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News Archiv November 2009 aus La Palma


 

Montag, 30. November 2009

Schöne Flugwoche / Desafío 2009

In der vergangenen Woche konnten wir zwar nur an ein paar Tag thermisch richtig gut fliegen, an den anderen Tagen war es sehr stabil mit leichtem Calima, Saharasand in der Luft. Meine Gruppe konnte aber von allen Startplätzen welche wir hier auf der Westseite haben fliegen. Nur am unteren Time und in Puntagorda waren wir nicht. Einen Flug machte ich mit einem ausgewählten Teil der Gruppe vom Muchachos. Der Weg hin ist schon sehr anstrengend und dann ist das Starten alles andere als einfach. Der Wind kam seitlich an und wir mussten in relativ flachem Gelände in eine Felskerbe starten. Das ist natürlich nur Piloten vorbehalten welche ihr Gerät absolut sicher beherrschen.

Gestern war der erste Lauf im Desafío / pre PWC. Das Wetter war gut, Basis 1000m zuerst labilisierend, dann stabilisierend die Wolken wurden also wieder kleiner. Wir konnten die Task fast zu Ende fliegen. Leider ist kurz vor Schluss eine Pilotin in einer Autorotation in ein Lavafeld gelandet und verletzte sich. Wir mussten dann den Luftraum räumen um den Heli arbeiten zu lassen. Die Rettungsaktion verlief gut organisiert, der Heli war in 15 min da. Das einzige was versagte war ein Live Tracking System welches wir für eine italienische Firma ausprobierten. Einige Piloten führten dies auch mit, auch die verunfallte Pilotin. Die Meldung über den Unfall kam aber von den anderen Piloten, die Live-Tracking Leute haben nicht bemerkt, dass das System nur noch die gleichen Wegpunkte lieferte.... Dazu konnten sie uns lange nicht die korrekten Koordinaten liefern weshalb der Heli die verunfallte noch 5 Minuten suchen musste. Nicht die beste Referenz für ein System welches der Sicherheit dienen soll. Nach letzten Meldungen ist die Pilotin zum Glück weniger stark verletzt wie zuerst angenommen.

Der Lauf wurde mit 50 Kilometern gewonnen. Details auf http://lapalma.parapente.net/

Montag, 23. November 2009

Stabiles Wetter und ein weiterer Baum

Eine recht stabile Lage macht sich breit. Die Temps sehen schlecht aus, nur gerade im untersten Bereich bis 300m verursacht das Meeresklima noch Labilität. Darüber haben wir Isothermien und Inversionen und vielleicht dann ganz weit oben wieder Labilität. Es sieht diese Woche nicht sehr gut aus. Doch werden wir sicher auch wieder an einigen Tagen fliegen können, vielleicht auch heute, da ist es Labiler und wir haben viel mehr Wind aus NO.
Gestern hat sich ein Pilot bei einer Baumlandung das Bein gebrochen. Schon wieder ein Baum, das hatten wir in der letzten Saison nicht. Er flog eine taktisch schlechte Route und klemmte sich hinter einer Leitung ein. Dann blieb ihm plötzlich nur noch die Baumlandung. Dabei flog er offensichtlich den Baum nicht direkt an sondern versuchte sich noch irgendwie zu retten. Die Folge davon: Anstelle im Baum zu landen hing er am Stabilo und flog zuerst noch mit Geschwindigkeit um den Baum rum.

Samstag, 21. November 2009

Hammerwoche

Wir hatten wirklich eine Hammerwoche. Einen Tag konnte man nicht fliegen aber die anderen Tage war es manchmal schwer wieder zu landen. Alle Piloten haben zig Stunden Flugzeit und viel Erfahrung sammeln können. Die gute Lage ist nun etwas vorbei. Wir haben super Wetter, Sonnenschein und warm aber dazu auch eine sehr stabile Schichtung. Trotzdem fliegen wir immer noch, gestern vom Campi, dazu einen Sonnenuntergangsflug und heute schon vom El Gallo und nun wieder Campanarios. Der angekündigte SW-Wind ist noch nicht eingetroffen und wir fliegen solange es geht. Morgen ist es dann noch stabiler mit wenig Höhenwind aber in den unteren Lagen viel Ost. Mal sehen was dies bringt. Dann am Montag können wir auf einen besseren Tag hoffen. Es wird etwas feuchter und dann auch hoffentlich besser. Vamos aver.

Montag, 16. November 2009

Wechselhaft gut

Gestern Morgen sagte ich noch einen Tandemflug ab. Ich war überzeugt, dass der Wind schnell auf Süd drehen wird und ein Landen in Puerto Naos massiv erschwehren würde. Doch der Wind drehte massiv schneller auf West und wir konnten noch den ganzen Tag in Puerto Naos fliegen. Nach einer Wetter Theorielektion draussen in einem Lavafeld fuhren wir zum Campanarios. Heute nun ist der Himmel wie angesagt bewölkt und die Front kommt langsam näher. Wir hoffen, dass vielleicht doch etwas mehr als die prognotizierten 5l pro m2 fällt. Der Rest der Woche scheint dann wieder gut und fliegbar zu werden.

Sonntag, 15. November 2009

Flugwetter und Baumlandung

Die ganzen Tage konnten wir fliegen. Zwar sind wir weder an den Time noch an den Gallo gefahren, aber wir konnten an der Klippe und am Campanarios schöne Flüge machen. Einige flogen sogar mehrere Male in den Süden, auch bis zum Vulkan Teneguia.
Die Saison hat begonnen und es sind derzeit zwei Flugschulen und viele Freiflieger da. Leider halten sich nicht alle an die VFR Regeln und ich musste mal wieder klar machen, dass das V für Visual, also für Sicht steht. Ein Freiflieger flog vorgestern am Campanarios raus, nach links und dann mit einigen Kreisen in die Wolke rein. Absichtlich obschon noch weitere Piloten am gleichen Ort flogen. Er machte keinerlei Anstalten die Ohren rein zu nehmen oder wegzufliegen. Wieder in Puerto Naos fehlte dann genau dieser und wir fanden ihn erst nachdem sich die Basis 200m hob südlich vom Campanarios in einem Baum, zum Glück unverletzt. "Ich flog nach GPS nach Westen und als ich dann immer noch nicht aus der Wolke war spiralte ich" war die sehr hilflose Antwort. Spätestens nach den Babadag Unfällen sollte jeder Pilot wissen, dass man nie Spiralen darf wenn man nicht absolut sicher ist, nicht nah am Gelände zu sein. Da ging an diesem Freitag 13. einiges schief. Erster Fehler sich ohne Reaktion in die Wolke saugen zu lassen. Zweiter Fehler nicht sofort zu reagieren, Ohren rein, Gas geben und nach Westen fliegen und zwar solange bis man wieder draussen ist. Das kann bei guter Thermik schon einige Zeit dauern. Den gestrigen Urlaubstag hat der Pilot damit verbracht den Schirm zu bergen. Er wollte keine Unterstützung der lokalen professionellen Organisation CECOPIN. Ob diese Bergung gelang wissen wir noch nicht, wir sahen den Schirm abends um 1730h noch immer im Baum.

Donnerstag, 12. November 2009

Thermik < Calamari

Wir sind in der Tat gestern mehrere male geflogen. Ein paar Piloten sogar auf Höhen um 1300m MSL. In den Bergen begann es sogar ab und zu zu nieseln. Aber richtig gut wurde es dann doch nicht. Nachdem die Sonne den Hang über Puerto Naos noch einmal aufwärmte flog ich auch und ich wollte meine Kunden nach El Remo führen. Unglaublich harzig gestaltete sich dies und in Charco verde musste ich eine Warnung abgeben das Unterfangen doch einzustellen. Nur mit Mühe konnte ich mich wieder hocharbeiten und kehrte dann auch auf der Hälfte zwischen Charco Verde und El Remo zurück. El Remo erreichten wir dann doch noch, am Abend mit dem Auto um bei der Zigarren-Oma Calamari ala Romana zu essen ;-) diese waren deutlich besser als die Thermik.
Und übrigens, der lange ersehnte Regen kommt nun wahrscheinlich am Montag. Verschiedene Modelle decken sich und die ersten Voraussagen sprechen von 20 Litern / m2. Siehe auch Wetterlink.

Mittwoch, 11. November 2009

zu Trocken

Ein paar Flugtage liegen schon wieder hinter uns. Nicht einfache Tage, denn die Prognosen waren in der Tat fast immer besser wie das, was wir dann letzendlich antrafen. Das Problem scheint hauptsächlich bei der grossen Trockenheit zu liegen. Prognostizierte Wolkenuntergrenzen sind zu hoch oder gar nicht voranden, der Passat finden ungehindert den Weg nach Puerto Naos, und schlimmer, man sieht es kaum denn die Wolkenbilder gaukeln etwas vor... Auf jeden Fall haben wir immer die richtigen Entscheide getroffen, flogen wenn es ging und waren am Boden wenn es zu unsicher war. Nächste Woche, am 17. wird endlich der lange erwartete Regen eintreffen und ich hoffe, dass sich das Wetter danach zugunsten der Piloten stabilisieren wird und mir die Prognosen wieder etwas einfacher gestalten wird.
Morgen ein erneuter guter Tag, glaubt man dem Temp. Was dann wirklich sein wird, das werde ich in den nächsten Tagen schreiben.

Samstag, 7. November 2009

Gute Flugtage und Flug-Fenster

Bis Mitte Woche hatten wir gute Flugtage nun hat sich aber eine immer stärker werdende Passatlage eingestellt. Die Druckdifferenz gegenüber dem Kern des Hochs über den Azoren beträgt über 10hPa! Das spürten wir gestern bereits massiv, als der Passat südlich des Leutchtturms in Bombilla runterfiel. Als der Wind am Nachmittag die Richtung änderte konnten wir trotz Windwerten über 20 kn von Osten im Lee fliegen. Das Fenster musste aber genau abgepasst und überwacht werden. Ich flog nicht, denn ich hatte am Boden genug zu tun um Wolken- und Windentwicklung zu überwachen. Das Fenster war aber absolut genial, es stieg an vielen Orten schön laminar und die Piloten waren begeistert. Klar, dass man bei solchen Lagen der Sicherheit erste Priorität einräumen muss und es wurde mit allen vereinbart, dass über Funk informiert wird wenn sich die Wetterlage so ändert, dass man Landen gehen muss. Die Piloten mussten als Zeichen in dem Fall sofort die Ohren reinnehmen um auch andere welche den Funkspruch nicht verstanden hätten zu informieren. Vorgängig haben wir natürlich auch die alternativen Landeplätze Charco und El Remo angeschaut. Das war dann aber nicht notwendig, das Fenster war bis nach Sonnenuntergang iO und manch einer landete erst in der beginnenden Dunkelheit.
Heute geht definitiv nichts, die Windwerte sollen nun Stärken von über 30 kn annehmen. Wir gehen in der Caldera Wandern.

Dienstag, 3. November 2009

Viel fliegen, Passat und Glück

Immer noch haben wir sommerlich warmes Wetter. In der letzten Woche konnte recht viel geflogen werden wenn auch die ganz grossen Strecken ausblieben. Feingefühl war manchmal gefragt um die kleinen Thermiken zentrieren zu können. Nun hatten wir auch zwei Tage starken Passat bei wolkenlosem Himmel. Das ist immer gefährlich und kann den Einen oder Anderen Freiflieger zum Fliegen animieren. So vorgestern. Nachdem ich den Sturm in El Paso nicht mehr aushielt, es blies den ganzen Tag mit 30-50 km/h, fuhr ich am Nachmittag nach Puerto Naos, wissend dass die Wahrscheinlichkeit zum fliegen bei 10% war. Da sah ich am Campanarios einen ausgelegten Gleitschirm. Der Passat fegte über las Manchas weg bis weit runter, man sah sogar einige Windflecken auf dem Meer vor Todoque. Die Montaña Jedey hatte schönen Aufwind. Ich wusste nicht wer es wahr und funkte zur Sicherheit mal auf der Schulungsfrequenz, dass das Fliegen besser zu unterlassen sei. Doch keine Reaktion. Die Natur meinte es aber gut mit unserem "Piloten". Durch das Fernglas sah ich, dass ihm plötzlich eine Böe den Schirm an die Waden bliess. Nun war es auch für ihn klar, dass was nicht stimmte und es wurde zum Glück eingepackt. Wie hätte es auch ausgehen können? Leichter trügerischer Aufwind, Start Richtung Jedey, dann nach dem Verlassen des geschützten Bereiches 30-50km/h Rückenwind, ein Sinken von 5-10m/s und falls der Pilot dann noch Höhe gehabt hätte vor dem Jedey gleiches Steigen, sicherlich einige Klapper. Absturz in der Tamanca oder vielleicht sogar sanfte Landung in Puerto Naos unter der schwachen Inversion wo zu der Zeit leichter Südwind bliess. Es war übrigens der einzige Pilot und er hätte sich vielleicht denken können, dass eventuell was nicht stimmt wenn an einem Sonntag niemand in der Luft ist. Aber wie sagt mein Bruder immer: "Denken ist was für Kühe, die haben die grösseren Köpfe".

Hier die dazugehörige Rotorwolke kurz nach Sonnenuntergang. Schön zu erkennen wie sie vom Wind ausgefranst ist. Sie bildete sich immer wieder...

 

 

 


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