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Archiv:
Für
Flieger-Freunde von La Palma habe ich auf Facebook
eine Gruppe gegründet. Facebook Mitglieder können sich
dort eintragen, Fotos teilen und Anliegen diskutieren.
Donnerstag,
2. Februar 2012
Und
es fliegt...
Gestern
war ich sehr spät in Naos, einige Piloten waren schon Stunden
in der Luft und trotzdem gelang noch ein Abendflug von gut 1.5h
in den Sonnenuntergang. So stellt man sich la Palma vor. Auch heute
und eventuell noch Morgen soll geflogen werden. Der Passat wird
uns nämlich ab Morgen Nachmittag mit seiner ganzen Härte
"heimsuchen" es werden immer noch um die 30 Knoten gemeldet.
Mittwoch,
1. Februar 2012
Urlaub
auf der Insel
Ein
paar Tage Urlaub habe ich nun. Heute und morgen sieht es noch ganz
gut fliegbar aus. Dann auf das Wochenende wo in Zentraleuropa tiefer
Frost angesagt ist, wird es auf der Insel etwas stürmisch.
Die heutigen Prognosen geben um die 30 Knoten auf 900hPa, also rd.
1.000m NO-Windn an. Das ist dann weit weg von jeder Grauzone und
auf der Westseite, im Lee, nicht fliegbar.
Dienstag,
31.1.2012
Etwas
bockig, etwas missverständlich
Kurz
zum Fliegen, heute war ich in der Luft, flog zur Caldereta im Süden.
Es war schön aber ausgesprochen bockig. Fast 6m/s integriert
ist auf la Palma eher sportlich. Der Flug war aber schön und
ich konnte den Kopf auslüften. Das ist zwischendurch ganz wichtig.
Die
Stimmung war auf der Isla in den letzten Tagen unter den Piloten
nicht gut. Wir haben die Probleme identifiziert und hoffen, dass
sie nun gelöst sind. Ich möchte hier auch nicht im Detail
auf die Vorkommnisse eingehen. Die Piloten, die hier im Urlaub waren,
wissen um was es geht und denen versichere ich, dass wir den Kopf
nicht in den Sand stecken, sondern Lösungen herbeiführen.
Im
Zuge vieler Gespräche, die ich in den letzten Tagen mit Piloten
führte, zeigte sich auch, dass sich einige Freiflieger nicht
Willkommen fühlten. Dieses Gefühl hat verschiedene Quellen,
eine davon war auch mein etwas aufgebrachter Kommentar hier im Blog
vom 4. Januar. Ich habe diesen noch einmal durchgelesen und in der
Tat können meine Ausführungen "in den falschen Hals"
kommen, kann der Eindruck entstehen, dass Freiflieger bei uns nicht
willkommen sind und wir nur unseren GuideService propagieren wollen.
Dem ist nicht so. Ich war nach diesem beinahe Unfall so aufgebracht,
dass ich nicht die richtigen Worte fand. Das Wort Freiflieger zu
verwenden war in diesem Zusammenhang auch nicht korrekt, bezeichnet
es doch alle die nicht im GuideService sind. Besser gewesen wäre
z.B.: "Piloten die sich mit der Interpretation der Wetterlage
nicht absolut sicher sind", den viele Freiflieger die seit
Jahren auf la Palma in den Fliegerurlaub kommen, kennen die Insel
und ihre "Marotten" genau.
Also ihr Piloten da draussen, ihr seid immer willkommen auf der
Isla bonita und Palmaclub wird auch weiterhin versuchen alles sicherzustellen,
damit die seltene Zeit von Euch, der Urlaub, zu einem schönen
Erlebnis wird. Falls wir was falsch machen sagt es uns! Wenn nicht,
sagt es anderen!
Mittwoch,
25.1.2012
Endlich
keine Überraschungen !?
Das
Wochenende war noch voll von diesen Überraschungen die der
Passat mit Fallwinden brachte und wir mussten einmal mehr mit Windwachen
sicherstellen, dass unsere Piloten nicht in Konvergenzen oder gleich
Fallwinden flogen. Nun hat sich die Wettersituation aber beruhigt
und wir fliegen täglich bei leichtem NO Passat von um die 10
Knoten. Zwar ist die Inversion nicht dort wo sie hingehört,
aber der recht schwache Wind kann nicht auf der Westseite für
Probleme sorgen. Gestern gab es bereits schöne, Rekordverdächtige
Flüge und auch heute haben wir in Puerto Naos sonniges Sommerwetter
und in den Bergen eine schöne Thermikwolke.
Die
Inselregierung hat uns mit 8 offiziellen Startplätzen unterstützt
und nun haben wir schon einige eingerichtet. So gibt es nun auch
am Campanarios unter der Kiefer einen Sitzplatz und eine Informationstafel
und in der nächsten Woche, so hoffen wir, wird auch die offizielle
Windfahne installiert werden. Das verzögert sich etwas, weil
der Konstrukteur anstelle der offiziellen Zeichnung seine Fantasie
hat walten lassen. Das Resultat war leider nicht ganz befriedigend.
Nachbessern ist die Folge...
Wenn
alle Startplätze fertiggestellt sind, werden wir die Flyers
entsprechend anpassen und mit den Koordinaten versehen, damit auch
jeder den Platz finden kann. Wichtig in der ganzen Geschichte: La
Palma ist seit Jahren als UNESCO Biosphärenreservat geschützt.
Wir sind froh, dass uns die Inselregierung unterstützt und
uns auch in Naturschutzzonen starten lässt. Es sollte jedem
Piloten "einleuchten", dass an nicht bewilligten Orten
auch nicht gestartet werden darf. In Deutschland, wo Startplätze
vom DHV zugelassen werden, ist das allen Piloten klar. Kaum etwas
im Süden, meinen ein paar Wenige, man könne tun und lassen
was man will. Deshalb nochmal die eindringliche Bitte: Nur offizielle
Startplätze benutzen!
Freitag,
20.1.12
Schön,
schön windig
Schönes
Wetter haben wir schon seit Wochen. Es ist immer noch sehr sommerlich
auf la Palma. Tagsüber hohe Temperaturen und kaum Wolken. Die
Freude ist bei den Touristen ohne Gleitschirm aber grösser.
Bekanntlich kann man ohne Wolken meist nicht super fliegen auf der
Isla Bonita. So schaue ich denn auf eine etwas schlechtere Woche
zurück. Am Dienstag sind wir zum Beispiel geflogen wie die
Wilden. Ich war fast zwei Stunden mit dem Tandem unterwegs und viele
Piloten machten lange Flüge. Dann setzte wieder Passat ein
und es galt die Flugfenster genau zu planen und die Windsituation
zu überwachen. Im weiteren Wochenverlauf flogen wir dann nur
noch jeweils am Abend, wenn überhaupt. Gestern war dann ganz
wild. Schon am Morgen fielen Böen in Puerto Naos ein. Wenn
sich im Tagesverlauf Wind und Windrichtung nicht markant verbessern
kann man einen Tag dann meist abschreiben. So auch gestern. Heute
sieht es besser aus. Zwar haben wir eine sehr hohe Inversion, aber
der Wind ist schwächer und nimmt noch ab. Ich hoffe heute auf
eine thermische Wolkenbildung um die Mittagszeit. Das wäre
dringend nötig. Wir haben eine Liste voll Tandempassagiere...
Saludos
Freitag,
13.1.2012
Viel
Calima, viel Fliegen wenig Regen
Zwar
haben wir etwas komisches Wetter seit ein paar Tagen. Nach der Passatphase
sind wir in einer Schwachwindlage. Die Windrichtung bringt uns aber
Calima, Saharasand aus Afrika. Dies wiederum stabilisiert die Atmosphäre.
Trotzdem gelingt es immer wieder einem Piloten vom Campanarios auszusteigen
und schöne, lange Strecken zu fliegen. Die Stabilisierung bringt
auch positive Nebeneffekte, wenig Feuchtigkeit - also keine Wolken
- und das Fehlen einer Inversion. Wer es packt kann also für
einmal auf der Isla Bonita hoch hinaus Fliegen.
Der Regen fehlt! In der Wintersaison hat es erst 50l/m2 geregnet.
Das ist noch gar nichts und man wird beim Campanarios von den startenden
Piloten richtig eingestaubt. Vielleicht kommt in ein paar Tagen
etwas mehr Feuchtigkeit. Der grosse Regen ist aber immer noch nicht
in Sicht.
Und übrigens, der Vulkan auf El Hierro ist nicht erloschen.
Er blubbert munter vor sich hin. Nur aus der Presse ist er etwas
verschwunden. Kaum mehr Beben und der Schlund befindet sich nach
wie vor unter dem Meeresspiegel. Das hält halt in der Presse
nicht lange an. Die wollen Sensationen verkaufen. Angeschlagene
Bundespräsidenten und abtretende Nationalbankpräsidenten.
Das verkauft sich besser...
Mittwoch,
4. Januar 2012
Leefliegen
Zuerst
mal allen Lesern ein gutes neues Jahr. Wir sind alle gut gerutscht
auf der Isla Bonita! Die letzte Woche war wieder mal super. Aber
es zeigte sich klar, dass das freie Fliegen auf la Palma seine Grenzen
hat. Ein einzelner Pilot kann einfach gar nicht bei allen Lagen
für sicheres Fliegen sorgen. Wir hatten immer wieder Passatlagen
mit zum teil schwachen und hohen Inversionen. Dazu sich im Tagesverlauf
immer wieder verändernde Situationen. Für unsere GuideService
Kunden stellten wir immer wieder Windwachen auf. So auch am Silvester.
Der Tag brachte eine hohe Isothermie und um die 15 Knoten NO Wind,
also auf den ersten Blick nichts dramatisches. Die Luft war aber
eher trocken und es bildete sich nur ab und zu eine thermische Wolke,
dichter im Süden ab Campanarios. Wir flogen auch im Tagesverlauf
mehrere Male vom Campi. Auf der letzten Fahrt hoch begleitete ich
die Flieger in einem leeren Auto und fuhr aus Sicherheitsgründen
in Richtung Tacande. Da der Wind bereits südlich meiner Sicherheitslinie
schwach Ost anzeigte, liess ich unsere Kunden umdrehen und an die
Klippe fahren. Zur gleichen Zeit starteten noch drei Piloten und
ein weiterer war schon seit längerem in der Luft. Ich selber
installierte mich dann auf einer Höhe von 500m AMSL nördlich
über Puerto Naos. Unsere Kunden flogen dann noch rund eine
Stunde an der Klippe als auch bei mir plötzlich Ostwind einsetzte.
Dies wurde über Funk sofort weitergegeben und die GuideService
Kunden landeten alle mit angelegten Ohren. Ein Freiflieger - auch
noch ohne Funk - schaute dem Spiel zu, drehte dann aber munter weiter
in der Thermik auf. Der gleiche Pilot fiel mir schon vorher auf,
als er nördlich vom Campanarios in einer Konvergenz aufdrehte.
Zu diesem Zeitpunkt - und das sah ich perfekt am Wolkenbild - floss
der Passat rund einen Kilometer nördlich von ihm bereits runter.
Die weitere Geschichte ist schnell erzählt. Unsere Kunden landeten
alle bei perfekten Bedingungen in Puerto Naos. Dann dauerte es nicht
lange und der Passat floss auch in den oberen Schichten aufs Meer.
Der Pilot kämpfte nun etwa 200m über der Klippe gegen
den Bergwind (Ost) stehend in der Luft. Schoss plötzlich wieder
in die Höhe, hatte Mühe den Schirm überhaupt noch
offen zu halten, dann legte ab und zu mal die Ohren an, beschleunigte
aber nicht und nur mit viel Glück landete der gebeutelte dann
nach rund 15 Minuten Kampf bei strammem Nordwind, kurz bevor eine
weitere Fallwindböe Puerto Naos erreichte.
Unser
GuideService macht eben doch Sinn und ist für €250.--
die Woche, alles inklusive erschwinglich. Freiflieger (Redigiert:
Piloten die nicht über die entsprechenden meteorologischen
Kenntnisse der Insel verfügen und..) die auf diesen Service
verzichten wollen, müssen sich im Klaren sein, dass sie weder
über das Wissen noch über das Personal verfügen um
in solchen Lagen ein funktionierendes Sicherheitsdispositiv aufzubauen.
Da sollte man sich vernünftigerweise nicht an uns "hängen"
sondern auf das Fliegen verzichten und wenn dann doch in der Luft:
Wenn alle mit angelegten Ohren landen, fühle dich nicht als
Held. Das ist wahrscheinlich die letzte Chance um über die
Situation nachzudenken.
Bedenklich,
das war innerhalb von zwei Wochen das zweite Mal, dass ein Freiflieger
von einfliessendem Passat gebeutelt wurde! Zum grossen Glück
ist in beiden Fällen nichts passiert. In beiden Fällen
nicht weil die Piloten die Situation retteten, sondern weil la Palma
mal wieder fehlerverzeihend war. Darauf sollte man sich aber nicht
verlassen...
Sonntag,
25.12.11
Und
immer noch Fliegen
Es
passiert fast nichts auf der Isla Bonita ausser dem Wichtigsten
für unsere Flugschule. Es ist bestes Flugwetter! Wir haben
in Puerto Naos sommerlich warmes Wetter und einen guten Gradienten.
Zwar kämpfen wir mit dem Passat und gestern musste ich die
Piloten kurzzeitig "grounden" aber die Verhältnisse
sind seit Wochen sehr gut. Im letzten Dezember suchten wir immer
das Azorenhoch. In diesem Dezember ist es da, mit Kerndrücken
von 1037hPa stark und der Passat präsent. Das stellt hohe Anforderungen
an uns und ich sass in der letzten Woche einige Stunden als Windwache
auf verschiedenen Vulkanen derweil unsere GuideService Kunden im
sicheren Bereich fliegen konnten. Wie wichtig das ist zeigte sich
auch einmal. Der Passat drängte nach Puerto Naos. Ein Freiflieger
flog in dessen Konvergenz und ging hoch wie ein Champagnerkorken.
Er verfügte weder über Funk noch über eine Strategie
nähertes sich schnell der Windlinie und entkam dem Passat nur
durch viel Glück! Ah ja, es ist doch was los, gestern flog
ein weiterer Freiflieger noch in eine Kiefer, bei sanften, guten
Verhältnissen. Er hätte nicht aufgepasst meinte er nach
der Selbstbergung.
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