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News Archiv September 2009


 

Dienstag, 30. September 2009

Azorentief

Die Phase der guten Flugbedingungen wird unterbrochen. Auf den Azoren hat sich ein Tiefdruckgebiet gebildet, welches in den nächsten Tagen stationär bleibt und uns Wind aus SW, sowie erhöhte Feuchtigkeit bringt. Die Prognosen deuten darauf hin, dass der grosse Regen ausbleiben wird. Verschiebt sich aber der Kern des Tiefdruckgebietes nur 200 km nach Westen, dann werden wir einiges an Regen erhalten. Nötig wäre dies. Der Kalima im August hat vieles ausgetrocknet und seine Spuren hinterlassen. Dieses Azorentief soll unser Wetter bis zum 10. Oktober bestimmen, bevor es dann in Richtung Westen abgedrängt wird und sich auflöst.
Die Zeit nutzen wir, um uns bei dem "Festival Internacional de Senderismo y Montaña"zu engagieren. Geny und Susan sind einige Tage angestellt und ich werde an zwei Anlässen als Übersetzer eingesetzt.

Immer wieder sieht man auch grüne Bäume inmitten verbrannter. Hier ein Bild vor las Indias:

Sonntag, 27. September 2009

Von Ausstellungen und Autobahnen

Die Woche war Wettermässig nicht besondern. Am Wochenanfang konnten wir noch fliegen aber nun ist der Passat eingeschlafen, was uns auf der Westseite nicht voraussagbare Winde und Windstärken bringt. So bliess am Freitag ein satter Südwind und gestern ein Nordwind. Gestern war auch der Internationale Tourismustag und zusätzlich in Los Llanos noch ein Benefizkonzert zugunsten der Geschädigten des Waldbrandes. Wir wurden von der Gemeinde eingeladen einen Informationsstand zu gestalten was wir auch gemacht haben. Kommerziell ist so ein Unterfangen kein Erfolg aber wir haben Präsenz gezeigt und auf unsere Anliegen aufmerksam gemacht. So kam auch der Consejero des Cabildo Insular vorbei und hat sich in unseren Tandemsitz wohl gefühlt... Unser Stand war durch die vielen Windfahnen auch gut zu sehen und gefiel allen Besuchern. Am Abend war noch eine Veranstaltung um Leute gegen den Autobahnbau zu mobilisieren. Diese schreckliche Autobahn ist nach wie vor nicht vom Tisch. Sie verschwand zwar aus den Gemeindeplänen um uns zu beruhigen, ist aber im Generalplan der Insel (PIOLPE) immer noch vorhanden. Neben dem massiven Einschnitt in die Natur machen wir mal eine Rechnung auf:
Die Strecke ist über 50 Kilometer lang.
In Deutschland wird pro Kilometer 6,7 Mio € gerechnet .
Es wurde uns gestern erklärt, dass viele Tunnels gebaut werden müssen, was die Kosten entsprechend erhöht. Das lassen wir ausser Acht.
In 20 Jahren ergeben sich pro Kilometer zusätzlich rund 20 Mio € an Unterhaltskosten. Das sind sage und schreibe mindestens 1 Mia € (50 Mio * 20 Jahre). Diese werden kaum von Europa bezahlt. Dabei entfallen dann Unterhaltskosten von mindestens 588 € pro Jahr und Einwohner an (1 Mia/20 Jahre/85'000 Einwohner)!!! Geld das erstens nicht vorhanden ist und falls es da wäre sicher für sinnvolleres ausgegeben werden kann.

Das Ganze ist nicht nur ein ökologischer Blödsinn, sondern würde ein finanzielles Desaster hervorrufen. Wir versuchen nun so viele Einsprachen wie möglich zu sammeln. Jeder EU Bürger kann auch eine Einsprache machen, handelt es sich doch auch um Euer Geld. Sobald die Details dieser Alegaciónes bekannt sind werde ich sie publizieren. Am 9. und 10. Oktober ist die Unterschriftensammlung vorgesehen, am 14. Oktober müssen alle Einsprachen eingereicht werden.

Der Consejero del Cabildo mit Javi und unser Stand an der Plaza in Los Llanos.

Montag, 21. September 2009

Wetterwechsel

In den letzten Tage war immer mal ein Flug drin. Gestern flogen wir auch in einem kleinen Fenster. Heute sehen wir ein Wetterspektakel welches selten ist. Der Morgen begann in El Paso mit viel Passat und manchmal strich eine Wolke über die Cumbre und zeigte Nieselregen an. Dann hatten wir strahlend blauen Himmel über El Paso. Der Wind schlief kurz ein, so 15 Minuten um alsbald wieder stark von Ost zu wehen. Dieses Spiel wiederholte sich drei Mal. Dann hatten wir wieder Sonne aber im Süden sank die Wolkenbasis von 1000m auf 700m runter. Plötzlich drehte der Wind in El Paso auf stürmisch West die Basis sank noch weiter und es begann doch wirklich zu regnen. Da hat sich das Wetter mal wieder nicht an die Prognosen gehalten. Schuld in solchen Fällen ist vielfach ein Kaltlufttropfen. Die Meteorologen wissen einfach nie wohin ein solcher wandert und so ein Teil ist westlich von den Kanaren. Morgen soll es wieder schönes gutes Flugwetter geben. Wir haben ein paar Tandemflüge gebcht und werden mal sehen, ob wir diese auch durchführen können.

Blick zum Startplatz las Indias. Die versengten Pinien sind vielfach braun. Davor ein unversehrtes Feld mit Wein.

Freitag, 18. September 2009

Von Streckenflügen und grünen Blitzen

Im September geht die Saison los, sagen wir immer und es bewahrheitet sich. Wir hatten schon einige sehr gute Tage. Auch gestern etablierte sich eine Basis auf 1000 m. Ich startete mit einem Schüler an der Klippe und flog, als Javi die Kontrolle übernahm, kurz nach El Remo und wieder zurück. Wenn ich Zeit gehabt hätte, wäre es gut bis nach Fuencaliente gegangen aber ich flog zurück um mit dem Schüler Seite an Seite noch ein paar Thermikübungen zu machen. Der absolvierte dann seinen längsten Flug, fast eine Stunde in der Luft und noch keine 20 Flüge. Nun, bei einem Schüler und zwei Fluglehrern einer als Flugbegleitung, einer als Bodenkontrolle kommt man schnell weiter. In den Bergen um den Campanarios begann es noch zu regnen und als wir am Abend für einen Tandemflug zum Campanarios hoch gingen war der Boden noch richtig nass. Der erste kurze Regen seit Monaten. Der Tandemflug war dann auch super, schnell konnten wir vor dem Startplatz zur Basis aufdrehen und um einzelne Wolkentürme an die Klippe fliegen. Ein ganz toller Flug vor untergehender Sonne. Den Tag beendeten wir beim Landebier in der Playa Morena und zum Dessert bescherte und die im Meer untergehende Sonne noch einen langen schönen grünen Blitz so lange wie ich ihn auf La Palma noch nie gesehen habe.

Die verbrannte Rebe beginnt schon wieder in schwachem Grün zu leben:

Donnerstag, 17. September 2009

Nord- und Südwind und die Waldbrandserie

Das bekannte Spiel. In dieser Woche hat sich der Wind um einige Grade gedreht und ist nun fast Nord. Das bedeutet, dass wir wieder das Südwindspiel hatten. Bis ca 14h geht es dann meistens zu Fliegen, danach stellt sich über der Westseite ein Südwindrotor ein, welcher immer stärker und turbulenter wird. Begleitet natürlich von Schaumkronen und bei solchen Konditionen sollte niemand mehr in der Luft sein. Die Landung am Strand ist dann wegen dem Lee vom Hotel Sol schlichtweg gefährlich.
Nach wie vor ist es extrem trocken auf La Palma. Das Wasser geht uns zwar noch nicht aus, da speichert die Insel zum Glück sehr viel, aber die nicht bewässerten Böden bestehen einfach nur noch aus Staub. Wir hoffen auf den ersten Regen. Die Prognosen gehen hier sehr stark auseinander und es ist noch kaum etwas verlässliches in Sicht. Ein verheissungsvoller Kaltlufttropfen scheint schon wieder an Energie verloren zu haben.

Vom grossen Brand spricht man nicht mehr, die verbrannte Fläche sieht nach wie vor schrecklich aus, aber die Natur erholt sich langsam wieder. In den Nächsten Tagen zeige ich ab und zu ein Foto hier im Blog und ich beginne mit einem Baum über Fuencaliente, welcher noch jung und ganz verkohlt ist, aber schon wieder grüne Ästchen am Stamm hat:

Montag, 14. September 2009

Und weitere Streckenflüge

Gestern Nachmittag flogen wir wieder. Diesmal mit viel, ja fast zuviel Sonne. Die Thermik war entsprechend bockig, manchmal über 5m/s was für la Palma viel ist. Mit viel Konzentration konnte man hoch und dann gegen den Südwind in den Süden fliegen. Ein Pilot flog sogar über den Vulkan San Antonio bei tiefer Basis. Einige weitere, alles lokale Piloten, flogen bis zum Hotel Princess. So habe ich einen weiteren Einblick in die vom Feuer betroffene Zone erhalten. Es hat zum Teil bis an die Klippe hinunter gebrannt. Wir warten nun auf Regen damit die schwarzen Flächen wieder grün werden, vielleicht gibt es morgen ein paar Tropfen, viel ist noch nicht in Sicht.

Freitag, 11. September 2009

Es fliegt wieder auf La Palma

Pünktlich zum neuen Saisonstart bin ich eigetroffen. Schon hatten wir in diese Woche ein paar ganz gute Flugtage. Am Dienstag fuhr ich durch die vom Waldbrand betroffene Zone. Zwar sieht es schrecklich aus, aber einzelne Bäume schlagen schon wieder aus. Die Natur erhohlt sich langsam. Am Mittwoch flog ich nachmittags als erster Pilot über den verbrannten Wald im Süden. Meine Einschätzung ca. 20% sind total verbrannt, da fehlen auch die Nadeln auf den Bäumen, ca 70% der Bäume im betroffenen Gebiet sind braun und ca 10% sind noch grün. Speziell auf Rücken haben sich jeweils einige Bäume unbeschadet halten können. Die berühmte Pinie Santo Domingo in Fuencaliente ist nur einseitig angebrannt und treibt auch schon wieder aus.

Dienstag, 8. September 2009

BoD hat eine komische Preispolitik

Der Hersteller meines Buches hat eine komische Preispolitik. Es ist deshalb besser, wenn Interessenten das Buch bei Amazon bestellen. Ich habe folgendes für Lieferungen in die Schweiz festgestellt:
Ich bestelle ein Buch als Autor bei Books on Demand Preis Fr 46.05 plus Fr 25(!) Versand= Fr 71.05
Ich bestelle ein Buch über den Buchshop bei Books on Demand Preis Fr 45.33 plus Fr 16 = Fr 61.33
Ich bestelle ein Buch bei Amazon und lasse es nach Spanien liefern €33.45 = 53.52 Fr.

Etwas verwirrt habe ich dann mal eine Reklamation an BoD gesandt. Da steht eine Antwort noch aus. Wenn diese kommt publiziere ich sie hier im Blog. Und dann habe ich weiter recherchiert. Das Resultat: Kauft das Buch bei Amazon! Lieferungen nach Deuschland, Schweiz, Belgien, Österreich und einige Länder mehr sind versandkostenfrei. Ihr bekommt das Buch also für weniger als € 28 auf euren Tisch.

Aus diesem Grund habe ich die BoD Links in Header entfernt und Amazon eingefügt.

Montag, 7. September 2009

Endlich wieder auf der Isla Bonita

Gestern bin ich wieder angekommen, auf der Isla Bonita, wieder zuhause, denn so fühle ich mich hier. Auch hat sich über die letzten Jahre ein schönes Netzwerk von Bekannten und Freunden auf der Insel gebildet und so passiert es dann ab und zu, wie heute morgen, als ich mit dem nicht zu übersehenden Defender auf dem Parkplatz in El Paso parkierte. Sofort klingelte das Telefon, ich wurde mit den Worten:" Bienvenido en la Palma, ich sitze im Restaurant auf der anderen Seite und möchte dich zum Cortado einladen" begrüsst. Da fühlt man sich wieder daheim.

Die verbrannte Fläche im Süden ist grösser als die behaupteten 2800ha, man schätzt nun an die 4000ha und man sieht den braunen Wald aus Puerto Naos gut. Auch gestern beim Anflug nach Sta. Cruz habe ich den braunen Wald deutlich gesehen, ich schätze, dass es bis zum Nambroque reicht. Von Puerto Naos aus hat man auch gesehen, wie einzelne Bäume regelrecht explodierten erzählte mir Susan. Nun ist hier Ruhe eingekehrt und die Menschen sind am Wiederaufbau. Ich werde in der nächsten Zeit mal in den Süden fahren um mir selbst ein Bild zu machen. Hoffentlich regnet es bald, das wäre das Zeichen für die Bäume langsam wieder mit Spriessen zu beginnen.

Mittwoch, 2. September 2009

Klettersteige

Neben dem Fliegen haben wir uns noch in verschiedenen Seilparks und nun auch auf Klettersteigen getummelt. Schön war es am Sonntag auf dem Klettersteig in Mürren. Dort wo ich vor über zwei Jahren für die Fluglehrerprüfung die Solofiguren übte und am Tag bis zu 6 Flüge machte, habe ich mich in die Felswand gewagt. Der Klettersteig ist meistens recht einfach, doch ein paar Passagen sind total ausgesetzt und es ist nicht jedermanns Sache an einer Felswand zu kleben und unter sich 500m Nichts zu haben, da fühlt man sich im Gurtzeug wesentlich sicherer. Den krönenden Abschluss machte die 80m lange Nepalbrücke, ein kleiner Steg über eine grandiose Schlucht. Der Rest der Woche ist von wechselhaftem Westwindwetter geprägt und ich werde kaum mehr Fliegen gehen. Es gibt ja auch noch einige Abschiede zu feiern vor der Rückkehr nach La Palma.

 


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