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Sonntag,
25.12.11
Und
immer noch Fliegen
Es
passiert fast nichts auf der Isla Bonita ausser dem Wichtigsten
für unsere Flugschule. Es ist bestes Flugwetter! Wir haben
in Puerto Naos sommerlich warmes Wetter und einen guten Gradienten.
Zwar kämpfen wir mit dem Passat und gestern musste ich die
Piloten kurzzeitig "grounden" aber die Verhältnisse
sind seit Wochen sehr gut. Im letzten Dezember suchten wir immer
das Azorenhoch. In diesem Dezember ist es da, mit Kerndrücken
von 1037hPa stark und der Passat präsent. Das stellt hohe Anforderungen
an uns und ich sass in der letzten Woche einige Stunden als Windwache
auf verschiedenen Vulkanen derweil unsere GuideService Kunden im
sicheren Bereich fliegen konnten. Wie wichtig das ist zeigte sich
auch einmal. Der Passat drängte nach Puerto Naos. Ein Freiflieger
flog in dessen Konvergenz und ging hoch wie ein Champagnerkorken.
Er verfügte weder über Funk noch über eine Strategie
nähertes sich schnell der Windlinie und entkam dem Passat nur
durch viel Glück! Ah ja, es ist doch was los, gestern flog
ein weiterer Freiflieger noch in eine Kiefer, bei sanften, guten
Verhältnissen. Er hätte nicht aufgepasst meinte er nach
der Selbstbergung.
Mittwoch,
14.12.11
Fliegen,
Fliegen Vulkane und Rezensionen
Auch
vom kalten Festland aus kann man es über unsere Webcam sehen.
Wir sind am Fliegen. Es hat sich eine "normale" Passatlage
eingestellt und uns kältere und instabilere Luft gebracht.
Heute war der kälteste Morgen dieser Saison in El Paso mit
8.3°C. Das verspricht einen guten Tamp!
Auf El Hierro geht der Vulkanausbruch weiter. Der Untersee-Vulkan
wächst laufend und soll nur noch ca 150m unter der Meeresoberfläche
sein. Heute scheint das Gebiet auch sehr aktiv. Trotz aufgewühlter
See sieht man einen deutlichen weissen Fleck im Meer. Gestern um
13:43h wurde auf la Palma im Espectogramm ein Tremorartiges Signal
gemessen. In der Liste der Erdbeben ist nichts verzeichnet. Da die
anderen Stationen, speziell Gomera, kein Signal aufzeichneten scheint
es sich um etwas lokales hier auf La Palma gehandelt zu haben. In
den einschlägigen Foren wird es noch nicht diskutiert. War
es eine harte Landung eines Flugzeugs, eine grosse Welle oder was
anderes? Keine Ahnung aber ich verfolge das mal gerne weiter. Links
zum Thema habe ich getwittert.
Trotz
meiner latenten Schreibfaulheit sind mir ja noch einige Palma-News
Leser geblieben. Hat von Euch jemand mein Wetterbuch "Donnerwetter"
gelesen? Falls ja, schaut mal bei Amazon
in die Kritik rein. Falls ihr das Buch besser als "langweilig"
findet wäre ich froh, wenn mal jemand eine weitere positivere
Rezension schreiben würde. Seit der Kritiker sich ausgelassen
hat, verkaufe ich keine Bücher mehr... Falls ihr es auch so
schlecht findet wäre ich über eine Info dankbar, damit
ich bei einer neuen Auflage was hinzufügen oder nachbessern
kann.
hasta luego
Samstag,
10.12.11
Interessante
Wetterlage / viele Startplätze nun offiziell
Etwas
schwierig war die Woche, hielt sie doch meteorologisch einiges bereit.
So flogen wir manchmal bei bissigem Passat welcher in El Paso gut
und gerne mal 50km/h erreichte. Dann drehte der Wind auf SO, eine
Richtung die mir immer wieder Respekt einflösst. Auch bei dieser
Windlage flogen wir, aber nicht ohne Windwache im Süden. Javi
fuhr jeweils weiter und hielt sich dann auch im Gebiet von El Mendo
auf bis alle GuideService Piloten wieder gelandet waren. Dann kam
nocheinmal ein SO Tag, diesmal aber mit weniger Wind und der Prognose
des langsam nach Osten drehens. An diesem Donnerstag fuhren wir
nach Puntagorda und flogen vom Startplatz auf 1600m weg. Trotz recht
stabiler Schichtung gelang zwei Piloten aus der Gruppe ein Flug
von dort bis nach Puerto Naos! Herzliche Gratulation. Auf dem Rückweg
konnten wir dann noch den El Time am Abend befliegen. Ein gelungener
Tag im Norden. Der Freitag brachte uns wieder eine Ostphase mit
langsam steigender Windstärke. Ich ermunterte die Piloten,
gleich vom Campi zu fliegen, noch bevor es wieder nicht mehr gehen
würde. Die haben sich dann aber oben etwas verbummelt und so
kamen nur noch wenige in die Luft. Der Wind am Campi frischte dann
so um 14h stark auf und drehte dann auf Bergwind. Nach ein paar
Böen beruhigte sich die Situation wieder. Klug, wer dem nicht
traute. Denn die Prognose war klar zunehmend. Zudem begünstigte
die relativ stabile Schichtung Fallwinde. Ein paar Piloten flogen
dann trotz diesen schlechten Aussichten noch. Es passierte wieder
einmal nichts. La Palma ist offensichtlich fehlerverzeihender wie
ich. Letzte Nacht war dann der erstmalige Höhepunkt dieser
Wind- und Wetterlage. In Puerto Naos stürmte es so stark, dass
nicht nur die Windfahne auf dem Gummibaum wegflog. Nein, es zerlegte
sogar die Fahne auf dem Hotel Martín. Die Böen waren
so stark, dass es Stahlseile und Dübel raus riss. Erste Reparatur
ist für Morgen geplant.
Wir
haben nun 8 offizielle Startplätze bewilligt erhalten und die
Gestaltung dieser Plätze hat bereits begonnen. In Puntagorda
ist der Bagger aufgefahren und hat schon mal den Platz gereinigt.
Zusätzlich werden ein Parkplatz- und eine Sitzgelegenheit gebaut.
Auch am Torre del Time sind erste Arbeiten im Gange. So ist der
Platz grösser gemacht worden und es wird ein neuer Weg zum
Startplatz gelegt. Dann gibt es auch hier eine Sitzgelegenheit.
Alle offiziellen Startplätze werden mit einer Informationstafel,
einem Tisch mit Bänken sowie einer Windfahne ausgestattet.
Diese Entwicklung ist sehr gut. Einen eingemauerten Tisch kann man
weniger gut rausreissen als ein Bewilligungspapier annullieren.
Zusätzlich sind diese Investitionen auch ein Beweis der Inselregierung,
dass die Piloten auf La Palma geschätzt werden und willkommen
sind!
Samstag
3.12.11
Schöne
Flugwoche
Die
letzte Woche brachte ein paar sehr gute Tage. Am Montag war ideales
Streckenflugwetter und auch die folgendent Tage waren meist gut.
Gekrönt dann am Donnerstag von einer Blauthermiklage, die es
einigen wenigen Piloten erlaubte auf 1.900m hochzudrehen. Da aber
immer noch leichter Passat drin war, wurden diese "Mutigen"
dann wieder in die sichere Zone "runtergespült".
Da es sich bei diesen Piloten um sehr erfahrene handelte (der Einstieg
war zum Glück selektiv) ist nichts passiert. Sie haben die
Lage sofort richtig eingeschätzt und sind aus der Gefahrenzone
rausgeflogen. Ich war an dem Tag nicht in der Luft, sondern auf
dem Meer am paddeln. Wir haben kleine Kajaks gemietet und sind von
El Remo nach Bombilla hochgepaddelt. Schön, die Insel mal vom
Meer aus zu betrachten und der Wolkenlose Tag bescherte uns eine
wunderbare Sicht.
Nun hat der Wind gestern stark zugenommen und nach Ost gedreht was
auch gleich Calima brachte. Die Sicht war staubig und schlecht.
Heute wieder NO Wind, also Passat. Die Luft schichtet sich gleich
wieder labiler aber die Windstärke ist nach wie vor in der
Grenze von 20 Knoten und das ist im Moment noch zuviel. Vielleicht
hilft uns die Sonne gepaart mit der sich ausbildenden Inversion.
Vamos aver.
Zu
El Hierro: Die Erdbeben haben sich vermindert. Es scheit als ob
etwas Ruhe auf der Nordseite der Insel eingekehrt ist. Der Tremor
und die Unterwassereruption gehen indessen weiter. Letzte Woche
sind wieder pyroklasten an der Wasseroberfläche aufgetaucht.
Dabei handelt es sich um Gestein, das Gas eingeschlossen hat und
damit leichter wie Wasser ist. Beim Aufsteigen kühlt es sich
dann ab. Trotzdem waren die Gesteinsmassen noch so heiss, dass sie
für kleine Dampffahnen an der Oberfläche sorgten. Dies
konnte auch gut über die von Movistar installierte Webcam
beobachtet werden.
Freitag,
25. November 2011
vom
Fliegen und vom Passat
aber
zuerst zu Puerto Naos. Gestern wurde von der Inselregierung und
der Kanarischen Regierung ein Papier unterschrieben, das Gelder
in der Höhe von 1.7 Mio Euros freigibt um Puerto Naos "touristisch
zu verschönern". Nun primär sind das mal zwei Unterschriften
und noch sind keine Pläne publiziert. Es gibt Gerüchte,
dass die Strandpromenade und damit auch das Restaurant Playa Morena
zurückversetzt werden soll. Aber für 1.7 Mio Euros wird
man wohl kaum grosse Sprünge machen. Vielleicht - so bleibt
zu hoffen - werden die Toiletten, öffentlich als auch in der
Playa Morena, mal saniert. Da könnte man dann noch eine halbe
Million beiseite legen, um für die nächsten Jahre auch
die Putzmanschaft und das Papier zu finanzieren... ;-)
Der Passat hält uns im Griff. Mal haben wir einen Flugtag,
mal bricht er wieder durch. Gestern war es am Morgen sehr gut. Am
späteren Nachmittag machte er dann plötzlich das Fliegen
wieder unmöglich. Heute sieht es nicht sehr gut aus. Eine mächtige
Wolke über der Cumbre plagt uns, lässt keine Sonne einstrahlen
und somit auch kein thermisches Polster gegen den Passat bilden.
Wahrscheinlich bedeutet dies für heute Grounding. Vamos aver...
Montag,
21. November 2011
Schöne
Flugtage
Mein
raparierter Laptop ist zurück, mit neuem Mauspad und Tastatur
und er funktioniert sogar. Nachdem ich den Datenabgleich mit dem
Ersatzgerät nun auch hinbekommen habe kann ich wieder normal
Arbeiten! Interessant, wie man doch schnell abhängig von der
Technik wird.
Die grosse Flugschule ist schon wieder abgereist und der GuideService
wird wieder auf gewohntem Niveau mit 5 - 10 Teilnehmern betrieben.
Die Gruppe hatte eine sehr gute Zeit und wir konnten von verschiedensten
Startplätzen aus Fliegen. Dazu gehörte auch der Time und
El Gallo. Nun ist noch eine deutsche Flugschule eingetroffen. Diese
aber auch mit weniger als 10 Piloten. So kommt an der Klippe kein
Gedränge auf.
Das Wetter macht auch mit. In den letzten Tagen gab es nur wenige
die nicht fliegbar waren. Gestern mussten wir ein paar Stunden warten.
Dann wurden aber alle Piloten mit schönen Flügen an der
Klippe belohnt. Die Prognose für heute ist auch recht gut.
Viel Passat, aber eine ansprechende Inversion. Das scheint auch
wieder fliegbar zu werden.
Aus El Hierro nicht viel neues. Die Erdbeben gehen weiter,
gestern mit gleich 6 von der Bevölkerung verspürten. Die
Tiefe der Beben hat sich nicht verändert und liegt immer noch
im Schnitt bei 20km. Dazu kommt der vulkanische Tremor, eine Vibration
die seit dem Ausbruch im Süden nicht verschwand. Dieser Tremor
nimmt mal zu und dann wieder ab. Zusammenfassend kann man sagen:
Unterwasser Eruption im Süden und Beben im Norden.
Wahlen: Spanien hat gewählt und die Partido Popular,
vielleicht mit Volkspartei zu übersetzen, hat einen deutlichen
Sieg errungen. Die regierenden Sozialisten wurden mit einem Verlust
von 15% richtiggehend abgestraft. La Palma hat auch das Recht einen
Senatsposten zu besetzen. Eine PP Politikerin hat diese Wahl mit
grossem Vorsprung und 44% der Stimmen geschafft. Der Ex Bürgermeister
von Los Llanos, welcher durch die Bewilligung der Asphaltwerke in
negative Schlagzeilen geriet hatte mit 22% keine Chance.
Sonntag,
6. November 2011
Nun
gehts los!
Nun
geht es los! Heute erwarten wir die erste Flugschule mit 18 Teilnehmern.
Weitere werden auf jeden Fall noch folgen. November ist immer ein
sehr starker Monat. Wir sind aber bereit. Die letze Autoreparatur
wurde letze Woche abgeschlossen, alle Autos waren beim Tüv
und heute haben wir sogar noch die Windfahne am Jedey ersetzt. Es
ist alles gerichtet für die Gäste!
Freitag,
4. November 2011
Schöne
Flugtage
einige
schöne Flugtage konnten wir in der letzten Woche zählen.
Die letzen zwei Tage sind nun aber geprägt von viel Nordwind
und wir beschäftigen uns nun mit den Dingen am Boden. Dazu
gehört auch endlich mal wieder was im Blog zu veröffentlichen.
Hier auf La Palma ist alles bestens, wir haben gerade die Saison
eingeläutet, es kommen immer mehr Touristen an und auch die
Winter Residenten sind schon fast alle wieder eingetroffen. Nächste
Woche haben wir im GuideService schon Full house. Da werde ich wahrscheinlich
einmal mehr nicht viel zum Schreiben kommen. Falls aber was wichtiges
passiert, dann steht es ja auch auf Twitter.
Noch zu El Hierro, der vulkanische Tremor, das ist eine Vibration
die durch aufsteigendes Magma ausgelöst ist, deren genaue Herkunft
aber noch nicht geklärt
Freitag,
28. Oktober 2011
Rückblick
Hallo
meine lieben Leser. Schon wieder ist es lange her seit meinem letzten
Post hier und einiges läuft, anderes nicht. So zum Beispiel
mein Computer. Der ist im Moment in Frankreich in der Reparatur
und es hat mich einiges an Zeit gekostet, meinen alten Laptop so
hinzukriegen, dass ich damit auch wieder arbeiten konnte. Dies war
die Ausrede für die "Sendepause".
Zu El Hierro. Hier ist der unter Wasser ausgebrochene Vulkan immer
noch aktiv. Er soll bereits einen Sockeldurchmesser von 700 Meter
eine Höhe von über 100m und einen Konus von 150 Metern
aufweisen. 15 Millionen Kubikmeter Material sei bereis ausgeströmt
hat jemand ausgerechnet. Derweil ist der vulkanische Tremor (Seismische
Schwingungen bei Vulkanausbrüchen) immer noch aktiv. Interessant
zu beobachten, dass die seismische Aktivität nach einem ersten
"post Eruptiven" Abklingen zugenommen hat und sich die
Beben nun in den Golf nach Norden verschoben haben. Die Experten,
und solche die es werden wollen, sind sehr aktiv am Orakeln ;-).
Es scheinen aber keine Gefahren von den Vulkanaktivitäten auszugehen.
Es wird immer wieder versichert, dass die Vulkanbeschaffenheit auf
den Kanaren zu harmlosem Ausfliessen von Magma führen und nicht
explosiv seien.
Hier auf La Palma kommt man trotz der relativen Nähe zu unserer
Nachbarinsel überhaupt nichts mit. El Hierro ist weder ein
Thema in den Medien noch verspürt man irgendwas. Nur die ganz
empfindlichen Messinstrumente verzeichnen manchmal leichte Schwingungen
nach einem kleinen Beben auf El Hierro.
Endlich
hat sich der Passat eingestellt. Pünktlich zum Eintreffen der
ersten GuideService Kunden bildete sich heute Morgen über der
Cumbre die typische Föhnwolke und die Sonne scheint noch stark
rein sodass wir mit einem schönen Thermikdeckel heute Nachmittag
rechnen können. Auf zum Fliegen heisst es dann. Gestern konnte
ich meinen neuen Schirm endlich mal für zwei Stunden ausführen.
Als Dummy bin ich von der Klippe gestartet und konnte nach einer
ersten Stunde im Nordwind an der Klippe noch nach El Remo fliegen.
Weitere Distanzen langen nicht drin, die Basis kam im Flugverlauf
auf 500m runter. Wir haben auch Verstärkung im Team bekommen.
Am Dienstag ist Dani Loritz mit seiner Familie angekommen. Er wird
uns in dieser Saison tatkräftig beim Tandemfliegen und bei
Bedarf auch im GuideService unterstützen und hat seinen fliegerischen
Einstand gestern mit zwei Tandemflügen gefeiert.
Montag
10. Oktober 2011 12:30h UTC+1
El
Hierro und die Gerüchteküche
Nun,
die Informationen verdichten sich minütlich. Mit grösster
Wahrscheinlichkeit ereignet sich derzeit ein Vulkanausbruch südlich
von Restringa. Und während ich das schreibe bestätigt
der Präsident von El Hierro im Fernsehen, dass sich derzeit
wirklich ein Vulkanausbruch ereignet. Dieser ist ca. 1km unter dem
Meeresspiegel und ca. 5km südlich von Restringa, El Hierro.
Das ist eine gute Information für die Bevölkerung, sinkt
so doch der Druck und die Gefahr für Schäden an Hab und
Gut sinkt so auch.
Montag,
10. Oktober 2011 11:30 UTC+1
El
Hierro macht heute die Schlagzeilen!
Immer
mehr Gerüchte und Wahrheiten vermischen sich. Es soll heute
Morgen den Tauchschulen auf El Hierro verboten worden sein tauchen
zu gehen. Wen wundert es? Ich wäre auch ohne Verbot nicht ins
Wasser gegangen. Zudem habe ich vor ein paar Minuten gehört,
dass Fischerbote über einen Vulkanausbruch im Meer südlich
von Restringa berichtet hätten. Die Schiffe wurden nun alle
in den Hafen beordert. Derzeit ist eine Sitzung im Gange und wir
hoffen von offizieller Seite um 12h UTC+1 eine Information zu erhalten.
Der Vulkanische Tremor also seismische Ausschläge bedingt durch
Magma, hat sich bis jetzt nicht verändert und dauert nun schon
einige Stunden an. In die Sysmogramme eingelagert sind nach wie
vor weitere kleinere Beben. Aus El Hierro werden weder Personen-
noch sonstige Schäden gemeldet. Es scheint dort sehr ruhig
zu sein.
Montag,
10. Oktober 2011 09:06h UTC+1
El
Hierro, Systemänderung
Seit
heute Morgen 05:15h registrieren die Erdbebensonden auf El Hierro
ein konstantes Beben, welches schon seit Stunden anhält. In
diesem Zusammenhang sprechen die Experten von einem Vulkanbeben
oder auf Spanisch "tremor vulcanico". Obschon der Ausschlag
auf dem Messgerät beachtlich erscheint, meldet die Bevölkerung
keine verspürten Beben. Es ist aber offensichtlich, dass nach
dem stärkeren Beben mit 4.3 auf der Skala eine Veränderung
eingetreten ist. Wir befinden uns nun in der dritten von mir registrierten
Phase.
1. Schwarmbeben mit sehr geringer Intensität ca 2 Monate
2. Einzelne Beben mit grösserer Intensität ca 2 Wochen
3. Seit heute früh: Vulkanbeben das eine Umwälzung im
System anzeigt. Magma wird in grösseren Mengen verschoben.
Auch
die Experten machen keine Prognosen. Der Ausgang ist völlig
unklar. Das System kann sich wieder beruhigen, es kann Magma im
Meer austreten und es kann auch ein Vulkanschlot auf El Hierro entstehen.
Immer wieder versichern uns aber die Experten, dass die Vulkane
auf den Kanarischen Inseln zu keinen Explosiven Eruptionen neigen.
Wenn es überhaupt zu einer Eruption kommen würde, diese
eher mild verlaufe. Derzeit geht die grössere Gefahr sicher
von Erdrutschen aus. El Hierro ist sehr steil und Beben können
dazu führen, dass grössere Gesteinsbrocken bis in besiedeltes
Gebiet runterfallen.
Auf
la Palma ist alles ruhig. Kein einziger Event wurde bisher verspspürt.
Dass meine Katze heute Morgen etwas verrückt spielte kann ich
nicht zuordnen ;-), das passiert in letzter Zeit höufiger...
Sonntag
9. Oktober 2011
Die
gleichen Themen
Gestern
Abend war ich noch ein Moment auf dem Dach um die Draconiden willkommen
zu heissen ;-) und siehe da, in nur 15 Minuten habe ich 12 Meteoriten
gezählt. Die Show wurde auch an anderen Orten gesehen und es
wurden bis zu 600 Meteoriten pro Stunde gemeldet. Gar nicht schlecht,
da der Mond wirklich schon sehr hell war und die Beobachtung störte.
Auf
El Hierro bebte die Erde gestern Abend so stark wie noch nie bis
jetzt. Es wurde ein Beben der Stärke 4.3 verzeichnet. Dieses
löste einige kleineren Bergrutsche aus welche dazu führten,
dass Steine auf einigen ausgesetzten Strassen lagen. Es wurden sonst
keine Schäden gemeldet und das Beben ist zwar auf ganz El Hierro
gefühlt worden, hier auf La Palma war es aber gewohnt ruhig.
Es kann durchaus sein, dass nun ein neuer Abschnitt eingeläutet
wurde, denn heute morgen verzeichnete El Hierro einige schwache
Beben in einer Tiefe von nur noch 1-3km, die ersten Erschütterungen
in so kleiner Tiefe. Es sind aber noch nicht alle Daten überprüft
und so manche Meldung hat sich dann, nachdem die Experten in Madrid
die automatischen Meldungen nachgerechnet haben, auch wieder relativiert.
Die Beben sind nach wie vor praktisch alle im Meer vor der Stadt
Restringa im Süden der Insel, meist in Tiefen von 10-15 Kilometern.
Samstag,
8. Oktober 2011
Die
Draconiden kommen
Heute
ist Sternschnuppentag. Am Abend wird der Draconidenschauer seinen
Höhepunkt haben. Dieser ist um 19:11 UTC, also um 20:11 Kanarischer
Zeit (LT). Die Sonne geht kurz vorher unter, nämlich um 19:49
LT. Es werden zum Höhepunkt um die 1.000 Meteoriten erwartet.
Leider haben wir auch Mondschein und dieser kann die sichtbaren
Sternschnuppen bis zu Faktor 10 reduzieren. Eine Show wird es wahrscheinlich
trotzdem. Diese kann sowohl über Nordafrika, den Kanaren, als
auch in Westeuropa gut beobachtet werden. Also auch auf dem Festland
nicht verpassen. Schaut gegen Norden zum Polarstern, sucht den kleinen
Bären und dann befindet sich das Sternbild Drachen darunter
sowie links und rechts unterhalb. Die Show dauert ca. von 16:30
- 22:20 UTC mit dem Höhepunkt um 19:11 UTC. Für MEZ Sommerzeit
2 Stunden hinzuzählen. Viel Glück!
Freitag,
7. Oktober 2011
Der
Passat ist da
und
er fegt gleich wie wild über die Insel! Heute mit Spitzen um
die 30 Knoten. Das führt in El Paso zu Böen von über
50km/h. Da kann auch die Thermik nichts mehr dagegen ausrichten.
Morgen wird der Wind dann langsam schwächer und es gibt Anzeichen,
dass man am Nachmittag fliegen kann. Am Sonntag bleibt er schwach,
dreht aber in die ungünstige Richtung SO. Das führt dann
gleich wieder zu stabileren Bedingungen mit wenig Thermik. Der SO
Wind ist auch sonst nicht beliebt. Er kann für so manche Überraschung
sorgen!
Auf
El Hierro hat sich die Lage nicht verändert. Es scheint nicht,
dass ein Vulkanausbruch bevorsteht, jedoch ist immer noch Magma
in tiefen von 10-15 km in Bewegung. Die sogenannten Schwarmbeben
haben nicht aufgehört und die Intensität ist in den letzten
Tagen zwar leicht zurückgegangen, aber immer noch auf einem
viel höheren Nivea wie vor dem 25. September. Für die
Zahleninteressierten: Inzwischen ist die kummulierte Energie bei
890 GJ angelangt.
| Datum |
Kummulierte
Energie
(Giga Joule = J*10E+9 |
GJ
pro Tag |
wahrgenommene
Beben *) |
| 2.10. |
620 |
10 |
3 |
| 3.10. |
730 |
110 |
20 |
| 4.10. |
800 |
70 |
9 |
| 5.10. |
810 |
10 |
3 |
| 6.10. |
840 |
30 |
10 |
| 7.10. |
890 |
50 |
|
*
) maximal IV auf der modifizierten
Mercalli Skala
Sonntag,
2. Oktober 2011
Fragen
über Fragen und keine klaren Antworten
Zuerst
zu El Hierro. Gestern war die Vulkanaktivität in Bezug auf
die freigesetzte Energie 13x tiefer, also gestern noch 10GJ. Entweder
entspannst sich die Situation langsam oder die Energie wird dann
plötzlich in einem stärkeren Beben freigesetzt. Im Moment
kann man noch keine Schlüsse aus dieser Feststellung ziehen.
Auf jeden Fall ist El Hierro auf alles gut vorbereitet.
Nordwestlich
von uns befindet sich auf 5.500m Höhe ein Kaltlufttropfen.
Meteorologisch gehört der in die Kategorie Cirren. Was ist
denn das für ein Blödsinn, denkst du nun sicher. Nun,
bei Frauen und Cirren kann man sich irren. Bei Kaltlufttropfen eben
auch. Dieser Tropfen ist denn auch für eine Vielzahl von unterschiedlichen
Wettermeldungen verantwortlich. Sicher ist, wir verbleiben zyklonal
dieses Tropfens (das ist auf dessen östlicher bis südöstlicher
Seite) und da ist das Wetter eher schlecht und unbeständig.
Das Unberechenbare der Kaltflufttropfen ist deren Zugbahn. So kann
es durchaus sein, dass wir von ihm nichts mitbekommen. Kommt er
uns aber zu nahe, kann es schnell auch viel Regen und Unwetter geben.
Da eine Prognose machen? Ich wasche meine Hände in Unschuld,
bin ja micht Meteorologe.. Das Ganze beschäftigt uns bis etwa
Freitag, dann geht dem Teil die Luft aus und wir geraten in eine
stärkere NW Strömung. Bis 15kt wohl fliegbar, darüber
fraglich. Auf jeden Fall sehen die Temps bis zum 10. Oktober eher
schlecht aus.
Samstag,
1.10.2011
Schönes
Tief und El Hierro
Ein
Tiefdruckgebiet hat sich vor unserer Nase installiert. Zwar sehen
wir noch nichts, es ist immer noch schön, warm und stabil und
unter der tiefen Inversion hat sich schon wieder eine Nordwindströmung
eingestellt. Die letzten Tage ware nichts zum Fliegen, sondern zum
Geniessen des Sommerwetters. Auch das Meer ist recht "aufgeräumt"
und es hat keine grossen Wellen. Das Tief wird uns warscheinlich
heute Abend nur streifen. Es wurden gestern Gewitter gemeldet aber
so richtig kann ich das nicht glauben. Eher scheint es, dass der
Ausläufer nur über uns wegzieht, zuerst für südlichen,
dann für nördlichen Wind sorgen wird. Die grösste
Wetteraktivität konnte ich heute Morgen auf jeden Fall nur
nördlich von Madeira ausmachen.
Auch
auf El Hierro ist was los. Am besten kann man das mit einer Statistik
der freigesetzten Energie zeigen. Alle Beben zusammen von Juli bis
zum 27. September setzten soviel Energie frei, wie seitdem an einem
Tag freigesetzt wird. Das sieht so aus:
| Datum |
Kummulierte Energie
(Giga Joule = J*10E+9 |
pro Tag |
| Juli bis 27.9.11 |
130 |
-- |
| 28.9.11 |
260 |
130 |
| 29.9.11 |
390 |
130 |
| 30.9.11 |
520 |
130 |
| 1.10.11 |
610 |
90 |
Dazu
als Vergleich:
| Stärke (Richter) |
kt TNT |
Giga Joule= J*10E+9 |
| 3 |
0.47 |
2 |
| 4 |
15 |
63 |
| 4.5 |
245 |
1039 |
| 5 |
475 |
1995 |
| 6 |
15023 |
63096 |
Die
zusammengezählte Energie aller rund 9000 Beben bis heute 10:00h
entspricht also ungefähr einem einzigen Beben der Stärke
4.3.
Niemand
ist sich indessen im Klaren, was das zu bedeuten hat. Es wird nun
vermehrt auch von der Möglichkeit einer moderaten Eruption
gesprochen. Derzeit deutet aber nichts darauf hin, dass sich Magma
nach oben bewegt. Es kann auch sein, dass alles wieder einschläft.
Hier noch eine schöne Animation
der Beben.
Zum
Schluss: Das Video von "Canarias mi Mundo" mit meiner
Reportage ist nun auch bei Youtube
zu sehen.
Dienstag,
27.9.2011
Sommerwetter
und El Hierro
Heute
hat die einfliessende warme Luft wie vorausgesagt die Inversion
weit nach unten gedrückt. Unter mir, so auf 400m sehe ich Wolken.
Trotz schwachen Winden führt eine so tiefe Inversion meist
zu sich beschleunigenden Winden, die meist von der Seite anströmen,
also eher Süd oder Nord und das ist ja bekanntlich für
die Fliegerei auf La Palma nicht so besonders. So zeigen die beiden
Webcams von Puerto Naos auch schon wieder Nordwind. Gestern flog
ich zu der Zeit noch vom Campanarios. Später war es aber auch
schon Nord. Dieses schöne Sommerwetter, das für die Fliegerei
nicht so berauschend ist, hält nun noch ein paar Tage an.
Zeit auch von El Hierro zu berichten. Da schiessen ja Schlagzeilen
ins Kraut und die seismischen Aktivitäten steigern sich. ich
lese praktisch täglich die News und auch ein Forum von Vulkanfreunden,
dort wird meist recht wissenschaftlich und objektiv berichtet. Für
spanischsprechende interessierte da der Link
zum Forum.
Die
Intensität der Beben hat in den letzten Tagen stark zugenommen.
Man muss aber alles auch etwas relativieren. Wie ich bereits über
Twitter gemeldet habe sind nun weit über 8000 Beben registriert
worden. Die gesamte freigesetzte Energie dieser Beben zusammengerechnet
ergibt aber bei Weitem noch kein Beben der Stärke 5. Was interessant
ist, ist die Tatsache, dass wir in den letzten Tagen vermehrt Beben
über 2.0 registriert haben und auch einige über drei.
Die letzte Nacht war die aktivste mit einem Beben der Stärke
3.4 heute Morgen um 9.30h das auch von der Bevölkerung bemerkt
wird, danach schon wieder weitere zwei mit 2.5 und 2.7, zu schwach
um gefühlt zu werden... und während ich schreibe schon
drei gefühlte Beben. Alles in allem also ein Bewegter Morgen
;-)
Fazit: Die Aktivität nimmt zu. Die Tiefe der Beben aber auch.
Es besteht nach Expertenansicht keine unmittelbare Gefahr für
einen Ausbruch eines Vulkans. Falls später durch die Krise
doch Magma austritt, erwähnen viele Vulkanologen die ungefähliche
und unexplosive Art der Vulkane auf den Kanaren. Ein ähnliches
Ereignis 2004 auf Teneriffa hat sich einfach wieder beruhigt, ohne
Ausbruch.
Auf jeden Fall beobachte ich die Situation weiter und berichte auch
über Twitter aktuell. (follow @efadi_LP)
Samstag,
24.9.2011
Alarmstufe
gelb
Die
letzten Tage waren nicht zum Fliegen, in Puerto Naos hat sich vielfach
ein relativ starker Nordwind eingestellt. Am Mittwoch streifte uns
sogar eine Front welche den ersten "richtigen" Regen brachte.
In El Paso regneten 19l pro Quadratmeter. In Puerto Naos hingegen
kein Tropfen. Dort hatte es am Mittwoch nur starken Wind aus verschiedensten
Richtgungen. Heute bläst wieder der Passat in El Paso. Das
soll sich aber im Verlauf des Nachmittags geben und auch die Feuchtigkeit
soll abnehmen. Wahrscheinlich geht das dann zum Fliegen. Auf jeden
Fall habe ich schon mal mit Tandmkunden um 13h einen Termin.
Auf
El Hierro wurde gestern eine Stufe höher geschaltet. Auf den
Inseln wurde vor vielleicht 10 Jahren ein Ampelsystem eingeführt,
um die Bevölkerung vor Vulkanischen Ereignissen zu warnen.
Diese "Ampel" steht nun steit gestern für El Hierro
auf gelb. Das ist nach 2004 auf Teneriffa erst das zweite Mal, dass
die Ampel von grün wechselte. Die Hintergründe liegen
hauptsächlich darin, dass die addierte Energie der Beben in
nur 4 Tagen Werte erreichte, für die vorher ein ganzer Monat
gebraucht wurde. Die Bebenintensität hat also zugenommen, nicht
deren Anzahl. Es gab auch für die Bevölkerung spürbare
Beben, eines mit Intensität 3.0. Zusätzlich sinkt die
Tiefe der Beben etwas. Wir werden sehen, was uns die nächsten
Wochen bringen. Eine Eruption, falls sie denn stattfinden würde,
soll in der Nähe von Sabinosa am Wahrscheinlichsten sein. Dies
wiederum wäre auch von La Palma aus sichtbar, aber für
die Einwohner dieses Ortes enorm schlecht, sind doch die zwei einzigen
Strassen nach Sabinosa in einem möglichen Vulkanauslauf.
Alarm gelb heisst übrigens, dass sich die Bevölkerung
informieren soll über die aktuelle Lage, allfällige Fluchtpläne
und die lokale Organisation.
Montag,
19. September 2011
Von
Beben, Stürmen und Regen
Dramatisch
hört sich das an, dem ist aber nicht so. Sprechen wir mal zuerst
vom Fliegen. Das ging ja in den letzten Tagen ganz gut und ich konnte
neben den Tandems endlich mal auch meinen neuen Rush ausführen.
Der Schirm macht wirklich Spass. Die Leistung ist für die Klasse
EN-B einfach ausserordentlich und ich spüre deutlich, dass
ich im Gegensatz zum Aspen der EN-C ist weniger Korrigieren muss.
Auch das gefällt mir. Dann hat er mit einem deutlich über
dem Schnitt gelegenen Trimmspeed von rd. 39km/h auch eine gute Geschwindigkeit
und auch die Beschleunigung mit über 10km/h Zugewinn lässt
sich sehen. Nur das Packen ist halt so eine Sache. Ohne diesen Wurstsack
(Sausisse-Bag so nennt Ozone die Packhilfe) ist es recht schwierig
zu Zellen sauber aufeinander zu packen und in einen Schnellpacksack
darf man den Schirm wegen der Stäbchen nicht packen
.
Von Beben
El Hierro gibt keine Ruhe, die Erde bebt immer noch täglich
und wie es bei solchen lange andauernden Ereignissen ist, schiessen
langsam auch Gerüchte ins Kraut. So sollen Bauern von deutlichem
Schwefelgeruch berichtet haben, steht in der Presse. Wissenschaftler
halten dies eher für Unsinn. Vielleicht kommt der Geruch noch
vom Schwefeln der Reben. Die Beben bleiben in einer Tiefe von rund
10-12km. Es ist weder in deren Stärke noch in deren Tiefe ein
Trend zu erkennen. Normalität definiert sich sicher anders,
aber es ist nicht wahrscheinlich, dass wir in Kürze über
einen Vulkanausbruch auf El Hierro berichten können.
Von Stürmen und Regen
Hier in El Paso fegt seit gestern der Passat durch. Die Fallwinde
haben eine Stärke von 20-40km/h und das wird sich heute auch
nicht mehr gross ändern. Bergnah fällt nämlich etwas
Nieselregen von Feuchtigkeit die über den Bergkamm getragen
wird. Dieser Niesel verhindert den Aufbau entsprechender Thermik
die gegen den Passat ankämpfen könnte. Schon gestern,
als wir am Aben von der Klippe und dem Campanarios flogen hat es
drüben in Sta. Cruz geregnet. Das ist heute nicht anders.
Samstag,
10. September 2011
Romería
Heute
ist eine weitere Romería (Pilgerfahrt) und zwar die in Las
Manchas. Da geht man am Nachmittag zuerst in der Bodegón
Tamanca essen. Danach geht es langsamen Schrittes zur Jungfrau Fatíma
in San Nicolas hoch. Dort auf der grossen Vorplatz des Denkmals
an die Verschonung des Vulkanausbruchs von 1949, wird dann weiter
gefeiert. Es gibt normalerweise eine riesige Paella und natürlich
wird überall gesungen. Mal besser mal "borrachoso".
Zu
El Hierro möchte ich noch ergänzend und beruhigend mitteilen,
dass die kumulierte Energie aller 6.000 Erdbeben seit Juli noch
nicht die eines einzigen Bebens der Stärke 4.0 erreicht hat.
Freitag,
9.9.2011
El
Hierro und das Wetter
Zuerst
zu el Hierro. Die Erdbeben klingen nicht ab. Zwar sind die Peaks
von über 200 kleinen Beben pro Tag vorbei, aber immer noch
ereignen sich pro Tag um die 100 solcher Ereignisse. Über 6000
kleine Beben sein Juli. Ein klares Zeichen, dass etwas in "Bewegung"
ist. In Bewegung, genau. Analysen von genauen GPS Messungen des
Instituto
Geografico Nacional haben ergeben, dass sich die Insel El Hierro
(oder eben deren Messstation) La Palma in den vergangenen 2 Monaten
um rund 15mm angenähert hat. Die Erdbeben sind nach wie vor
in der Tiefe und es deutet nichts darauf hin, dass wir für
den Winter eine Vulkanshow offerieren können. Aber "vamos
aver", der Normalzustand definiert sich nämlich anders.
In den letzten Jahren ereigneten sich kaum Beben.
Das
Wetter zeigt sich nach wie vor von der schönsten Seite. Wir
haben immer noch über 30°C in El Paso und es ist trocken.
Die Inversion begann gestern wirklich fast auf Meereshöhe und
es ist nach wie vor sehr stabil. Das soll sich nun langsam ändern.
Mit kleinen Schritten kommt die Inversion langsam wieder hoch und
soll am Montag bei rund 800 - 1000 m zu liegen kommen. Das hört
sich ja etwas besser an. In der Zwischenzeit verputze ich das Haus.
Muss nur aufpassen, dass der Verputz nicht auf der Schaufel trocknet.
Die Luftfeuchtigkeit ist nämlich bei nur 15%.
Dienstag,
6.9.2011
Noch
Wärmer / Beben auf El Hierro
Die
Temperaturen steigen in den nächsten Tagen und werden auf Höhen
von 1.000m AMSL über 30° erreichen. Etwas Calima? Denke
schon, das Emagramm sieht sehr schlecht aus und übermorgen
soll die Inversion gleich auf Meereshöhe beginnen. Zugegeben,
das ist nur gerechnet und real ein Blödsinn denn unter die
200m Grenze fällt die Inversion nicht. Dazu bräuchte es
einen gewaltigen Sturm welcher die feuchte Luft wegblasen würde.
Trotzdem ist das nicht gerade berauschendes Fliegerwetter, eher
geeignet um ein kühles Bad im Meer zu geniessen. Und diese
schlechten Wetteraussichten für Piloten muss ich ausgerechnet
am Tag der Ankunft meines neuen Soloschirms publizieren!
Auf
El Hierro haben die Beben immer noch nicht aufgehört. Über
200 kleine Beben meist in einer Tiefe von 10km zählt man pro
Tag. Dies schon seit Monaten und heute haben sich die Behörden
nun entschieden die Bevölkerung zu informieren. Es wird mit
einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit eines Vulkanausbruchs gerechnet
(10%). Falls dies wirklich eintreffen würde, so gehen die Experten
von einem Ereignis wie Teneguia 1971 aus. Also ein harmloses Austreten
von Magma ohne grosse Eruptionen und Beben. Wir werden die Situation
auch weiter verfolgen. Brandneue Infos falls es sie gibt sind auf
Twitter (folge: @efadi_LP).
Sonntag,
4. September
Windwechsel
Gestern
war der Beste Flugtag in den letzten drei Wochen. Es waren denn
auch einige lokale Piloten in der Luft und ich flog ein paar Tandems
vom Campanarios. Erst gegen 18h wurde der Flugtag dann beendet weil
immer mehr Südwind aufkam.
Heute begann der Tag schon mit viel Südwind, dann drehte der
Wind wieder auf Nord und auch die Kondensationswolken konnten den
Wind bisher nicht ablenken. Das ist einfach immer noch typisch für
den Sommer. Somit habe ich etwas Zeit um im Internet zu schreiben
und den Twitter Account zu posten.
Die Webcam von Palmaclub ist nun gegen die Kante gerichtet. Wir
haben auf dem Gummibaum eine Windfahne installiert. Diese zeigt
den Wind sehr gut an. Nur bei Südwind kann die Fahne ab und
zu noch Südwest zeigen. Da schwenken wir dann ab und zu wieder
auf das Apartment Martin, zu unserer Referenzwindfahne.
Samstag,
3. September 2011
Vorbereitungen
auf den Winter
Nein,
es ist nicht kalt geworden und gerade deswegen ist jetzt die ideale
Zeit das Haus zu isolieren. Da sind die Deutschen und die Schweizer
etwas anders als die Palmeros. Letztere hüpfen dann mit einem
Eimer Farbe auf das Dach, wenn für den Abend Regen vorausgesagt
wird. Das Wetter ist aber jetzt ideal um Arbeiten am Haus zu verrichten.
Es ist angenehm warm, aber eben nicht zu warm und in der Nacht kühlt
sich alles ab. So habe ich letzte Woche die Fasade mit Hammer, Flex
und allem Möglichen bearbeitet, ein Fenster herausgenommen
und gestern dann eine Aussenisolation angeklebt. Nun lasse ich das
mal in Ruhe trocknen bevor dann nächste Woche die Vorbereitungen
zum Verputzen gemacht werden. Hier auf La Palma sind die Häuser
nicht isoliert. In El Paso kann es im Winter aber schön kalt
werden, was dann meist zu feuchten Wänden führt.
Dazwischen wird immer mal wieder geflogen. Bin derzeit immer am
Tandemschirm und da Javi noch nicht fliegen darf, gibt es reichlich
zu tun.
Als weitere Vorbereitung auf den Winter haben wir beim DHV ein Inserat
geschaltet. Wir suchen einen jungen, sehr guten Tandempiloten, der
vieleicht sogar FL Anwärter ist und bei uns ein Praktikum von
rund einem halben Jahr machen möchte. Falls ihr jemanden kennt,
soll er doch mit mir Kontakt aufnehmen.

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