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Naturparks und die Caldera de Taburiente

Caldera Wandern Zeittabelle Licht Geologie Hydrologie Klima Fauna Flora

1. Naturparks auf den kanarischen Inseln

Die kanarischen Inseln sind berühmt für ihr mildes Klima, ihre eizigartige Flora und Fauna. Verschiedene Ursachen führen zu einem Zusammentreffen von Elementen, welche in diese Einzigartigkeit mündeten. Zum einen liegen die Inseln sehr nahe an der Nordwestküste von Afrika. Der von Nordost kommende und fast allgegenwärtige Passatwind führt milde Luft herbei und die recht kalte Meeresströmung "Canarias" bewirkt, dass in mittleren und höhren Lagen Feuchtigkeit zugeführt wird. Durch die unteschiedliche Struktur der einzelnen Inseln entwickelten sich Mikroklimata mit verschiedensten Auswirkungen sodass jede einzelne Insel schon fast als eigener Kontinent betrachtet werden kann.

Verschiedene Naturparks haben sich zum Ziel gesetzt, diese Einzigartigkeit zu schützen und zu bewahren.

    1.1. Lanzarote: Timanfaya

    Dieser Park liegt auf der Insel Lanzarote und zeigt in eindrücklicher Weise die vulkanische Entstehung des Archipels auf. Timanfaya besteht aus Stein, Wüste und einem unvergesslichen Spiel von Farben. Die Flora ist mikroskopisch und für den Laien kaum ersichtlich.

    1.2. La Gomera: Garajonay

    Hier befindet sich der schönste noch erhaltene Laurisilvabestand (Lorbeerwald) des gesamten kanarischen Archipels.

    1.3. Teneriffa: El Teide

    Der Teide ist nicht nur der grösste Berg von Spanien, er beherbergt auch einen Naturpark welcher perfekt das subalpine Gebiet der Inseln darst. Er bildet einer der 4 Spanischen Nationalparks.

    1.4. La Palma: Caldera

    Die Caldera repräsentiert in eindrücklicher Weise den bergartigen Inselcharakter und die im Krater fast unendlich scheinenden Kiefernwälder der Insel La Palma. Auch La Caldera gehört zu den 4 spanischen Nationalparks.

     

2. Der Naturpark "Caldera de Taburiente"

    La Caldera wurde im Jahre 1954 zum Naturpark erklärt . Er ist wie schon erwähnt der vierte in Spanien. La Caldera liegt mitten auf der Insel La Palma und prägt die Insel massgeblich. Er kennzeichnet sich durch einen grossen Vertiefung, welche sich nach Westen zum Meer hin öffnet. Die Grösse beträgt 4690 ha.

    Beim Einfall der Spanier unter der Führung von Alonso Fernandez de Lugo im 15. Jahrhundert bildete dieser riesige Krater die letzte Zufluchtsstätte der Inselbevölkerung.

    2.1. Wanderungen in der Caldera, allgemeine Hinweise

    Heute ist die Caldera ein einzigartiges Wanderparadies. Obschon einige Wanderwege gut ausgebaut sind, muss jederzeit auf gutes Schuhwerk und endsprechende Trittfestigkeit geachtet werde. Unsichere Wanderer sollten nicht in die Caldera. Wandern in der Caldera ist vielfach eine Tagesangelegenheit. Achte darauf, dass du die Caldera vor dem Sonnenuntergang wieder verlassen hast! Die Caldera sollte bei schlechtem Wetter nicht begangen werden. Regenfälle führen auch noch Tage nach den Niederschlägen zu Steinschlag. Zudem muss die Caldera nach Dos Aguas im Flussbeet durchwandert werden. Bei Hochwasser ist dies nicht möglich. Regenfälle im hinteren Teil der Caldera können zudem den Wasserspiegel rasch ansteigen lassen.

    Übernachten in der Caldera ist nur im Campingplatz und nur mit im voraus erhaltener Bewilligung gestattet. Eine Bewilligung bekommst du kostenlos im Informationsgebäude an der Strasse El Paso Richtung Sta. Cruz ca. 2 km nach der Shell Tankstelle oberhalb El Paso.

    2.1.1. Los Brecitos - Camping - Dos Aguas (>5.5 Stunden, ca. 12 km)

    Fahre frühmorgens über Los Llanos in die Caldera. Du fährst hinunter an den Grund der Caldera. Beim Parkplatz vor dem Flussübergang kannst du den Wagen stehen lassen. Von hier aus fährt ab ca 08:30 ein Allradtaxi nach Los Brecitos. Der Fahrpreis für die ca. 30 Minuten dauernde, abenteuerliche Fahrt ist mit ca € 20 pro Person relativ hoch.

    Der Weg von Los Brecitos bis in die Caldera hinunter ist sehr gut ausgebaut. Trotzdem ist absolute Trittsicherheit notwendig. Die "Barancos" - so werden die Schluchten genannt - sind mitunter unglaublich tief und die Abhänge mit rutschenden Kiefernadeln bedeckt. Nach ca. 1.5 Stunden Wandern bist du am Boden der Caldera angelangt und musst nun den Fluss überqueren um zum Campingplatz zu gelangen.

    Im Jahr 2001 wurde hier ein kleines Museum mit einer Ranger Station und öffentlichen Toiletten eingeweiht. Der aus Stein und Holz gefertigte Bau ist architektonisch sehr gelungen.

    Der Weg führt am Campingplatz vorbei und steigt vorerst noch weiter an um dann an einer Felsflanke vorbei stetig nach unten zu führen. Vom Camping aus erreichst du in ca. 1.5 Stunden den heiligen Stein IDAFE welcher dieser Homepage den Namen gegeben hat. Unten erneut am Fluss angekommen, kann man einen kleinen Abstecher in den Baranco links rein machen, er führt zu der Farbcascade. Dafür ca 30 Minuten einplanen.

    Am Idafe vorbei sind es nur noch ca. 30 Minuten bis zu Dos Aquas. Der Punkt, wo zwei Flüsse zusammen fliessen und Wasser gewonnen wird. Überquere den von rechts kommenden Fluss. Der Weg führt auf der rechten Seite des Flusses weiter (in Fliessrichtung).

    Von Dos Aquas bis zum Parkplatz ist der Weg meistens im Flussbett und entsprechend beschwehrlich. Du mussst hunderte Male den Fluss überqueren. Trotzdem ist dieser Abschnitt besonders eindrucksvoll. Nimm dir Zeit die verschiedenen Gesteinsformen anzusehen. Dieser letzte Abschnitt dauert 2.5 Stunden.

    Zeittabelle:

    Von Nach Koordinaten (nach) Dauer
    Los Brecitos Camping N 28°43'59'' W 17°52'33'' 1.5 h
    Camping Idafe N 28°42'47'' W 17°52'46'' 1.5 h
    Idafe Dos Aquas N 28°42'33'' W17°52'49'' 0.5 h
    Dos Aquas Parkplatz N 28°41'06'' W17°54'44'' 2.0 h

    Sonnen Auf- und Untergang:

    Datum Aufgang Untergang
    21. Dezember 07:58 18:19
    21. März 07:13 19:22
    21. Juni 06:14 20:10

     

    2.2. Geologie

    Ursprünglich wurde angenommen, dass es sich bei der Caldera um einen Krater vulkanischen Ursprungs handelt. Ausgehend davon prägte der deutsche Geologe Leopold von Buch, welcher 1825 Studien auf La Palma durchführte, den Nahmen Caldera was auf vulkanischen Ursprung abziehlt und Kessel bedeutet.

    Neuere Forschungen haben aber gezeigt, dass es sich bei der Caldera um eine durch Erosion entstandene Aushölung handelt, welche durch Wasser und die Schwerkraft bewirkt wurde.

    Die Caldera verfügt über einen Durchmesser von 8 km und einer maximalen Erhebung von 2400 m AMSL. Im Innern der Caldera kann man auf 400m AMSL stehen (zB dos Aguas) und die auf 2200 m AMSL ansteigenden Felswände betrachten. Ein unvergesslicher Anblick!

    Das Grundmassiv der Insel besteht aus einem ganzen Netz von Dämmen mit eingeschobenen Felsen, welche auf die ersten Vulkanausbrüche zurückzuführen sind. Diese geschahen unterseeisch und bildeten die Erstformationen der Insel. Sie erfolgten vor 25-30 Millionen Jahren im Miozän. Auf diesem Material ist schlussendlich die heutige Insel entstanden. Das sonstige Material der Insel ist durchwegs Basalt Gestein.

    2.3. Hydrologie

    Die Insel La Palma und speziell die Caldera bilden auch hier eine Ausnahmeerscheinung der kanarischen Inseln. Wasser spielte nicht nur bei der Entstehung der Caldera eine wichtige Rolle, auch heute sind die vielfältigen Quellen verantwortlich für eine äusserst grosse Flora und Fauna. Der Wasserlauf der Quellen ergiesst sich zum Teil in Wasserfällen aber auch in kleinen Rinnsalen in Richtung dos Aguas (zwei Wasser), wo sich der Almendro amargo- und der Taburiente Flusslauf treffen und anschliessend durch den Baranco de los Angustias ins Meer fliessen.

    Nur das Wasser aus der Schlucht Almendro amargo ist durch Eisenhydrat orange gefärbt. Sonst ist es kristallklar.

    2.4. Klima

    Die Caldera hat die höchsten Erhebungen im Nordosten. Dies führt zu einem natürlichen Schutzwall welcher die Passatwinde nur dann einlässt, wenn sie diese Höhe erreichen.

    Durch die grossen Ausdehnung der Caldera bildet sich tagsüber Thermik welche die Luft vom Meer ansaugt. Nachts sind, durch die Umkehrthermik bedingt, zum Teil recht kalte Bergwinde zu beobachten. Durch die tagsüber aufsteigende Luft können sich im innern des Kegels auch Wolken bilden welche sich nach Termikende dann wieder auflösen.

    Im Winter führen die aus dem Norden herbeigeführten kalten Winde auf den Höhenzügen Schnee und auch entsprechende Kälte in der Caldera. Im Sommer kann es durch heissen Saharawind (Levante) hingegen sehr warm werden.

    Durch den Wasserreichtum beträgt die Luftfeuchtigkeit ca 60% und die Niederschlagsmenge 900 - 1000 mm pro Jahr. Die grossen Höhenunterschiede führen zu einer Vielfalt von Klimaverhältnissen, welche sich auch vielfältig in der Vegetation spiegeln.

    2.5. Fauna

    Sowohl Wildkaninchen als auch Wildkatzen sind nur selten anzutreffen. Es existieren auch viele Eidechsen, eine Erdspinne und eine Froschart (Hyla meridionalis). Man kann verschiedene Vogelarten beobachten. Die Dole kommt auf den Kanarischen Inseln nur auf La Palma vor. Im weiteren bildet die Caldera auch Unterschlupf für Krähen, Turmfalken Amseln und wilde Tauben. Beflissene Ornitologen werden auch die Ringeltaube und die Mönchsgrasmücke finden. Weiter existiert eine grössere Population von Meisen.

    Zusätzlich existiert eine schlecht erforschten Gruppe von wirbellosen Tieren, eine schwarze rundliche Spinne, deren Stich recht schmerzhaft ist. Und in der feuchten Zeit werden sie überall auf Tausendfüssler stossen.

    2.6. Flora

    Die Caldera ist vorwiegend mit der kanarischen Kiefer (Pinus Canariensis) bewaldet. Diese Kiefer prägt den Charakter der ganzen Insel. Sie erreicht von allen spanischen Kieferarten die grössten Dimensionen. Sie ist äussert feuerbeständig und schlägt nach Waldbränden meistens wieder aus.

    Die vielen Felsen bilden die Grundlage für eine Reihe von Felsenpflanzen. ZB verschiedene Arten von sogenannten "Bejeques" aber auch die "Taginastes" sind Zeuge der äusserst vielfältigen endemischen Flora.

 

 

 

 

 
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