Header image  
idafe.com


 
 
Notschirme / Rettungssysteme

Rundkappenschirme Cutaway steuerbar

1. Allgemeines

Es existieren verschiedenste Modelle auf dem Markt und viele Hersteller haben das "Ei des Kolumbus" gesucht. Dabei sind auch exotische Modelle entstanden. Breit durchgesetzt hat sich der normale Rundkappenschirm mit Mittelleine.

Meiner Ansicht nach ist das wichtigste überhaupt, dass du volles Vertrauen in deinen Notschirm hast und bereit bist ihn im Notfall ohne zu zögern einzusetzen. Der Notschirm sollte mit dem Gurtzeug und dem Innencontainer übereinstimmen. Beim Kauf eines Notschirms solltes du deshalb dein Gurtzeug zum Händler mitnehmen. Vor dem Kauf sollte dich der Verkäufer über die Vor- und Nachteile des Gerätes ins Bild setzen.

Viele Notschirme erreichen derzeit ein Alter von ca. 10 Jahren und sollten ersetzt werden. Kein Händler gibt heute Garantien über 15 Jahre. Beachte auch, dass der Notschirm die korrekte Grösse hat. Als Faustregel sollte der Schirm nicht kleiner sein als Pilotengesamtgewicht (inkl Schirm, Gurtzeug etc) dividiert durch3.5 = mindestgrösse in m2.

Ich habe in diesem Kapitel Informationen über Notschirme und Containersysteme aufgelistet. Aufgrund der Vielfalt von Regeln und Lokalen Gesetzen habe ich die Produkte ohne Zulassungsangaben beschrieben. Es kann sein, dass für dein Land spezielle Gesetze oder Richtlinien gelten. Über diese musst du dich lokal ins Bild setzen.

2. Notschirme

2.1. Rundkappenschirme

Rundkappen sind, wie schon beschrieben, die am meisten verbreiteten Rettunssysteme für Gleitschirm- und Deltaflieger. Es befinden sich eine Vielzahl von Produkten auf dem Markt. In der Schweiz werden auch Notschirme verkauft welche nicht vom SHV geprüft wurden. Die SHV Prüfung ist aber ein Garant für das Erfüllen von Qualitätsanforderungen. Der SHV publiziert auf seiner Homepage auch eine aktuelle Liste der geprüften Notschirme. Für Deutschland gelten wiederum spezielle Regeln. In Deutschland müssen alle Notschirme eine Zulassung haben.

2.2. Steuerbare Notschirme

Es sind derzeit zwei verschiedene Produkte auf dem Markt: Der Beamer von Urs Haari und der Papillon von Elmar Vonblon. Die Ursprüngliche Idee für steuerbare Schirme im Delta-Format hatte der Amerikaner Francis Rogallo Ende der Sechziger Jahre. Aus diesem Grund werden diese Modelle auch "Rogallo" Schirme genannt.

Diese Geräte haben sich noch nicht durchsetzen können obschon ich nie negative Informationen gelesen habe. Es kann sein, dass die Gleitschirmschulen diese Notschirme nicht empfehlen weil sie sie zuwenig kennen oder immer noch geglaubt wird man müsse sich zwingend vom Gleitschirm trennen was nicht der Fall ist. Der Vorteil ist klar. Mit dem steuerbaren Notschirm können Hindernisse umflogen werden. Zusätzlich verfügen die Rogallo Schirme auch über eine sehr gute Pendelstabilität und ein geringes Sinken. Beide Modelle haben bei 100 kg Gewicht eine Sinkrate von 3.5 m/s (Beamer) und 3.1 m/s (Papillon). Die meisten Rundkappenschirme verfügen über Werte um die 5 m/s.

Dass diese Geräte steuerbar sind, ist meiner Ansicht nach gar nicht so wichtig. Zwei Eigenschaften welche die Rogallo Schirme hervorragend erfüllen sind sehr schnelle Oeffnungszeit und geringes Sinken. Falls man dann noch Zeit findet um das Teil zu steuern; warum nicht. Gerade schnelle Oeffnungszeit und geringes Sinken machen diese Notschirme zum idealen Rettungsgerät für La Palma.

Speziell auch Piloten welche Angst haben den Notschirm zu werfen, weil sie nicht wissen wo sie dann landen, sollten diese Alternative prüfen.

Der Steuerbare Notschirm ist sehr komplex zu falten. Es ist deshalb unabdingbar, dass dein Fallschirmwart einen entsprechenden Kurs absolviert hat und mehrere solcher Geräte im Jahr faltet.

2.3. Cut- Aways

Zu diesen Systemen habe ich zuwenig informationen. Zudem sind sie kaum (mehr) im Einsatz. Deshalb gehe ich hier auch nicht auf Details ein.

3. Containersysteme

3.1. Frontcontainer

Ich persönlich bin ein Fan des Frontcontainers. Meiner Ansicht nach hat er nur einen Nachteil, dass Windenschlepp nicht - oder nicht einfach durchgeführt werden kann. Mit einem Frontcontainer hat man den Auslösegriff und den Container stets im Blickfeld und der Schirm kann sowohl mit der linken und auch mit der rechten Hand ausgelöst werden. Während des Starts ist der Griff optimal vor einer ungewollten Oeffnung geschützt. Zudem finde ich es sinnvoll, dass man sich bei den Startvorbereitungen mit dem Notschirm auseinandersetzen muss indem man ihn einhängt.

3.2. Seitencontainer

In den meisten Fällen ist der Griff bei dieser Art gut in Sichtweite. Als Nachteil erachte ich, dass das Gurtzeug einseitig schwerer ist und somit eine Tendenz besteht, dass in diese Richtung geflogen wird. Weiter nachteilig ist, dass der Notschirm ausschliesslich entweder links oder rechts ausgelöst werden kann. Ganz wichtig beim Packen, dass die Kompatibilität mit dem Gurtzeug geprüft wird. Also packen und dann ein bis zweimal in belastetem Gurtzeug auslösen.

3.2. Rückencontainer

Beim Rückencontainer ist - wie beim Frontcontainer - das Gewicht des Notschirms optimal verteilt. In den meisten Fällen ist der Griff weit hinten angebracht und deshalb nicht einfach zu finden. Falls sich etwas verklemmt ist kein Zugriff möglich. Auch ist eine letzte Kontrolle vor Start nicht mehr möglich. Dies spielt vorallem nach einem Startabbruch mit Bodenkontakt des Sitzgurtes eine Rolle. Dass die Splinten noch korrekt sitzen, weiss man nur, wenn man das Gurtzeug auszieht und kontrolliert. Ich habe auch schon mehrere Piloten gesehen bei welchen sich der Auslösegriff vom Klett löste. Der Griff schwebte dann unerreichbar als Windfahne hinter dem Piloten. Kurzum ich kann den Rückencontainer aus diesen Gründen nur bedingt empfehlen. Auch hier ist eine Kompatibilitätsprüfung nach dem Packen unabdingbar. Frage deinen Notschirmwart ob er das macht.

3.3. Sitzbrettcontainer

Beim Sitzbrettcontainer ist - wie beim Frontcontainer - das Gewicht des Notschirms optimal verteilt. In den meisten Fällen ist der Griff gut sichtbar auf der Seite angebracht und deshalb einfach zu finden. Der Sitzbrettcontainer wird immer beliebter und von den meisten Gurtzeugherstellern eingesetzt. Eine korrekte Konstruktion und Einbau vorausgesetzt ist nicht gegen den Sitzbrettcontainer einzuwenden.
Wei beim Einbau aber Fehler gemacht werden können und die verschiedenen Notschirme mit unterschiedlicher Grösse etc. nicht alle mit den Sitzen kompatibel sind, ist ein Kompatibilitätstest duch den Fallschirmwart unabdingbar.

 

Impressum

 

 

 
Informationen