. Manchmal läuft der Router nicht korrekt, dann werden halt keine Bilder geliefert obschon die Kamera nun 24h online ist.

Sonntag 8.5.2011

Die Ruhe ist eingekehrt

In der letzten Woche sind viele Winter-Residente abgereist. Auch touristisch ist es viel ruhiger auf der Isla Bonita. Nur noch ein einziger Gastpilot hat sich bei uns eingeschrieben. Es ist ruhig geworden. Zeit mal einen Rückblick über die letzte Saison zu wagen:

Wetter
Hier zeigten sich starke Veränderungen gegenüber der Statistik und auch gegenüber meinen eigenen Erfahrung. Ein Azorenhoch hat sich in den letzten Monaten sehr selten etabliert. Wir flogen auch viel im Luv, was für La Palma eher selten ist. Wenn sich mal so ein Hoch einstellte, dann nicht mit Zentrum über den Azoren sondern meist rund 1.000km weiter im Süden. Ich begann desahlb von einem "Passathoch" zu sprechen. Diese spezielle Lage brachte uns ein ganz anderes Wetter. Vermehrt wurden auch Kaltlufttropfen abgeschnürt die sich dann über den Kanaren oder Madeira zu Tiefs entwickelten und zusätzlichen Regen brachten. Die Regenstatistik für El Paso ist überdurchschnittlich ausgefallen. Über 1.200 Liter pro m2, das heisst das Doppelte wie im Statistischen Mittel.
Schnee gab es sogar noch im März. Eine Seltenheit, auch der Umstand, dass der Schnee noch in tiefen Lagen (um 1.500m) während 4 Tagen halten konnte. Tiefsttemperatur in El Paso am 15. März: 4.3°C. Die Tiefste Temperatur seit ich in El Paso messe (6 Jahre).

Tourismus
Alle klagen. Das Wort "Crisis" ist in allen Mündern. Auch in bezug auf die Pilotenaktivitäten war in der letzten Saision ein deulicher Rückgang zu verzeichnen. Ich denke, dass rund 30% weniger Gleitschirmpiloten La Palma besuchten. Wahrscheinlich durch den Umstand, dass andere attraktive Winterlfuggebiete günstig angeflogen werden. Dazu kommen die limitierten Direktflüge und der Wandel in der Arabischen Welt der ab Februar durch viele Umbuchen auf die Kanaren Flüge zu uns relativ teuer machte. Von der vermehrten Nachfrage hat la Palma kaum was mitbekommen. Die traditionellen Badeinseln wie Lanzarote, Fuerteventura und Gran Canaria waren auf der Gewinnerliste.

Gleitschirmfliegen
Die Saision war die ruhigste seit Jahren. Unsere Bemühungen den Startplatz an der Klippe herzurichten wurden bereits vor der Saison 10/11 unterbrochen. Eine Baubewilligung eines angrenzenden Nachbars verhinderte die Weiterarbeiten. Zudem ergab sich ein Grenzstreit der gelöst werden musste. Das ist nun vorbei. Es gilt nun die Arbeiter wieder zu organisieren damit diese die angefangenen Arbeiten fertigbringen können. Diese sind aber derzeit telefonisch nicht zu erreichen. Holly shi... das ist auch Inselleben...
Neue Landefläche / Unfallstatistik
Die vergrösserte Landefläche hatte einen sehr positiven Einfluss auf die Unfallentwicklung. 2009 hatten wir noch 9 Landeunfälle zu verzeichnen, 2008 waren es noch deren 3 und im letzen Winterhalbjahr hatten wir keinen Landeunfall. Auch die Gesamtzahl der Unfälle lag mit 2 deutlich unter der der letzten Jahre und ist in den letzten Jahren stetig gesunken. Dies hängt wahrscheinlich mit der geringeren Pilotenzahl, weniger Flügen durch Wetter und nicht zuletzt mit der vermehrten Information unserer Flugschule zusammen. 13/9/7/2 das sind die Unfallzahlen der letzten 4 Jahre. Leider war einer der zwei Unfälle tödlich. Ein Pilot flog in eine Wolke ein, in dieser Wolke dann lange weiter und dann unbemerkt in eine Winddüse. Der Wind hat ihn dann immer noch in der Wolke hinter einen Vulkan ins Lee geblasen wo er in den Leeturbulenzen abstürzte. Am gleichen Tag flogen mehrere Piloten weiter im Norden Problemlos. Es war einer der Luvtage auf der Westseite. Ein Unfall der sich mit Wetterbriefing und Einhalten der Sichtflugregeln nicht ereignet hätte.

Donnerstag, 28. April 2011

Fliege und nochmals Regen

Die letzte Woche hat uns sogar ein paar schöne Flugtage gebracht und wir konnten einen Teil unserer Tandemliste abarbeiten. 4 Tandemflüge vom Campanarios an einem Tag, das hatte ich noch nie! Auch sonst gab es einige schöne Soloflüge, ein paar Piloten waren stundenlang in der Luft, um von Nord nach Süd und zurück zu fliegen.
Nun ist heute aber schon wieder eine Störung angekommen, in der Nacht regnete es relativ stark und nach der Prognose für die nächsten zwei Tage wird es nochmals Regnen. Wir sind nun also bestens gerüstet für die vielleicht dann 6 folgenden Monate, in welchen normalerweise kein Tröpfchen fällt. Interessant ist auch der Umstand, dass sich unser Wetter gegenüber Zentraleuropa vielfach ganz anders entwickelt. Hier fast zuviel Regen, in der Schweiz die ersten Waldbrände.

Das Speicherbecken in Barlovento ist zu zwei dritteln ausgelaufen. Das auslaufende Wasser hat zum Glück nur zu Schäden an einigen Bananenplantagen geführt. Es zeigte sich nach dem Absinken des Wasserstandes ein ca. 10 m langer Riss in der Folie. Wahrscheinlich sind die letzten Wartungsarbeiten 2005 nicht ordnungsgemäss ausgeführt worden. Hier versuchen die Verantwortlichen derzeit aber alle negativen Schlagzeilen nicht zu kommentieren. So kurz vor den Wahlen im Mai will keiner mit Problemen assoziiert werden.

 

 

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