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Handwerk auf La Palma

Einführung Keramik Zigarren Textilien Körbe Holz Seide

 

1. Einführung

La Palma wurde nach der Eroberung im Jahre 1493 spanisch. Durch eine lange dauernde Isolation vom Festland haben sich alte Produktionstechniken erhalten. Heute sind viele dieser alten Techniken zur Herstellung vieler verschiedenen lokaler Produkte im Gebrauch.

2. Keramik

Keramik ist nicht nur wichtig, sondern auch sehr populär auf der Insel. Die Tradition der Herstellung von Gefässen wurde erst in den 70-er Jahren neu entdeckt und wieder eingeführt. Sehr populär sind Krüge aus schwarzem Ton, welche mit verschiedenen Symbolen verziert sind. Vielfach werden auch Linien der Ureinwohner der Guanchen verwendet. Viele Formen gehen zurück auf die Zeit der Eroberung der Insel und unterscheiden sich von denjenigen anderer Kanarischen Inseln. Die Wiedereinführung dieser alten Tradition war 1975 in der Stadt Mazo. In einer alten Windmühle "El Molino" begannen Emigranten aus Venezuela diese fast in Vergessenheit geratene Tradition wieder aufzuleben. Heute ist die Mühle ein bekannter touristen Ort und viele kaufen ihre Keramik direkt hier. Es werden mehr als 100 verschiedene Produkte angeboten. Vor Weihnacht erhalten sie sehr schöne, moderne Krippenfiguren. Die Mühle ist von Montag bis Samstag von 09:00h bis 13:00h und von 15:00 bis 19:00 geöffnet. Telefon Nummer 44 02 13.

3. Zigarren

Die Produktion von Zigarren wurde von Kuba gegen Ende des 14. Jahrhunderts importiert. Das gute Image der Palmerischen Zigarren geht auf 1862 zurück wo Esteban Abreu Lacouna an einem Zigarren-Wettbewerb auf Gran Canaria die Silbermedaille gewann. Die Samen für die Produktion werden auch aus Kuba importiert. Die Marke ist unter dem Namen pelo de oro bekannt. Für viele Familien bildet die Produktion von Zigarren auch heute einen wichtigen Teil ihres Einkommens. Viele Kubanischen Worte wurden mit der Technik importiert. So zum Beispiel das Wort "sorullo" welches heute verrückte Person bedeuted, aber die weichen Stellen der Tabakpflanze bezeichnete. Eine Fabrik welche in El Paso vornehmlich Zigaretten unterschiedlicher Marken produzierte, wurde im Jahr 2000 von Japanischen Investoren gekauft und nach Deutschland ausgelagert und die Palmerische Fabrik auf Ende 2000 stillgelegt. Ungefähr 200 Palmeros verloren durch diese Massnahme ihren Arbeitsplatz. Im alten Fabrikgelände ist heute Kleingewerbe angesiedelt.

4. Körbe

Die Produktion von Körben gehört zum ältesten Handwerk auf La Palma. Es sind verschiedene Formen von Körben im Handel. Traditionell wurden Körbe von Männern hergestellt. Heute werden sie aber mehr und mehr auch von flinken Frauenhänden produziert. Die Ausgangsmaterialien bestimmen die Qualität und werden deshalb besonders ausgelesen. Als Ausgangmaterial werden lokale Pflanzen eingesetzt. Zum Beispiel Tagasaste, ein Palmerisches Kraut für welches Ziegen meilenweit gehen oder Affolado, ein endemischer Busch aber auf Fasern von Kastanien und andere Materialien finden Verwendung. Weil die Palmeros der Qualität des Ausgangsmaterials besonderes Augenmerk schenken, werden die Materialen auch nur zu bestimmten Zeiten geerntet. Der Monat aber auch der Stand des Mondes sind wichtige angewandte Kriterien.

5. Textilien

Als im sechzehnten Jahrhundert der Webstuhl auf La Palma eingeführt wurde, veränderten sich die Produktionsmethoden für Textilien dramatisch. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden Kleider vornehmlich aus Leder und Pflanzenfasern hergestellt. Nun wurden auch Wolle, Seide und Leinen eingesetzt. Heute ist es nicht mehr möglich, mit der Produktion von Textilien genügend Geld für den Lebensunterhalt einzunehmen. Aus diesem Grund gerieten bereits viele Techniken in Vergessenheit. Die Stickerei indessen wird nach wie vor ausgeübt. Eine auf das Jahr 1945 zurück gehende Statistik besagt, dass von den damals 60'000 Palmeros ca. 20'000 Frauen stickten. Auch heute beherrschen die meisten Palmerinnen diese Techniken. Typische Palmerische Kleider können Sie in Breña Baja, Julia A. Caprera Pérez, San José 182. Tel. 43 42 45 oder in Sta. Cruz Avd. El Puente 48 pta. 56. Maria Esther Espinosa Hernández, finden. Sie erhalten auch weitergehende Informationen bei dem Cabildo Insular de La Palma, Handwerksabteilung Tel 442 31 00.

6. Holz

Nach der Eroberung von La Palma begann ein unglaubliches Abholzen der Wälder. Holz wurde für Hausdächer, Häuser aber auch Schiffe eingesetzt. Dieses Abholzen wurde im Jahr 1866/1867 stark kritisiert. In der Zeitung "El Time" wurden viele Kritiker des damaligen Generals laut, welche über die langsame Vernichtung der Insel und deren Wälder schrieben. Sie finden Zeugen der palmerischen Holzverarbeitung in Sta. Cruz an der Hafenpromenade wo die alten Häuser mit den typischen Holzbalkonen ausgestattet sind aber auch im neuen Flughafen von La Palma welcher ein riesiges palmerisches Holzdach erhielt. Heute sind die meisten Wälder - welche auch eine sehr wichtige Rolle im Wasserhaushalt der Insel spielen - unter Naturschutz gestellt.

7. Seide

Portugiesische und andalusische Techniken wurden nach der Eroberung auf La Palma eingeführt. Viele Jahre lang wuchs die Seidenproduktion und spielte eine wichtige Rolle in der lokalen Wirtschaft. Seide und Seidenprodukte wurden nach Spanien aber auch nach Flamen und in das alte Österreichische Reich exportiert. Aber gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann die Bedeutung der Seide zu schwinden. Die Palmeros setzten mehr und mehr Baumwolle für die Textilproduktion ein. Trotzdem wurde im 19. Jahrhundert eine neue Textilproduktion auf La Palma eingeführt. Neue Maschinen wurden importiert von welchen eine noch heute im Museo Insular, im alten San Francisco Bereich von Sta. Cruz de la Palma, besichtigt werden kann. Die Seide wird auf la Palma mit mittelalterlichen Techniken hergestellt. Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurden viele natürliche Seidenfarben durch künstliche ersetzt. Eine Ausnahme bildete eine aus Mandeln gewonnene Farbe. Ab den 80-er Jahren jedoch besann man sich auf die alten Naturfarben zurück und setzte diese wieder vermehrt ein. Ein Beispiel ist der Eukalyptus welcher der Seide eine graue Farbe gibt. Hauptsächlich werden Korsets und Kordeln für die lokalen Trachten, aber auch Foulards Kravatten und Shirts produziert.

 

 

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