Nachrichten von der Insel La Palma.
Informationen und Fama* von der Insel         *)Fama, die römische Gottheit des Ruhms und der Gerüchte


Blog.
Vulkaninformation Sonntagmorgen
Vulkaninformation Sonntagmorgen
05 December, 2021

[09:30:h] Es gibt eine breite Diskussion darüber, ob sich ein neuer Kamin geöffnet hat oder ob gestern in Las Manchas einfach eine bestehende Lavaröhre geplatzt sei. Diese Diskussion ist im Kommunikationsvakuum entstanden welches von der Direktion der PEVOLCA gepflegt wird. Gestern war ich von einem neuen Kamin überzeugt, die INVOLCAN hat dies in einem Tweet auch bestätigt. Heute Morgen nicht mehr so, denn der "Schlot" liegt nördlicher als ich gestern meinte. Warten wir die Wissenschaftler ab, die haben die Instrumente um das aufzulösen.

Die Diskussion ändert aber nichts daran, dass nun ein relativ schmaler, aber zerstörerischer Lavastrom in Richtung Las Norias fliesst, in ein Gebiet mit sehr vielen Häusern und nicht nur die Hausbesitzer bangen, was genau geschieht. Private Dronenflüge wurden verboten. Die PEVOLCA hat damit die Verantwortung übernommen, zeitnah und ehrlich zu informieren und sollte nun auch abliefern. Das machen sie aber mit der Gemächlichkeit einer Verwaltung, nicht der einer Notfallorganisation.

Die Seismizität ist nach wie vor gering. Sie hat den tiefsten Stand seit Anfang Oktober erreicht (Grafik). Auch der Tremor ist tief und regelmässig.
Der Vulkan stösst heute neben der Lava, die von Nord aus nicht sichtbar ist, hauptsächlich weissen Rauch aus. Ein Zeichen dafür, dass Wasser in das System gelangte. Es kann also auch wieder lauter werden, denn Wasser fördert die Explosivität.
Deformationen wurden heute keine gemessen und der starke Passat fördert die Luftqualität in den bewohnten Gebieten, kann aber die schlechte Luft bis nach Puerto Naos runter blasen.

Eine Wetterprognose werde ich später erarbeiten und publizieren.

Vulkaninformation Samstagnachmittag
Vulkaninformation Samstagnachmittag
04 December, 2021

[17:15h] Heute Mittag muss sich im Gebiet irgendwo oberhalb Corazoncillo ein neuer Kamin aufgemacht haben. Nach langem suchen habe ich mehrere Videos gefunden welche das bestätigen. Es fliesst viel und extrem flüssige Lava aus. Der neue Kamin scheint sehr weit unten zu liegen, im Bereich von 600m (muss bestätigt werden) und hat deshalb das Potential sehr viel Material nachzuliefern. Das grosse Problem liegt darin, dass erneut Gebiet betroffen ist, welches bis anhin verschont war. Leider sind die Informationen von offener Stelle im Moment spärlich. Obschon die Lava bereits um 13:15h die Hauptstrasse beim Camina de Marta überfloss wurde in der Pressekonferenz kein Wort dazu verloren.
Die einzigen die ein Dronenvideo publizierten ist die Gemeinde El Paso.
Dies ist eine weitere wahrhafte Katastrophe für das Gebiet Las Norias und die Stille von offizieller Seite ist extrem störend.

Vulkaninformationen Samstagmorgen
Vulkaninformationen Samstagmorgen
04 December, 2021

[09:55h] Die gestern gemeldete Deformation bei der Messstation Jedey LP03 hat sich bereits wieder in das seit Eruption etablierte Band zurück gebildet. Das war eigentlich zu erwarten, denn der Rückgang der Seismizität deutete eine Beruhigung an. In der Tat ist die Anzahl und auch Intensität der Beben deutlich zurück gegangen und sie konzentrieren sich mit ein paar Ausnahmen immer noch auf die obere Magmakammer. Es fällt auch auf, dass die Beben in der Mitte dieser stattfinden. Wie gestern ist der SO Kamin immer noch aktiv. Auf der Nordseite sieht man einige Felder von abgelagertem elementarem Schwefel. Dieser kann bei tieferen Temperaturen und Feuchtigkeit entstehen. Aus dem tiefen Kamin aus welchem vor paar Tagen noch viel Lava in die Region der Colada 8 und die Mitte floss, fliesst nur noch wenig Material, das dann aber offensichtlich in Lavakanälen unterirdisch weiter fliesst. Die Aktivität findet im Süden des Konus statt und ist von Tacande aus nicht einsehbar. Das Video des Cabildo welches etwas Klärung bringt ist noch nicht publiziert worden.

Ist das der Anfang vom Ende? Wir tun gut daran nicht zu früh zu feiern. Böse Zungen auf La Palma sagen auch, der "Cabrón" würde nur über das Wochenende ruhig sein um die vielen angereisten Vulkantouristen zu ärgern.

Das Azorenhoch ist immer noch aktiv und bringt uns generell kühlere und feuchte Luftmassen aus Nordosten und mit zunehmender Höhe Ostwind und etwas Calima, Sand aus der Sahara.
Der Wind bläst heute immer noch stark aus Nordost und mit zunehmender Höhe aus Ost. Die Brisa wird zumindest in El Paso den ganzen Tag über wehen. Die Temperatur der Luft nimmt mit zunehmender Höhe rasch ab was die Durchmischung fördert. Die am Morgen teilweise noch schlechte Luftqualität in Los Llanos wird sich gegen Mittag schnell bessern. Im Osten und Nordosten sind Niederschläge möglich. Die Feuchtigkeit kann mit dem Wind auch über die Cumbre in den Westen getragen werden.

Vulkaninformation am Freitagabend
03 December, 2021

[17:50h] Heute einige Zusatzinformationen:

Das Wochenende wird ein langes, am Montag ist Feiertag. Es werden sehr viele Vulkantouristen erwartet. Wie ich bereits an der Calle San Nicolas erfahren habe, scheren die sich ob des Anblickes eines Vulkans kaum um Sicherheit, tragen vielfach schwarze Kleider und stellen schwarze Dreibeine auf den schwarzen Asphalt. Speziell in Bereichen wo Touristenansammlungen erwartet werden, wie Echedey / San Nicolas, Aussichtspunkte Tajuya und El Time muss mit äusserster Vorsicht gefahren werden!

Covid-19
Auch La Palma ist nun im tiefroten Bereich. Es befinden sich 79 Personen in Quarantäne. Ob die 11 der UME mitgezählt wurden weiss ich nicht. Der AI/7 liegt bei 74,3 und war seit Ende Juli nie mehr so hoch.

Diebstahl
Auf Teneriffa hat einer drei Container mit Hilfsgütern für La Palma entwendet. Er gab an, den Transport nach La Palma zu organisieren, hat das aber nie getan. Er wurde verhaftet. Teile der Güter wurden bereits über einen Second Hand Laden weiter verkauft. Die Presse scheint nicht sehr erfreut über den Fall. Sie nannten den vollen Namen des "mutmasslichen" Täters. Es muss ihn aber sein, die Beweise sind erdrückend. Der Mann führt schon länger ein "Hilfswerk" und seine Aktivitäten werden jetzt auch zurück verfolgt.

Calima
Morgen Samstag erwarten wir etwas Calima. Die Luftqualität kann deshalb in Bezug auf PM 10 Partikel noch schlechter werden.

Vulkaninformation
Ein alter Schlund wurde auf der Südostseite aktiviert. Die Lava floss heute Nachmittag während der Pressekonferenz noch über alte Coladas. Der aktuelle Stand ist nicht bekannt. Im Norden wurde die Cra. Tacande noch weiter verschüttet, wahrscheinlich ist der Wasserspeicher für El Paraíso und Coraconcillo welcher direkt bei der Hochspannungsleitung stand nun auch weg.
Die Seismizität ist gleichbleibend, stärkstes Beben war das 4,2 mbLg um 21:11h in einer Tiefe von 11km gestern Abend. Der Tremor ist im Mittelfeld mit recht starken Variationen.

Die Anzahl zerstörter Wohnhäuser beträgt nun 1.250, auch 70,3km Straßen wurden zerstört. Der von Lava überdeckte Bereich hat eine Fläche von 1.144ha angenommen.

Vulkaninformation Freitagmorgen
Vulkaninformation Freitagmorgen
03 December, 2021

[9:30h] Nach einem heftigen Erdstoss gestern abend um 21:11h mit mgLg 4,2 in 11km Tiefe, haben sich keine Beben mehr ereignet, die von der Bevölkerung verspürt wurden.
Der Vulkan zeigt sich heute Morgen schlapp. Die unteren Schlote an der Nordflanke sind praktisch versiegt und es scheint, dass die Restaktivität nach SO verlagert wurde. Die untere Magmakammer produziert seit drei Tagen kaum mehr Beben und in der oberen Kammer hat sich die Ausdehnung der Beben deutlich vermindert. Auch die freigegebene Energie hat deutlich abgenommen.
Da müsste man eigentlich meinen, jetzt ist das Ende nah. Leider zeigen andere Parameter, dass immer noch Druck im System ist, welcher derzeit nicht über den Vulkan abgebaut wird. Die LP03 Jedey hat sich seit gestern wieder um 8 cm angehoben und auch die LP04 Casas El Charco zeigt eine Deformation um 2cm nach Osten hin, eine Bewegung, die erst einmal seit der Eruption stattgefunden hat. Manchmal werden diese Daten nachträglich korrigiert. Im Moment zeigen sie einfach, dass wir uns nicht zu früh freuen sollten, denn auch die Messungen des SO2 Ausstosses über Satellit sind erstmals seit Ende September wieder angestiegen.

Der Vulkan verlangt viel von uns, auch Geduld. Wir tun gut daran, diese zu haben, denn laufende Frustration wegen falschen Hoffnungen zerrt extrem.

UME Coronaausbruch
02 December, 2021

Bei der Einheit UME (unidad militar de emergencía) hat sich ein SARS-CoV-2 Ausbruch ereignet. Es befinden sich 11 Personen in Quarantäne. Nach bisheriger Praxis würden diese positiven an ihrem Wohnort aufgeführt, sind also höchstwahrscheinlich nicht in unseren Zahlen enthalten.

Gesundheitsinformation
02 December, 2021

[16:15h] Die Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 Virus sind leider auch auf La Palma wieder angestiegen. In den letzten zwei Tagen zählten wir 33 Neuinfektionen und auch der AI/7 ist erstmals seit August wieder über die 50er Marke auf 55,1 angestiegen. Wir zählen nun wieder 57 Personen in Quarantäne.
Unter 30 jährige 21
30 - 49 jährige 31
50 - 69 jährige 17
> 70 jährige 3

Die Fälle sind auf der ganzen Insel verteilt mit Fokus auf Los Llanos (14) und Breña Baja (10).

Es werden nun auch für über 60 jährige residente Booster Impfungen angeboten (ab 1961).

Wer mit Pfizer/Moderna geimpft ist ab 6 Monate nach der zweiten Impfung.
Wer mit AstraZeneca geimpft is ab 3 Monate nach der zweiten Impfung.

Die Impfungen werden im Pabellón Roberto Rodríguez Estrello in Sta. Cruz von Montag bis Freitag von 08h bis 15h ohne Voranmeldung durchgeführt.
Vergessen Sie ihr Zertifikat / eventuell die Residencia und einen Ausweis nicht.

Vulkaninformation am Donnerstagmorgen
Vulkaninformation am Donnerstagmorgen
02 December, 2021

[10:15h]

*** Ein grosser Steinschlag versperrte heute Morgen am Roque de los Muchachos den Zugang aus Sta. Cruz.***

Das Biest hat uns heute wieder früh aus dem Schlaf gerissen. Ein Beben mit mbLg 4,2 in 11km Tiefe hat um 5:15h den Schlaf für viele vorerst beendet. Es wurde auf der Mercalli Skala mit IV bewertet. Der Passat hat in El Paso seit gestern Abend auch zugelegt und er weht nun mit bis zu 35 km/h. Zum Glück haben sich die Explosionen wieder abgeschwächt. Einen Moment wussten wir vor lauter Geräuschkulisse nicht mehr ob Beben, Explosion oder Wind die Ursache war. Ich glaube ich brauche nach der Eruption eine Psychotherapie. Schon wenn jemand die Haustür öffnet vermute ich ein Erdbeben und ich bin offensichtlich nicht der einzige. Vor der Eruption hatte ich ein einziges Erdbeben erlebt gehabt. Nun kann ich sie nicht mehr zählen.

Auch heute werden keine nennenswerten Deformationen an den Messstationen gemeldet und der
SO2 Ausstoß ist gemäss den Satellitenmessungen weiter zurück gegangen. Diese massen am 30.11. etwa 1.400 t SO2/Tag. Die Messungen von Pevolca /IGN welche letzte Woche nur noch Bereiche von 1.000 - 29.999t/Tag angaben, sind einfach nicht mehr zu gebrauchen.

Die gesamte Erdbebenserie hat sich nun in die obere Magmakammer verlagert, wie man im Vergleich in der oberen Grafik sehen kann.



Der Zugang in die evakuierten Gebiete scheint im Moment möglich zu sein. Es muss nach wie vor das Formular ausgefüllt werden. OndaCero meldete einen Systemwechsel auf QR-Code für das Mobiltelefon. Dazu habe ich aber noch nichts weiteres gefunden.
Für den Zugang über das Meer muss dieses Formular ausgefüllt werden.

Vulkaninformation Mittwochabend
Vulkaninformation Mittwochabend
01 December, 2021

[16:30h] Heute etwas früher als sonst: Die Vermutung von heute Morgen hat sich bestätigt, die Lava fliesst zum grossen Teil in den zentralen Bereich der Colada 6, ein weiterer Strom hat sich neben und dann wieder über der Colada 8 gebildet. Die Lava hat am Cabeza de Vaca, unterhalb der  Ziegenstallung Tajogaite das ganze Gelände aufgefüllt. Die Häuser der Stallungen stehen noch.
Die Anzahl der Erdbeben hat deutlich zugenommen, die Beben finden nach wie vor praktisch ausschliesslich in der oberen Magmakammer statt. Wir hatten gestern mit 371 Beben einen neuen Rekordtag. Wie ich aber immer wieder betone ist nicht die Anzahl Beben aussagekräftig, sondern die damit freigegebene Energie. Die Beben waren alle um mbLg 3 und erst 1.024 Beben der Stärke 3 ergeben die gleiche Energie eines einzigen Bebens der Stärke 5.
Der Vulkan war auch heute tagsüber zeitweise sehr laut und produzierte Explosionen welche bei mir Türen die nicht ganz verriegelt waren aufmachten. Der Tremor ist von schwach auf mittel angestiegen und produziert zeitweise Peaks die ob der Explosionsstärke nicht erstaunen.

Wenn man ihn anschaut, den bisher so strammen starken Vulkan, dann macht er heute einen schwächlichen Eindruck, wie ein alter Mann der zwischendurch mit lautem Schimpfen auf sich aufmerksam machen will. Aber wir wissen es, ihm ist nicht zu trauen. Das kann auch Verkleidung sein.

Hund
01 December, 2021

[15:40h] Der Hund ist fit, wir waren gerade eine gute Stunde spazieren. Er bleibt noch bis heute Abend oder morgen bei uns, dann holt ihn die Gemeinde ab. Er wird dann zu den anderen Tieren gebracht die provisorisch untergebracht werden mussten. Wir waren beim Tierarzt haben bei den Augen etwas Fell wegschneiden lassen müssen und den Chip ausgelesen. Der Tierarzt hat die Daten der Polizei mitgeteilt. Infolge Datenschutz darf ich nicht mehr wissen, als dass sein Haus in der evakuierten Zone ist. Da der Besitzer nur die Haustelefonnummer und keine mobile in das Register eintragen liess, muss er nun gesucht werden.
Falls der Hundebesitzer das liest soll er doch bitte der Policia Local El Paso anrufen:  92248 50 02.

Hund zugelaufen
Hund zugelaufen
01 December, 2021

[11:45h] Uns ist heute ein kleiner Hund zugelaufen. Er hat ein Chip, der Besitzer wohnt aber in einem evakuierten Gebiet. Der Tierarzt konnte ihn nicht ausfindig machen. Vielleicht kommt dieser Rüde jemandem bekannt vor. Er hat ein blaues Halsband. Kontakt an roger.frey(at)idafe.com

Vulkaninformation Mitwochmorgen
Vulkaninformation Mitwochmorgen
01 December, 2021

[09:45h] Die Anzahl Erdbeben hat gestern stark zugenommen. Fast alle finden in der oberen Magmakammer statt. Nach einer kurzen Ruhephase gestern, hat die Eruption wieder Fahrt aufgenommen und den Hauptschlund auf der Spitze des Konus aktiviert. In der Nacht und auch jetzt noch finden regelmässig Explosionen statt welche die Fensterscheiben erzittern lassen. Ein ähnliches Bild hatten wir auch schon, speziell nach der ersten Woche als sogar Tacande evakuiert wurde.
In der Nacht hat sich am Nordwesthang auf etwa 900m AMSL ein erneuter Schlund aufgemacht aus welchem auch weiterhin Lava über die Nordwestflanke runter fliesst. Der gestrige sehr aktive Schlund auf der NO Seite war heute Morgen fast inaktiv. Wohin die Lava genau fliesst, kann ich nicht sagen. Ich sehe zum Glück in La Laguna und auch beim Callejón de la Gata im Moment keine Veränderung. Es kann sein, dass die Lava in Röhren unterirdisch in Richtung des nördlichen Deltas fliesst. Weiter scheint Lava vom Hauptschlund in eine südliche Richtung zu fliessen. Diese kann ich von meiner Position nicht einsehen. Eine Bestätigung erwarten wir in der Pressekonferenz.

Die kumulierte Energie der gestrigen Beben hat 500MWh überschritten, der höchste Wert während der Eruption lag Anfang November doppelt so hoch, bei rund 1GWh an einem Tag.

Die auf Druck empfindliche Station LP03 in Jedey bewegt sich auch heute in dem sich seit der Eruption entwickelten Normalbereich.

Wetterprognose
30 November, 2021

Mittwoch 1. Dezember
Ein schwaches Tief hat sich bei Madeira gebildet. Es beeinflusst unser Wetter marginal. Speziell sieht man, dass sich keine Inversion gebildet hat.
In der Nacht auf Mittwoch hat der Passatwind noch einmal deutlich abgenommen. Es wird feuchtere Luft zu uns geführt und im Nordosten kann es zeitweise regnen. Ab 500m werden bis über den Muchacho nur noch Werte unter 10kn prognostiziert. Dies führt einmal mehr zu einer radialen Ausdehnung der Emissionen vom Vulkan und wenn er viel Asche produziert kann diese auch auf der Ostseite nieder gehen.  Im Tagesverlauf nimmt der Nordostwind wieder zu und in El Paso weht erneut die Brisa.

Donnerstag 2. Dezember
Ein starkes Azorenhoch hat sich gebildet. Der Passatwind hat in allen Höhenlagen deutlich zugelegt und führt kühle aber auch feuchte Luft zu den Kanaren. Im Nordosten und Osten kann es immer wieder regnen. Der Wind weht nun mit über 20 kn und über die Cumbre Nueva wird eine Starke Brisa runter ins Valle und wahrscheinlich bis zum Meer runter wehen. Eine Inversion die sich auf rund 1.000m gebildet hat kann daran wahrscheinlich nichts ändern. Sie führt aber mit dem starken Passat dazu, dass im evakuierten Gebiet Nordwind aufkommt welcher dieses belüften kann. Im Bereich Tijarafe / Puntagorda passiert das gleiche mit Südwind. Die Luftqualität scheint sich in weiten Gebieten zu verbessern. Ausnahme sind Staubwolken mit kleinen Ascheteilchen die der Wind aufbläst. FFP2 Masken sind im Westen ein Muss. Am Nachmittag verstärkt sich der Wind auf 1.500m auf fast 30 kn, da liegen Sturmböen von +70km/h in einigen Bereichen des Valle durchaus drin.

Freitag 3. Dezember
Auch am Freitag ist das Hoch bei den Azoren aktiv und beeinflusst unser Wetter. Der Wind weht in vielen Höhenlagen immer noch mit fast 30 kn. Es stürmt in El Paso und die Brisa fällt weiterhin bis auf das Meer runter. Die Inversion hat sich auf 1.500m angehoben was vielfach die Luftqualität verschlechtert. Der Wind weht aber so stark, dass dies wahrscheinlich keine Rolle spielen wird. Auch am Freitag können wir im evakuierten Gebiet einen Wirbel von Nordwind beobachten, im Nordwesten Südwind. Auch am Freitag besteht die Regenwahrscheinlichkeit für den Osten und Nordosten weiter.

Samstag 4. Dezember
Der Kern des Hochdruckgebietes der Azoren hat sich in Richtung Portugal ausgedehnt. Das führt bei uns ab 1.500m zu einem Drehen der Windrichtung nach Ost oder am Nachmittag sogar Südost.  Dies kann durchaus wieder Asche und Gase in Richtung Valle blasen. Die Windgeschwindigkeit beträgt immer noch über 20 kn, die Vermischung und damit Verdünnung der Gase wird allfällige Emissionen verdünnen. In den unteren Lagen des evakuierten Gebietes weht immer noch tendenziell ein Nordwind mit einem positiven Effekt auf die Luftqualität.

Sonntag 5. Dezember
Das Azorenhoch bleibt bestehen. Die Windrichtung dreht wieder in allen Höhenlagen auf Nordostwind. Er weht am Mittag noch mit 18kn über die Cumbre Nueva, nun also schwächer aber er wird trotzdem bis El Paso Brisa verursachen. Wahrscheinlich fällt diese nicht mehr bis zum Meer runter.  Die Inversion wird auf 1.500m vorausgesagt. Die Luftqualität könnte sich wieder verschlechtern.

Zusammenfassung:
Bis am Sonntag weht mehrheitlich Passat welcher ab Donnerstag im Westen auch stürmisch werden kann. Die schwachwindige Fase am Mittwoch ist wohl zu kurz um Probleme am Flughafen zu verursachen. Die restlichen Tage bis am Sonntag werden keine Beeinträchtigungen am Flughafen prognostiziert.
Im Nordosten und Osten kann es immer wieder regnen.  In El Paso weht mehrheitlich Brisa die zeitweise auch mit >70 km/h wehen kann.

Vulkaninformation Dienstagmorgen
Vulkaninformation Dienstagmorgen
30 November, 2021

[09:35h] Die Produktion von Lava über die nördliche Flanke ist deutlich zurück gegangen. Wenn sie oben am Vulkan noch sehr flüssig ist, wird sie auf dem Weg nach unten deutlich kühler und visköser. Dies führt dazu, dass sie nur langsam fliesst, sich aber in die Höhe aufstockt. Man sieht diesen Effekt deutlich an dem Bildervergleich den ich oben eingefügt habe. Dies ist gut, denn wenn das nicht so wäre hätten wir die Lava bereits in La Laguna.

Heute morgen ist der Vulkan etwas ruhiger wie auch schon. Impulsartig wird Asche produziert, aber nicht mehr kontinuierlich.Der vulkanische Tremor hat heute Morgen etwas zugelegt, auch haben sich die Beben in der oberen Magmakammer leicht erhöht. Deformationen werden keine gemessen. Es scheint, dass der Druck einmal mehr abgelassen wurde. Videos um die Lage der nördlichen Colada besser zu beschreiben gibt es noch keine.

Die Demonstration vor dem Rathaus in Los Llanos von morgen 1. Dezember wurde offensichtlich abgesagt. Los Llanos hätte gestern mit der Auszahlung von Unterstützungsgeldern begonnen. Vielleicht weiß ja jemand mehr...

Später werde ich mal wieder eine Wetterprognose verfassen.

Vulkaninformation Montagabend
29 November, 2021

[21:30h] Hier noch paar abendliche Kurzinformationen. Auch heute Abend fliesst noch immer Lava aus dem nach NO gerichteten Kamin über die NW Flanke runter. Die Lavaströme trennen sich dann im Bereich der Strasse Tacande - San Nicolas in einen Fluss welcher in die Mitte zu der Colada 1 führt und einen weiteren welcher sich nördlich des Callejón de la Gasa an die bestehende Colada 8 anfügt. Dieser Lavastrom hat sich sehr verlangsamt, aber auch heute weiteres Kulturland und einige Häuser zerstört. Es ist derzeit aus Tacande kein weiteres Vordringen bis zu Cruz Chica auszumachen.
Der Schwefeldioxid Ausstoss ist gemäss Pevolca hoch. Sie geben dafür einen Bereich von 1.000 - 29.999 t/Tag an. Genauere Daten werden seit ein paar Tagen nicht mehr gemeldet. Keine weiteren Deformationen und die Seismizität konzentriert sich hauptsächlich auf die obere Magmakammer, die Seismizität ist relativ tief, auch der vulkanishe Tremor.

Es wurde an der Pressekonferenz darauf hingewiesen, dass das nächste Wochenende aufgrund des Feiertags am nächsten Montag ein langes ist und viele Besucher erwartet werden. Augenmerk soll auf die Sichtbarkeit im Strassenverkehr gelegt werden. Leuchtwesten werden empfohlen um Unfälle in der Dunkelheit zu vermeiden.

Im Osten hat es heute teilweise stark geregnet. Die Tropfen haben auch ab und zu den Weg auf die Westseite gefunden aber ohne zu nennenswerten, also messbaren Niederschlägen zu führen. Im Nordosten sind bis zu rund 30 l/m2 gefallen. Das gleiche Wetter mit Nordostpassat bis in grosse Höhen und feuchter Luft im Norden und Osten scheint bis zum 6. Dezember anzuhalten.

Vulkaninformation Montagmorgen
29 November, 2021

[10:55h] Nach wie vor ist es unglaublich schwer auch auf der Insel zuverlässige Informationen zu bekommen. Dronenbilder werden wenn überhaupt erst spät publiziert und die Pressekonferenzen scheinen sehr zurückhaltend in Informationen. [11:25h] Das Warten hat sich gelohnt hier die Dronenbilder von heute Morgen.

Es ist nun aber klar, dass die Lava, welche weiterhin über die nördliche Flanke fliesst, weiter unten noch mehr Häuser und Land zerstört. Wie auf meinem auf Twitter publizierten Video zu sehen ist, fliesst immer noch viel sehr flüssige Lava über den Nordhang. Die Lava fliesst weiter unten langsam aber stetig an dem nördlichen Rand der Colada 8 runter in Richtung Cruz Chica. Bilder die ich nun noch gesehen habe von 9h lassen hoffen, dass ein Teil der Lava in der Colada 8 fliessen. Dies Entwicklung ist trotzdem potentiell schlecht, da der weitere Verlauf unklar ist.

Auch wenn die Seismizität eher gering ist haben die spürbaren Beben zugenommen. Heute Morgen um 08:35h ereignete sich ein recht heftiges mbLg 5,0 Beben das auf der ganzen Insel wahrgenommen wurde. Die Tiefe 35km.

Vulkaninformation Sonntagabend
Vulkaninformation Sonntagabend
28 November, 2021

[17:59h] Wer sich Hoffnung auf ein schnelleres Ende gemacht hat, wurde heute einmal mehr enttäuscht. Es ist ein Tag an dem fast alles in die falsche Richtung lief.
Zuerst die am Morgen gemeldete Entwicklung die viel Lava nördlich des Vulkans runter fliessen liess und welche immer noch anhält. Dann ein Ansteigen der Seismizität, dies aber praktisch ausschliesslich in der oberen Magmakammer. Der SO2 Ausstoss ist gestern auch auf extrem hohe Werte im Bereich von 30.000 bis 49.900t/Tag hochgeklettert. Beim CO2 Ausstoss der Cumbre Vieja auch keine Veränderung, die Werte sind immer noch 5x höher als normal.
Immerhin sind die Deformationen wieder zurück gegangen und andere wurden als meteorologischer Einfluss gemeldet. Die Absenkung in Sta. Cruz scheint dazu zu gehören. Also von der Deformationsseite wenigstens eine gute Nachricht.

Die Lava welche aus den nördlichen Schloten fliesst, ja Plural, die Seite sah heute Nachmittag aus wie ein Schweizer Käse, die floss bei der Pressekonferenz bereits über die LP-213 in Richtung der Colda 8. Es wurden keine weiteren Daten bekannt gegeben.
Ich sehe keine Lava nördlich des Callejón de la Gata fliessen, kann den nördlichen Rand der Colada 8 aber von meiner Position aus nicht sehen sondern nur einen Teil der Colada.

Es wurden auch bereits wieder Befürchtungen geäussert, die Lava könne beim Restaurant Sombrero den neuen Kreisel verschütten und die Hauptstrasse unterbrechen. Da sehe ich noch keine unmittelbare Gefahr, was sich aber ändern kann wenn dieser neue Zustand länger anhält.
Der Kreisverkehr liegt 22 m höher als der Rand der Colada 8 und hat zur alten Colada einen Abstand von 470m. Ich habe dies in der obenstehenden Grafik dargestellt.

Wir werden abwarten müssen, ob wir weitere Dronenaufnahmen geliefert bekommen, die klären wo die Lava von den neuen Kaminen hinfliesst.

Vulkaninformation Sonntagmittag
28 November, 2021

[13:16h] Wie man in den von mir auf Twitter publizierten Videos sehen kann haben sich gleich mehrere neue Schlunde aufgemacht und die Lava ist nicht mehr viskös sonders extrem flüssig und fliesst schnell auf der Nordseite runter. Nördlich am Callejon de la Gata sehe ich im Moment weder Rauch noch Lava. Ich hoffe, dass diese Menge an Material einen weg zurück ins Zentrum findet.

Alarmierende SO2 Werte
28 November, 2021

[10:50h] Im Norden weht ein sehr starker Passat. Dieser saugt im Moment die Luftmasse vom Valle in Richtung Puntagorda. Diese Situation bringt schlechte Luftqualität mit sich. Die Gase werden zuerst mit Passat nach unten geblasen und dann in Richtung Nord weiter transportiert.
Sehr hohe Werte werden im Moment aus Los Llanos, Tazacorte und speziell aus Tijarafe mit alarmierenden 830 μg/m³ gemeldet. Die Situation wird sich mit Einsetzen der Thermik in der nächsten Stunde hoffentlich verbessern. Wenn es stinkt oder die Augen brennen, besser einen Moment im Haus bleiben.

Hier die aktuellen Werte des Cabildo de la Palma.

Vulkaninformation Sonntagmorgen
Vulkaninformation Sonntagmorgen
28 November, 2021

[09:40h] Heute Nachmittag um 14:10h sind bereits 70 Tage seit Beginn der Eruption vorbei und der Vulkan verhält sich immer noch jeden Tag anders. Heute haben sich auf der Ostseite zwei Schlunde aufgemacht und die Lava fliesst jetzt über die Nordflanke runter. Dies ist eine schlechte Nachricht, weil je nach Verlauf wieder neue Gebiete am Nordrand der Colada #8 betroffen werden können. Die Lava scheint etwas kühler und visköser, sie kommt aber voran.
In der letzten Nacht hat die Seismizität wieder zugelegt und es haben sich auch Beben ereignet die von der Bevölkerung gespürt wurden. Die Aktivität konzentriert sich im Moment hauptsächlich auf die obere Magmakammer. Auch der vulkanische Tremor hat in der Nacht zugelegt, der Vulkan selber erscheint indessen eher schlapp.
Bei der Station LP05 in Sta. Cruz ist zwei Tage in Folge eine Absenkung registriert worden. Diese hat sich in zwei Tagen auf 8cm erhöht und heute einen cm verloren, liegt aber mit diesen Werten tiefer als vor der Eruption. Die Station Jedey hat die gemeldete Erhöhung von 6cm in zwei Tagen wieder auf nur noch 2cm abgebaut.

In Dos Pinos (grosser Wasserspeicher Los Llanos) werden im Moment leicht erhöhte Schwefeldioxid Werte von 308 μg/m³ gemessen, was noch in der Norm liegt und als "Regular" bezeichnet wird.

Tazacorte
28 November, 2021

[09:10h] Es stehen zwar immer Los Llanos und El Paso im Fokus der Eruption, aber auch die Gemeinde Tazacorte hat Bürger welche das Haus verloren haben. Bei der Mitteilung um die Auszahlung der Hilfsgelder habe ich Tazacorte vergessen. Die Gemeinde hat ihre Bürger letzte Woche auch unterstützt. Es fehlt also die grösste Gemeinde, Los Llanos die es noch nicht auf die Reihe gebracht hat. Umso wichtiger ist die Protestkundgebung am 1. Dezember. Die Bürgermeisterin, Noelia Garcia Leal, denkt wahrscheinlich bis zu den Gemeindewahlen im Jahr 2023 haben die Bürger das wieder vergessen. Ich bin da nicht so sicher.

Vulkaninformation Samstagabend
Vulkaninformation Samstagabend
27 November, 2021

[17:55h] Der neue Schlund welcher sich gestern unter einem Haus aufmachte das rund 700m SW des Hauptkegels steht (Bild oben von Ruben López IGN), produziert keine Lava mehr. Der Lavafluss welcher Teile des Friedhofs Las Manchas begrub und das Krematorium zerstörte hat die Nummer 10 und hat sich weiter unten mit Nummer 11 verbunden.
Die Lava fliesst nun wieder hauptsächlich über die Mitte nach Westen und teilt sich dann in Richtung Colada 4 und 1/9 also in Richtung der bereits bestehenden zwei Deltas. Die Piste auf die Montaña La Laguna ist etwas gefährdet, da sich dort die Lava verbreitert. Der Berg wird von den Vulkanologen als Beobachtungsplatz und auch als Startplatz für die Dronenflüge genutzt. Heute Abend befinden sich immer noch Autos oben. Der Zugang also noch offen. Die vertikale Deformation in Jedey wurde in der Pressekonferenz von Maria José Blanco kurz erwähnt, der Direktor der Pevolca, Morcuende hat sie übersehen.
SO2 Werte gibt es auch heute keine, die gestrigen Regenfälle haben einmal mehr Messungen verhindert. Das Gleiche gilt für den CO2 Ausstoss des Cumbre Vieja Komplexes der schätzungsweise den Normalwert immer noch um das 5 Fache übersteigt. Seismizität und Tremor sind relativ tief.

Der Flughafen konnte erst heute Abend angeflogen werden. Obschon die Wetterbedingungen schon den ganzen Tag gut sind musste die Piste erneut gereinigt werden. Es hat sich Asche abgelagert welche mit den Regenfällen zu einer Pampe führte. Bis Ende Monat sehe ich keine Probleme mehr für den Betrieb des Flughafens.

Am Mittwoch 1. Dezember findet um 12h vor dem Rathaus in Los Llanos eine Demonstration statt. Die Veranstalter wollen die Gemeindepräsidentin darauf aufmerksam machen, dass die finanzielle Unterstützung der vom Vulkan betroffenen Menschen nicht ein Wunsch ist, sondern eine Notwendigkeit.

In der Tat hat die Gemeinde Los Llanos noch nichts ausbezahlt und steht so deutlich hinter El Paso, das bereits vor zwei Wochen begann hilfsbedürftige Familien aus dem Spendenpool finanziell zu Unterstützen.

Vulkaninformatin Samstagmittag
Vulkaninformatin Samstagmittag
27 November, 2021

[11:30h] In der obenstehenden Grafik habe ich die Deformationen der LP03 eingetragen. Eine Woche alleine ist sicher nicht aussagekräftig, aber man sieht keine Korrelation zwischen Beben in einer Kammer und dem Anheben der Station. Diese hat gegenüber gestern auch wieder um 3cm zugelegt. Der gestrige Wert wurde nach meiner Kommunikation noch einmal korrigiert und die gesamte vertikale Erhöhung in Jedey ist wieder bei +6cm gegenüber vorgestern. Das heisst einmal mehr, es ist immer noch Druck im System.
Auch der Umstand, dass immer noch massenweise sehr flüssige Lava ausfliesst deutet auf Zufuhr von Magma aus der Tiefe und das sind keine Zeichen eines schnellen Abklingen der Eruption. Aus El Paso sieht man auch heute Mittag das gewohnte Bild, aus dem obersten Schlot wird pyroklastisches Material, also Asche ausgestossen, aus dem westlichen Schlund Lava und viele Gase.

Obschon die Wetterbedingungen für den Flughafen gut sind, wurde der Flugbetrieb bis jetzt noch nicht aufgenommen. Es dauert offensichtlich, diesen seit Tagen stillgelegten Betrieb wieder hochzufahren. Viele Kunden haben aufgrund der Unsicherheit wahrscheinlich den Schiffsweg gewählt und damit fehlen auch die Kunden.

Der Wind weht auf der kritischen Höhe von 1.500m bis Ende Monat relativ stark aus Nordost. Damit ist der Flughafen auf der sicheren Seite und der Betrieb sollte gewährleistet sein.

Vulkaninformation Freitagabend
Vulkaninformation Freitagabend
26 November, 2021

[18:30h] Die oben publizierte Karte der Beben der letzten drei Tage zeigt eine deutliche Abnahme der Bebenaktivität in beiden Magmakammern. Der Tremor ist nach wie vor tief. In Bezug auf die Deformationen sehe ich eine leichte Anhebung der Station Jedey von etwa 2cm, aber alles immer noch innerhalb der +/- 2cm die sich als Band nach der Eruption etabliert haben. Maria José Blanco erwähnte eine Deformation die aber noch eine Bestätigung brauche. Es wurde nicht nachgefragt, ob es sich um die Station LP03 Jedey handelt. Die SO2 Werte konnten aufgrund des schlechten Wetters nicht ermittelt werden. Sie sollen sich aber schätzungsweise im gleichen Band wie gestern befinden. Der neue Schlund welcher sich gestern unter einem Haus auf rund 685m aufmachte und dann den Friedhof von Las Manchas überfloss, produziert im Moment keine Lava mehr. Alimentiert werden heute die Coladen #4, 5 und die 7 dies sind die Lavaflüsse zwischen Montaña Todoque und Montaña La Laguna und auch in die 9, die südlichste fliesst noch etwas Lava ein.

Weil sich durch die Überflutung mit Lava die gesamte Hydrologie geändert hat, wurde eine Analyse in Auftrag gegeben um rasch abzuklären, welche Massnahmen getroffen werden müssen, damit es nicht zu lokalen Überschwemmungen kommt. Speziell La Laguna ist gefährdet da sich am nördlichen Rand der Colada 8, Regenwasser sammeln könnte, das dann in das Zentrum von La Laguna fliessen kann.

Spendenzentrum El Paso
Spendenzentrum El Paso
26 November, 2021

Ab heute Freitag 26. November gelten die oben genannten Öffnungszeiten für die Entgegennahme von Spenden, wie zum Beispiel Betten, Möbel etc, in der alten Tabakfabrik in El Paso.

Lavaflüsse
26 November, 2021

[13:35h] Die Bezeichnung der Lavaflüsse ist für manche Leser nicht genau nachvollziehbar weshalb ich vor ein paar Tagen eine KMZ Datei für Google publiziert habe. Diese ist nicht mehr ganz aktuell weil neue Lavaflüsse dazu kamen, ich orientiere mich aber daran und erkläre anhand dieser Karte wo sich eventuell neue Lavaflüsse befinden. Laden sie diese Datei runter und installieren sie in Google Earth und das Problem ist gelöst.

Vulkaninformation Freitagmorgen
Vulkaninformation Freitagmorgen
26 November, 2021

[10:35h] Black Friday, im wahrsten Sinn des Wortes. Der Regen welcher in El Paso gestern Abend fiel hat zwar über 33 l/m2 gebracht. Unsere Hoffnung, dass die kurz vorher gefallene Asche weggespült wird hat sich nur auf steilen Flächen erfüllt. Plane Flächen sind nun mit einem schwarzen Matsch bedeckt, der zuerst trocknen muss, bis man ihn wegwischen kann.

Die neue Lavazunge welche sich gestern beim Friedhof las Manchas gebildet hat, scheint sich nach dem Bild von heute Morgen nicht mehr gross zu bewegen. Die Lava ist aber in das Krematorium und den Friedhof geflossen und wieweit das wieder ausgegraben werden kann wird sich erst noch zeigen.

Die Seismizität ist nach wie vor gering und die Beben beschränken sich mehrheitlich auf die obere Magmakammer. Lässt der Zustrom in der unteren etwa nach? Auf jeden Fall sind viele Zeichen im Moment recht gut, keine Deformationen, wenig Erdbeben und die in der oberen Kammer. Aber der SO2 Ausstoss muss sich deutlich mindern und ich mache erst eine Flasche auf, wenn das Biest eine ganze Woche lang ruhig war.

Nun hat in El Paso bereits Brisa eingesetzt. Auch beim Vulkan sieht man, dass die produzierten Gase und die Asche wieder in Richtung SW verblasen wird. Diese Windrichtung wird nun bis Ende Monat anhalten. Der Passat wird recht stark wehen und in den meisten Teilen der Insel für frische Luft ohne Ascheregen sorgen. Die Asche - falls weitere produziert wird - fällt dann wieder über evakuiertes Gebiet. Auch für den Flughafen sind das gute Nachrichten. Ich gehe davon aus, dass dieser in Kürze wieder angeflogen wird.

Vulkaninformation Donnerstagabend
25 November, 2021

[16:20h]
Verschiedenes:
Nicht immer sind die Nachrichten negativ. Heute konnten 12 Familien die Schlüssel führ ihre neu fertiggestellten Wohnungen übernehmen. Diese können nun aus den doch etwas beengten Hotelzimmern ausziehen und einen Neustart beginnen.
35 Personen konnten vom Hotel in Fuencaliente zusätzlich in Hotels nach Sta. Cruz umziehen. Dort sind sie deutlich näher bei ihren Familien.
Weil der Flughafen zu ist hat Naviera Armas nun auch eine Schnellfähre zwischen Los Cristianos und La Palma in Betrieb.

Covid:
Die Fallzahlen steigen auch auf La Palma weiter an. Wir zählen nun 47 Personen in Quarantäne. Der Wochenindex AI/7 liegt nun bei 45,5 noch grün, der Zweiwochenindex AI/14 bei 68,3.
Die Fälle verteilen sich auf fast der ganzen Insel mit Fokus in Breña Alta (14) und Los Llanos (11). Zwei Personen (70-79 Jährig) befinden sich in stationärer Spitalpflege.
Die am stärksten betroffene Altersgruppe sind 50-59 jährige (11) gefolgt von 40-49 jährigen (9).

Vulkan:
Die neue Colada welche von der #10 ausgehend südlich der Montaña Cogote runter fliesst und teile des Friedhofs überfloss sowie in das Krematorium eindrang hat sich deutlich verlangsamt. In der Pressekonferenz wurden noch 25m pro Stunde genannt. Das erhöht die Hoffnung, dass sie vielleicht zum Stillstand kommt, bevor sie noch mehr Schäden anrichtet. Die Wissenschaftler wussten an der Pressekonferenz noch nicht genau, aus welchem Schlund diese Lava ausfliesst.

Die hauptsächlich alimentierte Colada ist immer noch die #1, nun auch die #10 und auch die #7 (neue Fajana) bekommt noch etwas Zulauf. Es wurden keine neuen Deformationen festgestellt, Seismizität und Tremor sind auf recht tiefem Niveau. Der Schwefeldioxidausstoss indessen auf hohem Niveau. Es wurde ein grosser Bereich von 1.000 bis 29.999 t pro Tag angegeben. Das Messsystem scheint bei schlechtem Wetter rasch an die Grenzen zu kommen.

Wetter:
Der Wind hat nun seine Richtung auf Vulkanhöhe die Windrichtung auf SW gedreht. Die Windstärke wird nun auf dieser Höhe stetig zunehmen und erreicht mit rund 20kn am Freitagmorgen um 3h das maximum. Auch in tieferen Luftschichten dreht der Wind in der Nacht auf Freitag auf SW was die Niederschläge auf der Westseite fördert. Aber schon um 9h soll wieder Passat aufkommen. Dieser wird morgen Freitag im Tagesverlauf immer stärker und im Verlauf des Nachmittags kommt in El Paso Brisa auf. Diese verstärkt sich gegen Abend auf 25 kn und wird somit höchstwahrscheinlich bis zum Meer runter wehen.
Wieviel Regen es gibt und wo er genau fallen wird, kann ich nicht sagen. Nur soviel: Hauptsächlich wieder im Osten. Es kann aber auch sein, dass uns im Westen am Freitagmorgen noch ein isoliertes Gewitter trifft. Hoffen kann man ja...

Vulkaninformation Donnerstagmittag
Vulkaninformation Donnerstagmittag
25 November, 2021

[12:50h] Leider erreichen mich Bilder von einem neuen Schlund südlich des Konus aus welchem Lava in Richtung Corazoncillo fliesst. Bereist werden an der südlichen Flanke von der Montaña Cogote Feuer gesichtet. Dies direkt an der Südflanke der Montaña beim Friedhof Las Manchas. Dies ist ausserordentlich schlechte Nachricht. Wenn aus diesem Schlund weiter Lava fliesst dann ergiesst sich diese gänzlich über bis anhin verschontes Gebiet.

Gesucht: Mietobiekte und Möbel
25 November, 2021

Immer noch werden Unterkünfte gesucht. Im Moment speziell auch Vermieter , die auch längerfristig für 1 ½ bis 2 Jahre vermieten möchten. Personen die ihr Haus verloren haben suchen diese Möglichkeit. Wenn sie ihr Haus länger vermieten können, dann melden sie sich doch bitte bei Angel Immobilien, Herrn  Bernd Blume.

Weiter fehlt es an Möbeln. Betten werden sehr stark nachgefragt, sowie weitere Kleinmöbel und Haushaltsgeräte. Herr Blume schreibt:

„Bei denen, die nicht versichert waren, ist die Situation natürlich besonders bitter, ich habe mit Menschen gesprochen, die seit Wochen auf dem Fußboden im Flur bei Verwandten und Bekannten schlafen und unglaublich glücklich waren, wenn wir ihnen wenigstens Betten und Matratzen mitgeben konnten. Insofern würde ich mich sehr freuen, wenn weiterhin liebenswerte Mitmenschen sich von Kleinmöbeln und Haushaltsgeräten trennen könnten und diese in der alten Tabakfabrik, Nave 6 abgeben würden. Dort ist täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr jemand, der diese sehr gerne annimmt.“

Kontaktinformation Angel Immobilien SL:
Plaza de España n°2  /  E-38760 Los Llanos  /  La Palma, Spanien / CIF B76521608
Tel.      + 34 922 40 16 24
Fax:     + 34 922 46 35 32
Móvil: +34 647 87 28 94

Vulkaninformation am Donnerstagmorgen
Vulkaninformation am Donnerstagmorgen
25 November, 2021

[10:30h] Black Thursday! Eine riesige Schweinerei haben wir heute Morgen angetroffen. In El Paso ist weiter Asche gefallen und dann hat es geregnet. Gerade genug um eine einen Matsch herzustellen und zu wenig um ihn irgendwohin wegzuspülen. 1,6 l/m2 regnete es bislang in Tacande. Auf der Ostseite regnete es deutlich mehr, bis fast 90l/m2 wurden bei Puntallana gemessen.
Das Wetter spielt gerade verrückt. Wir haben ein Tiefdruckgebiet im Westen welches normalerweise SW Wind bringt und auf der Westseite Niederschläge. Aber im unteren Bereich bis auf rund 1.500m wirkt noch Passat und dieser weht im Moment als Brisa bis zu 35 km/h in El Paso und bläst das bisschen Nass auch noch weg. Das GFS prognostiziert, dass der SW sich der SW Wind am Nachmittag auch auf 1.500m durchsetzen wird. Der Wind würde dann in El Paso auch aus SW wehen, also 180° drehen. Wo und wieviel es regnet ist kaum zu bestimmen. Die Modelle spielen wie das Wetter verrückt und es ändert sich laufend. Die grösste Wahrscheinlichkeit für noch stärkere Niederschläge gibt es morgen Freitag früh. Das ECMWF meldet auch ein paar eingelagerte Gewitter.

Die Seismizität ist immer noch auf tiefem Niveau wenngleich auch in der Nacht ein paar Beben stattfanden die von Teilen der Bevölkerung verspürt wurden. Ich gehöre nicht dazu. Auch unsere "Vorwarnstation" Jedey zeigt nach wie vor keine Deformationen an und auch der vulkanische Tremor ist auf eher tiefem Niveau.

Vulkaninformation Dienstagabend
Vulkaninformation Dienstagabend
24 November, 2021

[18:15h] Entgegen meiner Wetterprognose regnet es im Osten bereits. Das wird höchstwahrscheinlich wieder der Vulkan sein welcher viel Feuchtigkeit hochträgt, mit Asche vermischt und dann zu lokalen Niederschlägen führt.

Die Seismizität ist nach wie vor sehr gering. Heute Nachmittag ereignete sich noch ein Beben mit mbLg 3,4 in 13 km Tiefe welches von der Bevölkerung verspürt wurde (IV). Die meisten Beben haben derzeit eine Magnitude unter 3.0 und finden in beiden Magmakammern statt. Der Tremor ist nach wie vor tief. Die SO2 Werte haben sich wieder erhöht aber der Fehlerbereich ist heute enorm es wurde ein WErt von 1.300 - 18.000 t/Tag angegeben. Das neue Delta vor der Montaña la Laguna ist nun auf 5 ha angewachsen. Immer noch ist die colada #7 aktiv, die ersten, Colada 1 und 2 werden mit Lava versorgt, stossen aber nicht mehr vor.

Die Regenfront steht nun rund 300km südwestlich von La Palma. Der Wind auf dem Muchacho hat aber noch nicht zugenommen. Wir sind also noch nicht unter dem Einflussbereich des Tiefs. Ich erwarte ein deutliches Ansteigen der Regenwahrscheinlichkeit im Westen ab Mitternacht. Wieviel fallen wird kann ich kaum beurteilen. Das Gelände, der Windwinkel aber auch der Vulkan und dessen Gas und Ascheproduktion werden das Geschehen auf La Palma bestimmen.

Vulkaninformation am Mittwochmorgen
Vulkaninformation am Mittwochmorgen
24 November, 2021

[09:30h] Die Seismizität ist im Moment sehr tief. Das sieht man auch auf der oben publizierten Grafik. Die blaue Linie zeigt die durch Erdbeben produzierte Energie pro Tag. Ein einziges Beben wurde heute von der Bevölkerung gespürt, ein mbLg 3,4 in 13km Tiefe um 07:09h (Mercalli III). Ich habe es verpasst. Der Vulkan produziert im Moment viel Lava, wenig Asche und eine riesige weisse Wolke. Wahrscheinlich ist wieder viel Wasser im System. Explosionen stellen wir aber keine fest. Die neue Fajana hat schon gewaltige Ausmasse angenommen und die Küstenlinie einmal mehr stark verändert. Es gilt als fast sicher, dass sich auf der Südseite mit der Zeit ein neuer Strand bilden wird.

Die Luftqualität war heute Morgen in Puntallana miserabel, nun hat sich die Situation wieder verbessert und bis auf Los Llanos mit zu hohen CO Werten zeigen alle Stationen in bewohntem Gebiet gute Qualität an. Bei Casas El Charco sind die SO2 Werte deutlich zu hoch.
Die Luft ist recht instabil, die Temperatur nimmt mit zunehmender Höhe deutlich ab und wir haben nirgendwo eine Inversion. Das heisst in rund einer Stunde beginnt etwas Thermik welche die Luft mit frischer Atlantikluft vermischt und die Qualität deutlich verbessert.
Der Zugang der Evakuierten Zone ist heute weder im Süden noch im Norden erlaubt, auch nicht über den Seeweg.

Am Morgen wird die Sonne schon leicht von hohen Wolkenfeldern verdeckt. Die hohe Bewölkung verdichtet sich im Tagesverlauf. Gegen Abend kann es im Westen partiell schon regnen. Die richtigen Regenfälle mit eventuell eingelagerten Gewittern werden aber erst am Donnerstag erwartet.

Der Wind weht auch heute in der für Gase und Ascheverteilung kritischen Höhe auf 1.500m schwach. Die Ausbreitung wird radial sein und auch den Flughafen weiterhin lahmlegen. Gegen Morgen Mittag nimmt der Wind auf 1.500m dann auf 15kn zu und sorgt im Westen für deutlich bessere Verhältnisse. Der Osten wird indessen keine Freude haben.

Vulkaninformation Dienstagabend
23 November, 2021

[18:25] Die Fajana der Colada #7 wächst weiter. Die betroffene Fläche hat sich auf 1.073 ha erhöht, das ist eine weitere Zunahme um 13ha. Das Delta süd ist 43,5 ha gross. Die in der Presse erwähnten 9ha der neuen Fajana wurden von Direktor Morcuende nicht bestätigt. Er hätte noch keine Zahlen dazu meinte er. Auch am Mittag floss am Meisten Lava über die colada #7. Die Coladen # 1,2, 3 und 4 erhalten auch Zulauf, aber deutlich weniger und sie bewegen sich nicht vorwärts.
Der Tremor ist tief, die Deflationen auch und auch der SO2 Ausstoss ist mit 4.500 - 6.000t/Tag eher tief. Der Abwärtstrend wird auch von Satellitenmessungen bestätigt. Diese Messungen zeigen seit 23.9. bereits einen Rückgang im SO2 Ausstoss.

Der Lock down wurde am Mittag aufgehoben, auch die Beschränkungen für den Hafen. Es gelten noch territoriale Zugansbeschränkungen für Schiffe in der Nähe der Fajanas.

Spendenkonten und GoFundMe
23 November, 2021

Aufgrund von Nachfragen hier noch einmal die Spendenkonti und die GoFundMe Kampagnen die ich publiziert habe (plus eine neue von Playa de los Guirres).

***************************************************

Private GoFundMe Kampagnen
(gelistet nach aufsteigendem Spendenstand):

Kiosko Los Guirres, Grecia Motta

Pizzeria Evangelina, Rüdiger Singer

Solarmax, Max Deffner

Bar Timaba, Kirchplatz Todoque, Manuela Arduini

Valle Verde, Silvia Heckel

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Offizielle Spendenkonten:

Cabildo de La Palma:
Bizum 03747
ES47 2100 9169 0122 0017 9456
BIC/Swift: CAIXESBBXXX
Concepto: Donación volcán
Destinatario: Cabildo de la Palma

Ayuntamiento de El Paso:
CAIXA: ES26 2100 7109 3122 0015 5652
Cajasiete: ES57 3076 0480 6710 0761 6723
Angabe der NIE, Name Vorname. Concepto Aportación Erupción Volcánica

Ayuntamiento de Los Llanos de Aridane:
Bizum: 03749
ES06 2100 1921 1902 0014 1752
CAIXESBBXXX
Concepto: Donación vulcán La Palma
Destinatario: Ayuntamiento de Los Llanos de Aridane

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Tierschutzorganisationen:

UPA La Palma
Bizum 654 344 916
Konto:
ES05 0073 0100 5805 0610 7955

Benaware:
Bizum: 699 627 943
Konto:
ES96 2100 7104 0002 0005 0887

Aanipal:
Bizum: 670 696 329
Konto:
ES35 2038 7294 0460 0014 2897

Allerlei am Dienstagmorgen
23 November, 2021

[10:24h]

Covid
Obschon La Palma in Bezug auf Neuinfektionen immer noch im grünen Bereich liegt, der AI/7 war gestern bei 27,6 und der AI/14 bei 40,7, werden täglich Neuinfektionen gemeldet. Es sind bereits wieder 31 Personen in Quarantäne und eine neue Welle wäre das Letzte, was wir im Moment noch gebrauchen könnten. Es befinden sich zwei Personen im Altersbereich 70 - 79 in Spitalpflege. Die restlichen 29 in häuslicher Quarantäne.

Über 70 jährige residente können sich über die Nummern 112 oder 922 470 912 und 928 301 912 zur Booster-Impfung anmelden.

Strassenprojekte
Priorität erhalten die drei Projekte
Neue Verbindung Tazacorte - Puerto Naos, eine Küstenstrasse El Remo - Fuencaliente und eine Umfahrungsstrasse von El Paso.

Wo die Straßenführung Tazacorte - Puerto Naos durchgehen wird ist noch nicht klar. Es wurde aber gesagt, dass die Trasse komplett anders als vorher sein werde.

Ostseite
Auch heute bläst ein schwacher SW Wind Asche und auch Gase in den Osten. In Breña Alta und Sta. Cruz wurde zeitweise sehr schlechte Luftqualität gemeldet. Der Flughafen wird im Moment nicht angeflogen.

Vulkan
Die letzte Nacht wurden wir wieder durch Erdbeben geweckt. Der Vulkan ist trotzdem deutlich ruhiger als auch schon. Er produziert nach wie vor Asche und Gase und es fliesst auch viel Lava aus. Im Gebiet Südlich von La Laguna hat es in der Nacht gebrannt. Ich gehe davon aus, dass dort weiteres Land und Häuser zerstört wurden. Mehr wissen wir wenn erste Luftaufnahmen publiziert werden.

Die gestern gemeldeten Deformationen in Mazo und LP06 haben sich wieder normalisiert und auch die wichtige Station LP03 Jedey ist wieder knapp 2cm abgesunken und zeigt im vertikalen Bereich Werte im Schwankungsband (+/- 2cm) seit der Eruption.

Der Lockdown von Puerto de Tazacorte wird am Mittag neu evaluiert. Die Luftqualität scheint gut zu sein, aber es gelten die manuellen Messungen vor Ort. Ich denke spätestens in der Pressekonferenz wissen wir mehr.

Der Hafen von Puerto de Tazacorte wurde gestern in einer Verfügung geschlossen. Dies gilt nicht für Forschungsschiffe, das Militär und die Polizei. Inwieweit die Fischer betroffen sind ist mir aus dem Befehl nicht ganz klar geworden.

Der Wind schläft im Tagesverlauf in der wichtigen Höhe fast gänzlich ein und erlaubt auch wieder eine radiale Ausdehnung von Asche und Gase rund um den Vulkan. Gut ist, dass die Temperatur im Bereich bis auf 1.500m um 0,75°C/100m abnimmt. Das fördert bei einem bisschen Sonne die Thermikentwicklung und ein Durchmischen der Luft.

Vulkaninformation Montagabend
22 November, 2021

[18:10 UTC] Die Fajana wächst und wächst. Es ist eindrücklich wieviel Material pro Sekunde runter fliesst. RTVE hat im Moment einen Livestream.

Heute wurde für das Gebiet im Radius von 2,5km um die neue Fajana ein Lock Down verhängt. Die Leute sollen daheim bleiben, Türen und Fenster geschlossen halten. Eine Neubeurteilung erfolgt gemäss Direktor Morcuende nach 24 Stunden. Den Text habe ich auf Twitter publiziert.

Die Colada #7 ist im Moment diejenige mit dem meisten Zulauf und auch die welche nun die neue Fajana bildet. Weiter werden auch die # 1,2 und 9 über Lavaröhren versorgt.

Die Deformationen wurden als stabil angegeben. Die von mir festgestellte Absenkung bei Mazo und LP06 wurde nicht erwähnt und Journalisten haben wie erwartet auch nicht gefragt.
Der Schwefeldioxidausstoss war gestern so tief wie noch nie und wurde mit 900 - 1.300 t/Tag angegeben. Erstmals seitdem ich die Daten seit 15.10. erfasse eine dreistellige Zahl.
Die Seismizität ist unverändert, die meisten Beben ereignen sich in der unteren Magmakammer im Bereich von 30km.
Die Fläche welche durch Lava zerstört wurde ist noch einmal um 7ha angewachsen und beträgt nun 1.060ha. Auch die Anzahl der zerstörten Wohnhäuser hat sich noch einmal um 9 erhöht und steht nun bei der traurigen Bilanz von 1.193.

Wetterprognose
Wetterprognose
22 November, 2021

Wetterprognose für die kommende Woche

Dienstag 23. November
Das Tiefdruckgebiet mit Kern leicht westlich der Azoren dehnt sich weiter aus. Es ist noch weit weg, führt aber bei uns bereits zu zwei Effekten: Erstens die Inversion ist weg und zweitens ist der Wind ganz schwach. Auf Meereshöhe ist am Mittag fast windstille, aber auch auf Höhe des vulkans wehen nur 5kn aus SW. Erst über 2.000m dreht der Wind auf West und nimmt mit zunehmener Höhe zu.
Asche  und Gase können sich so fast radial um den Vulkankonus ausdehnen und auch der Flughafen bleibt bei entsprechender Ascheproduktion des Vulkans nicht verschont. Hohe Wolkenfelder ziehen auf und werden die Sonne verdecken. Regen scheint keiner zu fallen.

Mittwoch 24. November
Das Tiefdruckgebiet verschiebt seinen Kern leicht nach Südwest. Über die Iberische Halbinsel ist Höhenkaltluft vorgestossen. Die Temperaturen in Spanien sinken und in höheren Lagen kann es schneien.
Wir bleiben in einem schwachwindigen Gebiet mit entsprechendem Einfluss auf die Verteilung von Asche und Gase welche auch am Mittwoch radial ist und den Flughafen betreffen kann. Der Wind weht auf Meereshöhe mit 6 kn aus Südost dreht im Tagesverlauf auf Nordost und nimmt leicht zu. Auf 1.500m noch schwache 3kn SO erst mit zunehmender Höhe über 2.000m dreht der Wind auf West. Der Tag beginnt in weiten Teilen recht sonnig. Sobald die Thermik einsetzt können sich Wolken mit Basis auf rund 1.100m bilden. Es fällt kaum Niederschlag.

Donnerstag, 25. November
In der Nacht auf Donnerstag hat die Bewölkung rasch und intensiv zugenommen. Bereits in den frühen Morgenstunden kann es regnen. Die Feuchtigkeit ist sehr hoch und den ganzen Tag über wird es immer wieder Regnen. An einigen isolierten Stellen ist mit Starkregen zu rechnen. Die Wolkenbasis wird aufgrund der hohen Feuchtigkeit sehr tief sein. Wenn der Flughafen nicht Probleme mit Asche bekommt könnten die Sichtminima nicht gegeben sein. Flugeisen am Donnerstag werden schwierig.
Der Wind weht auf Meereshöhe am Mittag mit  17kn aus Südost. Er dreht ab rund 1.000m die Richtung auf Südwest mit 10 kn und ab 2.000m Westwind um die 20kn.

Freitag, 26. November
Auch in der Nacht auf Freitag hat es zum Teil intensiv weiter geregnet. Die Niederschläge werden den ganzen Tag über anhalten und stellenweise intensiv sein. Der Wind weht auf Meereshöhe mit strammen 20 kn aus Nordost und dreht auf rund 1.000m die Richtung nach Südwest ab 2.000m steigt die Windgeschwindigkeit auf 20kn an.  Auch am Freitag scheint die Wolkenbasis für den Anflug am Flughafen sehr tief zu sein. Dazu kommt, dass auf der kritischen Höhe von 1.500m kaum Wind weht und auch am Freitag Gase und Asche zuerst radial verteilt werden.

Samstag, 27. November
In der Nacht auf Samstag fliesst langsam etwas trockenere Luft ein. Der Wind weht am Mittag auf Meereshöhe mit strammen 23 kn aus Nordost und auch auf 1.500 m wehen noch 20kn Nordost. In El Paso kommt eine stramme Brisa auf die bis nach Los Llanos und vielleicht sogar bis zum Meer runter blasen kann. Sie bringt frische Luft ins Valle und bläst Asche und Gase wieder über evakuiertes Gebiet und das Meer. Die Modelle sind sich nicht mehr so einig. Das Europäische rechnet weiterhin mit Regen, das Globale nicht.

Sonntag, 28. November
Der Wind weht in allen Höhenlagen stark aus Nordost. Auf Meereshöhe 24 kn, auf 1.500m 23kn und auf Höhe des Muchacho noch 20kn. Auch am Sonntag weht in El Paso und weiten Teilen des Valle die Brisa und bringt frische Luft ins Valle. Im Osten und Nordosten kann es ab Mittag wieder regnen. Dieser Niederschlag kann mit der Brisa auch in den Westen getragen werden und nah an den Bergen zu leichtem Niederschlag führen.

Zusammenfassend: Einige Probleme mit der Operabilität des Flughafens stehen an. Ab Mittwochabend stetig ansteigende Regenwahrscheinlichkeit. An einigen Orten kann sehr intensiver Niederschlag fallen welcher zusammen mit der Asche zu Problemen im Strassenverkehr führen kann. Steile Gebiete sind zu meiden. Die Erdbeben haben das Gelände schon geschwächt und es ist mit dem Regen davon auszugehen, dass weitere Steinschläge stattfinden.

Lava fliesst erneut ins Meer
Lava fliesst erneut ins Meer
22 November, 2021

[12:11h] Vor ein paar Minuten bestätigten es Videobilder von RTVE: Erneut ist die Lava bis zum Meer vorgedrungen. Es handelt sich um eine Colada südlich der Montaña La Laguna welche nun ins Meer fliesst und auch dort ein neues Delta bilden kann. So wie es aussieht handelt es sich um die Colada #7.

Vulkaninormation zum Wochenbeginn
Vulkaninormation zum Wochenbeginn
22 November, 2021

[10:30 h] Die Nacht war recht ruhig. Damit meine ich nicht, was die Seismometer aufzeigten, sondern was ich gefühlt habe. Kein Erdbeben und auch der Vulkan war ruhiger als in der Nacht auf Sonntag. Dann heute Morgen kurz nach 8 wieder ein Rumpser welcher Mobiliar und Geschirr im Haus in Schwingung brachte. mbLg 4,8 in 36km Tiefe. Dort in der unteren Magmakammer finden im Moment die meisten Beben statt. Die Station LP03 Jedey hat sich gegenüber gestern wieder um 3cm angehoben. Der Wert liegt aber in dem Band von +/- 2cm welches sich nach der Eruption etablierte. Was interessant ist und für was ich noch keine Erklärung oder Theorie habe ist ein deutliches Absenken der Station LP06 und Mazo im Südosten der Insel. Mazo zeigt ein Absinken von 3cm auf einen Wert unter dem im August, also vor der Eruption. Das Gleiche gilt für LP06 bei Monta de Luna welche ein Absinken von ca. 5cm gegenüber gestern zeigt. Leider sind die Journalisten in der Pressekonferenz jeweils schlecht vorbereitet und ich befürchte, dass hierzu keine Frage gestellt wird.

Der Wind weht auf 1.500m heute Morgen mit 7 kn aus SW und bläst die Asche in Richtung Sta. Cruz. Der Flughafen wird im Moment auch nicht angeflogen weil auch dort Asche runter fällt. Am Nachmittag dreht der Wind auf Vulkanhöhe auf NW nimmt aber noch einmal an Stärke ab. Für das Valle könnte diese leichte Richtungsänderung gut sein. Schwacher Wind fördert ja die radiale Ausbreitung der Aschewolke. Mit einem leichten Nordeinschlag wird sie weiter in den Süden geblasen. Für den Flughafen bedeutet das nichts gutes. Ich glaube kaum, dass heute eine Maschine landet.
In El Paso stinkt es im Moment und in Richtung Los Llanos ist die Luft bläulich. Ich hoffe, dass die in Kürze einsetzende Thermik frische Atlantikluft einmischt und die Luftqualität verbessert.

Jetzt sehe ich Wasserdampf hinter der Montaña La Laguna aufsteigen. Es scheint sicher, dass der Lavafluss welcher seit ein paar Tagen südlich der Montaña La Laguna sehr aktiv ist (zwischen #4 und #7) das Meer nun erreicht hat.
[10:44h]Korrektur, es sind zwei Wasserspeicherbecken die den Dampf verursachen. Die Lava scheint noch ein paar hundert Meter vom Meer entfernt zu sein.

Die Woche wird Wettermässig sehr interessant. Ein Tiefdruckgebiet wird das Wetter beeinflussen und möglicherweise zu starken Regenfällen führen. Eine Wetterprognose mit etwas mehr Details werde ich später erarbeiten.

Vulkaninformation Sonntagabend
Vulkaninformation Sonntagabend
21 November, 2021

[20:05h] Um es vorweg zu nehmen. Nach der Normalisierung der Werte der Station LP03 in Jedey ist es ruhig um unseren Enrique geworden. Er hat noch nichts weiteres publiziert.
Auch der Vulkan ist deutlich ruhiger. Die Pressekonferenz ergab nicht viel neues aber die Schwefeldioxid-Werte sind immer noch hoch und wurden mit 7.000 - 18.000t/Tag angegeben. Der Tremor ist relativ tief und auch die Seismizität bleibt im Moment auf tiefem Niveau.
Der Vulkan produziert nach wie vor viel Lava welche auch heute über dierColada #1 und dann zwischen Colada #4 und #7 fliesst. Dabei hat die Lava weitere 8ha Kulturland zerstört. Die weiteren Coladen welche noch alimentiert sind sind die #2 und die #9.

Obschon sich das Regenband bei uns mal wieder trennte und ein Teil nach Madeira und der andere nach El Hierro geblasen wurde hat es doch auf beiden Inselseiten geregnet. In Tacande kamen 0,8 l/m2 zusammen.

Auch morgen bleibt es bewölkt. Die Wolkenbasis unter dem Vulkan welcher deshalb kaum zu sehen sein wird. Der Wind weht in den untersten Schichten bis auf 1.000m aus Nordost, darüber aus West. Auch morgen besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Flughafen nicht angeflogen werden kann. Morgen Montag scheinen sich die grösseren Regenzonen leicht südlich der Kanaren zu entwickeln. Bei uns kann es im Tagesverlauf im Osten vereinzelt zu leichtem Niederschlag kommen.

Vulkaninformation Sonntagmorgen
Vulkaninformation Sonntagmorgen
21 November, 2021

[09:10h] Die letzte Nacht war wie in den ersten Tagen, unglaublich laute Explosionen haben mit aus dem Schlaf gerissen. Nach 4h wurde es dann etwas ruhiger. Es handelt sich dabei höchstwahrscheinlich um phreatomagmatische Explosionen wenn sich Wasser in der Magma aufgrund des sinkenden Druckes beim Aufsteigen plötzlich explosionsartig ausdehnt. Diese Annahme wird auch dadurch untermauert, dass viel weisser Rauch, also Wasserdampf aus den Schloten entwich. Es ist sehr viel Lava ausgetreten und über die Westflanke runter geflossen. Soweit ich es beurteilen kann über die Colada #1 und den gestern vorgezeichneten Weg. Die Pressekonferenz muss das noch bestätigen.

Der Wind weht wie vorausgesagt aus SW und bläst die Asche und die Gase nun aus dem Valle über die Cumbre Nueva auf die Ostseite. Der Flughafen meldet Asche und wird im Moment nicht angeflogen. Heute Morgen konnte ich ein paar Cumulus Lenticularis fotografieren. Diese Linsenwolken entstehen wenn der Wind über Bergen angehoben wird die Luftmasse sich dabei abkühlt und kondensiert. Sie werden auch Föhnwolken genannt und gelten auf La Palma als Vorboten von Regen:
"Cada lluvia tiene sus propias nubes lenticulares" heisst es hier auch.

Heute wird es im Tagesverlauf immer bewölkter. Es wird keine richtige Front über uns ziehen. Wenn die Feuchtigkeit aber mit dem SW Wind den Hang hochgeblasen wird, dann kondensiert es auf rund 800m und kann lokal regnen. Dies vornehmlich im Westen nah an den Bergen und im Osten auch bis zur Küste. Bis zum Sonnenuntergang soll es laufend etwas feuchter werden.

Die Seismizität ist wieder deutlich zurück gegangen und auch die gestern gemeldeten vertikalen Deformationen bei der Station Jedey LP03 zeigt einen Rückgang um 7cm zu normalem, nach Beginn der Eruption gemessenen Werten.

Es geistert wieder das Gerücht einer weiteren Eruption über die Insel. Promotor dieser Theorie ist offensichtlich Enrique, ein Vulkanologe der, aus wessen Gründen auch immer, nicht bei einem anerkannten Institut arbeitet, sondern seine Einschätzungen privat in Facebook unter dem Titel "Vulkane und Wissenschaft heute" teilt. Dieser Enrique sang schon zwei Wochen das Lied des erlöschenden Vulkans und hat diese Theorie auch mit viel wissenschaftlich anmutenden Texten und Grafiken untermauert. Da dieses Szenario nicht eingetreten ist, wird nun in andere Richtung scharf geschossen. Er kommt mir vor wie ein Roulettespieler der, nachdem er verloren hat, einfach mal auf alle Zahlen setzt um sicherzugehen, dass er gewinnt. Er schreibt nun von weiterer Eruption, von Zerfall des Vulkanskonus und weiteren Lavaströmen nach La Laguna. Das ist zwar alles möglich, aber aufgrund der heutigen Datenlage verantwortungsloser egozentrischer Unsinn der nur die Leute verängstigt. Es gibt kein einziges offizielles Anzeichen dafür, dass so ein Szenario unmittelbar eintreffen wird. Dass er zum Beleg seiner Theorie auch noch eine Grafik von mir nimmt und sie modifiziert, anstelle etwas Zeit zu investieren, macht es auch nicht besser. Ein wichtiger Pfeiler seiner Theorie, die Station LP03 ist nun auch ein paar Stunden nach seiner Publikation wieder auf normalem Niveau. Wenn sich Enrique nur die Zeit genommen hätte gestern die Pressekonferenz anzuhören, dort hat Carmen López die Absenkung bereits angekündigt (4:25h).

Auch wenn die Pressekonferenzen hölzern sind, die Fachleute den Stoff äusserst unattraktiv präsentieren und deshalb alles etwas hausbacken rüber kommt: Verlassen sie sich auf offizielle Quellen und auf ihren gesunden Menschenverstand. 




Vulkaninformation Samstagabend
Vulkaninformation Samstagabend
20 November, 2021

[18:10h] Das vom Vulkan ausgestossene pyroklastische Sediment hat 10 Millionen Kubikmeter überschritten. Deshalb hat das wissenschaftliche Komitee heute bekannt gegeben, das der VEI auf 3 angehoben wurde. Der VEI (Vulcan Explosivity Index) teilt verschiedene Eruptionen in Grössenklassen ein.
Die Seismizität so wurde in der Pressekonferenz mitgeteilt sei gleichbleibend, der Tremor auf einem tiefen Niveau. Die Station Jedey welche heute eine vertikale Deformation von einigen cm aufzeigte habe sich wieder zurückentwickelt. Der Schwefeldioxid ausstoss ist auch etwas tiefer und wird mit 10.000 - 17.000t / Tag angegeben.
Auch der Vulkan verhält sich heute wieder etwas verkatert und produziert nicht viel Asche und Gase. Zum Glück denn heute war ja der Tag mit dem vorausgesagten Südwind und es ist aufgrund der verminderten Ascheproduktion nicht sehr viel in El Paso angekommen. Die Lava fliesst immer noch sehr flüssig und schnell über Kanäle runter und alimentiert hauptsächlich das Gebiet wie gestern zwischen Colada 4 und 7. Dabei sind auch weitere Plantagen Opfer der Lava geworden. Gegenüber gestern kamen 8,5 ha dazu was die gesamte betroffene Fläche auf 1.595 ha erhöht.

Der Flughafen meldet auch heute Abend noch Vulkanasche und ausser der Maschine die den Ministerpräsidenten Sánchez wieder ausflog hat heute kein Flugzeug den Flughafen angeflogen.

Die Windrichtung dreht nun wieder langsam nach SW und der Wind nimmt langsam aber stetig zu. Morgen Mittag soll er auf 1.500m mit   17 kn wehen und dabei allfällige Asche und Gase über die Cumbre Nueva in Richtung Sta. Cruz wehen. Die Bewölkung nimmt auch langsam zu und morgen Nachmittag wird Regen erwartet.

Vulkaninformation Samstagmorgen
20 November, 2021

[10:05h] Die Nacht war etwas bewegt. Zwei Erdbeben wurden von der Bevölkerung verspürt. Das erste um 03:07 mit mbLg 4,6 in 37km Tiefe und das Zweite, eigentlich zwei Beben zur gleichen Zeit um 6:43h mit mbLg 3,6 in 12km und 4,1 in 9km Tiefe. Ich habe auch beide bemerkt.
Die Vulkanologen sind sich nun offensichtlich einig darüber, dass erneut Magma ins System eingeflossen ist, was die Hoffnung für ein Ende des Ausbruchs im November deutlich schmälert. Für diese Theorie spricht auch, dass die Station Jedey LP03 erneut einen vertikalen Anstieg verzeichnet. Es sind gegenüber gestern knapp 5cm und gegenüber vorgestern rund 7cm. Jedey hat sich immer sehr sensitiv für Druckaufbau gezeigt.

Am Morgen um 8h hat der Vulkan keine Asche produziert. Das hat sich nun um 9:45h wieder geändert, aber er ist im Moment noch nicht so aktiv. Das wäre gut, denn heute ist der Tag mit zuerst zunehmendem Südwind was heisst, dass Asche und Gase dann in Richtung El Paso, Los Llanos geblasen werden. Dann kommt schwacher SW Wind auf der die Wolke nach NO blasen wird. Diese SW Komponente auf 1.500m verstärkt sich bis Mitternacht auf 10kn und bis Sonntag Mittag auf 14kn. Der Tag beginnt für alle die nicht im Einflussbereich der Vulkanwolke sind noch recht sonnig. Ab Mittag ziehen dann aus SW hohe Wolkenfelder auf die Vorboten des ersten Tiefdruckgebietes, das uns gegen Sonntagabend Regen bringen kann.

In der Nacht hat der gestern schon eingesetzte SW Wind Asche auf die Ostseite geblasen und den Flughafen im Moment stillgelegt. Das wird in der nächsten Woche noch mehrere Male passieren. Entweder Asche oder Wind oder vielleicht sogar beides. Wer eine Flugreise plant sollte sich vorher genau informieren und die Option Schiff / Teneriffa auch in Erwägung ziehen.

Vulkaninformation Freitagabend
Vulkaninformation Freitagabend
19 November, 2021

[20:15h UTC] Ruhige Phasen wechseln sich mit explosiven ab. Heute wird einmal mehr das ganze Programm abgespielt. Zwischendurch gibt es auch Explosionen welche durch in das System einfließende Wasser hervorgerufen werden. Der Konus sieht etwas aus wie ein Schweizer Käse. Auf der Westseite fliesst an mehreren Stellen Lava raus. Diese Lava fliesst auch am Nachmittag hauptsächlich zwischen Colada #7 und #4 also zwischen der Montãna Todoque und La Laguna. Dieser weitere Vorstoss von Lava wird noch mehr Häuser und Kulturland verschlingen.

Weiter werden auch die Coladas die das Delta bilden mit Lava versorgt. Der SO2 Ausstoss wurde heute mit 17-26.000 t/Tag angegeben, also leicht tiefer als gestern. Heute bliess ab Mittag SW Wind. Dieser hat die Asche auch auf die Ostseite geblasen. El Paso blieb praktisch verschont. Die Luftqualität war überall recht gut.

Es wurde heute in der Presse über einen erneuten Einfluss von Lava in der unteren Kammer spekuliert. in der Pressekonferenz wurde dies nicht besprochen, auch fehlten einmal mehr die kritischen Fragen der Journalisten.

Das Tiefdruckgebiet nähert sich immer mehr und morgen wird der Wind wahrscheinlich den ganzen Tag aus südlichen Richtungen wehen. Ich sehe buchstäblich schwarz für El Paso und Los Llanos. Je nach Ascheproduktion kann das ein trüber Tag werden. Vamos a ver...

Reaktivierter Lavafluss
Reaktivierter Lavafluss
19 November, 2021

[11:30h] Gerade erreicht mich ein Bild von heute Morgen welches zeigt, dass sich die Lava am Callejón Morera wieder reaktiviert hat und weitere Häuser und Kulturland zerstört. Dieser neue Vorstoss befindet sich zwischen den Coladas #7 und #4.

Wetter
Wetter
19 November, 2021

[10:30h UTC]

Samstag 20.11.2021
Das für uns die letzten zwei Tage wetterbestimmende Tief verlagert seinen Kern vor Portugal. Ein weiteres Tief westlich der Azoren nimmt langsam Einfluss auf unser Wetter. Der Samstag ist ein Überganstag. Der Tag beginnt noch überall recht sonnig, nur einige hohe Wolkenfelder schatten ab und zu etwas ab. Diese nehmen dann am Nachmittag immer mehr zu. Der Wind dreht auf 1.500m auf Süd, höher auf SW. Weht in den Höhenlagen der Insel aber am Mittag noch schwach, unter 10 kn.  Wenn der Vulkan weiter Asche produziert wird diese direkt nach Norden, also ins Valle geblasen. Auch wenn sich keine Inversion gebildet hat kann die Luftqualität infolge der schwachwindigen Lage schlecht sein. Auf 2.000m kommt im Tagesverlauf immer stärkerer SW Wind auf welcher Asche die diese Höhe erreicht in Richtung Sta. Cruz blasen wird. Probleme am Flughafen können nicht ausgeschlossen werden.

Sonntag 21.11.2021
[nun korrekte Windrichtungen]
Der Wind weht nun in allen Höhenlagen aus SW. Auf der Westseite wird die Windstärke gebremst. Man wird aber an der Vulkanwolke sehen, dass diese in Richtung NO geblasen wird. Über der Cumbre Nueva verstärkt sich der Wind. Der SW Wind scheint nicht bis nach Sta. Cruz runter zu blasen. Wird die Feuchtigkeit mit dem Wind aber die Hänge hochgeblasen, bilden sich auf rund 1.100m Wolken. Da wir auch am Sonntag keine Inversion haben, können sich diese Wolken zu hohen Türmen aufbauen und lokal zu Regen führen. Dies vornehmlich bergnah und im Osten.

Montag, 22. November
In der Nacht auf Montag hat die Bewölkung weiter zugenommen. Die Luft ist aufgemischt und der Temperaturgradient gross. Das heisst, dass Wolken aufgrund der Kondensationsenergie sehr weit aufsteigen können. Das ECMWF Modell sagt sogar Gewitter voraus und auch das GFS Modell zeigt sehr instabile Verhältnisse mit möglichen lokal starken Regenfällen. Der Wind weht in allen Höhenlagen aus SW bis West, also vom Vulkan in einer Linie nach Sta. Cruz. Probleme am Flughafen können nicht ausgeschlossen werden.

Die Lage mit Südwestwind, eingelagerter Feuchtigkeit und viel Regen für die Westseite wird bis am kommenden Freitag 26.11. anhalten.

Vulkaninformation Freitagmorgen
19 November, 2021

[09:35h] Schnell sind heutzutage Informationen verbreitet, schnell auch solche die nicht zutreffen. Gestern Abend war ich in Los Llanos und habe den Überlauf der Lava das spektakuläre Bilder lieferte nur in Fernsehen mitbekommen und etwas von "Colapso del Cono" gehört, das dann so auf Twitter gestellt obschon es nicht stimmte. Es handelte sich nicht um einen Kollaps sondern um ein Überlaufen von Lava über die Westseite. Dann geisterten letzte Nacht Informationen über eine Evakuation von Tajuya rum und ich wurde gefragt, ob ich auch evakuieren musste. Finden konnte ich keine offizielle Information und habe dann nach einiger Recherche eine Mitteilung auf palmerus.es gefunden die übe eine Evakuation des Mirador Tajuya informierte. Es scheint, dass dieser Aussichtspunkt um 0:45h geschlossen wurde weil die Luftqualität schlecht war. Daraus wurde dann eine Evakuation von Tajuya und einer legte noch drauf und sprach von "...auch umliegende Gebiete".
Ich muss mich bei der Nase nehmen, andere auch. Wir tappen immer wieder in die Falle schnell was weiterzuleiten das dann nicht stimmt und vielleicht zu Unsicherheit führt.

Der nächtliche Regen lässt heute früh auf den Lavafeldern Wasserdampf aufsteigen. Erneut produziert der Vulkan damit Bilder noch nicht gesehene und etwas bizarre Bilder. Kurz nach 1h früh ereignete sich ein Erdbeben mbLg 5,1 in einer Tiefe von 36km welches mich wachrüttelte. Ich gab ihm eine IV auf der Mercalli Skala. Das Beben wurde auf allen Inseln der Provinz Teneriffa gespürt.

Die Station LP03 Jedey zeigt gegenüber gestern wieder eine vertikale Deformation von 2cm, liegt aber immer noch in der Bandbreite der "normalen" Schwankungen seit dem Ausbruch. Wir müssen schauen, ob das auch morgen so bleibt. Die Seismizität geht wieder zurück und ist nur noch leicht über dem Wochenschnitt und auch der Vulkanische Tremor hat seit dem 5,1 Beben leicht abgenommen. Die Luftqualität ist im Moment recht gut. Der Regen konnte auch die PM10 Partikel etwas binden.

Heute gibt es wieder politischen Besuch. Der Präsident der spanischen Regierung, Pedro Sánchez, die Ministerin für den ökologischen Wandel, Teresa Ribera, und der EU-Kommissar für Umwelt, Virginijus Sinkevicius, besuchen uns, um sich über die Entwicklung des Vulkanausbruchs zu informieren.

Wetterprognose heute:
Wir befinden uns auch heute am südlichen Rand eines Tiefdruckgebietes bei Madeira und eines grossen Kaltlufttropfens auf 5.500m Höhe. Dieser führt auch heute dazu, dass sich die Luftmasse langsam anhebt. Die Luft ist feucht eine Inversion fehlt gänzlich und es kann im Tagesverlauf wieder viel Wolken und lokal auch Regen geben.
Der Wind weht schwach und auf der kritischen Höhe zum Beurteilen der Aschewolke aus Nordwest. Dies bläst Rauch und Asche eher nach Südost und kann am Flughafen zu Problemen führen.

Vulkaninformation Donnerstagabend
18 November, 2021

[18:15h] Noch gerade Glück gehabt. Bin genau rechtzeitig zum Beginn des Regens mit den wichtigsten Dächern fertig geworden. In Tacande hat es bis jetzt 5 l/m2 geregnet. Das sind die höchsten Werte seit dem 28. April 2021.
Am Vulkan sah man, dass es an einigen Stellen schneller trocken wurde, die sind ganz offensichtlich heisser. Davon habe ich ein Video gepostet.
Auch heute fliesst die Lava hauptsächlich zwischen Todoque und La Laguna runter. Der Lavafluss #4 ist noch 300 m von der Küste entfernt kommt aber kaum vorwärts. Die anderen Coladas, die #1 und die #9 erhalten nur noch sehr wenig Zufluss.
Das Delta im Meer von welchem die einen Palmeros sagen, es sei eine Fajana, die anderen es sei eine Isla Baja, ist jetzt 43ha groß und gestern noch einmal 0,85ha gewachsen. Das Meer hat an einigen Stellen schon Sand hingebracht und so ein paar ganz neue kleine Strände geschaffen.
Die Seismizität ist wieder am abnehmen und auch vertikale Verformungen werden keine berichtet.
Dann war noch eine Frage in der Pressekonferenz betreffend der neuen Straße. Diese soll ja innerhalb eines Monats fertig gestellt werden. Da gestern infolge der schlechten Luftqualität nicht gearbeitet werden konnte wurde von einem Journalisten nach der Fertigstellung gefragt. Der Verantwortliche ist zuversichtlich, dass sie den Monat sogar leicht unterbieten können.

Vulkaninformation Donnerstagmorgen
Vulkaninformation Donnerstagmorgen
18 November, 2021

[08:30h UTC] Die gestrige etwas ruhigere Phase wurde dann wieder mit viel Ascheproduktion abgelöst. Heute Morgen präsentiert sich der Vulkan indem er viel Asche produziert und weniger Rauch.
Die Erdbebenserie ging weiter, ist aber in Bezug auf die Seismizität schon wieder leicht am zurückgehen und hat nie die Höhe von Ende Oktober erreicht (Grafik). Trotzdem wurden auch in der letzten Nacht wieder einige Beben von der Bevölkerung verspürt. Interessant, ein eher schwaches Beben von mbLg 3,8 habe um 00:30h habe ich gespürt (das Erste unter mbLg 4 das ich überhaupt bemerkte) und es wurde von der Bevölkerung mit bis Mercalli V bewertet. Das sicher auch, weil es in nur 11km Tiefe stattfand. Die Beben konzentrieren sich auf die zwei Magmakammern in 10km respektive 35 km Tiefe, wobei sich auch ein paar Beben in Tiefen von 8-9 km ereigneten.
Die Station Jedey hat sich in den letzten 4 Tagen wieder leicht vertikal angehoben (2cm in 4 Tagen). Das scheint in der Bandbreite der normalen Schwankungen seit Beginn der Eruption zu sein. Der vulkanische Tremor, die durch aufsteigende Magma verursachten Schwingungen, hat sich seit gestern auch wieder vermindert.

Wetter:
Das Hochdruckgebiet hat sein Zentrum in die Biskaya verschoben. Auf 5.500m hat sich ein Trog von Höhenkaltluft bis zu den Kanaren vorgeschoben. Diese Höhenkaltluft führt zu einem grossflächigen Aufsteigen der Luftmasse. Wir erkennen dies bereits jetzt an dem Umstand, dass die Inversion schon jetzt über 2.500m hoch ist und im Tagesverlauf wahrscheinlich verschwindet. Wenn sich bei einer solchen Wetterlage Wolken bilden kann die Feuchtigkeit ungehindert weiter hochsteigen und dann lokal zu Niederschlägen führen. Ascheteilchen fördern die Bildung von Wassertropfen weil sich die Feuchtigkeit an der rauhen Oberfläche gut anlagern kann.

Die Windstärke nimmt vermindert sich ab Mittag auf den für Luftqualität und Asche relevanten Höhen was eine Ausdehnung der Asche radial um den Vulkan fördert. Es kann im Verlauf des Nachmittags deshalb auch wieder Asche bis nach El Paso und Los Llanos gelangen.

Bevor es feucht wird gehe ich nun wieder Asche schippen...

Vulkaninformation Mittwochabend
Vulkaninformation Mittwochabend
17 November, 2021

[17:10h] Die gleichen Medien welche gestern noch das Lied des erlöschenden Vulkans gesungen haben sind heute angesichts der Tatsache, dass die Seismizität wieder zugelegt hat gleich wieder im Panikmodus. Man muss ihm Zeit lassen, der Vulkan hört nicht einfach so auf. In der Tat haben die Beben gegenüber der letzten paar Tage deutlich zugenommen. Ich habe auch einige gespürt. Wenn man aber die freigegebene Energie der Beben über die letzten 30 Tage ansieht, dann gab es immer solche Sprünge. Es ist also nichts besonderes und wir müssen wohl oder übel damit leben, dass dies auch noch eine Weile so weitergeht. Ich bin indessen nicht pessimistisch. Die Deformationen haben sich überall zurück gebildet und das ist schon mal ein Zeichen dafür, dass weniger Druck im System ist. Es fliesst wahrscheinlich mehr raus als rein. Wir brauchen einfach Geduld. Das ist nicht so einfach. Heute hat sich der Tag wirklich wie Armageddon gestaltet. Wir hatten viel Aschenproduktion, soviel, dass es auch gleich wieder Blitze gab. Dann wird im mittleren Kamin (von El Paso aus gesehen) viel Wasser mit ausgestossen. Die Wolke ist weiss und das Wasser reagiert sogar zum Teil mit SO2 und dem H2S indem es wieder Ablagerungen von elementarem Schwefel produziert. Der unterste, westlichste Schlund produziert mehr SO2, dessen Rauchfahne ist bläulich. Dann war das gesamte evakuierte Gebiet infolge miserabler Luftqualität gesperrt, auch das Personal der Entsalzungsanlage wurde abgezogen und die Brisa hat die noch nicht verdichtete feine Asche welche auf den Strassen immer wieder von den Autos aufgewirbelt wird zu veritablen ungesunden Staubstürmen aufgeblasen.

Der SO2 Ausstoss hat indessen noch einmal auf einen Wert von 2.000 - 3.000 t/Tag abgenommen, der zweittiefste Wert seitdem ich vor einem Monat begonnen habe die Zahlen der Pressekonferenz zu notieren.

Die Menge an Lava hat etwas abgenommen. Die gestern noch alimentierten Coladen haben keinen oder nur wenig Zulauf. Aber die Colada #5 nördlich der Montaña Todoque wird wieder mit Lava versorgt und ist heute weiter in Richtung westen vorgestossen. Dabei wurden auch weitere Plantagen eventuell auch Häuser überrollt.

Wetterprognose bis nächsten Dienstag
17 November, 2021

[10:15h UTC]
Wetterprognose

Mittwoch 17. November
La Palma ist unter dem Einfluss eines Hochdruckgebietes nordwestlich der Azoren der Passat hat schon am Dienstagabend zugelegt und in El Paso bläst die Brisa mit gut 20 km/h. Asche und Gase werden in Richtung evakuiertes Gebiet und auf den Atlantik geblasen. Die Inversion ist auf 1.500m, der Temperaturgradient mit einer Temperaturabnahme von 0,85°C/100m hoch was zusätzlich für Thermik und Belüftung sorgt. Im Nordosten kann es zeitweise regnen.

Donnerstag 18. November
Ein Trog Höhenkaltluft schiebt sich in Richtung der Kanaren. Diese verursacht ein Aufsteigen der Luftmassen. Die Inversion wird nach oben weggemischt. Der Passat hat sich generell etwas abgeschwächt. Er weht am Mittag auf Meereshöhe noch mit 11 kn, auf 1.500m mit 6 kn. Das sollte gerade reichen, dass im Valle keine Asche fällt. Nimmt der Wind noch mehr ab, was gegen Abend der Fall sein wird, könnte auch wieder Asche im Umkreis vom Vulkan fallen. Leichte Niederschläge im Nordosten sind möglich. Durch die Instabile Luftmasse können sich aber auch anderswo Wolken auftürmen. Ascheteilchen fördern die Tropfenbildung und es kann auch auf der Westseite lokal regnen.

Freitag 19. November
Der Tag kündigt einen Wetterwechsel an. Über Madeira hat sich ein Tiefdruckgebiet gebildet. In der Höhe ein grosser Kaltlufttropfen (DANA). Dieser fördert eine vertikale Bewegung der Luft. Diese steigt also auch ohne Thermik auf und lässt so überall Wolkenbildung zu. Der Wind ist auf Meereshöhe fast eingeschlafen. Ab 1.500m hat die Windrichtung auf West gedreht. Er weht am den ganzen Tag schwach mit 5 kn und auf 2.000m mit 10kn. Die Windrichtung ist unvorteilhaft für den Flughafen. Je nach Ascheproduktion des Vulkans kann dies zu Problemen führen. Inversion hat es keine, Feuchtigkeit die aufsteigt kondensiert auf etwa 900m bildet Wolken die weiter aufsteigen was gerade mit Ascheteilen in der Luft zu lokalen Niederschlägen führen kann. Lokale Regenfälle sind auf der ganzen Insel möglich.

Samstag 20. November
Der Wind weht auf Meereshöhe aus Südost, dreht dann auf 1.000m auf Süd und weiter auf Südwest. Er ist weht immer noch schwach was auch weiterhin eine radiale Ausdehnung von allfälliger Asche fördert. Es kann auch wieder Asche im Valle runter fallen, aber auch Sta. Cruz ist in der möglichen Windrichtung. Es scheint sich zudem eine stabilere Schichtung mit Inversion auf ca. 1.500m zu bilden. Diese Höhe ist schlecht für die Luftqualität da Gase darunter schlecht  nach oben entweichen können und sich über bewohntes Gebiet verteilen können. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit ist für den Samstag deutlich geringer.

Sonntag 21. November
Ein Tief über den Azoren bestimmt immer mehr den Wetterverlauf auf La Palma. Der Wind hat in der Nacht auf Sonntag die Windrichtung auf SW geändert und an Stärke zugelegt. Er weht auf Meereshöhe mit 13kn, auf 1.500 m mit 14 kn und auch auf Höhe Muchacho weht SW Wind mit 15kn. Es wird im Tagesverlauf zunehmend bewölkt. Die Feuchtigkeit kondensiert auf rund 1.000m und kann dann aufgrund fehlender Inversion weit hochsteigen.  Obschon die Wettermodelle kaum Regen voraus sagen, sind solche Wetterlagen prädestiniert auf der Westseite auch schon vor dem Eintreffen der Front  zu starken Regenfällen zu führen. Allfällige Asche wird nun in Richtung  Sta. Cruz geblasen.

Montag 22. November
Das Tief über den Azoren ist stationär. Nach dem GFS Modell erreicht uns am Mittag eine Regenfront. Nach dem ECMWF Modell erreicht uns die Front bereits um Mitternacht. Fronten aus SW können im Westen der Insel zu weiteren zum Teil starken Niederschlägen führen. Die Wolkenbasis liegt auf rund 900m. Der Wind weht in allen Höhenlagen aus Südwest bis zum Muchacho mit rund 15 kn. Produziert der Vulkan weiter Asche, wird diese auch am Montag in Richtung Sta. Cruz geblasen.

Dienstag 23. November
Das GFS Modell rechnet noch stärkeren SW Wind, nun auf Meereshöhe mit 18 kn, und auf 1.500m 20 kn und mit weiterer Höhe noch zunehmend. Da wir auch am Dienstag unter Tiefdruckeinfluss stehen werden und sich deshalb keine Inversion gebildet hat wird der Wind wahrscheinlich Böig bis nach Sta. Cruz wehen können. Probleme am Flughafen infolge von Windböen sind auch möglich. Zusätzlich wird auch allfällig produzierte Asche vom Vulkan in diese Richtung geblasen. Die Modelle sind sich nicht ganz einig, aber es sieht sehr danach aus, dass auch am Dienstag unter Umständen im Westen viel Regen fallen kann.

Zusammenfassend steht ein Wetterwechsel bevor. Die Windrichtung ändert auf Süd später auf Südwest. Asche und Gase können mit dieser Windrichtung in Bewohntes Gebiet geblasen werden. Probleme können am Freitag am Flughafen wegen Asche und in der kommenden Woche, speziell am Dienstag infolge des starken Windes entstehen. Weiterhin sind ab Sonntag starke Regenfälle nicht ausgeschlossen. Diese können mit der Asche zu lokalen Überschwemmungen führen und auch Strassen mit Asche unbefahrbar machen. Steilwände wurden durch die Beben bereits instabil. Der Regen kann auch hier zu lokalen Steinschlägen führen. Es ist wichtig, die Wetterentwicklung täglich genau zu beobachten und dann gefährdete Gebiete zu meiden!!

Vulkaninformation Mittwochmorgen
17 November, 2021

[10:00h] Die Seismizität hat in der oberen Magmakammer wieder zugenommen. Gestern wurde uns gesagt, dass diese Beben wahrscheinlich auch noch nach dem Ende der Eruption weitergehen. Der Passat bläst Asche und Gase im Moment über evakuiertes Gebiet. Puerto Naos darf heute aufgrund der schlechten Luftqualität weder über Land noch über den Seeweg angefahren werden. Nördlich der Montaña Todoque habe ich heute Morgen ein Feuer gesehen. Wir werden etwas abwarten müssen um zu hören, ob sich die Colada #4 oder #5 wieder aktiviert hat.

Involcan hat heute die bisher produzierte Energie der Vulkaneruption berechnet. Diese wird mit 286,2 TWh (Thera Wattstunden) angegeben. Damit könnte man La Palma für 1.159 Jahre mit elektrischer Energie versorgen (Gemessen am Konsum vom Jahr 2020). Für alle Kanarischen Inseln würde die Energiemenge für 36 Jahre reichen. Unglaubliche Summen an Energie wurden bisher freigesetzt.

Wir stehen vor einem profunden Wetterwechsel. Der unvorteilhafte Windrichtungen, aber auch viel Regen im Westen bringen kann. Dieses Wetter zusammen mit der Vulkaneruption zu weiteren Problemen führen. Das Wetter sollte deshalb spätestens ab Freitag genau beobachtet werden.

Ich werde in Kürze die entsprechende Prognose publizieren.

Vulkaninformation Dienstagabend
Vulkaninformation Dienstagabend
16 November, 2021

[18:20h UTC] Ein paar Recherchen und Asche schippen. So hat sich der heutige Tag gestaltet. Die knapp 2mm in El Paso bringen eben doch 2kg auf jedem Quadratmeter. Im Garten haben wir schon ein Kegel aufgeschüttet welcher wie eine Minivulkan Ausgabe aussieht. Zum Glück nur Attrappe :-)

Die Luftqualität hat sich im Tagesverlauf schnell verbessert. Das radiale Ausbreiten der Asche hat in der Tat bis in den Nachmittag zu Problemen am Flughafen geführt. Dann hat der Ostwind wieder etwas zugelegt und die Situation im Osten entschärft.

Immer noch stellen wir einen langsamen Rückgang der Vulkanaktivität bei allen relevanten Parametern fest, und man sieht es ihm auch an, er wirkt kraftlos verglichen mit den Anfängen. Der Hauptfluss an Lava geht in die Colada #9, die südlichste. Dort hat sie wieder zu einer Zunahme von 14.5ha geführt. Es ist derzeit die einzige Colada die sich vorwärts schiebt und in Teilen auch das Meer erreicht. Dies hat heute wegen der ohnehin schon sehr hohen Luftfeuchtigkeit zu sehr grossen Cumuluswolken geführt (Bild). Weiter fliesst noch Lava in Lavaröhren in Richtung der Colada #4 und #1 und #2. Der SO2 Ausstoss wurde mit 3.000 - 3.500 t/Tag angegeben, auch ein leichter Rückgang.
Der Passat nimmt nun auch auf 1.500m zu und wird morgen und auch am Donnerstag in El Paso Brisa bringen und Rauch und Asche über evakuiertes Gebiet und dann ins Meer blasen.

Ab Freitag steht ein Wetterwechsel bevor. Die Windrichtung wird auf Nordwest drehen was dann je nach Aktivität der Vulkans erneut zu Problemen am Flughafen führen kann. Spätestens am Donnerstag werde ich eine neue längere Wetterprognose erarbeiten.

Vulkaninformation Dienstagmorgen
Vulkaninformation Dienstagmorgen
16 November, 2021

[08:47 h] Auch in der letzten Nacht ist in El Paso noch Asche gefallen, in der letzten Episode waren es 1,2 mm. Im Moment produziert der Vulkan kaum Asche, nur Rauch. Wie ich in der Wetterprognose schon mitteilte hat es kaum Wind was die Ausbreitung der Asche radial um den Vulkan ermöglicht. Das heisst auch zum Flughafen und in der Tat hat sich auch diese Befürchtung bewahrheitet, die ersten Flüge sind heute nicht gelandet.
Die Luft riecht nach Schwefel. Die Gase werden am Morgen noch mit dem Bergwind hinunter ins Valle geblasen, das wird sich aber gegen 11h ändern. Der Temperaturgradient ist hoch, das heisst die Luft kühlt sich pro 100m Höhe stark ab was die Thermikentwicklung fördert. Weil zudem keine Inversion vorhanden ist wird die vorhandene Luft thermisch gegen Mittag mit frischer Atlantikluft vermischt.

Die Seismizität ist tief, Deformationen an der Station LP03 habe ich auch heute keine gesehen und der Vulkan steht da, pufft etwas vor sich hin, wie ein alter Mann der irgendwie nicht mehr mag. Wenn sich das so weiter entwickelt, dann könnte die Eruption in diesem Monat noch Geschichte werden. Wir hoffe es für alle. Endlich mit Aufräumen und Wiederaufbau beginnen können ist der Wunsch aller.

Das Tief westlich von den Kanaren welches für die schwachwindige Phase verantwortlich war füllt sich im Tagesverlauf auf. Der Passat beginnt sich langsam zu verstärken und in der Nacht auf Morgen Mittwoch kommt in El Paso Brisa auf. Weil der Wind erst ab 3.000m auf schwachen NW dreht, wird der Flughafen höchstwahrscheinlich problemlos angeflogen werden  können.

Vulkaninformation Montagabend
15 November, 2021

[18:40h] Heute wurden El Paso, Los Llanos aber auch der Norden einmal mehr mit Asche eingedeckt. Zeitweise war es extrem dunkel. Der Wind drehte am Mittag leicht in Südrichtung und blies Asche und Gas in Richtung Riachuelo. Dort wollte ich eigentlich mit den Hunden raus, bin dann letztendlich im Cubo de la Galga gelandet.

Jeder Tag bringt was anderes. Heute war der Tag der kleinen Tornados. Dutzende wurden über Lavaströmen oder am Vulkankonus gefilmt und ins Netzt gestellt. Wir hatten heute einen hohen Temperaturgradienten. Die Lufttemperatur nahm praktisch durchgehend von Meereshöhe bis zur Inversion um 0,87°C/100m ab. Dies fördert die Thermik und auf heissen Oberflächen eben auch diese lokale und kleinräumige Tornados.

Der Schwefeldioxidausstoss wird mit 1.900 - 2.000t/ Tag angegeben, also wieder etwas tiefer wie gestern. Hoffen wir, dass der Trend anhält. Es fliesst wieder mehr Lava in der Mitte der Coladas #4 und #7. Dieser Lavastrom ist immer noch über bestehenden Weiter werden auch noch die Coladas #1 und #2 wie gestern auch alimentiert. Die Seismizität ist immer noch leicht abnehmend.

In Bezug auf die Inversion wird immer noch der gleiche Fehler gemacht. Die Inversion sei auf 1.600 - 1.700m, das würde die "dispersión" der Gase erleichtern sagte der Direktor der Pevolca, Morcuende.
Wir haben aus den letzten Wochen gelernt, dass die Inversion unter dem Vulkankonus sein muss, damit die Gase darüber entweichen können, also am besten auf 900m. Ist sie über dem Vulkankonus welcher im Moment eine Höhe von rund 1.050m aufweist, dann können diese eben nicht gut nach oben entweichen und verteilen sich im Valle und bis nach Casas El Charco und Puntagorda. Speziell die Morgenstunden sind wegen dem Bergwind schlecht. Das wird wahrscheinlich auch morgen Dienstag so sein. Der Wind immer noch schwach, die Inversion auf 1.500m --> schlechte Luft.

Lava im Meer
Lava im Meer
15 November, 2021

[12:12h] Die Lava welche nun auch vom Cabildo Insular und ElApurón wie von Morcuende immer noch fälschlicherweise als Magma bezeichnet wird hat an einer weiteren Stelle in Bombilla, exakt im Bereich el Charcón (siehe blaue Kreise) das Meer erreicht. Dies ist die dritte Stelle und wenn der Zufluss an Lava weitergeht wird sich das Ganze wahrscheinlich zu einer einzigen Isla Baja verbacken.

Luftqualität
15 November, 2021

[11:42h UTC] Man kann fast die Uhr danach stellen. Pünktlich zum Einsetzten der leichten Thermik gegen 11h verbessert sich die Luftqualität überall. Der Mischungseffekt ist nicht zu unterschätzen. Achtung, die Problematik mit den Kleinstpartikeln PM10 besteht weiter. Diese regnen derzeit bis nach Puntagorda runter. Es wird dringend empfohlen draussen dicht anliegende FFP2 Masken zu tragen.

Vulkaninformation Montagmorgen
Vulkaninformation Montagmorgen
15 November, 2021

[10:10h UTC] Die Nacht war ruhiger. Zwar gab es ein Beben mit mbLg 4,4 um 03:53h in 38km Tiefe das von einigen als Mercalli III eingestuft wurde, aber so gerumpelt wie am Sonntagmorgen hat es nicht.
Die vertikale Deformation von 2cm welche gestern bei der Station LP03 Jedey festgestellt wurde hat sich gänzlich zurück gebildet. Es wurde heute der tiefste Wert seit der Eruption festgestellt. Dieser Wert ist immer noch 15cm über der Situation vor der Eruption. Er wird sich aber wahrscheinlich nicht mehr zurückbilden weil die Magma ja nach dem Beenden der Eruption nicht einfach ausfliesst sondern im Kanal allmählich erstarrt.
Leider trifft die Prognose in Bezug auf die Windwerte genau zu und in Los Llanos ist es dunkel, in El Paso rieselt Asche runter und die Luftqualität ist wie in der gestrigen Wetterprognose befürchtet in Casas El Charco, Tazacorte, Los Llanos, Tijarafe und Puntagorda schlecht. Es handelt sich um hohe SO2 Werte, die kann man nicht einfach mit einer FFP2 Maske rausfiltern. Um SO2 und H2S rauszufiltern braucht es eine Schutzmaske mit gelber (SO2) und grauer (H2S) Farbmarkierung (Info in dieser Broschüre auf Seite 5).

Deshalb die offiziellen Messdaten beobachten und wenn diese erhöht sind besser im Haus bleiben.

Die Presse schreibt in der Zwischenzeit, dass der Vulkan immer weniger Energie habe. Das ist korrekt, aber man sollte sich besser an die Aussage der Direktorin des IGN halten, María José Blanco bekräftigt, dass es notwendig sei, "eine rückläufige, aber anhaltende Tendenz zu sehen". Wir sehen die rückläufige, nun muss diese auch noch anhaltend sein und das braucht einige Tage.

Vulkaninformation Sonntagabend
Vulkaninformation Sonntagabend
14 November, 2021

[18:15h] Schon fast wieder ist ein Tag vorbei, einer an welchem einmal mehr der Vulkan vor der Sonne stand. Es war recht kalt in El Paso, nur am Bejenado schien die Sonne. Weiter südlich alles unter dem Einfluss einer grossen Wolke vom Vulkan. Auch fiel wieder etwas Asche, nicht sehr viel, aber es reichte schon wieder um die Panels der Fotovoltaik abzudecken und zwang uns wieder draussen mit FFP2 Maske rumzulaufen.
Die wichtigste Information der Pressekonferenz war die, dass die Lava immer noch durch Kanäle in die Deltas fliesst. Heute wird aber die Colada #9 (die südlichste) am stärksten alimentiert. Die Coladas #1 und #2 erhalten auch Lava, aber deutlich weniger. Die anderen Coladas werden nicht mehr versorgt. Der Wert des SO2 ist 2.000- 4.000 t/Tag immer noch viel zu hoch aber deutlich tiefer als während der letzten Tage aber so einen richtigen Trend kann man immer noch nicht ausmachen, die Kurve sieht etwas aus wie die Sierra Nevada.

Dann gab es noch einen interfamiliären SARS-CoV-2 Ausbruch mit drei positiven. Verglichen mit anderen Inseln die bereits wieder auf pandemischem Wachstumskurs sind und die AI/7 50 Grenze bereits wieder überschritten haben schlagen wir uns mit einem AI/7 von 12,0 noch ganz beachtlich. Es sind 18 Personen in Quarantäne. 15 in Breña Alta, 2 in Sta. Cruz und 1 in Garafia. Davon sind 5 Personen in Spitalpflege, alle im Altersbereich >70 jährig.

Wetterprognose
14 November, 2021

Wetterprognose
erarbeitet am Sonntag 14.11.2021 [12h UTC]

Sonntag 14.11.2021
Über die Azoren zieht ein langgestrecktes Tiefdruckgebiet mit Regen. Dies führt bei uns zu einer Abschwächung des Windes in allen Höhenlagen.
Am Morgen startete der Sonntag noch schön, aber schnell haben sich Wolken gebildet. Der Schwache Wind verhindert ein Wegblasen der Asche und der Gase des Vulkans. Somit ist es wahrscheinlich, dass sich diese radial ausweiten und auch im Valle teilweise Asche niedergehen kann.
Die Windverhältnisse verändern sich während des Tages kaum. In der Nacht auf Montag kommt sogar etwas SO Wind auf welcher dann bis in die Morgenstunden noch vermehrt Asche ins Valle blasen kann.

Montag 15.11.
Das Tiefdruckgebiet südlich der Azoren bleibt praktisch stationär. Es bringt uns kaum Feuchtigkeit lässt aber den Passat fast einschlafen. Auch der Montag ist geprägt von recht schwachem Wind. Auf Meereshöhe bläst der Passat mit 11 kn und bringt frische Luft in die tieferen Lagen der Ostseite,  auf 1.500m noch schwache 7kn NO wind der aber mit zunehmender Höhe auf Süd dreht. Asche die bis auf Höhe vom Muchacho gelangen kann wird damit in Richtung Norden, also El Paso, Los Llanos und unter Umständen bis Garafia geblasen. Die Inversion ist auf 1.500m was wiederum zu schlechter Luftqualität in Casas El Charco , Tijarafe und Puntagorda führen kann.

Dienstag 16.11.
Das Tief bleibt immer noch stationär mit dem gleichen Einfluss auf die Windstärke. Der Passat auf Meereshöhe nur 10 kn auf 1.500m nur 4 kann und ab 2.000m ein Hauch von 2kn Nordwind. Die Aschesäule wird auch am Dienstag aufsteigen und allfällige Asche radial um den Konus verteilen. Dass Probleme am Flughafen entstehen ist nicht auszuschliessen. Die Inversion bleibt auf 1.500m was aus der Erfahrung zu hoch ist und eher Probleme mit der Luftqualität mit sich bringt.

Mittwoche 17.11.
Ein Hoch hat sich Nordwestlich der Azoren eingestellt, lässt die Windstärke bei uns etwas zunehmen. Und bringt auf feuchtere Luft zu den Kanaren. Diese kann im Nordosten und Osten zu Regen führen. Der Passat hat auf Meereshöhe auf 16kn zugenommen und bläst auch auf 1.500m noch mit 15kn. Das belüftet weiterhin die tiefen Lagen auf der Ostseite und lässt auch im oberen Teil von El Paso, wahrscheinlich bis in die Stadt Brisa entstehen die für frische Luft sorgt. Auf 2.000m noch 9 kn NO Wind und weiter in der Höhe Nordwind. Der Flughafen ist mit diesen Prognosen in Betrieb.

Donnerstag 18.11.
Ein Höhentief über Madeira sorgt dafür, dass die Inversion nach oben wegsteigt und sehr feuchte und instabile Luft kann überall zu hohen Wolken und Regen führen. Der Wind auf Meereshöhe eher schwach mit 11kn aus Nordost, auf 1.500m nur noch deren 8 kn und auf 2.000m noch 6kn. Immer aus Nordost. Das wird den grössten Teil von produzierten Gasen und Asche über evakuiertes Gebiet und ins Meer blasen. 

Freitag 19.11.
Wir kommen in einen Bereich von schwachem Wind auf Meereshöhe. Da der Wind nach GFS Modell nun aus West bläst, und das bis über 2.000m kann dies zu Problemen am Flughafen führen wenn der Vulkan immer noch Asche ausstösst. Die schwachwindige Lage mit Westeinfluss bleibt den ganzen Tag über bestehen. Die Luft ist etwas trockener und es wird in vielen Teilen der Insel recht sonnig werden.

Nummerierung Coladas
Nummerierung Coladas
14 November, 2021

Es scheinen verschiedene Pläne der Nummerierung der Lavaströme im Umlauf zu sein. Das oben angefügte Bild entspricht dem was ich auch in der Pressekonferenz notiert habe. Darauf fehlt zwar noch die #11 welche ein kleiner Appendix nach Süden der #10 darstellt.

Das entsprechende Google File habe ich hier publiziert.

Vulkaninformation Sonntagmorgen
Vulkaninformation Sonntagmorgen
14 November, 2021

[10:45h] Heute morgen früh um 5:27h wurde die Insel wieder durch ein Erdbeben geweckt. Der Vulkan respektiert auch den Sonntag nicht. Es fand erneut in der unteren Magmakammer in einer Tiefe von 37 km statt, mit einer Magnitude mbLg von 4,7. Ein weiteres ereignete sich vor 10 Minuten mit vorläufigen Daten von 4,5 in einer Tiefe von 33 km.
Der Vulkan selber ist heute zwar nicht laut, aber er produziert wieder deutlich mehr Rauch und Asche. Der Wind weht in der Höhe nur schwach aus Nordost. Deshalb kann heute sowohl die Luftqualität schlecht werden, als auch wieder etwas Asche im Valle fallen.

Die Station Jedey LP03 verzeichnet wieder ein leichtes Anheben von 2cm und eine Verschiebung nach Süd von 1 cm gegenüber der Messung von gestern. Das sind keine Zeichen der Abschwächung sondern eines erneuten Druckanstiegs. Also muss ich wohl oder übel meine Theorie der Umstrukturierung in der unteren Magmakammer beiseite legen.
Dazu hat auch der vulkanische Tremor nach dem Beben heute morgen wieder zugelegt. Wenn man die neue Bebenkarte von Volcano Discovery anschaut, dann ist die blaue Linie welche die freigegebene Energie darstellt praktisch linear. Die Anzahl der Beben hat zwar abgenommen, sie wurden aber einfach stärker. Es sieht leider danach aus, dass wir auch die nächste Woche mit Vulkan und Erdbeben verbringen werden.

Eine Wetterprognose für die nächsten Tage werde ich später erarbeiten.

Vulkaninformation Samstagabend
13 November, 2021

[18:05h] Dass ich nicht so gut auf den technischen Direktor der PEVOLCA Herrn Morcuende zu sprechen bin, weil er partout auch nach über 50 Tagen Eruption nicht das geringste Interesse zeigt, die einfachsten Sachen zu lernen und immer noch von Magma welches nach Todoque fliesst spricht, obschon das flüssige Gestein wenn es an die Oberfläche kommt Lava heisst, mag mir als kleinlich nachgesagt werden. Dass er heute aber den ersten Todesfall, der unter seiner Obhut als Verantwortlicher für die Sicherheit geschah, in der Pressekonferenz nicht als erstes erwähnte, ja sogar vergass und sich erst erinnerte, als ihn Pressevertreter darauf angesprochen haben, ist nicht mehr schusselig, das ist eher charakterschwach.

Wie es genau zu dem Todesfall kam, wird wie ich schon erwähnt habe untersucht. Auch ob es wirklich eine einstürzendes Dach war. Im Moment werden wie immer in solchen Fällen sofort die verschiedensten Theorien im Netz verbreitet. Diese reichen von Unfall über Suizid bis zu toxischen Gasen. Einmal mehr tut man gut daran, abzuwarten was das Untersuchungsergebnis ergibt.

Der Vulkan war den ganzen Tag über schwach. Auch die Seismizität ist nach dem starken Beben heute Morgen wieder zurück gegangen. Der SO2 Ausstoss wurde mit 14.000 - 20.000 t/ Tag angegeben, was immer noch sehr hoch ist.
Die Lava fliesst auch heute über die bestehenden Coladen, zwei Ströme kommen vom Vulkan, vereinen sich im Bereich Todoque und trennen sich weiter unten wieder. Die meiste Lava fliesst vornehmlich im Moment über die #1 welche als erste das Meer erreichte und das Delta formte. Weiter werden aber auch die Colada #2 (Rest. Los Guirres) und die #9 (die südlichste) mit Lava versorgt. Der Tremor bleibt schwach, Deformationen wurden auch in der Pressekonferenz keine gemeldet. Das mit Lava bedeckte Gebiet hat sich noch einmal um 9,3 ha auf 1.019 ha erhöht.
Um die Mittagszeit war der Wind plötzlich sehr schwach und die Gaswolke begann sich bedrohlich auszudehnen. Der Passat hat dann aber wieder eingesetzt und hält Gas und Asche im Moment vom Valle fern.

Erstes Todesopfer
Erstes Todesopfer
13 November, 2021

[12:55h] Es wird heute Mittag von einem ersten Todesopfer berichtet. Ein 70 jähriger Mann aus El Paso wurde in El Corazoncillo (Las Manchas) heute morgen Tot in einem Haus gefunden dessen Dach einstürzte. Der Mann ist begleitet in das Gebiet gefahren um das Dach von Asche zu reinigen. Als er gestern nicht zurückkam und er sich auch bei seiner Familie nicht meldete wurde noch in der Nacht eine Suchaktion gestartet. Diese war zunächst erfolglos. Erst heute Morgen konnte der Mann dann in einem Haus tot aufgefunden werden. Die Guardia Civil untersucht den Fall und auch dem Umstand, warum es zum Dacheinsturz kam.

Diese traurige Geschichte könnte die Behörden dazu bewegen, die Reinigungsarbeiten für Privatpersonen nicht mehr zuzulassen.
Zumindest muss aber der Ablauf angepasst werden. Wenn man nur begleitet in das Gebiet kann, sollte auch sofort gesucht werden, wenn jemand nicht zum vereinbarten Zeitpunkt zur Rückfahrt erscheint.

Oben ein Bild der Bodegón Tamanca das veranschaulicht, wie hoch sich die Asche dort schon angesammelt hat.

Vulkaninformation Samstagmorgen
13 November, 2021

[11:05h UTC] Die Zufahrt nach Las Manchas und Puerto Naos ist heute nicht mehr möglich. Im Gebiet werden viel zu hohe SO2 Werte gemessen und es werden keine Fahrzeuge rein gelassen.

Heute morgen wurde die ganze Insel mit einem Beben der Stärke mbLg 5,0 aufgeweckt. Ich empfand es als IV auf der Mercalli Skala, einige haben ihm aber auch eine VI gegeben. Die erste VI die ich seit dem Ausbruch sehe. Das Beben wurde auch auf Teneriffa verspürt. Es fand in einer Tiefe von 38km statt, also in der unteren Magmakammer. Es haben sich kaum weitere Beben ereignet. In der Tat war das 5,0 heute morgen erst das zweite welches seit Mitternacht registriert wurde.
Da sich seit dem letzten starken Beben keine Verstärkung der Vulkanaktivität eingestellt hat, lasse ich meine Theorie des Druckabfalls und der Umstrukturierung in dieser Kammer, welche ja positiv wäre, so stehen.

Der Vulkan ist auch heute recht ruhig. Von der Nordseite sieht man den Lavafluss nicht doch er produziert nach wie vor viel Lava und auch Gase. Diese werden heute nicht weggeblasen, die Brisa ist schon früh eingeschlafen. Die Rauchsäule steigt deshalb fast vertikal hoch bis sie auf rund 2.000m mit einem NW Wind nach SO verblasen wird. Auch im Osten um den Nambroque hat man bereits kontaminierte Luft gesehen. Der Wind wird aber im Tagesverlauf auch in der Höhe wieder auf NO drehen. Die Werte der Luftqualität im Valle sind gut, dies bestätigt auch meine Nase. Ich war vorhin auch kurz in Los Llanos und auch dort roch es nicht nach Vulkan.
Die vertikale Deformation der Station Jedey LP03 ist auf dem tiefsten Stand seit des Vulkanausbruchs zurück gegangen und auch der Tremor ist recht tief. Wir befinden uns also weiter in einer Phase allgemein tieferer Aktivität.

Vulkaninformation Freitagabend
Vulkaninformation Freitagabend
12 November, 2021

[18:05h UTC] Alles etwas ruhiger heute. Die Seismizität ist nach wie vor recht tief und auch die Erdbeben haben in Anzahl und Intensität abgenommen. Dazu kommt, dass auch der vulkanische Tremor, also das vibrieren der aufsteigenden Magma auf tiefem Level ist. Der SO2 Ausstoss hat sich auch verringert, es wurden für gestern Werte von 7-21.000t/Tag angenommen.
Ein kleiner Ausbau der Strasse von der Cuesta Blanca / Plaza Glorietta / Tenniscenter wurde fertiggestellt. Dort haben sie offensichtlich ein paar Kurven entschärft. Bilder gibt es keine. Die Colada #9, das ist die südlichste, erhält neben Colada #1 und #2 die das erste große Delta bilden auch wieder Zulauf von Lava.
Im Großen und Ganzen sieht der Vulkan auch heute Abend eher ruhig aus. Er produziert wenig Asche und viel weißen Rauch. Weißer Rauch sei Wasser hat man uns vor paar Tagen gesagt und offensichtlich ist noch viel Wasser im System das aber nicht zu Explosionen führt.

Podcast auf Podz-Glidz
12 November, 2021

Letzte Woche gab ich Lucian Haas der über Gleitschirmfliegen publiziert ein längeres Interview über La Palma, den Vulkan und das Fliegen. Dieses Interview hat er nun als Podcast publizierte.

Sie können diesen Podcast hier kostenlos anhören.

Vulkaninformation Freitagmorgen
Vulkaninformation Freitagmorgen
12 November, 2021

[09:55h] Die Nacht war eher ruhig. Der Vulkan hat wenig Lärm verursacht, aber immer noch sehr viel Lava ausgestossen. Sie erleuchtete die Wolken die ganze Nacht in Rot, welches ein etwas unwirtliches Bild ergab. Die Lava floss über die bestehenden Coladas runter in Richtung Playa de Los Guirres.

Heute Morgen um 8:29h  ereignete sich noch einmal ein Beben, diesmal mit mag mbLg 4,3 in einer Tiefe von 38km welches von der Bevölkerung mit III-IV gespürt wurde. Das erste gespürte seit dem gestrigen mit 5,0. Ich merkte eine kurze Vibration und ein Schrank knackte, also maximal eine III. Die obenstehende Karte der Beben der letzten drei Tage zeigt immer noch eine klare Separierung der zwei Magmakammern.

Deformationen wurden bei der LP03 Jedey weiterhin keine mehr festgestellt. Der Vulkan selber ist heute Morgen auch eher ruhig und produziert kaum Asche und Rauch. Die Seismizität ist generell gesehen eher tief. Vielleicht ist an meiner unwissenschaftlichen Theorie einer möglichen Umstrukturierung der unteren Magmakammer doch eine Hand oder ein Fuß oder beides dran; oder ist Wunsch Vater des Gedankens? Wir werden es erst rückwirkend beurteilen können.

Gestern hat die mit Lava betroffene Fläche die 1.000ha Grenze überschritten. Wir sind jetzt bei 1005,8 ha was 1,4% der gesamten Fläche der Insel entspricht.

Der Wind bläst heute auf Meereshöhe aus Nordost, ein zügiger Passatwind welcher auch noch auf 1.500m weht und in El Paso etwas Brisa und frische Luft bringt, dazu auch die Wolke vom Vulkan in Richtung SW bläst. Auf 2.000m ist es fast Windstill. Falls der Vulkan wieder zulegen würde und seine Asche auf diese Höhe gelangt, könnten Teile wieder radial runter fallen, also auch im Osten. Am Nachmittag nimmt auch auf dem Muchacho die Windstärke wieder etwas zu. Es werden rund 10 kn NO prognostiziert. Die Inversion ist auch heute hoch und die schlechte Luft kann infolge des Ansaugeffektes nach Puntagorda und Casas El Charco gelangen wobei der Temperaturgradient mit 0,8°C/100m Temperaturabnahme gut ist, dazu im Moment im Westen die Sonne scheint. Das heisst es entsteht schnell auch Thermik die frische Luft vom Meer ansaugt und diese mit der hiesigen vermischt.

Vulkaninformation Donnerstagabend
Vulkaninformation Donnerstagabend
11 November, 2021

[17:40h] Heute Nachmittag hat sich ein erneuter Einsturz bei dem unteren Kamin ereignet und ein Teil des Lavasees ist über die WNW Flanke ausgelaufen. Dies würde den Fluss der Lava über die Colada #1 und #9 zum grossen Delta bei der Playa de los Guirres nicht beeinflussen. Die Zunahme der Beben sei die stärkste sowohl in der Anzahl der Beben als auch in derer Magnitude seit beginn der Eruption. Die Direktorin, Maria Carmen López wollte sich auch nach drängenden Fragen der Journalisten nicht äussern was das genau zu bedeuten hätte und meinte nur, dass es keine Modelle gebe die die Erdbeben mit der Intensität eines Vulkans in direkte Verbindung bringen würden. Aber der Grundton war eher negativ. Meine Theorie einer möglichen Umstrukturierung der unteren Magmakammer wurde nicht mal andeutungsweise erwähnt. Das Prognosemodell für Erdbeben würde eine hohe Wahrscheinlichkeit für weitere starke Beben ergeben wurde erklärt. Also auch hier keine wirkliche Entwarnung. Wir werden einmal mehr abwarten müssen was in den nächsten Tagen passiert. Denn es wird von Seiten der Wissenschaftler wieder gesagt (und das geht schon 53 Tage so), dass es noch zu früh sein um Schlüsse zu ziehen. Stimmt: Schlüsse werden erst dann gezogen, wenn uns die Realität eingeholt hat. Das gleiche Spiel. Sie wissen es einfach nicht, können, wollen oder dürfen das aber nicht so sagen.
Die SO2 Werte sind immer noch sehr hoch und wurden mit 30.000 - 50.000 t/Tag angegeben. Die Satellitenmessungen würden immer noch einen abnehmenden Trend erkennen lassen. Ich notiere mir die Werte seit einem Monat und kann mit den Angaben aus der Pressekonferenz keine Abnahme, eher eine Zunahme feststellen. Der Tremor sei auf tiefem Niveau und Deformationen wurden keine nennenswerten festgestellt. Die Obergrenze des Vulkankegels würde schon ein paar Tage stabil sein und betrage 1.131m ü.M.

Es wurden auch Angaben zu den Straßen gemacht. Die LP-2 ist die mit den grössten Schäden, sie ist auf 2.172m verschüttet worden, danach kommt die LP-212 mit 1.527m und am wenigsten verschüttet ist die LP-211 mit 933m.
Die zwei Stationen zur Erzeugung elektrischer Energie werden im oberen Teil von Los Llanos (Osten) und diejenige für Las Manchas im Bereich der Plaza Glorietta installiert.

Nachtrag Los Guirres
Nachtrag Los Guirres
11 November, 2021

[12:15h UTC] Die Lava hat heute um ca. 11:45h auch den Kiosco de Los Guirres erreicht, diesen in Brand gesteckt und wird in überrollen. Leider ist auch dieser Ort nun nur noch in der Erinnerung erhalten.

Wetterprognose
Wetterprognose
11 November, 2021

[12:08h]
Wetterprognose:


La Palma befindet sich heute am südlichen Rand eines Hochdruckgebietes dessen Kern sich zwischen den Azoren und Portugal befindet. Auf La Palma hält deshalb die Passatströmung auf Meereshöhe an. Dieser bläst heute mit 13 kn. Mit zunehmender Höhe nimmt der Wind auf 6-9kn ab bläst aber immer noch aus Nordost.
Der Vulkan produziert im Moment kaum Asche sondern weissen Rauch. Dieser wird mit den Passatwinden in Richtung Südwest geblasen. Die Inversion befindet sich gemäß Prognose auf 1.000m gemessen ist sie im Moment wahrscheinlich auf 1.500m. Dies könnte dazu führen, dass die Luftqualität in El Charco und in Tijarafe / Puntagorda zeitweise schlechter ist. Die Thermikentwicklung welche je nach Sonnenschein im Westen um etwa 11h beginnt hilft die Luft aufzumischen und die Qualität zu verbessern:

Freitag 12. November
Auch am Freitag Nordostpassat mit 15 kn auf Meereshöhe. Auf 1.500m bläst er um die Mittagszeit auch mit 13 kn was in El Paso etwas Brisa geben könnte. Ab 2.000m eher NNO Wind. Die Inversion immer noch auf rund 1.500m. Der grosse Teil der Asche und der Gase werden in den Südwesten geblasen.

Samstag 13. November

Passatwind mit 13 kn auf Meereshöhe. Die Windstärke nimmt mit zunehmender Höhe schnell ab. Auf 1.500m wehen noch 6 kn NO wind. Es wird etwas feuchtere Luft nach La Palma geführt. In vielen Gebieten wird es schnell bewölkt mit einer Wolkenbasis auf rund 1.100m. Im Nordosten kann es etwas regnen. Da der Wind in der Höhe schwach ist können sich je nach Entwicklung des Vulkans Asche und Gase eher radial verbreiten und an dessen Rand auch El Paso und Los Llanos beeinflussen.

Sonntag, 14. November
Der Wind hat auf 12 kn Passat auf Meereshöhe abgenommen. Auch auf 1.500m wehen noch 10 kn NO Wind was im oberen Teil von El Paso zu Brisa führen kann. Auf 2.000m weht ein schwacher Wind mit 5kn aus NO. Die Inversion sinkt auf 1.000m ab. Das Valle wird nicht mehr so gut durchlüftet was je nach der weiteren Entwicklung des Vulkans zu Problemen mit der Luftqualität führen könnte.

Montag 15. November
Der Wind wird auf Meereshöhe mit 5kn Ost vorausgesagt. Mit zunehmender Höhe könnte sich eine SO Strömung durchsetzen. Auf 1.500m werden 7kn SO prognostiziert und auch in weiterer Höhe ein Südost bis Südwind. Die Inversion ist auf 1.500m angestiegen. Der Montag ist mit dieser Prognose der kritischste Tag für das Valle. Produziert der Vulkan wieder Asche, so könnte die in El Paso, Los Llanos, Tazacorte und in kleineren Mengen auch bis Puntagorda nieder gehen.

Ab Dienstag 16. November
Ab nächsten Dienstag setzen sich langsam wieder Nordostwinde durch. Diese nehmen im Tagesverlauf langsam zu. Am Mittwoch weht wahrscheinlich in El Paso wieder die Brisa welche den Ort mit frischer Luft versorgt. Die Inversion bleibt auf 1.500m. Am kommenden Donnerstag könnte im Osten und Norden etwas Regen fallen. Es wird wieder mehr feuchte Luft nach La Palma geführt.



Lava-Delta
Lava-Delta
11 November, 2021

[11:40h UTC] Wie man aus der oben publizierten Luftaufnahme entnehmen kann, haben sich das Delta der Colada 1 und das neue der Colada 2 bei der Playa de los Guirres verbunden. Vom Strand ist kaum mehr was übrig, das Restaurant steht noch, aber die Aussicht auf die Lava vor der Nase ist nur noch mässig attraktiv. Zudem ist die Zufahrt ja durch die Colada #9 blockiert worden.

Vulkaninformation Donnerstagmorgen
Vulkaninformation Donnerstagmorgen
11 November, 2021

[09:36h UTC] Letzte Nacht um 03:38h erschütterte ein Beben mit mgLg 5,0 in einer Tiefe von 37km die Insel. Es wurde von vielen als das bisher stärkste Beben beschrieben. Ich bin auch aufgewacht und beurteilte es als IV-V auf der Mercalli Skala. Auch aus Teneriffa kamen unzählige Meldungen, dass das Beben mit bis III gespürt wurde. Oben in der Grafik sieht man die freigesetzte Energie. Da ein Beben der Magnitude 5 rund 32 mal stärker ist, als eines mit Magnitude 4 ist der Einfluss eindrücklich.
6h später sieht man aber, dass sich der Vulkan nicht reaktiviert hat, im Gegenteil, er produziert im Moment kaum Asche, nur weissen Rauch. Die sensible Station Jedey LP03 zeigt auch gegenüber gestern einen leichten Rückgang der Deformation.
Da Vulkanologie auch etwas "multifunctional guesswork" ist kann es mit diesen Beobachtungen durchaus sein, dass sich die untere Magmakammer aufgrund von weniger Zulauf umstrukturiert und wir uns weiter auf dem Weg zur Abnahme der Eruption befinden. Wenn wir in den nächsten Tagen weitere solche Beben registrieren, ohne dass sich der Vulkan nennenswert reaktiviert, würde ich dies als positives Zeichen interpretieren.
Wenn mir jemand vor zwei Monaten erklärt hätte, dass ich im November starke Erdbeben als positives Zeichen interpretieren würde, hätte ich die Person für verrückt erklärt. So entwickelt man sich weiter :-).

Immer noch fliesst bei der Playa de Los Guirres die Lava ins Meer.

Eine thermische Inversion haben wir heute nicht. Der Wind weht bis in grosse Höhen aus NO bis Ost und bläst die Wolke über evakuiertes Gebiet ins Meer. Die Luftqualität ist relativ gut. Das Kohlenmonoxid im Moment in Los Llanos leicht erhöht. Das wird sich aber beim Einsetzen der Thermik ab ca 11h verbessern.

Eine detailliertere Wetterprognose erarbeite ich später.

Vulkaninformation Mittwochabend
Vulkaninformation Mittwochabend
10 November, 2021

[17:55h UTC] Die Ruhe von heute Morgen hielt nicht lange an. Gegen Mittag spukte der Vulkan wieder jede Menge Asche aus verschiedenen Kaminen. Dazu kam, dass in der Tieferen Magmakammer plötzlich wieder Beben auftraten. Man sieht das gut in der obenstehenden Grafik. Lange ruhig und plötzlich wieder Action. Das kann aber gut oder schlecht gedeutet werden. Entweder ist erneut Magma in die Kammer geflossen, was schlecht wäre, oder der Druck ist in der Kammer gesunken und sie strukturiert sich um was gut wäre. Wir müssen also einmal mehr etwas abwarten bis wir sehen, was es mit den Beben auf sich hat. Wo das SO2 gestern noch mit 9-13.000 t angegeben wurde ist es heute wieder bei 31-43.000 t/Tag. Wir haben aber schon gesehen, dass diese Angaben extremen Schwankungen unterworfen sind. Der Trend sei nach wie vor zurückgehend meinte Maria José Blanco.

Ein Beben von mbLg 4,8 welches heute um 11:10h in einer Tiefe von 34 km stattfand wurde auf der ganzen Insel mit unterschiedlicher Intensität gespürt. Diese reichte auf der Mercalli Skala bis auf IV.

Viele Stromleitungen sind unterbrochen. Das Versorgungsnetz ist anfällig geworden. Um die Sicherheit bei der Versorgung mit elektrischer Energie zu erhöhen, sollen nördlich und südlich der Lavaströme zwei provisorische Produktionszentralen eingerichtet werden. Eine in Los Llanos mit einer Kapazität von 9MWh und eine weitere in Las Manchas mit einer Kapazität von 4MWh. Die Anlagen sind offensichtlich bereits unterwegs und sollen am Wochenende eintreffen.

Booster Impfung
Booster Impfung
10 November, 2021

[11:00h] Personen über 70 jährig welche auf den Kanaren wohnen und die eine Booster Impfung gegen SARS-CoV-2 erhalten möchten, müssen sich bei den Gesundheitsbehörden melden um einen Termin zu vereinbaren. Die Telefonnummern sind im obenstehenden Bild ersichtlich.

Notstrasse
Notstrasse
10 November, 2021

[10:35h] Noch bin ich nicht ganz sicher über den letztendlich beschlossenen Straßenverlauf der Notstrasse welche die LP-213 mit der LP-211 verbinden soll, aber die oben abgebildete Karte wird ist zumindest im westlichen Bereich korrekt. Wahrscheinlich auch der obere östliche Verlauf. Eine weitere Karte die alternativen aufzeigte ist im September erstellt worden und die führt die Strasse über das Lavafeld zum Camino Chano Carmona auf die LP-211 ist wahrscheinlich nicht korrekt da gestern in ElTime gemeldet wurde, man wolle die Coladas de San Juan schonen und würde in deshalb einen südlicheren Verlauf wählen.

Heute wurde vom Cabildo de La Palma zusätzlich beschlossen eine Anlegestelle für Schiffe in Charco Verde zu bauen. Sie soll dazu dienen Puerto Naos und El Remo vom Hafen Tazacorte zu verbinden. Die Arbeiten sollen bis Ende Dezember fertiggestellt sein.
Der Steg aus Beton wird die Verbindung in diese Gebiete deutlich verkürzen bis eine neue Strasse aus dem Norden errichtet werden kann.

Vulkaninformation Mittwochmorgen
Vulkaninformation Mittwochmorgen
10 November, 2021

[08:45h] Der spärliche Rest der Playa de los Guirres wird mit spektakulär anmutenden Lavaflüssen auch noch verdeckt. Die Lava hat nun auch dort das Meer erreicht. Immerhin sind durch den Abfluss über die Colada #1 keine weiteren Häuser zu Schaden gekommen.
Der Vulkan scheint heute morgen deutlich weniger aktiv als auch schon. Ab und zu schleudert er eine Aschewolke in die Luft, aber der Ablauf ist nicht mehr kontinuierlich. Die Seismizität ist immer noch tief, aber ich habe heute Morgen um 04:24h auch mal wieder ein Beben mgLg 3,7 in einer Tiefe von 14km als leicht gespürt.
Vertikale Deformationen sind keine gemessen worden. Ein paar Millimeter in Jedey, das scheint aber in der Bandbreite der Schwankungen zu liegen.

Vulkaninformation Dienstagabend
Vulkaninformation Dienstagabend
09 November, 2021

[17:59h UTC] Was heute morgen noch nicht klar war ist es jetzt. Die Lava fliesst nun leicht südlich der ersten Fajana runter und wird wahrscheinlich auch noch den letzten Rest der Playa de los Guirres zudecken. Der Vulkan produziert deutlich weniger Asche aber der Zufluss von Lava ist offensichtlich immer noch gross. Diese Lava fliesst hauptsächlich in der ersten Colada runter, wie man auch auf der Luftaufnahme von heute morgen sehen kann. Der SO2 Ausstoss hat sich noch einmal vermindert und wird im Bereich von 9 - 13.000 t/Tag angegeben. Der Trend ist seit längerem rückläufig. Auch die Seismizität hat abgenommen und alle Stationen ausser der von Jedey zeigen auch leicht rückgängige Deformationen. Jedey stagniert +/-. Wenn diese Trends noch 10 Tage anhalten, können wir wahrscheinlich davon ausgehen, dass das Ende der Eruption in Sichtweite kommt. Aber nicht zu früh feiern, das Biest könnte uns immer noch einmal überraschen.

Straßenbau
09 November, 2021

Die spanische Transportministerin hat La Palma besucht und zusammen mit den lokalen Politikern Sofortmassnahmen und Pläne besprochen um das abgeschnittene Las Manchas und Puerto Naos so schnell wie möglich wieder zugänglich zu machen.

Zu diesen Maßnahmen gehören auch Sofortmaßnahmen  die 1,8 Mio. Euro kosten und die heute beginnen um eine neue Zufahrtsstraße zwischen Puerto Naos und Las Manchas de Abajo auszubauen die den Rettungsdiensten, den Landwirten und den Evakuierten einen effizienteren Zugang ermöglichen wird. Die Arbeiten beginnen an beiden Enden der derzeitigen Straße und werden gleichzeitig durchgeführt. Insgesamt werden vier Raupenbagger, sieben Lastwagen, eine Schaufel zum Verteilen von Material, eine Straßenwalze und ein Wassertankwagen eingesetzt. Dieses Projekt soll innerhalb eines Monats also bis Mitte Dezember fertiggestellt werden.

Auch die künftige Küstenstraße von Tazacorte nach Puerto Naos, für die eine Investition von 48 Mio. Euro erforderlich ist, wurde als Projekt mit staatlicher Priorität angegangen.

Die Pressemitteilung ist indessen nicht ganz verständlich. Es wird auch von einer Straße die vom Hoyo Verdungo die LP-211 verbinden soll gesprochen. Ob dies ein weiterer Ausbau der Notstrasse ist, oder eine dritte Verbindung wird nicht klargestellt. Hilfreich wären in solchen Fällen immer Karten, zumindest für mich.

Vulkaninformation Dienstagmorgen
09 November, 2021

[08:55h] Der Vulkan hüllt sich heute Morgen in eine Wolke. Aber ein Hyperlapse - Video das ich auf Twitter publizierte enthüllt seine Aktivität. Auch die heissen Lavafelder entwickeln thermische Aufwinde und Wolken.

In der letzten Nacht wurde spekuliert, ob ein Lavafluss zwischen den beiden bestehenden die Playa Nueva erreichte. Bilder deuteten darauf hin, aber Nachtaufnahmen sind schwer einzuschätzen. Warten wir man noch aktuelle Bilder ab.
Die Seismizität ist immer noch deutlich tiefer als letzte Woche und auch Deformationen wurden keine gemessen. Dies lässt nun schon die ersten ein Loblied auf das Ende der Eruption singen. Es ist noch zu früh meint die Direktorin der IGN Carmen López und erinnert, dass wir erst vor ein paar Tagen noch eine Anhebung des Geländes im Bereich Jedey von 9cm gesehen haben. Das System hätte Energie und man müsse längere Datenreihen mit rückläufigen Parametern sehen bevor man solche Schlüsse ziehen könne. Vielleicht besser etwas zurückhaltend zu sein. Wenn sich das Biest wieder aktiviert ist man sonst total frustriert.

Die Schulen in Los Llanos, El Paso, Tazacorte, Tijarafe und Puntagorda bleiben auch heute geschlossen. Dies als Vorsorge möglicher schlechter Luftqualität. Der Unterricht wird online durchgeführt.

Es zeichnet sich ab, dass sich in einer Woche im Westen von La Palma ein Tiefdruckgebiet bildet. Ist dem so, wird im Vorfeld die Windrichtung ändern und SO oder SW Wind einsetzen welcher allfällige Asche dann wieder ins Valle tragen kann. Dazu kommen mögliche Regenfälle. Beides Umstände welche in der derzeitigen Situation Probleme bereiten könnten. Ich werde versuchen, die Wettersituation später etwas intensiver zu analysieren und dann einen Wetterbericht schreiben.

Vulkaninformation Montagabend
08 November, 2021

[17:58h] Zuerst kurz zum Wetter. Das ECMWF Modell hat nun den Regen für Montag nicht mehr drin. Einmal mehr hat sich offensichtlich das GFS durchgesetzt. Eigentlich warten wir ja alle auf Niederschläge. Im letzten Jahr hatten wir in El Paso zur gleichen Zeit schon 44 l/m^2, jetzt sind es nicht mal 2, aber Regen und Vulkan sind zwei Dinge die sich auch nicht so vertragen. Regnet es in die SO2 Wolke rein, dann entsteht schweflige Säure und damit saurer Niederschlag. Vielleicht besser, dass diese Gase im Moment auf das Meer ziehen. Das machen sie mehrheitlich auch während den nächsten Tagen. Da sich ja das GFS durchzusetzten scheint bleibt es noch länger bei der Passatlage.

Die meisten Parameter zeigen eine Abnahme der Aktivität des Vulkans. Die Seismizität ist wie bereits berichtet tief, Deformationen hat es keine nennenswerten mehr gegeben und die Stationen weiter weg vom Vulkan zeigen einen anhaltenden leichten Rückgang. Das SO2 ist immer noch auf recht hohem Level, es wurden heute zwei verschiedene Messungen genannt, 16.600 t/Tag und 23.100t/Tag. Warum nun zwei Werte genannt werden ist nicht erklärt worden. Wenn wir uns aber erinnern, dass dieser Wert bei 100 sein sollte, ist noch viel Luft nach unten drin.
Weitere Messungen haben ergeben, dass das Magma aus nicht mehr so grosser Tiefe stammt. Was einen Rückgang des Zuflusses bedeutet sagte die Direktorin Carmen López. Die Lava fliesst immer noch über die zentrale Fläche, vornehmlich über die Colada #1. Die weiteren Lavaflüsse zeigen kaum Bewegung.
Die offiziellen Wissenschaftler wollen sich nicht auf ein mögliches Ende der Eruption festlegen. Man brauche weitere Daten, es sei noch nicht soweit. Man müsse noch abwarten antwortete man auf die Fragen der Journalisten.

Andere nicht offizielle Wissenschaftler sehen das Ende in Sicht.

Der Autor der Seite Volcanes y Ciencia Hoy wagt einen Zeitrahmen zu nennen: "Wenn es (in dieser Situation) noch 48 Stunden weitergeht, haben wir nach 7 Tagen eine 90% Sicherheit, dass es aufgehört hat". Dieser endgültige Stopp wird noch "viele Tage in Anspruch nehmen". Nach seinen Berechnungen wird dies etwa zwei Wochen dauern.

Warten wir ab. Wenn Vulkanologen in einem schlecht sind, dann sind es Prognosen. Das haben wir ja schon am eigenen Leib erlebt :-)

Interessant noch: Heute gab es auf Fuerteventura ein Signal, das wie ein vulkanischer Tremor aussah. Diese Ausschläge der Seismometer haben rund 10h angehalten und sind nun wieder am verschwinden.

Vulkaninformation zum Wochenbeginn
Vulkaninformation zum Wochenbeginn
08 November, 2021

[11:00h] Gestern Abend ab und zu noch laut, dann in der Nacht deutlich leiser. Deutlich hat auch die Seismizität abgenommen. Letzte Woche verzeichneten wir noch Spitzenwerte der freigegebenen Energie von 500 MWh die nun auf 10 MWh abgesunken sind. Ein Zeichen in die richtige Richtung, doch ist ein weiterer Anstieg noch immer nicht auszuschliessen.
Die Beben finden immer noch mehrheitlich in der oberen Magmakammer statt. Das scheint auch ein gutes Zeichen zu sein. Der Nachschub kommt ja aus der tieferen Kammer und dort bewegt sich im Moment nicht mehr sehr viel.

Auch heute morgen früh schien die Lava mehrheitlich über die Colada #1 zu fliessen und diese weiterhin in der Höhe ansteigen zu lassen.
Es wurden keine weiteren Deformationen registriert. Die Station Jedey LP03 ist im unteren Bereich der Werte nach Ausbruch.

Zwar raucht der Vulkan noch aus allen Schloten, aber das Gesamtbild das er abgibt ist eher das eines erschlaffenden Kerls. Nichts mehr von pubertärem Rumgehopse, eher verkatert steht der dort und motzt auf tiefem Level.
Trotzdem trauen wir ihm noch nicht. Sogar wenn er seinen wirklich letzten Atemzug gemacht hat ist es weise abzuwarten.

Vulkaninformation Sonntagabend
07 November, 2021

[19:00h] Die Pressekonferenz ergab folgende zusätzliche Information: Gestern Abend ab ca 18h ist plötzlich wieder deutlich mehr Lava ausgeflossen. Diese Lava hat sich aber über bestehende Coladas, vornehmlich die #1 gelegt und hat gestern und auch heute keine weiteren Schäden angerichtet. Das stärkste Beben in den letzten 24h war ein mbLg 4,8 in einer Tiefe von 35 km welches von der Bevölkerung auf der Mercalli Skala mit IV eingestuft wurde.
Wie schon berichtet ist die Inflation der Messstation Jedey LP03 wieder zurück gegangen. Alle weiteren Messstationen zeigen eher eine Entlastung an. Auch der SO2 Ausstoss hat sich verringert und betrug 10.000t /Tag. Der Trend ist seit 25.9. langsam Abnehmend.
Der Ausbau der Notstrasse für schwere Fahrzeuge geht weiter. Heute war für mich aber nicht ganz klar ob die Strasse welche ich mal aufzeigte gemeint ist oder ob die bestehende Zufahrt über Jedey, Cuesta Blanca, Tenniscenter ausgebaut wird.
Es wird mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln nun Asche wegtransportiert. Auch in Las Manchas. Dort hat man in den Coladas de San Juan in der Nähe der Lucha-Halle ein Gebiet als Lagerstätte ausgewiesen.

Heute Nachmittag war der Vulkan man fast still, er stiess nur noch weissen Rauch aus. Am Abend ist aber die Ascheproduktion wieder angelaufen. Die oben genannten Parameter welche sich in eine gute Richtung entwickeln, lassen leicht Hoffnung aufkeimen, dass wir den Höhepunkt der Eruption überschritten haben. Aber ich wiederhole mich immer wieder: Einem Cabrón soll man nicht trauen.

Wetterprognose
07 November, 2021

Ein Hochdruckgebiet mit Kern zwischen den Azoren und Portugal bringt auch heute viel Passatwind. Dieser weht bis ich Höhen von über 3.000 m. Eine hohe Inversion über der Cumbre Nueva auf rund 1.500m führt dazu, dass sich die Windstärke im Lee, also auf der Westseite noch verstärkt. Dies führt zu Brisa welche heute in der Tat bis zum Meer runter weht.

Montag 8. November
Der Passat weht auf Meereshöhe stark und erreich 20 kn. In allen weiteren Höhenlagen weht auch NO Wind um die 15 kn. Die Inversion ist auf 1.000m abgesunken und wird die Brisa welche immer noch El Paso erreichen kann abbremsen. Es ist nicht mehr wahrscheinlich, dass diese bis zum Meer runter bläst. Der starke Wind auf Meereshöhe wird aber die Luft in den Norden und Süden ansaugen. Die Luftqualität wird im Valle ganz gut, in El Charco und in Puntagorda könnte sie zeitweise schlecht werden.

Dienstag 9. November
Immer noch flotten Passat mit 20 kn auf Meerehöhe auch in den Höhenlagen bis über 3.000m weht NO Wind. Auch am Dienstag kann die Brisa el Paso erreichen, fliesst aber nicht bis zum Meer runter, denn auch am Dienstag  bremst eine Inversion auf 1.000m. Die Luftqualität im Valle ist recht gut, in Puntagorda und Casas El Charco kann sie zeitweise schlecht sein.

Mittwoch 10. November
Der Passat hat auf Meereshöhe auf 14kn abgenommen. Auch über die Cumbre wehen nur noch 11kn. Dies gepaart mit einer Inversion auf 1000m lässt die Brisa wahrscheinlich nicht mehr bis nach El Paso runter fliessen. Auch die Ansaugeffekte im Lee durch den Wind auf Meereshöhe schwächen sich ab, die Luftqualität kann darunter auch im Valle leiden. Der Wind ist ab 1.500m auch recht schwach aus NO, wenn wieder viel Asche produziert wird, dann kann sich diese nun besser radial ausbreiten und wenn auch nicht extrem aber doch das Valle erreichen.

Donnerstag 11. November
Immer noch schwacher Passat mit 11 kn, der Wind in der Höhe auch NO aber mit nur 5 kn in allen Höhenlagen bis 3.000m recht schwach. Auch am Donnerstag gilt, dass sich ab und zu Asche ins Valle verirren könnte. Die Inversion ist wieder auf 1.500m angestiegen. Das verteilt die Schadstoffe etwas besser. In den Morgenstunden kann aber die Luft trotzdem schlecht sein bis um ca 11h im Westen langsam die Thermik einsetzt die die Luft aufmischt.

Freitag 12. November
Immer noch eher schwacher Passat auf Meereshöhe mit 10 kn, auf 1.500m werden 13 kn vorausgesagt. Dies gepaart mit einer Inversion auf 1.500m lässt die Brisa wieder bis El Paso wehen. Windstärke nimmt dann mit zunehmender Höhe ab, die Richtung bleibt gleich NO. Die Asche wird über evakuiertes Gebiet nach SW und auf das Meer geblasen.

Samstag 13. November
Der Passatwind nimmt leicht zu auf 15 kn auf Meereshöhe. Auf 1.500m weht auch ein NO wind mit 12 kn. Die Inversion auf 1.500m. Die Brisa weht auch am Samstag in El Paso. Die Windrichtung in grösserer Höhe immer noch NO. Auch am Samstag bläst der Wind die Asche vornehmlich über evakuiertes Gebiet und auf das Meer.

Diese Prognosen basieren auf dem GFS Modell. Das für La Palma weniger zuverlässige ECMWF Modell zeigt ab Donnerstag ein völlig anderes Bild in Bezug auf Windrichtung. Nach dem ECMWF Modell soll es am nächsten Montag sogar sehr stark regnen. Wir werden in den nächsten Tagen sehen müssen, inwieweit sich die Modellrechnungen annähern.

Vulkaninformation Sonntagmorgen
Vulkaninformation Sonntagmorgen
07 November, 2021

[08:56h] Die gestern Abend eingesetzten Explosionen hielten zum Glück nicht lange an und die Nacht verlief eher leise. Dabei half auch der Nordostpassat welcher zum Glück immer noch bläst und auch die Schadstoffe weitgehend von El Paso und Los Llanos fern hält. Am Abend setzte eine Phase mit weniger Ascheproduktion ein. Heute Morgen wieder das "alte" Bild. Aus dem SO Kamin wird viel Asche ausgestossen, aus dem westlicher gelegenen Lava und Rauch.
Die Karten der Deformationen wurden heute Morgen nicht erneuert. Die gestern ersichtliche Deformation der Station LP01 in Fuencaliente wurden überarbeitet und sind nun im Normalbereich.
Die Seismizität geht weiter zurück und zwar nicht nur in der unteren Magmakammer, sondern auch in der zweiten in einer Tiefe von 10-15km gelegenen. Dies sieht man auch in der oben publizierten Karte*.

Das Cabildo Insular informiert die Bürger, dass in Teilen von Los Llanos, Tazacorte und El Paso die Luft aufgrund von kleinen Aschepartikeln die aufgewirbelt werden schlecht ist. Es wird empfohlen draussen immer FFP2 Masken zu tragen.

[*Karte wird nachgeliefert, derzeit keine Internetverbindung in El Paso 09:06h]

Vulkaninformation Samstagabend
06 November, 2021

[19:40h UTC] Die Deformation der Station LP3 Jedey sei bereits wieder rückläufig wurde in der Pressekonferenz gesagt. Die Daten von Fuencaliente wurden nicht erwähnt und es fragte auch kein Journalist danach. Wir werden also bis morgen warten müssen um zu sehen, ob normale Werte folgen.
Heute war die Luftqualität zeitweise schlecht. Speziell in Los Llaos hat man immer wieder zu hohe Kleinstpartikel gemessen. Dies bekommt man aber leicht in den Griff: Verlassen sie das Haus nicht ohne FFP2 Maske.
Die Seismizität sei etwas zurückgehend und auch der Tremos sei auf tieferem Niveau. Der CP2 Ausstoss der Vumbre Vieja liegt bei 1.900 t/Tag, der SO2 Ausstoss immer noch bei hohen 26.000 t/Tag, etwas tiefer als gestern.
Immer noch wird sehr viel Lava produziert. Diese fliesst zum grössten Teil über die Colada #1, die erste und führt dort dazu, dass sich diese immer höher auftürmt. Zuflüsse zu Colada #3  und ganz minim auch Colada #11 wurden festgestellt. Gestern war in El Charco und Puerto Naos die Elektrizität ausgefallen. Das Problem konnte gegen 21h abends behoben werden.

Die Involcan hat einen Tweet auf englisch übersetzt, das aber falsch. Das Resultat las man so, dass die Montaña Cogote ausgebrochen sei. Dabei wollten sie sagen, dass sie den Vulkan von der Montaña Cogote aus aufgenommen hötten.
Diese falsche Übersetzung hat in USA, die noch immer nicht von der Tsunami Idee abzubringen sind, gleich wieder hohe Wallungen ausgelöst. Aber es bleibt bei einer Insel und einem Vulkan. Das reicht auch.

Zufahrt geschlossen
06 November, 2021

[10:00h LT] Die Zufahrt nach Las Manchas / Puerto Naos wurde infolge schlechter Luftqualität geschlossen. Die Werte in Casas El Charco im Moment:

462 μg/m³ DIÓXIDO DE AZUFRE (SO2)

was hoch ist. Ab 500 μg/m³ gilt sehr schlecht und ab 750 μg/m³ alarmierend.

Vulkaninformation Samstagmorgen
Vulkaninformation Samstagmorgen
06 November, 2021

[08:45h LT] Gestern wurden im Tagesverlauf grünliche Wolken gefilmt, am Abend sah man Ablagerungen von Schwefel am oberen Rand des Vulkankonus. Schwefel soll gemäss IGN entstehen, wenn der Gasanteil deutlich zurück geht. Es würde auf eine Veränderung der Verhaltens, aber nicht auf eine Abnahme der Aktivität schliessen lassen.
Heute Morgen steigt aus dem SO Schlot wieder eine riesige dunkle Aschewolke hoch. Asche entsteht durch die Entgasung der Magma. Also war das gestrige Spiel ein kurzes Intermezzo. Zum Glück wird die Asche im Moment nach SW über evakuiertes Gebiet und in den Atlantik geblasen.

Erneut sehen wir bei der Station Jedey eine Deformation nach oben von +10 cm gegenüber gestern. Horizontale Verschiebungen gibt es bei Jedey kaum. Es scheint sich also erneut Druck aufzubauen der im Moment noch nicht über den Vulkanschlot abgebaut wird.

Dann sehen wir erstmals seit dem Ausbruch auch Deformationen an der Station LP01 in Fuencaliente. Was dort auffällt ist eine Deformation nach oben von 4cm, eine nach West von 15 cm und nach Nord von 4cm. Alle Messungen in Fuencaliente zeigen einen grossen Schwankungsbereich von bis zu +/- 8cm. Die Verschiebungen sind ungewöhnlich, da sich die Magmakammer im Norden befindet und eine Deformation eher nach Süden hin zu erwarten wäre. Handelt es sich vielleicht um eine Fehlmessung? Ich hoffe die Pressekonferenz heute Mittag bringt da etwas Klärung.

Parallel dazu hat auch die Seismizität wieder zugenommen. Das stärkste Beben in der letzten Serie war ein mbLg 4.0 in 11km Tiefe heute morgen um 01:39h. Die Beben in der Tieferen Magmakammer haben eher abgenommen.

In der Gesamtbetrachtung ist mit diesen Informationen leider eher wieder mit einer Zunahme der Vulkanaktivität zu rechnen.

Die Brisa bleibt heute stark und nimmt in der Nacht auf Sonntag sogar noch leicht zu. Die prognostizierten Spitzenwerte von 50km/h wurden in Tacande mit 53,1 km/h erreicht.

Vulkaninformation Freitagabend
Vulkaninformation Freitagabend
05 November, 2021

[17:45h] Der Vulkan ist immer noch sehr ruhig, wahrscheinlich bläst die recht starke Brisa den Schall einfach weg. Die Seismizität scheint wieder etwas am Zunehmen zu sein, Beben habe ich indessen keine gespürt. Heute Nachmittag wurden grüne Wolken beobachtet. Am Abend sieht man aus El Paso gelbe Ablagerungen am nördlichen Rand des Konus. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um Schwefel.

Heute waren sie wieder alle da, der Ministerpräsident Sánchez, der Präsident der Kanarischen Inseln, Torres und der Präsident von La Palma Zapata. Wir erhalten also nach wie vor viel Aufmerksamkeit, gut so, denn es gibt überall sehr viel zu tun.

Eine neue Straße muss her und das schnell. Die Lava hat zwar an der Ausfahrt für grosse Lastwagen 100 m vor dem Camino Marta gestoppt. Dass das so bleibt will aber niemand glauben. Die Ein- und Ausfahrt aus Puerto Naos wurden in einem Rundlauf organisiert. Rein über die Plaza Glorietta und das Tenniscenter, raus in Richtung Mariposa und dann den Camino Majada hoch (in der Karte in grün). Letztere Straße ist auch die einzige Zufahrt für Lastwagen. Die Einfahrt über die Plaza Glorietta verfügt über eine kurze über 90° Kehre die von größeren Lastkraftfahrzeugen nicht bewältigt werden kann. Heute in der Pressekonferenz wurde mitgeteilt, dass die Arbeiten in rund 10 Tagen abgeschlossen sein sollen. Wo die Straße durchführt wurde nicht gesagt, auf der Karte war aber die Piste über die Coladas de San Juan eingetragen die ich in die obenstehende Karte rot gepunktet übertragen habe.

Weiter soll eine Verbindung über das Meer eingerichtet werden. Entsprechendes Militär ist bereits aufgeboten worden. Dann wird auch ein Haufen Geld für die Gemeinden zur Verfügung gestellt, damit diese die Soforthilfen verstärken können.
Weiter sollen für Evakuierte Boni zum kostenlosen Benutzen der Guaguas abgegeben werden.
Sánches welcher seit dem Vulkanausbruch La Palma bereits zum 6. mal besuchte möchte auch die Solidarität von ganz Spanien gegenüber La Palma zum Ausdruck bringen. Er erwähnte noch einmal, dass das Parlament La Palma schnell als Katastrophengebiet eingestuft hatte was den Weg für umfassende Hilfe erst frei macht. Nächsten Dienstag treffen sich die Minister erneut um über weitere Hilfsmassnahmen zu beschliessen. Bereits wurden 18.8 Millionen Euros zur Unterstützung der Landwirtschaft und Fischerei versprochen. Den Palmeros soll auch das Reisen noch einmal mehr vergünstigt werden. Es wurde von 100% Bonificación de transporte aereo gesprochen was bedeuten würde, dass Palmeros und Palmeras kostenlos auf andere Inseln reisen könnten. Ob das so ist muss ich aber noch prüfen.

Der Vulkan ist weiter aktiv, dessen Aschesäule gestern 3.500m hoch. Das Schwefeldioxid wurde mit 31.300 t/Tag angegeben, eine leichte Erhöhung gegenüber der Meldung vom Donnerstag (28.400 t/Tag). Die Tendenz sei aber immer noch abnehmend betonte die Direktorin Maria Carmen López. Die Lava fliesst auf die bestehenden Lavaströme, hauptsächlich die Colada 1. Die Seismizität gleichbleibend, stärkstes Beben war ein mbLg 4,5 in 35km Tiefe.

Für das Wochenende werden Personenwagen  aus El Paso erneut über die steile Strasse über Hermosilla nach Los Llanos geleitet. Diese soll einspurig geführt werden. Die Rückfahrt dann über die LP-2 LP-3. Man will damit die Hauptstrasse entlasten und für Notfallfahrzeuge freihalten.

Die Bevölkerung wurde angewiesen beim Reinigen von Ziegeldächern die steil und nicht gut zugänglich sind die Hilfe der Gemeinde anzufordern. Man möchte Unfälle verhindern.

Zugang nach Naos heute
05 November, 2021

[10:50h] Gerade erreicht mich eine Meldung, dass im Moment niemand mehr nach Puerto Naos gelassen wird. Offensichtlich hat sich im Bereich El Charco erneut ein Steinschlag ereignet. Die Meldungen kommen von zwei unabhängigen Stellen, ich habe aber kein Bildmaterial um es zu verifizieren.

Vulkaninformation Freitagmorgen
Vulkaninformation Freitagmorgen
05 November, 2021

[08:30h] La Palma befindet sich an der Südseite eines Hochdruckgebietes dessen Kern sich langsam in Richtung Biskaya bewegt. Mit SO Winden werden immer wieder Pakete feuchter Luft an die Ostseite geblasen. Der Hauptregen durch die schwache Kaltfront ist in der Nacht gefallen, es kann aber im Osten immer wieder Niederschläge geben. Auch im Westen kann es nah am Berg ab und zu etwas Chirizo geben.
Der Passat kommt bereits heute Morgen mit Böen in El Paso an. Er verstärkt sich im Tagesverlauf und kann dann bis weit ins Valle runter blasen. Vielleicht erreicht er sogar das Meer. Wo Wind weht ist es empfehlenswert Schutzbrillen und gut anliegende FFP2 Masken zu tragen denn die feine Asche wird aufgewirbelt und überallhin verblasen. Der Wind hat auch einen positiven Effekt. Die Luftqualität in Bezug auf Schwefeldioxid wird deutlich besser.

Ein weiteres Problem das ich im Garten feststellte, sind mit Asche überladene Yucca Pflanzen. Es sind bei mir im Garten mit Getöse schon zweimal grosse Verzweigungen abgebrochen und es war gut, stand niemand darunter, denn die Dinger sind sehr schwer!

Der Vulkan erschien in der Nacht recht leise. Ich dachte schon er sei Inaktiv. Das ist aber dem Wind geschuldet welcher den Lärm nun nach SW wegbläst. Er produziert auch heute extrem viel Asche und Lava. Letztere fliesst hauptsächlich über die erste Colada in Richtung Todoque und scheint im Moment keine weiteren Schäden anzurichten. Diese Colada wächst immer mehr in die Höhe. Vor ein paar Tagen wurden schon über Höhen von 30 m berichtet.
Auch aus der Colada nach La Laguna, welche sich im Moment nicht bewegt, steigt immer noch Rauch auf.

Die Seismizität zeigt immer noch eine leicht zurückgehende Tendenz. Die Beben finden nach wie vor hauptsächlich in der oberen Magmakammer in einer Tiefe von 10-15 km statt.
Der Vulkan hat in seinen 46 Tagen bereits um die 120 Millionen m^3 Lava ausgestossen. Es wird angenommen, dass Lava  ~3/4 des Volumens entspricht, das heisst es kommen noch rund 40 Millionen m^3 Asche dazu.

Die Verkehrskontrollen im Bereich der Plaza de Tajuya und in Los Llanos de Aridane mit großem Besucherandrang zur Beobachtung des Vulkanausbruchs werden am Wochenende verstärkt und Verkehrsführung mit einer Abfahrt von El Paso durch das Viertel Hermosilla und der Rückfahrt über die Hauptstrasse von Los Llanos nach El Paso könnte wieder eingeführt werden. Die Guardia Civil führt vermehrt Kontrollen durch und wer im Anhalteverbot trotzdem parkt um seine Foto vom Vulkan zu schiessen wird gebüsst.

Vulkaninformation Donnerstagabend
04 November, 2021

[18:35h] Tajogaite ist heute wieder etwas milder gestimmt. Der Lärm kommt hauptsächlich von Donner der nach Entladungen entsteht. Die Aufladung entsteht durch Reibung von Aschepartikeln und der SO Schlot stösst davon wieder eine Menge aus. Es ist mir vorhin gelungen einen Blitz zu filmen. Das Video finden Sie auf Twitter. Den Blitz bei ca 15''.

Der Vulkan zeigt nach wie vor viel Variabilität, er verändert auch sein Aussehen laufend. Heute fliesst viel Lava in Richtung Westen. Davon sehen wir in El Paso nicht viel. Die Lava soll aber hauptsächlich den bestehenden Lavafluss #1 alimentieren. Die Coladas 3,6 und 11 erhalten nur noch wenig Lava.
Die Seismizität ist in etwa gleich vor allem konzentriert sie sich immer noch auf die obere Magmakammer. Die Stärke kam in den letzten 24h nicht über mag mbLg 3,6 hinaus. Die Deformationen sind Vulkannah stabil, weiter weg immer noch leicht rückgehend.

SO2 Produktion sei langsam rückgehend, heute wurden aber 29.400t/Tag angegeben. Das CO2 über die ganze Cumbre Vieja gemessen steigt immer noch leicht an und ist bei 1.850 t/Tag.



Wetterprognose
04 November, 2021

Heute Nachmittag wird uns wie bereits berichtet eine schwache Kaltfront aus NO überziehen. Es wird zunehmend bewölkt und in der zweiten Nachmittagshälfte kann es in Norden und Osten etwas Niederschlag geben. Auch im Westen wird feuchte Luft zugeführt. Diese kann vom Vulkan über die produzierte Wärme angesaugt werden, weit nach oben steigen und in Windrichtung auch zu Niederschlägen führen.
Der Wind auf Meereshöhe 14 kn Passat, auf 1.500m noch 11kn und auch auf Höhe des Muchacho NO Wind. Rauch und Asche werden heute über evakuiertes Gebiet weggeblasen. Der Flughafen sollte angeflogen werden können.

Freitag 5. November
Auf Meereshöhe hat der Passat zugenommen. Er weht mit 20 kn. Auf Höhe der Cumbre weht er bis zum frühen Nachmittag noch schwach, aber dann setzt in El Paso die Brisa ein. In grösserer Höhe auch Nordostwind. Die Luftqualität ist recht gut, der Passat und die Inversion auf 1.500 m sorgen für Zufuhr von frischer Luft.

Samstag 6. November
Noch stärkerer Passat, nun mit 24 kn. Über die Cumbre Nueva bläst auch ein Wind mit 20 kn. Die hohe Inversion auf 1.500m wirkt auf diesen beschleunigend und in El Paso weht starke Brisa. 50km/h können fast problemlos erreicht werden. Wahrscheinlich weht die Brisa auch bis nach Los Llanos runter, vielleicht sogar bis auf das Meer. Der starke Wind verfrachtet Asche und schlechte Luft in Richtung Südost. In der Linie Vulkan - Leuchtturm Bombilla kann sich eine Konvergenzzone mit schlechter Luftqualität bilden. Diese erreicht aber El Paso und Los Llanos nicht.

Sonntag 7. November
Auch am Sonntag weht auf Meereshöhe noch starker Nordostpassat mit 23 kn. In der Höhe der Cumbre Nueva hat der Wind nur leicht auf 17 kn abgenommen. Wir werden in El Paso auch am Sonntag die Brisa spüren. Die Inversion immer noch auf 1.500m und der Höhenwind welcher auch aus Nordost bläst sorgen dafür, dass auch am Sonntag schlechte Luft und Asche nach SW geblasen werden.

Montag 8. November
Der Passat weht mit 20 kn, hat also leich abgenommen. Auf Höhe der Cumbre Nueva wehen noch 15 kn nun aber Ostwind und über 2.000 m SO Wind. Die Inversion ist auf 1.000m abgesunken und bremst die Brisa ab welche nur noch bis El Paso bläst. Es kann sein, dass im Valle wieder etwas Asche fallen könnte.

Mittwoch 10. November
Der Passat hat sich auf Meershöhe auf 11kn abgeschwächt. Die Brisa ist in El Paso eingeschlafen denn über die Cumbre Nueva wehen nur noch 8 kn Ostwind. Auch auf 2.000m Ostwind, noch höher leichter SO Wind. Die Inversion ist auf 1.000m. Bedingt durch den schwachen Passat wird das Valle etwas schlechter durchlüftet. Luftqualität könnte sinken und der schwache Ostwind fördert die Verteilung von etwas Asche im Valle.

Der Flughafen scheint bis zum 10. November keine Probleme mit Asche zu bekommen und sollte immer operativ sein.

Deformation Radar
Deformation Radar
04 November, 2021

[9:22h UTC] Hier was für die Verschwörungstheoretiker und Tsunami Liebhaber. Schon das letzte Mal als das Radarbild im Norden und Nordosten nur noch rot zeigte haben sie ihre YouTube Filmchen gedreht und über die 20cm Erhöhung der Insel schwadroniert. Das alles kommt auch Prof. McGuire entgegen der ja mit solchem Schund Versicherungsgesellschaften hilft ihre Produkte an den armen Tsunami geplagten Ami zu bringen.
In der Zwischenzeit haben die Verantwortlichen auch den Vermerk ins Bild geschrieben: "... Podría contener deformaciones no reales causado por señales atmosféricas y errores de desarollo."

Das Bild ist automatisch aus Radarmessungen eines Satelliten generiert. Es ist anfällig für Störungen. Und wenn der Norden und Nordosten vom Passat angeströmt wird und sich dort Wolken befinden kommt dann sowas raus.

Also den Panikmodus wieder auf Ruhe schalten. Es handelt sich nur um harmlose Interferenzen.

Vulkaninformation Donnerstagmorgen
04 November, 2021

[08.20h UTC] Der Vulkan in der Region die Tajogaite genannt wird (schreibe ich immer so, wenn ich mindestens 5 mal belehrt wurde, dass er nicht so heisst 😉 ) war in der Nacht etwas ruhiger, macht aber jetzt wieder Krach. Ein An- und Abschwellen des Lärms in einem Rhythmus von etwa 15 Sekunden. Er hat heute einen Hauptkamin ganz auf der Spitze und produziert, wenn auch weniger, auch weiterhin Asche. Aus dem Westkamin sieht man Rauch aufsteigen (Video auf Twitter @efadi_LP).

In der gestrigen Pressekonferenz wurde ein weiterer Rückgang des Schwefeldioxid Ausstosses gemeldet. Auch der Umstand, dass in der unteren Magmakammer in einer Tiefe um 30 km nur noch wenige Beben stattfanden wurde euphorisch aufgenommen um gleich zu Prognostizieren, dass der Vulkan noch im November erlischt. Ich bin da vorsichtiger geworden. Solange wir noch so viele Erdbeben in der oberen Magmakammer haben, bin ich zurückhaltend mit euphorischen Prognosen.
Ein weiterer Parameter, der gestern auch sehr gut aussah, war ein weiterer Rückgang der Inflation bei der Station LP03 in Jedey. Das hat sich aber heute wieder korrigiert, also auch noch nichts mit Nachhaltigkeit. Immerhin, die Seismizität scheint generell etwas abzunehmen und heute Morgen wurde ich auch nicht aus dem Bett geschüttelt. Dafür gestern auf dem Dach beim Asche schippen. Geholfen hat es nichts. Die Asche hat sich keinen Millimeter bewegt, nur ich...

Die Colada #11 welche die Ausfahrt für grosse Fahrzeuge aus Puerto Naos beim Camino la Marta bedrohte, ist im Moment einige Meter nördlich stehen geblieben. Trotzdem wurde schon gestern mit dem Ausbau einer weiteren Strasse begonnen.

Heute bläst der Wind aus Nordost, auch auf 1.500m ist Nordostwind voraus gesagt. Die Asche und die schlechte Luft werden nach SW über evakuiertes Gebiet geblasen. Am Abend dreht dann der Wind auf Nord und es ist gut möglich, dass Asche nach Fuencaliente gelangen kann.

Heute Nachmittag erreicht La Palma eine schwache Kaltfront aus Nordost. Dies wird zu Niederschlägen im Norden, Nordosten und Osten führen. Bereits im Vorfeld der Front hat sich die Inversion aufgemischt. Freie Fahrt für Luftmassenaustausch sozusagen. Dies bedeutet auch bessere Luftqualität.
Der Wind weht mit bis 10 kn über die Cumbre Vieja, das kann bedeuten, dass auch etwas Feuchtigkeit über die Cumbre nach El Paso geblasen wird. Dann kommt die riesige Thermikquelle, der Vulkan, zum tragen. Dieser saugt die Luft um sich herum an, wird also auch die ankommende Feuchtigkeit ansaugen und weit hochtragen lassen. Es ist wahrscheinlich, dass auch er damit lokale Regenfälle produziert die in Las Manchas fallen können.

Vulkaninformation fällt aus
03 November, 2021

Heute Abend gibt es mal keine Vulkaninformation. Leider habe ich den ganzen Tag Asche weggeführt und ich mag keine Recherchen mehr durchführen und auch keine langweiligen Pressekonferenzen anschauen.

Nur kurz, er ist im Moment etwas ruhiger und in El Paso ist heute kaum neue Asche runter gekommen.

Morgen mehr, auch zu Wetter :-)

Juan Capote Artikel im ElApurón
03 November, 2021

Juan Capote
Veterinärmediziner, Biologe und Forschungsprofessor

Schrieb einen Artikel welcher heute im ElApurón unter dem Titel Lava und Risiken veröffentlicht wurde. Er zeigt eine weitere Sicht diesmal auch auf Schicksale der Bauern.  Ich versuchte den Artikel so gut wie es geht auf Deutsch zu übersetzten ohne die Wortwahl zu ändern, deshalb erscheint das Deutsch zeitweilig etwas „holprig“:

Juan Capote:
„In letzter Zeit gab es einen Medienrummel um die Hunde, die aus der Isolation in der Lava dieses verdammten Vulkans gerettet wurden. Die Meinungen reichen von der Verherrlichung bestimmter männlicher Attribute des Palmeros bis hin zur Verleugnung und sogar zum Schelmenstreich. Was auch immer es ist und was auch immer von der zuständigen Untersuchungsstelle angegeben wird, die Hunde sind sicher, im Gegensatz zu den Verdächtigungen einiger Tierschützer. Die morphologische Ähnlichkeit zwischen einem der Hunde, der im kritischen Moment fotografiert wurde, und dem später in einem Video gefilmten Hund ist offensichtlich, aber was mich überzeugt hat, ist die Aussage meines Kollegen César Bravo, Tierarzt, der trotz des Verlustes seines eigenen Hauses eine wichtige Rolle in dieser Krise gespielt hat. Er sagt: Die Hunde wurden versorgt und befinden sich in einem Tierheim. Ich kenne César schon lange genug, um sagen zu können, dass er ein tadelloser Profi ist, einer von denen, die perfekt zu unterscheiden wissen zwischen den Momenten, in denen man zärtlich und lustig sein kann, und denen, in denen man ernsthaft und äußerst streng sein muss. Deshalb ist er, vielleicht zu seinem eigenen allmählichen Erstaunen, zu einem unbestrittenen Führer unseres Berufsstandes geworden, der bereits Geschichte schreibt.
Ich möchte jedoch betonen, dass der Fokus der Medien auf diese Hunde die wahre Tragödie überschattet hat, die andere Tiere und ihre Besitzer erlitten haben. Als ich vor einigen Tagen auf La Palma war, konnte ich die meisten der Ziegenhirten und Ziegenzüchter treffen, die unter den direkten Folgen des Vulkans gelitten haben. All diese Menschen wurden vertrieben, auch wenn einige noch ihre Anlagen hatten, die vermutlich durch das Gewicht der Asche beschädigt waren und immer unter der Bedrohung standen, dass sich der Verlauf der Lava ändern könnte. Andere haben sie zusammen mit ihren Häusern verloren und einer von ihnen musste mit ansehen, wie seine Herde, die er normalerweise im Vulkangebiet weidete, verbrannte, wobei er die Hälfte seines Viehs verlor und enorme Anstrengungen unternehmen musste, um die Restlichen zu heilen, was den radikalen Verlust seiner Produktion bedeutete. Ich habe die Emotionen von hartgesottenen Männern und tapferen Frauen gesehen, die überwältigt waren, weil ihre Ziegen infolge eines übereilten Transports Fehlgeburten erlitten oder sogar gestorben sind. Ich habe sie sagen hören, dass sie den Verlust von Maschinen und Einrichtungen in Kauf nehmen, dass sie aber den Tod ihrer Tiere nicht ertragen könnten... Und inmitten von so viel Leid muss eine Figur, Leonardo Anselmi, ein unscheinbares und prominentes Mitglied einer Tierschutzgruppe, auftreten und sagen, dass die Bauern ihre Ziegen unter schrecklichen Qualen sterben ließen, um die Versicherung zu kassieren. Und das Schlimmste ist, dass er das in den nationalen Medien sagt und die sich nicht einmal die Mühe gemacht haben, die Nachrichten zu überprüfen. Hören Sie, Leonardo, ich glaube, ich weiß mehr über die Ziegenhaltung auf den Kanarischen Inseln als Sie, und ich kann Ihnen sagen, dass ich noch nie gehört habe, dass Landwirte ihre Tiere versichern. Sie sind ein Verleumder, dem man viele Abqualifizierungen zuschreiben kann, sicherlich nicht die, die mit Tieren zu tun haben, denn diese Wesen verdienen es nicht, dass ihre spezifischen Namen mit Ihrem in Verbindung gebracht werden.
Deshalb werde ich ihn nicht als Schwein oder Ratte bezeichnen und schon gar nicht nach Ähnlichkeiten mit dem männlichen Fortpflanzungsorgan der Art suchen, über die ich schreibe. Ich nenne Sie jetzt etwas anderes, natürlich Kanarier: Sie sind ein rebenque, wissen Sie nicht, was das auf unseren Inseln bedeutet? Nun, ich werde es Ihnen auch nicht sagen. Ich möchte Ihnen nur eines sagen: Keiner der betroffenen Hirten, die nicht einmal annähernd Ihre Schuhgröße haben, hat das Handtuch geworfen. Sie stehen immer noch und versuchen, wieder auf die Beine zu kommen. Wissen Sie, warum? Diese Menschen tragen Lava und Klippen dort, wo du nichts als Groll hast: in ihre Seelen.
Juan Capote


Vulkaninformation Mittwochmorgen
03 November, 2021

[08:30h UTC] Bevor ich zur Information über die allgemeine Lage komme eine Bitte:

Wenn Sie in Gebiet mit starkem Aschefall wohnen, denken Sie auch an unsere gefiederten Freunde. Ich sehe in Tacande schwärme von Kanarengirlitzen. Leider finden diese Körnerfresser seit dem Aschefall kaum mehr Futter. Auch Amseln haben es schwer, letzteren kann man auch Apfel oder Birnenstückchen anbieten. Vogelfutter kann man in vielen Geschäften kaufen, auch im HyperDino.

Wasser für die Tiere kann man auch effizient offerieren: Legen sie einfach ein nicht hohes Tongefäss unter die Bewässerung und lassen das Wasser in dieses laufen. Es füllt sich dann automatisch beim Bewässern mit frischem Wasser und überläuft. Mit dieser Methode habe ich im Garten auch keine Probleme mehr mit Ratten die die Schläuche zerbeissen. Diese Tongefässe für die Küche kann man fast überall günstig erwerben. Sie sollten nicht zu gross sein damit ein Tier das reinfällt auch wieder rauskommt.

Vulkaninformation:
Die letzte Nacht war wieder etwas ruhiger nachdem der Dienstag ja extrem laut war. Tajogaite hüllt sich heute Morgen in eine Wolke und die Lavaflüsse sind schlecht zu sehen. Gestern Abend ist der Konus erneut zerfallen und viel Lava ist über die Westseite runter geflossen (Video auf Twitter). Heute Morgen um 07:27h bebte die Erde sehr stark. Das Beben wurde auf der ganzen Insel gespürt und auch auf allen Kanarischen Inseln gemessen. Ihm wurde letztendlich die Stärke von mbLg 4,9 zugeordnet und auf der Mercalli Skala mit IV-V verspürt. Ich gebe ihm auch eine IV, denn es ist kein Geschirr zerschlagen worden noch habe ich Schäden am Haus gesehen, aber es war das bisher stärkste und am längsten andauernde Beben welches ich gespürt habe. Es fand in der unteren Magmakammer in einer Tiefe von 36km statt.

Deformationen sind bei allen Stationen rückläufig, auch die anfällige LP3 in Jedey zeigt nochmal einen Rückgang um 1cm gegenüber gestern und damit den zweittiefsten Wert seit dem Ausbruch.

Die Seismizität war rückläufig. Das hat sich nun mit dem 4,9 Beben wieder etwas korrigiert. Die Tiefen der Beben sind gleichbleibend, auch hier keine Auffälligkeiten.

Die Luftqualität erachte ich im Moment als schlecht. Die SO2 Werte bei der Messstation Dos Pinos zeigen 361 μg/m³ (Desfavorable) und man sollte anstrengende Tätigkeiten im Freien meiden. In etwa zwei Stunden setzt wahrscheinlich Thermik ein die dann die Luft etwas besser mischen wird. Einen etwas ausführlicheren Wetterbericht erarbeite ich etwas später.

Vulkaninformation Dienstagabend
02 November, 2021

[20:52 h UTC] Über 100 Millionen Tonnen Material soll der Vulkan schon ausgestoßen haben. Da sind die 270 Tonnen Asche welche auf meinem Grundstück gefallen sind eine kleine Nummer. Sie halten mich aber immer noch auf Trab. 60% der Dachflächen sind gereinigt, morgen geht es weiter, deshalb die Info in Kurzform:

Tajogaite war den ganzen Tag über sehr laut was auf einen erhöhten Gasanteil in der Magma schliessen lässt. Jetzt am Abend hat der Lärm etwas abgenommen. Der SO2 Ausstoss hat sich wieder auf 22.000 t/Tag erhöht. Dies in einer folge von einer Absenkung während einigen Tagen. Ob das ein Ausreisser ist werden wir morgen sehen.
Das maximale Beben war 4.6 mbLg gestern Abend um 20:24h in 16 km Tiefe. Es wurde sogar auf Gomera und Teneriffa gespürt. Die Seismizität ist gleichbleibend und Deformationen hat man keine festgestellt im Gegenteil, die vom Vulkan weiter entfernten Stationen zeigen immer noch einen Trend zur Normalisierung an. Der Flughafen war wie befürchtet den ganzen Tag nicht in Betrieb, das wird wahrscheinlich auch morgen Mittwoch noch so sein. Die Belastung mit kleinen Partikeln ist zeitweise sehr hoch weshalb die Verantwortlichen mahnen, sich nur in dringenden Fällen ausserhalb des Hauses aufzuhalten und dann mindestens FFP2 Masken zu tragen.

Die verschiedenen Coladas, vor allem die Erste erhalten immer noch sehr viel Zufluss an Material. Die Colada 11 welche die Strasse Todoque - Secadero bedroht stand heute bei der Pressekonferenz um 14h noch ca. 200m östlich und kam offensichtlich nur sehr langsam voran.
Das Konzept einer Notstrasse oder des Ausbaus der bestehenden Zufahrt nach Puerto Naos wird geprüft. In den nächsten zwei Wochen wird spätestens mit dem Bau begonnen.
Parallel wird auch das Konzept einer Verbindung per Schiff mit Puerto Naos geprüft. Die Armee ist daran Abklärungen zu treffen. Das wäre in erster Linie eine Vereinfachung für die Bauern welche ihre Bananen bewässern müssen.

Vulkaninformation Dienstagmorgen
02 November, 2021

[08:30h UTC] Heute hören wir zumindest eine Auswirkung der gestern erwähnten "Gasificación", der vermehrten Gasbildung in der Magma. Der Vulkan hat wieder seine Düsentriebwerke gezündet und lärmt wie ein Kampfjet. Dieser Lärm ist aber nicht konstant sondern wellenartig zu und abnehmend. Normalerweise spüre ich in meinem Haus die Erdbeben nur, wenn diese wirklich stark sind. Letzte Nacht wurde ich aber zweimal von eher schwachen Beben mit mbLg 3,4 und 3,6 in rund 14km Tiefe geweckt. Ja, schwach ist relativ. Vor zwei Monaten hätte ich noch ganz anders argumentiert.
Die Luftqualität ist im Valle etwas durchzogen. Los Llanos fällt wieder mit erhöhten CO Werten auf. Das Kohlenmonoxid bindet sich viel besser an das Hämoglobin der roten Blutkörperchen und behindert damit den Sauerstofftransport, so dass bereits bei einem CO-Gehalt der eingeatmeten Luft von nur 0,1% das Gesamthämoglobin je zur Hälfte Sauerstoff und CO bindet. Eingeatmetes Kohlenmonoxid baut sich langsam wieder ab. Vielleicht sind die LLanesen deshalb heute einfach etwas schlapper als sonst.
Die Asche wird wie vorausgesagt mit leichten Westwinden in der Höhe in Richtung Flughafen verfrachtet. Das SIGMET meldet Asche von 0 bis 11.000ft, also bis auf etwa 3.400m. Auch im METAR steht VA, also Vulkanasche. Bisher ist keine Maschine gelandet und ich glaube das wird den ganzen Tag so bleiben.

Die Seismizität ist über die letzte Woche gesehen gleichbleibend, findet aber eher in der oberen Magmakammer zwischen 10 und 15km Tiefe statt.

Eine Delegation von Hilfskräften hat gestern noch den verlassenen Friedhof von Las Manchas besucht, eine kleine Feier abgehalten und dabei auch eine Orchidee mit einem Schild "Von allen für alle" dagelassen. Vielleicht ein kleiner Trost für all die Menschen die den Friedhof an Allerheiligen nicht besuchen konnten.

Bilder die den Stand der Lavaflüsse, speziell den des neuen #11 belegen habe ich bisher noch keine gesehen. Das werde ich später melden. Muss nun wieder zum Ascheschippen...

Vulkaninformation Montagabend
Vulkaninformation Montagabend
01 November, 2021

[17:15h UTC] Er flog also doch, der Helikopter aus welchem ganz viele Blüten abgeworfen wurden. Nur musste er Küstennah fliegen. Eine Annäherung an den Friedhof von Las Manchas wäre aufgrund der Asche nicht in Frage gekommen.
Die Pressekonferenz ergab folgende Informationen:
Der Ascheausstoss ist nach wie vor sehr hoch. Das wird mit einer "Gasificación" de Vulkans erklärt. Was das bedeutet wurde nicht erwähnt. Der SO2 Ausstoss welcher ein wichtiges Mass für die Dynamik des Ausbruchs gilt ist seit einigen Tagen rückläufig und erreicht 4.990 t/Tag. Der CO2 Ausstoss der gesamten Cumbre Vieja aber immer noch leicht zunehmend auf 1.500 t/Tag. Letzterer soll einen Überblick über den Zustand der gesamten Cumbre Vieja geben. Das CO2 welches direkt im Umfeld des Vulkans gemessen wurde ist auch zurückgehend. Es hat sich eine neue Colada gebildet welche als #11 bezeichnet wird. Diese fliesst auf der Nordseite der Montaña Cogote durch und war an der Pressekonferenz noch 200m von Carretera El Hoyo Todoque entfernt. Es scheint als wahrscheinlich, dass die Hauptstrasse ein weiteres Mal von Lava überflossen wird und dann das Verkehrskonzept für Puerto Naos nicht mehr funktioniert. Der einfahrende Verkehr wurde von Jedey zur Plaza Glorietta und dann runter über das Tenniszentrum geführt. Der wegfahrende Verkehr über den Camino Majada (beim Mariposa), Camino Real de Todoque und Camino Marta. Dieser Rundkurs wird wahrscheinlich bald nicht mehr möglich sein. Damit hat Puerto Naos nur noch eine Zufahrt, die aber für grosse Fahrzeuge nicht geeignet ist. Es muss eine Lösung her und relativ rasch eine Notstrasse gebaut werden. Wo, wann und wie das geschehen soll wurde noch nicht mitgeteilt.
Die Seismizität ist immer noch hoch, aber abnehmend, speziell die tiefen Beben haben in der Anzahl abgenommen. Die reine Anzahl der Beben ist aber nicht das einzige Mass der Dinge. Es fanden auch sehr starke Beben in dieser Tiefe statt. Wir erinnern uns, ein Beben der Magnitude 5 ist 32 mal stärker als eines mit Magnitude 4. Man kann also 32 Beben mit Magnitude 4 messen bis man die gleiche Energie eines Bebens der Stufe 5 erhält. Ob auch die freigegebene Energie abgenommen hat wurde nicht mitgeteilt.

Auf der Ostseite direkt nach dem neuen Tunnel habe ich auch feinen Ascheregen festgestellt. Der Flughafen wurde aber von den kleinen Maschinen der Binter angeflogen. 

Luftbild Cogote
Luftbild Cogote
01 November, 2021

Hier ein Luftbild auf die Montaña Cogote, rechts davon den Friedhof von Las Manchas. Dahinter die Montaña Rajada um welche sich beide Lavaflüsse ranken und in gleicher Line das Biest.

Neue Colada
01 November, 2021

[12:18h] ElApurón meldet:

"Es wurde festgestellt, dass sich eine Lavazunge in Richtung Süden gelöst hat und dabei Land im unteren Teil des Montaña Cogote betroffen ist, das bisher nicht beschädigt wurde. Diese Situation führt zu neuen Schäden durch die Eruption, die in der Region des Aridanetals große Zerstörungen sowohl an Häusern als auch an Anbauflächen und öffentlichen Infrastrukturen verursacht."

Wetterprognose
Wetterprognose
01 November, 2021

[11:55 UTC]

Die Kanaren befinden sich auch heute in einem Hochdruckgebiet mit Kern über Madeira. Auf Meereshöhe weht Passat welcher auf der Ostseite frische Luft zur Insel bläst. Der Wind nimmt mit zunehmender Höhe rasch ab und bleibt bis über 4.000m sehr schwach. Dies lässt die Vulkanasche praktisch vertikal aufsteigen und dann in einem Umkreis um den Vulkan fallen. Zwischen 600m und 1.400m ist die Luft isotherm geschichtet. Die Temperatur bleibt gleich. Auch eine solche Schichtung ist ähnlich einer Inversion, wirkt wie ein Deckel und lässt nicht viel Belüftung zu.

Dienstag 2. November
Auf Meereshöhe bläst ein Passat mit 14 kn. Auf 1.500m herrscht immer noch fast Windstille und ab 2.000m beginnt ein Westwind mit rund 7kn. Die Inversion ist tief auf rund 600m. Der Westwind in der Höhe kann Ascheteile in den Osten blasen und zu Problemen am Flughafen führen. Die Asche welche darunter fällt verteilt sich immer noch in einem Radius um den Vulkan.

Mittwoch 3. November
Passat mir rund 12kn auf Meereshöhe, auf 1.500m kaum Wind und auf 2.000m Nordwind. Es kommt eine leichte Entspannung auf da ein Teil der Asche nun in Richtung Süd geblasen wird. Ab Mittag ist im Nordosten und Osten etwas Niederschlag möglich. Die Inversion auf 900m wirkt positiv auf die Luftqualität

Donnerstag 4. November
Auf Meereshöhe 17 kn Nordostwind, auf 1.500m auch Passat mit 9 kn und ab 2.000m ein NNO bis Nordwind welcher die Asche in den Südwesten oder Süden blasen wird. Am Morgen streift La Palma eine Kaltfront. Diese wird im Nordosten und Norden, Regen bringen. Da die Luft sehr feucht und instabil ist, ist es auch möglich, dass Regen im Westen fallen kann. Dächer sollten deshalb bis spätestens Mittwoch einigermassen gereinigt sein.

Freitag 5. November
Zunehmender Passat auf Meereshöhe und auch auf 1.500m mit 17 kn. In El Paso und vielleicht sogar bis Los Llanos weht die Brisa welche frische Luft ins Valle bringen wird. Auch auf 2.000m weht ein Nordostwind mit 8 kn welche sicherstellt, dass die Asche in den Südwesten geblasen wird. Die Kaltfront ist abgezogen, lässt aber eine hohe Inversion auf 1.500m zurück. Diese lenkt den NO Wind über der Cumbre Nueva ab und beschleunigt ihn noch.

Samstag und Sonntag 6./7. November
Der Passat ist noch stärker geworden. Er bläst nun mit bis 22kn auf Meereshöhe. Auch über die Cubre Nueva bläst Nordostwind mit fast 20 kn. Die Inversion ist immer noch hoch auf 1.500m was für die Brisa einen Beschleunigungseffekt bewirkt. Es ist gut möglich, dass der Wind weit ins Valle runter bläst, vielleicht sogar bis aufs Meer. Das Valle wird gut belüftet, die Luftqualität ist gut und die Asche wird weiterhin weg vom Valle über evakuiertes Gebiet und dann ins Meer geblasen.

Vulkaninformation Montagmorgen
01 November, 2021

[08:30h UTC] "Dunkel wie in einer Kuh drin" sagt der Schweizer wenn er meint, dass es wirklich dunkel ist. Woher der Ausdruck kommt, das weiß ich nicht. Auch nicht wie viele Schweizer schon in einer Kuh drin waren, aber es ist draussen wirklich dunkel.

Aus dem SO Kamin wird derzeit sehr viel Asche ausgeworfen. Aus dem Westkamin immer noch viel Lava. Grössere Erdbeben gab es in der Nacht nicht, aber immer noch sehr viele auch über mag mbLg 3 welche zeigen, dass das gesamte System immer noch sehr aktiv ist. Deformationen wurden keine beobachtet, es scheint, dass im Moment kein zusätzlicher Druck aufgebaut wird.

Die Windprognose für heute sagt ab 1.500m praktisch Windstille voraus. So steigt die Aschewolke, angetrieben von der Dynamik des Auswurfs und der Thermik der Hitze des Vulkans hoch und fällt dann irgendwie radial runter. Letzte Nacht gab es in Tacande vielleicht "nur" ein Millimeter aber der Papiertest, indem ich ein weißes Blatt Papier ein paar Minuten draussen hinlege, beweist es, immer noch fallen extrem kleine Partikel runter, genau die welche klein und scharf sind und damit tief in die Lungen vordringen können und deshalb gesundheitsschädlich sind. FFP2 Maske draußen zu tragen ist empfehlenswert! Auch sind viele Straßen nicht geräumt. Die Autos wirbeln auch hier die feinen Staubteilchen auf. Umluft einstellen und dann die Lüftung abstellen ist sicher auch nicht verkehrt.

Der Flughafen ist im Moment noch in Betrieb, könnte im Tagesverlauf aber auch von Asche betroffen werden.

Der Direktor der Pevolca, Miguel Morcuende hat einen langen Artikel veröffentlicht in welchem er voraussagte, dass die Eruption noch zwei Monate andauern wird. Nun ernst nehmen kann ich solche Aussagen in keiner Art und Weise. Der gleiche Herr Morcuende hat am Tag des Ausbruchs dafür gesorgt, dass die Alarmstufe auf gelb blieb und damit gezeigt, dass seine Prognosen gar nichts Wert sind und auch er hat über Teile von Tazacorte eine dreitägige Ausgangssperre verhängt bis er begriffen hatte, dass die Lava nun doch nicht ins Meer fliessen wollte. Meteorologen würde man mit einer solch schwachen Leistung gleich entlassen.

Heute ist Allerheiligen. Obschon auf La Palma nicht wie in anderen Lateinischen Ländern ein extremer Kult um die Verstorbenen gemacht wird, ist es Tradition an diesem Tag der Verstorbenen auf dem Friedhof zu gedenken. Der Friedhof in Las Manchas ist aber nicht zugänglich und so wird eine externe Feier durchgeführt.

Auch die Streitkräfte beteiligen sich an dieser Feier. Zu diesem Zweck werden heute um 12.00 Uhr mittags Angehörige der UME und der Armee eine Mahnwache auf der Montaña  Tenisca aufstellen, um die Bürger beim Gedenken und der Ehrung Verstorbenen zu begleiten.

Anschließend wird ein Superpuma-Hubschrauber des 46. Luftwaffengeschwaders des Luftwaffenstützpunktes Gando (Gran Canaria) die genannte Stelle überfliegen und einen Kranz für alle Verstorbenen an einer Stelle in der Nähe des Friedhofs Las Manchas niederlegen. Wie das mit dem derzeitigen radialen Auswurf der Asche gelingen soll werden wir sehen.

Eine Wetterprognose in Bezug auf den weiteren Verlauf des Ascheregens werde ich nun erarbeiten und etwas später publizieren.

Gesundheitsinformation
01 November, 2021

[08:05 UTC] Der SARS-CoV-2 Ausbruch den ich vor ein paar Tagen gemeldet habe konzentriert sich um das Centro del Dia in Breña Alta. Die Rasterfahndung geht weiter und gestern wurden noch weitere 2 Personen positiv getestet. Bereits habe ich berichtet, dass hauptsächlich Personen über 80 jährig betroffen sind (6), davon sind drei in stationärer Pflege im Spital. Weil alle über 80 jährigen geimpft sind, handelt es sich hier um schon vielfach besprochene Impfdurchbrüche. Fälle in welchen die gebildete Immunantwort auf die Impfung im ersten Ansatz mit der Anzahl der Viren teilweise überfordert wird.
Die weiteren Infizierten (Total 15) teilen sich auf praktisch alle Altersgruppen auf.

Die gute Nachricht ist die, dass man weiß wo suchen und der Ausbruch offensichtlich isoliert werden konnte.

Die Indizes sind nach wie vor im grünen Bereich, das heisst unter 50.
AI/7 = 20.4
AI/14= 24.0

Vulkaninformation Sonntagabend
31 October, 2021

[17:50 UTC] Die Eruption ist stabil, es werden von den Vulkanologen keinerlei Anzeichen gesehen, dass sie bald zu Ende sein würde. Zwar ist der Schwefeldioxid Ausstoss seit etwa 5 Tagen abnehmend, heute waren es noch 7.700 t/Tag. Und jetzt wollte ich gerade schreiben es gab kaum Beben mit einer Stärke die wahrgenommen wurden und 17:53h Booom. Das Beben war gefühlt mindestens gleich des grossen vor zwei Tagen das mit 5.0 bewertet wurde. Aber es kommt natürlich auch auf die Tiefe an. Ich warte die Auswertung aber nun nicht ab. Also auch hier keine Zeichen einer Veränderung zum positiven. Nach wie vor werden die Lavaflüsse 1, 3 und 9 alimentiert. Der Lavafluss #1 hat sich zum Teil sehr hoch aufgetürmt. Es wird von Stellen mit 30 Metern Höhe berichtet.

Vulkaninformation Samstagmorgen
31 October, 2021

[08:05h UTC] Uhrenumstellung vollbracht, endlich wieder etwas normalere Zeit, der Sonne angepasster, jetzt steht sie heute um 12:55h im Zenit.

In der Nacht ist der Vulkankegel wieder teilweise kollabiert und viel Lava floss über die Westflanke. Genau West ist immer gut, denn so fliesst die Lava über die Colada #1, die erste. Seit gestern sind in Tacande rund 15mm Asche gefallen. Das entspricht bei der feinen Asche einem Gewicht von fast 15kg/m^2. Die vormals gereinigten Dächer sind schon wieder voll. Die Asche hat den vorausgesagten Weg genommen und heute Morgen habe ich sowohl vom Muchacho als auch aus Puntagorda Bilder mit Asche gesehen. Im Valle ist es am schlimmsten, die Strassen sind schwarz, in der Nacht ist das Autofahren extrem gefährlich, aber auch am Tag. Es fehlen die Markierungen und die Straßen sind rutschig. Wenn man mit Vorderradantrieb auf steilen Straßen anhalten muss kommt man kaum noch weg.
Die extrem kleinen Ascheteilchen können tief in die Lungen vordringen und Entzündungen hervorrufen! Es wird von den Behörden dringend geraten draußen FFP2 Masken und auch Augenschutz zu tragen!

Die Seismizität ist in etwa gleich hoch. Heute kamen keine Meldungen rein wonach die Bevölkerung ein Beben gespürt hat. Alles konzentriert sich auf die zwei Magmakammern und es gibt keine Anzeichen einer Veränderung. Gleiche Tiefe, keine Bodendeformationen feststellbar. Im Gegenteil, weiter entfernte Stationen zeigen schon länger einen langsamen Rückgang der Deformationen.

Wetter:
Das Hoch hat sich leicht nach Norden verschoben. Sein Kern nun zwischen den Kanaren und Madeira. Deshalb kommt auf Meereshöhe heute etwas Passat auf welcher in Sta. Cruz und am Flughafen frische Luft heranführt. Auf der für das Valle kritischen Höhe bläst der Wind schwach mit 5kn aus SO und dreht im Tagesverlauf nach Süd und nimmt noch leicht an Stärke ab. Schwache 5 kn blasen die Asche nach Nordwest und Nord. Genügend langsam, dass auch heute der grösste Teil im Valle runterkommt. Die Inversion befindet sich auf rund 800m. Die Luftqualität ist im Moment gut.

Die Entlastung für das Valle kommt aber erst am Dienstagabend. Mit leicht aufkommendem NO Wind auf 1.500m nimmt die Asche dann wieder den Weg über evakuiertes Gebiet.

Vulkaninformation Freitagabend
30 October, 2021

[18:25h LT] Der Ascheregen hält an, auch ist es immer noch dunkel im Valle. In Tacande fielen heute 3mm. Das messe ich im Moment mit meinem Backup Regenmesser der sehr genau ist.
Obschon ich die Panele meiner Fotovoltaik immer wieder geputzt habe ist die Ausbeute marginal, gerade mal 0,21kWh wo normalerweise 15-20 kWh produziert werden. Dieses Putzen hätte man sich sparen können. Aber auch das grosse Ascheschippen kann man sich im Moment noch sparen. Die Wetterlage hält ja leider noch ein paar Tage an (siehe Blogeintrag Wetterprognose von heute Mittag).

Die Pyroklasten welche mit Energie aus dem Vulkanschlot geschleudert werden laden sich immer noch auf und ab und zu hört man den Donner der Entladungsblitze.

Die Colada #3 welche uns schon gestern Sorgen bereitete hat die Klippe erreicht. Wahrscheinlich wird sie nicht ins Meer gleiten da das Delta der Eruption vom San Juan noch viel Fläche bietet um sich auszuweiten.
Die Lava ist über das Restaurant Canguru geflossen, hat dieses zerstört. Sie befand sich heute Mittag rund 60m nördlich des Restaurants Mariposa. Die Kreuzung Marta / Hoyo Todoque welche als Ausfahrt für die Lastwagen aus Puerto Naos wichtig ist, ist auch noch frei, aber auch dort ist die Lava bis auf rund 100m an die Kreuzung gekommen.

Das Beben heute Morgen von 5,0 mbLg war das bisher stärkste. Es wurde in der Pressekonferenz noch einmal hingewiesen, dass die Beben in Spanien nicht nach der Richterskala bewertet werden (darum das mbLg) auf der Richterskala würde das mbLg 5,0 ungefähr einem 4,5 entsprechen meinte Maria José Blanco. Es sei immer noch möglich, dass sich auch stärkere Beben bilden würden, die auf der Mercalli Skala eine 6 und zögernd sagte sie auch eine 7 erreichen könnten. Dies würde einem mbLg von ungefähr 5,8 entsprechen. Wenn man sich bei einem stärkeren Beben im Haus befindet, soll man nicht rausrennen, sondern drin bleiben und sich schützen. Am besten unter einem Türrahmen oder einem Tisch.

Ascheblitz
Ascheblitz
30 October, 2021

[12:41h UTC+1] Da ist er auch schon, der fotografische Beweis für die Entladungen von heute Morgen.

Die Aschehöhe in Tacande ist nun 2mm und ist sehr fein was einer zusätzlichen Dachbelastung von rund 2kg/m^2 entspricht.

Wetterprognose
30 October, 2021

[11:15h LT] Dunkel ist es im Valle geworden. Nach der Prognose ein sonniger, wolkenfreier Tag aber der Vulkan macht mal wieder einen Strich durch die Rechnung. Jeder Tag anders, auch heute. Die elektrischen Entladungen sahen wir ja auch schon, aber so heftig wie heute glaube ich nicht.
Leider bleibt die Wetterlage den ganzen Tag gleich. Der Vulkan wird also den Rhythmus bestimmen. Der Ascheregen mal intensiver, mal weniger. Ein ganz schwacher Nordostwind auf 1.500m lässt die Ostseite im Moment ohne Asche und den Flughafen offen. In der Höhe wird die Wolke in Richtung Puntagorda verfrachtet.

Sonntag 31.
Uhrenumstellung. Ab heute haben wir wieder UTC auf den Kanaren.

Der Passat hat auf Meereshöhe auf 11kn zugenommen. Aber schon auf 1.500m dreht die Windrichtung auf das im Valle nicht beliebte SO. Die Inversion geht auf 500m runter. Der Passat ist etwas schwach um den Teil unter der Inversion auf der Westseite zu belüften. Wenn der Vulkan weiterhin Asche produziert wird die in die gleiche Richtung wie am Samstag verblasen.

Montag 1. November
Allerheiligen, ein Feiertag.
Der Passat bläst mit 14 kn auf Meereshöhe, auf 1.500m immer noch SO Wind mit 7 kn darüber wenig Wind und ganz hoch ein Nordwind. die Inversion bleibt auf 500m, die Situation mit der Asche gleich. Sie wird auch am Montag fast rund um den Vulkan und dann in Richtung Puntagorda fallen.

Dienstag 2.
Der Passat bleibt in etwa gleich mit 13 kn auf Meereshöhe. Immer noch leichter SO Wind auf Höhe der Cumbre Nueva mit 7kn. Über 3.000m weht ein Nordostwind welcher anzeigt, dass wir in Bezug auf die Windrichtung langsame Änderungen erwarten können. Die Inversion ist leicht auf 600m angestiegen.

Mittwoch 3.
Der Passat immer noch gleichbleibend mit 14kn auf 1.500m setzt sich auch langsam der NO Wind durch. Die vorausgesagten 8 kn werden aber nur im obersten Teil von El Paso für Brisa sorgen, gut, dass der Auswurf des Vulkans nun wieder nach SW geblasen wird. Ab 3.000m weht ein Nordwestwind mit 10kn der mit zunehmender Höhe auf Ost dreht. Inwieweit das den Betrieb am Flughafen beeinträchtigen könnte muss man abwarten.
Die Inversion auf 600m. Es wird feuchtere Luft nach La Palma verfrachtet, im Nordosten und Osten kann es zeitweise etwas regnen. Man kann endlich mit Reinigen beginnen, die weiteren Tage ist kaum Ascheregen im Valle zu erwarten.

Donnerstag 4.
Der Passat auf Meereshöhe nun 15kn was nicht nur den Osten gut belüftet, es scheint aus auszureichen um im Lee Wirbel zu erzeugen welche das Valle mit frischer Luft versorgen. Die Inversion steigt auf 1.800m bedingt durch das Nähern einer Kaltfront aus NO. Diese bringt vorallem in Nordosten einige Regenfälle. Über der Cumbre Nueva bläst  auch NO Wind mit 11 kn welcher in El Paso Brisa verursacht und auch etwas Regen über die Cumbre tragen wird. Über 3.000m hauptsächlich Nordwind welcher die Situation mit der Asche weiterhin entspannt.

Freitag 5.
Der Passat auf Meereshöhe verstärkt sich auf 20kn. Auch auf 1.500m bläst ein NO Wind mit 16 kn. Die Inversion ist immer noch auch 1.500m was in El Paso zu Brisa führen wird. Diese kann auch weit ins Valle runter blasen. über 3.000m auch Nordost, darüber Nordwind. Die Asche bleibt fern vom Valle.

Donnergrollen
30 October, 2021

[10:35h LT] Im Moment vernimmt man im Valle ab und zu ein Donnergrollen. Die feine Vulkanasche welche ausgestossen wird, lädt sich auf und diese Ladungen werden dann über Blitze wieder abgebaut. Vielleicht erhalten wir im Tagesverlauf Bilder von den Blitzen. In El Paso fällt immer noch viel Asche und ich will meine Kamera dem nicht aussetzten. Ein bisschen Asche im Teleobjektiv und das Problem ist kaum mehr zu beheben.

Vulkaninformation zum Wochenende
Vulkaninformation zum Wochenende
30 October, 2021

[09:50h LT] Wer heute Morgen um 07:24h nicht schon wach war, den hat wahrscheinlich das mbLg 5,0 Erdbeben in 35km Tiefe geweckt. Ein etwas längeres das in Tacande in zwei kurz aufeinanderfolgenden Schüben gespürt wurde. Meine Einschätzung auf der Mercalli Skala eine IV, andere haben ihm eine V gegeben.

Dann stinkt es draussen in El Paso nach H2S dieses übelriechende und sehr giftige Gas das nach faulen Eiern riecht kann der Mensch zum Glück schon in geringsten Konzentrationen feststellen. Die Nase gewöhnt sich aber daran und nach einiger Zeit riecht man nichts mehr.   Wenn es so stinkt würde ich mal nicht draussen Turnübungen machen und auch die Haustiere einen Moment drinnen lassen. Es hat sich gezeigt, dass diese lokalen Konzentrationen schnell wieder verdünnt werden. Die Luftqualität wird vom Messsystem als gut befunden, die messen aber SO2 kein H2S.

Schon früh sah man heute aus El Paso einen Lavafluss sehr südlich. Dieser ist jetzt offensichtlich rund 1,2km nördlich von Puerto Naos ins Gebiet von las Hoyas geflossen. Dort wo bereits die südlichste Lavazunge vorgestossen ist (siehe Bild).

In Bezug auf die Asche hat sich leider die Wetterprognose bestätigt, in Tacande gab es letzte Nacht erneut rund 1mm. Wie sich das entwickelt werde ich in einer später zu erarbeitenden Wetterprognose noch publizieren. Für heute schon mal dies: Wir befinden uns im Zentrum eines Hochdruckgebietes. Damit weht fast überall nur ein schwacher Wind welches die Durchlüftung erschwert. Im Tagesverlauf wird sich lokal Thermik entwickeln welche Luft vom Meer ansaugt und die Durchmischung der Luft übernehmen wird. Ab 3.000m weht Ost bis Südostwind mit rund 7kn. Der Passat nimmt auf Meereshöhe im Tagesverlauf nur leicht zu. Die Inversion befindet sich im Moment auf etwa 1.000m Höhe.
Die grösseren Ascheteilchen werden radial um den Krater fallen, feinere werden in der Höhe in Richtung Puntagorda geblasen.
Der Flughafen ist im Moment in Betrieb.

Vulkaninformation Freitagabend
29 October, 2021

[17:55h LT] Der Vulkan ist heute Nachmittag wieder extrem laut. Die Schallwellen lassen einfach verglaste Fenster erzittern und sind für die Anwohner nervenzerrend. Warum das so ist, weiss wahrscheinlich nur der Vulkan, denn alle Parameter sehen eigentlich eher gut aus. Der SO2 Ausstoss ist auf 15.000t/Tag zurück gegangen, immer noch viel zu viel um von einem langsamen Abklingen zu sprechen, der CO2 Ausstoss der gesamten Cumbre Vieja beträgt rund 1.370t/Tag. Die Colada #3 kam  in der letzten Nacht relativ rasch voran und floss 20m nördlich des Camino Aniseto über die Hauptstrasse. Das sind nur 115m entfernt vom Camino de La Marta welcher als Ausfahrt aus Puerto Naos benutzt wird. Wird diese Ausfahrt zerstört, können grössere Fahrzeuge nicht mehr nach Puerto Naos gelangen. Die Strasse über Cuatro Caminos ist zu eng und hat auch zu enge Kurven.

Die Seismizität ist in etwa gleichbleibend, die Beben konzentrieren sich hauptsächlich auf den Bereich der oberen Magmakammer. Es sind keine Anzeichen von aufsteigender Magma in einem anderen Bereich als dem des Vulkans feststellbar. Auch die Deformationen sind stabil oder leicht rückläufig.

Die Verantwortlichen von Pevolca und dem Cabildo haben ihre für das lange Wochenende verordnete Kontrolle mit Busbetrieb vom alten Flughafen nicht noch einmal überdacht. Weil Montag Allerheiligen ist wird ein grosser Besuchsansturm erwartet aber es bleibt momentan dabei, dass diese Touristen zwar auf die Westseite gebracht werden, mit dem Konzept aber effektiv daran gehindert werden auch nur einen Cent hier zu lassen. Sogar der Bus ist kostenlos.
Es wurde noch einmal darauf hingewiesen, dass Fussgänger Warnwesten tragen sollen. In der Tat laufen Vulkanjäger manchmal wie wilde Hühner durch die Gegend und speziell beim Einnachten muss man als Autofahrer extrem aufpassen nicht einen zu überfahren. Auf der LP-212, dem Stück das von El Paso bis zur Echedey noch befahren werden kann stellten die Vulkanjäger welche meist in schwarz gekleidet sind ihre schwarzen Stative auf die schwarze Strasse. Bisher nur ein wunder, dass es keine schweren Unfälle gab.

Wetter:
Die Kanaren sitzen in einem Hochdruckgebiet. Der Wind weht relativ schwach. Ein Höhentief über dem südlichen Rand der Westsahara bringt ab morgen Mittag leichten Südostwind ab 2.000m, darunter weht ein schwacher NO-Passat. Es ist auch morgen davon auszugehen, dass ein Anteil der Vulkanasche über diese Grenze von 2.000m hochgetragen werden kann und damit mit SO Wind nach El Paso, Los Llanos und weiter in den Nordwesten der Insel geblasen wird. Der Hauptteil der Asche wird im unteren Bereich noch eher nach SW geblasen. Die Inversion kommt auf 800m runter, die Pevolca sieht das als Problem, ich aber noch nicht, denn damit ist der Vulkankegel über der Inversion und der grosse Anteil des Schadstoffausstosses auch darüber. Unter der Inversion haben wir noch mit den Ausgasungen, allenfalls Bränden und der Lava die vielleicht ins Meer fliesst zu kämpfen welche die Luftqualität vermindern kann. Das Problem morgen wird durch den schwachen Passat verursacht. Dieser bläst mit nur 8 kn und ist so nicht in der Lage das Valle im Lee richtig zu belüften.

Häuser und Apartments gesucht!
29 October, 2021

Wie gestern kommuniziert, dürfen Sie sich wenn Sie Hilfe in Bezug auf eine temporäre Unterkunft benötigen an Herrn Bernd Blume von Ángel Inmobiliaria wenden.

Weil die Nachfrage deutlich größer als das Angebot ist, melden sie sich auch bei Herrn Blume wenn sie eine Immobilie haben, die sie während der Vulkankrise nicht bewohnen und zur Verfügung stellen möchten. Besser helfen können sie im Moment kaum!

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Vulkaninformation Freitagmorgen
Vulkaninformation Freitagmorgen
29 October, 2021

[10:15h LT] Das Biest war zum Glück in der Nacht etwas ruhiger als ich gestern Abend noch angenommen hatte. Obschon gestern in der Pressekonferenz gesagt wurde, die Coladaa #3 sei klein und viskös und komme langsam voran, fliesst sie immer noch am Rand der südlichsten Linie runter. Dies Colada #3 ist heute knapp nördlich des Restaurants Canguru über die Strasse geflossen und hat weiter unten den Almacén Covalle zerstört. Sie scheint nun mit der Colada #9 verbunden zu sein.

Ich habe im obenstehenden Luftbild von heute Morgen die Bezeichnung der verschiedenen Coladas - so wie ich sie aus der Pressekonferenz verstanden habe - eingefügt. Die #1 ist diejenige welche zum Meer fliesst und das Delta gebildet hat.

Die Seismizität und auch die Deformationen sind etwas zurück gegangen. In der Nacht gab es ganz leichten Ascheregen in El Paso. Die Windverhältnisse sind aber auch heute noch gut, sie wehen aus Nordost auch bis in grössere Höhen und blasen die Asche über evakuiertes Gebiet in Richtung El Hierro.

Über das Wochenende wird ein grösserer Ansturm an Vulkan-Touristen erwartet. Das Cabildo hat rigorose Kontrollen angekündigt, will keine Touristen in die Nähe des Vulkans lassen, sondern einen Busbetrieb vom alten Flughafen Buenavista zur Kirche beim Sombrero organisieren. Das scheint wieder so eine Hauruck Übung zu sein die gestern Abend noch kommuniziert wurde. Auch in Los Llanos und El Paso könnte man die Autos parken lassen und damit wenigstens die eh schon leidende Wirtschaft auf der Westseite unterstützen. Wenn ein Tourist den Bus vom Flughafen nehmen muss, bei der Kirche ausgeladen wird und wieder zurück fährt dann lässt er nicht einen Cent im Valle.

Covid
28 October, 2021

Auch das noch: Was wir befürchtet haben ist offensichtlich eingetroffen. 16 SARS-CoV-2 positive Personen an einem einzigen Tag. Der Gesundheitsdirektor Kilian Sánchez hat nicht erklärt, wie die Fälle zustande kommen.

Nach meiner Recherche sieht das Bild folgendermassen aus:

7 Positive sind in der Altersgruppe über 80 jährig. Die restlichen verteilen sich mit Ausnahme der Gruppe 30-39 jährig über alle Altersgruppen.
Davon sind 15 in Breña Alta, 2 in Sta. Cruz und eine Person in Breña Baja gemeldet. Eine Person der Gruppe über 80 jährig befindet sich in Spitalpflege.

Der Impfstand ist sehr hoch und es ist somit nicht wahrscheinlich, dass dies gleich in einer Katastrophe mündet. Aber es belastet ein System welches schon an der Grenze ist zusätzlich. Wie sollen sich Leute in Quarantäne aufhalten, wenn Wohnraum so knapp ist? Wir müssen alle Verantwortung übernehmen, dass sich das Problem nicht vergrössert!

Ángel Inmobiliaria
28 October, 2021

Herr Bernd Blume von der Ángel Inmobiliaria hat sich bei mir gemeldet und mir mitgeteilt, dass er sich bereits seit Anbeginn einsetzt, bei der Vulkankrise zu helfen wo er und sein Team können. Er schreibt:

"Bezüglich Unterkünfte Vermittlung ist mir soeben wieder eine Vermittlung gelungen, das gibt uns Kraft, die wir auch dringend benötigen, weil das Telefon von morgens bis Abends nicht mehr still steht, Kunden im Büro stehen oder Emails schreiben. Mehr geht gerade nicht, rund 80-90% unserer Arbeitszeit setzen wir für die Hilfe ein und berechnen aus Prinzip keinen Cent dafür. Wie gesagt, wir tun dies alles wirklich gerne und solange, wie wir es wirtschaftlich und psychisch durchhalten und machen kein Aufhebens darum, denn wir sind der festen Überzeugung, dass das so gehört. Wir lieben die Menschen auf dieser wunderbaren Insel und sind glücklich, dass wir etwas zurückgeben können, was einfach selbstverständlich ist."

Manchmal kann man das Unmögliche möglich machen, manchmal nicht. Wenn jemand Bezüglich Unterkunft Hilfe braucht, dann darf er mit Herrn Bernd Blume in Kontakt treten.
+ 34 922 40 16 24
+34 647 87 28 94

Melden Sie bitte auch, wenn sie ihr Haus zur Verfügung stellen möchten! Die Nachfrage ist grösser als das Angebot.

Danke Bernd! Auch für mich ist es eine große Erleichterung zu wissen, dass ich Anfragen an einen Fachmann weiterleiten darf.

Tunnel nach Osten
28 October, 2021

[16:02h LT] Der Tunnel ist offensichtlich nun einspurig befahrbar. Zwei Autos liegen auf der linken Spur auf dem Dach.

Tunnel gesperrt
28 October, 2021

[15:38h] Ondacerolapalma meldet, dass der neue Tunnel in Richtung Osten im Moment gesperrt ist, da sich eine Unfall ereignete. Die Twitterseiten von 112 und Cabildo La Palma geben nichts bekannt.

Der einzig offene Weg wäre demnach im Moment die Reise über Garafia. Da lohnt sich das Warten wahrscheinlich doch..

Vulkaninformation Donnerstagnachmittag
Vulkaninformation Donnerstagnachmittag
28 October, 2021

[15:30h UTC+1] Die Pressekonferenz ist einmal mehr vorbei. Die wichtigsten Antworten:

Die Colada #1, #3 und #7 sind aktiv. Die 1 ist die erste welche das Delta südlich der Montaña Todoque gebildet hat. Die #3 ist eine die für etliche Tage still stand und nun im südlichen Teil von Todoque ihr Unwesen treibt und bereits wieder einige Häuser überrollt hat (Karte). Sie ist recht klein, viskös und kommt deshalb langsam voran. Das Gebiet ist aber dicht besiedelt.

Die #7 ist diejenige südlich der Montaña La Laguna. Diese kommt extrem langsam voran, steht nun aber nur noch 84m vor dem Meer.

Die Deformation bei der LP03 in Jedey ist zurück, die Wissenschaftler haben keinen Konsens warum das passierte. Die Direktorin Blanco hat aber die Druckthese die ich auch aufgeführt habe als wahrscheinlichste Erklärung dargestellt.
Der SO2 Ausstoss ist auf 16.350t /Tag zurück gegangen, damit aber immer noch viel zu hoch. Die Cumbre Vieja zeigt seit ein paar Tagen ein Ansteigen der CO2 Emission auf 1.680 t /Tag. Die Seismizität ist gleichbleibend hoch, eher in den letzten zwei Tagen leicht angestiegen.
Das Militär (UME) hat im evakuierten Gebiet in den letzten Tagen rund 300 Dächer von Asche befreit.
Ein Journalist sagte, dass die Besuche bei Augenärzten in Los Llanos um 30% angestiegen seien. Direktor Morcuende sagte, dass er diese Zahl nicht bestätigen könne, weil er es nicht wisse, dass aber das Tragen eines Augenschutzes um die kleinen Aschepartikel nicht in die Augen zu bekommen nicht verkehrt sei. (Dies wird ja eigentlich schon seit Tagen gesagt: FFP2 Maske und Augenschutz).

Formular für Aufenthalt im Sperrgebiet
28 October, 2021

Wenn Sie sich länger im Sperrgebiet aufhalten müssen, weil sie arbeiten haben die länger dauern, dann hat das Ayuntamiento Los Llanos folgendes Formular bereit gestellt:

Formular ausfüllen

Vulkaninformation Donnerstagmorgen
28 October, 2021

[09:30h LT] Tajogaite hat sich in der Nacht etwas milder gezeigt als noch angenommen. Die Explosionen haben am späten Abend fast aufgehört. Dass sich der Druck abbauen konnte, bestätigt auch die Messung der Station Jedey LP03. Die vor zwei Tagen kommunizierte Aufblähung um 17 cm ist auf das Niveau von vorher zurück gegangen. Immer noch sind hauptsächlich die zwei Kamine West und Südost aktiv. Über die Südseite scheint auch viel Lava zu fliessen und unten in Richtung Todoque alte Lavaflüsse neu zu alimentieren. Leider sehe ich auch wieder Rauch welcher meist von brennenden Häusern herkommt. Ich habe versucht aufgrund von Bildern die ich gemacht habe die Region einzugrenzen, es ist mir nicht gelungen. Wir sprechen vom Gebiet des südlichsten Lavaflusses, Camino Lucia, El Hoyo Todoque, Chá Carmen. Für genauere Informationen müssen wir die Dronenaufnahmen abwarten.
Die Erdbeben gehen weiter. Die Seismizität ist  in der letzten Woche eher leicht angestiegen. Die obere Magmakammer zeigt indessen eine klare Obergrenze von minus 9-10km. Angesichts der Datenlage scheint ein zweiter, vom jetzt aktiven Vulkan abgesetzter Vulkanausbruch immer noch sehr unwahrscheinlich.

Heute weht bis weit über 2.000m Nordostwind, darüber Süd. Die Asche wird also auch heute über evakuiertes Gebiet und den Atlantik getragen. Der Flughafen scheint normal zu funktionieren. Die Inversion bleibt hoch, zwischen 1.400 und 2.000m.

Vulkaninformation Mittwochabend
Vulkaninformation Mittwochabend
27 October, 2021

[18:45h] Genau wie ich erwartet habe. Der Rückgang der Aufblähung am Jedey wurde kaum erwähnt. Einer schrieb mir noch auf Twitter, dass das unbestätigte Daten sein würden. Ja, weiss ich. Aber unbestätigt in beide Richtungen. Wir müssen uns einfach daran gewöhnen, dass es ganz viele Menschen gibt denen es unglaublich viel Spaß macht Unsicherheit zu verbreiten. Und das Internet ist halt das beste Mittel dazu.

Der Vulkan ist auch während dem Tag explosiver. Alle 5 Minuten ein Schlag und es hört sich komisch an, aber ich kann kaum zwischen den Druckwellen und den Erdbeben unterscheiden. Wenn die Erdbeben stark sind wie heute Nachmittag ein 4,8 mbLg in 37km Tiefe, dann wackelt wenigstens noch das Mobiliar, bei den Druckwellen nur die Fenster.

Aber die Explosionen haben offensichtlich dazu geführt, dass der Drucküberschuss, welcher gestern zu der Anhebung des Geländes bei der Messstation Jedey von 17 cm geführt hat, heute wie berichtet um 10 cm abgenommen hat.

Tajogaite hat heute Abend drei Schlote. Aus dem SO Schlot wird sehr viel pyroklastisches Material ausgeworfen. Der Schlot auf dem Gipfel ist fast inaktiv und aus dem Westschlot fliesst weiterhin viel Lava.
Wahrscheinlich auch aus dem SO Schlot, den kann ich aber von Tacande aus nicht einsehen.

Die
SO2 Werte wurden heute in der Pressekonferenz mit immer noch astronomischen 37.350t/Tag angegeben. Wir erinnern uns, bei 100t/Tag können wir aufatmen.

Die meiste Lava fliesst über die Colada #1 und türmt sich dort immer höher auf. Dabei füllt sie auch bisher ausgesparte Räume auf. Aber auch über die Colada ganz im Süden zwischen Camino Calvario und Camino Lucia stösst die lange unbeweglich gebliebene Lava plötzlich weiter nach Westen. Ein genaueres Bild können wir uns dann morgen machen. Es werden immer weniger Videos geteilt, die Leute haben andere Sorgen.

Während ich die Information schreibe gehen die Explosionen weiter und drücken mir schon wieder die geschlossenen Fenster leicht nach innen. Ich denke, das gibt mal wieder eine unruhige Nacht. Man kann halt nicht alles haben. Ohne Ticket in der ersten Reihe sitzen und dann noch ausrufen. Geht gar nicht!

An die Immobilienmakler
27 October, 2021

Ein Aufruf an die Immobilienmakler auf La Palma die vielleicht auch den Blog lesen:

Wir wissen alle, über 7.000 Menschen mussten evakuiert werden. Die meisten sind provisorisch bei Freunden oder Familien untergekommen. Die Wohnsituation in welcher sich einige Familien befinden ist schlichtweg katastrophal.  Soziale und psychische Probleme steigen mit jedem Tag der Ungewissheit und Evakuation an. Speziell Menschen mit Haustieren haben unglaubliche Schwierigkeiten eine anständige Bleibe zu finden.

Auf der Insel hat es auch sehr viele Häuser die als Feriendomizil benutzt werden und die nun leer stehen. Hier mein Vorschlag:

Könnten sich nicht die Immobilienmakler über ihre Mitbewerberschranken hinweg setzen, zusammenkommen und einen Pool gründen um Besitzer solcher leerstehenden Immobilien zu gewinnen ihr Haus während der Vulkankatastrophe zur Verfügung zu stellen?

Ich selber erhalte immer wieder Anfragen und helfe auch gerne weiter, es ist aber bei weitem nicht meine Kernkompetenz. Immobilienmakler verfügen über den Kundenstamm, das Beziehungsnetz und auch über das legale Wissen wie man einen solchen Pool organisieren könnte.

Falls nicht schon geschehen, könntet ihr euch vorstellen sowas zu machen und damit viel Not zu lindern? Falls das schon passiert, könntet ihr mich informieren, damit ich das Projekt einem grösseren Publikum vorstellen könnte?
Herzlichen Dank!

Wetterprognosen
27 October, 2021

Aufziehende Herbststürme haben den Kern des Azorenhochs nach Süden geschoben. Wir bleiben unter dessen Einfluss. Mit Nordöstlichen Winden wird ab und zu feuchtere Luft im Norden und Nordosten ankommen.
Der Wind weht auf Meereshöhe und bis 2.000m aus Nordost. Darüber aus Süd. Die Asche und schlechte Luft wird deshalb hauptsächlich nach SW geblasen. Da die Inversion mit 1.500m recht hoch ist, kann sich SO2 darunter auch über die Insel verteilen. Heute Morgen wurden in Puntagorda erhöhte SO2 Werte gemessen.

Donnerstag 28.
Der Wind weht weiterhin auf Meereshöhe aus Nordosten hat aber auf 10 kn abgenommen. In der Höhe weht ein Nordwind welcher mit zunehmender Höhe abnimmt. Die Inversion ist auf fast 2.000m. Feuchte Luft wird im Tagesverlauf auf die Insel verfrachtet welche zwischen 1.000 und 2.000m Schichtwolken bilden können. Aus diesen kann es lokal und vor allem nah an den Bergen auch regnen.

Freitag 29.
Der Passat ist mit 9kn auf Meereshöhe eher schwach. Auch in der Höhe weht der Wind aus Nord bis Nordost nur schwach. Die Inversion sinkt deutlich ab, die Luft wird im tagesverlauf rasch trocken und allfällige Wolken bis zu denen des Vulkans lösen sich auf. Die Asche wird auch am Freitag eher nach Süd verfrachtet.

Samstag 30.
Am Morgen weht der Wind in allen Höhenlagen noch schwach aus Ost, dreht aber ab Mittag in Richtung Südost. Wir kommen erneut unter den Einfluss einer Luftmasse afrikanischen Ursprungs, die trocken und wärmer ist. Calima bleibt wahrscheinlich aus Die Asche wird dann nach El Paso und Los Llanos sowie in Richtung Puntagorda verfrachtet. Wenn der Vulkan viele Pyroklasten ausspuckt wird ab Samstag wieder viel geputzt werden müssen.
Eine tiefe Inversion auf 500m kann darunter vereinzelt zu schlechten Luftverhältnissen führen.

Sonntag 31.
Wir bleiben unter dem Einfluss der afrikanischen Luftmasse. Der Wind weht sehr schwach aus Südost bis Süd. Die Asche kann somit in einem grossen Radius um den Vulkan verteilt werden und auch am Flughafen zu Problemen führen. Die Inversion ist auf tiefen 500m.

Montag 1. November
In den untersten Schichten kommt wieder Passat auf. Die 11kn werden vielleicht in Sta. Cruz und am Flughafen zur Zufuhr von besserer Luft führen. Südliche Winde ab 1.500m sorgen weiterhin dafür, dass El Paso, Los Llanos aber auch der Rest des Nordens mit Asche eingedeckt werden kann. Die Inversion ist nach wie vor tief, auf rund 300m.

Dienstag 2.
Gleich wie am Montag, die Inversion beginnt aber leicht anzusteigen und wird auf 500m erwartet.

Korrektur
27 October, 2021

Wichtige Korrektur:

Gestern habe ich mich nicht klar ausgedrückt. Ich war am Fuss des Bejenado und habe beim Vulkan an dessen SO Seite Fumarolen gesehen!

Natürlich nicht am Bejenado. Dieser ist seit über 600.000 Jahren inaktiv und es ist im Moment absolut unwahrscheinlich, dass sich nördlich des Vulkans in grösserer Distanz Fumarolen bilden.

Ich habe den Text auch korrigiert.

Vulkaninformation Mittwochmorgen
27 October, 2021

[09:15h LT] Guten Morgen liebe Leser. Die Nacht war mit guten Fenstern gut zu ertragen. Tajogaite hat aber seit gestern Abend aus seinen Rohren gefeuert und auch ab und zu Explosionen produziert. Der Hauptschlot ist auf dessen Westseite, dort wo der Vulkan vor zwei Tagen zusammengestürzt ist, der Nebenschlot auf dessen Südostseite. Heute morgen habe ich keine glühenden Lavafelder gesehen, die beachtliche Menge an Lava welche ausfliesst scheint unterirdisch zu fliessen.

Gestern habe ich etwas ausführlicher über die Geländeverformung bei Jedey, der Messstation LP3 gesprochen und erklärt, dass diese die einzige ist, welche sich über dem Weg der Magma aus der Kammer zum Vulkan befindet. Der Druckabbau über den Vulkan hat nun offensichtlich ausgereicht und die Aufblähung ist gegenüber der Messung von gestern um 10 cm zurück gegangen. Die Dramaqueens können sie nun einfach herausfiltern: Gestern sprachen sie von einem möglichen Erdrutsch und bemühten wieder diese leidige Tsunami Geschichte, heute sprechen sie von einem Messfehler.

Fakt ist, solche unangenehmen Dinge gehören halt einfach zu einem Vulkanausbruch dazu. Es sind mechanische Vorgänge die einfach zu erklären wären und solange der Vulkanausbruch andauert, werden wir wahrscheinlich wieder eine Aufblähung bei LP3 sehen.

Immer und immer wieder wird bei solchen Erscheinungen das alte Ward & Day Tsunami Papier hervorgehoben und der Prof. McGuire zitiert. Lassen sie sich von dem nicht in die Irre leiten. Erstens ist die Studie von McGuire schon über 20 Jahre alt und kam wie ich bereits schrieb zum Schluss, dass weitere folgen müssen die er dann aber nicht machte. Sondern seine Behauptung der Instabilen Flanke gebetsmühlenartig wiederholt. Prof. McGuire hat auch den Übernamen "Desaster Man". Die Wissenschaftler um und auch McGuire selbst arbeiten für das Benefield Hazard Research Centre das Versicherungskonzerne berät und McGuire ist sich nicht zu schade, auch Horrorszenarien mit dem Titel "A Guide to the End of the World - Everything you never wanted to know" zu publizieren.

Der sehr zu empfehlende Geologische Wanderführer LA PALMA von Rainer Olzem und Tim Reisinger geht darauf ein, da steht:

"Die Fakultät für Hoch-Tief und Geowissenschaften der Technischen Universität Delft in Holland hat 2006 die Berichte von Ward & Day und von McGuire einer wissenschaftlichen Plausibilitätsprüfung unterzogen. Die holländischen Wissenschaftler bescheinigten Ward Day und McGuire einen völligen Mangel an bodenmechanischen Kenntnissen: Die Insel habe eine sehr stabile innere Struktur. Das Risssystem, das sich 1949 beim Ausbruch des San Juan entlang der Südwestflanke der Cumbre Vieja gebildet hatte, sei nur ein "harmloses Oberflächen-Phänomen" und sei einfach eine Absackung des Vulkans, wie es sie schon früher gegeben habe..."

Die Holländer modellierten die Insel höher und steiler und auch Explosionen aufgrund von in einen aktiven Vulkan einfliessendem Wasser (phreatomagmatische Eruption). Der Druck verpuffte ausschliesslich nach oben.

Vulkaninformation Dienstag Nachmittag
Vulkaninformation Dienstag Nachmittag
26 October, 2021

[16:45h UTC+1] Immer noch bekomme ich Zuschriften, dass Tajogaite gar nicht so heisse, dass das Gebiet auch nicht so heissen würde und überhaupt. Ich bleibe dabei, mit der gleichen Freiheit mit welcher ich einer Banane Radieschen sagen kann nenne ich den Vulkan bis er einen Namen hat Tajogaite. Belehrungen habe ich nun genug gelesen. Bringt nichts, ich bin hier stur, werde ihm nicht der Vulkan der immer noch kein Name hat sagen sondern:

Tajogaite. Er hat sich ja gestern gänzlich umgebaut was letztendlich zu deutlich mehr Lavafluss in Richtung West auf die Colada #1 führte. Der Vulkan produziert heute immer wieder kleinere Explosionen. Aus etwas grösserer Distanz konnte ich heute vom Fuss des Bejenado aus auch eine etwas nach Ost oder Südost abgesetzte Fumarole beim Vulkan sehen.

Die Pressekonferenz ergab noch höhere Werte an SO2 die jetzt mit 40.800 t/Tag angegeben werden. Das CO2 über die ganze Cumbre Vieja ist leicht auf 1.121 t /Tag angestiegen. Beides klare Anzeichen, dass die Eruption noch nicht vor einem Abklingen steht.

Die Station Jedey LP3 wurde in der Pressekonferenz kurz angesprochen. Das Komitee gab die Verformung mit 10 cm an, aber gegenüber gestern sind es rund 17cm. Fakten runter spielen, das lässt sie nicht verschwinden. Wer das tut, der hinterlässt ein schlechtes Gefühl. Traut euch die Wahrheit zu sagen liebe Wissenschaftler. Wir, das Fussvolk sind nicht blöd und wenn ihr nicht wollt, dass ungute Gerüchte die Runde machen, dann muss man offen und ehrlich kommunizieren!

Nun, meine Interpretation. Als erstes, die 17 cm Anhebung sind sicher kein gutes Zeichen. Es befindet sich ganz offensichtlich Druck im System der nicht gänzlich abgebaut werden kann.
Ich habe in der obenstehenden Grafik versucht, den Weg der Magma und einen möglichen Einfluss auf die Messstation zu erklären:

Die obere Magmakammer befindet sich in einer Tiefe von 10-14 km im Bereich weit unter der Montaña Negra. Sie wird durch die Erdbeben angezeigt. Von dort steigt die Magma nach NW hoch, bis sie beim Vulkan als Lava ausgestossen wird. Die Station LP3 ist in unmittelbarer Nähe zu diesem aufsteigenden Magma. Steigt nun der Druck an, entweder weil mehr Magma in das System gedrückt wird, oder weil der Ausfluss am Vulkan verstopft ist oder nicht ausreicht, dann kann dieser Druck das Gelände erhöhen. Solange die Erdbeben nicht nach oben steigen, kann man mit grösster Sicherheit davon ausgehen, dass sich kein zweiter Vulkan bildet. Diese Erhöhung ist bei der Station Jedey im Moment mit 17 cm beachtlich und kann auch dazu führen, dass der Vulkan wieder lauter und explosiver werden kann.

Vulkaninformation Dienstagmorgen
Vulkaninformation Dienstagmorgen
26 October, 2021

[08:55h LT] Gestern hat sich der Vulkan ja einige Male umgebaut rund 5 größere Erdrutsche haben ihn neu geformt. Der neue Hauptkamin liegt nun gut 100m unter dem Gipfel und ist nach Westen orientiert. Der Vulkan war in der letzten Nacht wieder lauter als zuvor, das liegt aber wahrscheinlich daran, dass der nun dahinter liegende Berg den Schall wie ein Klangkörper nach Westen leitet. Die Lava fliesst im Moment offensichtlich mehrheitlich über die Colada #1. In diesem Gebiet habe ich heute Morgen über dem ersten Lavafluss eine neue Zunge südwestlich des Callejón de la Gata  gesehen (Foto). Wenn sie dort weiter fliesst, dann würde sie keinen grossen weiteren Schaden anrichten. Auf der Nordseite sehe ich kaum mehr Lava ausfliessen.
Die Colada #10 welche nach La Laguna floss hat sich im Dorf nicht mehr bewegt. Aber auch heute steigt Rauch auf, sie ist also immer noch sehr heiss und wird vielleicht unerirdisch alimentiert.
Die Seismizität ist immer noch hoch, viele Erdbeben ereignen sich hauptsächlich in der oberen Magmakammer im Bereich von 10-14 km. Die Station Jedey zeigt wieder ein vertikales Anheben gegenüber der letzten Messung um 17cm und ein Verschieben nach Süd um 3cm. Alle anderen Stationen zeigen normale Werte. Das sollte heute in der Pressekonferenz diskutiert werden.

Die Inversion befindet sich im Bereich von 1.400 - 2.000m dort haben wir noch keine Wetterstationen. Der Temperaturgradient darunter ist rund 0,8°C/100m, pro 1.000m nimmt die Temperatur also um 8°C ab. Das bremst die Brisa welche im Moment in El Paso für frischen Wind sorgt leicht ab. Sie wird wahrscheinlich nur ab und zu bis nach Los Llanos runter blasen. Die Luftqualität ist generell aber recht gut.

Vulkaninformation Montagabend
Vulkaninformation Montagabend
25 October, 2021

[18:05h UTC+1] Auch am Nachmittag ist der Konus noch einmal zusammengestürzt und erneut hat sich viel Lava über die Westflanke ergossen. Seitdem klafft ein grosser Einschnitt in Richtung West aus welchem mindestens drei Lavaflüsse fliessen. Auf der Nordseite ist nicht mehr viel ersichtlich. Trotzdem sehe ich, dass der Lavafluss welcher nördlich des Callejón de La Gata bis nach La laguna floss, immer noch Rauch aufsteigt. Dieser wird offensichtlich unterirdisch auch weiterhin mit Lava alimentiert, er ist aber auch heute nicht mehr weiter voran gekommen. Dies obschon Miguel Ángel Morcuende heute sagte, "die Lavaflüsse #1 und #4 werden alimentiert, die anderen sind praktisch zum Stillstand gekommen". Erst die nächsten Tage werden zeigen, ob dieser Einsturz nach Westen hin dahingehend Entlastung bringt, als dass die Lava nun wieder über die schon zerstörten Gebiete zum Delta ins Meer fliessen kann.
Während ich den Bericht schreibe hat sich die Situation schon wieder verändert. Vor ein paar Minuten also ca. 18:25h hat sich ein erneuter Kollaps des Konus ereignet und Lava ist über die NW-Flanke runter gelaufen. Es scheint auch, dass der nördlichste Lavafluss immer noch sehr aktiv ist. Ich sehe viel Rauch, dort wo ich ihn einsehen kann und die Direktkamera von Cadena Ser zeigt aktuell, dass weitere Häuser südlich des Restaurants Sombrero brennen, in dem Bereich welcher bis anhin verschont blieb.

Die Seismizität ist gleichbleibend recht hoch, es fällt auf, dass die Beben in der tiefen Magmakammer nicht mehr so häufig sind. Und die Beben in der oberen Magmakammer auch leicht über die 10 km Höhe herauskommen.

Der SO2 Ausstoss wurde heute mit 53.600 t/Tag angegeben, nachdem er gestern bei 3.200t / Tag angegeben wurde. Ich glaube, es macht erst Sinn, den SO2 Ausstoss weiterhin zu verfolgen, wenn die Zahlen länger nacheinander unter 1.000 t/ Tag liegen. Das CO2 welches über die ganze Cumbre Vieja ausgestossen wird, ist immer noch Rückläufig.

Einmal mehr wurde in der Pressekonferenz darauf verwiesen, dass auch stärkere Beben stattfinden können. Solche wo auch mal Ziegel oder andere Gegenstände von Dächern fallen können. Die Bevölkerung wurde angewiesen, die Informationen der Behörden zu lesen und zu befolgen.

Gestern hat ein Erdrutsch kurz die Strasse von Fuencaliente nach  Casas El Chargo versperrt. Ein paar grosse Steine sind darauf gefallen. Am Mittag um 13h war sie wieder frei und das Gelände kontrolliert.

Wetterprognose
25 October, 2021

[12:10h LT]
Heute ist die Inversion auf über 2.000 m angestiegen, Grund dafür könnte ein schwacher Tiefdrucktrog auf 500hPa (~5.500m) über den Kanaren sein. Der Wind weht auf Meereshöhe mit 18kn. Auch auf 1.500m und auf 2.000m ist Nordostpassat auszumachen. Die Asche wird grösstenteils nach SW und Süd verblasen. Trotzdem nieselte vor ein paar Minuten auch wieder Asche in El Paso nieder. Beachten Sie in solchen Momenten FFP2 Schutzmaske und Brille zu tragen. Der Wind bläst das Zeugs ganz gerne auch in die Augen.

Dienstag 26.
Weiterhin Nordostpassat mit 21kn auf Meersshöhe. In El Paso weiterhin Brisa welche wahrscheinlich bis weit ins Valle runter bläst. Auch in der Höhe Nordostwind und ab 3.000m Nord. Die Asche wird nach Südwest und Süd verblasen. Die Luftqualität scheint gut.

Mittwoch 27.
Der Passatwind hat sich auf Meereshöhe auf 15kn abgeschwächt. Die Inversion bleibt auf 1.500m. Der Wind nimmt schnell ab, bläst auf 1.500m noch mit 7 kn. Die Brisa schläft zeitweise ein was die Belüftung vom Tal etwas behindert.

Donnerstag 28.
Passat auf Meershöhe 14kn auf 1.500m 13kn, in El Paso weht wieder etwas Brisa. Aber in der Höhe wird der Nordostwind schwach, nur noch 5 kn blasen die Asche in den Südwesten. Die Inversion bleibt immer noch auf hohen 1.500m

Freitag 29.
Nur noch 11kn Passat auf Meereshöhe. Der Wind nimmt mit zunehmender Höhe rasch ab und die Asche könnte wieder radial um den Vulkankonus runter fallen. Die Inversion sinkt auf die für die Jahreszeit typischen 1.000m ab.

Samstag 30.
Immer noch relativ schwacher Passat auf Meershöhe mit 11 kn. In der Höhe schwacher Wind aus Osten mit 8kn, leicht nach SO drehend. Wahrscheinlich erneuter Wechsel zum Einfliessen einer Luftmasse afrikanischen Ursprungs. Diese gleitet auf der atlantischen Luftmasse auf und drückt die Inversion auf 800m. Die Luftqualität im Valle kann beeinträchtigt werden. Die Asche wird über El Paso, Los Llanos in Richtung Puntagorda geblasen.

Sonntag 31.
Passat mit 13 kn auf Meereshöhe, in der Höhe immer noch SO Wind welcher die Asche nach El Paso, Los Llanos und Puntagorda bläst. Die afrikanische Luftmasse hat die Inversion auf 500m absinken lassen.

Vulkaninformation zum Wochenbeginn
25 October, 2021

[10:10h LT] Heute morgen feuerte Tajogaite alias Beast oder Chamäleon aus vollen Rohren. Alle Kamine waren sehr aktiv und es waren ab und zu auch Explosionen zu hören. Der immer wieder wachsende und dann instabil werdende Vulkankonus ist letztendlich um 9:25h erneut kollabiert und gab dabei einen Teil seines Lavareservoirs nach Westen ab, also in Richtung der Colada #1. Die Seismizität ist in etwa gleichbleibend hoch.

Die Schüler der Schule von La Laguna welche vom Lavafluss zerstört wurde können in 6 Tagen wieder ins Collegio und zwar in El Retamar. Dort wird im Moment noch am "Feinschliff" für die Wiederaufnahme gearbeitet.

Das Tankschiff in Puerto Naos hat einen Probelauf bestanden und gestern Abend um die 740 m^3 Wasser in das Beregnungssystem um Puerto Naos eingespeist.

Betreffend Covid sind wir noch nicht fein aus dem Schneider. Gestern wurden wieder zwei Infektionen gemeldet. Zwar ist alles auf tiefem Niveau, aber die zum Teil enge Wohnsituation der Evakuierten bietet alles andere als Ideale Voraussetzungen und eine erneute Covid-19 Welle wäre das dümmste, was uns in der Situation noch passieren könnte. Deshalb die Sicherheitsmassnahmen nicht vernachlässigen!

Vulkaninformation Sonntagabend
Vulkaninformation Sonntagabend
24 October, 2021

[18:45h] Ein trüber Sonntag, überall bewölkt und der Vulkan gab dem ganzen noch den Rest. Viele dunkle Wolken, als ob Gewitter aufziehen würden. Im Norden hat es auch wieder geregnet.
Tajogaite, oder auch treffender Chamäleon, gibt wieder alles als Verwandlungskünstler. Nachdem ich heute Morgen von einem 180° Switch der Kamine gesprochen habe, ist diese Szene auch schon wieder vorbei. Heute Abend haben sich zwei tiefe Schlote auf der Westseite geöffnet, auf rund 800m über Meer, also etwa 200m unter dem Konusgipfel. Aus diesen fliesst erneut sehr heiße und flüssige Lava. Diesmal wahrscheinlich in Richtung des ersten Lavaflusses. Der ganze Konus scheint sehr instabil und weiteres Abbrechen von Teilen des Vulkans würden mich keineswegs überraschen.

Die Seismizität hat sich gegenüber gestern auch deutlich erhöht. Um 18:15h ereignete sich ein Beben von mbLg 4,3 in 10 km Tiefe welches von der Bevölkerung auf der Mercalli Skala auf IV-V eingestuft wurde. Ich war gerade draussen am Fotografieren und spürte eine II.
Die Tendenz der Deflation, also des langsamen Abbauens der Aufblähung geht weiter. Der SO2 Ausstoss wird mit 3.200 t /Tag angegeben, deutlich tiefer als die gestrigen 31.600 t/Tag. Die Vulkanologen geben die Zahl nun wirklich auf 100 Tonnen gerundet an, als ob sie meinen Blog gelesen hätten :-) Viel Vertrauen habe ich aber trotzdem nicht in diese Zahl. Der CO2 Ausstoss des gesamten Cumbre Vieja Komplexes zeigt im Schnitt seit längerer Zeit eine Absinktendenz und wurde heute mit 699t/Tag bewertet. Die Coladas kommen kaum voran, die viele Lava beginnt sich nun auf den schon bestehenden Lavaflüssen aufzutürmen.
Wenn mein Bauchgefühl gewinnt und nicht der wissenschaftlich denkende Kopf, dann hat der Vulkan nun nur noch eine Woche um sich in die ewigen Jagd- oder Magmagründe zu verabschieden. Wann auch immer das stattfindet. Wir alle freuen uns auf ein herzhaftes RIP.

Tsunami Theorie
23 October, 2021

Klar, man hört sie gar nicht gerne, diese Tsunami Theorie mit dem Abrutschen der Cumbre Vieja.
Vor Jahren schon hatte ich das entsprechende Papier von Steven N. Ward und Simon Day (2001) gelesen und kam zum Schluss, dass das Ganze ein Schuss in den Ofen sei. Sehr endtäuscht war ich von der Aufmache des Artikels, dieser umfasst 5 Seiten, beschreibt die Geologie von der Cumbre Vieja auf einer Seite, auch das nur marginal und referiert dann 4 Seiten über mögliche Tsunami-Folgen. Mir sind seit jeher wissenschaftliche Papiere die im Konjunktiv abgefasst werden suspekt. Das Papier habe ich als Futter für die Boulevardpresse abgetan und nicht mehr darüber nachgedacht.

Mit der Vulkaneruption wurde mir dieser Artikel wieder zugesandt, was letztendlich in einer Twitter Kommunikation mit einem der beteiligten Professoren, Bill Mc Guire, endete. Bill sagte mir, dass die festgestellte Bewegung der Cumbre Vieja nicht einfach verschwinde, wenn ich sie nicht sehen wolle. Interessiert habe ich ihn über die wissenschaftliche Literatur die dieser Behauptung zugrunde liegt gefragt. Er nannte mir einen Artikel von J.L. Moss et al (1999) in welchem er als Co-Autor mitarbeitete. Dieser sei als PDF für 36$ zu erwerben. Den Artikel konnte ich dann zum Glück kostenlos auf issuu lesen. Zum Glück kostenlos, denn in der Zusammenfassung stand:

"...in beiden Fällen sind mehrere weitere Wiederbesetzungen eines erweiterten GPS-Netzes erforderlich, bevor ein Verformungsmuster mit Sicherheit bestimmt werden kann."

Sein mit Sicherheit erfolgte Verschiebung der Landmasse war also nicht sicher, sondern im Fehlerbereich seiner aus heutiger Sicht  veralteten angewandten Technologie.

Wollte mir McGuire nur den Artikel verkaufen? Das weiss ich nicht. Auf jeden Fall konnte er seine Behauptung nicht belegen, hat seit 1999 die geforderten Untersuchungen nicht gemacht und bedient nur die Boulevardpresse. Es scheint mir ganz billige Geldmache auf Kosten von La Palma der jegliche wissenschaftliche Grundlage fehlt.

Ein kürzlich erschienener Artikel bei der renommierten USGS widerlegt ebenfalls, dass sich die Landmasse bewegt hat und sagt, dass ein Abrutschen der Cumbre Vieja unwahrscheinlich sei.

Es passiert gerade sehr viel auf La Palma. Aber mit einem grossen Erdrutsch werden wir die Boulevardpresse höchstwahrscheinlich nicht bedienen.

Also schlafen sie alle gut.

Vulkaninformation Samstagabend
23 October, 2021

[18:35h UTC+1] Die Pressekonferenz hat bestätigt, was wir schon gesehen haben, Teile des Konus sind wieder kollabiert. Das ständige Auf- und Abbauen geht weiter. Es wurden am Konus auch einige Risse festgestellt.
Die Seismizität in der Tiefe hat generell seit mehreren Tagen leicht abgenommen. Persönlich bin ich nicht gerade der Seismograph, die meisten Beben spüre ich nicht, aber heute Nachmittag um 16:34h konnte ich das mbLg 4,9 Beben in 38km Tiefe als kurze deutliche Welle spüren.
Man kann aus der besprochenen leichten Abnahme der tiefen Beben aber noch nicht auf eine Tendenz schliessen. Bei der Eruption von El Hierro hat man aber auch das beobachtet. Zuerst schliefen die Beben in der Tiefe ein, dann die höher gelegenen. Man sieht auch generell eine schwache Deflation bei den Stationen, das heisst der Rückgang der Geländeerhöhung geht weiter. Schlechte Nachricht beim SO2, als ob sie meine Info gelesen hätten geben sie den Ausstoss nun auf 100 Tonnen genau an und der sollte gestern 31.600 t / Tag gewesen sein. Auch wenn geschätzt, ist dieser Wert immer noch extrem hoch.
Bei den Coladas stellt man fest, dass diejenige südlich der Montaña La Laguna (#8) fast nicht mehr voran kommt, aber immer noch mit viel Material beliefert wird. Im Moment bläht sie sich auf, wird also höher und breiter. Generell geht die Versorgung von allen grösseren Lavaflüssen weiter. Wahrscheinlich fliesst im Moment am meisten Lava über den ersten Fluss welcher das Delta im Meer bildete.
Der Blick nach La Laguna zeigt das gleiche Bild wie gestern. Die Zerstörungen sind nicht weiter voran geschritten.

Aktuell: Hohe Schwefeldioxid Werte
23 October, 2021

[10:10h] Im Moment werden für das Valle sehr hohe SO2 Werte bis 529 μg/m³ gemeldet. Wenn sie nicht nach draussen müssen, bleiben sie im Moment besser drin bis die Luft etwas sauberer ist! FFP2 Masken helfen nicht!

SO2 bildet mit Wasser schweflige Säure die Augen, Haut und Atemwege reizen kann!

In El Paso ist die Luft dank leichter Brisa von 20 km/h (Tacande) in Ordnung. Die Windwerte bleiben über den Tag gleich. Gegen Mittag wird aber leichte Thermik eher dafür sorgen, dass sich die Luft wieder etwas verbessert.

Aktuelle Informationen über das Messsystem des Cabildo.

Vulkaninformation Samstagmorgen
Vulkaninformation Samstagmorgen
23 October, 2021

[09:20h UTC+1] Wie vorausgesagt regnet es auf der Ostseite. Über El Paso hat sich durch den leichten Passat ein Föhnloch gebildet, eine wolkenfreie Zone im Lee. Der Vulkan ist in Wolken verhüllt, man sieht ihn schlecht aber alle Schlote sind immer noch aktiv. Heute morgen ist er wieder zu einem explosiveren Modus übergegangen. Ab und zu knallt es.
Die Erdbebenserie geht weiter, heute Morgen wurden 4 Erdbeben von der Bevölkerung gespürt alle in Tiefen von 11-14km.
Die Seismizität ist auf gleichbleibendem Niveau. Mir fällt aber bei den Erdbeben auf, dass die obere Magmakammer ganz schleichend offenbar etwas weiter hoch gekommen ist. Vergleicht man die Karte mit solchen vor zwei Wochen und zieht eine Linie bei 10 km, dann sind doch auch einige Beben direkt darüber, also in 9 und 8 km. Im Moment hat das keine Konsequenzen, es könnte auch einfach ein Abtragen von Material bedeuten welches durch die ständige Hitze und Beben erfolgt. Nach wie vor deuten die weiteren Parameter darauf hin, dass der bestehende Vulkan den Magmaeintrag bewältigen kann.

Die Colada #10 welche vor zwei Tagen nach La Laguna rein floss ist auch heute in Dorf an der genau gleichen Stelle wie gestern Abend. Sie sei aber gemäss dem technischen Direktor der Pevolca, Miguel Ángel Morcuende, unter starkem Druck da von oben weiteres Material nach unten fliesst.

Zuletzt noch die Hundegeschichte. Die Palmeros lachen sich den Bauch voll, wie Team A die Podencos über die Lava gerettet hat, ohne dass jemand darüber sprach. Gerüchte machen die Runde, dass sogar der Präsident, Mariano, davon wusste. Nun, das ist nicht bestätigt, aber Team A musste mindestens über Wärmebildkamera Informationen verfügt haben um die Aktion so planen zu können.

Die Firma Aerocmaras, welche für die Rettung eigens vom Festland angereist war, fühlt sich durch die Aktion betrogen und fordert eine Untersuchung. Aber sind wir ehrlich, die kostenlose Werbung, welche sie sich erwünscht haben, die haben sie ja bekommen, nicht in dem Ausmass wie sie sich das erhofften aber immerhin. Und wenn die Polizei jetzt eine Untersuchung anstellen würde und vielleicht noch jemanden Büssen möchte können sie sicher sein, dass sie 82.000 Bürger gegen sich haben. Da ist es dann doch einfacher, die Firma Aerocamaras abziehen und schmollen zu lassen.

Pizzeria Jedey
23 October, 2021

Für die betroffenen ist es schwer, sich an die Öffentlichkeit mit einem Spendenaufruf zu wenden. Das macht kaum einer so schnell.
Einer der ersten die alles verloren haben ist Rüdiger, der Wirt der Pizzeria Evangelina in Jedey. Die ganze Familie wohnte in los Paraísos und sie waren die ersten betroffenen des Vulkanausbruchs. Keine geordnete Evakuation war möglich, der Vulkan brach direkt über dem Barrio aus, man flüchtete mit dem, was man gerade noch finden und mitnehmen konnte. Die Pizzeria ist im Moment auch in evakuiertem Gebiet, aber auch wenn der Vulkan aufhört bleibt sie noch lange vom Verkehr aus Los Llanos und El Paso abgeschnitten und nur von Fuencaliente her zugänglich. Eine ungewisse Zukunft für alle.

Rüdiger hat gestern deshalb auch eine GoFundMe Kampagne gestartet über die ich sie gerne informieren möchte.

Wie immer, man kann auch mit 5€ sagen, ich denk an dich!

Die GoFundMe sind private Initiativen die ich im Blog vorstelle. Die Spenden gehen direkt an die betroffenen. Ich habe keine kommerzielle Verbindung mit Ihnen und meine Aufrufe mache ich selbstverständlich kostenlos.

Unterkunft gesucht
22 October, 2021

Ein weiterer Aufruf: Eine Freundin sucht eine Unterkunft für sich, ihren Mann, ihre Mutter zwei Katzen und einen kleinen lieben Hund. Die Besitzer der Wohnung in welcher sie sich derzeit als evakuierte befinden, will seine Immobilie wieder sofort selber belegen. Deshalb erneut ein dringender Aufruf:

Wenn sie ein Haus oder ein Apartment haben, das sie im Moment eh nicht bewohnen da sie während dem Vulkanausbruch nicht nach La Palma kommen, stellen sie es zur Verfügung. Sie können im Moment kaum besser helfen, haben jemanden der zum Haus schaut und putzt und haben gaaaanz viel Karmapunkte gewonnen. Deal? Dann bitte mail an roger.frey (at) idafe .com

Vulkaninformation Freitagabend
22 October, 2021

[18:30h] Tajogaite hat sich weiter aufgetürmt und hat nun eine Fläche auf dem Konus gebildet. Es scheint wieder nur eine Frage von kurzer Zeit zu sein bis dieses instabile Gebilde wieder zusammenbricht. Die Pressekonferenz war wieder erleuchtend. Der SO2 Ausstoss wird mit 28.745 t/ Tag angegeben, gestern waren es noch 2.710 t / Tag. Auf die Frage eines Journalisten, was den diese Verzehnfachung bedeuten würde sagte die verantwortliche Vulkanologin: "Die vorherigen Werte waren wahrscheinlich unterschätzt". Na bravo. Wenn ihr schätzt, liebe Vulkanologen, dann sagt es uns wenigstens und dann dürft ihr auch auf die nächsten 100 Tonnen runden. Ich weiss, dass die meisten keine Ausbildung in Kommunikation haben. Das merkt man auch, aber es wäre Zeit nach einem Monat sich mal beraten zu lassen. Mit jedem Tag wo so ein Kommunikationsdesaster passiert schwindet nämlich das Vertrauen der Bevölkerung in euch und das ist nicht erwünscht. Nicht von euch und auch nicht von uns!
Das gestern vom Direktor verkündete erfolgte Zusammentreffen der Colada 8 mit der 10 hat auch nicht stattgefunden. Die Colada 10 welche in La Laguna den Südteil, die Schule und die Tankstelle vernichtete ist noch nicht mit der im Süden vereint und es ist immer noch möglich, dass sich die Lava beim auftreffen auf die Montaña La Laguna aufteilt oder nach Norden fliesst.

Generell ist der Vulkan immer noch eher ruhig. Aber der Ascheausstoss hauptsächlich aus den östlichen Schloten hat wieder deutlich zugenommen. Aus den unteren Schloten entweicht weisser Rauch, wahrscheinlich viel SO2.

Vulkaninformation Freitagmorgen
Vulkaninformation Freitagmorgen
22 October, 2021

[09:19 h UTC+1] Der Vulkan verhüllt sich heute etwas in Wolken. Die Inversion ist auf 1.000 m angestiegen und die schlechte Luft verteilt sich jetzt besser mit dem Nachteil, dass wir sie nun auch in El Paso haben.
Ab etwa 1.000 m dreht der Passat auf Nord, das heisst, dass in El Paso wahrscheinlich keine Brisa mehr weht, die Asche aber nach Süd geblasen wird.
Der Flughafen ist im Moment in Betrieb.

Der nördlichste Lavafluss welcher gestern nach La Laguna einfloss ist wie erwartet nach SW abgedriftet. Die Situation heute Morgen ist gleich der gestern mit Ausnahme, dass der erste Lorbeerbaum am Platz von La Laguna nun etwas angesengt ist. Die nahe heisse Masse hat ihm wohl zugesetzt. Das Loch welches dises Glück im Unglück bescherte ist nun aber aufgefüllt. Bilden sich noch weitere Lavaströme nördlich, würde diese wahrscheinlich dann doch nördlich der Montaña la Laguna durchfliessen. Hoffen wir, dass dieses Szenario nicht eintrifft.

Die Seismizität ist gleichbleibend. In der 3D Darstellung fällt auf, dass die letzten Beben eher an der oberen Grenze der 10km stattfanden. Auch wurde gestern Abend ein Beben von mgLg 4,4 und heute morgen eines von mbLg 4,2 von der Bevölkerung verspürt. Dies mit IV auf der Mercalli Skala. Ich habe beide Beben wieder verpasst. Wahrscheinlich ist mein Haus auf einer absorbierenden Schicht gebaut oder ich bin doch zu nah an dem Vulkan und der ständige Lärm und die Vibrationen haben meinen Epfindlichkeitslinie einfach angehoben :-)

Das weitere Wetter:

Samstag 23.
Auf Meereshöhe Nordostpassat mit 20 kn. Der belüftet die Ostseite. Am Morgen im Nordosten/ Osten Regen möglich. Dächer sollten dort nun geputzt sein. Auf 1.500m 13kn NO wind. Die Inversion auf 1.500m das bringt auch in El Paso Brisa. Ab 3.000m auch NO, der Flughafen bleibt frei von Asche.

Sonntag 24.
Weiterhin strammer NO Passat auf Meereshöhe welcher der Ostseite frische Luft zuführt. Die Inversion bleibt auf 1.500m, die Luft feucht und es bilden sich wie am Samstag Stratuswolken. In El Paso weht weiterhin die Brisa da der Wind mit 14kn NO über die Cumbre Nueva bläst. Ab 3.000 m schwacher Südwind. Wird Asche soweit hoch getragen, kann diese auch wieder über El Paso und Los Llanos runterfallen.

Montag 25.
Weiterhin 18kn Nordostpassat auf Meereshöhe und auch auf Höhe der Cumbre 18kn was immer noch eine starke Brisa in El Paso verursacht. Diese kann auch weit nach unten wehen und La Laguna aber auch Los Llanos. Vielleicht erreicht sie sogar das Meer in Tazacorte. Die Inversion bleibt auf 1.500m hoch was diesen Effekt noch begünstigt. Die Feuchtigkeit auch hoch was zu lokalen Stratuswolken führen wird. Über 3.000m Ostwind, die Asche wird dann auf das Meer geblasen.

Dienstag 26.
Der Passat bleibt auf Meereshöhe mit 18kn recht stark. Auch auf Höhe der Cumbre Vieja weht er mit 19kn. Die Inversion ist auf 1.000m abgesunken. Die 18 kn Passat werden diese aber wahrscheinlich im Bereich Cumbre Nueva anheben und in El Paso weiterhin zu Brisa führen. Ab 3.000m weht NO bis Nordwind.

Mittwoch 27.
Der Passat hat auf Meereshöhe auf 16kn abgenommen. Auf Höhe der Cumbre Vieja wehen nur noch 9 kn NO. Die Inversion bleibt auf 1.000m Höhe, die Belüftung durch die Brisa in El Paso wird wahrscheinlich wegfallen aber die Luftqualität im Valle sollte nicht sehr schlecht werden. Ab 3.000m weht kaum mehr Wind. Wird Asche in diese Höhe getragen fällt sie vertikal wieder runter in die unteren Windsysteme.

Donnerstag 28.
Immer noch Passat mit 14kn auf Meereshöhe. 11kn auf Höhe der Cumbre, wahrscheinlich wieder einsetzende Brisa in El Paso. Ab 3.000 m Ostwind. Inversion auf 1.500m ansteigen.

Zusammenfassend sehe ich kaum Probleme für den Betrieb des Flughafens in der nächsten Woche und auch in Bezug auf die Luftqualität ist die Wetterentwicklung vorteilhaft.
Die Feuchte Luft kann speziell auch mit den Ascheteilen schnell zu leichtem Niederschlag führen  (Chirizo). Die Nasse Asche ist dann nicht mehr leicht zu entfernen.

Vulkaninformation Donnerstagabend
21 October, 2021

[19:45h UTC+1] Den ganzen Tag habe ich auf dem Dach verbracht und Asche weg geschippt. So blieb kaum Zeit weitere Recherchen anzustellen. Wenn sie auch noch Asche wegräumen müssen, machen sie das unbedingt vor dem ersten Regen. Die Asche ist dann, speziell aus den Ziegeldächern, nass kaum wegzubekommen und birgt die Gefahr die Abflüsse zu verstopfen. Am Wochenende soll die Luft feuchter werden und vereinzelte Niederschläge, vor allem im Nordosten sind nicht auszuschliessen.

Die Pressekonferenz von heute 14h ergab folgende wichtige Information. An den vom Vulkan entfernteren Stationen sieht man einen Rückgang der  Inflation des Geländes. Auch der SO2 Ausstoss hat sich noch einmal vermindert, er ist nun bei 2.710 t /Tag. Wir erinnern uns, ein gutes Zeichen für eine langsam einschlafende Eruption ist ein Wert um die 100 t / Tag. Da sind wir also noch weit weg davon.

Nachdem gestern in der Pressekonferenz noch versichert wurde es stehen keine weiteren Evakuationen an musste man dann am Abend um 20.30 h noch einen Evakuationsbefehl erlassen. Sehr ungeschickt von den Verantwortlichen. Aber die Leute sind nicht blöd, sie waren längst vorbereitet und viele auch schon weg.

Die Colada #10 welche heute nach La Laguna rein floss hat sich mit derjenigen leicht im Süden verbunden (#8) und die Lava fliesst nach Süden weg. Das ist eine vorläufige Erleichterung denn auf der Nordseite der Montaña La Laguna stehen deutlich mehr Immobilien.

Die Colada #7 welche schon vor Tagen im Meer geglaubt wurde steht fast und befindet sich immer noch etwa 120m vom Ufer entfernt.

Die Luftqualität wird im Moment von den Stationen als gut bewertet. Ich kann aber kaum nach La Laguna runter schauen. Dichte Schwaden liegen in der Luft. Die Inversion heute Abend auf 400m sie reicht bis auf 800m hoch.

Team A
21 October, 2021

Sie haben es gelesen oder gehört. Mehrere Podencos eingesperrt von zwei Lavaströmen mussten mit Dronen mit Futter und Wasser versorgt werden. Eine Firma mit grossen Transportdronen welche auch 16 kg Last über längere Strecken transportieren können hat sich nach la Palma aufgemacht, ihr Rettungsprojekt vorgestellt und letztendlich vorgestern von der Inselregierung die Bewilligung für die Flüge erhalten. Dies geschah vielleicht auch vor dem Hintergrund der grossen Werbung welche eine solche Aktion für die Firma darstellt. Gestern wurden solche Probeflüge durchgeführt und es waren auch Wärmebildkameras dabei. Hunde hat man keine gefunden, nur zwei Kaninchen. Es sei sehr heiss in der Zone hiess es, die Hunde hätten sich vielleicht in ein anderes Gebiet aufgemacht.

Ja indirekt haben sie das. Sie wurden nämlich schon Anfang Woche gerettet. Ein paar Palmeros die sich Team A nennen, haben sich aufgemacht und die Hunde in Sicherheit gebracht. Die Aktion fand unter grösster Verschwiegenheit statt, die Regierung hätte nie bewilligt, dass sich Menschen in dieses Gebiet bewegen. Im Gegenteil, auch in dieser Woche wurde einer Gruppe, welche in gesperrtes Gebiet vordrangen und dann Videos von sich und dem Vulkan im Netzt publizierten mit je 5.000 € Busse belegt.

Team A hat auch ein Video auf Facebook gestellt, aber listig. Man weiss nicht wer sie sind. Nur ein Leintuch mit der Aufschrift "Stärke La Palma, den Hunden geht es gut Team A" haben sie am Tank zurückgelassen.

Das ist ein schöner Schildbürgerstreich der auch etwas die Seele der Palmeros zeigt. Manchmal eigensinnig, hart im Nehmen, das Herz an der richtigen Stelle und verschwiegen wenn es darum geht, die Regierungsgewalt kreativ zu umgehen.

Verformung
Verformung
21 October, 2021

[10:49h UTC+1] Die obenstehende Karte zeigt eine Verformung von 10 cm im Bereich Tazacorte. Weil dies nach gesundem Menschenverstand nicht möglich ist und auch die GPS Stationen keine solchen Verformungen melden, habe ich bei Stefan Scheller um Hilfe nachgefragt. Stefan ist Physiker und hat HDMeteo programmiert. Seine Interpretation: Es handelt sich um Interferenzen bedingt durch den Calima. Diese Karte wird mit Radarmessungen erstellt und gegenüber einer Referenzmessung berechnet. Sie ist deshalb anfällig auf meteorologische Interferenzen.

Also Entwarnung: Die GPS Stationen welche das Problem nicht aufweisen zeigen keine Bodenverformungen an und sind korrekt.

Solche Karten sollten immer mit einer wissenschaftlichen Interpretation dem Publikum zur Verfügung gestellt werden. Sie werden aber einfach ohne Bemerkung publiziert.

Schon vor etwa 10 Tagen hatten wir einen roten Bereich im Norden der von der Boulevardpresse bis ins Detail zur Panikmache ausgeschlachtet wurde.

Spendenaufruf
21 October, 2021

Bei einigen Lesern wird das wieder ungute Gefühle aufwühlen. Ein Spendenaufruf für eine Privatperson, nicht für eine Institution. Wenn sie das nicht mögen, lesen sie einfach nicht weiter.

Anfang September war die Welt auf La Palma für alle noch in Ordnung und auch am 19. September als der Vulkan ausbrach haben wir nicht geahnt, welche apokalyptischen Ausmasse diese Katastrophe nehmen würde. Ich habe bereits am 20. September offizielle Kontonummern für Spenden publiziert.

Ich bekomme auch viele Rückmeldungen, dass mein Blog wertvoll sei. Viele Leser möchten auch dafür bezahlen. Der Blog ist und bleibt kostenlos, wenn sie aber was tun möchten, dann unterstützen Sie meine lokalen Freunde die nicht soviel Glück hatten wie ich:

Gestern habe ich eine erneute Aktion von GoFund Me gesehen. Diese hat Max Deffner / Solarmax / Montarent gestartet. Die Hoffnung, dass der Lavastrom vor ihren Häusern stehen bleibt, hat sich nur kurz erfüllt. Alle Häuser, die Garagen und Werkstatt wurden am Camino Cumplido doch zerstört. Max hat nie gezögert selber zu helfen und auch am 4. Oktober noch eine Spende von 4.000€ an das Rote Kreuz getätigt ohne zu wissen, dass er zwei Wochen später selber eine Spendenaktion starten würde.

Seine Aktion ist wie die von Emanuela und Silvia eine eigene, private Initiative auf der GoFundMe Plattform.

Auch mit 5€ kann man sagen, ich denk an Dich! Falls sie Max was spenden können, gelangen sie hier zu seiner Aktion:

GoFundMe Aktion von Max Deffner

Vulkaninformation Freitagmorgen
Vulkaninformation Freitagmorgen
21 October, 2021

[089:15h LT] Auch in der Nacht hat Tajogaite weiter gewütet. Trotz meiner unmittelbarer Nähe war er eher leise. Dies liegt wohl auch am Nordostpassat welcher Rauch, Gase und den Schall von uns weg trägt. Heute morgen konnte ich beobachten, dass der Lavafluss südlich des Callejón de la Gata mehr leuchtete und wahrscheinlich aktiver als der nördliche ist. Es kann aber auch sein, dass die Lava für mich unsichtbar tiefer fliesst. Der Vulkan hat schon mehrere Male gezeigt, dass er ein "Cabron" ist. Er gibt dir Hoffnung um dir später ins Gesicht zu schlagen. Doch Optimismus ist - wie wir wissen - auch eine Quelle der Kraft. Drum bleiben wir optimistisch.
Die Lava ist in der Nacht weiter in den Dorfkern von La Laguna vorgestossen. Zuerst schien es, als ob die Kirche verloren wäre und die Schule gerettet. Heute Morgen zeigt sich das Bild genau anders. Von der Schule steht kaum mehr was, der Kirchplatz, im Bild oben durch die grossen Lorbeerbäume ersichtlich, steht noch. Das Gelände auf welchem sich die Lava nun befindet verhält sich  wie eine Wasserscheide. Die Berechnungen lassen die Lava eher nach Süden abgleiten und mit den alten Coladas verbinden. Im Moment sieht das auch so aus. Das wäre vorerst die Rettung für das Gebiet La Condensa.
Die Seismizität ist seit rund 10 Tagen in etwa gleichbleibend.

Gesundheitsinformation
Gesundheitsinformation
20 October, 2021

Eine weitere positive Nachricht gibt es von Seiten der Pandemie. Heute ist der erste Tag, an welchem alle kanarischen Inseln auch im 14 Tages Index unter die 50 er Marke gerückt sind. Es scheint, dass hier die Tage der Pandemie gezählt sind.

La Palma zählt noch 3 Personen in Quarantäne und hat in den letzten 7 Tagen keine weiteren Positiven gefunden. Eine Erleichterung, dass wir neben dem Vulkan nicht auch noch mit der Pandemie kämpfen müssen.

Die Impfrate auf den Kanaren ist nun 83,3%. Pro Woche nimmt diese Zahl im Moment noch um 0,2% Punkte zu.

Gute Nachricht
20 October, 2021

Mein Aufruf im Blog für eine Unterkunft der Palmera mit den 5 Hunden war doch noch erfolgreich. Ein Schweizer Ehepaar kam per Zufall auf meinen Blog und hat sich sofort bereit erklärt ihr Haus in Fuencaliente für die Zeit kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Endlich auch mal eine gute Nachricht! Herzlichen Dank.

Vulkaninformation Mittwoch Nachmittag
20 October, 2021

[15:47h LT] Der Präsident der Kanarischen Inseln und der Präsident von La Palma haben die Pressekonferenz eröffnet. Beide haben klargelegt, dass alles unternommen würde um La Palma nach dem erlöschen des Vulkans wieder aufzubauen. Es sind derzeit Diskussionen im Gange wie und wo man Land Umzonen könnte um Bauland zur Verfügung zu stellen. Der Präsident der Kanaren war heute an einer entsprechenden Sitzung präsent.
In Bezug auf die Entwicklung der Eruption sehen die Wissenschaftler eine stabile Phase. Es wird auch die nächsten Tage so weitergehen. Die Parameter zeigen keine Entlastung an.
Die Lavaflüsse welche schon heute Morgen gefährlich nahe am Dorfkern von La Laguna waren schieben sich weiter voran. Der Lavafluss vom Camino Campitos ist nur noch ein paar Meter vor der Schule, bewegt sich nur sehr langsam. Der Lavafluss welcher vor kurzer Zeit über die Tankstelle floss hat jetzt der Rauchentwicklung zur Folge die Kreuzung in der Dorfmitte erreicht [15:37h LT].
Die Wissenschaftler können nicht sagen, ob dieser Fluss später wieder über die Südseite der Montaña La Laguna fliessen wird ober über die Cra. La Laguna Tazacorte.
Die Lavazunge welche nach ersten Prognosen schon vor zwei Tagen das Meer hätte erreichen sollen ist noch 130m vom Ufer entfernt. Es sind keine Aktuellen Sentinel Daten vorhanden also auch keine Informationen wie viele Wohnhäuser zerstört wurden.
Es sind nun 807,9ha Landfläche mit Lava überdeckt was 1,14% der gesamten Inselfläche entspricht.

Die Beben werden weitergehen und es wird nicht ausgeschlossen, dass solche von der Bevölkerung auch mit VI auf der Mercalli Skala eingestuft werden können. Achtung, diese Skala nicht mit der Richterskala der Bebenintensität verwechseln! Damit diese Verwechslungen nicht passieren werden die Stufen der Mercalli Skala immer Römisch geschrieben.

Stufe VI bedeutet: Von allen verspürt, viele Menschen sind verängstigt, das Gehen wird schwierig. Leichte Schäden an Gebäuden, Risse und ähnliche Schäden im Putz. Schwere Möbel können sich verschieben, Gegenstände fallen von Regalen und Bilder von den Wänden. Bäume und Büsche schwanken.

Wetterprognose
20 October, 2021

Der Passat hat zugenommen und weht auch als Brisa in El Paso. Die untersten Luftschichten sind immer noch recht stabil, zwar keine Inversion, aber eine Isothermie hat sich bis auf rund 600 m gebildet. Die gleichbleibende Temperatur behindert eine gute Durchlüftung. Der Wind in der Höhe weht bis in den Nachmittag aus SO was immer wieder auch Ascheregen in El Paso und Los Llanos provozieren kann. Gegen Abend dreht er dann auf Nord und bläst die Asche in Richtung Süden.

Donnerstag 21.
Starker Nordostpassat auf Meereshöhe. Inversion auf 200m behindert eine Durchlüftung der untersten Lagen. Der Passat weht auch auf Höhe der Cumbre mit 20 kn und die Brisa wird weit herunter blasen, vielleicht sogar bis Los Llanos. Höhenwind Nord, das heisst die Asche wird dann nach Süden verfrachtet.

Freitag 22.
Der Passat weht auf Meereshöhe mit 18 kn. Auf Höhe der Cumbre dreht er auf Nordwind. Es kann sein, dass die Brisa in El Paso einschläft. Höhenwind Nordwest bläst die Asche in Richtung El Hierro. Die Inversion kommt auf 1.000m zu liegen was die Luftqualität im Valle deutlich verbessert.

Samstag 23.
Passat auf Meereshöhe immer noch um die 20 kn. Auch in der Höhe weht der Wind aus Nordöstlichen Richtungen. Ab 4.000m sogar aus Osten. Die Asche wird in Richtung El Hierro verblasen. Die Inversion steigt auf 1.500m was noch besser für die Luftqualität ist. In El Paso wieder etwas Brisa. Die Luft ist etwas feuchter und es bilden sich lokale Stratuswolken mit Basis um die 1.200m

Sonntag 24.
Der Passat bläst immer noch stark auf Meereshöhe mit 20kn und nimmt auch mit der Höhe nur zögerlich ab. Die Asche wird weiterhin in Richtung El Hierro verblasen, Die Inversion bleibt am Sonntag  mit 1.500m hoch, die Luft feucht mit Wolkenbasis um die 1.100m.

Montag 25.
Weiterhin starker Passat welcher auf der Ostseite für frische Luft sorgt. Auch in der Höhe weht der Wind aus Nordost und bläst Gase und Asche weiter nach El Hierro. Die Inversion kommt etwas runter auf 1.000m.

Dienstag 26.
Gleiche Prognose wie für den Montag.

Ab Samstag sehe ich keinerlei Probleme mit Ascheregen am Flughafen bis und mit Dienstag 26. Der Betrieb sollte ohne Einschränkungen möglich sein.

Vulkaninformation Mittwochmorgen
20 October, 2021

[08:51h LT] Die Situation ist praktisch unverändert. Die Seismizität gleichbleibend. Aber gestern Abend um 22:45h hat sich wieder ein recht starkes Beben mit 4,8 mbLg in einer Tiefe von 39 km ereignet. Es wurde von der Bevölkerung mit V gespürt, die bisher höchste Einteilung. Es sind weiterhin keine Anzeichen feststellbar, dass sich die Bebentiefen verändern.
Der nördlichste Lavafluss ist gestern weiter über den Camino Cumplido geflossen und hat nun auch die Zentrale von Montarent vernichtet. Vorübergehend befindet sich deren Büro in Los Llanos an der Calle Fernández Taño neben der Plaza Chica (Büro Irismar).

Auf den weiteren Weg ist die Lava südlich des Collegio fast bis zum Dorfkern weiter gedrungen. Es scheint nun, dass sich etwas verlangsamt hat. Vielleicht fliesst sie doch noch - wie einige Modelle voraussagen - nach Süden weg. Die Häuser werden zwar wie Spielzeug überrollt, aber sie können den Lavafluss trotzdem auch beeinflussen. Der Tag wird zeigen, wie es mit La Laguna weiter geht.

Der Passat hat deutlich zugelegt. In El Paso fegt er mit bis zu 50 km/h den Berg runter. Das putzt die Dächer automatisch und bringt frische Luft. Man sollte aber nicht ohne Schutzbrille raus. Die feinen Ascheteilchen verletzen schnell ein Auge!
Die Luft ist bis auf rund 800m isotherm geschichtet. Das heisst die Temperaturen sind gleich. Dies bremst den Passat in den unteren Schichten ab. Was in Tacande noch mit 50 km/h bläst kommt in Los Llanos wenn überhaupt noch als leichter Bergwind an. Für gute Belüftung im Tal muss diese stabile Luftschicht weg.
Eine genauere Wetterprognose erarbeite ich später.

Vulkaninformation Donnerstagabend
19 October, 2021

[20:26h LT] Heute vor einem Monat ist der Vulkan ausgebrochen, der immer noch keinen Namen hat und den ich Tajogaite nenne, obschon Devil, Beast oder Monster viel treffendere Namen wäre. Mit einem Rumpser um ca 15h. Vor einem Monat hätten wir uns noch nicht träumen lassen, welche desaströse Verwüstung die Lava hinterlassen würde. Einmal am Meer angekommen dachten wir noch, das ist es, die Lava fliesst nun in dem Kanal ins Meer, bildet ein Delta. Wir warten bis der Ausbruch vorbei ist. Aber Tajogaite ist ein Biest. Jeden Tag was Neues und jeden Tag mehr Zerstörung. Die Letzte schreckliche Tat ist einen neuen Lavafluss am Rand des nördlichsten zu bilden. So fliesst die Lava immer weiter in nördlichere Gebiete. Heute Abend ist sie nur noch etwa 100m von der Schule in La Laguna entfernt. Es brennt an vielen Orten wie sie vielleicht schon im Bild welches ich auf Twitter gestellt habe gesehen haben. Weitere Häuser, weitere Existenzen vernichtet. Ein Monat nach dem Ausbruch ist die Bilanz Katastrophal und wir sind nicht in der Endphase, wohl eher mitten drin.

Der in dieser Woche verstorbene ehemalige Aussenminister der U.S.A. hat seine Regeln in einem Buch veröffentlicht. Sie passen auch für uns, ein Auszug von 5 seiner 13 Regeln:

- Es ist nicht so schlimm, wie Sie denken. Morgens sieht es besser aus.
- Bleiben Sie ruhig, seien Sie freundlich.
- Habe eine Vision, sei anspruchsvoll.
- Lassen Sie sich nicht von Ihren Ängsten oder Pessimisten belehren.
- Ewiger Optimismus ist ein Kraftvervielfältiger.

In diesem Sinne hoffe ich, dass wir alle stark und optimistisch bleiben!

Haus gesucht
19 October, 2021

Auf meinen Gestrigen Aufruf habe ich keine einzige Reaktion erhalten. Deshalb noch einmal:

Wir suchen für eine Palmera mit ihrer Mutter und 5 Hunden eine Bleibe bis die Evakuation von Las Manchas vorbei ist. Ich kenne beide persönlich. Sie besitzen ein Haus in Las Manchas, mussten dies aber wegen der Evakuation verlassen.
Wenn sie über ein Haus verfügen das sie jetzt nicht brauchen da sie während des Vulkanausbruchs eh nicht nach La Palma kommen wollen, wäre dies eine einmalige Gelegenheit zu helfen. Es stehen unzählige Immobilien leer und es sind >7.000 Menschen evakuiert. Sie können mich unter roger.frey (at) idafe.com erreichen

Vulkaninformation Dienstagnachmittag
Vulkaninformation Dienstagnachmittag
19 October, 2021

[15:30h] Die Pressekonferenz ist vorbei. Die Seismizität ist gleichbleibend, es wurden keine weiteren Deformationen festgestellt, im Gegenteil etwas weg von der Eruption haben sich die Deformationen leicht zurück gebildet. Der SO2 Ausstoss ist nach wie vor sehr hoch und war gestern bei 9.938 t pro Tag. Kohlenmonoxyd über die ganze Cumbre Vieja gerechnet lag bei 822 t pro Tag. Der Vulkanische tremor ist gleichbleibend und hoch.
Die betroffene Landfläche beträgt nun 780 ha 16,6 ha mehr als gestern.
Der nördlichste Lavafluss besorgt im Moment. Er ist nun knapp südlich der Tankstelle von La Laguna. Die Experten hoffen, dass die Lava nach dem Überqueren der Hauptstrasse nach Süden abbiegt wie in der obenstehenden Gefahrenkarte von heute dargestellt. Das Gelände würde einen solchen drift und eine Vereinigung mit der Colada #7 begünstigen.
Diese Colada #7 fliesst mit einer Geschwindigkeit von 5-10m /h in Richtung Meer, hat dieses aber noch nicht erreicht. Wenn die Lava ins Meer fliesst würden die 4 nächsten Barrios von Tazacorte in den Lock-Down gesandt bis die Luftqualität überprüft und als gut befunden wurde.

Gestern kam ein Team aus Madrid mit einer grossen Transport-drone. Sie wollen damit die Podenco Hunde retten welche schon tagelang in einem Wassertank zwischen zwei Lavaströmen eingesperrt sind. Diese Hunde wurden bislang mit kleineren Dronen mit Wasser und Futter versorgt.
Der Plan wurde gestern noch der Inselregierung vorgelegt und bewilligt. Heute soll mit kurzen Probeflügen begonnen werden.

Lagebericht La Laguna 2
Lagebericht La Laguna 2
19 October, 2021

[13:55h LT] Die Lava fliesst weiter in Richtung La Laguna. Sie hat bereits den Kreisel in der Nähe des Casa Chicho zugedeckt und ist von Norden her rund 150m von der Tankstelle entfernt. Obenstehend als runder Punkt eingezeichnet wo ich die Lavazunge im Moment sehe. Die Breite kann ich infolge des flachen Sichtwinkels nicht beurteilen.

Lagebericht La Laguna
Lagebericht La Laguna
19 October, 2021

[10:56h LT] Die Lava kommt langsam voran. Sie steht jetzt ungefähr kurz vor der LP-213.

Die obenstehend publizierte Gefahrenkarte

[Nachtrag [13:50h]: Karte ist leider nicht auf neuestem Stand, scheint vom 20. September zu sein und hat daher nur bedingte Aussagekraft.]

geht von einer eher geringen Gefahr für das nun betroffene Gebiet aus. Es könnte auch sein, dass die Lavawalze doch noch nach Süden abdreht. Auf einem Flachdach in der Nähe der Lavawalze kann ich mehrere Feuerwehrmänner sehen. Frustrierend, wenn man einfach nur zusehen kann was passiert. Gegen diese Naturgewalt können wir nichts, aber auch gar nichts ausrichten.

Nachtrag Vulkaninformation
Nachtrag Vulkaninformation
19 October, 2021

[08:52 LT] Es ist davon auszugehen, dass die oben eingezeichnete Lavazunge aktiviert wurde und die Lava im Moment in Richtung Zentrum von La Laguna geschoben wird. Die kleine Umfahrungsstrasse hat sie bereits überrollt.

Vulkaninformationen Dienstagmorgen
19 October, 2021

[08:45h LT] Leider gehen die Eruptionen und der Auswurf an Lava unvermindert weiter. Nur etwas ruhiger ist der Vulkan geworden, das kann aber dem unerwartet aufgekommenen Passat geschuldet sein. Dieser bläst Rauch und Asche derzeit in Richtung West.
In der Nacht hat sich nördlich des Lavaflusses des Callejón de La Gata ein weiterer Lavafluss gebildet. Das sind schlechte Nachrichten bedroht dieses stetig nach Norden wachsen doch wieder viele weitere Häuser da die Lava immer näher an das Zentrum von La Laguna kommt. Ich sehe, dass Häuser brennen, kann deren genaue Lage im Moment aber nicht einschätzen.
Weiter kann ich eine Wolke von Wasserdampf südlich der Montaña la Laguna sehen. Offensichtlich hat die Lava dort das Meer erreicht.

Die Seismizität ist gleichbleibend, die Erdbeben bleiben auf die zwei Magmakammern beschränkt und zeigen keine Anzeichen eines "Aufsteigens".

Die Luftqualität unter der Inversion welche bis rund 600 m reicht ist im Moment gut. In Tacande bläst Brisa. Das war gestern so nicht voraus gesagt. Diese bringt frische Luft, bläst aber die feine Asche von den Dächern. Das Tragen von Schutzbrillen und FFP2 Masken beim Verlassen des Hauses ist unabdingbar.

Vulkaninformation Montagabend
Vulkaninformation Montagabend
18 October, 2021

[18:20h LT] Heute sind wieder zwei Kamine aktiv. Der SO Kamin spuckt massenhaft schwarze Asche aus, der NW Kamin weissen Rauch, also Gase und auch Lava. Es scheint, dass sich der Lavafluss etwas vermindert hat. Es kann aber auch sein, dass diese einfach in Tunneln fliesst und so nicht mehr so gut sichtbar ist.
Die SO2 Werte sind noch einmal gesunken und nun bei 3.900 t/Tag (vor Paar Tagen noch bei über 14.000 t/Tag). Das sind mal gute Nachrichten obschon sich alles wieder schnell ändern kann. Die Seismizität ist in etwa gleich geblieben mit einem Erdbeben von mbLg 4,6 in 36 km Tiefe welches von der Bevölkerung mit Intensität IV gespürt wurde. Die betroffene Fläche beträgt nun 773,2ha das entspricht 1,1% der gesamten Inselfläche von 708,3km^2.
Der nördlichste Lavafluss welcher beim Camino Cumplido in La Laguna gestern schon stehen geblieben ist bewegt sich nicht mehr. Der Lavafluss vom Sparmarkt hat nur noch wenig Abstand zur Küste ist aber nicht wie ursprünglich gedacht bereits im Meer angekommen. Das wird erst in kürze erwartet. Täglich haben wir fast an allen Fronten weitere schlechte Zahlen zu präsentieren. Die Zahl der betroffenen Gebäude hat nun die Katastrophale Nummer von 1.956 erreicht, 61 weitere Gebäude sind in unmittelbarer Gefahr was die Zahl dann über 2.000 erhöhen wird.

Das Gebiet von La Condensa wurde vom Stromnetz getrennt. Die Elektroleitungen wurden durch betroffene Strommasten gestreckt und die Masten knickten reihum weg.  Es wurden sofort Generatoren angeschlossen und das Gebiet scheint nun weiter versorgt.

Heute hat sie Schule problemlos angefangen. Morgen ist für Schüler in Tazacorte schon wieder Schluss für einen Tag wird die Schule online durchgeführt da man befürchtet, dass sich die Luftqualität morgen noch einmal verschlechtern könnte weil die Lava südlich von der Montaña La Laguna ins Meer fliesst.
Der Flughafen ist heute offen. Es wird gestartet und gelandet.

Wetterprognose
Wetterprognose
18 October, 2021

[11:15h LT] Hier noch die Wetterprognose für die kommende Woche:

Heute:
Ostwind auf Meereshöhe. Dieser beschleunigt etwas im Süden auf der Ostseite. Verändert aber auf der Westseite durch die Inversion welche bereits auf Meereshöhe beginnt nichts. Die Obergrenze der Inversion ist bei 600m, im Tagesverlauf eher noch etwas ansteigend. die Luftqualität kann im Westen zeitweise vor allem unter 700 Höhenmeter zeitweise sehr schlecht sein. Achtung kleine Aschepartikel sind schädlich für die Lunge! Dagegen draussen FFP2 Maske tragen!
Wenig Wind auf 2.000m darüber Südwind. Die Asche wird über das ganze Tal getragen und zieht in Richtung Puntagorda.

Dienstag 19.
Immer noch sehr tiefe Inversion und je nach Entwicklung des Vulkans zeitweise schlechte Luftqualität vor allem im Westen unterhalb 700m. In Sta. Cruz bringt der Passat von 18 kn frische Luft aus dem Nordosten. Immer noch schwacher Höhenwind und ab 3.000m Südwind. Die Asche zieht auch am Dienstag in Richtung Nord.

Mittwoch 20.
Passat 21kn, immer noch sehr tiefe Inversion mit damit einhergehender potentiell schlechter Luftqualität im Valle. Immerhin wird sich die Situation betreffend Asche im Valle verbessern da der Wind in der Höhe auf 2.000 m aus Nordost und weiter oben aus Nordwest bläst.

Donnerstag 21.
Zunehmender Passat auf Meereshöhe mit 24kn. Die Inversion steigt zögerlich auf vielleicht 400m. Es ist möglich, dass sich durch den starken Passat im Westen Gegenwirbel einstellen welche das Valle belüften könnten. Das hängt aber sehr von der Inversionshöhe ab. Ist die auf 500m, dann passiert es sicher, ist sie auf 300m, dann bleibt die stickige Luft erhalten. In der Höhe bläst der Wind nun aus Nord, die Asche wird in den Süden verfrachtet.

Freitag 22.
Die Inversion steigt auf 1.000m an. Der Passat bläst auf Meerseshöhe mit 23 kn. Das provoziert im Lee auf der Westseite endlich sicher den gewünschten Ansaugeffekt und die schlechte Luft wird im südlichen Teil in den Süden und im nördlichen Teil in den Norden weggesaugt.  Höhenwinde Nord bis Ost blasen die Asche weg vom Valle.

Samstag 23.
Die Inversion steigt noch weiter an und soll nun auf 1.500 m zu liegen kommen. Dazu kommt auch Passat mit 12 kn auf 1.500 m was die Brisa in El Paso aufleben lässt. Höhenwinde auch Nordost. Die blasen die Asche über das evakuierte Gebiet ins Meer.

Sonntag 24.
Praktisch wie der Samstag.

Luftqualität
Luftqualität
18 October, 2021

[10:56h UTC+1] Die Luftqualität ist zum Teil schlecht. Speziell die kleinen Lungenschädigenden Partikel sind zum Teil stark erhöht. Wenn sie in einem solch betroffenen Gebiet raus müssen tragen sie besser FFP2 Masken.

Vulkaninformation Montagmorgen
Vulkaninformation Montagmorgen
18 October, 2021

[09:15h LT] Guten Morgen. Ein Überblick:

Der SO Kamin hat sich wieder reaktiviert und produziert Asche. Der NW Kamin Lava. Es hat sich noch ein dritter, kleinerer Kamin gebildet. Es sieht so aus, als ob die miteinander kommunizieren.
Die Seismizität ist unverändert relativ hoch. Auch in der letzten Nacht haben sich Beben ereignet die von der Bevölkerung verspürt wurden. Das stärkste mit mbLg 4,6 um 0:57h LT in 36 km Tiefe. Es sind keine weiteren Deformationen der Inseloberfläche sichtbar.
Ob der Lavastrom südlich der Montaña La Laguna das Meer erreicht hat, kann ich im Moment noch nicht sagen. Ich sehe keine Dampfwolke und habe noch keine weiteren Informationen oder Bilder erhalten. Die Luftqualität ist recht gut für die Wetterlage. Nur Los Llanos meldet etwas erhöhte aber noch nicht problematische CO Werte.

Die Asche wird vom Vulkan nun in Richtung Puntagorda verfrachtet. Auch in der letzten Nacht kam in El Paso wieder Asche runter. Alles was gestern geputzt war ist wieder schwarz. Die Menge hält sich noch in Grenzen, wahrscheinlich unter 2mm. Die Asche ist sehr fein und daher dicht. Das entspricht einer zusätzlichen Dachbelastung von maximal 2 kg/m^2.

Der Flughafen wurde heute Morgen von Binter aus Gran Canaria angeflogen. Ob weitere Flüge folgen ist noch nicht klar.

Die Wetterprognose für heute bleibt den ganzen Tag gleich. Die Asche wird über das Valle in den Norden geblasen.

Vulkaninformation Sonntagabend
17 October, 2021

[17:55h LT]

Die Pressekonferenz dauerte einmal mehr lange und brachte nicht viel. Ich verstehe nicht, warum diese Selbstbeweihräucherung noch akzeptiert wird. Wir möchten ja eigentlich nur die Veränderungen präsentiert bekommen und einen Ausblick.

Seismizität gleichbleibend, Tremor gleichbleibend hoch mit stärkeren Impulsen. Es ist auch weiterhin möglich, dass sich Erdbeben ereignen welche von der Bevölkerung gespürt werden. Der SO2 Ausstoss hat sich gegenüber vorgestern auf 8.200 t/Tag vermindert. Die Luftqualität war heute Morgen vor allem in Puntagorda und Fuencaliente schlecht. Dorthin wird die Luft aus dem Valle bei bestehendem Passat hin verfrachtet. Der erste Lavafluss wird immer noch alimentiert, mit wenig Material, aber er ist immer noch aktiv. Der aktivste Lavafluss ist der neue welcher im südlichen Teil der Montaña La Laguna fliesst. Die Spitze war heute Mittag um 12h noch 260m vom Meer entfernt. Sie soll sich mit 15m/h bewegen, was bedeuten würde, dass sie morgen früh das Meer erreicht. Ein präventiver Lock-Down für die nahen Gebiete ist nicht geplant. Falls die Luftqualität zu schlecht werden würde fahren Lautsprecherwagen umher um die Bevölkerung zu warnen.
Einmal mehr: FFP2 Masken schützen gut vor Staubpartikel und Asche. Kleine chemische Moleküle werden NICHT gefiltert. Das heisst wenn sie gebeten werden zu Hause zu bleiben und Türen und Fenster zu schliessen sollten sie es auch machen.

Im Moment ist Tajogaite eher ruhig. Ich kann sogar den Blogeintrag schreiben ohne mich ständig zu fragen ob die Erschütterung nun vom Schall kommt oder wieder ein Erdbeben ist :-)

Wohnungssuche
17 October, 2021

Ich habe mich entschieden, derzeit nicht wegzuziehen um nicht weiteren evakuierten eine Möglichkeit "wegzunehmen" ich habe ja immer noch mein Haus.

Aber hier ein erneuter Aufruf:

Eine Palmera sucht für sich und ihre Mutter sowie ihre 5 Hunde und zwei Katzen eine Wohnung oder ein Haus. Sie mussten aus Las Manchas evakuieren, sind provisorisch untergebracht aber die Verhältnisse sind äusserst schwierig. Wenn jemand etwas passendes vermieten oder für Gartenarbeit, Asche schaufeln etc  für die Dauer des Vulkanausbruchs zur Verfügung stellen kann, dann schreiben sie mich bitte an. Wäre schön, wenn wir hier helfen könnten!
(roger.frey(at)idafe.com

Vulkaninformation Sonntagmorgen
Vulkaninformation Sonntagmorgen
17 October, 2021

[09:30h LT] Der Vulkan ist immer noch etwas ruhiger als auch schon. Immer noch sind zwei Schlote zu beobachten aus welchen Rauch aufsteigt. Die Lava fliesst auch immer noch über die NW Flanke. In der Nacht konnte man unterhalb des Fussballfeldes von La Laguna eine Linie von Bränden ausmachen. Da sind sicher weitere Häuser der Lava zum Opfer gefallen. Das Fussballfeld in La Laguna, welches lange nur zur Hälfte mit Lava bedeckt war, ist nicht mehr auffindbar.

Die Seismizität bleibt gleich. Es wurden keine Veränderungen festgestellt. Auch heute morgen früh um 4:10h LT gab es ein starkes Beben der Stärke 4,3 mgLg in 35 km Tiefe welches von weiten Teilen der Bevölkerung mit Intensität IV gespürt wurde. In der Obenstehenden Karte sieht man, dass die letzten Beben im Bereich 10-15 km eher am oberen Rand dieser Magmakammer stattfanden. Auch hier kein Zeichen der Entlastung.

PEVOLCA ist gestern den Hinweisen nach Fumarolen bei der Bodegón Tamanca nachgegangen. Untersuchungen haben ergeben, dass Asche in Bewegung kam, langsam den Hang runter rieselte und dabei im unteren Bereich Staub aufwirbelte. Deshalb passte die Erklärung Steinschlag nicht. Steinschläge produzieren eine Linie von Staub. Gut, dass die Verantwortlichen diesen Hinweisen schnell nachgingen und sie entkräften konnten.

Die Verformung in Jedey welche vor 4 Tagen festgestellt wurde hat sich gänzlich zurück gebildet. Auch die weiteren Stationen zeigen keine Verformungen an.

Wetter:
Die Inversion ist sehr tief, bei 400m der Passat schwach. Das behindert, wie ich schon mehrfach erklärte, die Belüftung der Insel im Leebereich bis 400m und kann die Luftqualität negativ beeinflussen. Der Tag beginnt relativ klar, die Asche wird im Moment nach NO geblasen was mit der Windprognose für diese Höhe übereinstimmt. Das METAR des Flughafens welches um 6h noch Asche gemeldet hat (VA), sagt nun sie sei sehr nah (VCVA). Die Wolke geht von 0 bis 10.000 ft (3.000m) und zieht sich rüber bis in einen Bereich nördlich von Teneriffa.

Montag:
Der Wind ist ab Vulkanhöhe bis auf etwa 3.000 m sehr schwach. Das kann dazu führen, dass erneut Asche in einem grossen Radius zum Vulkan fällt. Über 3.000m dann Südwind. Alles was über diese Höhe aufsteigen kann wird dann nach Norden geblasen. Die Inversion bleibt sehr tief.

Dienstag:
Bis auf rund 3.000 m Nordostwind. Das heisst die Aschewolke wird über das evakuierte Gebiet ins Meer geblasen. Das kann eine Entlastung für den Flughafen bedeuten. Über 3.000 m anhaltender Südwind. Die Inversion bleibt tief.



Vulkaninformation Samstagabend
16 October, 2021

[21:30h LT] Heute Abend halte ich mich etwas kurz, habe den ganzen Tag damit verbracht meine Oliven in Öl zu verwandeln und weiss nun einmal mehr, warum das Olivenöl auch flüssiges Gold genannt wird.

Der Vulkan Tajogaite hat zwei klare Kamine auf dem Kegel. Aus dem westlichen fliesst nach wie vor Lava über die NW Flanke, aus dem südöstlichen viel Rauch und Asche. Ein Schlot produziert schwarzen, der andere weissen Rauch.
Die Seismizität hat im Tagesverlauf leicht abgenommen und der Vulkan ist auch eher etwas ruhiger. Aber wir wissen ja, das kann sich innerhalb Minuten ändern.

Die Nerven liegen blank, heute wurde auf den sozialen Medien Sprachmitteilungen über einen Ausbruch über Mazo verteilt. Eilig hat die PEVOLCA eine Untersuchung mit einer Drone mit Infrarotkamera angestellt und konnte die Information als falsch deklarieren. Jeder hat die Verantwortung nicht noch Öl in das Feuer zu giessen und sollte nichts teilen wo weder Urheber noch Datum und Zeit kennt und dessen Inhalt er genau geprüft hat.

Ein Video welches ich noch erhalten habe zeigte Fumarolen an der Südseite der Montaña Tamanca. Habe es länger angeschaut und die Rauchentwicklung sieht nicht nach Steinschlag aus. Das Video scheint plausibel. Ich habe dazu aber noch keine weiteren offiziellen Informationen und werde morgen wahrscheinlich noch einmal darauf zurück kommen. -->Nachtrag 21:47h: die PEVOLCA hat dies nicht bestätigt und von Steinschlag gesprochen.

Die Deformationen sind stabil, keine Veränderungen.

Und ja, es gibt einen Plan für die Gebiete. Puerto Naos ist ab nächster Woche nur noch am Freitag zu besuchen wenn die Situation solche Besuche überhaupt erlaubt.

Das Wetter wie schon gemeldet, heute Abend war die Inversion auf 400m es brennt an vielen Stellen und die Rauchentwicklung verteilt sich unter der Inversion im Valle. Die Luftqualität kann sich merkbar verschlechtern. Das bleibt voraussichtlich bis und mit nächstem Donnerstag so.
Wind unter der Inversion Passat, auf der Leeseite also im Valle kaum Wind. Über der Inversion dominierende Richtung aus Süd was die Aschewolke auch wieder in Richtung Nord verfrachten kann.

Dronenbilder von heute Samstagmorgen
16 October, 2021

[11:02h LT] Die Dronenbilder von heute Samstag zeigen, dass der Lavastrom welcher nach La Laguna floss hauptsächlich über den Spar und die Südseite der Montaña La Laguna fliesst. Der nörliche Parkplatz des Sparmarktes ist noch intakt. Dort wo die Lava über die LP-213 floss ist sie über 210m verschüttet. Als Referenz, die Clinica Veterinaría von Ruth ist noch intakt und liegt
~170m südlich der Lava. Weiter westlich ist sie bereits über die Küstenstrasse geflossen.

Der nördlichste Arm welcher gestern Teile des Fussballfeldes von La Laguna zudeckte und am Camino Cumplido Häuser vernichtete, stoppte im Bereich der Hausnummer 28 und ist offensichtlich im Moment nicht mehr aktiv. Die Gebäude von Montarent stehen noch. Hoffentlich bleibt das so!

Von SW betrachtet zeigt der Vulkan nun drei Schlote aus welchen weisser Rauch aufsteigt. Der Blick ins Valle ist trüb und von bläulichem Rauch behindert. Die Luftmessstationen zeigen noch gute Werte an. Die Nase einen schwachen Schwefelgeruch.

Vulkaninformation Samstagmorgen
Vulkaninformation Samstagmorgen
16 October, 2021

[10:01h LT] Die Wettersituation hat sich wie angekündigt verschlechtert und im Moment fällt Asche auf der ganzen Insel runter. Es ist nicht wahrscheinlich, dass der Flughafen heute operativ ist. Die Inversion befindet sich nun auf 600m mit der Tendenz im Tagesverlauf weiter abzusinken. Der Passat ist schwach und wird im Valle nur schwachen Wind verursachen was eine Lüftung erschwert. Über der Inversion weht der Wind aus südlichen Richtungen und bläst die Asche in den Norden. Brisa gibt es auch in El Paso keine. Dies bleibt auch morgen Sonntag so.

Der Vulkan ist weiter aktiv. Im Moment wird aus dem SO Schlot viel Asche hinausgeschleudert. Auf der für mich einsehbaren Nordflanke floss auch heute früh Lava hinunter aber etwas weniger wie an den vorherigen Tagen.

Heute morgen um 07:07h ereignete sich in 37km Tiefe ein Erdbeben der Stärke mbLg 4.5 es wurde in weiten Teilen der Insel gespürt, in meinem Haus haben sich Gegenstände leicht verschoben. Die Erdbeben haben generell heute zugenommen. In der oben publizierten Karte sieht man, dass verglichen zu vorgängig publizierten Karten auch Beben über der 10km Linie gibt. Die Diskussion über einen möglichen zweiten Schlot in einem anderen Gebiet ist zwar verfrüht, aber für mich nicht vom Tisch.

Die vor zwei Tagen gemeldete vertikale Deformation von fast 80 mm bei der Messstation Jedey hat sich fast zurück gebildet.

Es gibt derzeit weder für kurz- noch mittelfristig Anzeichen, dass sich die Eruption dem Ende neigt. Gemäss der wissenschaftlichen Direktorin, María José Blanco, werden unterschiedlichste Parameter analysiert die ein Ende anzeigen würden. Das ist der Ausstoss an SO2 welcher unter 100 t/Tag sinken sollte, das sind die Deformationen und die Seismizität. Kein einziger dieser Parameter zeigt eine Verbesserung der Situation an.

Nach einer nicht bestätigten Meldung können Personen welche einen Grund haben nach Puerto Naos zu fahren (z.B. Geschäft, Wohnung) dies an diesem Wochenende tun. Ab nächste Woche sei dies jeweils nur noch am Freitag möglich.

Abendinformation Freitag
15 October, 2021

[19:30h UTC+1] Heute Nachmittag hat sich am Vulkankegel auf dessen SO Seite ein neuer Schlot aufgemacht. Aus diesem steigt viel Rauch auf. Die Lava fliesst auf der Südseite runter in Richtung Montaña Capote (Hügel beim Friedhof Las Manchas, Solaranlage). Der Vulkan ist sehr leise im Moment, als ob er eingeschlafen wäre. Das ist  er aber nicht. Seine Rauchwolke (eher weiss, weniger Asche) steigt hoch auf und wird im Moment mit SO Wind über El Paso / Los Llanos geblasen.

Vulkaninformation Freitagabend
15 October, 2021

[17:50h LT] Die Pressekonferenz ergab folgende Faktenlage. Der Explosionsindex ist unverändert bei 2. Es wird weniger Asche ausgestossen. Der Vulkan verändert sein Verhalten laufend. Die Wolke hat heute eine Obergrenze auf 4.000 m. Es ist immer damit zu rechnen, dass die Erde auch stärker beben kann und an Steilhängen Steinschläge ausgelöst werden können. Der Ausstoß an Schwefeldioxid ist enorm und beträgt im Momen 14.500 t pro Tag.

Ein Arm der Lava könnte den Dorfkern von La Laguna bedrohen. Er stand bei der Pressekonferenz am Camino Cumplido Nr. 22 und bewegt sich langsam nach NW. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dieser durch La Laguna fliessen kann und erst nördlich der Montaña zum stoppen kommt.
Es sind kurzfristig keine weiteren Evakuationen geplant. Es wurden bisher 7.000 Personen evakuiert. Wir sind damit schon fast bei 10% der Gesamtbevölkerung welche offiziell 82.000 Personen beträgt, inoffiziell aber wahrscheinlich darunter ist.
Durch die Südflanke welche gestern noch stillstand, fliesst erneut Lava in die Fajana runter. Dies haben heute Aufnahmen mit Dronen und Infrarotkameras gezeigt.

Der Vulkan hat heute Nachmittag erneut sein Gesicht geändert. Es hat sich im Südosten des Konus etwas getan. Dort steigt eine weisse Wolke auf was auf ein weiteres Schlot hinweist.

Die nächsten Tage werden, ich habe es schon gemeldet, in Bezug auf die Wetterlage und damit die Luftqualität kritisch. Falls es stinkt schliessen sie Türen und Fenster und beschränken den Aufenthalt draussen auf ein Minimum.
Die Messstationen des Cabildo Insular funktionieren und geben Informationen ich Echtzeit.

Mein Ärger über Reporter
15 October, 2021

Herzlichen Dank dem Leser der mir auf meinen verärgerten Post über die Medien folgende Mitteilung gesandt hat:

"Bei der finanziellen Entschädigung, auch wenn es eine Spende an eine gemeinnützige Organisation ist, sieht es etwas anders aus. Ich kenne mich ein wenig in der Medienlandschaft aus, weil viele Medienunternehmen zu unseren Kunden gehören. Daher weiß ich, dass es im deutschsprachigen Raum (D,A,CH) normalerweise keine finanziellen Entschädigungen für Interviews gibt, bestenfalls die Erstattung belegbarer Reisekosten. Dahinter steckt als Konsens bei allen halbwegs seriösen Zeitungen, Nachrichtenagenturen, Fernsehsendern usw. die Absicht, sich nicht dem Vorwurf gekaufter Interviews aussetzen zu wollen."

Eine sehr gute Erklärung. Das nehme ich so zur Kenntnis und rudere etwas zurück. Die deutschsprachige Presse darf mich deshalb nach einer Beruhigungszeit von 20h, um meinen Adrenalinspiegel zu normalisieren, wieder kontaktieren, auch wenn sie keine Spende für eine Tierschutzorganisation machen dürfen.
Ich verstehe auch, dass die Journalisten ihren Job machen müssen und dieser auch wichtig ist. Vielleicht hat es auch gerade den Falschen erwischt.

Ich habe eine Finca nur 500 m von meinem Haus entfernt. Ich muss alle Ausweispapiere mitnehmen um wieder zum Haus zu gelangen. Auf der Strasse kann man kaum mit 20 km/h fahren. Überall Journalisten und auch Hobby Fotografen. Am schlimmsten ist es direkt beim Einnachten. Da muss man extrem aufpassen um nicht einen schwarz gekleideten Kameramann der sein schwarzen Stativ auf der Strasse aufstellt zu überfahren. Leider sind auch Leute in meine Finca eingedrungen, haben eine Leiter entwendet um damit auf mein Dach zu gelangen um Videos zu drehen. Dann wurde im Garten noch eine unschöne Hinterlassenschaft gemacht. Meine Nerven liegen zum Thema deshalb etwas blank.
Ich gelobe aber Besserung und entschuldige mich bei allen rechtschaffenden Journalisten. 

Vergleichskarte
15 October, 2021

Das Cabildo hat eine interaktive Karte publiziert. In diese kann man reinzoomen und mit dem Schieber die Situation vor und nach dem überfliessen der Lava nachvollziehen. Nur für starke Nerven!

Luftaufnahme
15 October, 2021

Das hochauflösende PDF von heute 11h

Nur Spuren im Sand
15 October, 2021

Sie lassen kaum was da, nur Spuren im Sand. Sie verstopfen Straßen, stellen die Stative in der Mitte auf die Straße. Behindern den Verkehr, stellen sich überall vorne an und haben das Gefühl wir hätten alle auf sie gewartet. Viele Journalisten.

Heute morgen hatte ich um 9h einen Termin mit einer Moderatorin von RTL, sie rief mich dann um 10:15h an entschuldigte sich kurz und begann mich gleich auszufragen. Ich hätte einen Blog, viel Wissen um die Insel und sie möchten mit einem Kamerateam vorbeikommen.

Ja, in der Tat habe ich viel Wissen über die Insel und ja, ich bin auch ganz gut damit Interviews zu geben und auch ja, ich bin froh, wenn auch Insider Informationen hinausgetragen werden. Aber immer auch Anständig. Erster Punkt um Wertschätzung zu zeigen: Man hält man sich an zeitliche Vereinbarungen. Es geht überhaupt nicht an, dass man über eine Stunde zu spät anruft.

Zweiter Punkt der Wertschätzung: Geld. Ja bezahlen der Zeit die wir Ihnen zur Verfügung stellen. Ich will kein Geld machen mit dem Vulkanausbruch. Das habe ich bereits mehrere Male gesagt. Aber ich möchte, dass meine Zeit wertgeschätzt wird und dass auch ein RTL zum Beispiel eine Spende an eine lokale Tierschutzorganisation leistet. Das können und wollen sie aber nicht.

Für die Briten war es von Anfang an klar, Vorinterview und Interview für "Good Morning Britain" wurden ohne zu Fragen zusammen mit 250£ vergütet. Sobald das Geld da ist überweise ich es an eine Tierschutzorganisation. Die Sender aus Deutschland sind der Reihe nach arm dran und wollen, dass wir alles Gratis abliefern.

Der Bogen ist nun überspannt. Ab sofort ist für mich und hoffentlich auch für weitere Leser die angefragt werden klar: Wenn sie, liebe Journalisten, sich nicht an zeitliche Vorgaben halten und die Zeit ihrer Interviewpartner nicht mal mit einer kleinen Spende an eine lokale Tierschutzorganisation schätzen können, müssen sie mich gar nicht mehr anrufen. Denn dann hinterlassen sie hier auf La Palma eh nur Störung, noch mehr Chaos und Spuren im Sand.

Wetter
15 October, 2021

[09:30h]
Die Inversion ist leider bereits etwas nach unten gerückt, derzeit wird sie auf rund 800m gemessen. Der Passat weht aber noch genügend stark um die Luftmasse auf der Westseite nach süden zu saugen. Das sieht man im Moment auch an der Luftmessstation in El Charco wo im Moment hohe
SO2 Werte von 718 μg/m³ gemessen werden.

Die Inversion soll im Tagesverlauf weiter absinken und auch der Passat etwas abnehmen. Befindet sie sich auf 400m oder tiefer, dann schläft der Wind darunter erfahrungsgemäss ein. Über der Inversion weht ein leichter Südwind was die Asche einmal mehr nach El Paso und Los Llanos tragen kann. Als ob wir nicht schon genüg Staub hätten kommt Calima dazu.

Samstag 16.10.
Die Zufuhr von trockener und warmer Saharaluft hält an. Sie führt dazu, dass die Inversion noch weiter absinkt und sich darunter die Luftqualität potentiell verschlechtert. Der Wind darüber dreht auf SW und bläst die Aschewolke nun in Richtung Sta. Cruz.

Sonntag, 17.10.
Immer noch Calima, immer noch tiefe Inverision mit potentiell schlechter Luftqualität in den unteren Lagen im Südwesten. Wind bis 3.000m Nord, darüber SO. Wenn die Aschewolke über 3.000 m aufsteigt, wird der Staub also wieder zu uns zurück geblasen.

Vulkaninformation Freitagmorgen
15 October, 2021

[09:04h LT] Vulkan Tajogaite ist wieder lauter geworden. Er hat einmal mehr den Sound eines Kampfjets angenommen was heisst, dass Gase mit hoher Geschwindigkeit austreten. Von Tacande aus gesehen hat er zwei obere Schlote und ein weiteres etwas tiefer. Aus dem unteren fliesst nach wie vor sehr viel sehr flüssige Lava aus. Der Lavafluss ist zeitweise mit grossen Felsbrocken verstopft was die Lava dann seitwärts ableitet (s. Tweet von 8h).
Das Fussballfeld in La Laguna wurde nicht weiter verschüttet. Ob das ein Zeichen ist, dass die Lava im Moment nicht noch weiter nach Norden dringt, muss sich noch zeigen. Sie fliesst auf jeden Fall im Bereich des Spar La Laguna mit relativ hoher Geschwindigkeit über den Callejón de Cabrejas nach Westen runter und hat sich in diesem Bereich sehr stark aufgebaut. Geschätzte Höhen gehen bis 20m. Der Sparmarkt welcher gestern zwar ausgebrannt, aber noch heroisch da stand, ist nicht mehr auffindbar.

Die Messwerte der Station Jedey, welche gestern mit einer Deformation im Bereich von 50 - 80 mm Aufmerksamkeit erregte zeigt einen Rückgang der horizontalen Deformation von etwa 7 mm. Damit scheint ein Szenario von einer weiteren Eruption im Süden wieder etwas entschärft.

Die Seismizität (RSAM) ist etwa gleichbleibend. Was auffällt ist eine Zunahme der Erdbeben in der zweiten, unteren Magmakammer welche sich in rund 35km Tiefe befindet. Das stärkste ereignete sich heute Morgen um 08:02h mit mag mbLg 4,5 in 36 km Tiefe. Was das bedeuten könnte müssen mir Vulkanologen erklären.

Vulkaninformation Donnerstagabend
14 October, 2021

[18:45 h UTC+1] Heute Abend zeigen sich die zwei Anhaltspunkte Spar und Fussballfeld wie am Morgen. Der Spar steht noch, ist nun ausgebrannt und gut 50% des Fussballfeldes sind nicht bedeckt. Es scheint, dass sich der Hauptfluss der Lava südlich des Spar vorbei schiebt.

Heute wurde um 13h eine weitere Evakuation angeordnet und zwar für ein Gebiet nördlich der Montaña La Laguna. Habe dort Freunden geholfen ein paar Sachen zu evakuieren.

Um 14:15h kollabierte der Konus einmal mehr und ein See von Lava ergoss sich über die Nordflanke. Involcan hat ein eindrückliches Video auf Twitter publiziert @involcan.

In der seismischen Station Jedey wird in den letzten 48h ein Anheben des Geländes beobachtet welche sich in diesem Zeitrahmen auf rund 80mm summiert hat. Weil an keinen anderen Stationen eine ähnliche Verformung festgestellt wird, sind die Behörden etwas wachsam geworden. Polizei und Hilfskräfte wurden offensichtlich aufgefordert alle nicht erklärbaren Ereignisse zu melden, das wären Lärm und Vibrationen, tote Tiere, abnormale Temperaturen, Bäume die am Wurzelstock verkohlen.
Die Erdbeben zeigen kein Aufsteigen von Magma an. Der einzige Parameter der verlangt genauer hinzuschauen ist die Verformung.
Unter anderen sind Szenarien sind möglich:
a) Der Druck sinkt und die Verformung geht zurück.
b) Der Druck kann über den Vulkan abgebaut werden.
c) Die Magma sucht sich einen weiteren Weg und ein zweiter Vulkan entsteht.

Die nördlichsten Lavaflüsse welche beim Spar und beim Fussballfeld La Laguna sind haben sich gemäss dem wissenschaftlichen Komitee verlangsamt.

Vulkaninformation Donnerstagmorgen
Vulkaninformation Donnerstagmorgen
14 October, 2021

[08:30h LT] Guten Morgen. Vulkan Tajogaite hat auch in der letzten Nacht Unmengen an Lava produziert, welche über den sich vor paar Tagen gebildeten Nordfluss ausfliessen. Nachdem er gestern Abend eine explosive Phase hatte waren die Geräusche in der Nacht eher gleichmässig.
Leider hat die Lava wie gestern abend bereits befürchtet nun 1/3 des Fussballfeldes von La Laguna überströmt. Der Sparmarkt in La Laguna steht noch*. Die Lava fliesst direkt südlich davon nach Westen und türmt sich im Bereich Callejón Cabrejas / Morera extrem auf. Ich schätze die Höhe auf bis zu 20m (blaues Oval in Karte).

Die Lage am Fussballplatz La Laguna muss weiter genau beobachtet werden. Das Geläde ist in diesem Bereich kritisch, denn der Geländefluss führt nach NW.

Die Seismizität ist in etwa gleich. Um 01:27 ereignete sich ein starkes Beben mit 4,5 mbLg aber in einer Tiefe von 37km. Es wurde von der Bevölkerung mit Index IV gespürt. Die Beben der Magmakammer in 10-15km Tiefe haben sich nicht nach oben gearbeitet.

Der Wind weht auf Meereshöhe heute mit 11kn auf NO. Die Richtung bleibt bis auf 1.500 gleich nur nimmt er leicht ab. Auf 3.000m Höhe ist es praktisch windstill. Es ist wahrscheinlich, dass die Aschewolke nach SW geblasen wird. Gegen Abend kommt in der Höhe über 3.000m eine leichte SO Strömung auf. Die Inversion beginnt langsam abzusinken. Eine genauere Prognose für die nächsten Tage erarbeite ich später.

Die obenstehende Karte habe ich angefertigt. Sie ist nicht genau, da ich ein eingeschränktes Blickfeld auf das Geschehen habe.

*) Nachtrag um 09:22h, Spar brennt. Das Dach ist eingestürzt.

Vulkaninformation Mittwochabend
13 October, 2021

[17:58h LT] Auch während dem Tag hat die Lava von Tajogaite einige Häuser zugedeckt. In der Nacht floss sie durch El Pedregal und dann genau südlich des Spar Marktes runter in Richtung Callejón de Cabrejas. Der Sparmarkt steht im Moment noch. Im Tagesverlauf kam die Lava etwas weiter in Richtung Fussballfeld La Laguna, ist aber immer noch deutlich südlich davon.
Am Polígono Callejón de La Gata hat sich heute nichts mehr verändert. Die Lava scheint immer noch sehr heiss zu sein, denn dort wo sie ausfliesst ist sie unglaublich flüssig.

In der Pressekonferenz wurde bestätigt was ich heute früh zu sehen glaubte. Es hat sich im SO des Konus ein weiterer Schlot aufgetan. Im Moment ist auch die Ruhe wieder vorbei. In kurzem Rhythmus ereignen sich wieder Explosionen. Hoffen wir, dass nicht nochmal so eine Nacht vor uns liegt.

In der Zwischenzeit fliesst auch Lava nördlich des Callejón de La Gata runter. Ich kann die Rauchentwicklung und die Lava sehen. Sie ist direkt bei einer Trafostation des Callejón. Bestätigt sich das, ist das eine weitere schlechte Nachricht. In Tacande kommt im Moment der Rauch der Feuer an und die Luftqualität hat sich leicht verschlechtert. Die offiziellen Messstationen zeigen immer noch gute Luftqualität an.

Vulkaninformation Mittwochmorgen
13 October, 2021

[08:30h LT] Eine weitere zerstörerische Nacht liegt unter uns und der Tag wird nicht besser. Tajogaite hat von El Paso aus gesehen drei Kamine. Zwei entgasen mehr, aus dem dritten untersten fliesst nach wie vor Lava aus. Diese scheint noch flüssiger als gestern. Das heisst sie wäre noch heisser und zerstörerischer. Die Seismizität liegt in etwa dort wo sie in den letzten Tagen war. Der Tremor hat sich leicht erhöht, das heisst es hat mehr Gas in der Magma. Der Vulkan ist leiser als an anderen Tagen hat aber heute morgen angefangen wieder ab und zu Explosionen zu erzeugen.

Die Lava ist in der Nacht weiter nördlich des ersten Lavaflusses durchgezogen. Ich kann noch nicht sagen wo, ich sehe aber von meinem Haus aus, dass das Fussballfeld von La Laguna und der Sparmarkt im Moment nicht betroffen sind. Die Lava fliesst weiter südlich. Beim Fussballfeld paar hundert Meter, beim Spar recht nah. Fotos auf Twitter @efadi_LP.

Reise nach Puerto Naos
12 October, 2021

Hier ist er also noch, der Bericht meiner Reise nach Puerto Naos. Was normalerweise hin und zurück 30 Minuten dauert, nahm gestern 5 Stunden in Anspruch. 135 km waren es dann von El Paso bis Puerto Naos und zurück.

Bei den Casas El Charco, die Fahrt dorthin dauert 45 Minuten, war eine Polizeikontrolle und die Fahrzeuge wurden nach Destination sortiert. Vor mir stand schon ein Wagen in der Puerto Naos Warteschleife. Nach 45 Minuten warten ging es weiter. Der Fahrzeugkonvoy bestand nur aus 4 Fahrzeugen. Das letzte war das Kontrollfahrzeug des Zivilschutzes. Der erste Wagen fuhr mit 30-40 km/h also dauerte die Fahrt runter nach Naos auch noch einmal eine Weile. Interessant, dass an der Strasse runter über weite Strecke dicke Metallrohre gelegt wurden, die dann verschweisst werden. Eine weitere Wasserleitung ist mit Hochgeschwindigkeit am entstehen.

Die Gegend sieht trist aus. Überall viel Asche und kein Platz wo man diese hinführen kann. Sie wurde provisorisch am Strassenrand deponiert. Auf den Bananenplantagen schneiden Bauern Schlitze in die Plastikabdeckungen, damit die Asche reinrieselt und nicht die ganze Konstruktion unter dem Gewicht zusammen bricht. Nur die Wasserleitung gibt ein Zeichen der Hoffnung, des Aufbruchs und Neuaufbaus. Der Rest ist trist, schwarz und leer.

In Naos angekommen ist das erste Fahrzeug direkt nach El Remo ausgeschert. Ich habe die Flugschule besucht, konnte meinen Klimbim mitnehmen und versuchte die Wetterstation wieder am alten Internet anzuschliessen. Aber weder das alte noch das Fiberglas-Netz funktionieren. Puerto Naos ist also ohne Internet. Nur Mobiltelefonie funktioniert.
Auf dem grossen Parkplatz vor der Flugschule wurde eifrig gebaut. Die zwei Entsalzungsanlagen werden dort installiert.

Unser Treffpunkt war wieder der Kreisel in Naos. Der erste Wagen war schon da. Der Verantwortliche für den Konvoy kam zu mir und informierte mich, dass ich dann als erster Fahren solle. Er wolle das andere Auto kontrollieren. Ich frug warum? Darauf erklärte er mir, dass da zwei Touristen drin sitzen, Südamerikaner wahrscheinlich. Die hätten gar kein Geschäft in Puerto Naos, wollten einfach nach El Remo Fisch essen. Die Guardia Civil hat sie dann noch in Naos abgefangen und gleich wieder in den Konvoy geschickt. Sie meinten offensichtlich noch, sie hätten eine Reservation im Restaurant. Da kratzt man sich wirklich am Kopf. Jeder weiss, dass das ganze Gebiet evakuiert ist aber die zwei Touristen schmuggeln sich einfach rein. Fragen auch nicht was los ist als sie 45 Minuten warten mussten.

Weitere Evakuationen
Weitere Evakuationen
12 October, 2021

Das Cabildo gibt bekannt, dass ein weiterer Teil nördlich von La Laguna bis zum Cruz Chica und Las Marteles (Restaurant Kiko) aus Sicherheitsgründen evakuiert werden muss. Die Bevölkerung wird gebeten die wichtigsten Dinge einzupacken und sich zusammen mit den Haustieren am Sammelpunkt in Los Llanos einzufinden. Die Evakuation wurde jetzt angeordnet und muss bis heute 19h erledigt sein.

- Es sollen:
Bleiben sie ruhig, verteilen sie keine Gerüchte sondern beziehen sie die Informationen aus offiziellen Kanälen.

Im offiziellen Bescheid den Sie hier herunterladen können steht:

- Schließen sie alle Fenster und Türen.
- Schließen sie die Wasserzufuhr, Gas und trennen die Stromverbindung.
- Wenn sie Medikamente benötigen, packen sie diese ein.
- Nehmen sie die wichtigsten Dokumente mit. Auch die vom Haus.
- Begeben sie sich zum Sammelpunkt.
- Benutzen sie Telefon nur für dringende Fälle.
- Wenn sie Haustiere haben wird ihnen am Sammelpunkt mitgeteilt, wie weiter vorgegangen werden muss.

Der Sammelpunkt ist das Fussballstadion ihrer Gemeinde, in Los Llanos oder El Paso.

Spar La Laguna
12 October, 2021

[11:10h LT] Die schlimmen Bilder hören nicht auf. Im Moment wird der gesamte Sparmarkt in La Laguna evakuiert. Die gesamte Ware aber auch die Inneneinrichtung wird hastig abgebaut und in Sicherheit gebracht. Die Halle ist schon fast leer, nur noch vereinzelte Kabel hängen von der Decke.
Ich hoffe sehr, dass die Lava nicht so weit nach La Laguna fliessen wird. Aber besser rechtzeitig vorsorgen. Die Entwicklungen lassen plötzlich nicht mehr viel Zeit zum Handeln.

Wetterprognose
12 October, 2021

Heute haben wir im Moment wenigstens Wettermässig etwas Glück, der Vulkan stösst sehr viel Asche aus, diese wird aber nach Süden in evakuiertes Gebiet geblasen. Auch der Rauch von den weiteren hunderten Gebäuden die der neue Lavastrom gnadenlos verschlingt zieht im Moment auch in Richtung Süd. Der Passat ist heute schwach, weshalb sich die Situation auch rasch ändern kann. Es bleibt wachsam zu sein und wenn die Luftqualität abnimmt im Haus zu bleiben. Die Inversion ist auf 1.500 m also Platz um die Schadstoffe zu verdünnen.

Mittwoch 13.
Passat eher schwach 7kn, Höherer Wind ab 1.500 m Nord 8kn. Inversion 1.000m. Die Asche wird nach Süd verblasen. Luftqualität wahrscheinlich gut.

Donnerstag 14.
Passat 11kn Höhenwind auch Nordost mit gleicher Stärke. Inversion 900m. Das bedeutet mit grosser Wahrscheinlichkeit rund um den Vulkan Nordwind und Frischluftzufuhr im Valle.

Freitag 15.
Passat 12kn, Wind ab 1.500m Ost 10kn. Inversion 900m. Die Asche wird nun nach Westen verfrachtet und wir werden wahrscheinlich im Valle was davon abbekommen.

Samstag 16.
Passat 12 kn, Wind ab 1.500 m immer noch Ostwind, Inversion kommt auf rund 500 m runter. Je nach weiterer Entwicklung des Vulkans kann die Luftqualität unter 600m schlecht werden. Im Bereich von El Paso bringt die Brisa frische Luft.

Sonntag 17.
Passat 12kn, Wind in der Höhe immer noch Ost mit 11kn. Gleiche Situation, Asche kann auch im Valle fallen. Die Inversion sinkt weiter auf 200-300m ab. In den bewohnten Bereichen unter 300m kann die Luftqualität durch die ins Meer fliessende Lava und die dabei entstehenden Dämpfe schlecht werden.

Wir immer der eigenen Nase vertrauen und sich nur auf offizielle Informationen stützen. Der zeitweise ausgerufene Lock-Down gestern hat gezeigt, dass die Behörden korrekt arbeiten und notfalls informieren.

Wer etwas mehr über das komplizierte Wetter von La Palma erfahren will: Im Buch Wetter auf der Insel La Palma sind die verschiedenen Wetterlagen erklärt.

Vulkaninformation Dienstagmorgen
Vulkaninformation Dienstagmorgen
12 October, 2021

[09:16h LT] Die letzte Nacht verlief erneut ruhiger. Aus dem Vulkan fliesst nach wie vor sehr viel Lava über die Nordflanke. Die Lava hat fast das ganze Polígono Callejón de la Gata zugedeckt. Ich sehe noch den Autohändler im Nordteil unversehrt. Doch der Parkplatz hinter dem Haus ist auch zugedeckt.  Im Nordteil von Todoque entstehen immer wieder Feuer. Dort scheint sich die Lava noch einmal einen neuen Weg nach Westen zu suchen und dabei weitere Häuser, Geschäfte und Landwirtschaftseinrichtungen zu zerstören.

Die Bebenserie geht auch weiter. Heute morgen habe ich zwei davon gespürt. Normalerweise spüre ich die schwachen Beben nicht, das ständige Geräusch des Vulkans überdeckt diese schwachen Erschütterungen. Die Beben sind indessen - und das ist die gute Nachricht - auf die gleiche Tiefe von 10-15 km beschränkt.

Der Wind weht im Moment aus Nord und führt im Valle frische Luft ein. Der Rauch von den in Brand stehenden Gebäuden und Anlagen wird über evakuiertes Gebiet geblasen. Auch heute zeigen die Daten des Wetterservers vom Cabildo an, dass die Inversion über 1.400m liegt was nach wie vor gut für die Luftqualität ist. Je höher die Inversion, desto mehr Luftvolumen steht zum Verdünnen der Schadstoffe zur Verfügung.

Der Flughafen meldet VCVA also Vulkanasche in der Nähe, ist aber im Momen in Betrieb. Binter und Canaryfly fliegen.

Heute werde ich nicht wieder 5h im Auto sitzen um Nach Puerto Naos zu fahren. Deshalb kommt im Tagesverlauf noch eine Wetterprognose dazu.

Achtung Lock-Down
11 October, 2021

[20:30h] Der Lock-Down welcher über einen Teil von Tajuya / Dos Pinos verhängt wurde wird erneuert. In dem im Bescheid bezeichneten Gebiet wird angeordnet, dass die Bevölkerung im Haus bleiben soll und Fenster und Türen geschlossen halten soll.

Grund: Die sich noch weiter verschlechternde Luftqualität als Folge der brennenden Häuser im Polígono Callejón de la Gata.
Auch ich sehe schwarze Rauchfahnen vom Polígono aufsteigen. Die Wolkenbasis ist auf knapp 1.000m. Die Inversion befindet sich zum Glück im Moment noch weiter oben im Bereich von 1.400m - 2.000m. Das ist gut so, denn damit können sich die Schadstoffe besser verdünnen. Es gilt wieder: Wenn es stinkt, Fenster und Türen schliessen.

Ich mach jetzt Feierabend. Saludos ihr Lieben.

Vulkaninformation Montagabend
11 October, 2021

[16:10h LT] Heute war ich in Puerto Naos. Diese Geschichte werde ich später noch zum Besten geben. Schon soviel, es hat mich hin und zurück 5h gekostet.

Die Pressekonferenz habe ich auch noch nicht angeschaut. Aber in Kürze, der Ausbruch geht weiter, es ist immer noch nicht so laut wie auch schon und die Lava hat sich an der Nordflanke etabliert. Dort fliesst richtig viel sehr flüssige Lava runter. Die Zementfabrik im Callejón de La Gata ist nun auch von den Lavamassen zugedeckt worden. Dies hat zu einem Brand mit sehr starker Rauchentwicklung geführt und es musste am Nachmittag ein zeitweiliger Lockdown über Tacande, Tajuya und andere Teile verhängt werden.

Vulkaninformation Montagmorgen
Vulkaninformation Montagmorgen
11 October, 2021

[09:25h LT] Die Nacht war deutlich ruhiger. Die tieffrequenten Schläge waren weg, die Fenster haben nicht mehr vibriert. Es scheint, dass sich der Hauptschlot weiter geöffnet hat und so mehr Masse entweichen kann. Die Lava fliesst nach wie vor über die Nordflanke und somit den letzten Lavafluss (ich glaube Nr 9?) runter. Dieser sucht sich seinen Weg zum Meer zwischen Montaña la Laguna und Todoque.
Die Lavazunge welche gestern in das Poligóno Callejón de la Gata geflossen ist, ist fast zum Stillstand gekommen. Weite Teile des Sandproduzenten sind noch intakt. Hoffen wir, dass das so bleibt. Den Sand brauchen wir für den Wiederaufbau.

Die Karte der Beben welche ich oben publiziert habe zeigt, dass diese leicht nach oben gewandert sind und die 10km Grenze unterschritten haben. Das war vor allem gestern der Fall. Heute gab es bisher nur eines mit 9km, alle anderen waren 10km oder tiefer. Der Entwicklung müssen wir weiter Aufmerksamkeit schenken. Der Ausbruch hat sich für uns nur über die Bebentiefe angekündigt und viele Vulkanausbrüche auf La Palma haben einen zweiten Schlot hervor gebracht. Die 10km markieren aber offensichtlich immer noch die Magmakammer und so ein Szenario steht nicht unmittelbar bevor.

Die Luftmessgeräte zeigen alle gute Luft im Valle an. Bei mir stinkt es aber draussen im Moment nach Schwefel.

Der Wind weht heute in den unteren Schichten bis auf 2.000m schwach aus nördlichen Richtungen. Darüber dreht er auf West. Wenn die Asche wieder Höhen über 2.000m erreicht kann ein Teil erneut in den Osten und zum Flughafen getragen werden. Der Flughafen ist im Moment in Betrieb, das METAR meldet aber erneut VCVA was Vulkanasche in unmittelbarer Nähe bedeutet.

Vulkaninformation Sonntagabend
10 October, 2021

[17:45h LT] Die Lava hat sich in der Zwischenzeit über weitere Häuser und Industrieanlagen nördlich der ersten Flanke ergossen. Sie fliesst im Moment langsam aber unaufhaltsam in das Polígono Industrial Callejón de la Gata rein. Hastig werden noch Maschinen weggeräumt. Da hat man etwas lange zugewartet.

An der Pressekonferenz wurde das wiederholt, was wir schon wissen. Nur die Zahlen haben sich verändert, so sind nun 525,8 ha betroffen was eine Zunahme von 33 ha bedeutet. Das sind Copernikus Daten und schliessen die heutige Problematik nicht ein.

Auf die Frage eines Journalisten nach den nächtlichen heftigen Vibrationen und Lärm wurde keine wissenschaftliche Erklärung für das Phänomen gegeben. Der Direktor dankte der Bevölkerung für ihre Disziplin. Naja, ich sags ja, die sind selber etwas sprachlos und der Vulkan macht in der Zwischenzeit was er will. Im Moment ist er übrigens wieder etwas zahmer. Sieg schreien wir aber erst dann, wenn sich paar Wochen kein Stein mehr bewegt.

Jedenfalls sind die Beben immer noch in einer Tiefe von 10-15 km, das ist vielleicht die einzige gute Nachricht am heutigen Tag.



Zwischenbericht Lava
10 October, 2021

[10:05h UTC+1] Heute ist nicht mein Tag. Nachdem man kaum schlafen konnte habe ich einen Zwischenbericht verfasst und kurz vor speichern hat sich der Computer abgemeldet. Der braucht offensichtlich auch Ruhe. Also die ganze Geschichte noch einmal schreiben :-(

Folgenden Informationsstand habe ich: Die Apotheke in Todoque ist leider in der letzten Nacht auch zerstört worden. Dazu auch die Bar Tejas am Ortseingang. Auf der Nordseite von der Montaña Todoque sind wie bereits gemeldet Feuer zu sehen. Es ist wahrscheinlich, dass sich die Lava nun nördlich der Montaña Todoque in Richtung Meer bewegt. Neben der Zerstörung von weiteren Immobilien und Landwirtschaft mit dem verbundenen Leid bedeutet das auch beim Wiederaufbau, dass eine Strassenverbindung nach Puerto Naos vom Valle immer in weitere Ferne rückt.

So, ich flüchte mal in den Norden für einige Stunden. Es gibt also keine Berichte bis am Abend. Wenn sich was wichtiges ereignet poste ich das auf Twitter.

Vulkaninformation Sonntagmorgen
10 October, 2021

[08:45h LT] Bereits die dritte Woche hält uns dieses Monster in Atem. Die letzte Nacht war bisher die schlimmste. Extrem laute Geräusche mit tiefer Frequenz haben Fensterscheiben und lose Gegenstände, aber auch Autos über Stunden erschüttern lassen. Viele haben kein Auge zugetan. Das Schlot ist deutlich weiter unten, die Lava hat also Material vor sich abgetragen. Die Richtung ist nach NW, dies gepaart mit der unglaublichen Geschwindigkeit mit welcher Gase und Lava beim oberen Schlot entweichen sorgen dafür, dass es so laut ist. Es ist möglich, dass Wasser welches irgendwo ins System fliesst daran beteiligt sein kann. Dies ist aber nicht bestätigte Spekulation von mir.

Die Lava hat sich wie befürchtet einen neuen Weg nördlich des ersten Flusses gebahnt. Sie floss letzte Nacht über Teile des Polígono Callejon de la Gata. Heute früh sah ich einen Videobericht, da floss die Lava etwa 200 m südlich der Tierklinik Terravita bereits über die Carretera Puerto Naos. Rauch ist auch auf der Nordseite von der Montaña Todoque zu sehen. Das ist alles neues Gebiet und leider werden wir auch heute im Tagesverlauf weitere Schreckensbilder von zerstörten Häusern und Infrastruktur zu erwarten haben.

Die Erdbeben gehen weiter, die Tiefe hat sich indessen zum Glück nicht nach oben verändert und bleibt bei 10-15 km. Die Seismizität hat sich gemäss obenstehender Grafik leicht erhöht.

In den letzten Pressekonferenzen war immer die Rede davon, dass sich der Vulkan stabilisiert habe. Das ist vielleicht ein technischer Ausdruck der Vulkanologen. Die Palmeros regen sich laber immer mehr über diese Wortwahl auf.

Draussen stinkt es nach Schwefel, die Luftqualität ist aber gemäss Netzwerk gut. Man kann sich also getrost auf die Nase verlassen und drin bleiben wenn es stinkt. Die Nase ist offensichtlich deutlich empfindlicher als die Messgeräte.

Die Vulkanasche wird nach Süden geblasen, der Flughafen SPC wird im Moment angeflogen.

Ein Wetterbericht folgt später.

Umbau des Vulkans
09 October, 2021

[18:45h UTC] Der Vulkan baut sich im Moment dauernd um. Vor einer knappen halben Stunde ist ein Felsbrocken mit der Grösse eines Einfamilienhauses den NW Kanal runter gespült worden. Ich habe es per Zufall filmen können. Das Video habe ich auf Twitter publiziert:

https://twitter.com/i/status/1446892554004451329

Unfall
09 October, 2021

Ein 41 jähriger Mann ist gestern Abend in Puntagorda tödlich verunglückt al er mit seinem Quad auf der LP-1 um etwa 23:40h von der Straße abkam.

Pressekonferenz
09 October, 2021

[15:00h LT] Die heutige Pressekonferenz kann folgendermassen zusammen gefasst werden:

In ersten Teil wurde das erwähnt, was wir schon wissen, also dass der Konus in der Nacht teilweise eingebrochen ist, sich grosse Felsbrocken gelöst haben und danach grosse Mengen an Lava über die NW Flanke ergossen haben. 2 der resultierenden Lavaflüsse sind nun praktisch zum Erliegen gekommen. Der Direktor der PEVOLCA hat von einem Lavafluss auf Höhe des Punto Limpio gesprochen welcher sie etwas beunruhigen würde. Er sei im Moment daran eine Senke aufzufüllen und wenn der Zustrom an weiterer Lava anhält sei diese Senke in 24-36 h gefüllt und die Lava würde weiter runter in Richtung West fliessen. Berechnungen dazu würden laufend durchgeführt und es würde genügend Zeit zur Verfügung stehen um sich zu organisieren.

Längere Zeit wurde über die Fajana gesprochen. Dort wo sich das Delta im Meer gebildet hat, ist der Untergrund in den ersten paar Hundert Metern mit Sedimenten aufgefüllt. Die ausgekühlte Lava liegt dort auf. Weiter draussen geht die Insel aber sehr Steil in die Tiefe. Es wird befürchtet, dass sich das Delta bei weiterem Wachsen über diese Wand schiebt und dann, weil es nicht mit dem Untergrund verbunden ist quasi kippen könnte. Die würde sehr lokal folgende Folgen haben: Erstens ein Riss und das abrupte Freisetzen von Gasen, eventuell im Bereich auch Explosionen. Zweitens kann sich lokal eine Welle von 5m Höhe bilden. Diese Höhe nimmt aber sehr schnell ab. Die Modellberechnungen gehen von einer Wellenhöhe im Hafen von Tazacorte von nur noch 25 cm aus. Den Verantwortlichen war es offensichtlich wichtig, diesen Umstand klarzustellen damit nicht Gerüchte und Unsicherheiten im Netzt kursieren.
Auch der sich südlich der Fajana gebildete Lavastrom wird weiter alimentiert und setzt sein Wachstum in Richtung Meer fort.

Die seismische Aktivität geht weiter. Sie hat gegenüber gestern etwas zugenommen. Die Beben bleiben aber in der gleichen Tiefe von 10-15 km und ein Aufsteigen von Magma in einem anderen Bereich der Insel wird im Moment ausgeschlossen.

Nachdem gestern schlechte Luft war, können wir heute eine deutliche Verbesserung der Luftqualität feststellen.

Flughafen
09 October, 2021

[13:00h UTC+1] Der Wind bläst die Asche nun in Richtung Gomera und El Hierro. Der Flughafen wurde geputzt und kann nun wieder angeflogen werden. Wir werden sehen welche Fluggesellschaften so schnell und flexibel sind.

Camino La Gata
Camino La Gata
09 October, 2021

[12:36h LT] Leider hat die Lava, welche aus dem nördlichen Schlot fliesst, nun dir Kreuzung Camino Campitos / Camino La Gata erreicht. Von dort aus sind es noch 1,1 km bis zur Apotheke in Todoque und dem Geschäft von LaPalma 24 welche beide bisher zum Glück verschont wurden. Im Moment fliesst sie unaufhaltbar relativ rasch und man kann nur machtlos zusehen wie weitere Häuser und Land zerstört werden.
Vom gelben Fluss nördlich habe ich keine Aufnahmen. Es ist aber davon auszugehen, dass sich dieser auch in Richtung West weiter gewälzt hat.

Dronenbilder
Dronenbilder
09 October, 2021

[10:50h UTC+1] Erste Dronenbilder zeigen beim Callejón de La Gata ein Aufteilen in zwei Lavaflüsse. Der südlichere (rot) scheint deutlich aktiver, der nördlichere (gelb), näher an der Industriezone gelegene träger.

Die obenstehende Karte habe ich aus den Dronenbildern gezeichnet. Sie ist nur eine Annäherung!

Wetterprognose
Wetterprognose
09 October, 2021

Die Prognosen haben sich gegenüber gestern kaum verändert. Meist ist die Inversion auf 1.000m und Passat sorgt für ein Belüften des Valle. Der Passat nimmt ab Diestag etwas ab was die Luftqualität beeinflussen könnte.
Am 12. und 13. Oktober, also nächsten Dienstag und Mittwoch sind die Winde in der Höhe wieder NW und auf 4.000m West angesagt (siehe Grafik). Das kann die Asche einmal mehr zum Flughafen blasen.

Calleón de la Gata
09 October, 2021

Bilder bestätigen es leider. Die Lava hat letzte Nacht bereits weitere Häuser zerstört. Auch das Haus des ehemaligen Direktors des Hotel Sol welches sich an der Strasse LP2 500m südlich des Kreisels vom Calleón befand.
Auch brannte bereits in der Nacht die Lagerhalle von Antani direkt südlich des Kreisels. Die Lava befindet sich nun um 9:35h nach meiner Observation mit Teleobjektiv in etwa bei der Kreuzung Camino / Campitos Vinagrera. Das Polígono scheint im Moment nicht betroffen.

Vulkaninformation Samstagmorgen
Vulkaninformation Samstagmorgen
09 October, 2021

[08:50h UTC+1] Der Vulkan war gestern lange Zeit "stabil" keine Veränderungen in Lage der Schlote und keine im Ton feststellbar. Das hat sich in der Nacht wieder dramatisch geändert. Es haben sich unterschiedliche Schlote gebildet. Einer heute Morgen ca. 5h welcher von meiner Sicht aus der am weitesten im Norden ist. Dieser Lavastrom kann, wenn er länger andauert und sich nicht mit dem bestehenden ersten verbindet das betroffene Gelände weiter ausweiten, insbesondere das Polígono Gallejón de la Gata betreffen. Dort war heute morgen um 8:15h noch alles oK, nur im obersten Teil konnte ich ein Feuer ausmachen kann das aber durch den flachen Blickwinkel von meinem Haus aus nicht genau zuordnen. Wir brauchen Dronenbilder die letztendlich aufzeigen was genau passiert.

Nachtrag 08:55h: Die Lava befindet sich im obersten Teil des Polígono Gallejón de La Gata direkt südlich der Straße.

Die Beben halten an. Die Tiefe ist nach wie vor im Bereich von 10-15km und dann ein weiterer Bereich in einer Tiefe um 35km. (Siehe Karte oben). Da zeigt sich immer noch kein aufsteigen von Magma in einen weiteren Bereich.

Die Luftqualität ist im Moment gut, die Inversion um die 1000m und der Passat noch genügend stark um auf der Westseite Leewirbel zu bilden die den Bereich belüften.

Der Flughafen SPC wird immer noch nicht angeflogen. In der Zwischenzeit wird die Asche nach SO geblasen, also zwischen Gomera und El Hierro. Die Flughäfen auf Teneriffa sind wieder in Betrieb.

Eine Wetterprognose werde ich später erarbeiten.


Videos von heute früh um 4h und kurz nach Sonnenaufgang sind wie immer auf Twitter bei @efadi_LP



Pressekonferenz
08 October, 2021

[15:15h LT] Die heutige Pressekonferenz ergab nichts Neues. Die SO2 Konzentration im Valle waren teilweise erhöht, das haben wir auch ohne Presser gerochen. Auch die Feinstaubkonzentration weshalb im Freien FFP2 Masken dringend empfohlen werden. Die neue Colada südlich des Delta befindet sich nur noch 150m vom Meer entfernt und die Seismizität ist wieder etwas höher, wobei in der Pressekonferenz Wert darauf gelegt wurde zu betonen, dass die Tiefe der Beben nach wie vor bei  10-15 km liegt und absolut keine Anzeichen von weiter aufsteigender Magma vorhanden sind. Die Aschesäule ist 3.500 m hoch. Der Flughafen Teneriffa Nord wird immer noch nicht angeflogen. Am Abend könnten sich auch Probleme im Süden von Teneriffa und in der Nacht auf La Gomera ergeben.

Es erging noch ein Aufruf an die Bevölkerung Fisch zu konsumieren. Offensichtlich ist der Fischkonsum eingebrochen und die Fischer haben Mühe ihre Ware zu verkaufen. Fisch wird nach wie vor in der gewohnten Qualität gefangen und ist vom Vulkanausbruch nicht betroffen. In der Tat muss man sich da weniger Gedanken machen. Fische sind meist hochsensibel auf Umwelteinflüsse und würden Gift kaum überstehen. Aber der Verdünnungsfaktor ist sowieso immens, die entstehenden Konzentrationen an Säuren in unmittelbarer Umgebung der Fajana gering und wenn sie dann eh Zitrone auf den Fisch … aber lassen wir das.

Private Mails
08 October, 2021

Dieser Blog ist eine absolut private Initiative die ich vor einigen Jahren angefangen habe. Ich möchte damit normalerweise in loser Beitragsfolge Leuten die nicht so gut spanisch sprechen oder nicht so gut wie ich in der hiesigen Gesellschaft vernetzt sind, gut recherchierte und meist auch korrekte Information bieten. Bei Katastrophen wie dem Brand oder nun dem Vulkanausbruch sehe ich eine dramatische Zunahme an Besuchen. Offensichtlich besteht ein Bedarf.
Die Homepage gehört mir, sie wird zu 100% von mir finanziert und was ich schreibe ist meine Meinung. Der Blog wird im Moment von etwa 3.000 Personen täglich gelesen. Die Seite ist werbefrei, ich generiere also kein Einkommen mit der Anzahl der Leute die meinen Blog lesen.
Ich möchte und kann, wie ich schon dargelegt habe, nicht mit jedem einzelnen eine persönliche Beziehung aufbauen.
Machen wir deshalb einen Deal:  Wenn der Inhalt korrekt ist, ihnen aber  nicht passt, lesen Sie den Blog einfach nicht mehr. Sie müssen mir weder ihre andere Meinung noch ihren Weggang persönlich kommunizieren. Besten Dank.

Open Data Luftaufnahmen
08 October, 2021

Das Open Data Projekt des Cabildo de La Palma hat nun auch die Luftaufnahmen aufgenommen. Hier können sie sich mit der letzten Karte über den Stand der Lavaflüsse informieren.

Wetterprognosen
08 October, 2021

Eine Voraussage, wie der Vulkan die Insel beeinflusst ist schwierig. Er interagiert unter und über der Inversion und man muss deshalb  zwei Systeme beachten.
Generell entwickelt sich das Wetter in Bezug auf Asche und Luftqualität in den nächsten Tagen eher besser.

Freitag 8.
Am Morgen hat Westwind in der Höhe dazu geführt, dass die Asche bis nach Teneriffa geblasen wird. Das hat TFN lahmgelegt. Der Wind dreht im Tagesverlauf über NW nach Nord. Die Asche wird dann in Richtung Fuencaliente geblasen. Die Inversion befindet sich auf 800m der Passat saugt die Luft auf der Leeseite an und belüftet das Valle einigermassen. Der Windverlauf ist in meinem Wetterbüchlein auf Seite 40 Abb. 4.2. dargestellt.

Samstag 9.
Die Inversion sinkt auf 500m ab. Bleibt sie dort dann werden die vorausgesagten 21 kn NO-Wind den gleichen Ansaugeffekt bewirken. Sinkt sie unter 400m ab, dann schläft der Wind darunter plötzlich ein und die Luft kann darunter durch die immer noch ins Meer fliessende Lava wieder schlecht werden. Der Wind in der Höhe bläst auch aus NO ist mit 8 kn aber deutlich schwächer. Die Asche wird in Richtung El Hierro geblasen.

Sonntag 10.
Die Inversion soll wieder auf 1.000 m ansteigen. Somit ist sie praktisch auf Vulkanhöhe. Der Vulkan ist aber so heiss, dass in seiner unmittelbaren Umgebung keine Inversion existiert und die durch die Hitze entstehende Thermik die Gase eher nach oben wegziehen. Der Passat auf Meereshöhe auch wieder für Belüftung auf der Westseite. Höhenwind 13 kn Nordost. Die Asche wird weiterhin nach El Hierro geblasen.

Montag 11.
Die Inversion steht immer noch auf 1.000m der Passat ist etwas schwächer, noch 11kn. Die Belüftung im Tal wird dadurch etwas reduziert. Der Höhenwind bläst nur noch mit 4kn. Es kann deshalb sein, dass es rund um den Kegel wieder zu Ascheregen kommen kann.

Dienstag 12. und  Mittwoch 13.
Inversion auf 1.000m, schwacher Passat und schwache Höhenwinde lassen den Vulkan lokal wirken. Die Asche wird rund um den Kegel fallen.

Vulkaninformation Freitagmorgen
08 October, 2021

[08:50h LT] Tajogaite hat in der Nacht nichts Neues gebracht. Die Eruption scheint in einer "reife Phase" zu sein. Nach wie vor wird im unteren Schlot extrem viel sehr heisse und flüssige Lava ausgestossen. Nach dem Luftmessstationen ist die Luftqualität gut, aber draussen in El Paso stinkt es aber. Im Moment weht der Wind in den unteren Schichten eher schwach und eine thermische Inversion auf 1.000 m verhindert, dass alle Gase nach oben weggeblasen werden.
In den höheren Luftschichten weht ein Westwind. Dieser verfrachtet die Vulkanasche nun über unseren Flughafen direkt nach Teneriffa Nord. Der Flughafen im Norden wird nicht mehr angeflogen und alle Maschinen werden zum Südflughafen umgeleitet. Die Windrichtung ab 1.500 m dreht im Tagesverlauf von West nach Nordwest was dann plötzlich auf Teneriffa Süd Probleme verursachen kann. Für unseren Flughafen gibt es erst morgen Samstag eine Entlastung. Dann muss aber noch geputzt werden. Ich rechne damit, dass erste Maschinen erst am Samstagabend oder Sonntag landen können. Bereits am Montag schlafen die Winde auf 2-3.000 m fast ein was leider dann wieder ein Ausbreiten der Aschewolke in weitem Umkreis um den Krater begünstigen wird.

Die Erdbebenserie geht weiter. Wobei die Bebentiefe im Bereich von 10-15 km verbleibt. Es sind keine Anzeichen feststellbar, dass derzeit der bestehende Schlot nicht ausreichen würde und sich Magma an anderer Stelle hocharbeitet.

Beschämend
08 October, 2021

Heute Morgen bin ich wie immer dran um mir einen Überblick über die Lage zu machen. Dazu gehört natürlich auch, dass ich mein e-Mail Postfach anschaue. Da schreibt mir eine Leserin heute früh, sie sei selber von der Katastrophe betroffen, hätte Haus und Auto verloren und dass mein Spendenaufruf beschämend sei und den anderen Betroffenen einer Ohrfeige gleich käme.
Ich kann die Emotionen verstehen. Direkt betroffen oder nur gestresst von der Unsicherheit, die Schale ist bei vielen dünn und alles zu verlieren ist unvorstellbar hart.

Mein Engagement für die zwei Frauen ist indessen nicht gegen die anderen Opfer dieser Katastrophe gerichtet, sondern als unterstützende Massnahme für zwei Personen die ich persönlich kenne. Und es macht mich glücklich, dass ich  wenigstens partiell helfen konnte. Nicht einmal die Regierung kann im Moment alle unterstützen. Wie soll ich denn?

Selbstverständlich werde ich mich auch weiterhin für andere einsetzen, auch wenn dieses Engagement immer partiell sein wird.

Einige wollen lieber persönlich was spenden, an Menschen die sie kennen, andere finden das gar nicht gut. So gibt es beide Möglichkeiten. Sie können auch weiterhin das Cabildo oder eine Gemeinde unterstützen. Die Kontonummern habe ich bereits am 20. September hier publiziert.

Vulkaninformation Donnerstagabend
07 October, 2021

[18:45h LT] Die in sich heute neu gebildeten Abfluss über die Klippe fliessende Lava hat ein neues Delta gebildet und die Strasse zur Playa de los Guirres / Playa Nueva bereits verschüttet. Die Vulkanologen konnten keine Aussage darüber machen, ob dies nun der Hauptabfluss wird, oder ob diese heutige Episode rasch wieder aufhört.
Nach meinen Beobachtungen ist der Vulkankegel gegenüber gestern erneut kräftig angewachsen. Die Asche türmt sich weiter auf. Das bedeutet aber auch, dass das Gebilde mit zunehmender Höhe wieder instabil wird und Teile - wie schon gehabt - wieder kollabieren können. Der Vulkankegel hat verfügt immer noch über zwei Schlote auf der Spitze und eines an der Seite. Die zerstörte Inselfläche hat gegenüber gestern um 9ha zugenommen und beträgt nun 432,2 ha.
Die Windwerte sind noch bis am Samstag so, dass der Flughafen nicht angeflogen werden kann. Die Asche verursacht verschiedene Probleme. Einerseits verlängert sie den Bremsweg der Flugzeuge stark, dann ist sie auch sehr hart was zu Abschleifungen an Propeller und Schaufeln führen kann. Das dritte Problem könnte ein Aufschmelzen im Triebwerk sein. Der Feine staub würde sich dann glasartig im inneren des Triebwerks absetzten. Also besser mal nicht fliegen. Ob am Sonntag dann schon geflogen werden kann liegt nicht mehr an der Wetterlage sondern an der Geschwindigkeit mit welcher der Flughafen wieder gereinigt werden kann.

Am Samstag organisiert die PEVOLCA in Mazo und Fuencaliente Informationsveranstaltungen. Dies hat auf der Insel zu noch mehr Unsicherheit geführt. Der technische Direktor wollte in der Pressekonferenz beruhigen, diese Veranstaltungen seien dazu da um ein Wort der Beruhigung an die Bevölkerung zu bringen.
Die Argumente sind gut. Die in diesem Bereich gemessenen Erdbeben sind in Tiefen über 30 km. Neben diesen Werten sind auch keine anderen Parameter so, dass von einem Aufsteigen von Magma an einem anderen Ort ausgegangen werden kann. Die Kommunikationsstrategie ist aber sehr schlecht. Für diese Information muss man nicht Meetings in zwei Tagen organisieren. Alle sind verunsichert und man glaubt den Argumenten plötzlich nicht mehr so ganz und der Nährboden für weitere Gerüchte ist da.

Die Vulkanologen - das wissen wir nun - können eh nicht sagen was in zwei Tagen ist. Aber es bestehen in der Tat im Moment nicht die geringsten Anzeichen, dass eine weitere Eruption bevorsteht.


Zwischenstand
07 October, 2021

Mein Blog verzeichnet im Moment täglich 3.000 Aufrufe. Permanent sind um die 100 Personen aktiv. Viele Zuschriften habe ich schon erhalten, die mir zeigen dass meine altruistische Arbeit geschätzt wird. Nun könnt ihr was tun:

Heute habe ich zwei Unternehmerinnen vorgestellt, die wie viele andere auch, grosse Verluste durch den Vulkanausbruch erlitten haben.

Bisher gingen
26 Spenden an die Kampagne von Manuela der Wirtin der Bar Timaba auf dem Kirchplatz Todoque und

16 an die Kampagne von Silvia, der Inhaberin der Valle Verde Läden.

Die durchschnittlichen Spenden sind recht hoch und betragen 126€ bei Manuela und 79€ bei Silvia.

Kleinspenden sind auch herzlich willkommen! Wenn du 5€ entbehren kannst, dann spende sie doch über die obenstehenden Links. Das kannst du auch anonym machen.

Allen die den zwei Frauen bisher ihre Unterstützung gezeigt haben, danke ich ganz herzlich. Ich weiß, euer Support kommt an, hinterlässt eine positive Wirkung und wird sehr geschätzt. Denn es ist mehr als die Frage, "kann ich was tun". Du zeigst damit, dass du was tust.

Herzlichen Dank!

Luftaufnahme von heute
07 October, 2021

Hier das neueste PDF der Luftaufnahme von heute 7.10.2021 11:30h. Der neue Lavafluss ist bereits darauf ersichtlich.

Vulkaninformation Donnerstagmittag
07 October, 2021

[12:20h UTC+1] Leider hat sich die Lava weiter südlich der Fajana einen weiteren Weg gebahnt und fliesst jetzt offensichtlich direkt auf die Bananenpackerei der Playa Nueva zu. Welchen Verlauf sie dabei über der Klippe genommen hat ist noch nicht klar. Aber die derzeitige Stelle an welcher an der Küste Lava runter fliesst liegt rund 750 m weiter südlich der bisher etablierten. Der Wind bläst wie prognostiziert in der Höhe aus SW und dreht dann auf West. Die Luftqualität hat sich im Valle deutlich verbessert.

Vulkaninformation Donnerstagmorgan
07 October, 2021

[08:55 LT]

Bevor ich die Informationen zur Allgemeinen Lage schreibe, möchte ich Ihnen zwei Unternehmerinnen vorstellen die viel und im Fall von Manuela alles verloren haben.
Wer nicht gerne an eine öffentliche Institution spendet, weil diese Spendengelder fast immer auch etwas politisiert werden, hat nun die Möglichkeit, diese Frauen direkt zu Unterstützen.

Bar Timaba Todoque (Kirchplatz)
Emanuela Arduini führte mit ihrem Mann und ihrer Tochter Valentina die Bar Timaba auf dem Kirchplatz in Todoque. Gerne war ich Gast bei dieser äusserst gastfreundlichen Familie. Emanuela hat Geschäft und Haus verloren und sucht immer noch ein Haus zur Miete. Weil sie noch einen Hund haben ist das noch schwieriger. Nicht nur wer bei Manuela Gast war, kann ihr nun ein Zeichen der Solidarität senden und helfen, dass sie wieder auf die Beine kommt! Manuelas-GoFundMe Kampagne kann über diesen Link erreicht werden.

Valle-Verde Läden in Los LLanos und Sta. Cruz
Die zweite Unternehmerin, Silvia Heckl ist Inhaberin der Valle Verde Läden, bei vielen auch unter "Jack Wolfskin Laden" bekannt. Silvia hat letzte Woche nach langem Bangen ihr Haus verloren. Weil auch die Umsätze in ihren Läden eingebrochen sind, bangt auch sie um die Existenz. Silvias-GoFundMe Kampagne ist unter diesem Link aufrufbar.

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Informationen zum Vulkan:

Tajogaite ist etwas ruhiger. Aus meinem Blickwinkel haben sich drei Schlote am Konus etabliert. Der oberste schleudert Lava mit hoher Geschwindigkeit in die Luft über den untersten ergiessen sich Massen von sehr flüssiger Lava welche dann den Weg durch den Kanal in Richtung Fajana finden. Anzahl und Intensität der Erdbeben sind leicht zurück gegangen. Die Luftqualität war heute morgen sehr schlecht. Dos Pinos hat über 500 ug SO2/m3 gemessen. Der Wind wird in der Höhe nun etwas zunehmen und auf West drehen. Ich hoffe, dass das auch im untersten Bereich einen Verdünnungseffekt hat und die Werte im Tagesverlauf sinken. Wenn man nicht draussen sein muss sollte man es im Moment bleiben lassen. Und denken Sie daran FFP2 Masken schützen nicht vor SO2!

Wie vorausgesagt wird nun auch der Flughafen wieder mit Aschepartikel bedient. Dies dauert bis und mit Samstag an. Eine spezielle Wetterprognose werde ich später erarbeite.

Vulkaninformation Mittwochabend
06 October, 2021

[18:15h LT]
Heute habe ich mir eine Auszeit gegönnt und war am Cubo de la Galga. Einfach toll nach 16 Tagen Lärm in der Stille zu wandern und die Luft war auch wunderbar. So wie man La Palma kennt.

Habe nun die Pressekonferenz auf YouTube angeschaut und die Daten analysiert. Es sieht folgendermassen aus:

Die Eruption geht weiter, die Vulkanologen sprechen von einer voll entwickelten Eruption. Der Typ ist nach wie vor strombolianisch, nicht Vulkanologen sprechen von diabolisch. Das Erscheinungsbild kann sich auch weiterhin ändern und zum Beispiel wieder explosiv werden. Die Explosivität mit dem VEI Index bleibt bei 2. Die sich gebildeten Lavaflüsse laufen vielfach nun unterirdisch in Lavatunneln und leiten die nachfliessende Lava zum Delta ins Meer. Diese Fajana misst nun bereits 38ha. Der Lavastrom nördlich der Montaña Todoque ist einige Meter weiter geflossen, dann aber wieder zum Stillstand gekommen. Im Moment sehen die Experten keine weiteren Ausweitungen von Lavaflüssen. Die Situation werde permanent überwacht.
Die Seismizität ist gegenüber gestern leicht zurück gegangen. Die registrierten Beben sind im Bereich von 10-14 km einige auch >20 km.

Wasser
Heute Mittag sind die zwei in der letzten Woche für 4 Mio. gekauften Entsalzungsanlagen bereits in Puerto Naos eingetroffen. Nix von Mañana, das ging sehr flott :-).
Nächste Woche soll auch noch ein Tankerschiff ankommen welches die Menge des Wassers für die Bewässerung noch deutlich erhöhen soll. Dies sind zwei der ersten Sofortmaßnahmen, die in den kommenden Tagen durch weitere Aktionen ergänzt werden sollen. Dazu gehören die Umleitung von Bewässerungs- und Versorgungswasser aus anderen Gebieten der Insel in die betroffenen Gebiete sowie der Endausbau der Ringverbindung der Wasserleitung um die Insel.

Windrichtung
06 October, 2021

[11:25h UTC+1] Bereits jetzt zieht die Aschewolke vom Tajogaite in Richtung La Laguna / Tazacorte. Die Windrichtung hat also wie vorausgesagt über 1.500m auf SO gedreht.

Vulkaninformation Mittwochmorgen
06 October, 2021

[09:50h UTC+1] In der letzten Nacht war Tajogaite etwas ruhiger als auch schon. Es scheint so, als ob sich wieder ein Equilibrium von ein- und ausfliessendem Material eingestellt hätte. Die Erdbeben gehen weiter, heute etwas weniger stark und in gleichbleibender Tiefe von 10-14 km. Kein Hinweis, dass an anderer Stelle Magma hochdrückt.

Gestern wurde an der Pressekonferenz gemeldet, dass die zwei unteren Schlote die sich auf rund 770m befinden inaktiv seien. Aber heute morgen sah ich relativ nah am Callejón de la Gata ein glühender Lavafluss. Ich muss diese Eindrücke weiter abklären. Es kann sich auch um meinen Blickwinkel zum Callejón handeln der ein falsches Bild abgeben könnte. Ein klareres Bild davon ist aber wichtig, befinden sich doch nördlich des Lavaflusses 1 weitere Häuser.

Wetter:
An der Wetterprognose hat sich nichts geändert. Der Höhenwind wird morgen in Richtung Teneriffa wehen und die Aschewolke damit auf die Ostseite der Insel bringen. Bereits heute Morgen hat der Flughafen Vulkanasche in der Nähe gemeldet. (VCVA=Very Close Vulcan Ash)Wahrscheinlich hat sich die Asche auf 2-3.000 m Höhe ausgebreitet und weil in dieser Höhe kaum Wind weht zu leichtem Ascheregen im Osten geführt. Binter ist heute Morgen gelandet und auch wieder gestartet.

Heute Nachmittag dreht der Wind ab 1.500 m auf schwach Süd. Damit wird auch im Valle wahrscheinlich wieder Asche fallen. Der Wind ist gerade stark genug die Wolke zu uns zu schieben aber zu schwach, sie richtig zu vermischen :-(
Erst in der Nacht auf Donnerstag erfolgt ein weiteres Drehen der Windrichtung über 1.500m nach SW, dann wird Sta. Cruz eingedeckt und Morgen Nachmittag auf West was dann spätestens am Flughafen zu Problemen führen kann. Wie bereits angekündigt sinkt morgen die Inversion. Der Luftqualität muss deshalb vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Die aktuellen Luft-Messdaten des Cabildo Insular finden sie hier.

Fehlinformation
05 October, 2021

Im Fernsehen wird wieder mal absolut fehlerhafte Information verbreitet.

Die gegen Vulkanasche empfohlenen FFP2 Masken filtern kleine Staubteilchen und auch die sehr feine Vulkanasche aus der Luft. Sie sind aber absolut ungeeignet um die kleinen Moleküle toxischer Gase zu filtern. Wird die Luftqualität einmal so schlecht, dass man aufgefordert wird drinnen zu bleiben müssen sie das tun! FFP2 Masken helfen dann nicht!

Hören sie am besten nur auf offizielle Informationen der Behörden. Bedenklich, dass sogar grosse Sender wie RTV Canaria solchen Mist senden und damit die Bevölkerung potentiell in Gefahr bringen!

Wetterprognose
Wetterprognose
05 October, 2021

Wie schon kurz angesprochen kann ich die von AEMET für morgen angekündigten Probleme für den Flughafen nicht nachvollziehen. Morgen bläst in der Höhe ein Südostwind. Damit wird die Asche eher in Richtung Valle verblasen. Im obenstehenden Meteogramm habe ich die problematischen Windrichtungen mit einer gelben Blase markiert.
Vor kurzem hat Ascheregen auch wieder in Tacande eingesetzt.

Die Kurzprognosen pro Tag:

Mittwoch 6.10.
Wind auf Meereshöhe Passat, ab 2.000 m SO Inversion 900m. Das Valle wird noch recht gut belüftet.

Donnerstag 7.10.
Wind auf Meershöhe Passat, Wind ab 2.000m am Morgen SW, Asche wird nach Sta. Cruz geblasen. Er dreht am Nachmittag auf West was dann zu Problemen am Flughafen führen kann. Inversion sinkt auf 800m. Valle noch relativ gut belüftet.

Freitag 8.10.
Auf Meereshöhe Passat, Höhenwind NW, die Asche wird nach Mazo und zum Flughafen verfrachtet. Die Inversion sinkt auf 400m, die Luftqualität kann sich deutlich verschlechtern da die Belüftung durch diese tiefe Inversion deutlich schlechter wird.

Samstag 9.10.
Meereshöhe Passat, ab 2.000m Nordwind. Die Asche wird in den Süden geblasen. Die Situation am Flughafen wird zögerlich besser. Inversion auf 400m, die Probleme mit dem Luftaustausch im Valle bleiben bestehen.

Sonntag 10.10.
In der Nacht steigt die Inversion wieder auf rund 900m an. Auf Meereshöhe Passat, das Valle bekommt langsam wieder Zufuhr von besserer Luft. Bis auf 3.000m bläst der Nordostwind. Darüber Nord. Der grosse Teil der Asche wird in Richtung El Hierro verblasen.

Lava Pampillo
Lava Pampillo
05 October, 2021

[15:42h LT] In einem Video von heute habe ich gesehen, dass die Lava in El Pampillo leider weitere Häuser und auch die Strasse noch stärker verschüttet hat. Der von mir gelb eingetragene Teil in der Karte scheint relativ neu zu sein.

Pressekonferenz
05 October, 2021

Die Pressekonferenz von heute ergab keine Fundamentalen Veränderungen. Einige Punkte sind trotzdem wichtig:

- Die zwei sich vor ein paar Tagen eröffneten Schlunde unterhalb des Vulkans welche ein paar hundert Meter nördlich liegen sind zum Stillstand gekommen. Das ist insofern wichtig, als diese relativ nah am Callejón de la Gata lagen.
Die Copernicus Satellitendaten wurden zum Teil mit den Daten des Katasters abgeglichen. Mit Stand gestern 17h ergibt das
726 zerstörte Häuser, davon 605 bewohnt. 58 Gebäude für Landwirtschaft, 30 Industriegebäude 7 der öffentlichen Hand, 18 Freizeit und einige weitere wurden zerstört.d
100m Nordöstlich des Hauptkraters hat sich ein Riss aufgemacht aus welchem Gase strömen.
An der Pressekonferenz wurde von möglichen Problemen am Flughafen für morgen berichtet. Die mir vorliegenden Windmodelle bestätigen das nicht. Erst am Donnerstag dreht die Windrichtung in den oberen Lagen auf Südwest. Das würde bedeuten, dass ein Teil der Asche nach Sta. Cruz geblasen werden kann.
Die Direktorin des Wissenschaftskomitees, Maria José Blanco erwähnte noch einmal, dass die derzeitigen Erdbeben alle in einer Tiefe von 10 - 14 km vorkommen und es auch in Bezug auf geochemische Analysen keine Hinweise darauf gibt, dass an einem weiteren Oft eine zweite Eruption entstehen könnte.

In Bezug auf Windrichtung und Inversion werde ich noch eine Prognose erarbeiten und die hier publizieren. In der Tat erschliesst es sich mir im Moment nicht, wie die AEMET auf Probleme am Flughafen für Mittwoch kommt, aber vielleicht habe ich was übersehen. Deshalb erarbeite ich nun selber eine Prognose.

Ein wichtiger Punkt für alle die auf La Palma in der Nähe des Vulkans leben und denen Lärm, die permanente Unsicherheit und neue Lagebeurteilungen langsam etwas an der Psyche nagen: Mit jeder Stunde die vergeht sind wir dem Ende dieser Eruption näher. Es wird kommen!
Denken Sie positiv, verlassen sie ab und zu das Haus. Im Riachuelo oberhalb El Paso kann man problemlos im Wald spazieren gehen. Auch im Norden und Osten gibt es viele Plätze die man besuchen kann um etwas abzuschalten. Wichtig für die Psychohygiene, denn der Vulkan wird nicht so schnell aufgeben, wir aber auch nicht!

Endesa Rabatt
05 October, 2021

Mir wurde mitgeteilt, dass das Büro in Los Llanos noch nicht bereit ist, den Rabatt zu gewähren. Sie meinten frühestens ab Donnerstag. Auch muss allenfalls Vertrag und Tarif geändert werden. Es empfiehlt sich sehr, genau zu schauen, was man unterschreibt. Plötzlich haben sie einen befristeten Rabatt aber Endesa X am Hals oder längerfristig dann höhere Energiekosten.

Vulkaninformation Dienstagmorgen
Vulkaninformation Dienstagmorgen
05 October, 2021

[09:30h LT] Die letzte Nacht war Tajogaite etwas ruhiger. Aus dem unteren Schlot am Konus fließt extrem viel und sehr flüssige Lava aus. Das nimmt dem oberen offensichtlich etwas den Druck und der Lärm hat nachgelassen. Die Lava fliesst nun in dem vor Tagen gebildeten Kanal ins Meer. Das ist gut so, denn damit werden nicht noch mehr Schäden angerichtet. Die Erdbeben konzentrieren sich auf eine Tiefe um 10-14 km unter der Montaña Negra. Es ist wahrscheinlich, dass sich dort die Magmakammer befindet. Dass ein weiterer Vulkan ausbricht ist im Moment nicht wahrscheinlich, es scheint, dass der bestehende ausreicht um den Druck abzubauen. Prognosen kann man noch keine machen aber es gibt keinerlei Anzeichen, weder von der Seismizität noch aus geochemischen Analysen dass Tajogaite am Abklingen ist. Der Vulkan wird uns noch weiter beschäftigen. Heute haben sich auch ein Paar Beben in einer Tiefe über 34 km ereignet. Vielleicht wird in der Pressekonferenz dann erklärt, welchen Zusammenhang die Vulkanologen darin sehen.

Facebook Konzern Down
04 October, 2021

Facebook und WhatsApp funktionieren plötzlich nicht mehr. Weil diese zwei Plattformen auf La Palma äussert intensiv benutzt werden und nun während dem Vulkanausbruch ein wichtiges Kommunikationsmittel sind fehlen Informationen. Sogar die Gemeinden haben einen Facebook account eingerichtet über den sie bisher informierten.
Twitter ist nicht betroffen, das ist ein anderer Konzern. Informieren Sie sich auf Twitter 1-1-2 Canarias ist meist sehr aktuell. Auch das Cabildo de La Palma hat einen Account. Ich plädiere auch schon lange für Threema, eine Lösung aus der Schweiz welche den gleichen Komfort von WhatsApp bietet, aber die Abhängigkeit von Facebook reduziert.

Endesa Rabatt
04 October, 2021

Die Endesa teilt mit, dass sie allen mit Endesa Vertrag bis auf weiteres auf Potencia und Energie 50% Rabatt gewährt. Man muss sich aber persönlich im Büro der Endesa mit Ausweis und einer Kopie einer Rechnung melden. Auf der Ostseite ist das Ayumar in Sta. Cruz und auf der Westseite Onice in Los Llanos. Es soll auch bei Onice in El Paso möglich sein. Die Öffnungszeiten der Büros werden im Oktober dafür bis 18h verlängert.

Pressekonferenz
04 October, 2021

[14:30h LT] Die Pressekonferenz ist vorbei. Dabei wurde das gesagt, was ich bereits berichtet habe, also vom Kollabieren des Vulkankonus, der damit ausfliessenden Lava etc. Dazu kommen noch folgende Daten:
Die von Lava betroffene Fläche beträgt 413 ha eine Zunahme von 37 ha gegenüber gestern. Die Gesamtbreite der Lavaströme hat sich um 320 verbreitert. Die Eruption hat immer noch alle Anzeichen einer Eruption vom Typ Stromboliano mit teilweise sehr liquider Lava vom Typ Hawaiiano. Die Seismizität ist etwas erhöht und es ist möglich, dass in den nächsten Stunden weitere Beben von der Bevölkerung verspürt werden können. Die Tiefe blieb gleich, bei 10-14 km in der Region des Anfangs. Die Explosionen können auch noch zunehmen und wie bereits an anderen Konferenzen erwähnt wurde so stark sein, dass im Umkreis von 5 km Fensterscheiben zerstört werden können. Es bleibt bei den Evakuierten Gebieten, im Moment wird der Kreis der Evakuationen nicht ausgeweitet.

Spenden
04 October, 2021

Die gestern erwähnten 206 Millionen Euros sind nicht die Spenden welche von den Gemeinden gesammelt werden. Die 206 Millionen werden vom Spanischen Staat für folgende Zwecke zur Verfügung gestellt:
- Wiederaufbau Infrastruktur, Straßen, Wasserversorgung.
- Unterstützung Landwirtschaft
- Tourismusförderung
- Beschäftigung

Die Gelder welche von den Gemeinden gesammelt werden sind in diesen 206 Millionen Euros nicht eingeschlossen. Die Spenden an die Gemeinden werden direkt für ihre Bürger in Not verwendet.

Zum Wiederaufbau und zur Beschaffung von weiteren Wohnungen wurden vom Staat erst rund 5 Mio und weitere 5 Mio zur Beschaffung von Gütern erster Notwendigkeit bereit gestellt.

Der Geldbedarf ist enorm. Alleine die Wiederherstellung der Infrastruktur damit das Touristenzentrum Puerto Naos und die Bananenplantagen wieder mit Strassen und Wasser versorg werden können wird Unsummen verschlingen. Die zwei mobilen Entsalzungsanlagen reichen kaum aus. Es muss rasch die Südleitung von Fuencaliente nach Jedey gebaut werden. Dazu kommen wichtige Unterstützungen für die vielen Menschen welche auf einen Schlag nicht nur Evakuieren mussten sondern auch gleich Arbeitslos wurden.

Ihre Spende auf eines der im Blog erwähnten offiziellen Spendenkonten ist deshalb auch weiterhin willkommen und notwendig!

Das Bizum-Konto mit dem Code 03747 und das Bankkonto des Cabildo Insular de La Palma lautet ES47 2100 9169 0122 0017 9456 für diejenigen, die ihren Beitrag leisten möchten.
Die Kontoinformation der Gemeinden finden sie im Blogeintrag vom 20.9.21

Tourismus
04 October, 2021

Oft werde ich gefragt ob man denn auf La Palma im Moment Urlaub machen kann. Vielfach wird auch erwähnt, dass man keinen Katastrophen-tourismus machen möchte und keinem Palmero ein Bett wegnehmen will. Die Situation ist folgende:

Wenn sie sich eine Unterkunft reservieren können, dann nehmen sie niemandem ein Bett weg. Im Gegenteil, sie unterstützen jemanden in einer schwierigen Zeit.

Die Fläche mit Einschränkungen und Evakuationen ist im Südwesten der Insel. Von Tacande bis Jedey, ganz las Manchas, Todoque und Puerto Naos.

Das Leben im Rest der Insel verläuft praktisch ohne Einschränkungen. Das sind immerhin rund 90 % der Inselfläche. Sie können also in den nicht betroffenen Gebieten problemlos Urlaub machen. Sie stören überhaupt nicht! Ganz im Gegenteil: Sie unterstützen die Insel und die Palmeros mit ihrem Besuch in einer schwierigen Zeit.

Katastrophentourismus machen sie erst dann, wenn sie, wie an diesem Wochenende wieder geschehen, an die Grenze der Evakuationszone fahren, wild parken, ihr Stativ noch auf der Hauptstrasse aufstellen. Das Geschäft in meiner Finca verrichten und den Plastikbecher mit dem Mojito auf der Steinmauer am Wegesrand stehen lassen.

Sie sehen auf einen Blick, dass sind nicht sie, die Touristen. Das sind die unsäglichen Journalisten die das Gefühl haben, sie dürften alles, nur darauf ausgerichtet sind Panik zu verbreiten und sich hier in Tacande zur lästigen Fliegenplage entwickelt haben. Zum Glück hat sich gestern dann die Polizei eingeschaltet und den Zugang nur noch für uns Anwohner freigegeben. Die Residencia gehört ab sofort ins Auto.

Vulkaninformation Montagmorgen
04 October, 2021

[08:30h LT] Guten Morgen!
Gestern Abend ist ein Teil des Vulkankonus kollabiert und ein neuer Lavastrom ergoss sich über die NW Flanke des Komplexes. Das hat sofort neue Ängste geschürt La Laguna könnte nun betroffen werden. Nach 30 Minuten war es klar, das war nur die aufgestaute Lava, die durch den Kollaps der instabilen Spitze raus floss. Die Lava fliesst nun erneut über die SW Flanke und offensichtlich in dem gleichen Strom zum Meer. Die zwei unteren Kamine kann ich von mir aus nicht einsehen. Gestern waren diese immer noch aktiv.
Über der Fajana, direkt am Meer hat sich der Lavastrom aufgeteilt und fliesst nun hauptsächlich über dessen südliche Flanke in Richtung Playa Nueva. Die Lava hat dort bereits den nördlichsten Teil des Strandes verschüttet.
Die Erdbeben gehen weiter. Heute zählte ich bereits 31 mit mag mgLb über 2,0. Eines um 7:20h LT wurde von der Bevölkerung gespürt, hauptsächlich auf der Ostseite. Die Beben weisen darauf hin, dass weitere Magma ins System gelangt und sind ein Hinweis darauf, dass der Vulkan nicht sofort Ruhe geben wird. Sie bleiben aber alle in einer Tiefe von 10-14 km. Dort wo sich die Magmakammer befindet. Gerüchte über einen weiteren Vulkanausbruch im Süden sind deshalb im Moment unbegründet.
Der Vulkan war die ganze Nacht sehr laut. Die Geschwindigkeit mit welcher die Lava rausgeschossen wird ist beachtlich. Dies führt zu dem Geräusch, das mit einem Jet Triebwerk verglichen werden kann. Ein Zeichen, dass sich im Moment mehr Druck aufgebaut hat.

Die Nacht wird in den Zeitschriften als "Infernal" beschrieben. In der Tat war ich um meine starken Isolierglasfenster froh. Ohne die hätte ich wahrscheinlich kein Auge zu gemacht. Andere, weiter vom Vulkan entfernte als ich hatten weniger Glück und haben mir geschrieben, dass sie nicht schlafen konnten.

Vulkaninformation Sonntagabend
Vulkaninformation Sonntagabend
03 October, 2021

[18:20h LT] Heute war der Vulkan etwas leiser als auch schon. Aber es fliesst ohne Unterbruch extrem viel Lava aus. Zum Glück findet das meiste nun den Weg zum Meer und die immensen Schäden weiten sich nicht mehr so extrem schnell aus. Die Fajana hat schon gigantische Ausmasse angenommen.

Die Beben gehen in der Zwischenzeit weiter, also sicher noch kein aufatmen für die nächsten Tage. Heute haben Beben mit angeblich wenig Tiefe die Leute aufgeschreckt. Die Nerven liegen blank, aber beachtet bitte, Beben werden automatisch gemessen und sofort publiziert. Danach werden diese manuell ausgewertet und Fehler korrigiert. Die vermeintlichen Beben von 1 km waren fehlerhafte Messungen sie wurden auf Tiefen um die 10 km korrigiert. Gleiches gilt für die Stärke.

Erstmals liegen genauere Bestimmungen der Lava vor. Diese haben ergeben, dass die Magma des Vulkans Tephrit enthält was ein Hinweis darauf ist, dass sich diese seit Tausenden von Jahren unter der Insel entwickelt hat. Naja ändert an unserem derzeitigen Leben gerade nicht sehr viel diese Erkenntnis.

Die Zugänge zu den evakuierten Gebieten werden immer begleitet durchgeführt. Die Informationen dazu sind teilweise verwirrend, nicht zentral und können sich im Tagesverlauf ändern. Das führt manchmal zu viel Frustration. Man reist vielleicht von weit weg an oder steht lange im Stau der Wartenden Autos und wird dann weggewiesen. Ich habe leider keine Lösung dazu, da ich meine Informationen auch in viel Recherchearbeit zusammensuchen muss. Betroffene sollen sich doch ans Cabildo wenden, dort die Situation schildern und eine Zentrale Informationsstelle vorschlagen.

Das Gebiet um die C/ Echedey in El Paso wurde auch an diesem Wochenende von Journalisten und Hobby Vulkanologen regelrecht belagert. Bei mir standen sie gestern plötzlich in der Finca. Die Polizei hat dem Spiel nun ein Ende gesetzt und heute alle kontrolliert die von oben in die Echedey fahren wollten. Anwohner sollten Ausweis und Residencia/Empadronamiento mit korrekter Adresse mit sich sich führen.

Pressekonferenz der Politiker
03 October, 2021

[13:10h LT]

Die Pressekonferenz wurde von Mariano, dem Inselpräsiden eröffnet, danach sprach der kanarische Präsident Torres und den Abschluss machte der Spanische Präsident Sánchez welcher erneut für zwei Tage nach La Palma gereist ist.

Speziell Mariano hat hervorgehoben, dass er immer wieder sieht, wie die Palmeros zusammenstehen, diese Katastrophe exemplarisch meistern und einander helfen.
Es sind rund 1.000 Personen als Hilfskräfte im Einsatz. Alle Unterkünfte der 5.000 Personen welche evakuiert wurden sind angemessen und Personen die auf Hilfe angewiesen sind würden die auch bekommen.

Alle drei Präsidenten weisten darauf hin, dass das Leben in weiten Teilen der Insel normal verläuft und La Palma auch von Touristen besucht werden kann und soll. Der Hafen und der Flughafen sind offen. Die Insel brauche Touristen um die Ökonomie zu reaktivieren.

Bereist jetzt seien mehr als das Doppelte der Lava der Eruption des Teneguía ausgeflossen. Das soll das Ausmass der Katastrophe noch einmal veranschaulichen.

Die rasch bereitgestellten Hilfsgelder sind enorm. Über 10 Millionen Euros sind schon angekommen mit welchen man Immobilien und Mobiliar für Personen kauft welche alles verloren haben. Dann wurden gestern noch zwei mobile Entsalzungsanlagen für 4 Millionen gekauft, diese sind zusammen mit einem Schiff welches das entsalzte Wasser speichern kann unterwegs. Torres war zuversichtlich, dass diese bereits in der nächsten Woche die Arbeit aufnehmen können.

Nächste Woche am Dienstag wird ein weiteres Hilfspaket für la Palma bei einem Treffen der Minister abgesegnet. Es handelt sich um einen Plan welcher Gelder beinhaltet für:
- Wasserversorgung
- Arbeit
- Tourismus
- Wiederaufbau
- Landwirtschaft

Es sollen am Dienstag 206 Millionen Euros dafür freigegeben werden.

Vulkaninformation Sonntagmorgen
03 October, 2021

[09:25h LT] Guten Morgen, der Vulkan verhält sich nach wie vor wie ein trotziger ungezogener Bengel. Mal ruhig, dann wieder Laut. Gestern Abend hat er sich etwas beruhigt, doch auch in der Nacht erfolgten einige Explosionen. Heute morgen wieder eher das Geräusch eines Kampfflugzeuges. Es scheint, dass das Material wieder mit höherem Druck ausgestossen wird.
Frühmorgens habe ich am Vulkankonus einen weiteren Lavafluss etwas nördlich beobachtet. Dieser ist dann gegen 7h offensichtlich zum Stillstand gekommen. Leider haben mich in der Nacht auch Bilder erreicht welche nahelegen, dass der untere Schlund welcher von meinem Haus nicht sichtbar ist weiter aktiv ist und dessen Lava möglicherweise einen Lavafluss leicht nördlich des ersten sucht. Wenn sich das bestätigt wären das einmal mehr schlechte Nachrichten weil auch in diesem Gebiet bisher verschonte Immobilien stehen.
Die Erdbeben gehen weiter. Das deutet darauf hin, dass immer noch Magma in das System fliesst und der Ausbruch nicht vor einem Ende ist. Die Beben sind nach wie vor in einer Tiefe um die 10 km und es ist keine aufsteigende Tendenz auszumachen. Offensichtlich reichen die bestehenden verschiedenen Schlunde aus um den Druck abzubauen.
Die Windrichtung ist nach wie vor gut, Asche und Rauch werden nach Südwest geblasen.
Der Wasserdampf welcher bei der Fajana bei der Playa Nueva entsteht, verursacht im Tal unterhalb der Inversion (rund 600m) eine trübe Suppe die nicht sehr gut riecht. Man sieht von El Paso auch kaum zum Meer runter. Die Messstationen für die Luftqualität zeigen aber keine Probleme an. Das war gestern Nachmittag in Puntagorda anders. Da sind die Messwerte für SO2 plötzlich sehr stark angestiegen. Was zeigt, dass die Dinger offensichtlich funktionieren.

Wasser
Für die weit über 200 Bananenbauern im Bereich Bombilla bis El Remo welche nun nicht mehr bewässern können werden eilig Lösungen gesucht. Die Ideen zur Lösung habe ich schon vor etwa 10 Tagen gehört. Der verantwortliche Consejal de Agua versucht zu beruhigen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass innerhalb von zwei Wochen die ganze Versorgung wieder hergestellt werden kann.
Lösungsansätze sind:
- Mobile Entsalzungsanlagen. Das Wasser müsste dann über eine Leitung hoch ins Speicherbecken Cuatro Caminos gepumpt werden.
Alternativ in ein Tankschiff das bereits unterwegs sein soll.
- Benutzen der Löschwasserleitung welche vor ein paar Jahren unter der Forststrasse Fran Santana auf rund 1.300m gelegt wurde. Da müssten aber Rohrleitungen runter zum Speicherbecken installiert werden. Luftlinie vom Hoyo de la Sima bis zum Speicherbecken beträgt 3,5 km
- Ausbau und Abschluss der Ringleitung um La Palma aus Fuencaliente. Dies muss ein Zukunftsprojekt werden, ist aber im Moment die aufwändigste Lösung und kann nicht in kurzer Zeit realisiert werden.

Tiere verloren
03 October, 2021

Gestern wurde eine neue Internetseite aufgeschaltet in welcher man verlorene und gefundene Haustiere melden kann. Die Webseite ist derzeit nur auf Spanisch aber einfach verständlich aufgebaut.

Sie kann mit diesem Link aufgerufen werden.

Vulkaninformation Samstagabend
02 October, 2021

[19:34 h LT] Tajogaite hat sich heute Nachmittag wieder sehr bockig gezeigt. Eine Zeitlang explodierte er fast alle 10 Minuten. Als ob er sich schlafen legen möchte ist er nun wieder etwas ruhiger geworden. Ein Video stelle ich gleich auf Twitter.

In Puerto Naos haben sich an Kreisel kleinere Risse im Asphalt aufgemacht. Es wird vermutet, dass diese in Zusammenhang mit der Anhebung des Geländes bedingt durch den Vulkan stehen.

In El Paso hat das Restaurant Tapas y Trekking währen unbestimmter Zeit geschlossen. Sie machen erst wieder auf, wenn sich die Lage etwas stabilisiert hat meinte die Wirtin. Ein weiterer Treffpunkt welcher für die Pasense etwas Normalität in den Alltag brachte ist nun auch weg.

Pressekonferenz
02 October, 2021

[14:25h] Die Pressekonferenz wurde beendet. Folgende Informationen kann ich zusammenfassen:

- In Zukunft will man wenn möglich keine Lock-Downs mehr verfügen, sondern die Bevölkerung bei schlechter Luftqualität direkt über Autos mit Lautsprechern informieren.
- Die Eruption geht weiter, typ Stromboliano und man muss auch immer mit plötzlichen Explosionen rechnen. (Eine vor 5 Minuten hat dies bestätigt).
- Der neue Lavastrom von gestern hat sich mit dem Lavastrom 1 verbunden. Es ist nicht klar ob er im Moment weiter fliesst oder zum Stillstand gekommen ist.
- Das Delta (Fajana) im Meer hat nun eine Tiefe von 35m und eine Fläche von 27,7 ha. Es wächst auch in der Breite nach Nord und Süd.
- Die Aschesäule ist 4.500 m hoch.
- NO-Winde können die Asche heute bis nach El Hierro tragen.
- Weitere Erdbeben wurden registriert. In Tiefen um die 10 km, eines mag mbLg 3,6 wurde von der Bevölkerung mit III bis IV gespürt.
- An Steilhängen ist mit Erdrutschen und Steinschlag zu rechnen. Halten Sie entsprechenden Abstand.
- Die Deformationen gehen vertikal leicht zurück und sind horizontal stabil.
- Der SO2 Ausstoss des Vulkans ist hoch und beträgt pro Tag 2.330 Tonnen. Der CO2 Ausstoss liegt bei 1.870 Tonnen pro Tag.
- Die SO2 Werte haben sich im bewohnten Gebiet auf Werte um 20 ug/m2 gesenkt.
- Gemessene Kleinstaubteilchen sind hoch. Ein Anteil dabei hat aber auch Calima, Sand aus der Sahara.
- Draussen wird das Tragen einer FFP2 Maske und Augenschutz bei Ascheregen dringend empfohlen.

Ende des Lock Down
02 October, 2021

[13:45h] Jetzt gerade habe ich das Boletín gesehen mit Datum heute 13h

Der Lock-Down ist für alle Gebiete, inklusive Tazacorte beendet.

Vulkaninformation Samstagmittag
02 October, 2021

[13:30 h LT] Heute morgen hat der Vulkan an der Nordseite ein weiteres Schlot aufgemacht aus welchem viel Asche in die Luft abgegeben wurde. Dieses ist bereist fast wieder inaktiv.

Das Gesamtbild der andauernden Eruption ist eher etwas schwächer und weniger laut als an vorhergehenden Tagen. Der Wind kommt aus NO und bläst Rauch und Asche in Richtung SW, also Las Manchas.

Die Bewässerungsleitung welche die Bananenplantagen in Puerto Naos bis El Remo versorgt ist heute morgen, nachdem sie die Hitze und Drucktortur lange überstand, zerstört worden. Das ganze Gebiet, eines der produktivsten der ganzen Kanaren ist ohne Wasser. Man will mobile Entsalzungsanlagen einsetzen, bis diese aber operativ sind, vergehen wahrscheinlich Wochen. Die Plantagen würden das wahrscheinlich nicht überleben.

Auch letzte Nacht gab es immer wieder Erdbeben. Die lokalen Behörden möchten sich gar nicht richtig darüber äussern, weil es nicht so gute Nachrichten sind. Solange die Erde bebt muss damit gerechnet werden, dass weitere Magma in das System gedrückt wird hat mir ein Vulkanologe gesagt. Heute ereigneten sich bereits 20 Beben über mag mbLg 2,0, das letzte mit 3,2 vor 20 Minuten wurde von Teilen der Bevölkerung verspürt. Es kann sein, dass die automatisch gemessene Stärke noch korrigiert wird.

Die Luftqualität ist gemäss der vom Cabildo zusätzlich installierten Messgeräte gut. Der Wind aus Ost spricht auch dafür, dass dies stimmt. Weshalb der Lock-Down für Teile von El Paso abajo noch nicht aufgehoben wurden ist nicht verständlich.

Das Cabildo teilt noch mit, dass keine Kleider und Essenspenden mehr gemacht werden sollten. Es sind genügend Kleider und Essen vorhanden. Wer Spenden möchte soll dies doch auf das Spenenkonto des Cabildo Insular tun.
Kontonummer ES47 2100 9169 0122 0017 9456
BIC/Swift: CAISESBBXXX
Vermerk: Donación Vulcán

Achtung Waldbrandgefahr
02 October, 2021

Als ob der Vulkan nicht schon genug wäre.

Wir haben ein weiteres Problem Werte El Paso:

34°C
12% rel Luftfeuchtigkeit
37 km/h Windböen

--> Sehr hohe Waldbrandgefahr!

Vulkaninformation Samstagmorgen
Vulkaninformation Samstagmorgen
02 October, 2021

[08:58h LT] Guten Morgen. In der Nacht hat sich der Vulkan den ich bis er einen offiziellen Namen hat immer noch Tajogaite nenne, etwas milder verhalten. Er spukt zwar nach wie vor Unmengen an sehr flüssiger Lava aus, aber dies ohne Explosionen was einen etwas besser schlafen lässt.
Heute Morgen früh habe ich ein Video auf Twitter gestellt man sieht, dass sich keine weiteren Schlote aufmachten. Der Wind hat auf NO gedreht und bringt bereits im oberen Teil von El Paso bis Tacande frischere Luft und bläst die Asche wieder weg vom besiedelten Gebiet.
Gestern am späteren Abend wurde ein weiterer Lock-Down verfügt über welchen ich auf Twitter noch informiert habe. Grund war die schlechte Luftqualität. Heute Morgen wurde ich informiert, dass die Polizei am Kreisel vom Sombrero steht, die Autos aber nicht kontrolliert.

Aus dem sich gestern neu gebildeten, deutlich tiefer gelegenen Lavaschlund fliesst immer noch Lava aus. Nach Analyse des Bildmaterials von heute Morgen habe ich die obenstehende Karte gezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Übersicht, Klarheit über den genauen Verlauf der Lava kann nur eine Drone liefern. Fest steht, nachdem sich der Fluss gestern mit dem ersten verband hat die Lava nun wieder einen neuen Weg (blau) gefunden und fliesst im Moment dort runter.

Das Cabildo hat rasch weitere 6 Stationen zum Messen der Luftqualität installiert. Diese sind nun am Netz und können mit dem folgenden Link aufgerufen werden. Nach deren Information ist nur das Kohlenmonoxid leicht erhöht. Schwefeldioxid hingegen mit wird im ganzen Tal als sehr tief angegeben. Dann sollte der Lockdown ja schnell aufgehoben werden. Bis jetzt hat aber das Cabildo nichts publiziert.

Vulkaninformation Freitagabend
Vulkaninformation Freitagabend
01 October, 2021

[19:10h LT] Die Dronenbilder vom neuen Lavafluss zeigen dass sich dieser im Moment ein paar hundert Meter nördlich des bestehenden ersten Lavaflusses hält. Die Vulkanologen haben heute gesagt, dass sich diese Wahrscheinlich mit dem bestehenden verbindet. Mir fehlen leider die entsprechenden Werkzeuge um das zu analysieren. Hier ein Video von heute Nachmittag. Dort sieht man, dass sich der neue Fluss sogar teilt und wieder verbindet.

Im Moment scheint die Aktivität etwas abgenommen zu haben. Aber wir wissen ja bereits dem Biest ist nicht zu trauen. Kommt dazu, dass immer noch Beben in einer Tiefe von 10 - 14 km gemessen werden. Davon heute 4 mit mag mbLg über 3,0. Zwei wurden von der Bevölkerung gespürt. Ich habe keines gespürt.

Die thermische Inversion befindet sich auf gut 500m. Darunter noch schlechte Luft, darüber hat in Tacande bereits leichter Ostwind eingesetzt welcher frische Luft bringt.

Fotobeschreibung:
Der Vulkan pulsiert, das ist an einer runden form der hohen Wolken zu sehen. Und der warme Wasserdampf aus dem Meer bildet im Bereich Todoque eine Cumuluswolke. Die horizontale Linie ist bildet die Inversion ab.

Wetterprognose
01 October, 2021

[16:00 h LT]

Eine hartnäckige tiefe thermische Inversion hält sich auf La Palma. Der Austausch mit frischer Luft bleibt unter 500 m auch bis morgen reduziert. Der Wind über 1.500 m dreht gegen den Abend von SO auf NO und bläst damit die Gase und die Asche vom Vulkan wieder über evakuiertes Gebiet und nicht mehr über Los Llanos. Es kann sein, dass in den oberen Gebieten von El Paso ab ca 600m etwas Brisa einsetzt und dort die schlechte Luft gegen Sonnenuntergang auf das Meer bläst.
Mit Ausnahme der besseren Windrichtung bleibt die Situation am Samstag ähnlich wie heute. Inwieweit der sehr heisse Vulkan und die Lavaströme die Windrichtung lokal beeinflussen ist mir noch nicht ganz klar. Physikalisch sollten sie die Windrichtung immer in Richtung Ost ablenken. Ein Südwind in wird dann zum Südost und ein Nordwind zum Nordwest.
Am Sonntag kann sich in der untersten Schicht etwas Passat bemerkbar machen. Die Inversion wird leicht angehoben und es ist gut möglich, dass sich dann wieder lokale Windsysteme einstellen. In Puerto Naos eher Nordwind und in Tazacorte ist eher Südwind wahrscheinlich. Am Montagmorgen erreicht uns aus NW eine schwache Regenfront die auf der Ostseite und im Norden zu etwas Niederschlag führen wird. Im Westen kann sie sich durch tiefe Wolken mit Basis um die 700-800 m bemerkbar machen und den Vulkan so einhüllen. Ab Dienstag stellt sich für die Jahreszeit typisches Wetter ein. Bildung von einer Wolkenschicht auf rund 1.000 m im Tagesverlauf. Etwas Brisa im oberen Bereich von El Paso. In Puerto Naos tendenziell Nordwind in Tazacorte eher Süd.
Leider könnte sich ab Mittwoch wieder eine südliche Höhenströmung einsetzten was dann die Wolke des Vulkans wieder in Richtung Los LLanos und El Paso tragen würde.

Dankeschön
01 October, 2021

Dankeschön. Meine klaren Worte heute morgen wurden aufgenommen, ich kann meine geschäftlichen Mails wieder finden und beantworten. Die Anfrage- Informationsflut ist weg.
Der Blog wird im Moment pro Tag von über 3.000 Personen gelesen und auch wenn ich euch alle mag, es muss deshalb eine Einbahn Geschichte bleiben. Alles andere ist nicht bewältigbar.

Also Merci-vielmal ;-)

Pressekonferenz
01 October, 2021

Die Pressekonferenz ist vorbei. Der technische Direktor der PEVOLCA ist leider nicht sattelfest. Er sprach von 10 % vielleicht 8% der Inselfläche die betroffen sei. Dann hat er diese Zahlen wieder etwas relativiert und davon gesprochen, dass das Leben im Rest der Insel weiter geht. Bis auf die Zahlen ist das korrekt.

La Palma ist 708.3 km^2 groß. Gestern Donnerstag waren 476 ha betroffen.
1 km^2 sind eine Million m^2
1 ha sind 10.000 m^2

476 ha = 4,76 km^2

Daraus resultiert, dass 0,7 % der Insel betroffen sind. Ich will das nicht relativieren, es ist schlimm genug, aber einen Fehler um Faktor 10 sollte man in einer Pressekonferenz nicht machen.

In der Tat haben sich heute morgen um 2:30h zwei weitere Öffnungen aufgemacht mit Distanz von 15 m zueinander, die rund 600 m weg vom ursprünglichen Vulkankonus sind. Sie befinden sich auf rund 760 m über Meer. Wer den Cabeza de Vaca kennt, unterhalb der großen Ziegenstallungen die sich beim Hochfahren links der Straße befinden.
Die Lava fliesst extrem schnell und flüssig aus diesen zwei Schlünden, und ist bereits in das Gebiet mit noch unversehrten Häusern eingedrungen. Der Fluss befindet sich nahe beim ersten Lavafeld, ob es sich mit ihm verbindet oder schon verband kann ich nicht sagen. Mit dem Eröffnen des neuen Schlundes hat sich auch der vulkanische Tremor erhöht. Es seien bis jetzt 80 Millionen m3 Lava ausgeflossen.
Das neue Delta, welches sich nördlich der Playa Nueva im Meer bildete ist bereits 450 m lang und soll eine Fläche von 27,7 ha aufweisen.

Die Gesundheitsbehörden bitten die Bevölkerung dringend die Schutzmassnahmen gegen Covid angesichts der Vulkankatastrophe nicht zu vernachlässigen. Es wurden über 5.000 Menschen evakuiert. Viele leben nun in engeren Verhältnissen mit deutlich mehr Personen zusammen und es wäre fatal, wenn uns mit dem Vulkan nochmal eine Covid-Welle treffen würde.

Vulkaninformation Freitagmorgen
01 October, 2021

Gestern Nacht hat sich zuerst ein großer neuer Lavastrom kurz unterhalb des Gipfels gebildet. Morgens um 3h hat sich leider eine weitere Öffnung aufgetan diese liegt deutlich tiefer und weiter nördlich auf nur rund 760m AMSL. Die Lagekarte seht ihr auf Twitter. Diese habe ich heute Morgen mittels einem mir zugesandten Video ermittelt. Das ist keine gute Nachricht, denn es ist unklar welchen Verlauf dieser neue Lavafluß nimmt. Das Industriegebiet Callejón de la Gata wird ihn nördlich begrenzen. Darunter ist ein Teil weniger besiedeltes Gebiet, bevor dann zwischen Todoque und La Laguna wieder deutlich mehr Häuser stehen. Die Lage bleibt dynamisch. Weil die neue Öffnung nun nur noch 2,5 km von meinem Haus entfernt ist, muss ich damit rechnen wieder - und vielleicht wie viele auch - für länger evakuieren zu müssen. Je nach dem gibt es dann wieder weniger Nachrichten, Twitter ist wie immer am aktuellsten.

Falls jemand ein Haus im Norden, egal ob Ost oder West zur Miete hat, zwei SZ zwei Hunde bitte PM, würde eines für paar Monate mieten, dann ist der Spuk sicher vorbei :-) Danke.

Privater Kontakt
01 October, 2021

Hallo liebe Leser,

ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass ich keine Zeit habe für private Mails betreffend Vulkan habe. Falls sie mich auf Fehler in der Berichterstattung hinweisen, dann jederzeit. Auch wie gestern auf Fehler in lokalen Zeitungen die zu korrigieren sind.
Aber senden sie mir bitte nicht weitere Informationen und verstopfen meine e-Mail. Ich analysiere alles vor Ort und wenn ich was nicht erwähne, heisst das nicht, dass ich das nicht weiß sondern nur, dass ich es in der Fülle der Informationen nicht als so wichtig erachte, es im Blog zu schreiben.

Auch ist es nicht notwendig, mir seitenlange Abhandlungen in anorganischer Chemie zu senden. Ich bin zwar Gleitschirmfluglehrer habe aber einen Abschluss in analytischer Chemie. Und die Tippfehler passieren, weil ich in der Fülle der Information einfach keine Zeit habe alles nochmal Korrektur zu lesen. Die Besserwisserei aus dem fernen Sofa in Sicherheit getippt ist vielleicht gut gemeint, beginnt mich echt zu nerven. Wenn das nicht aufhört, dann höre ich auf. Ganz einfach.

Claro da draußen? OK super, danke. :-)

Verhalten an Vulkanen
30 September, 2021

Die ESKP hat einen interessanten Artikel zum Thema Umgang mit Naturgewalten – Verhalten an aktiven Vulkanen
publiziert.

Fehlerhafter Artikel in El Time
30 September, 2021

Der neueste Artikel in ElTime in welchem auf den Geruch von Faulen Eiern hingewiesen wird weist fundamentale Fehler auf. (Danke für den Hinweis Leser B.L. aus Tijarafe).

Dass die Masken FFP2 und nicht FPP2 heissen fällt nicht besonders auf, aber seit Corona kennen wir die korrekte Bezeichnung.

Absolut wichtig: Diese FFP2 Masken schützen nicht vor den genannten Gasen. Das ist im Artikel völlig falsch dargestellt. Dazu brauchen sie schon eine Gasmaske. Die Masken schützen gut vor Staubteilen, der vulkanischen Asche.

Kleine Repetition der Chemie: Der Geruch nach faulen Eiern weist nicht auf SO2 hin, sondern auf Schwefelwasserstoff H2S.

Wer sich gegen die oben genannten Gase schützen muss, sollte folgende Filtermasken verwenden:

Schwefeldioxid:
Filtertyp E (Farbkennung gelb)
Schwefelwasserstoff:
Filtertyp B (Farbkennung grau)

Da es sich hier nicht um kleine Fehler handelt da sich Bürger plötzlich bei Gasentwicklung mit einer FFP2 Maske in falscher Sicherheit wiegen können, habe ich die Redaktion angeschrieben und um sofortige Korrektur gebeten.

Pressekonferenz
30 September, 2021

Hier die Punkte der Pressekonferenz:

Zusammenfassung. Pevolca (15:06)
# Im Meer bildete sich ein 24 m tiefes marines Lavadelta.
# Bildung einer Wolke aus Wasserdampf und anderen (giftigen) Gasen im Kontaktbereich zwischen Lava und Meer.
# ein Feld von Fumarolen wird beobachtet
# Der aktive Lavastrom ist derjenige, der das Meer erreicht hat, Die anderen sind fast zum Stillstand gekommen.
# Möglicher Anstieg der explosiven Aktivität im Krater (strombolianische Phase)
# Die lokale Seismizität hält in dem Gebiet vom 11. September in einer Tiefe von mehr als 10 km an. Einige Erdbeben mit einer Stärke von mehr als 3,3 in den letzten Stunden.
# Tremor auf mittlerem Niveau. Gleichbleibend.
# Einige Stationen in der Nähe des Lavadeltas registrieren einen hochfrequenten Tremor, der mit dem Lavadelta zusammenhängt.
# Die Verformung zeigt ein stabiles Muster
# SO2-Emission sind hoch.
# Die Luftqualität ist eher schlecht, Die stündlichen Grenzwerte werden nicht überschritten.
# Hohe SO2 Werte in Tazacorte.
# Der Geruch nach faulen Eiern und SO2 ist auf die Gasfahne aus dem Lavadelta zurückzuführen
# Die Rauchwolke stellt keine Gefahr dar. Sie wird überwacht.
# Im Umkreis von 1 km um die Gaswolke Gasmasken tragen.
# Achten Sie auf die Vorhersage der Entwicklung. Wenn die Rauchfahne über bewohntem Gebiet ist, bleiben Sie im Haus und schließen Sie Fenster und Türen.
# Wenn in ihrem Gebiet Asche fällt benutzen sie im Freien eine FFP2 Maske und Augenschutz.

Ich habe die Windprognosen noch einmal angeschaut und es bleibt bei der heute Morgen gemachten Prognose. Die Luftsituation in Valle wird sich erst morgen Abend langsam verbessern.

Urlaub auf La Palma
30 September, 2021

Eine viel gestellte Frage ist die nach Urlaub auf der Insel. Ob man den kommen soll, ob man gebuchten Urlaub verschieben soll und wie das die Palmeros sehen.

Während der Phase des aktiven Vulkans:

Wenn Sie Urlaub im Norden oder Osten der Insel gebucht haben können Sie diesen Urlaub auch antreten. Mit Ausnahme des evakuierten Gebietes, das aber den Touristenort Puerto Naos einschließt, sind lokal kaum Einschränkungen zu erwarten. Sie müssen sich aber darauf einstellen, dass sich die Situation dynamisch verändern kann. Das heisst auch, dass die Anreise schwieriger werden kann, dass man unter Umständen nur mit dem Schiff aus Teneriffa an- und wieder wegreisen kann. Dazu kommt, dass man den Vulkan zeitweise auch im Norden als fernes aber dann konstantes Donnergrollen wahrnehmen kann. Diese permanente Beschallung kann psychologisch herausfordernd werden.

Nach dem Vulkanausbruch:
Sie sind herzlich willkommen. Das schlimmste was La Palma noch passieren kann ist ein Webleiben der Touristen. Wenn sie eine Unterkunft reservieren können, dann nehmen sie keinem Palmero ein Bett weg. Erkundigen sie sich aber vor Antritt einer Reise über den Zustand der Infrastruktur. Gibt es in dem Haus oder Apartment wo sie hinfahren Strom und Wasser, wie sind die Zufahrtswege geregelt.

Derzeit, ich habe es geschrieben, sind alle 5 Verbindungsstrassen von Los Llanos in den Teil südlich des Lavaflusses unterbrochen. Puerto Naos nur über Fuencaliente erreichbar. Wie lange es geht, mindestens eine Strasse provisorisch wieder herzustellen, kann ich im Moment nicht beurteilen. Das wird aber dann ein zentrales Projekt sein.

Also lassen Sie bitte La Palma auf ihrer Urlaubsliste! Wenn sich die Lage beruhigt und stabilisiert hat, werden alle lokalen Geschäfte, Vermieter, Restaurants usw alles geben um ihren Urlaub so schön wie möglich zu gestalten!

La Palma braucht dich!

Wetterprognose
30 September, 2021

[10:20h LT] Im Moment ist der Wind noch günstig und weht aus NO, in El Paso als Brisa welche frische Luft zuführt.
Im Verlauf des Nachmittags soll der Höhenwind ab 1.500 m langsam in Richtung SO drehen. Dies ist für das Valle eine ungünstige Windrichtung und es kann sein, dass die Asche dann wieder bis Los Llanos getragen wird. Wichtig wird dabei sein, ab welcher Höhe der Wind dreht. Die Prognosen geben genau 1.500 m an, die Höhe ist wichtig. Bläst der Passat auf dieser Höhe noch, dann wird das Tal über die Cumbre Nueva teilweise mit frischer Luft versorgt. Dreht die Windrichtung auch dort auf SO, dann eben nicht. Auch für heute: selber beobachten was abgeht. Wenn es beginnt zu stinken ins Haus und Türen und Fenster schließen. Wie bereits mehrfach erwähnt: Die Asche ist nicht toxisch, die Kristalle sind aber sehr klein und trotzdem scharfkantig. Deshalb sollte Haut, Atemwege und Augen geschützt werden.

So, ich gehe mal mit den Hunden raus. Die brauchen wie ich Bewegung!

Vulkaninformation Donnerstagmorgen
30 September, 2021

[09:30h LT] Guten Morgen. Zuerst zur Lage: Der Vulkan ist nach wie vor sehr aktiv, der Lärm anhaltend. Heute Morgen eine Mischung aus Gewitterdonner und einem Düsenflugzeug. In der Dunkelheit konnte ich gestern Abend 4 Schlote ausmachen, heute morgen waren es noch drei. Der oberste Schlot stösst nach wie vor Vulkanasche aus, der unterste, westliche Schlot immer noch sehr flüssige Lava, die offenbar immer noch den gleichen Weg ins Meer nimmt. Nördlich der Playa Nueva hat sich ein Delta von mindestens 500 m Länge gebildet. In der Presse wird das Wort Delta verwendet, die Bezeichnung der Palmeros dafür ist aber "Fajana". Diese Fajana wächst im Moment in Richtung Playa Nueva, also in Richtung Süd.

Die seit vorgestern registrierten Erdbeben im Bereich der Montaña Negra (oberhalb Kirche Sta. Cecilia) halten an. Daraus resultieren wieder Spekulationen von einer möglichen Eruption in diesem Bereich. Ich erachte das als im Moment als Science Fiction. Die Beben finden alle in einer Tiefe von 10-15 Kilometern statt, also in einer Tiefe die 5 - 7 mal der Höhe von La Palma entspricht. Der Vulkanausbruch vom #Tajogaite hat sich auch genau dort angekündigt. Wie wir wissen, sind die Beben dann langsam hochgestiegen und wanderten nach Nord, dorthin wo sich jetzt der Vulkan befindet. Bei den Beben von einem neuen System zu sprechen erachte ich deshalb als sehr gewagt. Dazu kommt: In der gestrigen Pressekonferenz wurde gesagt, dass sich die Verformungen stabilisiert haben. Das kann dahingehend gedeutet werden, dass sich Zustrom und Abfluss des Systems in einem Equilibrium befinden und eben kein Druck für einen weiteren Vulkan aufgebaut wird. Wir beobachten deshalb weiter, ob diese Beben hochsteigen.

Gestern gab ich in "Die Welt" ein live Interview. Die Presse stürzt sich auf den Vulkan und lässt in einer Endlosschleife Bilder vom Vulkanausbruch, von der Tsunami Theorie und von möglichen Gasen über den Bildschirm. Als ich auf die Frage der "giftigen Gase" beruhigend antwortete, dass der Wind stark aus Nordost bläst und damit im Moment der Rauch der fast nur aus Wasserdampf bestehe auf das Meer getragen wird, sagte die Moderatorin: "Meint Roger Frey" als ob die festgestellte Windrichtung eine Meinung wäre. Es zeigt aber: Viele wollen gar keine Sachliche Information. Sie hätten lieber einen panisch schreienden, kurzatmigen und schwitzenden Typen in Schutzkleidung welche einer Atomexplosion entspricht interviewt.

Der uneingeweihte Betrachter meint nicht zuletzt auch deswegen, La Palma würde gänzlich untergehen. Ohne das Leid der vielen Menschen die ihr Heim verloren haben - man hat bis gestern 855 zerstörte Häuser gezählt - und  den Umstand, dass alle leiden und im Moment in einer großen Unsicherheit leben, relativieren zu wollen muss man auch ins Ausland kommunizieren, dass die grosse zerstörte Fläche von 476 ha bei einer Größe der Insel von 708,3 km2 einen Gesamtanteil von 0,67% ausmacht.

Das letzte was La Palma noch brauchen kann ist ein langes ausbleiben des Tourismus nachdem der Vulkan erloschen ist und die Infrastruktur einigermassen wieder läuft. Die Arbeit am Wiederaufbau beginnt eben jetzt schon mit angemessener, sachlicher und korrekter Information, auch wenn das dem Boulevard nicht so passt.

Vulkaninformation Mittwoch Nachmittag
29 September, 2021

[17:30 h LT] Die Lava fliesst weiter in Richtung Meer. Der Vulkan hört nicht auf und Nachschub hat es gemäß den Vulkanologen noch genug. In kurzer Zeit hat die Lava nördlich der Playa Nueva ein neues Delta erschaffen. Wächst dieses noch weiter, bekommt die Playa Nueva vielleicht einen natürlichen Schutz gegen die Winterstürme wo sich dann in einem Gebiet auch im Winter der Sand halten kann. Es ist aber auch möglich, dass der Strand durch tagelange Zufuhr von Lava verschüttet wird, das Meer ist im Bereich nicht sehr tief.

Auf ihrem zerstörerischen Weg hat die Lava 744 Gebäude zerstört, darin sind Wohnhäuser, Gewerbebauten aber auch Ställe enthalten. Sie hat auch 476 ha Land unter sich begraben und nun alle 5 Straßenverbindungen in den Süden abgeschnitten. Die Küstenstraße ist im Moment nur rund 250 m breit verschüttet.

Gestern wurden an 6 verschiedenen Stellen auf La Palma weitere Messstationen für die Luftqualität installiert. Mit dabei sei Jedey, Los Llanos und El Paso. Ob man deren Daten live findet, muss ich noch in Erfahrung bringen.

Die Windverhältnisse sind gut, der Flughafen wird heute wieder angeflogen. Die erste Maschine der Binter landete um 13:30h. Maschinen mit Strahltriebwerken wurden immer noch nach Gran Canaria und Teneriffa umgeleitet. Am Flughafen wird Regen bei 25°C gemeldet.

Die Anordnung eines Lock-Downs für ein paar Gebiete südlich von Tazacorte hat international hohe Wellen geworfen. Heute musste ich in einer Live Schaltung von "die Welt" das Auftreten einer toxischen Wolke relativieren. Die Welt interviewte auch eine Pneumologin die sagte wie schädlich Salzsäure für die Lunge sei. Das ist so. Salzsäure ist schädlich für die Lunge. Nur diese entsteht nicht einfach bei Kontakt von heisser Lava mit Meerwasser. Salzsäure wird mit Schwefelsäure hergestellt. Um wiederum Schwefelsäure zu bilden braucht es aus Ausgangsstoff Schwefeldioxid. Dieses Gas kommt bei Vulkanausbrüchen häufig vor, wird aber auf dem langen Weg der Lava zum Meer auch in die Luft abgegeben. Messdaten müssen das noch belegen, aber ich erachte die so entstehenden Mengen mit dem Verdünnungseffekt der Luft (Borondón ist 3km entfernt) als gering. Auch hier gilt: Wenn es stinkt Fenster, schließen und drin bleiben. Aber keine Panik verbreiten.
Heute besteht eh keine Gefahr. Der Passat fließt bis zum Meer runter und bläst alles auf das Meer.

Der Passat wird noch die ganze Nacht über blasen. Die Windstärken werden sich morgen früh reduzieren. Eine Wetterprognose erarbeite ich später.

Dronenbilder haben wir heute wegen dem starken Wind keine. OpenStreetMap hat die Karte mit den im Moment zur Verfügung stehenden Informationen nachgetragen.

Wind
29 September, 2021

In der Nacht hat in El Paso bereits die Brisa eingesetzt. Diese ist stark und weht in Tacande mit bis zu 50 km/h. Sie hat sich jetzt bis auf Meereshöhe durchgearbeitet und fällt im Bereich vor La Laguna auf das Meer runter. Damit wird auch die Wasserdampfwolke der in den Atlantik fließenden Lava nach Westen auf das Meer getragen. Laut Prognose bleibt der Passat bis morgen früh noch stark.

Vulkanname
29 September, 2021

Die Presse schreibt meist der Vulkan Cumbre Vieja sei ausgebrochen. Manchmal wird auch noch der Name Cabeza de Vaca genannt.

Die Cumbre Vieja ist - wie jeder la Palma kundige weiß - der Name des gesamten Vulkankomplexes vom Birigoyo bis Fuencaliente und Cabeza de Vaca ist auch ein Flurname und der Name der Piste, die durch das Gebiet des neuen Vulkans führt.
Der alte Flurname des Gebietes östlich der Rajada ist indessen Tajogaite. So heisst auch der Ziegenkäse welcher am Cabeza de Vaca produziert wird. Die meisten Palmeros welche ich gefragt habe, sagen der Vulkan müsse Tajogaite heissen und ich werde diesen Namen benutzen, bis ein offizieller eventuell anderer vergeben ist.

Vulkaninformation Mittwochmorgen
29 September, 2021

[08:30h LT] Wie angenommen hat die Lava noch gestern die Küste erreicht und fließt nun in den Atlantik. Die groß angekündigten Explosionen und Giftgaswolken und was der Geier noch im Internet die Runde machten sind ausgeblieben. Der Vulkan liefert immer noch sehr dünnflüssige Lava welche hauptsächlich aus dem Westschlund fließt. Es hoffen alle, dass mit dem Abfluss zum Meer die anderen Lavawalzen zum Stillstand kommen.
Es hat ein starker Passatwind eingesetzt der die Asche nun in Richtung SW über evakuiertes Gebiet trägt. Das ist eine gute Nachricht für den Flughafen, welcher wahrscheinlich nun wieder angeflogen wird.

Mit dem erreichen des Meeres hat die Lava nun auch die 5. und letzte Verbindung vom Valle in den Süden des Lavastroms unterbrochen. Es gibt nur noch die Alternative über Fuencaliente und die Polizei richtet nach letzten Informationen bereits ein Einbahnsystem ein. Irgendwas von beim Tennisclub runter und beim Mariposa hoch. Das Gebiet ist aber immer noch Sperrzone und kann nur ab und zu und sehr unregelmäßig mit Polizeibegleitung besucht werden.

In Puerto Naos ist die Wetterstation ausgefallen. Wir sind am Abklären ob in einem Teil des Ortes keine Elektrizität hat oder ob - was wahrscheinlicher ist - das neu verlegte Fiberglas-Kabel zerstört wurde. Die Station wurde eine Woche vor dem Vulkanausbruch an dieses kürzlich verlegte moderne Netz angeschlossen. Auch in Puerto Naos haben sich offensichtlich noch zwei letzte dort ausharrende Ausländer irgendwo verschanzt. Diese wurden gestern von der Polizei abgeführt.

Vulkaninformation Dienstagabend
28 September, 2021

[22:30 h LT] Die Lava hat auf ihrem zerstörerischen Weg noch mal an Geschwindigkeit zugelegt und sich einen neuen Weg gesucht. Sie floss heute schneller auf der Südseite der Montaña Todoque runter und hat kurz nach Sonnenuntergang die 5. und letzte Verbindungsstraße in den Süden abgeschnitten. Puerto Naos wird für längere Zeit nur noch über Fuencaliente erreichbar sein. Es ist sehr gut möglich, dass die Lava im Bereich der Playa Nueva noch in dieser Nacht das Meer erreichen kann.
Puerto Naos hat nach wie vor Elektrizität, aber um 16:32h wurde offensichtlich die neue Fiberglas-Linie getrennt. Unsere Wetterstation und Kameras liefern seit diesem Zeitpunkt keine Informationen mehr. Auf HD-Meteo sehen wir, dass alle Stationen im Einflussbereich des Vulkans nicht mehr funktionieren. Auch dieses vormals dichtes Netzwerk ist eliminiert worden!

Spenden
28 September, 2021

Die Spendenkonten habe ich Ihnen ja bereits mitgeteilt. Bleibt noch die Frage nach der Spendenbescheinigung.

Die Antwort muss leider folgendermaßen zusammen gefasst werden:

"Die Zahlungen an das Cabildo oder an ein Ayuntamiento sind in Deutschland steuerlich nicht abziehbar."

Für kleinere Spenden wird das keine Rolle spielen, sie werden wohl kaum € 50 oder € 100 dem Finanzamt vorlegen. Für größere Spenden könnte der Deutsche Bürger in Deutschland eine Stiftung finden, die das Projekt auf La Palma unterstützt und das Satzungsgemäß auch darf. Wir klären solche Möglichkeiten weiter ab. Falls ein Leser eine solche Stiftung kennt, soll er sich doch bitte bei mir melden.

Pressekonferenz
28 September, 2021

[15:20h] Die Pressekonferenz hat nichts ergeben, was wir nicht schon wussten. Der Direktor der PEVOLCA wird nicht Müde von guter Luftqualität zu sprechen, räumt aber nach Nachfragen von Journalisten ein, dass das von mir gemeldete Feuer mindestens Ammoniak freigesetzt hat. Wahrscheinlich ist ein Düngerlager in Brand geraten. Dies würde das grosse Feuer und den Ammoniak erklären.
Ich glaube das beste ist die eigene Nase. Wenn es draussen stinkt schliessen sie Türen und Fenster. Im Moment ist die Luft in El Paso wieder deutlich sauberer. Für die Bürger welche in einigen Barrios in Tazacorte zu Hause bleiben müssen hat sich nichts verändert. Die Begründung seit zwei Tagen ist die, dass lokal beschränkt giftige Gase (Salzsäure) entstehen könne, wenn die Lava mit Salzwasser in Berührung kommt. Auf die Frage ob und wenn ja wann die Lava am Meer sei, konnte er nicht antworten, es gäbe keine wissenschaftliche Grundlage und Daten um diese Frage zu beantworten.
Ich persönlich erachte diese "Confinamiento" Geschichte von Tazacorte als übertrieben. Klar ist San Borondón nur 1,7 km von einer möglichen Wasserberührung entfernt, man kann die Menschen aber sensibilisieren und im Notfall ins Haus bitten. Die Lava fliesst im Moment mit 300 m pro Stunde, das lässt für eine Information der Bevölkerung, wenn es denn gefährlich werden würde, genügend Zeit.

Die Lava hat nun auch die Südflanke der Montaña Todoque erreicht und war um 14 h gemäss Pressekonferenz am Camino Pampillo.

Alle Regionen im Umkreis von 2.5 km zum Vulkan bleiben evakuiert. In einem Umkreis von 5km muss man damit rechnen, dass bei Explosionen Fenster kaputt gehen könnten. 5 km bedeuten vom Vulkan bis Montaña La Laguna, das Wasserbecken Dos Pinos und ganz El Paso.

Open Street Map
28 September, 2021

[12:30h UTC+1]

Hier ein Link von Open Street Map. Die Karten  sind nicht ganz aktuell, kommen der Wirklichkeit aber extrem nahe. Erstaunlich wenn man an unsere derzeitige grosse Dynamik denkt. Herzlichen Dank an das Team welches sicher in freiwilliger Arbeit alle Informationsquellen auswertet!

https://www.openstreetmap.org/relation/13249829#map=15/28.6167/-17.8997

Grossfeuer in Todoque
28 September, 2021

[12:10h] Im südlichen Teil von Todoque ist ein großes Feuer ausgebrochen. Wie bereits geschildert verhindert die Inversion, dass der Rauch entweichen kann. Die Inversion ist im Moment auf rund 700m. Wenn sie im Westen unter 700m wohnen, schließen sie vorsichtshalber alle Fester und Türen dicht ab.

Vulkaninformation Todoque
Vulkaninformation Todoque
28 September, 2021

[11:35h] Ich konnte ein Dronenvideo von heute Morgen auswerten und habe oben den ungefähren Stand der zwei Lavaflüsse in Todoque eingezeichnet. Die Situation ist nach wie vor sehr dynamisch und die Lava fliesst rasch weiter.

Aktuelle Informationen
28 September, 2021

[11:10h LT] Nach dem erneuten Ausbruch des Vulkans, ich nenne ihn nun Tajogaite, dem alten Flurnamen bei der Montaña Rajada, hat er nicht mehr aufgehört. Er hat drei Eruptionspunkte. Aus dem Höchstgelegenen auf dem Vulkankonus wird erneut eine enorme Menge an Vulkanasche ausgestossen. Auf dem tiefsten auf der Westseite fliesst seit gestern abend ununterbrochen extrem viel sehr heisse und damit flüssige Lava aus. Diese hat den Zerstörungsprozess in Todoque fortgesetzt. Leider fehlen durch das Verbot Dronenbilder. Die Behörden haben ja private Dronenflüge verboten, haben sich damit aber auch eine Informationsverantwortung aufgebürdet, welcher sie nun in keiner Art und Weise nachkommen. Die Palmeros sind zu Recht sauer.

Die Aschewolke hat enorme Größe angenommen und wird im obersten Teil im Moment leicht in Richtung Flughafen verblasen. Binter hat für heute 13h die Wiederaufnahme des Flugverkehrs angekündigt. Das könnte aber erneut verschoben werden. Die Voraussage der Höhenwinde ist etwas günstiger. Sie sollen im Tagesverlauf die Asche dann nach SW also in Richtung El Hierro blasen.

Leider hat sich auf rund 500m eine starke thermische Inversion gebildet. Eine Luftschicht in welcher die Temperatur mit zunehmender Höhe wieder zunimmt. Der Rauch, welcher sich in Todoque durch die Lavaflüsse bildet, kann nicht nach oben entweichen und verteilt sich deshalb unterhalb ~600m im ganzen Aridanetal. Auch in Tacande riechte es plötzlich nach Feuer. Am besten Fenster und Türen geschlossen lassen.

Ich habe Anfragen aus Deutschland erhalten wie man nach einer Spende eine Spendenbescheinigung erhalten kann welche vom Deutschen Finanzamt akzeptiert wird. Ich werde die Angelegenheit heute mit Steuerberatern in Deutschland und im Anschluss daran auf der Gemeinde abklären und hier wieder berichten.

Vulkaninformation Montag Abend
Vulkaninformation Montag Abend
27 September, 2021

[18:10 h LT] Seit heute Morgen um 07h haben sich keine nennenswerten Beben mehr ereignet. Auch hat sich der Bengel in unserem Garten wieder etwas beruhigt. Schon seit sicher zwei Stunden gibt er keinen Ton von sich. Nur etwas Rauch steigt auf. Auch die Seismizität hat sich stark verringert. Die Vulkanologen sind wie immer vorsichtig. Wenn ich in dieser Krise was gelernt habe ist es, dass Vulkanologen genau wissen was passiert ist, sie haben eine gute Idee von der Gegenwart sind aber miserable Prognostiker. Wenn sie nach Morgen gefragt werden lassen sie alles offen.
Die Erdbeben können aber darauf hinweisen, dass sich eine geleerte Magmakammer wieder auffüllt. Wir werden sehen.

Teile von Tazacorte sind immer noch in einem Lock down. Diesen hat man meiner Ansicht nach etwas früh ausgesprochen. Es geht darum, dass die Leute, falls Lava mit Meerwasser in Berührung kommt, im Haus sind. Dann ist der gefährlichste Moment, denn es bildet sich Salzsäure. Diese wird mit dem Wasserdampf aufsteigen und kann lokal zu saurem Regen führen. Dann ist es besser man ist im Haus. Die Lava stand aber heute Mittag noch knapp 2km vor der Küste. Wenn sie überhaupt die Küste erreicht, dann dauert das sicher noch bis morgen.

Es ging noch das Gerücht rum, dass nun auch die Casas El Charco an der Hauptstrasse in den Süden evakuiert worden wären. Korrekt ist, sie waren schon seit letztem Montag evakuiert. Weil aber im Süden kaum Kontrollen durchgeführt wurden, gingen die Einwohner einfach wieder zurück. Somit musste dann ein zweites Mal aufgefordert werden, die Häuser zu verlassen. Also keine Erstevakuation.

Dronenvideo
27 September, 2021

[15:30h UTC +1]

Die Gemeinde Los Llanos hat um 14:10h heute ein Video eines Dronenfluges über die Lavafelder publiziert womit man sich einen Überblich erschaffen kann. Es ist unter folgendem Link aufrufbar:

https://www.facebook.com/watch/?v=245003474229877&extid=WA-UNK-UNK-UNK-AN_GK0T-GK1C&ref=sharing

LP-3 für Reinigung zeitweise geschlossen
27 September, 2021

[13:23 h] Die LP-3 welche Osten und Westen verbindet wird zeitweise für Reinigungs- und Unterhaltsarbeiten geschlossen. Dauer unbestimmt. Planen Sie für die Fahrt in den Osten / Westen genügend Zeit ein.

Binter ist indessen noch keine gelandet.

Binter
27 September, 2021

Binter hat heute Morgen informiert, dass sie ab 13h den Flugplan nach La Palma wieder aufnehmen. Wenn sich die Situation nicht verschlechtert wollen sie zum normalen Flugplan zurück kehren. Laut dem Wetterbericht vom Flughafen (METAR) wird immer noch Vulkanasche (VA) gemessen:

GCLA 271100Z 02011KT 360V060 9999 VA BKN026 26/20 Q1022

Übersetzung:
La Palma, 27. des Monats 11h UTC, Wind 20° 11 kn, variabel aus 360° bis 60°, Vulkanasche, 5-7/8 bewölkt auf 2.600 ft Temperatur 26°C, Taupunkt 20°C, Luftdruck (QNH) 1.022 hPa

Vulkaninformation Montag Mittag
Vulkaninformation Montag Mittag
27 September, 2021

[11:10 h LT] Wie zu erwarten war, hat sich der Vulkan wieder mit einer hohen schwarzen Aschewolke aus der kurzen Siesta zurück gemeldet. In Tacande riecht es im Moment stark nach Schwefel, stärker als an anderen Tagen. Das liegt auch daran, dass der Wind fast eingeschlafen ist.

Obenstehend habe ich die Karte von Open Street map kopiert. Sie entspricht genau dem Bild was eine Drone heute morgen gemacht hat. Jemand ist offensichtlich aktuell am Geschehen dran und aktualisiert die Karte laufend. Sie ist damit aktueller als offizielle Satelliteninformationen von Sentinel die 12 bis 24 h Verzögerung aufweisen.

Vulkaninformation
27 September, 2021

Was wir heute morgen schon gesehen haben wird auch von den Messungen bestätigt. Die Vulkanaktivität ist auf einen Schlag drastisch zurück gegangen. Es haben sich aber wie schon geschrieben weitere Erdbeben gebildet. Die Vulkanologen gehen davon aus, dass diese Beben durch das Wiederaufladen der Magmakammer zustande kommen. Die Ruhe wird höchstwahrscheinlich deshalb nur von kurzer Dauer sein.

Spendenkonten
27 September, 2021

Hier die offiziellen Spendenkonten:

Cabildo de La Palma:
Bizum 03747
ES47 2100 9169 0122 0017 9456
BIC/Swift: CAIXESBBXXX
Concepto: Donación volcán
Destinatario: Cabildo de la Palma

Ayuntamiento de El Paso:
CAIXA: ES26 2100 7109 3122 0015 5652
Cajasiete: ES57 3076 0480 6710 0761 6723
Angabe der NIE, Name Vorname. Concepto Aportación Erupción Volcánica

Ayuntamiento de Los Llanos de Aridane:
Bizum: 03749
ES06 2100 1921 1902 0014 1752
CAIXESBBXXX
Concepto: Donación vulcán La Palma
Destinatario: Ayuntamiento de Los Llanos de Aridane

Erneut leichte Beben
Erneut leichte Beben
27 September, 2021

[08:45h LT] Immer noch ist relative Ruhe am Vulkan, aber nicht in der Erde. Die leichten Erdbeben haben sich wieder nach Süden verzogen und finden nun konzentriert im Bereich oberhalb der Eremita Sta. Cecilia, an der montaña Negra statt. Die Tiefen sind bei praktisch allen bei 10 - 14 km also weit unter dem Sockel der Insel.

Spenden für Tierschutzorganisationen
27 September, 2021

Die Kontonummern für Spenden an die Gemeinden, welche dann den Direktbetroffenen zugute kommen, muss ich noch recherchieren. Hier die Kontonummern verschiedener Tierschutzorganisationen auf La Palma:

UPA La Palma
Bizum 654 344 916
Konto:
ES05 0073 0100 5805 0610 7955

Benaware:
Bizum: 699 627 943
Konto:
ES96 2100 7104 0002 0005 0887

Aanipal:
Bizum: 670 696 329
Konto:
ES35 2038 7294 0460 0014 2897

Spenden
27 September, 2021

Es sind verschiedene Spendenaufrufe publiziert worden, auch private. Diese Spendenaufrufe sind gutgemeinte Initiativen, der Initiant muss sich aber bewusst sein, dass dies schnell auch steuerliche Probleme für die Privatperson mit sich bringen kann. Wenn die Buchhaltung nicht lückenlos und lege artis geführt wird, werden plötzlich Steuern auf bereits verteiltem Geld fällig. Ich überlasse das den Profis und das beste ist, diese Spenden zu zentralisieren, bei den Gemeinden und offiziell angemeldeten Vereinen wie dem Tierschutz.

Ich werde mich heute unter anderem diesem Thema widmen und dann offizielle Kontoinformationen publizieren.

Vulkaninformation Montagmorgen
27 September, 2021

[07:57 h LT] Guten Morgen. Auf La Palma wird es langsam hell. Nachdem der Vulkan gestern Abend sehr aktiv war und extrem heisse ( ca 1.200°C) flüssige Lava ausfloss, hat er sich nach Mitternacht deutlich beruhigt. Ich traue dem Biest aber nicht. Das wird wahrscheinlich eine Siesta sein bevor er wieder erwacht.

Bereits überall mitgeteilt, trotzdem noch einmal: Es ist möglich, dass die Lava das Meer erreicht. Es ist sehr viel, sehr flüssiges Material entweicht und immer noch auf dem Weg nach unten. Auch wenn es sich oben beruhigt, das Material über mehrere Kilometer fliesst weiter nach unten. Wenn die Lava mit dem Meerwasser in Kontakt kommt, dann können sich toxische Gase bilden. Deshalb haben die Behörden einen Lock-Down für folgende Gebiete in Tazacorte angeordnet: San Borondón, Marina Alya, Marina Baja und la Condensa. Diese Massnahme gilt bis auf Widerruf.

Weitere Häuser zerstört
26 September, 2021

[22:10h LT] Erbarmungslos hat der dritte Lavafluss eingesetzt und wie gemeldet die Kirche von Todoque vernichtet. Die Lava fließt mit recht grosser Geschwindigkeit weiter in Todoque runter und wird auf ihren schrecklichen Weg noch weitere unzählige Häuser zerstören. Der Horrorfilm geht weiter, jeden Tag neues Leid.

Auch unser geliebtes Restaurant die Bar Timaba auf dem Kirchplatz in Todoque wurde dem Erdboden gleich gemacht. Die Wirte haben alles verloren und suchen dringend ein Haus oder Apartment für drei Personen mit Hund.
Wenn ihr meine Nachrichten schätzt, ist das der Moment etwas zurückgeben zu können:

Aktiviert Eurer Netzwerk! Wenn ihr was habt sendet mir eine Information und ich übermittle euch die Telefonnummer von Manuela!

DM an roger.frey@idafe.com

Danke
26 September, 2021

Hier ein Dankeschön für die vielen Mitteilungen die ich auch per Mail erhalten habe. Ich lese zwar alle, kann aber im Moment unmöglich alle beantworten. Täglich wird der Blog von 2.000 - 3.000 Leuten gelesen und mein Fokus wird weiterhin dahin gehen, Informationen zu bschaffen, aufzuarbeiten, zu prüfen und wenn möglich realistisch und ehrlich zu liefern. Im Moment ist es mir aber nicht mehr möglich alle Mitteilungen zu beantworten. Ich bitte um Verständnis. Besten Dank dafür. Es ist gut zu spüren, dass man in der Katastrophe nicht alleine ist.

Es gibt aber auch ein Danach, ein Wiederaufbau. Wir wissen noch nicht wann das ist, es wird aber kommen. Dann brauchen wir die La Palma Fans. Dann brauchen wir dich! Sobald die Situation sicher ist, die Infrastruktur wieder funktioniert, dann brauchen wir die Besucher! Kommt dann wieder nach La Palma in den Urlaub. Alle kleinen Businesses haben extrem gelitten. Ein Ausbleiben dieser Unterstützung würde uns noch härter treffen. Ab wann das ist werdet ihr natürlich auch hier erfahren.


Vulkaninformation Sonntag Abend
26 September, 2021

[13:30 h LT] Bin vor kurzer Zeit bei mir zuhause angekommen die rund 200 Personen aus Tajuya und Tacande welche am Freitag evakuiert wurden durften zurück. Nun bin also wieder in der unfreiwilligen ersten Linie und noch am Einrichten. Die Explosionen sind weniger stark wie am Freitag als wir evakuieren mussten.

Der Vulkan hat einen Seitenkrater gebildet aus welchem extrem flüssige Lava fliesst. Diese hat sich einen neuen Weg nördlich des Lavastroms 1 gebahnt und die Situation in Todoque selber schnell und dramatisch verschlechtert. Leider muss ich berichten, dass vor kurzer Zeit auch die Kirche von Todoque eingestürzt ist. Es ist leider mit dieser Entwicklung damit zu rechnen, dass ein beachtlicher Teil von Todoque zerstört wird.

Das muss ich nun einfach so stehen lassen. Es fällt zunehmend schwer, permanent schlechte Nachrichten zu überbringen.

Vulkaninformation Sonntag Morgen
26 September, 2021

[09:25h LT] Die Explosionen von gestern Abend haben in der Nacht nachgelassen. Aber wir wissen bereits, dem Biest ist nicht zu trauen. Immer noch fliesst viel Material raus. Die Veränderungen der Landschaft sind dramatisch. Gestern wurde mir ein Bild unserer Meteo-Club Bodega zugestellt. Es dauerte einen Moment, bis ich begriffen habe, dass das wirklich der Camino Vinagrera ist. Die Bodega steht noch, südlich davon, auf der Straße ein Lavaberg von rund 10m Höhe.

Mir fehlt durch die Distanz und durch den verbotenen Dronenflug ein Teil des Materiales um genauere Aussagen zur Lage der Lavaflüsse zu machen. Wenn ich im Tagesverlauf mehr Informationen aufarbeiten kann werde ich natürlich berichten.

Wir nehmen an, dass heute eine weitere Sitzung stattfindet und wir im Verlauf des frühen Nachmittags wissen, ob wir zurück in unsere Haus fahren können.

Derweil sind fast alle Strassen mit feinem Lavasand bedeckt. Es ist empfehlenswert mehr Sicherheitsabstand einzuhalten denn dieser kann bisweilen rutschig werden.

Vulkaninformation Samstag Abend
25 September, 2021

[21:20h LT] Der vulkanische Tremor hat sich heute Nachmittag stark verringert. Das ist die gute Nachricht, denn damit sind auch die Explosionen plötzlich deutlich weniger geworden. Aber nun, 21:10h kommen bereits wieder Meldungen rein dass sich was verändert hat. Es ist durchaus möglich, dass im Moment gleich ein Teil des Kraters wieder eingestürzt ist oder sich ein neuer Schlund aufmachte. Wir werden die Situation weiterhin beobachten müssen, es ist alles extrem Dynamisch.

Derweil habe ich gesehen, dass sich die Lava am Camino Vinagrera auf dessen Südseite über die Strasse gewälzt hat. Das ist derzeit die nördliche Begrenzung der verschiedenen Lavaströme und alles kommt schon sehr nah an die Industriezone. Ich kenne das Gebiet gut, konnte aber in einer ersten Analyse das Bild nicht mehr einordnen so stark hat sich die Gegend verändert.

Die Vulkanologen erklären indessen, dass das alles normal sei für eine Vulkanausbruch des Typs Stromboliano. Wenn man die Bevölkerung fragt, findet das gerade keiner Normal, nicht einer und etwas mehr Sensibilität in der Sprache würde auch in der Wissenschaft manchmal nicht schaden.

Pressekonferenz
25 September, 2021

Heute um 1:30h wurde eine Pressekonferenz abgehalten. Die Zusammenfassung:

Evakuierte Menschen können heute nicht zurückkehren. Morgen gibt es eine neue Beurteilung. Neue Lava floss in 12h 1km weit, verlangsamt sich aber dramatisch auf ca. 30 m/h. Der erste Lavastrom ist vollständig zum Stillstand gekommen. Die Seismizität ist geringer als zu Beginn. Die Luftqualität ist gut. Entgegen Gerüchten im Netz schliessen die Experten Sauren Regen kategorisch aus.

Der Niederschlag in Form von feinem Sand (Pyroklasten) ist nicht giftig, kann aber Lungen und Augen irritieren. Es wird erneut darauf hingewiesen, dass bei Arbeiten mit dem Sand unbedingt FFP2 Maske und Schutzbrille getragen werden soll.

Vulkaninformation Samstag Mittag
25 September, 2021

[13:25h LT] Westlich vom ursprünglichen Krater hat sich ein weiterer Vulkan gebildet. Gemäß einem Bericht von RTE soll die Montaña Rajada ausgebrochen sein. Die Information scheint mir plausibel ist aber eine weitere schlechte Nachricht für den Dorfkern von Todoque. Die ausfließende Lava hat sich offensichtlich kaum verlangsamt. Wo sie derzeit genau steht kann ich noch nicht sagen.

PEVOLKAN hat sich noch nicht nach ihrer Sitzung gemeldet. Sie wollten ein weiteres Bolletín erarbeiten und auch mitteilen, ob die gestern in Tacande evakuierten Personen wieder zurück in ihr Haus können oder zumindest kurz zum Rechten schauen dürfen. Man vergisst trotz Checkliste doch ein paar Sachen wenn man in 5 Minuten das Heim verlassen muss.

Die Evakuierten Gebiete sind derzeit abgeriegelt. Überall Polizeikontrollen und wenn Gebiete kurzfristig zugänglich gemacht werden muss eine Residencia vorgezeigt werden.

Vulkaninformation Samstag Morgen
25 September, 2021

[08:26h LT] Die Explosionen von gestern haben dazu geführt, dass sich das eine Loch westlich des Vulkans nun mit dem oberen Schlund verbunden haben. Die Lava fließt nun aus diesem erneut nach Westen, zuerst über den ersten Lavafluß und nun eventuell etwas nördlich von diesem. Hier bin ich mir noch nicht ganz sicher da diese Information aus dritter Hand kommt. Die Lava ist aber südlich des Callejon de la Gata, dem Industriequartier.
Das Problem im Moment ist die hohe Geschwindigkeit der Lava die damit erneut Todoque bedroht.
Ab und zu hören wir die Eruptionen sogar in Puntagorda. Das "Ding" zeigt am Tag 6 noch nicht die leisesten Zeichen von Altersschwäche.

PEVOLCA hat angekündigt, dass die gestern evakuierten Personen von Teilen aus Tacande erst wieder nach Hause dürfen, wenn es sicher sei. Das heisst wir wissen noch gar nichts...

Die Evakuation verlief rasch und die meisten der 200 evakuierten fanden wie wir private Unterkünfte. Ein paar Gehbehinderte und betagte Personen hat man in die Kaserne El Fuerte in Sta. Cruz gebracht. Wenige weitere in ein Hotel in Fuencaliente. In der Kaserne ist die Betreuung durch das rote Kreuz sichergestellt.

Die Bilanz ist bereits jetzt verheerend: 420 Häuser und 191 ha Land wurden schon zerstört.

Evakuation
24 September, 2021

[21:50 h UTC+1] Wir sind in Puntagorda bei Freunden in Sicherheit. Angenehme Ruhe, eine Nacht ohne Explosionen :-)
Heute Nachmittag gab es ein kleines Chaos bei den Behörden, weil zuerst ein "Confinamiento" also ein Einschließen angeordnet wurde, was soviel bedeutet wie im Haus bleiben. Aber nur Minuten später musste die Evakuation befohlen werden. Beide Pressemitteilungen kamen praktisch gleichzeitig raus was dann Unsicherheit bewirkte. Die Explosionen im Krater haben einen weiteren Schlund am Vulkansockel geöffnet, aus welchem plötzlich schnell und viel Lava ausfloss. Weil die Entwicklungen so dynamisch waren und die Explosionen extrem heftig konnte nicht mehr ausgeschlossen werden, dass Lavabrocken auch über die festgelegten 2.5 km fliegen und damit war die Evakuation notwendig.
Das ganze kam sehr schnell. Die Polizei hat uns gerade 5 Minuten gegeben um das Haus zu räumen. Zum Glück waren wir vorbereitet.

Ich habe nun das "Feldbüro" eingerichtet, bin aber natürlich nicht mehr nah dran und muss mich in Bezug auf die weitere Berichterstattung wieder durch einlesen. Wenn heute Abend nicht noch was spezielles passiert belasse ich es dann mit diesem Bericht.

Tacanade wird Evakuiert
24 September, 2021

Kann leider im Moment nicht mehr weiter berichten, Tacande und Tajuya werden evakuiert. Bitte befolgen sie die Mitteilungen der Behörden.

Freitag 15:20h

Vulkaninformation Freitag Mittag
24 September, 2021

[14:00 h] Das neue Bolletín ist publiziert worden. Was wir bereits hören, dass die Eruptionen anhalten und stark sind wird darin noch einmal geschildert. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass im Umkreis von 3km Fensterscheiben zerstört werden. Saurer Niederschlag wird für die nächsten 24h ausgeschlossen. Weil die Vulkanasche sehr fein ist sollten die Atemwege geschützt werden. Die Behörden empfehlen FFP 2 Masken. Die Asche ist nicht giftig.
Die Aschewolke steigt bis auf 6km Höhe und der Wind trägt sie bis nach La Gomera. Auch dort wurden Masken empfohlen, chirurgische.

Weiter schreiben die Vulkanologen, dass sich der erste Lavafluss nur noch sehr langsam bewegt, mit 1 m pro Stunde. Der zweite leicht südlich gelegene Lavafluss bewegt sich mit 13 m/h und soll sich im Tagesverlauf auf 12 m/h verlangsamen. Die Deformationen der Oberfläche haben sich stabilisiert.

Aufgrund der Höhe der Lavaflüsse muss an deren Spitze damit gerechnet werden, dass sich große Brocken lösen können und unvermittelt wegrollen. Der Aufenthalt in einem Umkreis von 2,5 km sollte vermieden werden. Für letzteres sorgen ja die Evakuationen. Wenn Sie auf La Palma sind, bleiben sie wachsam und befolgen sie die Anweisungen der Behörden.

Der Flughafen ist seit heute morgen 8h nicht mehr angeflogen worden. Binter teilt mit, dass im Moment alle Flüge sistiert sind. Das ist insofern gut, als dass wir über das Wochenende nicht noch mehr Gaffer bekommen.

Vulkaninformation Freitag morgen
24 September, 2021

[11:20h LT] Der Vulkan ist immer noch aktiv. Die letzte Nacht war er etwas ruhiger die Aschewolke ist aber sehr hoch. Der Wind in der Höhe ist schwach aus NW und ein Teil der Asche wird nun in Richtung La Gomera verfrachtet. Es scheint, dass sich die Eruptionszone verbreitert hat und so etwas  Druck vom System genommen wird. Die Verformung der Oberfläche ist sein gestern stabil. Es fliesst offensichtlich gleich viel Magma ein wie als Lava und Asche ausfließen kann. Zwischendurch gibt es aber wieder starke Explosionen. Dazu habe ich zwei Erklärungen erhalten: Erstens kann es sein, dass visköseres Material einfliesst, was zu einem Rückstau führt welcher sich dann explosionsartig auflöst oder zweitens es kann sein, dass ab und zu unterirdisch Wasser in die Magma gelang welches sich dann explosionsartig ausdehnt und die Lava schlagartig ausstösst.

Der gesamte Luftraum wurde für private Dronen gesperrt. Ich kann deshalb ab sofort auf deutlich weniger Bildmaterial zurückgreifen um laufend Lageberichte zu erstellen. Ein Dronenpilot welcher gutes Bildmaterial lieferte wurde gebüsst, die Drone konfisziert.

Ein Hausbesitzer aus Todoque hat heute morgen gemeldet, dass sich der zweite Lavastrom verlangsamt hat.

Ein weiteres Problem was auf uns zukommt ist der Vulkantourismus. Personen die kurzfristig anreisen vielfach im Mietauto übernachten und kaum Geld hier lassen. Ich habe gelesen, dass am Wochenende mindestens 1.500 Personen anreisen werden die dann wahrscheinlich einmal mehr die Straßen verstopfen. Für Personen an der Evakuationsfront wie zum Beispiel der Echedey ist es vielleicht besser, den Einkauf heute zu erledigen. Ja, das hat uns leider auch noch gerade gefehlt!

Leerstehendes Haus  offeriert
Leerstehendes Haus offeriert
23 September, 2021

Vulkaninformation Donnerstag Nachmittag
Vulkaninformation Donnerstag Nachmittag
23 September, 2021

[15:41h] Die Lava fliesst mehrheitlich südlich der Montaña Rajada und dann nördlich um die Montaña Cogote rum. Die große Solaranlage und die westlich davon gelegenen Häuser hat sie verschont. Die Lava vom neuen Fluss 2 fliesst gemäß ElTime mit rund 4 m pro Stunde und ist noch 1,48 km von Todoque entfernt. Das würde aber bedeuten, dass sie zum Erreichen von Todoque 15 Tage braucht. Da scheint was nicht aufzugehen, denn sie wird von Beobachtern als deutlich schneller als der Lavafluss 1 bezeichnet.

Wenn sich die Zwei treffen, könnte das erneut eine große Gefahr für den Dorfkern von Todoque darstellen.

Der Vulkan macht auch heute andere Geräusche. Deutlich weniger Explosiv aber er stößt Unmengen von Asche aus. Dazu sieht man, dass sehr grosse Lavateile mit unglaublicher Geschwindigkeit in die Luft geschleudert werden. Vulkanologen haben heute von Überschallgeschwindigkeit gesprochen. Das Biest hat bisher 350 Häuser zerstört.

Wohnmöglichkeit
23 September, 2021

Ein super hilfsbereites Paar hat einige leerstehende Wohnungen in Tijarafe und Tazacorte der Gemeindeverwaltung von Tijarafe gemeldet. Falls sie das Haus verloren haben und eine Unterkunft suchen, melden sie sich dort.

Telefon oder WhatsApp 605 96 45 06

Luftraumsperrung
23 September, 2021

[13:15 h LT] Per sofort wird der gesamte Luftraum von La Palma für Gleitschirmpiloten und Dronen gesperrt. Bei ersteren mache ich mir keine Sorgen. Das Hauptfluggebiet ist im Moment eh gesperrt, aber bei den Dronenpiloten bin ich mir nicht ganz sicher, ob die das Verbot einhalten. Vorgestern Nacht ist sogar eine Drone neben meinem Haus abgestürzt. Heute sind die Teile verbreitet und die Ausbildung zum Teil nicht vorhanden oder sehr lückenhaft.

Vor paar Minuten ist der Spanische König in einem Superpuma vorbeigeflogen um sich ein Bild der Lage zu machen.

Ob die Sperrung für Dronen einen Zusammenhang mit dem Besuch hat weiß ich nicht. Wahrscheinlich nicht, sonst wäre die Sperrung gestern bekanntgegeben worden, nicht heute.

Vulkaninformation Donnerstag Morgen
Vulkaninformation Donnerstag Morgen
23 September, 2021

[09:10 h LT] In der letzten Nacht war der Vulkan etwas ruhiger. Er schleudert wieder Material sehr weit in die Höhe, die Explosionen waren deutlich schwächer. Gestern Abend gab es einen Rumpser welcher sogar in Los Llanos Fensterscheiben erzittern liess. Der Vulkan könnte den Namen "Tajogaite" erhalten, nach dem alten Flurnahmen der Benahoritas dieses Gebietes. Anderer Name im Spiel ist "Cabeza de Vaca".

Die obenstehende Karte von Open Streetmaps ist offensichtlich sehr aktuell. Der Vulkan und die zwei Lavafelder sind eingetragen und entsprechen den Meldungen die ich gestern erhalten habe.

In El Paso ging in der letzten Nacht auch viel Asche runter. Alles ist mit feinem schwarzem Sand bedeckt der in Tacande 1-2 mm dick ist. In Las Manchas wurden gestern bereits gebietsweise Höhen von über 30 cm gemeldet.

Die Straße von Tazacorte nach Puerto Naos ist nicht verschüttet. Gewerbetreibende können heute mit Polizeibegleitung persönliche Dinge abholen. Es wird ein Aufenthalt von 15 Minuten gewährt. Wer nach Naos muss, soll sich beim Fussballplatz in Tazacorte einfinden. Mehrere Fahrzeuge werden zusammen gefasst und begleitet. Derzeit gibt es schon einen Stau.

Vulkaninformation Mittwoch Abend
Vulkaninformation Mittwoch Abend
22 September, 2021

[21:10h] Letzte Info für heute hoffe ich. Der Vulkan hat wieder einen anderen Rhythmus angenommen. Die Magma ist wieder flüssiger, die Explosionen sind weniger. Eine gewisse Ästhetik kann man dem Kegel mit seiner laufend ausgestossenen Lava nicht absprechen. Aber die Erinnerung an das viele Leid welches er schon verursachte, lässt diesen Gedanken gleich wieder verblassen.

Heute Nachmittag hat sich die Dynamik einmal mehr verändert. Es sieht so aus, dass nun vermehrt Lava über die Südseite der Montaña Rajada vor dem Fußballfeld Las Manchas runter fließt. Der Abfluss von Lava auf der Nordseite der Montaña Rajada hat sich deutlich verlangsamt. Das könnten gute Nachrichten für Todoque sein. Der Lavastrom stoppte praktisch wie im oberen Bild ersichtlich an der Hauptstrasse. Das Restaurant Altamira und dessen Aussenbereich sind aber zerstört worden. Wenn sich diese Lavazunge nicht mehr weiter bewegt, könnte sie sich auskühlen was die Rettung für den Dorfkern und die Kirche bedeuten könnte. Schlechte Nachrichten aber für den Bereich südlich der Montaña Rajada, den Friedhof Las Manchas, die Solaranlage und weitere Häuser in diesem Bereich.

Vulkaninformation Mittwoch Nachmittag
22 September, 2021

[16:55h] Gerüchte, wonach sich ein weiterer Lavaschlund eröffnet hat, machten heute schnell die Runde. Ein Video von einem Palmero wurde geteilt der aus dem fahrenden Auto diese Information übermittelte. Dies mündete in Gerüchte bis dass in Jedey ein weiterer Vulkan ausgebrochen sei. Das alles ist nicht korrekt und entspricht nicht dem derzeitigen Stand der Entwicklung.

Einmal mehr muss ich aufrufen, dass keine ungeprüften Informationen geteilt werden. Audios auf WhatsApp wo nicht klar ist, wer spricht und wann die Aufnahme gemacht wurde sollte man auch nicht teilen. Auch keine Videos ohne Ort und Zeitangabe. Die Nerven liegen bei vielen nun definitiv blank und es ist unfair, mitzuhelfen die Gerüchteküche noch weiter anzufachen.

Der Vulkan ist wieder zu seinen Explosionen von gestern zurück gekehrt. Es knallt in Abständen von 5 bis 10 Minuten sehr heftig. Informationen vom der Lavazunge habe ich keine mehr erhalten. Heute Morgen wurde auch das Restaurant Altamira in Todoque von der Lava zerstört. Die Lava dringt im Moment mit einer Geschwindigkeit von 4 m / Stunde vor (Information 1-1-2 Canarias) während der letzten Nacht waren es "nur" 15 m.

Von meinem Haus aus kann ich immer noch die Kirchturmspitze von Todoque sehen, aber das reicht nicht für eine Einschätzung der Lage. Heute ist es zudem stark bewölkt ab und zu setzt Nieselregen ein und der Vulkan ist kaum zu fotografieren. Die einzelnen Explosionen sind aber sehr stark, deutlich stärker als gestern. Was das genau zu bedeuten hat, müssten Vulkanologen beurteilen. Sicher eine andere Zusammensetzung des Materials.

Gute Nachrichten in Bezug auf die gestern beobachtete Anhebung des Geländes um Puerto Naos und Todoque von 30 cm. Diese hat sich heute gelegt, was bedeutet, dass nicht mehr Magma nachfließt als auch aus dem Vulkan ausfließt. Der Druckaufbau hat nachgelassen.

Weiter führt der Vulkan zu einem Ascheregen. Ganz feiner Sand, wie am Strand von Puerto Naos wird überallhin getragen. Er erreicht in einigen Gebieten bereits eine Höhe von 20 - 30 cm. Auch Bananenplantagen wurden mit Sand eingedeckt. Die unschönen Plastikabdeckungen erweisen sich nun als Falle. Der Sand legt sich darauf nieder. Verfinstert die ganze Plantage und wenn das Plastik reist, fallen Kiloweise Sand runter und zerstören die Pflanzen.

Haus zu vermieten?
22 September, 2021

Mein Geschäftspartner Javier musste aus Todoque evakuieren und sucht nun ein Haus oder Apartment in Los Llanos oder El Paso. Es muss für drei Personen und Rollstuhlgängig sein.
Wenn sie was frei haben, melden sie sich bitte bei ihm info@palmaclub.com

Erreicht die Lava das Meer?
22 September, 2021

Im Moment ist dieses Szenario wieder etwas in den Hintergrund gerückt. Die äusserste Schicht der Lava hat sich auf dem 3,6 km langen weg nach Todoque so stark abgekühlt, dass sie extrem dickflüssig geworden ist. Das führt dazu, dass sich die Vorwärtsgeschwindigkeit weiter vermindert. Da aber immer noch viel Material nachfließt wird der Lavastrom nun höher und breiter. Das bringt keine Entwarnung für Todoque, die Lava dringt auch nach West, aber deutlich langsamer.

Vulkanupdate Mittwoch morgen
Vulkanupdate Mittwoch morgen
22 September, 2021

[09:25h]
Guten Morgen. Gestern Abend war der Vulkan sehr explosiv und hat in kurzen Abständen heftige Explosionen produziert die Fensterscheiben erschüttern liessen. Die Lava flog nicht sehr hoch und fiel dann noch glühend auf den Vulkankegel. Heute morgen früh ein anderes Bild. Die Geschwindigkeit mit welcher die Lava aus dem Schlund schoss hat sich deutlich erhöht. Diese flog so hoch, dass sie sich beim runterfallen soweit abkühlte, dass kaum mehr Glut auszumachen war. Vergleichen Sie die zwei Videos auf Twitter.
Nun hat der Drache sein Verhalten erneut verändert und stellt sich im Moment als Mischung beider Arten dar. Etwa alle 5 - 10 Minuten knallt es im Moment.

Auch heute sind die Windverhältnisse für die nicht evakuierten Gebiete gut. Die Asche und die Gase werden mehrheitlich nach Südosten auf das Meer geblasen. Das ist insofern auch wichtig, als dass es am Nachmittag vielleicht etwas Niederschlag geben kann. Dieser kann beim Vermischen mit glühender Lava giftige Gase produzieren.

In der Zwischenzeit hat die Lava den Kreisel von Todoque erreicht. Sie fliesst nun sehr langsam mit einer Geschwindigkeit von geschätzt 300 m pro Tag. In der Presse melden sie deutlich höhere Geschwindigkeiten aber es wird einmal mehr offensichtlich abgeschrieben ohne eine Plausibilitätsprüfung zu machen. Es wurden Geschwindigkeiten bis 5 km/h gemeldet. Wäre das so, hätte die Lava ja schon längst das Meer erreicht!

Am Kreisel von Todoque kämpfen einige Helden mit einem Schaufelbagger gegen die unaufhörlichen Gluten. Diese sind neben beim Restaurant Altamira in den frühen Morgenstunden bis zur Straße gelangt.

Leider werden wir auch in den nächsten Tagen weitere Schicksale erleben müssen. Der Vulkan ist nicht gnädig und zerstört alles was ihm in den Weg kommt.

Sozialdienst El Paso
21 September, 2021

ZENTRALISIERTE TELEFONLEITUNGEN‼️Das Rathaus von El Paso hat Telefonleitungen eingerichtet, um die Hilfe für die vom Vulkanausbruch Betroffenen zu koordinieren.

Personen und Einrichtungen, die bei der Unterbringung von betroffenen Familien mitwirken können, werden gebeten, sich an die Nummer 689542688 zu wenden.

Für Sachspenden und logistische Unterstützung steht die Telefonnummer 680443551 zur Verfügung.

Wenn Sie sich dem Team von Freiwilligen anschließen möchten um bei der sozialen Betreuung der Opfer zu helfen, können Sie sich unter der Nummer 638780770 melden.

Die Nummern sind von 09:00h bis 13:00h bedient.

Vulkaninformation Dienstagnachmittag
21 September, 2021

[17:15h]

Die Lava fliesst langsam weiter in Richtung Todoque. Sie ist jetzt rund 200 m vom Dorfkern entfernt. Die Strassen in Todoque sind im Moment noch frei.

Derweil hat der Vulkan den Tonfall gegenüber  gestern verändert. Gestern simulierte er ein Kampfflugzeug heute eher Feuerwerk oder ein Gewitter, aber kräftig. Phasen von kurzer Ruhe werden mit einer Explosion beendet und diese Zyklen halten an.

Information der Behörden
21 September, 2021

[16:30h]
Das Cabildo zusammen mit der Regierung der Kanaren und Spanien informierte heute an einer Pressekonferenz über die Situation.

Nach wie vor kann keine genaue Aussage über den weiteren Verlauf des Ausbruchs gemacht werden. Die Vulkanologen gehen aber davon aus, dass dieser Wochen dauern könnte. Weil gestern unzählige Schaulustige nach Sonnenuntergang den gesamten Verkehr von Los Llanos nach El Paso lahmgelegt haben, bittet das Cabildo die Leute davon abzusehen und die Strassen für Evakuierungen und Rettungsaktionen frei zu halten. Es wird auch darauf hingewiesen, dass der Moment wo die Lava ins Meer fließt äusserst gefährlich sein kann. In dem Moment bilden sich mit dem Wasser gefährliche Gase die bei zu geringem Abstand tödlich sein können.

Der Spanische Ministerpräsident bleibt noch auf der Insel und morgen wird sogar der König auf La Palma erwartet. Die Aufmerksamkeit ist insofern gut, als dass das Geld für den Wiederaufbau von diesen Gremien bestimmt wird. Und Geld werden wir viel brauchen, sehr viel.

Vulkan Update Dienstagnachmittag
Vulkan Update Dienstagnachmittag
21 September, 2021

[15:00h] Die Aktivität des Vulkans ist heute mehr pulsierend. Ruhigere Phasen gefolgt von lauten Explosionen. Es hat sich leider eine weitere, relativ starke Deformation von bis zu 30 cm gebildet. Diese ist in der obenstehenden Grafik ersichtlich. Solche Deformationen entstehen, wenn in die Magmakammer mehr Material rein fließt als rausfließen kann. Das bedeutet, dass sich der bestehende Vulkan entweder verstärkt oder sich die Lava einen weiteren Ausgang sucht und einen zweiten Vulkan entstehen lässt. Beides sind keine guten Entwicklungen. Die Unsicherheit ist derzeit groß, das Touristenzentrum Puerto Naos evakuiert und die Lava ist sehr nahe am Ortskern von Todoque.
Ich mache es ungern, aber ich muss für die nächsten Tage vor Reisen auf die Südwestseite von La Palma abraten! Der Norden und der Osten sind nicht betroffen, der Flughafen offen. Die Gesamtschau der Entwicklungen lässt noch nicht aufatmen.

Vulkan Update
21 September, 2021

Wie bereits berichtet: Unterhalb des Vulkankegels hat sich gestern ein neuer Schlund aufgetan aus welchem Lava fließt und die gemäss einem Artikel in ElTime mit 5km pro Stunde vorwärts bewegen soll. Diese Information kann nicht stimmen. Die Distanz vom neuen Schlund zum Meer sind ja nur 5 km und die Lava hat das Meer noch lange nicht erreicht. Aber sie fließt deutlich schneller als die nun etwas südlich gelegene, die sich auf Todoque zu bewegt, aber nun fast zum Stillstand gekommen sei.
Gemäß dem Luftbild auf ElTime befindet sich dieser neue Lavafluss leicht südlich des Gallejón de La Gata, dem Industriegebiet.

Fake Evakuation
20 September, 2021

[23:30 h] Ich habe mich nicht mehr gemeldet, weil ich nach Los Llanos ging um endlich etwas weg von diesem zermürbenden Lärm des Vulkans zu sein. Bei der Rückfahrt war im im größten Stau den La Palma jeh gesehen hat und ich bin zurückhaltend im Superlativ. Endlich in Tacande angekommen wurde mitgeteilt, dass Tacande evakuiert wird. Weil meine Nachbarn nichts wussten habe ich die 112 angerufen. Die gaben mir die Nummer von CECOPIN 922 43 76 50 ein netter Herr bestätigte die Evakuation. Ich frug noch nach ganz Tacande, arriba abajo einfach alles. Er bestätigte nett. Nachdem wir alles gepackt hatten fuhren wir los in Richtung Fussballzentrum El Paso. Bei der ersten Polizeikontrolle habe ich noch einmal nachgefragt und siehe da: eine Fake mini Evakuation. Meine Strasse sei noch nicht evakuiert.
Also für alle: Tacande ist evakuiert worden aber nur ab der Echedey in Richtung Süd. Alle Teile des Barrios welche nördlich liegen und inklusive Calle Echedey sind derzeit nicht zu evakuieren.

Warum das: Es erfolgten weitere Beben und es hat sich unterhalb des Vulkankegels ein neuer Riss aufgetan. Aus diesem entweicht im Moment deutlich explosivere Lava. Diese fließt nach meinen letzten Informationen im Gebiet von Callejón de la Gata, also dem Industriezentrum in welchem sich auch der Punto Limpio befindet, runter.

Spendenkonto Los Llanos
20 September, 2021

ℹ️ 🌋
Das Rathaus von Los Llanos de Aridane hat ein Bankkonto eingerichtet, um Spenden von Privatpersonen, Unternehmen oder anderen Organisationen zu sammeln, die den Betroffenen des Vulkans helfen wollen.

Zahlreiche Personen, Unternehmen und Verbände haben sich an die örtliche Körperschaft gewandt, so dass das Rathaus ein Bankkonto zur Verfügung stellt, das ausschließlich für die Beseitigung der durch den Vulkan verursachten Schäden verwendet wird.

Die Kontonummer lautet wie folgt:

IBAN ES06 2100 1921 1902 0014 1752
Die folgenden Angaben müssen gemacht werden:
- Name des Absenders.
- Konzept: "Donación volcán La Palma".
- Adressat: Ayuntamiento de Los Llanos de Aridane.

👐🏻Dies ist eine sehr schwierige Zeit für alle palmeros und palmeras, deshalb danken wir allen Menschen, Unternehmen und Institutionen für ihre Bereitschaft und Großzügigkeit, allen Familien zu helfen, die vom Ausbruch des Vulkans betroffen sind.

Vulkankonus
Vulkankonus
20 September, 2021

[17:00 h] Der Vulkan wächst stündlich in die Höhe und von der Seite sieht man deutlich den neu entstandenen Konus Dieser hat in der Zwischenzeit eine Höhe von mindestens 50 m erreicht. Oben eine Foto, die ich vor einer halben Stunde in der Nähe der Shell El Paso.

Private Mails
20 September, 2021

Seien sie mir nicht böse, aber ich erhalte unzählige private e-Mails mit Anfragen die ich in der derzeitigen angespannten Lage nicht alle beantworten kann. Ich werde weiterhin hier im Blog und auf Twitter über die Situation berichten, kann aber leider unmöglich auf jedes einzelne Problem eingehen. Es tut mir leid.

Video
20 September, 2021

[16:48h] Auf Youtube werden verschiedene Videos von Dronen publiziert. Hier ein Link eines Videos das veranschaulicht, wie die Lava sich ihren Weg weiter nach Westen pflügt und dabei nichts aber auch gar nichts stehen lässt. Das Video scheint vor ein paar Stunden aufgenommen worden zu sein. Die Lava ist schon deutlich weiter nach West geflossen und bedroht das Dorf Todoque.

In der Zwischenzeit ist auch der Vulkan stetig gewachsen und hat nun bereits eine deutliche Kegelform. In Richtung Süd scheinen sich weitere kleinere Vulkane gebildet zu haben und aus diesen fließt Lava südlich der Montaña Rajada runter.

Lavafluss
20 September, 2021

[12:16h]

Madre mia, es fällt mir zunehmend schwer objektiv über das alles zu berichten. Es ist grauenhaft wie viele Häuser bereits vernichtet wurden und der Lavafluss wird mit jedem Meter, mit welchem er nach Westen fließt breiter. In einem Video sah ich, dass die Spitze geschätzt 500m breit ist und schätzungsweise noch einen Kilometer östlich der Hauptstrasse Todoque - Las Manchas ist. Weil das Gelände nirgendwo eine Schlucht aufweist, wird das wahrscheinlich kaum besser und betrifft dann noch mehr Häuser.  Alles ist eine absolute Katastrophe für tausende Menschen die auf La Palma leben oder hier eine Existenz aufgebaut haben!

Evakuation von Touristen
20 September, 2021

[11:30 h]

Der Tourismusdirektor Raúl Camacho gibt bekannt, dass sie während der Nacht bei den Treffpunkten 354 Touristen identifizieren konnten, die La Palma verlassen wollten. Die Tourismusbehörde hat mit Fred Olsen zusammen gearbeitet und ermöglicht, dass diese Personen bereits heute nach Teneriffa ausreisen konnten.

Falschmeldungen
20 September, 2021

[11:20h]

Das Cabildo de La Palma informiert, dass weiter Falschmeldungen kursieren und bittet die Bevölkerung nur von offiziellen stellen Informationen entgegen zu nehmen. Die letzte Falschmeldung ist die, dass Wasser im betroffenen Gebiet vergiftet sei und nicht mehr verwendet werden könne. Das ist eine Falschmeldung. Die Techniker des Cabildo testen die Wasserqualität laufend.

Eine gute Quelle ist die Facebookseite vom Cabildo:

https://www.facebook.com/cabildo.delapalma

Information Montag 10:45h
20 September, 2021

Die Lava fließt weiter in Richtung Todoque und hat vor kurzem einen Masten der Stromleitung im Bereich Camino Pastelero umgelegt. Unsere Kameras am Startplatz in Puerto Naos funktionieren noch, was bedeutet, dass Puerto Naos keinen Stromausfall hat. Das ist eine wichtige Information für die Restaurantbesitzer.

Derweil geht der Ausbruch weiter. Manchmal beruhigt sich der Vulkan und man atmet auf, dann merkt man gleich wieder, dass es nur ein Zyklus war und er umso heftiger wieder Lava ausspuckt. Ob all dem Unheil ist  es erstaunlich, das praktisch keine Feuer ausgebrochen sind und sich die Feuer auf den Bereich des Lavaflusses beschränken. Bei dieser wurde übrigens gestern eine Temperatur von >1050°C gemessen.

Aktuelle Information Montag
20 September, 2021

[09:22h]

Es wurden 5.000 Menschen evakuiert. Das lief offensichtlich reibungslos ab. Mehr Evakuationen soll es laut Behörden nicht geben. Das ist natürlich nur so wenn sich die Situation nicht noch verändert.
Ich konnte in meinem Haus bleiben. Es ist 2.8 km vom Vulkan entfernt. Wir haben alle Vorkehrungen getroffen um das Haus so gut wie möglich vor allfälligen Feuern zu schützen. Mehr kann man nicht tun.

Der Vulkan hat in der Nacht pulsiert. Mal wurde er etwas ruhiger, mal wieder lauter. Die Lava floss zuerst nördlich von der Montaña Rajada herunter, Bilder von ElApurón von heute Morgen zeigen, dass nun ein weiterer Lavastrom auf der Südseite der Rajada runter fliesst. Auch dort ist ein Gebiet mit vielen Häusern!

Welches Gebiet genau betroffen ist, kann ich im Moment nicht beurteilen. Heute Morgen um 4h war der Lavafluss noch nicht in Todoque. Da aber alles evakuiert ist, bekomme ich auch nur noch spärlich Informationen. Da heute Morgen bereits wieder ein Helikopter und ein Flugzeug rumflogen, gibt es eventuell im Tagesverlauf Luftaufnahmen.

Es ist indessen wahrscheinlich, dass die Lava einen Weg bis zum Meer sucht und dieses auch erreichen kann. Wenn das Tempo so weiter geht, wird das spätestens mitte Woche der Fall sein. Das würde aber dann auch bedeuten, dass der südliche Teil von Las Manchas und Puerto Naos bis zum Ende des Ausbruchs und dem Einrichten von Notstrassen nur noch über den Süden erreichbar wären.

Es hat etwas Brisa eingesetzt und eine thermische Inversion auf etwa 1.500 m verhindert in Teilen, dass die Gase nach oben entweichen können. Neben dem Umstand, dass man die Rettungskräfte, die versuchen Feuer zu verhindern, nicht stören sollte, ist es auch durchaus möglich, dass im evakuierten Gebiet Gase vom Vulkan die Gesundheit beeinträchtigen können. Auch wenn es einigen schwer fallen wird: Sehen sie im Moment davon ab, ohne Erlaubnis der Behörden ins betroffene Gebiet zu fahren!

Aktuelle Information
19 September, 2021

[18:25h]

Neben dem Informieren muss ich mich auch noch um mein Haus kümmern. Ich bin knapp 3 km nördlich des Lavaflusses und musste mal alles soweit vorbereiten, dass bei einem Feuer ums Haus so gut wie möglich aufgeräumt ist.

Der Vulkan ist weiter aktiv, der Lärm ist beeindruckend. Spürbare Beben haben im Bereich Tacande keine mehr stattgefunden.

Die Lava fließt weiter in Richtung Todoque und ich habe vor ein paar Minuten gehört, dass dort nun aus Sicherheitsgründen auch evakuiert wird. Falls die Lava weiter in Richtung Meer fließt wird Puerto Naos unter Umständen vom Verkehr in Richtung Nord getrennt. Ein Weg beim Tennisplatz in Richtung Secadero und den Süden scheint aber offen zu bleiben, da die Lava im Moment nördlich von den Coladas de San Juan fließt.

Der Alarm wurde nun auf stufe rot angehoben. Das interessiert aber im Moment wohl kaum noch jemanden. Das Ding ist ja nun da und präsent.

Verlauf der Lava
19 September, 2021

[17:04h]

Die Lava ist über die Strasse El Paso - San Nicolas gelaufen und fliesst nun weiter die Alcalá Strasse runter in Richtung Todoque Süd. Wenn sie evakuieren müssen, dann fahren sie nach Norden nach El Paso oder Los Llanos. Es ist gut möglich, dass weitere Strassen verschüttet werden und der Süden dann abgeschnitten werden könnte.

Das Cabildo informiert auch über deren Seite auf Facebook:

https://www.facebook.com/cabildo.delapalma

Ausbruch
19 September, 2021

Der Vulkan ist im Gebiet von Cabeza de Vaca mit einem Knall ausgebrochen. Falls sie sich im Gebiet darunter, also Paraiso und Todoque befinden beobachten sie alles genau. Falls sie wegfahren müssen gehen Sie nach Norden. Sammelstelle Fussballplatz Los Llanos und El Paso

Statement vom Präsi
19 September, 2021

[13:40h]
Der Präsident von La Palma, Mariano Zapata, hat heute um 13h eine Pressekonferenz abgehalten. Dabei wurde noch einmal bestätigt, dass die Alarmstufe im Moment auf gelb bleibt. Trotzdem hat man sich entschieden, Personen mit Behinderungen zu evakuieren. Gestern Nacht kamen ganze Betreuungskolonnen vom Roten Kreuz auf La Palma an und diese haben die Kaserne El Fuerte in Sta. Cruz dafür hergerichtet.

Evakuationen von behinderten Menschen werden heute in folgenden Gebieten vorgenommen:

Charco
Fuencaliente
La Bombilla
El Remo
Puerto Naos
San Nicolás
Jedey
El Paraíso

Boletín oficial
19 September, 2021

[13:10 h]

Das offizielle Boletín "Riesgo Volcánico" ist nun publiziert. Die Stufe bleibt auf gelb. Da haben sich die gemässigteren Stimmen durchgesetzt.

Die Sprache hat sich aber klar verschärft. Es heisst:

"Wir befinden uns in einer prä-eruptiven Phase mit einer großen Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Eruption ereignet. Derzeit gibt es keine Anhaltspunkte, welche die Festlegung eines Zeitfensters ermöglichen. Es wird vorgeschlagen, die Bemühungen zu verstärken und Leute mit grossem Risiko zu evakuieren. Seien sie wachsam für weitere Informationen der Behörden und des Zivilschutzes."

Offizielle Information vom IGN
19 September, 2021

[12:58h]

Die untenstehende Mitteilung ist eine Übersetzung von der offiziellen Homepage der IGN von heute Mittag:

"Die seismische Aktivität in Cumbre Vieja, die am 11. um 3:18 Uhr (UTC) begann, hat sich in den letzten Stunden beschleunigt, mit intensiver Oberflächenseismizität zwischen 0 und 6 km und zahlreichen von der Bevölkerung gespürten Beben. Seit Beginn der Serie wurden 6.632 Erdbeben festgestellt, von denen 1.317 geortet wurden. Heute wurden 327 Erdbeben festgestellt, von denen 86 mit einer maximalen Magnitude von 3,8 mbLg für das Erdbeben um 10:16 Uhr (UTC), das auf der Insel weithin zu spüren war und mit einer Tiefe von 2 km geortet wurden.

Die maximale akkumulierte vertikale Deformation hat sich in der Nähe der aktuellen Beben auf etwa 15 cm erhöht, und ihre Verteilung stimmt mit einem Druckzentrum in diesem Gebiet überein. Diese Verschiebungen wurden sowohl mit dem GNSS-Netz der Insel als auch mit InSAR-Daten (Sentinel-1) beobachtet."

Los Brecitos geschlossen / Orange?
19 September, 2021

[12:30 h]

Wegen möglicher Steinschlaggefahr wurde nun auch die Straße nach Los Brecitos in der Caldera geschlossen.

Es ist durchaus möglich, dass die Alarmstufe heute noch auf orange angehoben wird, das höre ich von zuverlässiger Seite. Das würde dann bedeuten, dass Evakuationen möglich würden. Beachten sie: immer noch im Konjunktiv, möglich würden.

Informieren Sie sich immer nur aus offiziellen Quellen. Es geistert viel Unsinn herum. Wenn ich eine Mitteilung der Behörden habe, werde ich sie publizieren.

mag 3.8
19 September, 2021

Das letzte Beben mit mag mbLg 3,8 um 11:15h LT wurde von ganz vielen Personen auf La Palma registriert.  Es ereignete sich im Gebiet von Cabeza de Vaca etwas nordöstlich der Montaña Rajada praktisch an der Oberfläche, wahrscheinlich ein Spannungsausgleich der sich durch das Anheben einer großen Fläche um Jedey (+12 cm) gebildet hat, den ein Tremor ist nach wie vor nicht registriert worden. Bei mir hat sogar der Spiegel im Bad gewackelt. Im Gebiet des Bebens hat es einige kleine Steinschläge gegeben. Der von vielen festgestellte "Rauch" war aufsteigende trockene Erde.

Gleitschirmfliegen
19 September, 2021

[10:07h]

Das Gleitschirmfliegen über das betroffene Gebiet wurde im Moment verboten, dies hauptsächlich um nicht die Aufklärungsflugzeuge zu behindern. Das betrifft die Startplätze Campanarios und El Gallo. Das Fliegen an der Klippe ist im Moment noch erlaubt, man darf sich aber nicht mit Thermik nach hinten ins Gebiet Las Manchas versetzen lassen.

Wanderwegsnetz
19 September, 2021

[09:40h]
Während ein Flugzeug mit einer Wärmebildkamera schon lange über Las Manchas und Tacande fliegt, meldet das Cabildo de La Palma, dass das Wandernetzwerk in Fuencaliente, Tazacorte, Los Llanos de Aridane, El Paso und Villa de Mazo per sofort geschlossen wird. Die Kleintierjagd, welche am Sonntag und Donnerstag stattfindet, ist auch ausgesetzt worden.

Die schwachen Erdbeben gehen weiter und bewegen sich im Moment immer noch von San Nicolas in Richtung El Paso, mit Zentrum um El Paraíso.

Der Server der IGN ist immer noch überlastet und so kann ich im Moment keine aufgearbeiteten aktuellen Grafiken publizieren. In dem was ich sehen konnte ist aber kein Vulkanischer Tremor ersichtlich der auf aufsteigende Magma hinweisen würde. Die oberflächlichen Erdbeben könnten auch durch Spannungsrisse provoziert werden. Es wurde in Jedey bisher ein Anheben der Erdoberfläche von 12 cm gemessen.

Seismische Krise update 10
Seismische Krise update 10
19 September, 2021

[08:20h]
Die Erdbeben gehen weiter. Die ganze Nacht bebte es schwach. Eine Bewegung in Richtung Nord sowie nach oben ist festzustellen. Heute morgen haben sich zwei Beben über mag 3 ereignet, beide wurden von der Bevölkerung gespürt. Letzteres mit mag 3.2 um 08:12h habe ich auch wahrgenommen als kurzer schwacher Schlag.

In einer ersten kurzen Analyse sehe ich im Moment eine zwar schwache aber eher ungünstige Entwicklung, kann aber einige Daten nicht analysieren, da der Server der IGN wieder überlastet ist. Ich melde mich später noch einmal oder wie immer ganz aktuell auf Twitter @efadi_LP.

Informationsveranstaltung
18 September, 2021

[19h]
Leider wird die Übertragung immer wieder unterbrochen, trotzdem ist eine kleine Zusammenfassung schon jetzt möglich.

Nemesio von INVOLCAN hat mehrere Male klargestellt, dass sie Daten erheben und die Behörden laufend informieren aber dass Vulkanologie leider immer auch wieder Überraschungen bereit hält. Er sagte mehrmals, wir Experten können uns auch irren.

Die Information des Vertreters von IGN war nicht hörbar.

CECOPIN informiert über den Evakuationsplan. Es ist allen sehr wichtig, dass die Bevölkerung informiert ist, was die Behörden vorbereiten. Dass alle die Treffpunkte kennen. Es wurde eine Broschüre erarbeitet welche abgegeben wird. Sobald ich diese erhalte werde ich sie hier publizieren.

Normalerweise werden Evakuationen erst in Alarmstufe orange durchgeführt. Dann werden die ausgearbeiteten Notfallpläne angewandt.

Bei einer angeordneten Evakuation sollen sich Personen welche nicht über ein Fahrzeug verfügen, bei der Bodegón Tamanca (Bürger Gemeinde El Paso) oder Plaza Glorietta (Bürger Gemeinde Los Llanos) einfinden. Personen mit Transportmöglichkeit sollen sich dann umgehend zum den Treffpunkt ihrer Gemeinde begeben.

Nemesio von Involcan stellt noch einmal klar, dass im Fall einer angeordneten Evakuation nicht das ganze Gebiet evakuiert werden würde, sondern wahrscheinlich nur das betroffene in einem Radius von etwa 2 km zum entsprechenden Riss.

Wichtig: "Wir sind nicht am Evakuieren aber am Informieren, das soll klargestellt werden weil laufend Gerüchte rum gegangen sind".

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Fragen aus dem Publikum:

Frage: Kann ich bei einer Evakuation wenn ich nicht im Haus bin in meinem Haus meine Effekten holen?
--> Ja, falls die Situation das erlaubt sicher. Sie sollten aber jetzt die nötigen Sachen vorbereiten.

Frage: Wenn ein Gebiet evakuiert wird, wie stellen sie die Sicherheit sicher.
Antwort: Der Zugang zu einem evakuierten Gebiet wird kontrolliert und keine Leute können mehr rein.

Frage: Hat es einen vulkanischen Tremor?
Antwort: Nein, wir stellen im Moment keinen Tremor fest.

Frage: Ich habe einen Hund, was mache ich?
Antwort: Einen Hund können sie mitnehmen, aber es ist möglich, dass dieser später in einer Sammelstelle für Tiere abgegeben werden muss.

Frage: Wenn die Ampel auf orange geht, wie viel Zeit haben wir bis wir bei der Sammelstelle sein müssen? Wir haben Tiere im Gelände und müssen diese einsammeln.
Antwort: Ich denke nicht, dass das ein Problem sein sollte ihre vorbereiteten Sachen mitzunehmen und sie entsprechend Zeit haben auch die Tiere zu versorgen. Wir denken an bis eine Stunde Zeit die dann bleibt.

Hier habe ich die Direktübertragung verlassen.

Direktübertragung
18 September, 2021

Die Informationsveranstaltung von heute 18h wird direkt übertragen:

https://www.facebook.com/642152599159669/posts/6155003171207890/?d=n

Vorausschauende Planung
Vorausschauende Planung
18 September, 2021

Im Moment bebt die Erde zwar wieder vermehrt, es sind aber keine Anzeichen eines weiteren Aufsteigens von Magma ersichtlich. In der letzten Information der Behörden fällt auf, dass die gewählte Sprache etwas hilflos erscheint. Man möchte auf keinen Fall die Situation überbewerten, trotzdem aber die Zeit der Ruhe benutzen um die Bevölkerung auch auf den Fall partieller Evakuationen vorzubereiten.
Das finde ich absolut sinnvoll und ich versuche deren Informationen hier zu ordnen.

Da man nichts ausschließen kann, sollten sich Personen im von den Beben betroffenen Gebiet im Bereich südlich den Coladas de San Juan bis zu den Coladas de Sta. Cecilia in der Ruhe Gedanken machen, was sie bei einer Evakuation mitnehmen. Eine Liste aufzustellen und vielleicht einen kleinen Koffer zu packen ist unter Umständen sinnvoll. Eine solche Liste habe ich nach dem Feuer aufgestellt um beim nächsten Mal besser vorbereitet zu sein und in plötzlicher aufkommender Hektik nichts zu vergessen. Diese Liste hilft mir nun auch um ein mögliches Vorgehen schon jetzt zu ordnen.

Es wurden 4 Zentren benannt, welche als Treffpunkte dienen würden und die jeder kennen sollte. Falls es zu Evakuierungen kommen werden sind die Behörden dort bereithalten, weiter informieren und organisieren.

Fussballplatz der Stadt Mazo.
Fussballplatz in El Paso.
Fussballplatz in Los LLanos de Aridane.
Casa del Vulcán in Fuencaliente.


Informationsveranstaltung
18 September, 2021

[Samstag 12:15h]

Im Moment fliegt ein Helikopter über die Westseite. Sie machen mit der Wärmebildkamera, welche schon nach dem Feuer in Einsatz kam Aufnahmen.

Das Cabildo de La Palma informiert über zwei Informationsveranstaltungen über die Risiken der seismischen Krise. Die Veranstaltung findet heute in der Halle Lucha Canaria Federico Simón statt:

18:00h für Einwohner von Jedey, Las Manchas de abajo, San Nicolás

19:30h für die Einwohner von Puerto Naos, Bombilla, El Remo

Es wird darum gebeten pro Haushalt höchstens eine Person zu entsenden.

46. Rallye La Palma Isla Bonita
18 September, 2021

Ob der seismischen Aktivität ist fast untergegangen, dass an diesem Wochenende die 46. Ausgabe des Rallye La Palma durchgeführt wird. Gestern fuhren die Wilden im Bereich Sta. Cruz bis Fuencaliente, wobei der Regen das Rennen für die Piloten deutlich erschwerte. Heute wird im Bereich von Sta. Cruz / Los Cancajos und Breña gefahren. Das Rennen wird heute Abend beendet, die Westseite für einmal von Rauch, Benzinduft und gesperrten Straßen "verschont".

Seismische Krise Update 8
Seismische Krise Update 8
18 September, 2021

[Samstag 09:30h]

Wellen haben es so an sich: Ein Kommen und gehen. Heute morgen sieht die Statistik wieder etwas anders aus. Die Anzahl Beben hat die von gestern bereits überstiegen. Ein Beben von mag mbLg* 3,2 in Puerto Naos, dessen Tiefe noch nicht publiziert ist, wurde von der Bevölkerung als leicht (III) verspürt. In der obenstehenden Grafik sieht man die entsprechende Stunde. Ein erstes Beben von nur mag 2,3 um 03:22h gefolgt von einem kurzen Schlag mit mag 3,2 um 03:26h. Interessant, wie sich das gesamte Frequenzband nach diesem Beben gleich wieder beruhigt. Genauso hatte ich das einzige Beben, welches ich verspürte auch empfunden. Ein kurzer Schlag, nichts von Schwingungen und gleich war es auch wieder vorbei.

Wie ich bereits geschrieben habe, die verantwortlichen Vulkanologen haben gestern keine Pressemitteilung publiziert. Wahrscheinlich geniessen sie das Wochenende auf der Insel. Diese Tiefen-Entspanntheit kann als Zeichen der Beruhigung interpretiert werden. Im Gegensatz zu den Politikern müssen die Vulkanologen ja nicht auf Stimmenfang gehen.

*) Die Magnitude mbLg orientiert sich an der Richterskala, der Magnitude aus der Amplitude der Lg-Phase so, dass für einen Zeitraum von 1 Sekunde beide Skalen bei einer Bezugsentfernung von 100 Kilometern übereinstimmen. Es ist aber falsch, von der Richterskala zu sprechen.
mbLg wird in Spanien  für Erdbeben verwendet, die sich ab März 2002 ereigneten.
Die Formel für die Experten unter euch:

mbLg(L) = log (A/T) + 1,17 log R + 0,0012R + 0,67

Für den Laien wie mich ist das nicht so wichtig. Was wichtiger erscheint, ist zu realisieren, dass die Skalen logarithmisch sind und eine Zunahme um +1 jeweils eine 32-fach höhere Energie bedeuten.

Seismische Krise Update 7
Seismische Krise Update 7
17 September, 2021

Das IGN hat heute Mittag keine Pressemitteilung abgegeben. Es scheint, dass die schon frühzeitig ins Wochenende gegangen sind ;-)

Die vorliegenden Daten zeigen aber, dass sich die seismische Krise im Moment stark beruhigt hat. Sowohl Kadenz als auch Intensität der Beben haben deutlich nachgegeben. Das heisst noch nicht, dass es vorbei ist, aber es heisst, dass sich alles vorerst beruhigt.

In den sozialen Medien geistern bereits wieder Meldungen umher, dass die Magma nun auf 1 km Tiefe hochgestiegen sei. Mit wenig Analyse kann man das gleich entkräften. Gestern war von >5 km Tiefe die Rede. Heute gab es kaum Erdbeben. Die Magma soll nun also über die Hintertüre 4 km hochgestiegen sein ohne sich bemerkbar zu machen? 4 km bedeutet fast die doppelte Höhe der Insel. Das ist einfach als Falschmeldung zu entlarven.

Wir beobachten die Situation weiter und ich werde berichten, wenn sich etwas verschlechtern würde.

Auch geistert in vielen Boulevardblättern einmal mehr die Mega-Tsunami Theorie herum.

Wenn die Möglichkeit eines Erdrutsches auf la Palma, der im mageren 4-seitigen Geophysical Research Letter von Ward et al. 2001 beschrieben wurde als Ereignis mit einer geringen Wahrscheinlichkeit von < 1 in 100.000 Jahren beschrieben wird, müssen wir das nicht bei jedem einzelnen seismischen Ereignis auf La Palma als Möglichkeit berücksichtigen, auch nicht diskutieren. Aber dieser Unsinn taucht leider immer wieder auf.

Covid Information
17 September, 2021

Die Situation der Pandemie entwickelt sich auf allen Kanarischen Inseln gut. Langsam geht es auf Fuerteventura voran, der letzten Insel mit einem AI/7 über 50. "Best in class" sind La Palma und El Hierro welche auch den Index über zwei Wochen bereits im grünen Bereich haben.

Die Impfkampagne hat in der letzten Woche noch 0,8% der Bevölkerung zusätzlich immunisiert und ist nun fast abgeschlossen wir sind nun auf einem Stand von 81,3 % immunisierten in der Zielbevölkerung > 12 Jahre. Die Sanitätsbehörden haben seit Impfbeginn im Januar nun 3,1 Mio Impfungen auf den Kanaren verabreicht.

Seismische Krise update 6
Seismische Krise update 6
17 September, 2021

[Freitag 09:15h]

Die Nacht war einmal mehr ruhig. Es ereigneten sich nur 5 Beben mit einer mag mgLb >1,5, das stärkste war mit mag 2,2 auch schwach. Keine wurden von der Bevölkerung verspürt. Einmal mehr sei erinnert: Ein Beben von mag 3 ist 32 mal stärker als eines mit mag 2.
Die Tiefe der Beben hat sich auch nicht verändert, diese finden nach wie vor in rund 8 km statt und es gibt derzeit keine Anzeichen für weiter aufsteigende Magma.

An der Klippe südlich von Puerto Naos haben sich gestern ein paar Steinschläge ereignet. Das passiert immer wieder, auch ohne Beben aber mit Erschütterungen natürlich vermehrt. Zusätzlich hat sich das von den Erschütterungen betroffene Gebiet um bis zu 10 cm angehoben. Insofern wäre ein Tipp, dass man beim Wandern die Nähe von Steilhängen im Moment eher meiden sollte. Andere unmittelbare Gefahren sehen wir derzeit nicht.

Die Vulkanologen sind sehr aktiv und führen an verschiedensten Orten zusätzliche Messungen durch. Sie publizieren am frühen Nachmittag normalerweise eine Information und ich werde mich nach deren Lektüre wieder melden.

Seismische Krise Update 5
Seismische Krise Update 5
16 September, 2021

[Donnerstag 16:45h]

Nach einer ruhigen Nacht hat der Rhythmus der Beben wieder zugenommen und es ereignete sich im Bereich Plaza Glorietta auch eines mit mag 3,1 welches als leicht von der Bevölkerung verspürt wurde. Ich war zu der Zeit in rund 3 km Luftlinie am Cabeza de Vaca spazieren und habe gar nichts gemerkt.

Trotz der relativ geringen Tiefe von 5 - 10 km gibt es nach wie vor keine Zeichen von aufsteigender Magma. Es scheint, als ob uns dieses auf und ab auch noch ein paar Tage begleiten wird.

Seismische Krise Update
Seismische Krise Update
16 September, 2021

Politiker, darunter auch der Gemeindepräsident von El Paso, wollten gestern Präsenz zeigen und die Leute beruhigen. Sie haben sich dann nach Las Manchas begeben, gingen von Tür zu Tür, haben mit den Leuten gesprochen und ihnen auch gesagt, dass es gut sei, wenn sie einen kleinen Koffer parat machen würden, falls doch Evakuiert werden müsste. Was als Beruhigung gedacht war, mündete in einem Feuerwerk auf sozialen Medien die Schlagzeilen wie "Las Manchas wird sofort evakuiert" hervor brachten. Die Haut ist bei einigen dünn, deshalb ich möchte nochmal klarstellen: Die Wahrscheinlichkeit, dass alles wieder im Sand verläuft ist immer noch größer. Teilen sie besser nichts, was nicht offiziell ist und geprüft wurde.

Die Situation heute morgen 9h ist folgende:

Die Nacht war die ruhigste seit Samstag. Es haben sich nur gerade 4 Erdbeben ereignet, alle sehr schwach mit mag mbLg < 2,0. Daraus kann man aber noch keine weitere Prognose basteln. Die Vulkanologen des IGN und der PEVOLCA waren sich gestern in einer Sitzung nicht einig und hätten heftig gestritten habe ich gehört. Also nehmen wir das, was in etwa sein könnte: eine Wahrscheinlichkeit von 1:5, dass eine vergleichbare seismische Krise zu einem Ausbruch führt. Das heisst wir brauchen theoretisch 5 solche Anlässe und Aufregungen für einen Vulkanausbruch. Dann auch zur Repetition: Schichtvulkane sind nicht sehr explosiv. Wenn es zu einem Ausbruch kommen würde, intensivieren sich zwar die Beben, es entsteht aber kein Mount St. Helene. Für mich heisst das immer noch Ruhe bewahren.

Das vom Kanarischen Vulkanologischen Institut (INVOLCAN) betriebene Überwachungsnetz hat in den letzten Tagen erhebliche Bodenverformungen vulkanischen Ursprungs festgestellt die mit bis zu 6 cm angegeben wurden.
Die obenstehende Abbildung zeigt die horizontale (rote Pfeile) und vertikale (schwarze Pfeile) Verschiebung bei einigen GNSS-Stationen, die Teil des Netzes sind. Dieses Deformationsmuster kann als Auswirkung des Druckaufbaus eines kleinen magmatischen Reservoirs mit einem Volumen von etwa 11 Millionen Kubikmetern interpretiert werden, das sich im Inneren der Cumbre Vieja in einer Tiefe von etwa 6-7 km befindet, in demselben Gebiet, in dem auch die meisten Erdbeben der letzten Tage auftraten.

Falls sich was grundlegendes ändert melde ich mich wieder. Zeitnahe Information wie immer auf Twitter @efadi_LP

Wanderweg der Seismischen Aktivität
Wanderweg der Seismischen Aktivität
15 September, 2021

In der obenstehenden Grafik vom IGN ist der langsame Weg der seismischen Aktivitäten in Richtung Nordwest ersichtlich. Die Farbskala ist von Samstag blau zu heute Mittwoch gelb.

Wir sehen im unteren Bereich auch, dass sich die heutigen rund 20 Beben weniger als -5 km deutlich von der Hauptaktivität bei -5 km bis -12 km abheben. Ein Indiz, dass meine Annahme korrekt ist und sich diese Beben aufgrund der Anhebung des Geländes und nicht aufgrund von Magma in diesem Bereich ereigneten. Auch die Frequenzanalysen zeigen bis jetzt keine aufsteigende Magma an. Diese führt meist zu einem Vulkanischen Tremor, einem feststellbaren Schwingen mit niedriger Frequenz.

Wikipedia sagt dazu: Ein Eruptionsprozess wird zunächst vom Aufstieg des Magmas eingeleitet. Wenn das Magma auf vorgezeichneten oder neuen Bruchlinien, Spalten oder Rissen zur Erdoberfläche emporsteigt, entstehen durch Spannungen im Umgebungsgestein und durch Entgasungsprozesse des Magmas charakteristische seismische Signale. Gestein zerbricht dabei und Risse beginnen zu vibrieren. Die Zerstörung von Gestein löst Erdbeben mit hoher Frequenz aus, die Bewegung der Risse dagegen führt zu niedrig frequenten Beben, dem sogenannten vulkanischen Tremor. 

Weitere leichte Verstärkung der Beben
Weitere leichte Verstärkung der Beben
15 September, 2021

Die IGN hat eine Karte veröffentlicht auf welcher ersichtlich ist, dass sich die Erdoberfläche im Bereich der Beben deutlich angehoben hat. Nach der Skala bis zu 6 cm. Das ist deutlich mehr als die gestern kommunizierten 1,5 cm. Man sieht darauf auch, dass auch im Gebiet nördlich von Tijarafe eine Anhebung stattfand und sich die Erde im Norden um Garafia eher absenkte. Das Gebiet El Paso und Los Llanos erscheint fast neutral.

Das Cabildo teilt nach einer Sitzung mit Experten mit, dass sich der Prozess intensiviert hat und sich kurzfristig rasch weiterentwickeln könnte, fügen jedoch hinzu, dass es keine eindeutigen Hinweise auf einen bevorstehenden Ausbruch gibt.

Das ist so ein bisschen WischiWaschi, wie man eine Wetterprognose formulieren kann um alle Möglichkeiten offen zu halten. Die Sprachwahl lässt mich aber doch leicht aufhorchen und zeigt, dass sich die Wahrscheinlichkeit von einer Eruption von den vorgestern kommunizierten 20 % sicher erhöht hat.

Was kann man tun? Eigentlich nicht viel mehr als die Situation periodisch zu beobachten, sich auf die Informationen der Behörden verlassen und nicht auf die Personen welche nun innerhalb drei Tagen vom Immunologen zum Vulkanologen mutierten.

Man kann eine gleiche Checkliste wie bei einem Feuer aufstellen. Bei einem Feuer hat man kaum Zeit, alles geht schnell. Hier haben wir noch wunderbar Zeit uns vorzubereiten und darüber nachzudenken, was wir mitnehmen wenn wir evakuieren müssten.
Die Wahrscheinlichkeit, dass sich alles wieder im Sand verläuft ist offensichtlich immer noch größer, vorbereiten kostet und schadet aber nicht.

Seismische Krise geht weiter
15 September, 2021

Auch in der letzten Nacht haben sich unzählige kleinere Erdbeben ereignet. Die Magma welche sich beim Inselsockel bewegt, hat sich etwas nach Nordwest verschoben. Damit auch die Erdbeben welche nun in einer Linie Jedey - Charco Verde stattfinden. Ein Beben mit mag mgLg 3.1 wurde um 05:15h wieder von einem Teil der Bevölkerung registriert. Ich habe geschlafen.
Obschon sich die Wahrscheinlichkeit mit der seismischen Krise erhöht hat, dass die Magma bis zur Oberfläche aufsteigen kann, ist sie nach Angaben des IGN immer noch deutlich zugunsten dessen, dass das nicht passiert.

Die Journalisten versuchen derweil möglichst viele Klicks zu generieren. Da sind ihnen auch Meldungen wie "Erdbeben in1 km Tiefe, die Magma streift die Oberfläche" nur recht. Das ist aber völlig irreführend. Wie ich gestern berichtet habe, hat sich die Oberfläche um 1.5 cm angehoben. Dies verursacht auch Spannungsrisse und Erdbeben in den oberen Schichten. Es gibt derzeit keine Anzeichen, dass die Magma soweit hoch gekommen ist. Auf El Hierro, wo sich vor 10 Jahre ein Vulkanausbruch unter der Meeresoberfläche ereignete, bestätigten die Geologen, dass die Aufsteigende Magma Schwingungen verursacht, die gemessen werden konnte. In den publizierten Spektrogrammen von heute sieht man diese Veränderungen nicht.

Warten wir besser wieder ab, bis sich die Experten und nicht der Boulevard heute zum Thema äussern.

Gesundheitsreport
Gesundheitsreport
14 September, 2021

Man spricht nur noch von Vulkanismus, dabei haben wir ja schon zwei Krisen hinter uns, das Feuer und Delta.

In Bezug auf die Verbreitung des SARS-CoV-2 Virus melden wir ja laufend bessere Zahlen und in der Tat gab es auf La Palma die letzten zwei Tage keine neuen Infektionen. Es sind im Moment noch 8 Personen in Quarantäne. Davon eine Person in Stationärer Behandlung und eine weitere auf der Intensivstation.

Die Indizes haben sich auf den gesamten Kanaren sehr gut entwickelt. La Palma steht an der Spitze mit einem AI/7 von 2,7 und einem AI/14 von 18.

Morgen werden die zwei grossen Impfzentren geschlossen und die Verantwortung für die Impfungen werden an die Gesundheitszentren der Gemeinde übergeben. Auf La Palma sind nun 83 % der Zielgruppe >12 jährig geimpft.

Ausdehnung
14 September, 2021

Das IGN, Instituto Geográfico Nacional hat heute Nachmittag Daten vorgelegt wonach sich die Erde im Bereich der Beben um rund 1,5 cm angehoben hat. Die Aktivität der Beben hat sich leicht in Richtung Westen verschoben und die Tiefe hat sich etwas verringert. Heute Nachmittag ist es etwas ruhiger. Nach dem Beben heute morgen um 7:00h welches viele Leute in El Paso und Los Llanos spürten und das später von 3,9 auf 3,5 runter gestuft wurde, geht es mit maximal mag 2.5 wieder etwas gemütlicher zu und her. Seit Samstag wurden fast 3.000 Beben aufgezeichnet, 616 davon konnten lokalisiert werden.

Der Direktor des Vulkanologischen Institutes der Kanaren, Nemesio Pérez räumte ein, dass die seismische Krise der letzten Tage eine signifikante Veränderung der Aktivität dieses Vulkans darstellt und betonte, dass "die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Prozess zu einem Vulkanausbruch führt, bei etwa 20 % liegen könnte, was keine geringe Zahl ist, obwohl wir noch keinen eruptiven Prozess erleben". Damit hat sich mit der derzeitigen seismischen Krise die Wahrscheinlichkeit einer Eruption von 5 % auf 20 % erhöht.

Leben auf einem Vulkan. Das wird vielen erst jetzt wieder bewusst. Gerne verdrängt man diesen Umstand. La Palma gehört aber zu einer der aktivsten Vulkaninseln der Welt und dass es so viele Jahre ruhig war, das war das aussergewöhnliche. Man darf aber auch mit gutem Gewissen etwas beruhigen. Der Vulkanismus auf den Kanaren gehört zum Typ Stromboliano. Dabei bilden sich Schichtvulkane und Eruptionen sind wenig explosiv.

Rock'n roll
Rock'n roll
14 September, 2021

Das Schütteln geht weiter. Auch in der letzten Nacht haben sich unzählige Beben ereignet, das Stärkste heute Morgen um genau 07:00h mit mag 3.9 im Gebiet Jedey. Dieses habe ich auch gespürt und zwar als sehr kurzer Schlag, als ob jemand einen großen Stein vor dem Haus hätte fallen lassen.
Offizielle weitere Informationen liegen noch nicht vor und der Server des IGN ist derzeit überlastet. Aber ich konnte kurz kontrollieren, ob Verformungen der Oberfläche der Insel registriert wurden. Das ist nicht der Fall und dann habe ich noch eine Grafik anschauen können auf welcher ersichtlich war, dass das Band der tiefen Schwingungsfrequenzen nicht angestiegen ist. Ein Ansteigen dieses Frequenzbandes hat bei der Eruption auf El Hierro seinerzeit die aufsteigende Magma signalisiert. Da scheint auch noch nichts in Richtung Eruption zu gehen.
Doch auch so hebt sich diese seismische Krise von den Vorhergehenden ab. Und zwar durch die geringe Tiefe um die 10 km und die Intensität der Bewegungen.

Schnell wird vielerorts wieder die Tsunami Theorie kolportiert. Die Theorie, dass große Teile der Cumbre Vieja abrutschen können und dann ein folgender Tsunami die Ostküste der USA verwüsten würde. Ich habe diese Publikation gelesen, sie ist zwar interessant, die Autoren haben aber eher ein "was wäre wenn Szenario" entwickelt, welche dann vom Boulevard dankbar angenommen wurde. Die Beschreibung von La Palma nimmt den kleineren Teil der Publikation in Anspruch. Ein bestehender Vulkanriss wurde als möglicher Ausganspunkt beschrieben. Eine seriöse Untersuchung des Untergrundes wurde unterlassen, dafür hat man dann auf den folgenden Seiten ausführlich über mögliche Auswirkungen und Ausbreitung eines Tsunamis doziert. Das ist alles eher Science Fiction als Wissenschaft.
Die technische Universität von Delft in den Niederlanden hat die Theorie des Abrutschens der Cumbre Vieja in einer Studie widerlegt. Nach deren Studie ist die Insel dort schlichtweg zuwenig hoch.

Dann machen wir noch einen Blick zurück: Der letzte große Bergsturz erfolgte auf La Palma vor rund 700.000 Jahren, dazumal kollabierte der Vulkan über der dann neu geformten Cumbre Nueva. Seitdem gab es tausende Vulkanausbrüche aber nie mehr wurde ein auch nur ähnlicher Bergsturz registriert. All die Daten sind beruhigend. Wer da nun immer noch in dieses Horn bläst, will einfach Panik verbreiten.

PEVOLCA ändert Vulkanampel auf GELB
PEVOLCA ändert Vulkanampel auf GELB
13 September, 2021

In den letzten Jahren hat der Vulkan Cumbre Vieja 10 seismische Schwärme erlebt, 1 in 2017, 1 in 2018, 5 in 2020 und 3 in 2021). Dieser letzte Erdbebenschwarm, der am 11. September 2021 um 04:18 Uhr (Lokalzeit) begann, umfasst derzeit mehr als 400 Erdbeben, die sich unter der Cumbre Vieja in einer Tiefe von etwa 12 km befinden, das in deutlichem Gegensatz zu den vorherigen seismischen Schwärmen, die sich zwischen 20 und 30 km tief ereigneten.

Das geochemisches Überwachungsprogramm für den Vulkanismus auf La Palma hat den höchsten Helium-3 Wert der letzten 30 Jahre ermittelt, auch dies eine Veränderung die auf Magma Intrusion schließen lässt. Helium-3 kommt im Erdmantel deutlich häufiger als in der Kruste vor.
Der derzeitige seismische Schwarm stellt demnach zweifellos eine bedeutende Veränderung in der Aktivität des Vulkans Cumbre Vieja dar und steht im Zusammenhang mit einem Prozess der magmatischen Intrusion in der inneren Kruste der Insel La Palma.
Aus den oben beschriebenen Gründen hat die PEVOLCA-Leitung empfohlen, die Vulkanampel für das Gebiet der Cumbre Vieja von GRÜN auf GELB zu ändern, und es ist nicht auszuschließen, dass sich die Seismische Aktivität  in den kommenden je nach Entwicklung der Aktivität noch verstärken könnte. Die gilt für die Gemeinden El Paso, Los Llanos, Fuencaliente und Mazo.
Gelber Alarm bedeutet, dass die Überwachung der Aktivitäten deutlich verstärkt und periodisch informiert wird. Die Bevölkerung soll sich laufend über die Entwicklungen informieren, aber das Leben wie gewohnt weiter führen.

Die Behörden empfehlen bei gelbem Alarm zusätzlich sich Gedanken zu machen wie man bei einer allfälligen – nicht sehr wahrscheinlichen – Evakuierung vorgehen würde.
Weiter wird empfohlen die Grundausrüstung im Haus zu kontrollieren für den Fall dass eine Notsituation die Lebensbedingungen verändert, das sind Erste-Hilfe-Kasten mit den Medikamenten, die ein Familienmitglied normalerweise mit sich führt sowie Lebensmittel- und Wasservorräte, Mobiltelefon mit Kontaktnummern, Radio, Taschenlampe, Kerzen, Ersatzbatterien, Feuerzeug und Streichhölzer, Dosenöffner, Hygieneartikel zu überprüfen.

Ich habe die Situation um 17:15h noch einmal angeschaut. Derzeit hat sich die gesamte Aktivität eher abgeschwächt. Ich werde weiter berichten.

Seismische Krise
Seismische Krise
13 September, 2021

Die Bewegungen unter der Insel haben weiter an Fahrt aufgenommen. Es haben sich letzte Nacht nun einige Erdbeben ereignet deren Intensität über mag 3 waren. Das ist auch insofern beachtlich, weil die Energie von einem mag 3 Beben 32 mal stärker ist als die eines mag 2 Bebens. Das bisher stärkste registrierte Beben war mag 3.4 in 9 km Tiefe. Von den unzähligen Erdbeben wurden drei von Teilen der Bevölkerung als leicht wahrgenommen. Das Nationale Geographische Institut hat dafür eine Skala von 1 bis 10. Darauf wurden zeitweise eine drei gemeldet. Die Meldungen kamen aus San Nicolas, El Paso und Los Llanos.
Gegenüber der letzten seismischen Krise auf La Palma ist bemerkenswert, dass die Bewegungen in "nur" 10 km Tiefe stattfinden. Beim letzten mal waren es um die 20 km.

Im Moment kein Grund zur Beunruhigung. Es wurde nicht festgestellt, dass sich die Bebenzentren nach oben verschoben haben. Wenn ich eine erste Einschätzung der Experten / Vulkanologen finde, werde ich die hier wieder publizieren.

Es rumpelt weiter
Es rumpelt weiter
12 September, 2021

In der heutige seismische Krise hat schon 60 kleinere Beben mit mag 1.5 - 2.8 gegeben. Alle in einer Tiefe von 8 - 14 km und keines wurde bislang von der Bevölkerung gespürt. Da scheint in der Tat Magma in Bewegung zu sein und wir hoffen, dass sich Mutter Vulkan nach dem Umbetten wieder beruhigt.

Es rumpelt wieder
12 September, 2021

La Palma schüttelt sich mal wieder leicht. Gestern wurde eines und heute bereits 5 schwache Erdbeben registriert. Das letzte mit mag 2.0 in einer Tiefe von 9 km direkt unter der Cumbre Vieja. Die anderen in Tiefen von 11 - 13 km ereigneten sich im Bereich von Mendo. Alle Beben so schwach, dass sie nur von den empfindlichen Messinstrumenten registriert werden konnten. "Business as usual" auf einer Vulkaninsel. Wir werden sehen, ob paar klickheischende Sensations-Journis gleich wieder den Weltuntergang daraus basteln, ich nicht.

Impfzentren zu
11 September, 2021

Per 15. September werden die zwei großen Impfzentren in El Paso und Sta. Cruz geschlossen. Bis Ende September werden voraussichtlich 85 % der Bevölkerung mit dem vollständigen Impfschema geimpft sein.

Der Gesundheitsdirektor, Kilian Sánchez meinte dazu: "Wir haben alles getan, damit die Bevölkerung geimpft wird. Wer jetzt nicht geimpft ist, hat es nicht gewollt" und er betonte weiter "Unser Ziel ist es, die Unentschlossenen weiter aufzuklären, damit sie sich impfen lassen".

Für La Palma steht die Ampel wieder auf grün. und SARS-CoV-2 ist unter Kontrolle. Doch Kilian Sánchez nutzt die Gelegenheit, um eine Frage für die Unentschlossenen aufzuwerfen: "Was wäre passiert, wenn die meisten Menschen auf La Palma nicht geimpft worden wären?"

In der Tat hat die bei der Deltawelle bereits recht hohe Impfrate, vor allem in der älteren Bevölkerungsschicht schlimmstes verhindert. Ich erinnere mich noch genau, als in der allerersten Welle die Rückkehrer aus Bergamo schnell sehr krank wurden und die ersten zwei bereits am 29. März 20 starben. Von nicht mal 70 positiven waren am 18. April schon 6 verstorben. Auch in der letzten Welle waren zeitweise einige über 80 jährige im Spital. Dabei handelte es sich um Impfdurchbrüche. Man wird krank trotz Impfung. Trotzdem half die Impfung die Virenlast zu reduzieren, denn keiner musste intensivmedizinisch behandelt werden. Es gab nur einmal eine Information, dass alles Patienten auf der Intensivstation auf La Palma nicht geimpft seien. Man hat dann von Behördenseite aber schnell begriffen, dass diese Patientendaten vertraulich sind und nicht der Presse weitergegeben werden dürfen.

Meteorologisches
09 September, 2021

Wo man hinschaut, keine Informationen nur noch Schlagzeilen. Ich sehne mir die Tage zurück wo ich nach dem Lesen von einer Tageszeitung jeden auch noch so komplexen Small Talk problemlos überstand. Aber heute? Jeder muss so rasch wie möglich mit einer Information raus mit Ziel Klicks zu generieren. Die Klicks sind die Währung der Gegenwart und längst ist die journalistische Qualität im Keller. Gleiches gilt beim Covid, gleiches beim Wetter. Wo früher noch Immunologen und Meteorologen gefragt waren, reicht heute das „Logen“ schon aus.
Kommen wir zum Wetter: Er zerstört uns also nicht, der Hurrikan der in einigen Kanarischen Foren angekündigt wurde. Sogar mit Stärke 6, die es nach der international anerkannten Saffir-Simpson Skala gar nicht gibt. Die hört bei 5 auf. Nächsten Montag, wenn Hurrikan Larry längst über Neufundland zog und sich weiter im Norden in ein Tief abschwächte, bildet sich über den Kapverden wahrscheinlich das besagte  Tief welches sich zu einem tropischen Sturm entwickeln kann. Vicky Palma, die Meteorologin des Kanarischen Fernsehens, gibt die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Tief zu und gelangt mit null Prozent an.  Es wird weg von uns nach Westen ziehen.

Morgen zieht ein weiteres Tief über die  Azoren und dann weiter in Richtung Iberische Halbinsel. Diese erreicht es am nächsten Dienstag. Mit Ausnahme von hohen Wolkenfeldern und ab Morgen Freitagabend zunehmendem SW-Wind in den Bergen, merken wir davon kaum etwas. Die Temperaturen bleiben noch bis zum Sonntag überdurchschnittlich. Das ändert sich dann langsam in der kommenden Woche, wo es jeden Tag leicht kühler wird. Der meteorologische Wind weht bis am Samstag in den Schichten bis 1.000 m aus Nordost, dreht dann auf West bis Nordwest um erst gegen Mitte September wieder auf Passatrichtung zu drehen. Ab 14. September ist es möglich, dass es im Norden und Nordwesten ab und zu leichte Niederschläge geben kann.

Wer noch eine Vulkanwanderung geplant hat, sollte die morgen unternehmen, dann weht in der Höhe nur ein schwacher Westwind. Ab Samstag nimmt der Wind in der Höhe deutlich zu und weht bis und mit Sonntag sehr harsch, manchmal auch mit über 50 km/h. Die Stärke nimmt dann in der zweiten Wochenhälfte etwas ab, ist aber am Samstag 18. September mit 20 km/h für das Wandern immer noch unangenehm und deshalb grenzwertig.

Schulanfang
09 September, 2021

Die Sommerferien sind vorbei. Auf den Kanaren beginnt für 246.572 Schüler wieder die Schule. Von den Kindern über 12 Jahren sind nun 63% Immunisiert und 74% haben eine erste Impfung erhalten. Die Abstandsvorschriften in den Schulzimmern wurden auf 1,2 m reduziert was es ermöglicht anstelle 20 nun 25 Schüler in einer Klasse zusammen zu fassen. Hier ist es deutlich einfacher, die Schulzimmer zu lüften als im Winter in Deutschland, wo noch immer nicht flächendeckend Filter zur Verfügung stehen. Für alle über 12 Jahre besteht Maskenpflicht, auch in den Pausen. Von der Lehrerschaft sind 95% geimpft. Die vernünftige Vorgehensweise und diese Zahlen stimmen leicht optimistisch. Das letzte was die Kanaren als Tourismus Destination nun brauchen könnten wäre ein erneutes starkes Ansteigen der Infektionsraten.

Ryanair
08 September, 2021

Die Meldung schlägt hier heute ein wie eine Bombe:

Ryanair fliegt La Palma ab 2. November aus Madrid und ab 6. November auch aus Barcelona an. Ryanair hatte La Palma noch nie als Destination angeboten und wird nun mit Iberia auf der Linie in Konkurrenz treten. Iberia hatte bis anhin auf der Anbindung nach Madrid ein Monopol. Barcelona wurde auch von Vueling angeflogen, die Verbindung war aber nur für Spanier interessant. Konkret wird es ab dem 2. November fünf wöchentliche Verbindungen mit Madrid geben (Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag), die im Moment weniger als 50 Euro (Hin- und Rückflug) kosten. Dazu drei weitere wöchentliche Flüge nach Barcelona ab dem 6. November (Dienstag, Mittwoch und Samstag) derzeit zu Preisen zwischen 60 und 70 Euro.

El Hierro
08 September, 2021

Heute Morgen um 8:34 h hat die Erde auf El Hierro in der Nähe von La Restinga mal wieder gut gerumpelt. Es ereignete sich ein Beben mit mag mbLg 3,2 in einer Tiefe von 12 km. 3,2 sind schon recht viel, wenn man bedenkt, dass es damit rund 32 mal stärker war als ein Beben mit mag  2.

Nun ist aber schon wieder Ruhe.

Neues Covid Gesetz
07 September, 2021

Aufgrund der hohen Impfrate auf den Kanaren wurden im neuen Gesetz in allen 4 Alarmstufen Erleichterungen eingefügt.
So ist die Anzahl der Personen die zusammenkommen dürfen erhöht worden. Der Betrieb von Diskotheken ist in allen Alarmstufen erlaubt nur Tanzen ist immer verboten. Weiter ist der Verkauf und der Konsum von Alkohol auf öffentlichem Grund, Straßen und Wegen generell verboten.

Die Maskenpflicht ist unangetastet und gilt generell in allen öffentlichen Innenräumen und in Aussenräumen, dort wo ein Abstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann.

Raucher müssen auch weiterhin das Lokal mindestens 5 m verlassen und einen Abstand zu anderen Personen von 2 m einhalten.

Nivel 1
Zulassung Aussenräume 100% Innenräume 75%
12 Personen maximal
Tourismo activo 50 Personen
Schließen um 03:00h

Nivel 2
Zulassung Aussenräume 75% Innenräume 50%
8 Personen maximal
Tourismo activo 30 Personen
Schließen um 02:00h

Nivel 3
Zulassung Aussenräume 75% Innenräume 40%
6 Personen maximal
Tourismo activo 20 Personen
Schließen um 01:00h

Nivel 4
Zulassung Aussenräume 75% Innenräume 25%
6 Personen maximal
Tourismo activo 20 Personen
Schließen um 01:00h
+ Interinsuläre Reisebeschränkungen

Boletín oficial de Canarias
07 September, 2021

Gestern ist das neue Gesetz publiziert worden. Es ist ab heute in Kraft und umfasst 88 Seiten. Wie versprochen werde ich diese nun durchlesen und die wichtigsten Erkenntnisse hier publizieren.

Wetter
07 September, 2021

Kommt der Hurricane Larry nun zu uns? Das könnte man vermuten, wenn man zum Beispiel 20 Minuten.es liest. Dort werden in einem Titel Hurrican Larry, ein Kaltlufttropfen (DANA) Instabilität und Gewitter zusammen geworfen. Früher hatte der Journalist die Aufgabe Informationen aufzuarbeiten und kompetent zu kommentieren. Das hat sich deutlich geändert. Heute muss man Klicks generieren.

Aber kommen wir zurück zum Wetter. Larry wird uns nicht beeinflussen. Der starke Hurricane mit Windgeschwindigkeiten über 200 km/h, dessen Kern sich im Moment rund 3.700 km westlich von uns befindet, wird nun in Richtung Norden weiter ziehen, etwas an Stärke verlieren und höchstens Neufundland am Freitag immer noch mit Hurricane-Stärke streifen. Larry löst sich dann weit im Norden in ein Tief auf.

DANA (depresión aislada en níveles altas), zu deutsch Kaltlufttropfen (Höhentief):
Dabei handelt es sich um das Wetterphänomen welches bei uns neben den seltenen Fronten auf den Kanaren Regen bringen kann. In der Tat bildet sich ein Tief, welches am nächsten Wochenende über die Azoren ziehen wird. Das könnte eventuell am nächsten Montag 13. September im Nordwesten von La Palma zu etwas Regen führen.

Neuer tropischer Sturm:
Das europäische Wettermodell ECMWF prognostiziert ein neues Tief über Senegal für das Wochenende. Dieses könnte einmal auf dem Atlantik angelangt schnell nach Nord abdrehen und eventuell das Wetter auf den Kanaren ab Mitte September beeinflussen. Weil aber das globale Wettermodell GFS eine völlig andere Langzeitprognose liefert, dient auch das noch nicht für eine Schlagzeile.

Derzeit haben wir "Bonanza" die Meeresstille. Das Meer ist ruhig, die Winde wehen mit Ausnahme auf dem Muchacho, relativ schwach und die Windrichtung dreht mit zunehmender Höhe schnell auf Südwest, also der "falschen" Windrichtung. Eine hochreichende Brisa welche in El Paso dann den starken Bergwind und den Wolkenfall verursacht wird sich bis Mitte September nicht einstellen.

 

Unfall
05 September, 2021

Heute Abend hat sich an der Klippe über Puerto Naos direkt vor dem Startplatz um rund 17:15h ein Unfall mit einem Gleitschirm ereignet. Der auf la Palma ansässige Pilot hat die Ausbildung erst vor kurzer Zeit abgeschlossen und flog privat, also nicht im Rahmen der Flugschule. Er hat sich mindestens am Knie verletzt und ist nun auf dem Weg ins Spital für weitere Abklärungen.
Ich habe keine weiteren Informationen. Aber wie in einem solchen Fall üblich werden wir als lokale Gleitschirmflugschule eine eigene Unfalluntersuchung einleiten und die Umstände genau analysieren.

Rozalén
04 September, 2021

Die bekannte Spanische Sängerin und Songschreiberin Rozalén gibt heute Abend auf dem Parkplatz des Hafens in Sta. Cruz ihr schon länger angekündigtes Konzert unter dem Patronat des Love Festivals. Unter Beachtung von Sanitätsauflagen - welche ich im Detail nicht herausfinden konnte - soll das Konzert vor maximal 2.000 sitzenden Gästen stattfinden. Der fast immer wehende Passat der den Konzertbereich belüften würde fällt heute aus. Es weht auf Meereshöhe ein schwacher Westwind was für Sta. Cruz fast Windstille bedeutet. Das Konzert beginnt um 20h, die Tore werden um 18:30h geöffnet. Es sind nur noch für den vorderen Bereich Tickets erhältlich was wiederum bedeutet, dass wahrscheinlich über 1.500 Personen dem Konzert zuhören werden. Hoffen wir mal, dass die hohe Impfrate, der offene Konzertbereich und die Sitzordnung genügen.

Epidemiologisch ist schon mal ein Erfolg, dass aus der letzten Delta Welle gelernt wurde und dass auf das Rauchen von Wasserpfeifen gänzlich verzichtet wird.

Gesundheitsreport
04 September, 2021

Die Anzahl infizierter Personen auf La Palma ist seit dem Höchststand mit 192 am 24. Juli stetig zurück gegangen und gestern waren es noch 20.
Leider hat sich der Gesundheitszustand von zwei Personen derart verschlechtert, dass sie intensivmedizinische Betreuung benötigen. Es handelt sich um eine Person im Alterssegment 50-59 und eine im Segment 70-79. Eine weitere Person im Alterssegment 60-69 muss stationär gepflegt werden. Somit befinden sich drei Personen in Spitalpflege.

Der AI/7 ist indessen mit 10,8 im tiefgrünen Bereich.

Die Regierung hat das neue Covid Gesetz gestern gebilligt. Nun muss es noch vom Rat verabschiedet und publiziert werden. Das sollte innerhalb von 4 Wochen geschehen.
Der Präsident der Kanaren meinte gestern, dass es aufgrund der guten epidemiologischen Lage und Aussicht auf den Kanaren zu weiteren Lockerungen kommen soll. Das betrifft uns ja nur noch marginal. Für die meisten ist die größte Einschränkung die Gruppengröße gewesen welche nun wieder auf 10 angehoben wurde. Weitere Teile des Gesetzes welche gestern kommentiert wurden unterscheiden sich nicht von dem derzeitigen Zustand, sind eher eine Zusammenfassung der vielen Verordnungen in einem Gesetz. Die Alarmstufen bleiben zum Beispiel beibehalten.

Der Weg zur Einführung einer Zertifikatspflicht scheint auch geebnet. Das wird aber nur zur Diskussion gebracht, wenn sich die Situation erneut verschlechtert.

Neue Alarm Levels
02 September, 2021

Die Eindämmung der SARS-CoV-2 Pandemie auf den Kanaren geht weiter. Bereits sind über 78 % der Einwohner über 12 Jahre geimpft. Alle Inseln kämpfen erfolgreich und die Neuinfektionen gehen zurück. Ab morgen Freitag können deshalb folgende Inseln eine Stufe zurück gestuft werden:

Teneriffa neu auf 3
Lanzarote neu auf 1
La Palma neu auf 1

La Palma hat den Delta Ausbruch erfolgreich gemeistert. Wir haben wieder beide Indizes über eine und zwei Wochen im grünen Bereich und nur noch 25 Personen in Quarantäne, zwei davon in stationärer Pflege im Spital.

Mit dem Level 1 kommen weitere Erleichterungen. Somit sind Zusammenkünfte mit bis zu 10 Personen ab morgen wieder erlaubt.

Weil heute das Parlament über eine Umfassende Veränderung der gesamten Massnahmen diskutiert, diese in ein einziges Gesetz "gießen" will und das wahrscheinlich in Kürze publiziert, verlinke ich die derzeitigen Massnahmen nur hier.

Sobald das neue Gesetz publiziert wird, werde ich es analysieren und im Blog eine Zusammenfassung schreiben.

Immigration
02 September, 2021

Von den Nachrichten über die Pandemie fast ins Abseits gedrängt finden im Meer zwischen Afrika und den Kanarischen Inseln täglich Dramen statt. Die Immigration war mit knapp 4.000 Flüchtlingen in den ersten 8 Monaten schon im letzten Jahr eine Herausforderung. Die Flüchtlingswelle aus Afrika hat sich in diesem Jahr mit bereits über 9.000 Menschen bereits mehr als verdoppelt. Davon kamen 1.600 Menschen alleine im August auf einer der Kanarischen Inseln an.

Außerdem war dieses Jahr auf der Atlantikroute, die als die gefährlichste der Welt gilt, besonders tragisch:
Nach Angaben der Organisation Walking Frontiers sind in der ersten Jahreshälfte bereits rund 1.900 Menschen auf der Transitstrecke ums Leben gekommen, während die Internationale Organisation für Migration (IOM) die Zahl der bestätigten Fälle mit 525 angibt. Zudem stellten die Behörden fest, dass nun neben den bekannten Holzbooten, den Cayucos, auch Gummiboote eingesetzt werden die deutlich instabiler und noch gefährlicher sind.

Und ich kann an diesen Artikel keinen Ausblick anfügen. Nach wie vor streitet man sich in der Europäischen Union über das Vorgehen bei diesen Flüchtlingskrisen und die Menschen werden - wenn überhaupt aufgenommen - kaum in die Gesellschaft integriert.

Das Ganze ist aber auch zum Teil selbst verschuldet. Ein Beispiel: Die Europäische Union exportiert das bei der Eierproduktion anfallende Geflügelfleisch der Legehennen, welches nicht den Qualitätsansprüchen der Europäer genügt, günstig nach Afrika, hat dort damit die lokale Produktion von Geflügelfleisch schlicht und einfach dem Boden gleich gemacht und damit tausende Arbeitsplätze vernichtet.

Toter Musiker
01 September, 2021

Das Finden der Leiche eines Mannes im Innenhof der Casa Massieu in Tazacorte am vergangenen Dienstag hat verschiedene Hypothesen über den Hergang des Geschehens aufkommen lassen. Dazu gehört auch der mögliche Tod durch Gewaltanwendung. Die Ermittlungen werden von der Kriminalpolizei und der Guardia Civil durchgeführt.

Der deutsche Staatsbürger, dessen Alter nicht bekannt gegeben wurde, ist nicht in der Gemeinde gemeldet, war aber als Musiker bekannt, der in den Straßen von Tazacorte auftrat.

Der Tote wurde am Dienstagmorgen in den Räumlichkeiten der Abteilung für Kultur des Cabildo de La Palma gefunden.

80 %
01 September, 2021

Wir beginnen den September mit 80 % vollständig geimpften in der Zielbevölkerung. Es wurden bis gestern 60.909 Personen auf der Insel gegen das SARS-CoV-2 Virus immunisiert.
Der prozentuale Anteil der Altersgruppen, die eine vollständige Impfung erhalten haben, liegt bei der Bevölkerung im Alter von 12 - 19 Jahren bei 65,4 %. Der Rest der höheren Altersgruppen liegt bereits bei über 70 %.

Bizarrer Covid Tumult
31 August, 2021

Am letzten Samstag wurden in Sta. Cruz drei Ausländer verhaftet die, als sie die Polizei kontrollieren wollte, weil sie die Sanitätsauflagen nicht einhielten, dieselben mit Steinen bewarfen und wüst beschimpften. Das gilt als Attentat gegen die Polizei und wird hart bestraft. Aus der Gruppe von rund 6 Personen konnten drei verhaftet werden. Die restlichen flüchteten und werden nun gesucht.

Auf einer Insel mit zwei Zugängen, dem Hafen und dem Flughafen, wird es nicht so schwer sein, die Verdächtigen spätestens bei der Ausreise dingfest zu machen.

Reise nach La Palma
31 August, 2021

Auf der heute in Kraft getretenen und bis zum 5. September gültigen Liste der Risikogebiete werden folgende deutschsprachigen Länder als Risikogebiet eingestuft:

- Deutschland
- Österreich
- Belgien
- Schweiz

Das bedeutet, dass zur Einreise neben dem bekannten Formular SpTH auch ein Zertifikat mitgeführt werden muss das bestätigt, dass entweder

- Die einreisende Person vollständig geimpft ist, oder
- Ein PCR negatives Resultat vorweisen kann welches nicht älter als 72 h ist, oder
- Ein Antigentest negatives Resultat vorweisen kann welches nicht älter als 48 h ist, oder
- Ein Zertifikat der Genesung vorlegen kann

Vom Feuer betroffen: Haus gesucht
31 August, 2021

Hier der Text von Anja:

"Wegen des Feuers letzte Woche, haben wir unser Zuhause verloren.
Deshalb suchen wir ein Haus zur Langzeitmiete in El Paso/Las Manchas/Los Llanos/La Laguna/Todoque mit 1-2 Schlafzimmern.
Wir sind 2 Personen, beide seit Jahren selbständig und haben einen Hund.
Vielen Dank für Eure/Ihre Angebote.

Tel./WhatsApp 653 159 750"

Gesundheitsinformation
30 August, 2021

Mit dem heutigen Tag haben wir das fast unmögliche geschafft und sind zusammen mit La Gomera die zwei einzigen Kanarischen Inseln welche beide akkumulierten Indizes, den über eine und den über zwei Wochen wieder unter 50 haben. Das war das letzte Mal am 7. Juli so, danach wurde die Insel ja von Delta durchgeschüttelt, der AI/7 erreichte am 24. Juli bereits den Peak mit 168,9. An dem Tag wurden auf einen Schlag 38 positiv getestete gemeldet. 7 Patienten mussten intensivmedizinisch betreut werden. 7 Personen sind verstorben.

Der AI/7 beträgt heute 18 Punkte, der AI/14 deren 44.

Neues Covid Gesetz
30 August, 2021

Ein Covid Gesetz der Kanaren welches alle verschiedenen Verordnungen zusammen fasst und etwas mehr Klarheit bringen soll, ist fertig gestellt worden. Es soll vom Kanarischen Parlament am nächsten Donnerstag verabschiedet werden. Details sind mir noch nicht klar, es wurde nur erwähnt, dass die bis anhin geltenden Alarmstufen beibehalten werden. Weiter soll auf eine Ausgangssperre und das Covid Zertifikat verzichtet werden, weil diese Massnahmen, wie das oberste Gericht bereits festhielt, die Grundrechte tangieren.
Ich befürchte, dass ich nicht darum herum kommen werde, die 75 Seiten nach deren Publikation durchzulesen. Es gibt zwar spannenderes :-)

Hilfe für vom Feuer betroffene
28 August, 2021

Das Innenministerium von Spanien bietet ab heute bis zum 27. September die Möglichkeit an, Hilfe online zu beantragen, wobei es sieben verschiedene Verfahren für die Beantragung und Vorlage von Unterlagen für diese Zuschüsse gibt. Der Zugang zu den Onlineformularen steht nur Personen mit einer gültigen elektronischen Unterschrift oder dem entsprechenden Passwort zur Verfügung. Möchten Sie Hilfe beantragen sprechen aber nicht sehr gut spanisch ist es besser, sich einen Übersetzer zu organisieren oder für entsprechende Unterstützung im Rathaus nachzufragen. Meist sind solche Formulare in einem schlecht verständlichen Juristen-Spanisch abgefasst und man sollte Fehler bei deren Ausfüllen vermeiden.

Hier habe ich die Onlineformulare verlinkt.

Gesundheitsreport
26 August, 2021

Es geht nun etwas langsamer runter mit den akkumulierten Indizes, trotzdem schreiben wir nach einem harten Juli  bereits wieder die besten Zahlen der Kanarischen Inseln. Der AI/7 ist seit 7. August wieder unter 50 auf La Palma und der über zwei Wochen gerechnete Index nähert sich auch der 50-er Grenze mit 59,9. Ein interfamiliärer Ausbruch welcher vorgestern gemeldet wurde konnte rasch isoliert werden. Gleich positive Nachrichten kommen aus dem Spital. Dort sind noch zwei Personen in stationärer Behandlung. Trotz der guten Zahlen dürfen wir nicht vergessen, dass diese letzte Welle welche im Juli begann 7 Todesopfer forderte und die Opferzahlen von 7 auf 14 verdoppelte.

Nur Gran Canaria wurde heute von Level 4 auf Level 3 herunter gestuft. Alle anderen Inseln bleiben eine weitere Woche auf ihrem derzeitigen Level, La Palma auf Level zwei.

Beim Impfen sehen wir eine Verlangsamung, praktisch alle welche sich impfen lassen wollten konnten dies nun tun und das Abflachen der Kurve ist deshalb normal. Auf La Palma haben sich 77,8 % der Zielgruppe bereits mit einer zweiten Impfung immunisiert, 83 % hatten eine erste Impfung. Wahrscheinlich werden wir per Ende August bei rund 85 % immunisierten und 15 % nicht geimpften Personen den Peak erreichen. Eigentlich ein super Resultat, angesichts der viel infektiöseren Delta Variante, welche eine etwa 1.000 fach höhere Viruslast aufweist, ist  ist es aber nicht klar, ob diese Zahlen ausreichen um nicht noch einmal Ausbrüche wie im Juli zu sehen. Weiter fehlen Daten dazu, ob die nicht geimpften  Personen gleichmässig über die Insel verteilt sind oder gehäuft in Cluster auftreten wie z.B. Stadt- Land oder Palmeros / Ausländer. Cluster wäre schlecht, da sich dann in diesen Gruppen gehäufter Ausbrüche ereignen könnten.

Genau kann ich es nicht rechnen da mir auch Einwohnerzahlen der Kinder bis 12 jährig fehlen. Aber über den Daumen kann man davon ausgehen, dass sich auf La Palma um die 10.000 Personen nicht impfen lassen können oder wollen.

Wanderwegnetz
25 August, 2021

Fast unbemerkt von der Presse wurde das Wanderwegnetz wieder eröffnet. Eine wichtige Information für die Touristen.
Im Gebiet welches durch den Brand zerstört wurde sind die Wanderwege noch geschlossen. Aktuelle Informationen bei senderosdelapalma.com

Katrastrophengebiet
24 August, 2021

Am Dienstag, den 24. August, genehmigte der spanische Ministerrat die Ausrufung einer Katastrophenschutzzone (ZAEPC) für das Gebiet von El Paso und Los Llanos, in dem es in der vergangenen Woche brannte.

Dies vereinfacht Unterstützungszahlungen um Schäden an betroffenen Infrastrukturen, Wohnungen, Häusern und Hausrat sowie Industrieanlagen und Landwirtschaft zu ersetzen.

Plötzlicher Impftod (Satire)
24 August, 2021


Dieser Artikel ist Satire, also nicht allzu ernst nehmen.
Bei allfälligen Nebenwirkungen fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker oder konsultieren Sie ein YouTube Video.

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Man liest ja so einiges wenn man im Web herum stöbert. Manches ist ganz toll und anregend, anderes eher dumm und aufregend.
Letzthin habe ich einen Beitrag von einem Nobody gelesen, der meinte mit lauter und überzeugter Stimme, dass alle geimpften in Kürze sterben werden und man sich aus diesem Grund ja nicht impfen lassen sollte. Er gab als Quelle für seiner Theorie ein Mineralwasser an. Wenn man etwas immer wieder hört, dann beginnt einen ein komisches Gefühl zu beschleichen. Ganz langsam beginnt es die Gedanken zu beeinflussen. Zuerst nur subtil, dann plötzlich stärker und Angstmachend. Es könnte ja was dran sein...

Aber wenn das stimmt, was dran ist, dann ist der Verzicht auf eine Impfung eine ganz schlechte Idee. Das werde ich begründen, aber schön der Reihe nach:

Auf La Palma sind per 24.8.2021 nun 77,8 % der Bevölkerung doppelt geimpft. Wenn diese alle ins Gras beissen würden, hätten wir schon die erste logistische Herausforderung auf der Insel. Gras ist nämlich äusserst rar. Also kann das hierzulande gar nicht gleichzeitig passieren oder sie beissen in was anders. Vielleicht sterben aber auch nicht alle gleichzeitig. Vielleicht gibt es eine Präferenz: Die mit dem vermeintlich guten Impfstoff mit kaum Nebenwirkungen, Pfizer/BioNTec könnten zuerst dran sein, denn Nebenwirkungen kann man gut auf deren Chip programmieren und dann gleichzeitig abrufen. Oder beissen wieder die AstraZeneca Impflinge zuerst ins Gras? Diejenigen welche schon mit Angst zur Impfung gingen und nach der Impfung vor lauter Suche nach Nebenwirkungen fast den zweiten Termin verpasst hätten? Oder doch Moderna, das im Wallis in der Schweiz zusammengebastelt wird. Einem Tal, in welchem die Walliser alles was hinter dem Berg ist, als „Ausserschweiz“ bezeichnet wird? „So ein Käse“ werden einige sagen. Genau, vielleicht ist ja gar kein Impfstoff drin, in diesen modernen Ampullen aus der Schweiz. Gruyer, Emmentaler oder schlimmer, ein günstiger Gauda? Und, was passiert mit Johnson & Johnson deren Impfstoff man nur einmal spritzen muss. Sind die Empfänger dann, wenn dieses Szenario eintritt nur halbtot und wenn ja welche Hälfte?

Fragen über Fragen und in der genaueren Analyse sieht man, es ist gar nicht so einfach, auch nicht das kollektive Sterben.
Wenn es aber passieren würde, man weiss ja nie, dann hätten die nicht geimpften aber eine saftige Rechnung offen. Wer würde denn plötzlich die Lebensmittel produzieren und diese mit dem Schiff zu uns bringen, sie weiter transportieren, lagern und ins Regal im Supermarkt stellen. Wer den Strom produzieren, dass das Joghurt nicht schlecht wird und vor allem das Internet nicht ausfällt. Das wichtige, wo man seine neuesten Theorien anprangern und nach dem Anschauen eines YouTube Videos schon zum Immunologen werden kann. Alles Futsch, over and out! Dann überall die Leichen. Seuchen würden ausbrechen, denn die paar Überlebenden könnten gar nicht alle begraben, sie wären heillos überfordert. Kein Essen, kein Internet, krank und elend. Wer das nicht erleben will, sollte sich deshalb dringend impfen lassen!

Oberstes Gericht verneint
24 August, 2021

Es scheint, dass das oberste Gericht der Kanaren in einem sehr gut ist: Dem Ungültig-Erklären von getroffenen politischen Entscheidungen. Kürzlich fiel die Ausgangssperre dem Gericht zum Opfer, dann Zugangsbeschränkungen und nun, bereits zum zweiten mal eine Konzession für das TMT, das 30m Teleskop auf dem Muchacho. Dies, nachdem Umweltschützer gegen das Projekt klagten.

Das Cabildo von La Palma und auch die Gemeinde Puntagorda, auf dessen Boden das Projekt vielleicht einmal gebaut wird, sind dafür und bereit, eine weitere Einreichung zu machen. Die Umweltschützer sind dagegen und haben auch schon angekündigt, weitere Einsprüche zu erheben. Was auf dem Muchacho, der schon zugepflastert ist mit Teleskopen und Messinstrumenten, noch groß geschützt werden soll, ist mir nicht ganz klar. Ob dort ein oder auch mehrere Gebäude mehr aufgestellt werden fällt ja kaum ins Gewicht. Die positiven wirtschaftlichen Folgen eines solchen Projekts für die Insel aber schon.

Flüchtlinge
23 August, 2021

Heute Abend ist in La Restinga auf El Hierro ein Flüchtlingsboot gestrandet mit 117 Migranten, darunter 3 Frauen und 20 Minderjährige an Bord.

Nach einer ersten Untersuchung durch die Sanitätsbehörden sind alle bei guter Gesundheit.
Die kürzeste Strecke zum afrikanischen Kontinent von La Restinga sind 385 km und führt an Gran Canaria, Teneriffa und la Gomera vorbei. Es ist deshalb naheliegend, dass das Boot von einem größeren Schlepperboot ausgesetzt wurde.

Aufarbeitung
Aufarbeitung
22 August, 2021

Die schnelle Ausbreitung des Feuers und auch der Umstand, dass es - anfänglich lange noch klein - in El Paso in der Nähe des neuen Spar Marktes 280 m überspringen konnte muss aufgearbeitet werden. ElTime berichtet heute in einem Artikel darüber, dass viele Grundstücke verlassen sind und sich Rabo de Gato ausgebreitet hätte. Das Rabo de Gato wird zumindest teilweise für die extreme Ausbreitung verantwortlich gemacht in welcher rund 60 Häuser ein Raub der Flammen wurden. Ich denke, dass das zwar teilweise stimmt, den Nagel aber nicht ganz auf den Kopf trifft. Neben den meteorologischen Bedingungen die ausserordentlich waren, in Puerto Naos wurden am letzten Dienstag 44,5°C bei Böen über 90 km/h und 5% relativer Luftfeuchtigkeit gemessen, in Tazacorte stieg die Temperatur auf 47°C an, sind wir Menschen auch die, welche solche Gefahren gerne nicht Ernst nehmen. Verdrängen ist einfacher: "Mir wird das schon nicht passieren".

Am 9. August habe ich im Blog zum ersten mal vor der Waldbrandgefahr gewarnt. Am 12. August, also 5 Tage vor dem Feuer schrieb ich, es wäre Zeit rund ums Haus sauber zu machen und die Wassertanks aufzufüllen.

Ich selber habe die Gefahr zwar erkannt, habe aber nur dafür gesorgt, dass der Wassertank voll war. Zwar habe ich hinter dem Haus vor einem guten Monat noch eine 50 m lange Löschleitung mit 17 Sprinkler installiert, die hätten eine Barriere gegen das über den Boden ankommende Feuer gebildet, in der Gesamtanalyse muss ich aber gestehen, dass deutlich zuviel brennbares Material rund ums Haus vorhanden war. Es sind die Details die plötzlich auffallen. Wir haben vorsorglich Gartentische, Stühle und Sonnenschirme usw. in die Garage gebracht. Heute sehe ich, dass diese beim Dach einen Schlitz hat, wo sich das Feuer problemlos in die Holzkonstruktion hätte fressen können. Plötzlich fällt eine Gefahr auf, die jahrelang unbemerkt blieb. Zum Glück war ich durch den Lavafluss der Montaña Quemada geschützt und das Feuer kam nicht näher als 680 m. Die Gelegenheit, sich besser auf das nächste Feuer vorzubereiten ist also jetzt. Nutzen wir den Moment, denn eines ist klar. Solche ausserordentliche Wetterlagen werden nicht seltener!

Reorganisation Impfung
21 August, 2021

Der Gesundheitsdirektor von La Palma hat bekannt gegeben, dass die Impfungen in der nächsten Woche von Montag bis Donnerstag nicht in den grossen Impfzentren stattfinden sondern in den Centro de Salud in Sta. Cruz und in Los Llanos. Ab nächstem Freitag 27. August dann wieder wie gewohnt in den beiden Impfzentren in Sta. Cruz und in El Paso.

Ab 12 jährig kann man sich auch in der nächsten Woche ohne Voranmeldung impfen lassen. Dies von 9h bis 15h.

Der Direktor des Gesundheitsamtes von La Palma, Kilian Sánchez, und die Leiterin des Spitals von La Palma, Mercedes Coello, heben die gute Resonanz der Bevölkerung auf die Impfung auf La Palma hervor. Bereits 77,5 % der Zielbevölkerung über 12 Jahre sind vollständig geimpft und 83,1 % der Zielbevölkerung haben eine Dosis erhalten.

Immense Hitzeschäden
Immense Hitzeschäden
19 August, 2021

Noch nicht groß in der Presse weil alle über das Feuer berichten ist der Umstand, dass die Schäden an den Bananenplantagen durch die extreme Hitze und vor allem damit einhergehendem extrem starkem Wind einer super trockenen Luftmasse enorm sind. Die Plantagen mit enormen Schäden ziehen sich von Los Llanos durch bis nach Fuencaliente. Die Pflanzen sehen aus, als ob sie durch Feuer verbrannt sind, doch ist es die Dehydration durch Hitze, Wind und Trockenheit die ihnen so übel zugerichtet hat.

Hilfe für Tiere
19 August, 2021

Eine Vielzahl von Katzen wurden vom Feuer gerettet. Viele konnten schon wieder mit deren Besitzer zusammen geführt werden. Einige aber (noch) nicht, weshalb Annipal Pflegestellen für Katzen sucht. Wenn sie bereit sind, eine Katze in Pflege zu nehmen dann sollten sie sich bei Annipal melden. Eine neue publizierte Telefonnummer ist die 654734147.

Weitere Informationsstellen:

https://www.facebook.com/benawara.mianimigu/

https://www.facebook.com/Animales.perdidos.encontrados.isladelaPalma/

Impfzentrum
19 August, 2021

Das Impfzentrum in El Paso, das infolge des Feuers aus Sicherheitsgründen geschlossen werden musste, ist ab heute wieder geöffnet. Vergebene Termine können wahrgenommen werden. Auch steht das Zeitfenster von 10:00h bis 13:45 h wieder für Impfungen ohne Voranmeldung zur Verfügung.

Stand der Impfungen auf La Palma per 18.August: 82,9 % der Zielbevölkerung* haben eine erste Impfung erhalten und 75,7 % gelten als immunisiert.

*alle ab 12 jährig.

Feuer Level 1
19 August, 2021

Das Feuer ist heute Mittag auf Level 1 zurück gestuft worden. Damit hat das Cabildo wieder die Befehlsgewalt. Die Truppen von anderen Inseln wurden abgezogen um sicherzustellen, dass die wieder in ihrer Basis sind, wenn auf anderen Inseln Brände ausbrechen würden.

Zufallsfund
19 August, 2021

Beamte der Guardia Civil haben einen 39 jährigen Mann verhaftet welcher in seinem Auto 206,8 kg Haschisch und 4,24 kg Heroin transportierte. In der Tat konnte ich die Meldung kaum glauben, handelt es sich doch um eine riesige Menge an Rauschgiften.

Der Fahrer des Autos ist während einer Routinekontrolle aufgefallen weil er, als er die Polizei sah, brüsk bremste und andere Verkehrsteilnehmer gefährdete. Als sie den Fahrer aus diesem Grund herauswinkten ist dieser sofort durch einen hohen Grad an Nervosität aufgefallen. Das hat die Guardia Civil dann dazu bewogen, auch das Fahrzeug zu untersuchen. Schnell fiel ein mit Plastik abgedichteter, großer Kunststoffbehälter auf, in welchem dann die genannten Drogen gefunden wurden.

Der Fahrer wurde verhaftet und der Gerichtsbarkeit in Los Llanos zugewiesen.

Feuer weiterhin Level 2
19 August, 2021

Das in der Zwischenzeit gelöschte Feuer bleibt auf Stufe 2 eingestuft, dies weil viele Häuser betroffen sind. Damit hat immer noch das Gobierno de Canarias die Leitung und nicht das Cabildo.

Es fliegen zeitweise immer noch Helikopter. Zum einen um sich ein Bild über allfällige Glutnester zu machen (heute Morgen ohne Bambi, so wird der Wassersack genannt) zum andern mit Bambi um solche abzukühlen.

Tiere in Not
19 August, 2021

Das Feuer hat nicht nur Schäden an rund 60 Häusern angerichtet und einige ganz zerstört, es hinterlässt auch viele Tiere welche ihr Zuhause verloren haben und Tierhalter die immer noch ihre Tiere suchen.

Verschiedene Organisationen versuchen sich um diese Tiere zu kümmern. Einige brauchen ein neues Zuhause. Annipal hat eine Telefonnummer publiziert wo man sich melden kann: 615483156
Auch Futterspenden seien willkommen.

Hilfsorganisationen können sich auch bei mir melden. Ich werde den Aufruf dann im Blog publizieren. roger.frey(at)idafe.com

Schadensmeldungen
19 August, 2021

Der Präsident der Kanaren hat rasche Hilfe für betroffene des Feuers versprochen. Er sagte gestern:

"Wir werden die Subventionslinien so schnell wie möglich öffnen; die direkten Subventionen werden so schnell wie möglich aktiviert, damit die Menschen und Organisationen Zugang zu ihnen haben".

Die Gemeinde Los Llanos hat eine Stelle zum Melden von Schäden welche durch das Feuer entstanden sind eingerichtet.
Betroffene können ihre Schäden ab heute von 8:00h bis 13:30h unter Telefonnummer 620452277 oder per e-mail jmconcepcion@aridane.org melden.

Gesundheitsbericht
18 August, 2021

Die Neuinfektionen waren in den letzten zwei Tagen unter der für La Palma noch akzeptierten Schwelle welche einen AI/7 von unter 50 garantiert. Das sind maximal 6 Neuinfektionen pro Tag. Der AI/7 hat sich noch einmal verbessert und liegt nun bei 28,8. Heute kamen zwei Neuinfektionen dazu und 7 konnten aus der Quarantäne entlassen werden was 39 Personen in Quarantäne ergibt. Die Zahl der Patienten im Spital hat leider wieder zugenommen. Es befinden sich 5 Personen in Spitalpflege aber keine auf der Intensivstation.

In bezug auf den Stand der Impfungen wurde heute gemeldet, dass von der Zielbevölkerung über 12 jährig nun 82,9% eine erste Impfung erhalten haben und 75,7% der Bevölkerung immunisiert ist. Ein herausragender Erfolg und eine gute Basis für die Zukunft.

Feuerbericht 6
Feuerbericht 6
18 August, 2021

Nun wurde eine erste offizielle Karte des Perimeters vom Feuer publiziert. Es brach in El Paso aus, wurde dann mit dem starken Wind nach Westen geblasen wo es sage und schreibe dreimal die Hauptstraße und unzählige weitere Straßen übersprang.

Im Moment fliegen noch zwei Helikopter, darunter die Kamov mit rund 6t Kapazität. Es ist kein Rauch sichtbar und darum könnte es sich um Kühlaktionen handeln.

Feuerbericht 5
18 August, 2021

Die Nacht hat zum Glück trotz des immer noch wehenden starken Windes keine neuen Überraschungen hervor gebracht und die bestehenden Feuer konnten kontrolliert werden. Es sieht heute morgen noch einmal besser aus. Entwarnung gibt es noch nicht, erstens bestehen noch viele Glutnester die man finden und kühlen muss und zweitens bläst der starke Wind noch bis rund morgen Mittag. Zwar nimmt er nun laufend leicht ab, durch die fehlende Inversion werden wir in weiten Teilen der Westseite davon nichts merken. Erste Anzeichen werden sein, dass er nicht mehr bis zum Meer hinunter fällt. Auch die Temperaturen haben gestern Rekordwerte erreicht die wir heute nicht mehr sehen werden aber auch heute liegen die Temperaturen unter 700 m bei über 30°C. Bläst der Wind weiter nach Puerto Naos runter erreichen wir dort noch einmal knapp 45°C.

Das Feuer - wahrscheinlich angefacht durch eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe - hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen und wir warten auf die definitive Karte des Perimeters. Eine gestern veröffentlichte Satellitenaufnahme hat keinen Zeitstempel und entspricht nicht dem letztendlichen Ausmass. Es sind viele Häuser betroffen. Viele Autos, Gärten und auch Firmen brannten. Bekannten sind die Gärten abgebrannt, die Häuser, einem Freund, Carlos, die Avocadoplantage mit über 20 jährigen Bäumen, total verbrannt. Einem anderen, Juan Antonio, seine Firma Palmaflor. Dieses Blumengeschäft an der Hauptstrasse nach Los Llanos, nahe dem Wasserbecken "Dos Pinos" ist bei vielen bekannt, weil es eine große Auswahl an Pflanzen und Töpfen und weiterem Gartenzubehör anbot. Der Schaden ist immens.

Heute gilt es die Glutnester zu kühlen und jegliches Anfachen sofort zu bekämpfen aber auch dafür zu sorgen, dass keine weiteren Brände entstehen.

Feuerbericht 4
17 August, 2021

Gegen Abend hat sich der Rauch etwas verzogen und die Situation sah deutlich besser aus. Die Unterstützung aus der Luft ist nun abgezogen worden und die Bodentruppen müssen die wenn auch kleineren Feuer weiter bekämpfen. Um 23h kommt Unterstützung aus Teneriffa. Eine Einheit des Militärs wurde aufgeboten und ist zu uns unterwegs. Dies ist eine direkte Folge der Stufe 2. Weil der Wind auch in der Nacht noch weht und es immer noch sehr warm ist sind diese Kräfte sehr willkommen. Schnell kann ein solches, derzeit kontrolliertes aber immer noch brennendes Feuer wieder entfachen.

Bleiben sie wachsam und sicher! Gute Nacht!

Kurzberichte wenn sich was ändert auf Twitter bei @efadi_LP

Feuerbericht 3
17 August, 2021

[17:30h] Die Lage ist leider Katastrophal, anders kann man das nicht schildern was ich im Moment sehe. Das Feuer ist immer noch ausser Kontrolle, es wurde kürzlich auf Stufe 2 gesetzt, das heisst der Führungsstab geht nun von Lokal zum Gobierno de Canarias über und so können auch Militäreinheiten und weitere Mittel des Gobierno eingesetzt werden.

Die vom Feuer betroffene Schneise kann am besten so beschrieben werden:
Ziehen sie von der Shell- Tankstelle in El Paso eine Linie zum Wasserbecken von Dos Pinos unterhalb vom Fussballplatz El Paso ist die Schneise mindestens ein Kilometer breit. Auch die Calle Taburiente musste teilweise evakuiert werden wurde mir mitgeteilt. nach letzten Meldungen mussten mindestens 100 Personen evakuiert werden. Ich schätze es sind mehr.
Genaue Informationen sind rar und ich analysiere laufend. Für schnelle Information konsultieren sie auch Twitter @efadi_LP

Feuer El Paso 2
17 August, 2021

[13:23h] Die Löscharbeiten sind immer noch im Gange. Obschon es sich um eine relativ einfache Orographie handelt, erschwert der starke Wind die Operation. Man sieht auch, dass die Helikopter das Wasser relativ hoch abwerfen, wahrscheinlich wegen den Böen aber bei 7% relativer Luftfeuchtigkeit kommt dann nicht mal mehr die Hälfte an, der Rest verdunstet.

Feuer
17 August, 2021

[12:24 h] Heute ist um 12h ein Feuer etwas über dem Dorfkern von El Paso ausgebrochen. Die Löschmannschaften waren schnell vor Ort und sind im Moment am Löschen.

Sturm geht weiter
17 August, 2021

Gestern Abend gegen 23h hat es dann auch Puerto Naos erwischt. Lange konnte sich noch eine blase kühlerer und feuchterer Luft halten. diese "klebte" förmlich an der Klippe und über Puerto Naos. Bereits um 18h blies der Wind am Tennis Centre (250 m über Meer) stark und es war heiss. Um 23h wurde die restliche atlantische feuchte Luft mit krassen Böen weg geblasen. Fast schlagartig fiel der Föhn mit Böen bis 80 km/h ein. Heute morgen nicht besser, Böen bis 90 km/h haben bereits Mauern von Bananenplantagen umgehauen, in den höheren Lagen ganze Avocado Plantagen entlaubt und die Früchte von den Bäumen gerissen. Ein Desaster für die eh schon darbende Wirtschaft auf La Palma!

Für heute kann keinesfalls Entwarnung gegeben werden. Zwar nehmen Windstärke und Temperaturen gegen Abend ab, aber nur marginal, so dass wir kaum was merken werden. Fällt die Brisa auch am Nachmittag noch bis Puerto Naos runter und das ist wahrscheinlich, könnten dort Rekord-Temperaturen von 45°C erreicht werden. Dazu kommt die extrem trockene Luft.

Die Waldbrandgefahr ist extrem! Schützen sie sich und die Umwelt!

Meteorologisch Rot
16 August, 2021

Als die AEMET gesehen hat, dass auf la Palma doch die 40° C überschritten werden, wurde heute Nachmittag noch ein roter Wetteralarm für La Palma ausgegeben. Das Problem, dass sie das nicht vorher erkannt haben liegt darin, dass der grosse Teil der Wetterprognosen heute nicht mehr manuell (synoptisch) geschieht sondern automatisch. Die kleinräumigen Effekte welche ich gestern beschrieben habe und die heute zu den hohen Temperaturen führen, muss man einzeln anschauen. Das ist Aufwand und den nimmt kaum mehr jemand in kauf. Da ist eine hastige Korrektur an die Wirklichkeit einfacher. Um eine Prognose handelt es sich bei dieser Geschichte nicht mehr. AEMET hat einfach abgeschrieben.

Heute werden wir in einigen Teilen der Westseite Temperaturen über 40°C sehen. Die höchsten Temperaturen findet man dort, wo der Wind noch gerade runter blasen kann und das sind heute tiefe 300 m über Meer! Die Windstärke nimmt in der Nacht noch zu, die äussert gefährliche Situation in Bezug auf Waldbrände bleibt bestehen. Auch morgen wird es heiss, die Rekordwerte von heute werden wir wahrscheinlich knapp nicht mehr erreichen. Die Situation entschärft sich nur langsam und graduell. Wind und Wärme nehmen langsam ab. Der Wind in den höheren Lagen der Westseite schläft aber erst gegen Donnerstag ein.

Impfskepsis?
Impfskepsis?
15 August, 2021

Unzählige Studien wurden schon publiziert die belegen, dass die Vorteile einer Impfung die Nachteile bei weitem aufwiegen, aber selten hat eine Grafik das so auf den Punkt gebracht wie die aus San Diego, welche die Zeitspanne der Spitaleinweisungen vom 12. Juli bis 10. August darstellt.

Dass man die kategorischen Impfgegner auch mit einer solchen Grafik nicht überzeugen kann, ist mir klar. Dies musste unlängst auch der Arzt der Intensivstation in einem Spital auf Gran Canaria, Domingo González erleben. Dieser hatte ein Video mit einer Information eines Patienten - vormals Impfgegner - publiziert welcher darin zum Impfen aufrief. Das kam offensichtlich in einigen Kreisen nicht gut an. Der Arzt schreibt:

Sein neuestes Video schlug in den Reihen der "Neinsager" ein "wie eine Bombe" erklärte González. "... sie kamen wie eine Meute von Hunden, um mich zu töten und griffen mich sogar persönlich und beruflich an. Ich hatte das Gefühl, dass das, was dieser kleinen pseudowissenschaftlichen Gruppe passiert ist, als sie das Video sah und analysierte, was ein einfacher Provinzkrankenhausarzt sagt, wie Weihwasser auf sie gefallen ist und die Dämonen aus ihrem Mund kamen, mit einem Schwall von Lügen und Unwahrheiten und sogar, wie es scheint, mit Kopfverrenkungen oder Springen auf dem Bett".*)

Ganz offensichtlich kam ihm bei der Beschreibung der Angriffe im Netz der Film "der Exorzist" in den Sinn. Anders kann ich mir seine detaillierten Ausführungen mit Kopfverrenkungen auch nicht erklären ;-)

*)Nachzulesen auf Spanisch bei Canarias7

Roter Wetteralarm Gran Canaria
15 August, 2021

Es sei erst das zweite Mal seit meteoalerta Canarias in Betrieb sei, dass ein roter Wetteralarm für hohe Temperaturen ausgegeben werde, sagte die Meteorologin des Kanarischen Fernsehens, Vicky Palma. In der Tat werden auf Gran Canarias morgen Temperaturen von über 40°C erwartet. Auf La Palma hingegen "nur" 37°C (oranger Alarm).
Das kann sich aber, wie ich schon ausführte, mit dem in der Nacht auf Montag aufkommenden Ostwind schnell ändern. Eine nach unten fallende trockene Luftmasse erwärmt sich um 1°C/100m. Auf der Cumbre Nueva auf 1.400 m ist es im Moment 27°C warm. Würde diese Luftmasse mit Wind bis nach Puerto de Tazacorte runter fallen, dann wäre es dort demnach 14°C wärmer, also 41°C. Solche Effekte können wir morgen auf jeden Fall auf der Westseite sehen, was dann die vorausgesagten 37°C plötzlich und schnell zum Papiertiger verkommen lässt.

Speziell mit Wind: EXTREME Brandgefahr!

Wie heiss wird es?
14 August, 2021

Eine oft gestellte Frage wie heiss es denn maximal wird. Montag auf Dienstag bläst wahrscheinlich ein sehr starker NO-Wind auf 1.500 m. Im Moment sind 60 km/h voraus gesagt. Je weiter die Brisa auf der Westseite ins Tal fliessen kann, desto wärmer wird es dort. Erreicht die Brisa sogar Meereshöhe könnten dort unglaubliche 42 - 45°C entstehen. Die untere Luftschicht ist derzeit noch recht feucht und einiges kühler. Das Aufmischen dieser Luftmasse braucht Zeit, unmöglich sind diese Werte aber mit den derzeitigen Prognosen nicht!

Meteorologisches / Höchste Alarmsture Waldbrandgefahr
14 August, 2021

Die Vorboten der Hitze sind bereits in den höheren Lagen von La Palma angekommen. Heute morgen [08:45h] ist es beim Visitor Centre in El Paso bereits 27°C. Die derzeit höchste Temperatur zeigt unsere "Frühwarnstation" für Hitze, die Wetterstation El Pinar auf 1.080 m über Tijarafe. Dort misst man im Moment 30°C. Parallel dazu sinkt die Luftfeuchtigkeit. Ab 600 m AMSL bis zum Roque ist diese durchgehend unter 30%. Dazu ist auch Calima angekommen, Sand aus der Sahara. Calima nimmt bis am Sonntag noch weiter zu und damit wird die Sicht noch abnehmen.
Montag und Dienstag erreichen die Temperaturen den Höchststand. Am Donnerstag sinken die Temperaturen über 700 m dann unter 30°C aber einen deutlichen Temperaturrückgang sieht man erst am Freitag.

In der Nacht auf Sonntag kommt auf 1.500 m Nordost-Wind auf der in einigen Teilen der Westseite auch weit runter blasen kann. Er dreht gegen Sonntagmorgen auf Südost bis Süd um dann in der Nacht auf Montag wieder auf Passat zu drehen und nochmal zu beschleunigen. Am Montagnachmittag werden auf 1.500 m über 20 kn voraus gesagt. Das gibt deutliche Brisa in El Paso und las Manchas mit grosser Brandgefahr!

Aufgrund der Wetterlage wird die Waldbrandgefahr als maximal eingeschätzt.

Deshalb wurde das Wanderwegnetz teilweise bis auf weiteres geschlossen. Offen bleiben Wanderwege in den untersten Höhenlagen. Informationen findet man auf senderosdelapalma.com

Gesundheitsreport
12 August, 2021

Die gestern von den Behörden über Twitter verbreitete Meldung von einem Coronavirus Ausbruch auf La Palma mit 21 beteiligten hat zu viel Verwirrung geführt. In der Tat handelte es sich dabei um einen alten Ausbruch der längst in den Zahlen drin war. Es stand zwar "antigua" dabei, warum der Ausbruch noch einmal erwähnt wurde, ist mir nicht klar. Die Meldung wurde auch von der Presse zum Teil falsch interpretiert. Ich war also nicht alleine.

Leider sind seit gestern noch einmal zwei Patienten verstorben. Einer im Altersbereich 60-69 der andere >80.
Es wurden nur 3 Neuinfektionen gemeldet, was den AI/7 auf 30 runter purzeln lässt. Es befinden sich noch drei Personen in stationärer Pflege, niemand mehr auf der Intensivpflegestation und weitere 53 in häuslicher Quarantäne.

La Palma wird deshalb ab morgen Freitag 00h auf Pandemiestufe zwei zurück gestuft.
Das bedeutet, dass sich privat wieder 6 Personen treffen dürfen (vorher 4). Dazu werden die Zulassungen für Restaurants, Läden und Veranstaltungen erhöht. In vielen Fällen gilt wieder 50% (vorher 30%) oder 75% wo vorher 50% galt.

Höchste Alarmstufe
12 August, 2021

Ab morgen Freitag 10:00h gilt ein Alarm für höchste Waldbrandgefahr auf den Kanaren inklusive La Palma. Zeit noch die Wasserspeicher aufzufüllen und ums Haus sauber zu machen :-)

Wahrscheinlich wird das Wanderwegnetz vorsorglich gesperrt. Informieren sie sich vorgängig zum Beispiel auf Senderosdelapalma.

Hitze
12 August, 2021

Ab Freitagabend kommt sie, die Hitze. Bereits gegen Sonnenuntergang merkt man, dass die Temperaturen über 600 m AMSL deutlich ansteigen werden und in der Nacht auf Samstag die 30°C Grenze bereits überschreiten können. Die Wärme nimmt laufend zu und erreicht am Montagmittag den Höhepunkt. Das Europäische Modell sagt 35°C auf 600 m voraus, man kann davon ausgehen, dass am Montag an einigen Orten auch die 40°C Grenze überschritten wird. Das hängt auch von der Stärke und dem Richtung des Windes ab. Hier divergieren die Modelle noch sehr stark. Das Globale Modell GFS sagt am frühen Montag auf 1.500 m 28 kn (rund 50 km/h) voraus. Das Europäische ECMWF nur die Hälfte also 25 km/h.

Eine Punktlandung in der Temperaturprognose ist schwierig aber eines ist klar: Speziell über 500 m wird es trocken und heiss, dazu kommt auf der Westseite Wind und damit einher geht ein drastischer Anstieg der Waldbrandgefahr!

Gesundheitsmeldung 2
11 August, 2021

Wichtige Information zur Untenstehenden Meldung:

Beim genauen Lesen der Pressemitteilung steht "Brotes antiguos". Es scheint also, dass dieser beschriebene Ausbruch mit 21 Personen schon in der Statistik ist, aber bisher von niemandem als ein Ausbruch im Sportbereich erwähnt wurde. Die Zahlen morgen werden etwas mehr Licht in diese Presseinfos bringen. Entschuldigung für das Wirrwarr. Manchmal gilt auch bei mir: "Hat und gibt sich Mühe" :-)

Gesundheitsinfo
11 August, 2021

Bitte Zusatzmeldung lesen!

Nachdem La Palma in den letzten Tagen gute Zahlen geschrieben hat und der AI/7 heute auf  32,4 gesunken ist, bringt Sanidad die Hiobsmeldung, dass sich an zwei SARS-CoV-2 Ausbrüchen auf La Palma bisher 21 Personen infiziert haben. Diese Daten kommen erst morgen in die Statistik, bringen den AI/7 dann gleich - wenn nicht noch weitere dazu kommen - wieder knapp in den roten Bereich.

Meteorologisches
09 August, 2021

Ungewöhnlich feucht hat auch die Woche begonnen. In Las Manchas hat es am Montagmorgen sogar recht stark geregnet und auch in Puerto Naos wurde Regen aufgezeichnet. Bis am Mittwoch bleibt es in den Schichten unter 1.000 m AMSL noch recht bewölkt. Ab Donnerstag komme ein aus Süden gerichteter Höhenwind auf. Dieser bringt zuerst nur in großer Höhe trockenere und warme Luft zu den Kanaren. Ab Freitag 13. macht sich diese zunehmend bemerkbar. Die Bewölkung löst sich weitgehend auf und wenn sich noch Wolken bilden sind diese auf tiefen 400 m. Am Sonntag werden über 600 m die 30°C Grenze wohl überschritten. Die nächste Woche beginnt ab Montag, 16. August dann trocken und auf 1.000 m kommt ein starker Wind auf. Wie weit der auf der Westseite ins Tal blasen kann, ist noch nicht klar. Aber die Waldbrandgefahr wird in der nächsten Woche deutlich ansteigen!

Grajas
09 August, 2021

Die 5 Grajas die mit Vergiftungserscheinungen in Puntallana in Pflege gegeben wurden, konnten gestern in Puntagorda wieder in die Freiheit entlassen werden.

Gesundheitsreport
09 August, 2021

Langsam aber stetig verringern sich die Fälle der Personen in Quarantäne und auch im Spital sieht die Situation deutlich besser aus. Zwar musste noch einmal ein Todesfall gemeldet werden, eine 87 jährige Frau welcher dem Ausbruch im Spital zugeschrieben wird ist mit Vorerkrankungen Verstorben. In ElApuron wird der Fall Teneriffa zugeschrieben, Sanidad hat ihn aber sowohl in der Statistik als auch in der Pressemitteilung La Palma zugeschrieben.

Es wurden erneut 7 positive gefunden und 14 konnten die Quarantäne verlassen. Somit sind noch 65 Personen auf La Palma in Quarantäne und 7 im Spital. Die Intensivstation konnte den letzten Covid Patienten entlassen und ist nun frei von Covid Patienten. Der AI/7 ist durch die 7 positiven wieder leicht angestiegen, ist aber immer noch als einzige Kanarische Insel mit 45,5 im grünen Bereich.

Wieder grün
07 August, 2021

Einen Monat hat die Odyssee gedauert. Am 8. Juli überschritt der AI/7 die 50-er Marke, La Palma war im roten Bereich. Der Index schoss dann auf 168 hoch um heute endlich mit 46,7 wieder im grünen Bereich zu sein. Auch aus dem Spital kommen gute Nachrichten: Es befinden sich noch 10 Personen in Spitalpflege eine davon auf der Intensivstation. Die hiesigen Sanitätsbehörden haben gezeigt, dass sie auch einen größeren Ausbruch professionell bekämpfen können. Mit bis zu 38 positiven an einem Tag ein nicht einfaches Unterfangen für eine kleine Organisation. Herzliche Gratulation!

Wenn wir die Zahlen so halten können ist es wahrscheinlich, dass wir am nächsten Donnerstag auch im Alarmzustand wieder herunter gestuft werden. Bis dann gilt trotz guter Zahlen noch Stufe 3.

Gruppe 60-69 Jährig
07 August, 2021

Personen der Gruppe 60-69 jährig welche sich nicht mit AstraZeneca haben impfen lassen wollen können sich ab Montag in den beiden Impfzentren in Sta. Cruz und El Paso ohne Termin mit Moderna oder Pfizer impfen lassen.

Jede der Impfstellen verfügt über ein Höchstkontingent an Impfstoffen für diese Altersgruppe, die bis zum Ende des Vorrates verabreicht werden. Termine können auch unter canariassevacuna.com oder telefonisch unter 012 oder über 928 301 012 oder 922 470 012 vereinbart werden.

Nieselregen
07 August, 2021

Nieselregen in weiten Teilen der Insel im August, das haben wir heute Morgen und es ist in der Tat ein seltenes Phänomen. Im August kann es wenn auch sehr selten regnen, dies normalerweise weil instabile Luft vom Äquator zu uns gelangt. Beim heutigen Nieselregen kommt die feuchte Luft aber mit dem Nordostpassat zu uns. Innerhalb der letzten 12 Jahre ist das nur am 2. August 2018 passiert. Heute soll im Tagesverlauf etwas trockenere Luft einfliessen. Damit wür den die Wolken wenigstens im Bereich El Paso etwas gelichtet. Morgen sagt das GFS voraus, dass in den unteren Luftschichten noch einmal feuchte Luft einfliessen wird.

Wollen Sie an die Sonne? Schon ab rund 1.000 m über Meer ist das heute zu haben. Auch wehen am Muchacho nur etwa 15 km/h Wind. Das wird auch morgen so sein, also nicht unbedingt Strand- aber bestes Bergwetter :-)

Gesundheitsreport
06 August, 2021

Es geht weiter mit den guten Nachrichten. Heute wurde nur noch 1 neuer positiver gemeldet und 13 konnten aus der Quarantäne entlassen werden. Die Entlastung spürt auch das Spital wo noch eine Person auf der Intensivstation gepflegt werden muss und 10 auf der Pflegestation, davon 7 Personen über 80 jährig.

Der AI/7 ist mit 52,7 knapp an der Grenze zu grün, der AI/14 mit 152 noch hoch. Dieser bildet ja die letzten zwei Wochen ab.

Details zu den Gemeinden entnehmen Sie dem Tweet -->>>

Alarm Stufen / Gesundheitsreport
05 August, 2021

Heute wurden die Alarmstufen erneut überprüft. Gran Canaria wird ab 00h nächsten Montag auf Level 4 angehoben. Diese Stufe bleibt mindestens bis zum 19. August so.
Alle anderen Inseln verbleiben auf ihren derzeitigen Alarmstufen. La Palma also auf Stufe 3.
Die nächste Überprüfung für alle außer Gran Canaria erfolgt nächsten Donnerstag, 12. August.

Die derzeit geltenden Regeln nach Alarmstufen gelistet, findet man bei Sanidad Gobierno de Canarias.

La Palma hat heute 5 neue positive gemeldet, 17 konnten aus der Quarantäne entlassen werden. 104 Personen befinden sich noch in Quarantäne davon noch 14 im Spital, 12 auf der normalen Station und 2 auf der Intensivstation (60-69 jährig). der AI/7 ist auf 61 Punkten, der AI/14 noch auf 180.

Die Anzahl Personen >80 jährig, die im Spital auf der Pflegestation sind, hat sich von 5 auf 7 erhöht. Neu kam eine 101 jährige Frau dazu, die von einer jungen Verwandten welche in einer Bar arbeitet angesteckt wurde. Über 80 jährige gelten auf La Palma zu 100% geimpft. Es handelt sich deshalb wahrscheinlich bei allen um sogenannte Impfdurchbrüche. Personen die sich trotz Impfung infizieren, deren Verlauf im Schnitt aber deutlich milder ausfällt.

Hintertüre
05 August, 2021

Über die Hintertüre des Gobierno de Canarias haben wir gestern erfahren, dass sich auf La Palma der derzeit größte Covid Ausbruch im Arbeitsumfeld auf den Kanaren ereignet hat. In einer Firma die auf häusliche Pflege spezialisiert ist, haben sich 12 Infektionen ereignet. Der Gesundheitsdirektor, Kilian Sánchez, der normalerweise nicht wortkarg ist, hat darüber kein einziges Wort verloren. Gehört die Firma vielleicht einem Parteikollegen?
Auch bei ElTime, dem Blatt welches sich normalerweise nicht schämt jemanden auch auf's Schafott zu legen, findet man die Information erst nach langem suchen, bei ElApurón steht sie indessen als Mitteilung auf der ersten Seite. Gesamt gesehen ist das mit den vielen weiteren infizierten nicht eine riesige Story. Sie wird nur interessant, wenn man sieht, dass einige Medien keinen Anlass zum berichten sehen, was bei mir wiederum die Neugier weckt.
Weitere 3 positive wurden im Gefängnis identifiziert.

Giftköder
04 August, 2021

Die Guardia Civil hat gegen einen Bürger von Puntagorda Anklage erhoben nachdem vor einem Jahr mehrere Hunde vergiftet wurden. Im Nachgang wurden 8 kg vergiftetes Fleisch gefunden. Eine Analyse der Proben und akribische Nachforschungen führten nun zum Angeklagten. Ihm werden jetzt sogar drei Vergehen gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen. Die Strafe pro Verstoss kann bis zu zwei Jahre Gefängnis bedeuten.

Wahrscheinlich steht dieser Fall nicht in Zusammenhang mit den vergifteten Grajas.

Endesa X
04 August, 2021

Einige Male habe ich bereits über die Machenschaften der Firma Endesa X berichtet und darüber, dass bei einer Vertragsänderung mit Endesa plötzlich und vielfach ungefragt diese Versicherung monatlich mit knapp 5 € verrechnet wird.

Nach einem halben Jahr hin und her mit Endesa X habe ich nun die Comercialadora gewechselt. Weg von Endesa zu LoGos. Endlich hat Endesa X gemeldet, dass der Vertrag gekündigt sei. Trotzdem besteht Endesa X darauf, dass ich eine Versicherung abgeschlossen hätte und bis April zahlen müsse. Als ich ihnen zweimal die Rechnung eines im April angeschafften Backofens präsentierte, der den alten defekten ersetzte, sind sie mit keiner Silbe darauf eingegangen. Der Kunde soll also die Versicherung bezahlen, im Schadensfall wissen sie von nichts. Eine kurze Recherche im Netz bringt extrem viele weitere frustrierte Kunden hervor, auch solche die willentlich eine Versicherung abgeschlossen hatten, im Schadensfall aber von Endesa X auf die lange Bank geschoben wurden. Ich habe den Fall nun dem Konsumentenbüro des Gobierno de Canarias und der Zeitschrift El Time weiter geleitet.

Ich rate deshalb allen: Untersuchen sie ihre Stromrechnung. Fall eine Versicherung für Endesa X monatlich erscheint (Kann auch OK Luz Assist heissen) und sie diese nicht abgeschlossen haben annullieren sie diese am besten im Büro von Endesa in Los Llanos oder Sta. Cruz. Falls sie den Stromanbieter wechseln wollen, müssen sie die Tarife genau anschauen. Für mich kostet der Wechsel zu LoGos nicht mehr, weil ich zum großen Teil Eigenkonsument meiner Solaranlage mit Batteriespeicher bin. Die Strompreise von LoGos sind eher höher als die von Endesa, der Preis für die "Potencia Contratada" eher tiefer. Gerade jetzt mit den neuen Strompreisen welche für einen teils kräftige Preiserhöhung sorgte lohnt es sich, den Markt zu analysieren und die Comercialadora unter Umständen zu wechseln.

Es gibt im freien Strommarkt drei Protagonisten, welche sich auf La Palma wie folgt darstellen:

Die Productora = Das Stromwerk der Endesa in los Guinches, Sta. Cruz
Die Distrubuidora = Inhaberin des Stromnetzes, hier e-distribución (gehört zum Endesa Konzern)
Die Comercialadora = Der Stromverkäufer, auf La Palma noch meist Endesa, der Markt ist aber offen und der Kunde kann jede im spanischen Markt tätige Firma auswählen.

Gran Canaria
04 August, 2021

Gran Canaria zeigt immer noch keine Anzeichen, dass die Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 eingedämmt werden konnten. Nun kommt noch die Meldung, dass sich in dem im Südosten der Insel befindende Regionalgefängnis II mindestens 76 Insassen mit dem Virus infiziert hätten. Es sind offensichtlich alle geimpft und nur ganz wenige haben Krankheitssymptome.

Perseiden
Perseiden
04 August, 2021

Jedes Jahr im August zieht die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne durch Reste des Kometenschweifs von Swift-Tuttle. Meteore der Perseiden sieht man zwischen 17. Juli bis 24. August. Das Maximum an Aktivität wird am frühen Morgen des 13. August erwartet. Das Jahr 2021 scheint gut um die Perseiden zu beobachten. Neumond ist am 8. August, Halbmond am 15.8.

Wer unter einer Wolkendecke ist kann am 12. August auf Youtube einen Lifestream der Observatorios de Canarias beobachten.

Das Sternbild Perseus kann am Nachthimmel folgendermaßen gefunden werden: Von der fünf Mal verlängerten Hinterachse des großen Wagens über den Polarstern bis zur Kassiopeia (Himmels-W) und dann im rechten Winkel nach rechts, auf etwa halbem Weg zur Capella im Fuhrmann.

Gesundheitsreport
03 August, 2021

Auch heute konnten mehr Patienten aus der Quarantäne entlassen werden (-12) als neue dazu kamen (+9). Auch aus dem Hospital General kommen Zahlen die etwas zuversichtlich stimmen. Der zweite Patient im Altersbereich 40-49 konnte von der Intensivstation auf die normale Pflegestation verlegt werden. Es befinden sich nun noch 3 Personen in Intensivpflege und 11 Personen auf der Pflegestation. Der AI/7 blieb unverändert auf 65 und der AI/14 kam mit 199 unter die 200 Marke.
Stand Impfungen: Auf La Palma haben 80% der Zielgruppe* eine erste Impfung erhalten, 70% sind bereits immunisiert. Dies liegt 8 % über dem Kanarischen Durchschnitt wo 62% der Zielgruppe* immunisiert sind.

*) Als Zielgruppe werden alle Einwohner ab 12 Jahre Definiert.

Gesundheitsreport
02 August, 2021

Mal ein anderer Titel als Covid. Wahrscheinlich bin ich nicht alleine. Ich kann Covid kaum mehr hören :-o

Leider ist auch gestern ein Patient im Spital verstorben. Es handelte sich um einen Patienten über 80 Jährig.
Neuinfektionen hatten wir nur noch 5 zu verzeichnen und 30 Personen wurden aus der Quarantäne entlassen was die Zahl auf 112 senkt. Im Spital hat der Druck auch nachgelassen. Es befinden sich nun noch 13 Patienten auf der Station und weitere  in der Intensivpflege.
Der Trend zum besseren hält nun bereits 6 Tage an und kann als Nachhaltig bezeichnet werden. Wenn es so weitergeht können wir innerhalb einer Woche im AI/7 wieder eine grüne Zahl schreiben.

Die Zahlen im Detail:


Los Llanos 32 (-8)
Sta. Cruz 32 (-7)
Breña Alta 20 (-3)
Tazacorte 10 (-1)
Breña Baja 6 (-2)
Mazo 4 (-1)
Tijarafe 3 (+1)
El Paso 2
S. Andres 1 (-1)
Barlovento 1
Garafia 1
Puntallana 0 (-4)

Total 112 (+5 -30)
AI/7 = 65 +1; AI/14=204 -20

Wind
02 August, 2021

… ging es in die Hose, war es eine Prognose.

Gestern habe ich mich etwas weit aus dem windfreien Fenster gelehnt, als ich prognostizierte, dass die Brisa in den nächsten Tagen nicht bis El Paso blasen würde. Mit Böen bis zu 56 km/h hat der Wind in Tacande letzte Nacht eindrücklich gezeigt, dass er macht, was er will.

Schweigen wäre mal wieder Gold gewesen. Auf eine Flugwetterprognose wollte ich mich gestern auf Anfrage nämlich nicht einlassen. Die Schwankung für heute war innerhalb eines einzigen Modells sehr gross. Die Brisa ist schwer zu prognostizieren und hängt von vielen Parametern ab wie Windstärke, Windrichtung, Inversion, Feuchtigkeit.

Nun, langer Rede kurzer Sinn: Es bläst in El Paso derzeit noch heftig vom Berg runter. Die Windstärke soll auf Cumbre Nueva Höhe im Tagesverlauf leicht abnehmen, Inversionsschicht gibt es im Tal keine mehr, die ist vom Wind aufgemischt worden. Wenn es durch die Sonne wärmer wird, dann stoppt die Brisa weiter oben, sie kann aber heute immer wieder bis weit runter, auch bis nach las Manchas fallen.

Morgen nimmt der Wind auf 1.500 m deutlich ab und dreht auf Nord, das gibt dann am Dienstag keine Brisa.

Covid Situation
01 August, 2021

Der gute Trend bei den Neuinfektionen hält an. Heute wurden nur noch +5 gemeldet und 14 Personen konnten aus der Quarantäne entlassen werden was die Gesamtzahl der Personen in Quarantäne auf 138 reduziert.

Auch auf der Intensivstation hat sich die Situation etwas entschärft, leider auch durch den Umstand, dass die Pandemie einen weiteres Opfer forderte. Eine Person der Altersgruppe 70-79 ist gestern verstorben. Damit hat sich die Todesfallzahl auf 9 erhöht. Es befinden sich noch 4 Personen auf der Intensivstation und weitere 14 in stationärer Pflege im Spital.

Die Indizes gehen weiter zurück, der AI/7 ist nun auf 63,5.

Impfen ohne Termin
01 August, 2021

Auch in der nächsten Woche besteht Montag bis Freitag in beiden großen Impfzentren im Pabellón Municipal de El Paso und im Pabellón Roberto Rodríguez Estrello en Santa Cruz de La Palma  von 10:00h bis 13:45h für alle >12 Jahre die Möglichkeit sich ohne Termin impfen zu lassen. Unter 16 jährige müssen von einem Elternteil oder einer legalen Vertretung begleitet werden. Pro Zentrum und Tag stehen 200 Dosen zur Verfügung.

Meteorologisches
01 August, 2021

Der leichte Calima wird im Verlauf von heute durch den bis knapp auf 2.000 m hoch reichenden Passat nach Süden weggeblasen. Mit dieser Nordost-Strömung fließt in der Höhe auch wieder kältere Luft ein. Die Temperaturen sinken bis morgen 2. August auf 1.500 m wieder von knapp 25°C auf rund 15°C ab, pendeln sich dann in der zweiten Wochenhälfte auf 20°C ein. Bis auf 1.000 m über Meer wird feuchte Luft mit dem Passat zu den Kanaren geführt. Diese bildet dann im Nordosten die bekannte Staubewölkung und es kann im Osten ab und zu regnen. Im Westen bilden sich im Tagesverlauf möglicherweise auch Schichtwolken. Regen daraus ist indessen unwahrscheinlich. Die Temperaturen auf Meereshöhe schwanken kaum und liegen während der ganzen Woche bei 20-22°C. Starke Brisa, also Fallwinde in El Paso/Los Llanos sind bis am nächsten Wochenende keine zu erwarten und der Nordatlantik ist derzeit auch frei von tropischen Stürmen. Alles ruhig, eher langweiliges Wetter.

Graja
01 August, 2021

Am 21.6. habe ich über die vergifteten Grajas in Puntagorda berichtet. Den 5 Tieren welche in die Auffangstation in Puntallana gebracht wurden geht es deutlich besser. Um das Gebiet auf weitere Giftköder abzusuchen ist gemäss ElTime eine Hundestaffel vom Festland angereist. Besuch stattete auch der Chef der Umweltbehörde, Carlos Castilla, aus Teneriffa ab. Letzterer wurde im Cabildo vom Vizepräsidenten empfangen. Nach dem politischen Schaumschlagen sollten nun auch noch die Resultate geliefert werden. Nur so als Tipp: In Puntagorda weiß man offensichtlich, wer zu so etwas fähig ist und fast um die Ecke wohnt. Aber was weiß ich. Vielleicht ist sein Gelände schon untersucht und versiegelt und der Schurke unbeobachtet der Medien in Ketten gelegt worden?

Schlecht vorbereitet
31 July, 2021

…  dann gibt es Auseinandersetzungen:

Offensichtlich hat sich beim SARS-CoV-2 Ausbruch im Hospital General auch ein Assistenzarzt infiziert. Diesen wollte man nun in der  Covid Abteilung des Altenheims in Breña Alta in Isolation senden. Der Bürgermeister von Breña Alta, Jonathan Felipe, hat das aber strikt abgelehnt. Er meint nach gesundem Menschenverstand sei es absolut unlogisch, eine positive Person in einem Altenheim in Isolation zu senden. Der Gesundheitsdirektor Kilian Sánchez sah das anders. Er meinte, dass alle Altenheime längst eine Station für infizierte hätten einrichten sollen und wenn diese nach korrekten Standards arbeiten würden wäre das keine Problem. Das Altenheim in Breña Alta hat eine solche Station eingerichtet. Will diese aber nicht "fremdbelegen". Jonathan sagte, wenn sich jemand im Altenheim infiziert hätte, dann hätten sie den ja auch nicht ins Spital in Quarantäne gesandt. Das war wohl das 1:0.

Also Ping Pong zwischen der Coalicion Canaria und den Sozialisten. Ohne das Thema im Detail zu kennen, votiere ich für den Bürgermeister von Breña Alta. Man hätte sich im Spital im Vorfeld was anderes überlegen müssen für Personal das keine Möglichkeit hat, sich selber in Isolation zu begeben.
Der Assistenzarzt ist asymptomatisch und immer noch irgendwo im Spital in Isolation.

Kurve erwischt?
31 July, 2021

Die Zahlen betreffend Neuinfektionen sehen gut aus. Wir haben heute +7 und es sind aus der akkumulierten Inzidenz der letzten 7 Tage 38 rausgefallen. Dies hat den AI/7 um 37 Punkte auf 67 gesenkt. Nach El Hierro der zweitbeste Wert. Die 50 zu unterschreiten wird nun schwierig. Wir dürfen pro Tag maximal 6 Neuinfektionen schreiben. Bei guter Arbeit könnten wir dieses Ziel in ein bis zwei Wochen erreichen.

Olympia
31 July, 2021

Der palmerische Athlet und Olympia Teilnehmer, Samuel García, wird nach einem Einspruch der USA mit seinem Team nicht im Finale des 4*400 m Rennen antreten können. Trotzdem brachten die Athleten eine sensationelle Leistung: Samuel García, Laura Bueno, Auri Bokesa und Bernat Erta hatten zuvor im ersten Durchgang den spanischen Rekord um fünf Sekunden unterboten (3:13,29).

Viral Load
31 July, 2021

Die amerikanische Gesundheitsbehörde hat in einer kleinen Studie herausgefunden, dass bei der Variante Delta der Viral Load (Anzahl Viren) bei geimpften und ungeimpften Personen gleich hoch war. Das heisst, dass auch geimpfte Personen eine hohe Anzahl Viren weitergeben können. Die Studie umfasste nur 211 Personen und muss noch mit weiteren Untersuchungen bestätigt werden. Speziell auch, weil die PCR nicht für quantitative Nachweise geeicht war. Wenn dem aber so ist, dann fällt das soziale Argument, dass man sich impfen lassen soll, um andere nicht anzustecken bei der Delta Variante weg. Auch müssten Erleichterungen für geimpfte wie das wegfallen einer Maskenpflicht überdenkt werden. Weil es sich bei solchen Massnahmen um drastische Eingriffe in das Privatleben der Menschen handelt, tut die Politik gut daran, rasch weitere Studien folgen zu lassen, die das Thema untersuchen und allenfalls bestätigen.

Die Wirksamkeit der Impfung beim Verhindern von schweren Krankheitsverläufen ist indessen unbestritten.
Die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs verdoppelt sich von der Gruppe 20-29 zur Gruppe 30-50 jährig und verdreifacht sich in der Gruppe 50-60.*

[*Zahlen Statistik der Kanarischen Inseln vom 30.7.21. Die Daten umfassen alle Patienten auf der Intensivstation. Sie sind nicht nach Impfstatus aufgeteilt und könnten deshalb das Risiko mit zunehmendem Alter etwas übertreiben.]

Korrektur
30 July, 2021

Das oberste Gericht hat die Zulassungsbeschränkungen mittels Covid Zertifikat gekippt, nicht die Personenbeschränkungen. Das wurde soeben bestätigt. Das heisst für uns in "Nivel 3", dass die Personenzahl im Restaurant und privat auf 4 Personen beschränkt ist es sei denn man lebt nachweislich zusammen.
Die komplizierte Regel für Level 3, nachdem in Innenräumen die Zulassung auf 40% beschränkt ist, aber mit 10% Personen die im Besitz eines Covid Zertifikates sind auf 50% erhöht werden kann, entfällt damit auch.

Supreme Court
30 July, 2021

Das oberste Gericht hat nun auch die Personenbeschränkungen in Innenräumen gekippt. Die Politik kämpft auf den Kanaren gegen die Pandemie, die Justiz findet das gehe so nicht. Es scheint einmal mehr ganz klar, dass wir schlecht auf so eine Pandemie vorbereitet sind und waren.

Ich muss zugeben, ob all der Gerichtsurteile und hängigen Einsprachen habe ich den Überblick über das, was denn nun gelten soll verloren.
Da die Führung in einigen Bereichen keine klaren Vorgaben mehr machen kann, muss die Eigenverantwortung greifen. Die Zahlen sind ja klar, sprechen ihre Sprache und die heisst, es ist nicht Zeit für große Parties und Bottelónes.

Covid Situation
29 July, 2021

Neuinfektionen haben sich stabilisiert. Heute kamen 9 positive dazu. Die Situation im Spital ist unverändert mit  11 Patienten auf der Station und weiteren 7 auf der Intensivstation. Einige der Patienten auf der IPS scheinen nun bereits eine Woche dort behandelt zu werden.

Die beiden Indizes gingen indessen etwas zurück. Der AI/7 auf 119. Das sind gute Aussichten und können zuversichtlich stimmen. Die Neuinfektionen sind mit 9 zwar immer noch über den 6, die wir maximal pro Tag haben dürfen, um den AI/7 von 50 zu erreichen.

Das Kanarische Parlament hat heute beschlossen, die Alarmstufen aller Inseln eine weitere Woche auf gleichem Niveau zu halten.

Freitag Impfen ohne Termin
29 July, 2021

Auch morgen Freitag gibt es die Möglichkeit für über 16 jährige sich ohne Termin impfen zu lassen. Dies in Sta. Cruz, im Pabellón Roberto Rodríguez Estrello, von 15:00h bin 18:00h.

Meteorologisches
28 July, 2021

In den nächsten Tagen, ab 30. Juli, werden die Temperaturen in den Bergen wieder deutlich ansteigen. Mit südlichen Höhenwinden wird wärmere Luft zu den Kanaren geführt. Der Peak ist um den 1. August. Danach gehen die Temperaturen auf 1.500 m von 25°C wieder auf 16°C zurück. Das langjährige Mittel liegt bei 20°C. Die Höhe der paar wenigen Wolken die sich durch Thermik bilden kann sinkt von derzeit um die 1.000m auf rund 500m ab. Diese Wolken werden im Westen tagsüber  vielfach durch die starke Sonne aufgelöst.

Erneuter Ausbruch
28 July, 2021

Gleich von zwei weiteren Ausbrüchen ist in der Presse die Rede. Einer betrifft das Altenheim in Tazacorte mit 3 Bewohnern und 2 Betreuungspersonen, der Zweite im Hospital General de La Palma wo sich 9 Personen infiziert haben, 6 davon Patienten.

Ereignet sich bei alten Mensch ein "Impfdurchbruch" haben sie meist schlechte Karten, denn das Immunsystem hat unzureichend auf die Impfung reagiert, so wird es meist auch unzureichend auf die Infektion reagieren.
Gleiches gilt im Spital, in welchem durch diese sich verschlechternde Situation der Druck auf die Isolierstation deutlich anwachsen wird.

Nicht nur die Anzahl Neuinfektionen, auch die Spitalbelegung werden bei der Zuteilung des Alarmzustandes berücksichtigt.

Es reicht einigen
28 July, 2021

Ein Krankenpfleger hat in einem Video, welches auf La Palma in den sozialen Netzwerken rumgereicht wird Klartext geredet.

"Es reicht. Es reicht, dass es immer noch Personen gibt, die behaupten, das Coronavirus wäre eine Verschwörung der Regierung. Es reicht, dass sich immer noch Menschen nicht impfen lassen. Es reicht, dass der grösste Teil der Personen welche sich in Spitalpflege befindet nicht geimpft ist, diese Patienten anderen den Platz wegnehmen welche auch dringende Behandlungen bedürfen."

Wenn sich jemand nicht impfen lassen will und sich der Gefahren, die er durch diesen Entscheid für sich und sein Umfeld eingeht, bewusst ist und während dieser Zeit der ansteigenden Fälle Kontakte strikt vermeidet und alles unternimmt, dass er sich nicht ansteckt ist das ja begreifbar. Aber es sind nicht diese Fälle. Leider existieren viele Menschen die sich der Gefahr durch das Coronavirus gar nicht bewusst werden lassen. Es als Hoax abtun, sich nicht impfen lassen und sich dazu der Gefahr einer Ansteckung aussetzen. Ein zu großer Teil dieser Leute gefährdet andere und landet dann im Spital, belegt Betten und Pflegekapazität, die andernorts wieder fehlen.

Für diejenigen welche immer noch nicht begriffen haben um was es geht, hier die Zahlen von La Palma:

Vor einem Monat hatten wir auf La Palma keinen Fall. Keinen in Quarantäne, keinen im Spital. Heute schreiben wir noch 163 Personen in Quarantäne. Eine Person ist gestern gestorben, 18 sind in Spitalpflege (11%) und davon 7 auf der Intensivstation (4,3%). Weder im Strassenverkehr, der Luftfahrt noch in einem expliziten Risikoberuf würde man ein solches Risiko dulden.
Eine Impfung senkt das Risiko einer Spitaleinweisung auch bei Delta massiv. Dazu kommt, dass man geimpft in vielen Fällen auch eine wirksame Barriere gegen die Weitergabe des Virus darstellt. Mit der Impfung wird man auch Teil der Lösung und  ist nicht mehr Teil des Problems! Lassen sie sich impfen, es rettet Leben. Vielleicht ihres, vielleicht das ihrer Freunde!

Wegschwatzen kann man diese Zahlen nicht, denn jeder hat sehr wohl das Recht auf eine eigene Meinung, aber keinesfalls das Recht auf eigene Fakten.

Ost - West Verbindung
Ost - West Verbindung
28 July, 2021

[14:10 h] Planen Sie für die Fahrt von oder nach Sta. Cruz über die Cumbre mehr Zeit ein. Ein Lastwagen, offensichtlich mit Bananen beladen, ist von der Strasse abgekommen und "klebt" an einer Felswand. Die Fahrerseite scheint unberührt. Die Aufräumarbeiten werden aber einiges an Zeit in Anspruch nehmen. Der Verkehr wird im Moment einspurig geführt.

Ausgangssperre
27 July, 2021

Das oberste Gericht hat heute den Entscheid über die Einsprache der Regierung zur Ausgangssperre bekannt gegeben. Es sieht den Antrag als nicht begründet und meint in leichtem Kauderwelsch:

"... dass es keinen Grund für die Behauptung sieht, dass ein riskantes Verhalten noch gefährlicher ist, wenn es nachts ausgeführt wird, oder dass ein harmloses Verhalten nicht mehr gefährlich ist, weil der Tag der Nacht weicht".

Will heissen, eine Ausgangssperre ist nun vom Tisch und die Regierung muss andere Mittel finden um nächtliche Botellónes und Parties einzudämmen.

500
27 July, 2021

Man glaubt es kaum heute "feiern" wir Tag 500 in der Pandemie. 500 Tage sind seit dem 15.3.2020 vergangen, als wir plötzlich in die Quarantäne gesteckt wurden.

Leider wurde La Palma im Ziellauf noch von einer Welle erwischt. Den zweiten Tag in Folge kommen nicht mehr viele Neuinfektionen hinzu und es scheint, dass sich die Situation stabilisiert hat. Nun müssen wir noch den Rückgang einleiten.

Die Zahlen von heute:

Los Llanos 48 (-1)
Sta. Cruz 42 (-4)
Breña Alta 23 (-1)
Breña Baja 18 (+1)
Tazacorte 14 (+2)
El Paso 10 (-2)
Mazo 6
Puntallana 6
Fuencaliente 2 (-1)
Tijarafe 2
S. Andres 1 (-1)
Garafia 1

Total 173 (+9 -19)
AI/7 = 134 -5; AI/14=265 -8

Massnahmen Los Llanos
27 July, 2021

Die Bürgermeisterin von Los Llanos teilt mit, dass folgende Anordnungen ergangen sind:

- Der Strand in Puerto Naos wurde wieder in Sektoren eingeteilt um die freie Zirkulation einzuschränken. Alle Aktivitäten bei welchen es zu Menschenansammlungen kommen kann sind verboten.

- Das städtische Schwimmbad führt weiterhin Aktivitäten mit Kapazitätskontrolle durch, ebenso wie die städtische öffentliche Bibliothek.

- Der Bauernmarkt, der sonntags auf der Plaza de España stattfindet, unterliegt den Abstandsregeln und Zutrittskontrollen. Auf dem gesamten Gelände müssen Masken getragen werden, da es sich um einen geschlossenen Raum mit Kapazitätskontrolle handelt.

Reventón Trail
27 July, 2021

Bereits das zweite Jahr infolge muss der Reventón Trail in El Paso wegen der Pandemie verschoben werden. Der Anlass, der Anfang August hätte durchgeführt werden sollen und an welchem 1.500 Sportler eingeschrieben sind, muss aufgrund der Regeln des Alarmzustandes Stufe 3 abgesagt und in das nächste Jahr verschoben werden. Erneut ein herber Schlag für die darbende lokale Wirtschaft.
Die Spanische Trail-running Meisterschaft, die am 7. August stattfindet, kann durchgeführt werden, weil die Teilnehmerzahl deutlich geringer ist.

Impfen ohne Termin
26 July, 2021

Das geht nun an jedem Wochentag:

Einwohner von La Palma ab 12 Jahren können sich ohne Termin von Montag bis Freitag von 12:30 h bis 13:45 h Uhr im Impfzentrum beim großen Fussballplatz in El Paso und im Pavillon Roberto Rodríguez Estrello in Santa Cruz de La Palma impfen lassen.

Graja
26 July, 2021

Dank dem raschen alarmieren eines Tierarztes konnten die meisten vergifteten Grajas gerettet werden. 5 wurden in das Zentrum für Wildtiere in Puntallana gebracht und nur eine davon ist in schlechtem Zustand.

Der Umstand wird weiter untersucht. Auch heute ist Personal vor Ort um weitere betroffene Vögel zu suchen und um allfällige Spuren zu sichern. Es wurden auch Proben an ein spezialisiertes Labor in Gran Canaria versandt.

Stagnation
26 July, 2021

Die Sanitätsbehörden haben die weitere Ausbreitung des Coronavirus offensichtlich etwas stoppen können. Heute kamen nur noch 4 positive hinzu, 14 wurden aus der Quarantäne entlassen. Damit hat sich der AI/7 auch gleich um 22 Punkte auf 139 gesenkt. Die Woche wird zeigen, ob diese Entwicklung nachhaltig ist.

Alarmstufe 3 ab heute
26 July, 2021

Ab heute gilt die Alarmstufe 3 auf La Palma. Die damit einhergehenden Massnahmen wurden in der Nacht auf heute in einem BOC publiziert.

Es fällt auf, dass die Alarmstufe drei etwas verschärft wurde, die Alarmstufe 4 (Teneriffa) dagegen stark abgeschwächt.

Die maximale Zulassung für Autobusse, Restaurants, Sport etc sind reduziert worden. Darum muss sich nicht der Tourist, sondern der Betreiber kümmern. Es kann sein, dass sie in halbvollem Bus nicht mitgenommen werden.

Restaurants:
Terrassen max 75% der Zulassung belegt. Maximal 6 Personen pro Tisch.
Innenräume maximal 40% der Zulassung. Diese kann mit Personen die über ein Covid Zertifikat verfügen auf 50% aufgestockt werden. Maximal 4 Personen pro Tisch, es sei denn, es sind alle vollständig geimpft, dann dürfen sich 6 Personen an einen Tisch setzten.
Schließung der Restaurants spätestens um 00h - 06h.

Covid Zertifikat:
- Europäischer Ausweis über Vollständige Impfung oder
- Negativer Test nicht älter als 72 h oder
- Europäischer Ausweis über durchgestandene Infektion.
Die Zertifikate gelten nur zusammen mit einem Personalausweis.

Ein Zertifikat wird nur von Personen über 18 Jahren verlangt. Personen unter 18 Jahren zählen bei den Beschränkungen mit.

Maskenpflicht:
Generelle Maskenpflicht besteht in allen Innenräumen. Draussen besteht dann keine Maskenpflicht, wenn die Sicherheitsabstände von Person zu Person von 2m eingehalten werden können (Ausnahme nachweislich zusammen lebende Personen).
Das Tragen einer Maske wird empfohlen.

Rückgang
25 July, 2021

Heute ist die Anzahl Personen in Quarantäne zum ersten mal seit einer Woche zurück gegangen und zwar von 192 auf 190 (es kamen +8 dazu und 10 wurden entlassen). Ob das den lange erwarteten Peak markiert, kann erst nächste Woche beantwortet werden. Vielfach sehe ich einen Wochenend-Effekte mit weniger Meldungen, die dann am Montag und Dienstag nachgeholt werden.
Die Personenzahl auf der IPS hat sich um eine erhöht. Es befinden sich nun 14 Personen im Spital, 6 in Intensivpflege. Die Indizes sind leicht zurück gegangen, der AI/7 = 161.

Grajas vergiftet
25 July, 2021

In Puntagorda scheint jemand Grajas vergiftet zu haben. Auf den sozialen Medien wird ein Video geteilt, in welchem weit über 10 tote und sterbende Tiere zu sehen sind. Es wurde Anzeige bei der Guardia Civil erstattet, bei Seprona kann man nur an Wochentagen Anzeige erstatten (!!!).

Aktion abgeschlossen
24 July, 2021

Die Impfaktion für über 16 jährige in El Paso ist mit 2.276 heute erfolgten Impfungen abgeschlossen worden.  Zum Glück standen doch mehr als die zugesagten 1.000 Impfdosen zur Verfügung.

75 % der Zielgruppe ab 12 Jahre haben eine erste Impfung erhalten und 65 % sind mit der zweiten Dosis immunisiert.

Asbest
24 July, 2021

Immer noch existieren auf La Palma Häuser in welchen Asbest verbaut wurde. Asbest ist auch hier seit 2001 verboten,

Die Abteilung für Öffentliche Dienste des Cabildo de La Palma wird nun eine Erfassung asbesthaltiger Elemente durchführen, wie z.B. Fässer, Wellblech, Pflanzgefäße, Rohre usw., mit dem Ziel, eine Quantifizierung vornehmen zu können und eine spezielle Kampagne zu organisieren, um diese Elemente auf geordnete, schrittweise und endgültige Weise aus den betroffenen Häusern zu entfernen. Das Cabildo hat die 14 Gemeinden zur Mitarbeit an diesem Projekt aufgefordert.

Massive Impfung und schlechte Zahlen
24 July, 2021

Die jungen Leute sind dem Aufruf zum Impfen in El Paso in Massen gefolgt. Bereits vor dem Öffnen des Zentrums heute morgen um 9h standen die Menschenschlangen bis runter auf die Hauptstrasse. Ich hoffe sehr, dass mehr als die von Sanidad versprochenen 1.000 Impfdosen zur Verfügung stehen, wäre es doch sehr frustrierend, wenn man ansteht und dann unverrichteter Dinge nach Hause gehen muss. Darüber werden wir wahrscheinlich morgen Gewissheit haben.

Kilian Sánchez, der Gesundheitsdirektor von La Palma, teilt mit, dass pro gefunden infizierte Person 40 - 50 nähere Kontakte angegeben werden. Im Schnitt der letzten Tage (heute nicht eingerechnet) waren es 15 Personen was eine Kontrolle von 600 - 750 Personen pro Tag bedeuten würde. Das kann nicht lange gut gehen, doch wie man im Schnitt pro Infizierten in 48 h mit 40 - 50 Personen einen engeren Kontakt haben kann (Coello definierte den mit mindestens 15 Minuten ohne Maske) erschliesst sich mir nicht. Da scheint auch auf dem kontaktfreudigen La Palma irgend etwas faul an den Zahlen.

Was indessen stimmt: Der heutige Tag hat erneut 38 positive hervor gebracht, mit dabei ein Ausbruch mit derzeit +3 im Spital. Das ist der zweitschlechteste Tag nach der Disco-Nacht mit +39. Die jeweils aus der Quarantäne entlassenen Personen können das nicht wett machen und die Anzahl der Personen in Quarantäne steigt den 6. Tag in Folge an auf nunmehr 192 Personen. Mit dem Ansteigen der Infizierten steigt auch die Anzahl hospitalisierter Personen. Es befinden sich nun 13 Personen in Spitalpflege, 8 auf der Station und 5 mit Intensivpflege.

AI/7 nun 169 und der AI/14 = 292

Doch Ausgangssperre?
24 July, 2021

Die Staatsanwaltschaft des Obersten Gerichtshofs hat sich dem Einspruch der Regierung der Kanarischen Inseln angeschlossen und befürwortet die Anwendung der Ausgangssperre in Gemeinden mit hoher Ansteckungsgefahr, d.h. mit einer kumulierten Inzidenz von 154 Fällen pro 100.000 Einwohner in 7 Tagen. Somit würden 5 Gemeinden von La Palma in die Liste aufgenommen werden.

Der Ball ist nun erneut beim obersten Gericht welches über diesen Einspruch aber erst am nächsten Freitag, 30. Juni entscheiden wird.

Druck auf das Spital wächst
23 July, 2021

Der gestrige Entscheid die Spitalkapazität in der Intensivstation umzuschichten war absolut richtig. Von den 167 infizierten Personen befinden sich nun 9 (5%) in Spitalpflege 4 (2,4%) stationär und 5 (3%) Personen müssen intensiv gepflegt werden.

Derweil rennen die Trace and Tracking Leute dem Virus auf La Palma immer noch hinterher und heute mussten erneut 20 positive Fälle gemeldet werden während 11 aus der Quarantäne entlassen werden konnten. Das ergibt netto einen erneuten Anstieg um +9.

Die Krankenhausdirektorin hat bestätigt, dass es sich zumindest bei einem Teil der Fälle um die Delta Mutation handelt. Diese ist rund 1.000 mal infektiöser als die Alpha Variante. Schützen kann man sich mit mehreren Strategien die alle darauf abzielen Kontaktrisiken zu minimieren und im Kontaktfall die aufgenommene Virenmenge möglichst klein zu halten.

Nur die Zahlen auf La Palma zeigen bereits, dass geimpfte Personen sich zwar zu einem kleinen Prozentsatz auch noch infizieren können, dann doch ein deutlich tieferes Risiko haben, ins Spital eingewiesen zu werden. Wenn sie sich nicht impfen lassen wollen und über 30 jährig sind, dann sollten sie deshalb noch mehr Vor- und Umsicht walten lassen.

Impfaktion morgen Samstag, Busfahrplan
Impfaktion morgen Samstag, Busfahrplan
23 July, 2021

Die Inselregierung hat für morgen Samstag Spezialbusse organisiert, damit Personen die sich impfen lassen wollen von überall ins Pabellon Municipal El Paso gelangen können.

Den Fahrplan habe ich oben eingefügt.

Noch nicht...
23 July, 2021

Die Alarmstufe gilt zwar, die damit einhergehenden Einschränkungen der Gruppengrößen etc aber erst ab nächsten Montag. Man will den Geschäften etwas mehr Zeit geben, um sich auf die Umstellung einzustellen.

Da die Neuinfektionen angetrieben von den großen Inseln Teneriffa und Gran Canaria schier zu explodieren scheinen, wir schreiben fast täglich neue Rekorde, heute mit über 1.000 Neuinfektionen auf allen Kanaren zusammen, werden die am kommenden Montag in Kraft tretenden Massnahmen kaum so schnell Resultate zeigen. "Too little too late" könnte man sagen.

Auf La Palma halten wir seit nun zwei Wochen ganz gewaltig den Deckel drauf, damit wir nicht ein unkontrolliertes Wachstum bekommen. Die Zahlen sind auf hohem Niveau fast stabil. Die Anzahl der sich in Quarantäne befindenden Personen nimmt nur langsam zu, aber sie nimmt immer noch zu. Verglichen mit Teneriffa aber paradiesische Zustände.

Los Llanos 56 (-1)
Sta. Cruz 30 (+9)
El Paso 16 (-2)
Breña Alta 15 (-3)
Breña Baja 15 (+5)
Tazacorte 12 (+1)
Fuencaliente 8
Mazo 8 (+1)
Puntallana 3
Tijarafe 2 (-2)
S. Andres 2 (+1)

Total 167 (+20 -11)
AI/7 = 147 +7; AI/14=261 -30

Alarmstufe 3
22 July, 2021

Ab Mitternacht gilt für La Palma die Alarmstufe drei. Dies ist das Resultat der schlechten Indizes aber auch des Umstandes, dass wir die ursprünglich geplanten 5 Intensivbetten für COVID Patienten nun schon belegt haben.

Die hauptsächliche Einschränkung betrifft die Gruppengröße, welche in Außenbereichen von Restaurants auf 4 Personen reduziert wird, es sei denn, alle Personen sind komplett geimpft, dann ist die erlaubte Gruppengröße 6 Personen. Für sonstige Zusammenkünfte, auch privat, gilt eine maximale Gruppengröße von 4.

Teneriffa ist auf Level 4 hochgestuft worden. Hier werden ab Montag 26.7. neue Regeln gelten und in einigen Bereichen wird ein Covid-Zertifikat, gepaart mit Ausweis obligatorisch. Das um zum Beispiel in Innenbereiche von Restaurants zu gelangen. Die generelle Schließung von Restaurants ab 18h bei Level 4 wurde auf Mitternacht verschoben. Details werden wahrscheinlich am kommenden Sonntag im BOC publiziert.

Impfaktion El Paso
22 July, 2021

Nächsten Samstag können sich auf La Palma wohnende Personen über 16 Jahren in El Paso im Impfzentrum (Pabellón Municipal, große Sportarena LP-3 km 24,5) ohne Voranmeldung impfen lassen. Die Aktion dauert von 09h bis 17h.

Intensivstation
22 July, 2021

Das Hospital General de la Palma muss den Notfallplan aktivieren der vorsieht, den COVID Patienten mehr Intensivbetten zuzuteilen.
Von den 10 Betten waren ursprünglich 5 für COVID reserviert, die weiteren 5 für "normale" Patienten. Weil nun heute die 5 COVID Intensivbetten belegt sind, musste das Spital weitere 2 Betten für COVID Patienten reservieren. Falls das in nächster Zeit auch nicht ausreicht, werden alle 10 Intensivbetten den COVID Patienten zugeordnet. Patienten ohne COVID die Intensivpflege benötigen würden dann in der Postanästhesie, die über weitere 5 Betten verfügt, gepflegt.

Die 5 Patienten auf der Intensivstation sind im Altersbereich von 42 - 85 Jahren.

2 sind nicht geimpft
2 erhielten erst eine Impfung
1 (der älteste) ist doppelt geimpft hat aber Vorerkrankungen.

Calima?
22 July, 2021

Die etwas schlechtere Bergsicht wird im Moment nicht durch Calima, also Sand aus der Sahara verursacht, sondern durch Rauch welcher durch den Jetstream von den Waldbränden in Nordamerika zu uns gebracht wurde. Die trübe Schicht ist etwas bläulich, das ist atypisch für Calima und eine Konsultation von Satellitenaufnahmen und Modellen hat es dann gezeigt. Rauch nach einer rund 10.000 Kilometer Reise. Diese Schicht wird sich nun langsam wieder ausdünnen.

Wetterradar
22 July, 2021

Ein vor über 20 Jahren begonnenes Projekt wird wieder "reanimiert". Auf Teneriffa, genau auf der Montaña de Cruz de Gala auf 1.343 m über Meer, soll ein Wetterradar installiert werden. Wetterinteressierte wissen, La Palma befindet sich im Schatten des Teide des auf Gran Canaria installierten Wetterradars. Der für Teneriffa geplante Radar deckt einen Radius von 240 km ab und ist in Richtung Südwesten frei von jeglichen Hindernissen. Aus dieser Richtung nähern sich die Wetterfronten (wenn es denn wieder mal welche gibt). Im September soll mit dem Fundament begonnen werden und wenn nicht wieder ein Konkurs der Baufirma die Arbeiten blockiert, soll der Wetterradar im Jahr 2023 operativ sein.

Quarantäne nicht eingehalten
21 July, 2021

Die Sanitätsbehörde der Kanaren meldet über Twitter, dass ein deutscher Staatsangehöriger am Flughafen von La Palma festgehalten wurde der, obschon SARS-CoV-2 positiv getestet, nach Deutschland ausreisen wollte. Der Patient wurde bereits seit ein paar Tagen gesucht, nachdem es nicht gelang, ihn telefonisch zu kontaktieren.
Dieser Verstoß gegen die Quarantäneauflagen wiegt nach hiesigem Gesetz schwer und kann mit einer Buße von 3.001 bis 60.000 € belegt werden.
Falls sie positiv getestet werden, halten sie sich unbedingt an die Auflagen. Die Behörden kümmern sich um sie und sie werden versuchen, sie innerhalb der Quarantäneauflagen zu testen und wieder lege artis aus dieser zu entlassen. Bleiben Sie asymptomatisch, sind sie nach rund 10 Tagen wieder draussen. Halten sie sich nicht an die Auflagen, dann gefährden sie ihre und die Gesundheit dritter.

Die Zahlen auf den Kanaren sprechen eine klare Sprache:  Im Segment über 50 jähriger sind derzeit 193 Personen positiv gemeldet worden. Davon mussten 17% in Spitalpflege knapp 3 % brauchen Intensivpflege.

Stagnation
20 July, 2021

Heute kamen 13 neue Infektionen dazu, 16 wurden zweimal negativ getestet und konnten die Quarantäne verlassen. Es befinden sich noch 152 Personen in Quarantäne.
Davon nun 8 in Spitalpflege (5,2 %), 6 in stationärer Pflege und 2 auf der Intensivstation (1,3 %). Eine Person der drei positiven aus dem Segment der 70-79 jährigen (30%) und eine Person der 15 positiven aus dem Segment der 40-49 jährigen (6,7%).

Insgesamt hat sich die Pandemiesituation auf dieser Höhe auf La Palma im Moment stabilisiert. Seit 11 Tagen ist der Schnitt 15 positive pro Tag.

Delta
20 July, 2021

Schon wieder Pandemieinfo werden einige denken. In der Tat, die Presse ist derzeit voll von Meldungen über Covid und es ist auch kein Wunder, hetzen die Kanaren derzeit doch von einem zum anderen Rekord. Die Zahlen und Indizes können in meinen Tweets zusammen mit den Grafiken angeschaut werden.

Einige Anbieter im Bereich Tourismus werden diese Informationen nicht gerne lesen, aber die Zahlen werden auch nicht besser, wenn man sie verschweigt. Mit entsprechenden Vorsichtsmassnahmen kann man sehr wohl auf den Kanaren Urlaub machen. Das Problem kommt nämlich nicht vom Tourismus, es ist selbst gemacht und die meisten infizierten sind Canarios. Und wenn man sich die Nacht nicht in einer Diskothek um die Ohren schlägt oder an einem Bottelón, einem Trinkgelage teilnimmt, dazu den Notwendigen Abstand zu Fremden einhält, dann hat man schon halb gewonnen.

63% schreibt Canarias7 wären nun die Infektionen mit der deutlich infektiöseren Delta Variante des SARS-CoV-2 Virus. Dies entspricht einer Zunahme von 20 % innerhalb einer Woche. Die meisten Infektionen konzentrieren sich auf die großen Inseln Gran Canaria und Teneriffa. Dort werden Spitäler und Personal wieder reorganisiert um mehr Bettenkapazitäten für Covid Patienten zur Verfügung zu stellen. Die kann man ja bekanntlich nicht einfach ins Spital stecken, sondern muss sie von den anderen Patienten isolieren. Diese Reorganisationen haben wiederum negativen Einfluss auf die Impfkampagne. Im Süden von Teneriffa musste bereits ein Impfzentrum geschlossen werden, weil man das Personal im Spital benötigt.

Gestern wurden gemeldet, dass sich 315 Personen in stationärer Spitalpflege befinden Diese Zahl nahm an einem Tag um rund 10% zu. Weitere 53 Personen befinden sich auf einer Intensivpflegestation (IPS). Auch hier war die gestrige Zunahme 6 Personen, also auch 10 % an einem Tag. 50 % der Patienten auf der IPS decken den Altersbereich von 30 - 60 jährig ab.

Gestern waren auf den Kanaren 8.566 Personen positiv getestet worden. Davon Befanden sich 372 In Spitalpflege (319 auf der Station und 53 auf der IPS).

Auf den Kanaren ist das gemittelte Risiko bei einer SARS-CoV-2 Infektion ins Spital eingeliefert zu werden 4,3%; 0,6% müssen intensiv gepflegt werden. Stefan Scheller von HDMeteo hat ausgerechnet, dass sich dieses Risiko aufgrund der Teilweisen Impfung >50% gesenkt hat und diese Daten in einer Grafik auf Twitter publiziert.

Wer über 30 jährig ist und sich nicht impfen liess, dem empfehle ich diese Daten genau zu analysieren. Damit es in keinem Fall zu einem  "hätt ich doch" kommt.

Wer Lotto 6 aus 49 spielt hat eine Gewinnchance von 1:140 Millionen, wer Lotto spielt und glaubt er könnte gewinnen, muss sich im klaren sein, dass die Chance bei einer SARS-CoV-2 Infektion im Spital zu landen mit diesen Zahlen im Schnitt 1:23 ist.

Was wir hier nicht können
19 July, 2021

Planen. Einfach planen. Vorausschauen, Ist-Zustände fest- und Lösungen bereit halten. Nein, das können wir hier nicht und die wenigen die es können, die werden hinter vorgehaltener Hand als "Cabeza Quadratico" als Quadratkopf bezeichnet. So mancher Deutscher wurde schon mit diesem Prädikat ausgezeichnet.
Aber kommen wir zu Sache. Vor knapp einem Jahr habe ich berichtet, dass beim Puerto de Tazacorte die kleine Brücke ersetzt werden muss, dass dies eine Notfallarbeit sei und die neue Brücke deshalb in rund drei Wochen installiert sein sollte.

Sie wissen es. Erstens verzögern sich auch Notfälle und bei diesen liegt es in der Natur der Sache, dass es noch schneller gehen sollte, also entgegen dem Rhythmus. Diese "Operationen am offenen Herzen" sind gar nicht der Palmeros Sache. Da schaut man zuerst mal was denn eigentlich los ist. Bespricht sich lange und ausgiebig und holt danach mal das erste Werkzeug. So erging es auch der Brücke. Als man anfing, hat man mit größtem Erstaunen feststellen müssen, dass diese vermaledeite Brücke noch drei Unbekannte beherbergte. Ein Abwasserrohr, eine Stromleitung und eine Telefonleitung. Völlig überrascht ja offensichtlich überrumpelt von der neuen Situation wurde die Idee fallen gelassen um man befand sich komplett aus der Bahn geworfen. Man musste alles liegen lassen und erstmal Lösungen suchen. Aber such mal eine Lösung für eine Brücke die es nur einmal gibt und die dazu noch ein Scheißrohr beherbergt!

Trotzdem, in den vergangenen langen Monaten hat man nun zwei der drei Probleme in den Griff bekommen. Nur mit Endesa muss man noch einen Vertrag abschließen zum Ersetzen der Stromleitung (dass es mit Endesa etwas länger dauert wissen wir ja seit der Endesa X Geschichte).

Derweil hat der fix-fertige Überbau auf Teneriffa gewartet. Dass die Brücke auch teurer zu stehen kommt als geplant, das wurde im Rat kommentarlos zur Kenntnis genommen. Ist ja immer so.

Spitaleinweisung
19 July, 2021

Aus den noch 150 Personen in Quarantäne mussten gestern 5 ins Spital eingewiesen werden. Sie befinden sich in der Isolierstation der allgemeinen Abteilung. Kein Patient muss derzeit intensiv behandelt werden.

Die Altersverteilung ist wie folgt:
2 Patienten der Grupp 40 - 49 jährig
2 Patienten der Gruppe 50-59 jährig
1 Patient der Gruppe 70-79 jährig

Prozentual die stärkste Gruppe an positiven ist die der 20 - 29 jährigen mit einem Anteil eines Drittels gefolgt von der Gruppe der 10-19 jährigen mit einem Anteil eines Viertels aller Infektionen.
Es haben sich auch 5 Personen der Gruppe über 80 jährig angesteckt. Davon ist derzeit keiner im Spital.

Meteorologisches
18 July, 2021

Heute wurden sehr hohe Temperaturen gemessen. In El Paso bis 38,2°C, das ist hier Jahresrekord. Auch morgen hält das heisse Wetter über 600m an, die Werte von heute werden wahrscheinlich nicht mehr erreicht. Erst am Dienstag sinken die Temperaturen dann auch in den Bergen wieder auf akzeptable Werte um die 20°C. Auch gegen Dienstag nimmt der Calima wieder ab. Die aus Nordost einfließende kühlere Luft bläst den Sand in den Süden.
Das angenehmere Wetter hält nur ein paar Tage an. Es ist davon auszugehen, dass die Temperaturen in den höheren Lagen am nächsten Sonntag auch wieder deutlich über dem Durchschnitt sein werden.

Brand
18 July, 2021

Ein kleiner Brand südlich von Mazo konnte heute Nachmittag trotz starkem Wind und hohen Temperaturen relativ rasch gelöscht werden.

Rückverfolgung
18 July, 2021

Daniel González ist der Chef der "rastreadores", des Rückverfolgungs- oder Trace and Tracking Teams auf Teneriffa.

75 Personen arbeiten in diesem Service, welcher an 12 h pro Tag im Dienst der Allgemeinheit steht und enge Kontakte von an Covid erkrankten Personen erfasst, mit Ihnen in Kontakt tritt und Massnahmen erklärt.

Als enger Kontakt eines an Covid erkrankten gilt:
Kontakt innerhalb von 48 h vor Auftreten der Krankheitssymptome.
15 oder mehr Minuten ohne Maske in einem Abstand unter 2 m.

Alle Personen, welche diesen Normen entsprechen, werden angerufen und müssen dann ungeachtet eines ersten Testresultats für 10 Tage in häusliche Quarantäne. Ist die Delta Variante an der Infektion beteiligt, gilt diese Quarantänepflicht aus Sicherheitsgründen auch für doppelt geimpfte Personen.

Minimiert man solche engen Kontakte, dann minimiert man automatisch auch das Risiko in dieses Raster zu fallen.

González sagt auch, dass es manchmal schwierig sei, die Menschen davon zu überzeugen, dass sie nun in Quarantäne müssten. Eine Familie brauchte Zeit um einzusehen, dass die geplante Geburtstagsfeier nicht stattfinden konnte, andere wollten lange nicht begreifen, dass der geplante Urlaub aufgrund dieses Umstandes nicht stattfinden kann. Eine junge Frau verschwieg enge Kontakte bis dann später herausgefunden wurde, dass sie deren 19 hatte.

***

Im Moment sind von dem erneuten Aufflammen der Pandemie wie bereits berichtet meist jüngere Menschen betroffen.

Unter 40 jährig = 86 %
20 - 29 jährig = 27 %

Die Segmente mit den höchsten Patientenzahlen in der Intensivstation sind:
40 - 49 mit 1.013 positiven und 12 auf der IPS =  1,2%
60 - 69 mit 302 positiven und 12 auf der IPS = 4,0 %.
Bei den 20 - 29 jährigen sind 2.037 positiv getestet und nur 2 auf der IPS = 0,1 % [1].

Diese aktuellen Zahlen belegen einmal mehr eindrücklich, dass das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufes mit zunehmendem Alter deutlich zunimmt.

[1] Alle Zahlen aus der heutigen Statistik von cvcanarias.com entnommen.

ACHTUNG: 30 / 30 / 30 Regel
18 July, 2021

Einige Gebiete von la Palma erfüllen heute die 30 / 30 / 30 Regel was in EXTREMER Waldbrandgefahr mündet:
Über 30°C
Über 30 km/h Wind
Unter 30 % relative Luftfeuchtigkeit.

Die Werte meiner Wetterstation um 08:45h : 32,3°C, bis 47 km/h Wind, 8% Luftfeuchtigkeit.

Wetter
17 July, 2021

Das Wochenende wird in Lagen über 600 m heiss. Dort befindet sich ungefähr die Inversion, eine Luftschicht in welcher die Temperatur in einem bestimmten Bereich mit zunehmender Höhe wieder ansteigt, also invers verläuft. Über dieser für das Atlantikklima als Sperrschicht wirkenden Luftmasse wird es heute und morgen sehr warm. Für die östlichsten Inseln Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote wurde ein Wetteralarm heraus gegeben. Auf Gran Canaria können 39°C erreicht werden.

Aber auch auf La Palma können Temperaturen von über 35°C erreicht werden. Spaziergänge in den Bergen empfehlen sich nicht. Zusätzlich ist die erhöhte Waldbrandgefahr zu beachten! Keine Feuer entfachen, keine Kippen aus dem Autofenster und bei Arbeiten mit Maschinen auf möglichen Funkenflug achten.

Covid
17 July, 2021

Die klare Umkehr vom Trend hat noch nicht stattgefunden. Der AI/7 hat sich heute durch weitere 21 positive wieder leicht erhöht. Es wurden 28 Personen aus der Quarantäne entlassen von 158 zu 151 gibt netto minus 7.

Die Zahlen pro Gemeinde:

Los Llanos 53 (-11)
El Paso 19 (+2)
Breña Alta 17 (+4)
Sta. Cruz 14 (-2)
Tazacorte 12 (+2)
Mazo 10 (-2)
Fuencaliente 8
Breña Baja 6
Tijarafe 6
Garafia 2
Puntallana 2
S. Andres 2

Total 151 (+21 -28)
AI/7 = 123 Anstieg um +10 pt; AI/14=219

Restaurant Abuela
17 July, 2021

Gesehen habe ich, dass beim bekannten Restaurant Abuela an der Hauptstrasse zwischen El Paso und dem neuen Kreisel beim Sombrero einen Wechsel bevorstand. Nachdem Kiko vor vielleicht 10 Jahren auszog und seine Kanarische Küche nun in La Laguna anbietet, gab es viele Wechsel. Bessere und schlechtere Wirte haben versucht im Restaurant über die Runden zu kommen. Aber keiner hat es so richtig geschafft. Am besten war noch der letzte Wirt, der Besitzer vom Las Norias, doch die Karte war sehr auf Fleisch fokussiert und fast jedes mal wenn ich dort war, gab es einige Gerichte nicht. 

Vor ein paar Tagen sah ich, dass die Abuela nun wieder geöffnet ist. Zu meinem grossen Erstaunen ist der Chef Lino Palmieri der in seinem bekannten Restaurant Amalfi in Düsseldorf einige Berühmtheiten bekochte.

Lino, der eigentlich Pascualino heisst, wurde 1947 in Neapel geboren, kam dann als junger Mann nach Deutschland wo er sich nach oben arbeitete und einige Gourmet Restaurants gründete. 2017 schloss er das letzte und arbeitete seitdem als Gastkoch. Ob ihn die Pandemie nach La Palma brachte, das weiß ich nicht. Auf jeden Fall meinte Lino in einem Interview von Tellerreport, dass er keinen Grund sehe, derzeit nach Deutschland zu gehen.

Das Team bietet auch Catering an und das Restaurant ist wie folgt geöffnet:

Mittwoch, Donnerstag und Freitag
17:00 h - 22:00 h

Samstag und Sonntag
13:00 h - 22:00 h

Montag und Dienstag Ruhetage.

Telefon: 922 48 63 18

Ich wünsche Lino und seinem Team viel Erfolg auf der Isla Bonita und werde sicher bald mal vorbei gehen. Das Restaurant liegt nur einen "Katzensprung" von meinem Haus entfernt :-)

Pista Forestal General Fran Santana
16 July, 2021

Die Inselregierung hat beschlossen, den vor 5 Jahren beim großen Waldbrand ums Leben gekommenen Fran Santana zu ehren. Deshalb wird die Forststrasse die vom Aussichtspunkt vor dem Refugio Pilar auf der Westseite nach Fuencaliente führt umbenannt in Pista Forestal General Fran Santana. Der offizielle Akt soll am 4. August stattfinden, dem 5. Jahrestag seines Todes.

Ich hätte beim Namen noch ein Komma eingefügt, denn Fran Santana war kein General sondern ein Mitarbeiter der Nationalparkbehörde der sein ganzes  Berufsleben dem Schutz der Natur auf La Palma widmete.

Gute Info
16 July, 2021

Meine Hoffnung in die Gesundheitsbehörden von La Palma wurden nicht enttäuscht. Zwar melden wir immer noch täglich neue positive, ein exponentielles Ansteigen wurde aber effektiv verhindert und der AI/7 ist bereits den zweiten Tag in Folge rückgängig. Um wieder einen AI/7 von unter 50 zu bekommen dürfen wir pro Tag maximal 6 positive haben. Mit den heutigen 13 sind wir noch nicht dort, aber die Zahlen zeigen, dass das Problem bei uns nun isoliert ist.

Per Gemeinde sieht es heute wie folgt aus:
Los Llanos 64 (+3)
El Paso 17
Sta. Cruz 16
Breña Alta 13
Mazo 12 (+2)
Tazacorte 10 (-1)
Fuencaliente 8 (+2)
Tijarafe 6
Breña Baja 6
Garafia 2
Puntallana 2 (+1)
S. Andres 2 (+1)

Total 158 (+13 -4)
AI/7 = 113 zurück um  -9 Punkte; AI/14=194

Den Kurvenverlauf habe ich rechts in der Tweet-Leiste aufgeführt. Falls ihr diese nicht seht kommt ihr mit diesem Link auch dorthin.

Updates im Blog
16 July, 2021

Eine unbemerkt laufende VPN Verbindung hat die Updates im Blog verhindert. Es sollte nun wieder funktionieren.

Alarmstufe 2
15 July, 2021

Wie erwartet wird La Palma noch heute auf Alarmstufe 2 hochgestuft.
Die Auswirkungen sind gering und betreffen in den meisten Fällen die Gruppengrößen die von 10 auf 6 und wo 6 galten auf 4 reduziert werden. Details habe ich im Blog unten schon aufgelistet.

Peak erreicht?
15 July, 2021

Heute kamen noch einmal 12 positiv getestete dazu, der Patient im Krankenhaus konnte aus diesem entlassen werden. Weil die 39 am ersten Tag positiv getesteten nun aus dem AI/7 rausgefallen sind, ging dieser um 32,4 Punkte zurück auf 122. Wir sind noch nicht dort wo wir hin wollen, aber diese Trendumkehr im akkumulierten Wochenindex ist erfreulich.

Die Zahlen der einzelnen Gemeinden sind wie folgt:

Los Llanos 61 (+3)
El Paso 17
Sta. Cruz 16 (+2)
Breña Alta 13 (+1)
Tazacorte 11 (+1)
Mazo 10 (+1)
Fuencaliente 6 (+3)
Tijarafe 6
Breña Baja 5
Garafia 2
Puntallana 1 (+1)
S. Andres 1

Total 149 (+12)
AI/7 = 122 Rückgang um -32,4 pt; AI/14=198

Testobligatorium für Einreisende vom Festland
15 July, 2021

Einreisende von Festlandspanien müssen ein negatives SARS-CoV-2 Testresultat vorweisen welches nicht älter als 72 h ist. Zugelassen sind sowohl PCR als auch Antigentests. Von dieser Auflage ausgenommen sind Kinder unter 12 Jahren und Geimpfte die entweder immunisiert sind, oder eine erste Impfung mehr als 15 Tage vor Einreise erhalten haben und auch Personen die innerhalb der letzten 6 Monate eine COVID Infektion durchmachten.

Aktuelle Zahlen
14 July, 2021

Die Behörden rennen den Infektionen noch immer hinterher. So schnell wie früher geht es nicht mehr. Sie erinnern sich vielleicht, dass ich mal von einem Cut-Off geschrieben habe. Ist die Anzahl positiver in der Gesellschaft über diesem, wird es schwer in kurzer Zeit die Neuansteckungen einzudämmen. Zudem kommt, dass immer ein wenngleich kleiner Prozentsatz der Leute die Quarantäneregeln nicht einhalten. Höhere Anzahl in Quarantäne, höhere Anzahl dieser "Blindgänger". Auch aus diesem Grund hat heute die Spitaldirektorin noch einmal klargestellt, dass es sich dabei nicht um ein Kavaliersdelikt handelt und Personen die sich nicht an die auferlegten Regeln halten ausnahmslos angezeigt würden.

Heute kamen nochmal 13 Neuinfektionen dazu und zwei Personen konnten aus der Quarantäne entlassen werden was uns im Moment zu 137 Personen in Quarantäne bringt.

Die guten Zahlen kommen von der Seite der Impfungen. Innerhalb 48 h wurden erneut über 2.200 Impfungen auf La Palma verabreicht. Nun sind 72 % der Zielgruppe ein erstes Mal geimpft und 58 % sind immunisiert.

Die Zahlen pro Gemeinde:

Los Llanos 58 (+2)
El Paso 17 (+4)
Sta. Cruz 14 (-1)
Breña Alta 12 (+2)
Tazacorte 10 (+2)
Mazo 9
Tijarafe 6 (+3)
Breña Baja 5
Fuencaliente 3
Garafia 2
S. Andres 1
Puntallana 0 (-1)

Total 137 (+13 -2)

AI/7 = 155; AI/14=167

Alarmstufe zwei
14 July, 2021

Der oberste Gerichtshof hat den Antrag der Regierung, eine Ausgangssperre für Inseln mit Alarmstufe 3 (Teneriffa) zu verhängen, abgelehnt. Es sei eine zu große und zuwenig gut begründete, einschneidende Maßnahme in die Grundrechte der nicht stattgegeben werden könne steht im Entscheid.

Mit den derzeitigen epidemiologischen Daten erstaunt es nicht, dass die Regierung der Kanaren beschlossen hat, La Palma ab morgen Donnerstag 15. Juli auf die Alarmstufe zwei anzuheben. Das führt unter anderen zu folgenden eher weniger einschneidenden Änderungen:

- Die erlaubte Gruppengrösse wird von 10 auf 6 Personen reduziert (öffentlich als auch privat).
- Öffentliche Einrichtungen in Firmen werden  von 75 % auf 50 % der möglichen Belegung reduziert.
- Öffentliche Transporte werden von 75% auf 50 % der möglichen Belegung reduziert.
- Terrassen in Restaurants werden von 100% auf 75 % der Kapazität reduziert. Maximal dürfen draussen 6 Personen an einem Tisch (vorher 10).
- Innenräume von Restaurants werden von 75% auf 50 % der Kapazität reduziert maximal 4 Personen an einem Tisch (vorher 6).
- Komplette Schließung von Restaurants um 00:00 h (vorher 02:00h).
- Gruppengrößen bei touristischen Veranstaltungen werden von 10 auf 6 Personen reduziert.

Dazu gibt es eine Reihe weiterer Massnahmen für Museen, Sporteinrichtungen etc. Diese können sie wenn gewünscht im entsprechenden hier verlinkten Dokument nachlesen.

Kulturelle Anlässe abgesagt
13 July, 2021

Das außerordentliche Ansteigen der aktiven SARS-CoV-2 Infektionen auf der Insel haben bereits negative Auswirkungen auf die Wirtschaft von La Palma. Einer der ersten Beschlüsse der Verwaltungen war es, alle kulturellen Aktivitäten und öffentlichen Veranstaltungen für die nächsten 15 Tage auszusetzen.

Das betrifft unter anderen die Handwerksmesse die vom 14. - 18.7. in Puerto Naos hätte stattfinden sollen, sowie den Neon Run Spain vom 24. Juli.

Covid
13 July, 2021

Gestern wurden 300 Personen zum PCR Test eingeladen. Die Krankenhausdirektorin, Mercedes Coello teilt mit, dass 150 Personen der Einladung nicht gefolgt sind. Wenn die Anstrengungen der Sanitätsbehörden nicht befolgt werden, dann erstaunt es natürlich nicht, dass wir Mühe haben unseren Disco-Ausbruch in den Griff zu bekommen. Anstelle nun zurück zu gehen, hat sich die Tagesrate bei rund 15 positiven eingestellt. Um unter den 50 im AI/7 zu bleiben, wären 6 erlaubt.
Welche rechtlichen Mittel die Behörden haben um die "Schwänzer" in die Schranken zu weisen, das weiss ich nicht. Der Aufschrei auf der Insel über dieses unsolidarische Verhalten ist derzeit gerade sehr laut.

Die Zahlen von heute:

Los Llanos 56 (+1)
Sta. Cruz 15 (+2)
El Paso 13 (+5)
Breña Alta 10 (+2)
Mazo 9
Tazacorte 8 (+2)
Breña Baja 5 (+1)
Tijarafe 3 (+1)
Fuencaliente 3
Garafia 2 (+2)
S. Andres 1
Puntallana 1

Total 126 (+16)
AI/7 = 147 AI/14=151

Drogenring
13 July, 2021

Die Guardia Civil hat auf La Palma eine kriminelle Organisation ausgehoben welche an verschiedenen Stellen der Insel Drogen verkaufte. Dabei soll hauptsächlich Heroin gehandelt worden sein. Bei der Aktion die in Tazacorte begann umfasste 4 Verkaufsstellen in Tazacorte und Sta. Cruz. Es wurden 5 Personen festgenommen, alles Einwohner von La Palma.

Covid Situation
12 July, 2021

Immer noch werden neue Fälle im Umfeld der in der letzten Woche gemeldeten 4 Ausbrüche gemeldet. Wie ich schon geschrieben habe, erstaunt das nicht. Junge Leute sind oft asymptomatisch und bis eine Infektion erkannt wird, geht das entsprechend lange.
Wir haben derzeit auf La Palma mit den schlechtesten Zahlen seit Beginn der Pandemie zu kämpfen, die Massnahmen sind aber implementiert und ich glaube an einen deutlichen Rückgang der Neumeldungen in dieser Woche. Positiv auch, dass sich derzeit nur eine Person in Spitalbehandlung befindet. Die restlichen Infizierten befinden sich in häuslicher Quarantäne und werden überwacht.

Die offiziellen Zahlen von heute sind wie folgt:

Los Llanos 55 (+4)
Sta. Cruz 13 (+3)
Mazo 9 (-1)
El Paso 8 (+4)
Breña Alta 8 (-2)
Tazacorte 6 (+2)
Breña Baja 4
Fuencaliente 3
Tijarafe 2
S. Andres 1 (+1)
Puntallana 1

Total 110 (+12 / -1)

AI/7 = 128; AI/14=134

Calima
12 July, 2021

Dass die Luftmassen mit äquatorialem Ursprung auch Calima mit sich bringen, das habe ich gestern nicht erwähnt. Heute morgen früh sind die Temperaturen in El Paso innerhalb Minuten von 20°C auf 30°C gestiegen. Die Luftfeuchtigkeit blieb praktisch gleich. Bei einem "Africano", bei welchem die Luftmasse direkt aus der Sahara kommt, sinkt die Luftfeuchtigkeit mit der ankommenden heissen Luftmasse. Die feuchte Luft vom Äquator hat dies verhindert. Die instabilste Luft ist bereits über uns in Richtung Madeira gezogen. Ein paar Gewitter am Rand der Sahara werden uns nicht erreichen können.
Der Calima und die Hitze in den höheren Lagen bleibt noch bis morgen. Erst im Verlauf des Nachmittags wird die Sicht etwas besser und die Temperaturen sinken dann spürbar in der Nacht auf Mittwoch wieder.

Neue Infektionszahlen
11 July, 2021

Die Sanitätsbehörden finden immer noch weitere Infizierte im Umfeld der 4 Ausbrüche. Die aktuellen Zahlen von heute sind wie folgt:

Los Llanos 51 (+10)
Breña Alta 10 (+1)
Mazo 10 (-1)
Sta. Cruz 10 (+1)
Breña Baja 4 (+1)
El Paso 4 (+3)
Tazacorte 4
Fuencaliente 3 (+1)
Tijarafe 2
Puntallana 1

Total 99 (+16)

Tropische Welle
11 July, 2021

Ein Tief über Mauretanien bringt in der Höhe warme und instabile Luftmassen einer tropischen Welle zu den Kanaren. Tropische Wellen werden durch den Nordostpassat normalerweise in die Karibik verschoben wo sie über dem warmen Wasser bei geeigneten Bedingungen tropische Stürme und Hurricanes entwickeln können. Dass so eine Welle auch die Kanaren erreicht, passiert immer mal wieder, ist aber im Juli sehr selten. Im Verlauf des Nachmittags können sich immer mehr hohe Wolkenfelder bilden die die Sonne gegen Abend eventuell sogar komplett verdecken. Der Einfluss der Instabilen Luftmasse dauert eher kurz und ist schwach, trotzdem ist es nicht ausgeschlossen, dass sich lokal sogar Gewitter bilden können. Dies speziell in der Nacht und am frühen Montagmorgen.

Schwimmbad in El Paso
11 July, 2021

Der Bürgermeister von El Paso, Sergio Rodriguez, kündigt den Bau eines Schwimmbads an, welches im Betrieb selbsttragend sein soll. Dem Projekt hat der Gemeinderat 3,3 Millionen Euro zugesprochen.

Es sei ein multifunktionales und 100 % nachhaltiges Gebäude, das erste seiner Art auf La Palma. Das 25 x 13 m große Hallenbad wird sich in der zweiten Etage befinden, die auch einen Spa-Bereich, Umkleideräume, eine Rezeption und eine Cafeteria beherbergen wird, während im Erdgeschoss eine städtische Turnhalle mit Mehrzweckräumen für verschiedene sportliche Aktivitäten und Umkleideräume untergebracht werden. Es sollen Bürger aller Altersgruppen in den Genuss der Anlage kommen können: Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren sagte Rodríguez.

Meinungsverschiedenheiten
11 July, 2021

El Time schreibt in einem heutigen Artikel, dass die Sanitätsbehörden dem Umstand, dass sich 84 junge Menschen auf La Palma mit dem Virus angesteckt haben, aber nicht krank werden Rechnung tragen sollten. Es sei nicht mehr zu rechtfertigen, dass man all die Massnahmen treffen würde, obschon es ja nichts mehr zu verhindern geben würde.

Dagegen schreibt heute der Leiter der Intensivstation des Universitätsspitals auf Teneriffa in C7: "Wir sind offen gesagt besorgt", In seiner letzten Schicht nahm er vier Covid-Patienten im Alter von 30, 35, 40 und 42 Jahren auf. Darunter sind auch schwangere. Ein Patient kam von zu Hause direkt in die Notaufnahme und von dort auf die Intensivstation. Er ist intubiert und wird künstlich beatmet.

Ich kann die Argumente von El Time nachvollziehen und denke, dass der Moment kommen muss, wo die Massnahmen trotz weiterer Infektionen fallen gelassen werden müssen. Auch weil dann Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis mehr stehen. Das ist aber im Moment noch nicht der Fall. Wir dürfen auch nicht vergessen, Teneriffa hat gute drei Wochen Vorsprung auf La Palma. Was hier nicht ist, kann leider durchaus noch werden.
Auch ethisch gesehen sollte die Gesellschaft zuerst allen die Chance geben ja oder nein zu einem offerierten Impftermin zu sagen. Wenn jeder Bürger, also auch die noch weitgehend ungeimpften jungen Menschen die Gelegenheit bekommen haben sich impfen zu lassen und die Spitalbelegung es zulässt, dann ist wahrscheinlich der richtige Moment deutliche Lockerungen vorzunehmen. Ältere Menschen oder Personen mit anderen Risiken die auf eine Impfung verzichten, können sich auch weiterhin sehr wohl selber schützen ohne dass die gesamte Gesellschaft dabei hilft.

Kein Asphalt
11 July, 2021

Das einzige zugelassene Asphaltwerk auf La Palma in Fuencaliente wird für zwei Monate, August und September, geschlossen. Die Politiker sind erstaunt und sehen ihre Projekte in Gefahr, die Presse meint herausgefunden zu haben, dass dies für Unterhaltsarbeiten notwendig sei. Einmal mehr scheint es mit Planung und Koordination auf der Insel nicht zum besten zu stehen und ich befürchte, dass meine Bedenken zum Kreisel bei der Osteinfahrt nach Los Llanos - der ja in der Gegend der nicht vollendeten Bauwerke zu stehen kommen soll - wahr werden könnten.
Das Erstaunen der Politiker wird nicht lange anhalten. Schnell finden sie heraus, dass dies doch eine gute Ausrede ist und ich höre schon den Hall vom Jahr 2022 "wenn die das Asphaltwerk nicht geschlossen hätten, wären wir deutlich weiter".

Aktuelle SARS-CoV-2 Zahlen
10 July, 2021

Der Anstieg ist nun zurück gegangen, aber die 4 Ausbrüche sind noch nicht zu 100% eingedämmt. In 6 Gemeinden wurden weitere Positive gefunden. Wenn wir nun bis und mit Montag einen weiteren drastischen Rückgang der Zunahme sehen, dann kann davon ausgegangen werden, dass alle identifiziert sind und wir - wenn denn nicht wieder jemand auf die Idee kommt Sisha Feste zu feiern - in weiteren 10 Tagen wieder einen grünen AI/7 haben. Beim AI/14 dauert das bei gelernter Lektion bis knapp Ende Juli.


Los Llanos 41 (+4)
Mazo 11 (+2)
Breña Alta 10 (+1)
Sta. Cruz 9 (+2)
Breña Baja 3 (+1)
Fuencaliente 2 (+1)
Tazacorte 4
Tijarafe 2
El Paso 1
Puntallana 1

Total 84 (+11)

AI/7 = 95,9 AI/14 = 103,0

Was macht Spanien falsch?
10 July, 2021

Das ist die Frage welche die Presse im Moment zu beantworten sucht, denn Spanien ist das einzige Land in Europa in welchem es vielerorts - wie auf La Palma - zu Massenausbrüchen von Infektionen in der jungen Generation gekommen ist. La Palma scheint im Moment aus dem Dornröschenschlaf aufgewacht zu sein und man versucht mit allen Mitteln den Schaden zu begrenzen. Das scheint zu gelingen. Wie schnell sehen wir heute Nachmittag ab 15h, dann erscheinen die neuen Zahlen für die Kanaren.

Der Vergleich mit den anderen Ländern bringt Klarheit: Spanien hat die Nachtclubs fast als erstes Land geöffnet und das ohne Zulassungsbeschränkungen ausser Maskenpflicht. Keine Ausweise, keine Tests. Beschränkungen auf einen Teil der maximal bewilligten Plätze sind auch kaum durchzusetzen. Ein Lokal ist entweder zu oder offen. Zu 70% oder wie der %-Satz dann auch immer ist funktioniert kaum. Weiter sind wir zwar auf guten Weg bei den Impfungen der älteren Generationen, aber bei den jungen hinken wir auch hinterher. 40 % der französischen und italienischen Jugendlichen zwischen 18 und 24 Jahren haben mindestens eine Impfung. Am wenigsten geimpft in dieser Altersgruppe sind dagegen die Spanier mit 8,4 %.

Die Gesundheitsbehörden stehen vor einem Dilemma. Die Bevölkerung ist immer weniger bereit weitere Massnahmen einzustecken.

Auf der Insel Teneriffa, die sich auf Alarmstufe 3 befindet, hat man nun verordnet, dass alle Gaststätten, auch Diskotheken ab Mitternacht zu schließen sind. Ab 22 h darf kein Alkohol mehr verkauft werden und andere Versammlungsorte für junge Leute, wie Parks und Strände, werden gesperrt und die Polizei ist deutlich präsenter.

47. Rally Senderos de la Palma
10 July, 2021

Die 47. Ausgabe des Rally Senderos de La Palma wird an diesem Wochenende durchgeführt. Nachdem gestern ein Auto im Bereich Las Tricias von der Straße abkam und dabei einen Waldbrand auslöste, der zum Glück schnell gelöscht werden konnte, wurde der zweite Lauf im Norden abgesagt. Heute Samstag werden einige Strecken im Bereich Los Llanos, Tazacorte, Las Manchas und El Paso befahren und dafür gesperrt. Es ist anzunehmen, dass Wartezeiten oder Umwege entstehen werden.

Die Strecken wurden auf Rally Maps publiziert.

Nach einigem Suchen habe ich auch den Zeitplan für das Rally gefunden.

Kreisel
10 July, 2021

Der Kreisel beim Sombrero ist zwar noch nicht fertig gestellt, er kann aber nun befahren werden. Damit ist auch die Straße in Richtung Fuencaliente wieder offen. Im Moment stellt sich das Gebiet als riesiger etwas trister Platz dar. Die zwei großen Bäume die gefällt wurden fehlen im Bild sehr.

Believer?
09 July, 2021

Beim Spaziergang mit meinen Hunden traf ich heute Bekannte im Wald. Nach kurzer Begrüssung wurde ich gefragt, ob ich ein „Believer“ sei. Zuerst schaute ich etwas skeptisch, denn ich konnte die Frage nicht gleich einordnen. Nach weiterem Nachfragen wurde klar: Nach deren Weltauffassung gibt es in der Pandemie „believer“ also diejenigen die glauben und die „non believers“ diejenigen die nicht an eine Pandemie, das Virus, den Impferfolg oder was auch immer glauben.

„Glauben gehört eher ins Fach Religion“ erwiderte ich. "Da ich eher wissenschaftlich denke, kann ich mich nicht als Gläubiger in Sachen Coronavirus darstellen. Ich versuche mich zurück zu lehnen und die Datenlage so gut wie möglich zu prüfen". „Also glaubst du an Coronavirus“ war dir nächste Frage. Auch hier musste ich kontern, denn ich glaube nicht an ein Virus. Ich vertraue wissenschaftlichen Fakten. Das SARS-CoV-2 Virus existiert, es wurde sequenziert, ist virulent und kann zu schweren Komplikationen führen. Wenn sie sich so darstellen, dann ist das so hinzunehmen. Glauben gehört auch hier in die Kirche. Ich bin sicher, dass Studien die in Fachzeitschriften wie dem „Lancet“ oder dem "British Medical Journal" publiziert werden durch unabhängige Experten geprüft wurden. Das ist seitdem es diese wissenschaftlichen Zeitschriften gibt so und deren guter Name basiert genau darauf. Es gäbe ja keine Übersterblichkeit hätte die WHO berichtet war der leichte Themenwechsel. Meine Antwort: „Da habe ich aber andere Daten gesehen“ und ich habe auf die Europäischen Momo Daten verwiesen. Worauf mein Gegenüber wirklich sagte: „Man kann ja den Zahlen nicht vertrauen“. Ja was jetzt. Den Zahlen die das Bestätigen was du im Kopf hast glaubst du, den anderen tunlichst nicht?

Wissenschaftler werden ausgebildet nicht dem „confirmation bias“, dem Bestätigungsfehler zu verfallen. So wird in der Kognitionspsychologie die Neigung bezeichnet, Informationen so auszuwählen, zu ermitteln und zu interpretieren, dass diese die eigenen Erwartungen erfüllen. Der Bestätigungsfehler ist überall und auch ich muss mich immer wieder zurücknehmen, nicht in diese Falle zu treten, denn sie ist omnipräsent. Meinungen verhalten sich wie Viren. Sie werden über soziale Netzwerke geteilt und vermehren sich in den Köpfen der Menschen rasant. Dazu hat der bekannte Philosoph Daniel Dennet in einem Vortrag im Jahr 2002 von einem „Hijacked brain from parasitic ideas“ gesprochen. Also davon, dass unser Gehirn von parasitischen Ideen entführt werden kann. Wer englisch versteht, sollte sich das Video anschauen, es passt genau in die Zeit.

Zugegeben, es ist sehr schwer, sich einen Überblick zu verschaffen. So wird zum Beispiel das Präventionsparadox meist ausgeblendet. (Siehe DW: "Wenn Erfolg gefährlich wird"). Präventionsmaßnahmen, die erfolgreich greifen, lassen das Problem kleiner erscheinen als es tatsächlich ist und die Akzeptanz der Maßnahmen in der Bevölkerung sinkt.

Die Wissenschaft produziert derzeit auch sehr schnell neue Erkenntnisse manchmal auch solche die sich später anders darstellen können. Das ist der Kern der Wissenschaft: Wissen zu schaffen und sich immer wieder zu hinterfragen.

Zahlen von heute
Zahlen von heute
09 July, 2021

Darauf warten doch einige: Hier die offiziellen Zahlen von heute die bestätigen, was schon gestern gemunkelt wurde. Das ist gut und schlecht. Schlecht, weil mehr positive im Umfeld der Ausbrüche gefunden wurden und gut, weil nach der gestrigen Meldung nicht noch weitere dazu gekommen sind. Wenn die Zahlen morgen deutlich zurück gehen, ist das ein Hinweis darauf, dass das Trace and Tracking die Ausbrüche isolieren konnte.

Die Indizes heute:
AI/7 = 82,3 und AI/14 = 90,7

Die heute gemeldeten Daten nach Gemeinde:

Los Llanos 37 (+7)
Mazo 9 (+3)
Breña Alta 9 (+5)
Sta. Cruz 7 (+2)
Tazacorte 4 (+1)
Tijarafe 2 (+2)
Breña Baja 2 (+1)
Fuencaliente 1 (+1)
Puntallana 1
El Paso 1 (-1)

Total 73 (+20)

Ich habe nach wie vor sehr großes Vertrauen in das hiesige Gesundheitssystem. Schon in der Vergangenheit wurde gezeigt, dass bei einem Ausbruch professionell gehandelt wird und das Problem in kurzer Zeit isoliert werden konnte. Wenn nicht noch in anderen Diskotheken Shisha geraucht, oder sonstiger Unsinn betrieben wird, ist es wahrscheinlich, dass wir den AI/7 von La Palma in 10 Tagen wieder im grünen Bereich sehen werden.

Korrektur AI - Werte
09 July, 2021

Bei den unten im Blog für La Palma anfänglich publizierten Indizes handelte es sich fälschlicherweise um die von Teneriffa. Die Indizes auf La Palma sind natürlich deutlich tiefer und liegen, die 4 Ausbrüche eingerechnet bei

AI/7 = 83,5 und AI/14 bei 91,9

Wie ich bereits geschrieben habe hat die Sanitätsbehörde das hier sehr gut im Griff und ich gehe davon aus, dass wir damit an einem Höchststand angelangt sind. Wir haben gute Chancen in zwei Wochen bereits wieder im grünen Bereich zu sein.

Shishas zentral
09 July, 2021

Bilder in sozialen Netzwerken haben es aufgezeigt: Ein offensichtlich zentrales Element bei der Verbreitung der Infektion im Nachtclub Karma, im Millenium Center von Los Llanos, zeigen Shishas, also Wasserpfeifen, im Einsatz.

Nun, wissenschaftlich ist das Ganze in zweierlei Hinsicht interessant: Zum ersten kann man eine Studie über die Verbreitung von Coronaviren über das Mundstück von Wasserpfeifen machen, zum zweiten eine über die hirnlosigkeit von solchen Pfeifen die überhaupt auf die Idee kommen das Teilen einer Wasserpfeife während einer Pandemie sei eine gute Idee.
Das Ganze wird sicher für den Betreiber des Lokals ein juristisches Nachspiel haben. Sinnvollerweise ist der Gebrauch von Wasserpfeifen während der Pandemie nämlich verboten worden. Mit der Busse die ausgesprochen werden kann, könnte der Club  Karma dann aus dem letzten Loch pfeifen. Karma eben.

PCR Gratis
09 July, 2021

Die Krankenhausdirektorin, Mercedes Coello, hat ihre gestrige Mitteilung über Tests revidiert und schreibt nun folgendes:

"Ich bitte Sie, ich flehe Sie an, wenn Sie kein PCR-Resultat vom Ursprungsort haben (es ist nicht obligatorisch) und Sie von einer Insel mit höherer Inzidenz kommen, bitten wir Sie eine PCR zu machen, wir werden es zum NULL Tarif erledigen. Unsere Gesundheit steht auf dem Spiel:
Vor- und Nachname, DNI, Bordkarte an diese Mailadresse senden: ginehglp.scs@gobiernodecanarias.org"

Nach letzten Meldungen haben sich auf La Palma in den 4 Ausbrüchen 68 Personen infiziert. Die Indizes sind damit wie folgt:
AI/7 = 83,5 AI/14 = 91,9

Im Gegensatz zu den größeren Inseln haben wir die Möglichkeit das Problem besser zu isolieren. Sobald wir ein paar Tage nur noch eine geringe Anzahl positive melden, geht der Count-Down los und die Indizes sinken rasch. Der AI/7 kann damit in 10 Tagen schon wieder grün sein.

Zusatzinfo zur Lage
08 July, 2021

Das Hausarztnetz (red centinela) ist derzeit mit den neuen Fällen total ausgelastet. Die Krankenhausdirektorin teilt mit, dass Personen die über das Wochenende nach La Palma fliegen und hier einen Test machen wollten diesen schon vor Abflug zu machen. Oder sich hier zur Sicherheit drei Tage in Selbstquarantäne begeben soll. Das hiesige Netz kann derzeit keine zusätzlichen Aufgaben übernehmen.

Die Quelle von drei der 4 Ausbrüche gehen auf Parties zurück, einer ist interfamiliär. Dabei sind - wie auch auf den anderen Inseln - hauptsächlich jungen Menschen betroffen. Kein Wunder, diese Gruppe ist noch kaum mit einer Impfung geschützt, hat aber immensen Nachholbedarf an Zusammensein und will endlich wieder Feste feiern.
In bezug auf den Impferfolg auf den Kanaren ging heute im Trubel fast unter, dass nun über 2 Mio Impfungen verabreicht wurden.

Die Gruppen teilen sich wie folgt auf (erste Zahl = Erstimpfungen, zweite Zahl % Immunisierter):
60 - 65 jährig 79% / 48%
40 - 49 jährig 50% / 37%
20 - 29 jährig 7 % / --

Auf den Kanaren wurden heute an einem Tag über 500 Neuinfektionen gemeldet, ein trauriger Rekord in der Pandemie. Das Trace and Tracking Team der Kanaren wird mit 26 Personen aus dem Militär aufgestockt.

Es ist anzunehmen, dass auf La Palma noch weitere positive Personen gefunden werden.
Wenn die junge Generation auf La Palma die Lektion gelernt hat, dann glaube ich, dass wir in rund drei Wochen erneut grüne Zahlen schreiben können.

Alles deutet dahin, dass der Verlauf der Impfungen den Pandemieverlauf in den kommenden Monate entscheidend prägen wird.

Schlimmer als gedacht
08 July, 2021

Die Lage der Ausbrüche scheint noch nicht kontrolliert. La Palma hat sich innerhalb einer Woche von tiefgrün zu rot gewandelt. Der grösste Ausbruch wurde nach einer Disco-Nacht im Karma in Los Llanos (Millenium Center) gemeldet. Die Zahlen gegenüber gestern sind wie folgt:

Los Llanos 30 (+27)
Mazo 6 (+2)
Sta. Cruz 5 (+4)
Tazacorte 3 (+1)
Breña Alta 3 (+2)
El Paso 2 (+1)
Breña Baja 1 (+1)
Puntallana 1

Total 53 (+40)

AI/7=58,1 AI/14=65,3.

Es ist noch sicher, dass nun alle infizierten gefunden wurden. Mit weiteren Überraschungen ist zu rechnen. Weiter ist auch nicht klar, ob es sich bei dem massiven Ausbruch um die Delta Variante handelt. Es sollten im Moment alle wieder sehr vorsichtig sein. Maske tragen ist draussen nicht mehr Pflicht, aber auch nicht verboten!

Weitere Positive
08 July, 2021

ElTime meldet heute morgen, dass im Umfeld der SARS-CoV-2 Ausbrüche weitere Personen als positiv identifiziert wurden. Insgesamt wird von 32 positiven Personen gesprochen. Wenn es dabei bleiben würde, dann schrammt La Palma, welche am 30. Juni noch eine Null feierte knapp an rot vorbei. Die Indizes für La Palma sehen mit 32 positiven wie folgt aus:

AI/7=41,1 und AI/14=48,4

Ich befürchte aber, dass es nicht dabei bleiben wird. Wie bereits erwähnt infizieren sich derzeit meist junge Personen. Der größte Teil davon bleibt asymptomatisch, ist gesund aber eine unbewusste Virenschleuder. Sanidad untersucht derzeit weit über hundert Personen im Umfeld der bereits positiv getesteten.

Es ist Vorsicht angesagt, speziell bei den älteren Personen die sich gegen eine Impfung entschieden haben!

Die Zahlen von Grafcan werde ich heute Nachmittag nach 15h konsolidieren und dann auf Twitter bekannt geben.

Zwei SARS-CoV-2 Ausbrüche auf der Insel
07 July, 2021

Sanidad meldet zwei Ausbrüche von Coronavirus Infektionen auf La Palma. Dabei haben sich 17 Personen infiziert. Bei einem interfamiliären Ausbruch 6 Personen und bei einer Geburtstagsfeier 11. Wenn es dabei bleibt, dann steigt der AI/14 auf 30,2, bleibt also noch im grünen Bereich.

Es erstaunt nicht, dass wir wieder solche Ausbrüche sehen. Die Infektionsraten auf Teneriffa sind seit Juni deutlich am Ansteigen, die Erstinfektionen betreffen meistens junge Menschen die noch nicht geimpft sind, einen Nachholbedarf an Parties haben und ein großer Teil davon auch asymptomatisch bleibt. Damit bleiben sie lange unerkannt und können deutlich mehr Personen in ihrem Umfeld infizieren. Dazu kommt, dass auch die Impfung nur zu maximal ~ 97% schützt. Auf 100 geimpfte können sich also auch 3 oder mehr Personen trotzdem noch infizieren.

Erste Daten aus England suggerieren, dass Geimpfte die trotzdem keinen Impfschutz aufweisen und sich dann infizieren bei einer Infektion einen deutlich schlechteren Krankheitsverlauf haben. Auch das erstaunt nicht, wäre deren Immunsystem in Ordnung, würden sie auf die Impfung mit der Bildung einer Immunantwort reagieren.

Deshalb steht und fällt das Ganze mit dem Impferfolg bei den jungen Leuten. Ich erwarte, dass wir erst in rund zwei Monaten ein Licht am Ende des Tunnels sehen werden.

Unfall in Puerto Naos
05 July, 2021

Fast unbemerkt von den Medien hat sich am letzten Donnerstag über Puerto Naos im Barranco de los Hombres ein schwerer Unfall ereignet. Eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang ist dort ein 19 jähriger Wanderer über eine Höhe von 12 m abgestürzt. Dabei hat er sich schwere Kopfverletzungen zugezogen. Die Bergung war in dem unzugänglichen Gebiet schwierig. Der Mann wurde letztendlich von einer Ambulanz ins Hospital General gebracht.

Teneriffa
Teneriffa
05 July, 2021

Die Unvernunft und der Nachholbedarf in der jungen Bevölkerung ist offensichtlich sehr groß. Trotz der Ankündigung verstärkter Kontrollen und Bussen musste die Polizei in der Nacht auf Montag am Strand von Las Teresitas ein Botellón mit 60 Personen auflösen. Am gleichen Ort wurde schon eine Woche zuvor ein "Macro Botellón" aufgelöst. Die Teilnehmer wurden angezeigt.

Ich weiß nicht wo diese Unvernunft den Anfang hat. Letztendlich würde es darum gehen, auf den Kanaren die Sommersaison zu retten. Aber offensichtlich wird das in der jungen Bevölkerung nicht verstanden.
Die Entwicklung der letzten zwei Wochen auf Teneriffa und Fuerteventura werden dahin führen, dass die Kanaren wieder als Risikogebiet eingestuft werden. Und niemand will eine Woche in den Urlaub um danach eine weitere Woche in Quarantäne zu sitzen. Ich höre schon das laute Gejammer im August!

Die Entwicklung des AI/7 auf Teneriffa der letzten Wochen:
7. Juni = 49,6
14. Juni = 64,8
21. Juni = 92,2
28. Juni = 109,1
4. Juli = 154,1

Mit Teneriffa ist auch der AI/7 der gesamten Kanaren in den roten Bereich abgerutscht:
14. Juni = 42,6
21. Juni = 51,7
4. Juli = 92,0

Die Kanaren können strampeln wie sie wollen. Wenn Teneriffa mit 42 % der Gesamtbevölkerung solche Infektionsraten aufweist, dann bringen wir den Kanaren-Index, an welchem der Archipel von anderen Ländern beurteilt wird, nicht in den grünen Bereich.

Prognosen sind schwierig. Aber der Verlauf auf Lanzarote von Januar bis März zeigte in der Grafik, dass von starkem Anstieg bis zu normalen Werten auch mit zeitweiliger Alarmstufe 5 (und dazumal noch möglicher Ausgangssperre) gut zwei Monate vergehen. Dazu kommt, dass auf Teneriffa bereits jetzt 10 % aller Neuinfektionen der deutlich infektiöseren Delta Mutation zugeschrieben werden.
Und lassen Sie sich auch nicht von der Höhe des AI/14 auf Lanzarote dahingehend verwirren, dass es auf Teneriffa ja lange noch nicht so schlimm sei, Teneriffa hat 6 x mehr Einwohner als Lanzarote und beeinflusst deshalb den Durchschnitt der Kanaren massiv.

Impftag in El Paso
04 July, 2021

Der gestrige "Impftag" in El Paso, an welchem die Impfung gegen das SARS-CoV-2 Virus ohne Voranmeldung angeboten wurde, war gemäß den Gesundheitsbehörden ein großer Erfolg. Es wurden innerhalb von 6 Stunden 2.568 Impfungen verabreicht.

Auf La Palma sind derzeit 68,1 % der Bevölkerung geimpft und 49,7 % immunisiert. Die Massenimpfung von gestern wird diese Zahlen gleich um 2 Prozentpunkte ansteigen lassen.

Damit sind auf La Palma 11 % deutlich mehr Personen immunisiert als im Kanarischen Durchschnitt der bei 40 % liegt. Verglichen mit den Provinzen liegt La Palma nur hinter Asturien mit 52,5 % und Galizien mit 51,5 %.

Maximale Wachsamkeit
Maximale Wachsamkeit
03 July, 2021

Der Sicherheitsausschuss der Kanarischen Inseln beschließt die Wachsamkeit maximal zu verstärken, um den starken Anstieg an Neuinfektionen zu bekämpfen.

Alle Teilnehmer einer gestern abgehaltenen Sitzung mit dem Präsidenten der Kanaren waren sich einig, dass die Gesellschaft sich bewusst sein muss, insbesondere die unter 40-Jährigen, dass der Kampf gegen das Virus noch nicht gewonnen ist und dass diese Wochen der Schlüssel sind, um die gesundheitliche Situation und die Aussichten auf eine wirtschaftliche Erholung nicht zu verschlimmern.

Der Präsident, Torres, warnt, dass sich zwischen 1. April und 29. Juni die Krankenhauseinweisungen unter jungen Menschen auf 47 verdoppelten, dass sich davon 5 auf einer Intensivstation (ICU) befinden und dass bereits 3 gestorben sind.

Aus diesem Grund werden an diesem Wochenende die Nationalpolizei, die Guardia Civil, die kanarische Polizei und die lokalen Agenten ihre Kontrollen verdoppeln und diejenigen, die unverantwortlich sind, zur Rechenschaft gezogen werden.

Der AI/14 der Kanaren lag gestern bei 136,7 und der für Quarantäneentscheide herbeigezogene einwöchige Index AI/7 bei 79,9.

Die Probleminseln sind derzeit Teneriffa, Fuerteventura und El Hierro. Wobei El Hierro bedingt durch die kleine Population schnell hohe Indizes hat, diese aber recht gut kontrollieren kann.

Wasserpreis
02 July, 2021

Der Verwaltungsrat des Inselwasserrates von La Palma hat die Festlegung eines einheitlichen Preises für das öffentliche Wasser und dessen Transport für das gesamte Inselgebiet einstimmig beschlossen.

"Damit erfüllen wir unsere Verpflichtung, die Ungleichheiten zwischen den Menschen in den verschiedenen Gebieten der Insel zu verringern und einen gleichberechtigten Zugang zu dieser lebenswichtigen Ressource zu gewährleisten, sowohl für die Bewässerung als auch für den menschlichen Konsum", so der zuständige Stadtrat Carlos Cabrera.

Der Beschluss wurde im Boletín oficial de Tenerife publiziert und soll, nachdem die Einsprachefrist abgelaufen ist, im August umgesetzt werden. Was das für den Wasserpreis dann für einzelne Gemeinden bedeutet ist noch nicht klar. Profitieren wird sicher El Paso. Das Wasser dieser Gemeinde wird von Aduares in Breña Alta hochgepumpt und durch den Tunnel geleitet, was hohe Transportkosten verursacht.

Zugang nach Los Llanos erschwert
02 July, 2021

Das Cabildo hat mit dem Bau des Kreisels bei der östlichen Einfahrt nach Los Llanos begonnen. Aus El Paso kommend kann man nicht mehr direkt nach Los Llanos fahren, sondern muss über die Umfahrungsstrasse in das Stadtzentrum gelangen. Die Behörden teilen mit, dass geplant sei, die Arbeiten bis zum Beginn des neuen Schuljahres abzuschließen. Das wäre Angang September. Wir wissen alle, dass bei Bauarbeiten immer "Wunsch" Vater des Planungsgedanken ist. Ich plane alternative Routen bis Ende Jahr ein. Wer es nicht glaubt kann mal runter scrollen und suchen was ich zum Beispiel über die Bushaltestelle in Puerto Naos geschrieben habe. Dazu kommt, dass die Ecke in Los Llanos eh von einem Fluch belegt zu sein scheint der Bauvorhaben plötzlich stoppt. Da steht ja das seit weit über 10 Jahren unvollendete Kongresszentrum und gleich daneben ein weiteres Gerippe. Letzteres schon so lange, dass ich vergessen habe was es denn eigentlich hätte werden sollen...

Montecarlo
02 July, 2021

Der Kiosko Montecarlo in Puerto de Tazacorte, welcher nach einem Steinschlag lange geschlossen werden musste, ist gestern wieder eröffnet worden. Die Steilwand zum El Time wurde aufwändig saniert und gesichert und damit die Steinschlaggefahr gebannt.
Montecarlo beweist Witz: Die Nachspeise im gestrigen Eröffnungsmenue war eine süsse Nachbildung des Steins der sie traf.

El Hierro und Covid
01 July, 2021

Nun hat es also auch unsere Vorbild-Insel erwischt:

Die Gesundheitsbehörde meldet einen SARS-CoV-2 Ausbruch, der gestern Nachmittag auf der Insel El Hierro bestätigt wurde.
Betroffen sind sechs Personen, deren Infektion durch PCR bestätigt wurde. Alle im Alter zwischen 18 und 25 Jahren, deren Kontakt mit dem Nachtleben in Restaurants und "botellónes" in Zusammenhang zu sein scheint.

Und Teneriffa:
Die Gesundheitsbehörde meldet einen Ausbruch von #COVID19 mit 5 Positiven und 45 engen Kontakten auf Teneriffa.

Der Ausbruch ereignete sich bei einem Essen zum Kursabschluss für Schulangestellte auf der Terrasse eines Gastronomiebetriebs ohne die Abstandsvorschriften einzuhalten und an einem Tisch, der die in den Vorschriften geforderte Gästezahl überschritt.

Sowas fliegt dann dem Veranstalter des Essens und dem Restaurantbesitzer gleich tüchtig um die Ohren, da es sich in Spanien um einen groben Verstoß gegen Gesundheitsvorschriften handelt der ab € 6.000 geahndet wird, ja richtig gelesen, ab sechstausend €.

Endesa X zum x-ten Mal
01 July, 2021

Gestern hat mich eine Dame von Endesa X angerufen und ihren vorgegebenen Text in Maschinengewehr-schnellem Spanisch vorgetragen. Mit Mühe konnte ich folgen. Zuerst wurde ich gefragt, warum ich den Vertrag kündigen wolle. Auf meine Antwort, dass ich gar nie einen solchen unterschrieben habe, fegte sie zu Plan B: Ob ich denn keine Elektrogeräte hätte. Ich antwortete geduldig, sehr wohl hätte ich solche, aber alle seien brandneu, dann ging die Frage zu der  Haus-Installation. Auch dort konnte ich antworten, dass diese neu sei und ich auch deshalb keine Versicherung benötigen würde. Ohne weitere Fragen bestätigte sie mir dann, dass "mein Vertrag" mit Endesa X per gestern gekündigt würde. Das nahm ich natürlich nicht so hin und erklärte, dass ich den bitte per 1. November 20 gekündigt haben will, dem Anfang des Unfugs. Da wurde ich mit der modernen Standard-Antwort des 21 Jahrhunderts abgefertigt: "Das System lässt nicht zu, dass ich rückwirkend kündige". Das System ist schuld. Das System unterschreibt Verträge, das System lässt es nicht zu. Das System blockiert mich, das System lässt mich nicht arbeiten. Sind wir unbemerkt schon bei der vollumfassenden künstlichen Unintelligenz angekommen? Nein, aber das ist in letzte Zeit die beliebte Antwort wenn eine Firma blockt, ein Mitarbeiter inkompetent ist oder man Pause machen will. Das System lässt es nicht zu. Mein System lässt - wie schon berichtet - nicht zu, diese Rechnungen weiterhin zu bezahlen.

Auch gerade gestern erreicht mich ein interessanter Beitrag einer Blog-Leserin. Den will ich nicht vorenthalten, sind doch gute Tipps für Endesa X Geschädigte - und deren gibt es offensichtlich viele - darin enthalten:

Leserbrief: Vom Energiepiraten zum Ökostromversorger
01 July, 2021

LESERBRIEF:

Vom Energiepiraten zum Ökostromversorger – ein Erfahrungbericht


"Als wir im April 2018 einen Stromversorger für unser neu erworbenes Häuschen suchten, war Endesa (noch) die Standardlösung. Unser Vertrag schloss hierbei einen Wartungsservice ein, den Service “OKLuz”, der im Notfall einen schnellen Reparatur-Service bieten sollte, und eine jährliche Inspektion der Stromanlage. Da wir glücklicherweise keine Notfälle zu verzeichnen hatten, und auch Endesa niemanden für die Inspektion vorbeischickte, beschloss ich im Februar, den Service zu kündigen. Er kostet ca 6,50€ im Monat und das machte nach Installation einer Solaranlage doch gute 15% des Gesamtpreises aus.
Wie sich nach einigen Wochen Bemühungen herausstellte, war der Service aber weder telefonisch, noch per Mail, noch per Kundenbereich der Webseite kündbar. Die zuletzt vorgeschlagene Lösung des offenkundig ratlosen Endesa-Kundenservice war die Auflösung des Versorgungsvertrages (!)

Ich nutzte daher die Gelegenheit für einen Providerwechsel – und ja: das geht! Auch wenn in Spanien nur eine Handvoll Firmen (u.a. eben Endesa) den Strommarkt dominieren, gibt es dennoch inzwischen eine Vielzahl von kleineren Anbietern auf dem Markt. Und der Wechsel auf einen dieser  Anbieter ist sehr schnell, einfach und unbürokratisch möglich. Ich selbst nutzte das Angebot eines “Strombrokers” hier auf der Insel: die Asesoria Energetica Irismar in Los Llanos, mit Büro neben dem der Endesa. Für den Wechsel benötigte ich lediglich eine alte Stromrechnung, in der die notwendigen Informationen enthalten waren (im wesentlichen Adresse und Zählernummer) sowie ein Scan des Ausweises. Dann wählte ich die gewünschte Potencia, lehnte einen Wartungsvertrag dankend ab, und entschied mich für einen Anbieter mit einem passenden Tarif. Den Rest – Anmeldung beim neuen Provider und Abmeldung bei der Endesa – erledigte dann Monica von Irismar. Ich stellte ihr am 29.3 die benötigten Dokumente zur Verfügung und am 1.4 fand der Wechsel statt.

Bedauerlich nur, dass auch die Kündigung des Vertragsverhältnisses mit der Endesa nicht dabei half, den OK Luz Service loszuwerden. Dafür benötigt man vermutlich juristische Unterstützung. Die Nachfrage bei Endesa, ob es sich wirklich lohnt, Kunden mit einer anstandslos beglichenen Stromrechnung von mindestens 50€/Monat zu verlieren, um in der Lage zu bleiben, eine Rechnung von 6,50€/Monat zu stellen, die - neben einer Flut von Reklamationen, Beschwerdemails und Negativbewertungen in sozialen Netzwerken – einen höheren Aufwand für die Eintreibung dieses Betrags erfordert, ist noch unbeantwortet.

Für mich hat sich der Wechsel auf jeden Fall gelohnt. Statt der 50€ an Endesa zahle ich nun nur noch 35€ an LoGOs. Und das – angeblich – für Ökostrom, nicht das Zeug aus dem Dieselkraftwerk. Was will man mehr."

U.K. Touristen
30 June, 2021

Ab dem 2. Juli verlangt die spanische Regierung von allen Einreisenden aus Großbritannien, dass sie bei der Einreise einen der folgenden Nachweise vorlegen: einen negativen COVID-19-Test oder einen Nachweis der kompletten Impfung.

Casetas El Faro und Puntalarga
30 June, 2021

Die Küstenbehörde hat entschieden, dass die Häuser in El Faro und Puntalarga in Fuencaliente abgerissen werden sollen und den Bewohnern ein Ultimatum von 10 Tagen gesetzt. Davon sind rund 50 Häuser und 100 Personen betroffen.

Bereits im Juni 2005 beschloss die Küstenbehörde, dass öffentliches Gut "unrechtmäßig besetzt" sei und der Rechtszustand wiederherzustellen sei, indem sie den Abriss der Gebäude und die Beseitigung ihrer Überreste anordnete.

Dagegen wurde Einspruch erhoben was den Entscheid nun Jahre in die Länge zog.

Der Bürgermeister von Fuencaliente will sich mit aller Macht gegen den Entscheid einsetzen. Vielleicht erreichen er dadurch noch einmal weitere Verzögerungen. Es ist eh entschieden, dass die Entscheidungshoheit über den Küstenstreifen von Madrid an die Regierung der Kanaren abgegeben werden soll.

Teneriffa
30 June, 2021

Teneriffa geht weiterhin mit schlechtem Beispiel in Bezug auf Neuinfektionen voran und lässt den Kanarischen Index weit über 50. Heute werden an einem Tag 209 neue Infektionen gemeldet. Ein Wert über 200 gab es seit mehr als einem halben Jahr auf unserer Nachbarinsel nicht mehr.
Schnell höre ich, dass dem Tourismus die Schuld in die Schuhe geschoben wird. Das ist aber nicht der Fall. In der letzten Woche ereigneten sich auf Teneriffa 77 Ausbrüche (Ausbruch = mehr als 3 zusammengehörende Infektionen).
Davon waren rund 20 Ausbrüche an Arbeitsstätten bei Baufirmen aber auch in Restaurants, 14 in Schulen weitere 14 in Familien und einer in einer Sportanlage. Dazu kamen weitere positive aus vorhergegangenen Ausbrüchen. Speziell wird einer in einer "Albergue" mit fast 90 positiven Personen erwähnt.

So wie ich auch auf La Palma sehe, dass plötzlich wieder munter umarmt und geküsst wird und man sich laut in grosser Runde zusammen setzt, ist offensichtlich auch auf Teneriffa die Vorsicht gewichen. Das geht aber leider nur bis zu einer gewissen Dichte an Infektionsfällen. Wenn dieser "Cut-Off" erreicht wird, dann rennt man den Fällen wieder hinterher, muss verschärfte Massnahmen treffen und dann dauert es mindestens einen Monat um so eine Titanic wieder auf Kurs zu bringen. Für uns kommt dazu, dass der interinsuläre Verkehr wieder zugenommen hat. Schnell sind ein paar Fälle auch wieder auf La Palma.

Wenn wir den im Tourismus arbeitenden nicht die wichtige Sommersaison vermiesen wollen, sollte man sich immer noch strikt an die geltenden Regeln halten.

Stand Impfungen auf La Palma
29 June, 2021

Der Sanitätsdirektor von La Palma, Kilian Sánchez, schreibt heute:

Heutiger Stand der Impfungen auf La Palma: 1.225 Dosen wurden in den letzten 24 Stunden verabreicht. Daraus resultiert einem Prozentsatz von 68,2 % der Bevölkerung mit einer ersten Impfung und 47,6 % der Bevölkerung erhielt bereits die  zweite Impfung.

Dazu gehört auch zu erwähnen, dass wir nach einem Tag mit null nun wieder 5 Personen in Quarantäne haben. Der AI/7 Index liegt bei 4,8 und wir - nach El Hierro mit 0,0 - an zweitbester Stelle der Kanaren.

Importiert
28 June, 2021

Die Geschichte wiederholt sich: Bereits an Ostern haben wir über einen Fall berichtet, der mit negativem PCR Resultat einreiste, kurz später erneut getested aber positiv war.

Diesmal trifft es einen Mitarbeiter des Altenheimes in Tijarafe. Das Heim ist vorsichtshalber auch in Quarantäne versetzt worden, es sind aber alle Bewohner geimpft. Der Arbeiter, der positiv getestet wurde, ist asymptomatisch und befindet sich in häuslicher Isolation.
Als er vom Festland auf die Insel zurückkehrte, wurde er negativ auf PCR getestet, aber ein paar Tage später wurde er informiert, dass er ein enger Kontakt eines positiv getesteten war. Deshalb wurde der Test wiederholt mit nun positivem Ergebnis. Dass dieses eigentlich seltene Ereignis nun schon zum 2. mal auf La Palma publik wurde, lässt erahnen, wie viele mit dem deutlich weniger empfindlichen Antigentest durchrutschen.

Kleine Seismische Krise
26 June, 2021

Die kleine seismische Krise auf La Palma geht weiter. Gesamt wurden seit gestern nun 30 schwache Erdbeben über mag 1,5 gezählt. Weiterhin fast alle in großer Tiefe von über 30 km und zu schwach um durch Menschen bemerkt zu werden. Solche Bewegungen sind auf Vulkaninseln eher normal. Nicht normal war die lange Pause bis zur ersten solchen "Krise" vor ein paar Jahren. Ich verkünde schon mal "business as usual" bevor vielleicht die Boulevardpresse damit ein Sommerloch füllen möchte.

Spanische Gleitschirm Meisterschaft in Präzisionslandung
25 June, 2021

Die diesjährige Meisterschaft im präzisen Landen von Gleitschirmpiloten wird vom 30. September bis 3. Oktober in Puerto Naos auf La Palma durchgeführt. Ursprünglich war geplant, diese auf Teneriffa zu veranstalten. Dort hat der Besitzer des Startplatzes Taucho diesen auf unbestimmte Zeit gesperrt. Die hiesige Gleitschirmflugschule Palmaclub ist mit ihrem Startplatz und über Puerto Naos und ihrer Erfahrung eingesprungen. Der Event wird sicher für die Touristen sehr attraktiv, die vielen farbigen Schirme werden etwas Abenteuer-Gefühle aufkommen lassen und auch Puerto Naos einen weiteren Atemstoß der Wiederbelebung einhauchen.

Erdbeben
Erdbeben
25 June, 2021

Und noch dies: Noch fast unbemerkt von der Presse haben sich seit gestern 7 kleinere Erdbeben auf La Palma ereignet. Es wird offensichtlich in der Tiefe wieder etwas Magma umgeschichtet. Alle Erdbeben waren schwach, das stärkste nur 2,2 mag und meist in einer Tiefe von über 30 km. Weit weg und kein Grund zur Beunruhigung.

Baustellen
25 June, 2021

An einigen Baustellen sieht man kaum, dass es weiter geht. So zum Beispiel die Bushaltestelle / Parkhaus in Puerto Naos. Eine gefühlte Ewigkeit wird dort schon gebastelt und es ist immer noch nicht fertig gestellt. Böse Zungen behaupten. Es würde vor der nächsten Pandemie (Achtung, nicht Mutation) sicher fertig sein.

An anderen wiederum geht es flott voran. Heute wurde die Kreuzung beim Sombrero in El Paso geteert und man sieht nun, wie der Kreisel denn letztendlich aussehen soll. Es geht so schnell voran, dass ich annehme die Straße in Richtung Fuencaliente könnte in der nächsten Woche bereits eröffnet werden.

Zero
Zero
25 June, 2021

In der heute Mittag publizierten offiziellen Statistik der Infektionen auf den Kanaren wird La Palma mit null Personen in Quarantäne aufgeführt. Der Index über eine Woche ist auch null und der über zwei Wochen auf 2,4, das sind Traumzahlen und es das erste Mal seit dem 8. August 2020, dass wir auf La Palma keine Person in Quarantäne haben.

Nun gilt es nicht übermütig zu werden. Die Flughäfen sind offen, England wo sich Delta unter jungen Menschen ausbreitet gilt im Moment nicht als Risikoland und diese Touristen müssen derzeit weder Test noch Impfung nachweisen.

Maskenpflicht
25 June, 2021

Nun ist es offiziell, das entsprechende BOE ist publiziert worden und gilt ab morgen Samstag, 26. Juni 2021:

Die Maskentragepflicht für draussen wird aufgehoben aber nur dann, wenn jederzeit ein Abstand von 1,5 m zu Menschen die nicht im gleichen Haushalt leben eingehalten werden kann.
In Innenräumen wie Flughäfen, Restaurants, Bus, Flugzeug, Behörden etc. besteht nach wie vor generelle Maskenpflicht. In Innenräumen von Restaurants beim Sitzen natürlich nur, bis die Getränke oder das Essen serviert sind. Die Maskenpflicht besteht auch weiterhin, wenn sie in privaten Autos mit Personen unterwegs sind, die nicht nachweisbar im gleichen Haushalt leben. Verstöße gegen diese Vorschriften können mit € 100 gebüßt werden.

Wir kommen also nicht darum herum trotzdem jederzeit eine Maske bei uns zu haben, oder man pinkelt im Freien mit Abstand von 1,5 m zu Menschen die nicht im gleichen Haushalt leben. Das wäre doch eine Massnahme um der während der Pandemie stattgefundenen Entfremdung etwas entgegen zu wirken.

Maskenpflicht
25 June, 2021

Die Presse schreibt, dass die Erleichterungen in der Maskentragepflicht ab morgen Samstag gelten sollen.
Dazu muss aber zwingend ein entsprechendes BOE publiziert werden was heute noch nicht der Fall war.

Maskenpflicht
24 June, 2021

Der Ministerrat hat mit der Verabschiedung eines königlichen Gesetzesdekrets grünes Licht für die Lockerung der Verwendung von Masken in Außenbereichen gegeben.
Ab der Veröffentlichung im Staatsanzeiger (BOE) wird die Verwendung von Masken in Außenbereichen nicht mehr zwingend vorgeschrieben sein, sofern ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen eingehalten werden kann.
Die Maskenpflicht wird weiterhin in allen geschlossenen Räumen - ob öffentlich oder öffentlich zugänglich - und in allen Außenbereichen, in denen der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern zwischen Personen nicht eingehalten werden kann, gelten. Sitzen sie also in einem Restaurant im Freien und wollen auf die Toilette ist eine Maske Pflicht. Man sollte also auch weiterhin eine solche mit sich führen.
Die Maske wird auch bei großen Veranstaltungen im Freien obligatorisch sein, wenn die Teilnehmer stehen oder wenn es im Sitzen nicht möglich ist, einen Abstand von 1,5 Metern zwischen den Personen einzuhalten.

Sobald die Publikation im BOE erfolgt ist und das Gobierno de Canarias auch darüber schreibt, werde ich berichten. Das wird wahrscheinlich noch in dieser Woche sein.

Teneriffa
24 June, 2021

Noch mehr Bewegung auf Teneriffa:

Der Regionalminister für Gesundheit, Blas Trujillo hat zusammen mit dem Regionalminister für öffentliche Verwaltungen, Justiz und Sicherheit, Julio Perez, ein Treffen mit allen Gemeindepräsidenten von Teneriffa angeordnet um die Pandemiesituation auf Teneriffa zu besprechen. Dieses Treffen findet heute Donnerstag, 24. Juni, zwischen 18:00 und 20:00 Uhr im Teatro Leal in La Laguna statt.
Das Gesundheitsministerium wird ein Paket mit spezifischen Maßnahmen für Teneriffa vorbereiten, das der heutigen Sitzung des Regierungsrates auf Teneriffa vorgelegt werden soll.

Teneriffa war in den letzten 7 Tagen für 933 Neuinfektionen verantwortlich. Das entspricht 79 % aller neuen Infektionen auf den Kanaren. Im Vergleich dazu meldete das etwas kleinere Gran Canaria nur 134 Neuinfektionen. Teneriffa repräsentiert 42 % der Bevölkerung der Kanaren, Gran Canaria 39 %. Die restlichen 5 Inseln nur deren 19 %. Wir können also strampeln wie wir wollen. Wenn Teneriffa es nicht auf die Reihe kriegt, bleiben die Indizes im roten Bereich. Gestern AI/7 54,4 und AI/14 99,2.

Um unterhalb der Grenze von AI/7 = 50 zu bleiben dürfen die Kanaren pro Woche maximal 1.088 Neuinfektionen melden. In der vergangenen Woche waren es deren 1.184.

Alarmstufen
23 June, 2021

Es war zu erwarten: Teneriffa wird ab 26. Juni auf Level drei hoch gestuft. Damit schliessen Restaurants z.B. um 23h, es sind nur noch Zusammenkünfte mit maximal 4 Personen erlaubt, dies privat und in Restaurants. Details findet man in der offiziellen Beschreibung der Behörden.

Lanzarote und La Graciosa verbleiben noch mindestens eine Woche auf Stufe 2, die restlichen Inseln auf Stufe 1.

Impfzertifikat
23 June, 2021

Nun gibt es die Möglichkeit, das Impfzertifikat auch ohne digitale Unterschrift über das Internet zu beziehen. Das Gobierno de Canarias hat eine entsprechende Seite aufgeschaltet. Sie müssen die DNI und die Telefonnummer eingeben.* Danach wird ihnen auf das Mobiltelefon eine SMS gesandt.** Diese geben Sie auf der Seite ein und dann haben Sie Zugang zum Zertifikat welches als PDF runter geladen und ausgedruckt werden kann.

*) Die Angaben welche sie der hiesigen Sanitätsbehörde gemacht haben.

**) Falls eine Fehlermeldung erscheint versuchen sie später noch einmal. Es scheint, dass die Seite derzeit ab und zu überlastet ist. Es kann auch sein, dass Sie die SMS erhalten, die Seite im Browser aber eine Fehlermeldung anzeigt. In diesem Fall auch einfach später noch einmal versuchen. Ich denke, dass sich das in den nächsten Tagen stabilisiert.

Ruiniert Teneriffa den Sommer?
22 June, 2021

Von politischer Seite hört man nichts. Absolute Ruhe aus der Ecke von der man sich gewohnt ist, dass sonst keine Möglichkeit ausgelassen wird um sich bemerkbar zu machen.

Teneriffa hat seit Anfang Juni ein überdurchschnittliches Wachstum an SARS-CoV-2 Infektionen. Das hat dazu geführt, dass die gesamten Kanaren vor ein paar Tagen im AI/7 wieder über 50 also in den roten Bereich gerutscht sind. Über 80 % der Neuinfektionen finden auf Teneriffa statt. Gestern wurden weitere 151 Fälle gemeldet, vorgestern waren es 152. Nun hat sich der Verband der Hoteliers zu Wort gemeldet und fordert die Regierung eindringlich auf endlich mit klaren Worten und Härte gegen das Ansteigen der Fälle vorzugehen.
Spätestens am 25. Juni wird das Ampelsystem neu publiziert. Dann werden wir sehen, ob die Forderungen gehört werden.

Impfung ab 30 Jahre für Puntagorda, Garafia und Tijarafe
22 June, 2021

Morgen Mittwoch können sich über 30 jährige Personen aus Garafia, Puntagorda und Tijarafe von 08h - 15 h im Centro Multifuncional in Tijarafe (Zelt an der Hauptstrasse) die noch keine erste Impfung gegen SARS-CoV-2 erhalten haben impfen lassen. Man müsse eine Krankenversicherungskarte und die DNI / NIE vorweisen. Die zweite Impfung erfolgt dann normalerweise nach drei Wochen am gleichen Ort.

Weiterer "Angriff" auf endemische Flora
22 June, 2021

In der Pressemitteilung wurde das Wort "ataque" also Angriff benutzt. Da hat doch jemand die etwas zweifelhafte Idee gehabt Samenstängel des Rabo de Gato abzuschneiden und in ein abgezäuntes Grundstück zu werfen auf welchem Pico de Fuego (Lotus Pyrantus), eine vom Aussterben bedrohte Pflanze in einem Projekt des Gobierno de Canarias geschützt wird.

Zugegeben, nicht gerade schlau die Aktion, aber das Ganze scheint doch eher ein Übergriffli zu sein als eine Attacke.
Ist da vielleicht etwas viel Pandemiefrust angestaut in der Gesellschaft?

Subvention Fotovoltaik
20 June, 2021

Die Inselregierung hat eine neue Subvention von über 300.000 € für Fotovoltaikanlagen ausgeschrieben. Subventioniert werden Anlagen die am Stromnetz betrieben werden und Inselanlagen für Besitzer von legalen Immobilien.

Wenn sie in diesem Jahr eine Fotovoltaik-Anlage installieren wollen und den Auflagen entsprechen, können sie bis zu 75 % der Anlagekosten jedoch maximal € 2.950 geltend machen. Interessenten müssen die Formulare innerhalb von 20 Tagen nach Publikation im BOC einreichen, also bis Anfang Juli. Achtung, wer keine elektronische Unterschrift hat, soll schnell eine cita previa bei Cabildo organisieren. Die sind schon bis Ende Juni ausgebucht!

Die Formulare und Beschreibungen finden sich auf der Webseite der Inselregierung.

Stand Impfungen auf La Palma
19 June, 2021

Ein Wettlauf mit der Zeit! Die Delta Variante des SARS-CoV-2 Virus verbreitet sich sehr rasch. Über das Wochenende musste Lissabon abgeriegelt werden und auch aus England und Moskau kommen Meldungen von rasantem Anstieg dieser offensichtlich deutlich virulenteren Variante des Virus. Für Spanien wird befürchtet, dass Delta in rund einem Monat die dominierende sein soll. Wie bereits berichtet können voll immunisierte eine wirksame Barriere gegen die Delta Variante darstellen. So interessieren denn auch die Zahlen der Impfungen. Zwar noch weit weg vom Ziel, aber La Palma ist auf dem Weg:

46.141 Personen haben eine erste Impfung erhalten, das entspricht 63 % der Zielgruppe.

27.690 Personen sind immunisiert, das entspricht 38 % der Zielgruppe.

Deltavariante und Maskenpflicht
18 June, 2021

In Deutschland wird eindringlich von der Delta Variante des SARS-CoV-2 Virus gewarnt. Es sei aggressiver wie die bisher bekannten Varianten und breitet sich rasch aus. Die Gesundheitsbehörden in Deutschland gehen davon aus, dass diese Variante im Herbst dominierend sein wird.

"Die Entwicklung in Großbritannien zeigt, dass die erste Dosis gegen diese Variante, die aggressiver ist als die bisher bekannten, nicht ausreicht", warnte Gesundheitsminister Jens Spahn.
Wenn das so ist, dann wären nun die jüngeren Menschen mehr gefährdet, weil in dieser Gruppe viele noch nicht einmal eine erste Impfung erhalten haben. Die weitere Entwicklung muss auf jeden Fall genau beobachtet werden.

Ungeachtet dieser Entwicklung will der Ministerpräsident von Spanien, Sánchez, am nächsten Donnerstag 24. Juni eine ausserordentliche Ministerkonferenz abhalten, an welcher entschieden werden soll, dass die generelle Maskenpflicht im Freien - wenn die Distanzregeln eingehalten werden können - ab 26. Juni aufgehoben wird. Wenn das so entschieden wird, dann werde ich hier natürlich sofort berichten.

Rabo de Gato
18 June, 2021

Das Rabo de Gato (Cenchrus setaceus) wurde in vielen Gegenden der Insel zu einer richtigen Plage. Das Cabildo de La Palma hat schon seit einiger Zeit einen mehrstufigen Plan entwickelt um der Ausbreitung dieses Invasors Einhalt zu gebieten. Das ist alles andere als einfach. Eine einzige Pflanze generiert tausende von Samen die dann mit dem Wind in die entlegensten Gegenden getragen werden. Unzugängliche Steilküsten aber auch Teile der Caldera de Taburiente sind längst besiedelt worden.
Die Inselregierung hat nun eine Seite aufgeschaltet auf welcher Einwohner Bestände von Rabo de Gato melden können. Dies soll die Kontrolle für die Verantwortlichen erleichtern. Mittels eines Formulars können verschiedene Angaben übermittelt werden.

Die Seite ist noch etwas unprofessionell aufgebaut. Wenn man vom Formular weg surft findet man den Weg kaum zurück. Bei mir mit deutschem Betriebssystem erscheinen Texte in Deutsch, Englisch und Spanisch. Trotzdem melden kann man und die Behörden sind froh über die Mithilfe der Bevölkerung.

Stand Impfungen
Stand Impfungen
17 June, 2021

Auf die  Kanaren wurden bis gestern 1,6 Mio Impfdosen geliefert. Davon sind 1,46 Mio Impfungen gegen das SARS-CoV-2 Virus verabreicht worden was 52 % der Zielbevölkerung entspricht. 559.000 Personen haben bereits eine zweite Dosis erhalten und gelten mit der zweiten Impfung als Immunisiert. Das Gobierno de Canarias ist daran, die Impfrate stetig zu erhöhen. Man erreicht nun bereits rund 30.000 Impfungen pro Tag.

Auf La Palma haben 61,5 % der Bevölkerung mindestens eine Impfung erhalten. Gute ein Drittel der Bevölkerung ist bereits Immunisiert.

In Bezug auf Neuerkrankungen steht Teneriffa noch immer am schlechtesten da. Die Insel repräsentiert mehr als 85 % der Neuinfektionen während den letzten 10 Tagen, beherbergt aber nur 42 % der Bevölkerung der Kanaren.
Die akkumulierte Inzidenz pro Woche liegt denn auch bei 74,5. Im Vergleich La Palma steht bei 2,4.

Meer verschmutzt
14 June, 2021

Der 182 m lange 28.500 t Öltanker ALDAN der in Liberia registriert ist, wurde von der Polizei in der Nacht auf heute Montag in den Hafen von Almeria umgeleitet und wird im Moment dort festgehalten. Der Kapitän wird angeklagt, in Gewässern der Spanischen Wirtschaftszone 147 NM (rund 265 km) nordwestlich von La Palma am 10. Juni illegal Öl verkappt zu haben. Die Ölverschmutzung von rund 50 Km2 wurde von einem Schiff und einem Flugzeug der Behörde sowie über Satellitenaufnahmen registriert. Dafür stehen hohe Bussen und es ist wahrscheinlich, dass die ALDAN, deren nächster Halt in Piräus geplant war, für längere Zeit in Almeria bleiben wird.

Politisch motivierter Frevel der Tajinasten
14 June, 2021

Neben den mehr als 60 abgeschnittenen Tajinasten wurde eine Botschaft auf den Asphalt der Straße geschrieben: "No Arruí Gesplan; consejera traidora". Die Techniker, die den Vorfall untersuchen, ordnen das Graffiti als Protest in Anspielung auf die Kontrolle der Berberschafe (Arruí) ein, die von der Regierung der Kanarischen Inseln durchgeführt wird und denken, dass mit "traidora" also die Verräterin, die Umweltministerin des Cabildo de La Palma, Maria Rodriguez, gemeint ist.

Die Aktion hat auf jeden Fall extreme Aufmerksamkeit erhalten, das war ja sicher auch deren Ziel.
Es wurde eine  Untersuchung angeordnet, aber ob die was rausfinden, ist eher fraglich.

Hochverrat
12 June, 2021

Irgend ein geistesgestörtes Individuum hat in der letzten Nacht einige verblühte Tajinasten geköpft. Ein Video belegt den Frevel.

Die seltene und mit viel Fleiß und Frondienst vom Aussterben gerettete Tajinaste rozado ist eine für La Palma typische Art und ist im Katalog der schützenswerten Pflanzen aufgeführt. Für Palmeros ist dieser Frevel Hochverrat und so hören sich denn auch die Kommentare an. "Que hijos de la gran puta" gehörten zu den kultivierteren die ich gehört habe.

Festival de Cometas
Festival de Cometas
12 June, 2021

Am heutigen Festival de Cometas wurde vom Tower des Flughafen ein Flugfenster von einer Stunde freigegeben. Ganz Sta. Cruz befindet sich in der Kontrollzone und darin darf man ausschließlich mit Bewilligung fliegen. Diese wird für Gleitschirmpiloten eingentlich nie erteilt. 6 Piloten haben von dieser einmaligen Gelegenheit profitiert und sind am Mirador de la Concepción über Sta. Cruz gestartet. Der Wind war stark und so flog man beschleunigt nach Sta. Cruz wo die Gleitschirmpiloten schon von einer riesigen Schar von Drachen empfangen wurde. Für alle ein Spektakel und ein Erfolg.

Impfmaraton
Impfmaraton
12 June, 2021

Heute wurden die jungen Menschen zur Impfung in El Paso aufgerufen. Es war keine Anmeldung erforderlich. Bereits am Morgen bildete sich eine rund 50 m lange Warteschlange. Nun wurde der Tag abgeschlossen. Das Gesundheitspersonal hat heute an diesem Anlass 1.865 Impfungen verabreicht.

Endesa X
12 June, 2021

Das leidige Thema mit der Servicedienstleistung der Firma Endesa X, welche bei mir plötzlich auf der Rechnung erschien, ohne dass ich bewusst einen Vertrag abgeschlossen hätte, lässt sich kaum beheben. Nach etlichen Reklamationen, sowohl schriftlich als auch im Büro der Endesa in Los Llanos wird dieser Service immer noch verrechnet. Interessanterweise plötzlich nicht mehr mit der Stromrechnung von Endesa sondern nun separat. Ich habe die letzte Rechnungen von Endesa auf welcher Endesa X erschien nicht mehr bezahlt. Sie wurde einen Monat später kommentarlos wieder von meinem Konto abgebucht und ich habe die Buchung erneut rückgängig gemacht.
Endesa X schrieb mir ich hätte mit ihnen einen Vertrag abgeschlossen. Darauf forderte ich sie auf, mir den doch zuzustellen. Das ist nicht erfolgt.
Nun weiss ich nicht, ob mir im Büro von Endesa in Los Llanos ein Vertrag untergeschoben wurde - vielleicht weil das Boni gibt -, oder ob hier von Endesa systematisch versucht wird, Mehrumsatz von den Kunden abzuschöpfen. Die Mehrheit reklamiert nicht wegen 5 € pro Monat. Es ist mühsam. Ich mache das trotzdem, da es mir nicht um das Geld, sondern um das Prinzip geht. Mal schauen wohin das führt.

Unfall
10 June, 2021

[Donnerstag, 18:45h]
Revision [19:00h]
In der Nähe des Visitor Centre des Nationalparks hat sich auf der Hauptstrasse LP-3 auf der Höhe des Km 20 ein schwerer Unfall mit einem Lastwagen und einer Guagua ereignet. TVLaPalma spricht von einem Todesopfer. Eine weitere Person sei in einem Fahrzeug eingeklemmt. Die Strasse war um 18:20 h noch ganz gesperrt. Wer in den Westen oder Osten muss, sollte sich vorher erkundigen oder gleich den Weg über Fuencaliente nehmen.

Klavierkonzert
10 June, 2021

Die 2021-Tournee des Pianisten James Rhodes kommt am Samstag, 19. Juni auf die Plaza de la Glorieta de Las Manchas. Karten für dieses Konzert, das in die Veranstaltungen zur 500 Jahrfeier seit der Gründung von Los Llanos eingebettet ist und um 21:00 h Uhr stattfinden wird, können auf der Buchungsplattform losllanos.tuticketlapalma.com erworben werden. Sie kosten 8 €.

Wetter
09 June, 2021

Etwa 300 km nordwestlich von La Palma haben sich etliche Gewitterzellen entwickelt. Diese Störungszone wird nach Norden weiterziehen und uns nicht erreichen.
In der Zwischenzeit hat sich der Calima schon wieder etwas abgeschwächt.  Im Tagesverlauf dreht der Wind auf 1.500 m auf SO bis S. Er nimmt noch leicht zu und es ist möglich, dass die Brisa am Nachmittag Los Llanos erreichen kann. Morgen Donnerstag wird der heisseste Tag dieser Woche erwartet.

EU-Zertifikat
EU-Zertifikat
09 June, 2021

Man hält es kaum für möglich aber die Zertifikate sind wie angekündigt ab heute in elektronischer Form mit QR Code verfügbar. Ich habe mich selber davon überzeugt. Offensichtlich sind viele im Netz und es dauert auch etwas es runter zu laden, aber es funktioniert.

Waldbrandgefahr !
08 June, 2021

Ab morgen 09:00h gilt eine "Declaración prealerta" wegen Waldbrandgefahr. Die Luftfeuchtigkeit sinkt in vielen Gebieten unter die 30% Grenze, der Wind frischt in vielen Gebieten auf und die Temperaturen können vereinzelt über 30°C ansteigen.

Seien sie extrem vorsichtig mit Feuer. Insbesondere mit den drei häufigsten Verursachern von Bränden:

- Offene Feuer
- Elektrogeräte (z.B. Schweiß- und Schleifmaschinen)
- Zigarettenkippen

Digitales Impfzertifikat
08 June, 2021

Der Gesundheitsminister der Regierung der Kanarischen Inseln, Blas Trujillo, berichtete heute Morgen in der Plenarsitzung des Parlaments, dass sein Ministerium morgen 9. Juni, das digitale COVID-Zertifikat der EU zur Verfügung stellen wird. Das offizielle Dokument, mit dem ab dem 1. Juli die Einwohner der Mitgliedsstaaten der EU nachweisen können, dass sie geimpft wurden.
Im Laufe des Monats Juni werden nach und nach weitere Kanäle aktiviert, so dass die drei Arten von Zertifikaten (Impfung, Genesung und negativer Diagnosetest) auch persönlich, in privaten Labors und Apotheken sowie über einen neuen Service MiCertificadoCovid, der kein digitales Zertifikat erfordert, erworben werden können.
Einwohner der Kanarischen Inseln können das Zertifikat ab morgen über den Internetdienst  miHistoria herunterladen, wo der COVID-19-Impfausweis des SCS bereits jetzt zugänglich ist.
Da es streng geschützte Informationen enthält, erfordert der Zugang eine Registrierung in der digitalen Identität, die durch ein digitales Zertifikat oder das Cl@ve-System in www.miscs.org
ermöglicht wird.

Falls Sie über keine digitale Unterschrift verfügen und ein Zertifikat benötigen, dann fragen sie am besten in ihrem Centro de Salud nach.

Meteorologisches
07 June, 2021

Ein Höhentief SW von den Kanaren sorgt morgen für recht viel Bewölkung. Die Wolkenbasis habe ich auf 6.300 m berechnet und die Wolke wird bis auf 10.100 m hoch reichen können. Das bringt nicht nur Abschattung und einen speziell trüben Tag. Aus solche hohen Wolken wird es auch regnen. Die Luft in den untersten Schichten ist durch den aufkommenden Calima deutlich trockener. Regnet es in diese Luftmasse rein, dann verdunstet der Regen und er kommt kaum unten an. Regnet es in der Höhe stark, dann könnten einige Tropfen trotzdem den Boden erreichen. Wird einmal mehr spannend :-)

Katzenmörderin?
07 June, 2021

Agenten der Naturschutzbehörde SEPRONA haben nach der Vergiftung von rund 20 Katzen im Frühjahr in Los Llanos weitere Untersuchungen durchgeführt. Diese Katzen gehörten zu einer in Los Llanos kontrollierten Kolonie.
Nun wird eine 79 Jährige Frau verhört die verdächtigt wird, die Katzen mit Giftködern ermordet zu haben. Dabei setzte sie offensichtlich Furadan und Aldicarb ein, beides Insektizide / Nervengifte die in Europa schon länger verboten sind.

Verbrechen gegen Tiere sind in den Artikeln 336 und 337 des Strafgesetzbuches enthalten und können in Spanien mit Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren bzw. einem Jahr geahndet werden.

Man kann sich den Ruhestand auch anders vorstellen, aber wenn man sich schwedische Gardinen erarbeitet hat, soll man sie auch bekommen.

Insektenhotels
06 June, 2021

Anlässlich des Weltumwelttages haben die Schulen von El Paso mit der Installation von "Insektenhotels" in ihren Schulgärten eine neue Bildungsressource eingeführt. Diese neue Initiative bildet den Abschluss des Umweltbildungsprogramms "Leben im Garten", das sich in dieser Ausgabe dem Studium der Bestäuber und ihrem vielfältigen Nutzen für die Artenvielfalt des Planeten widmet. Die CEIP Adamancasis, CEIP La Rosa - Camino Viejo, sowie die unitarias Tacande, Jedey und Arcoiris und der Kindergarten Doña Carmela, haben bereits in ihren Einrichtungen ein solches Hotel.

Meteorologisches
06 June, 2021

Schon Juni aber es ist in den höheren Lagen immer noch recht kühl. Heute morgen in El Paso City 16°C, auf der Cumbre Nueva durch den Windeffekt sogar nur 7°C.

Ab Dienstag wird sich das ändern. Dann schiebt sich eine deutlich wärmere Luftmasse von Afrika in Richtung Archipel. Am Dienstag und vielleicht auch am Mittwoch werden sehr hohe Wolkenfelder die Sonne etwas verdecken. Diese bilden sich durch ein Höhentief nordwestlich von La Palma. Man merkt den Anstieg der Temperatur und mit diesem kommt Calima auf. Die Temperaturen bleiben auf 600m über Meer dann bis zum Sonntag über 20°C mit Höchstwerten gegen 30°C am Donnerstag. Mittwoch bis Sonntag wird es sehr sonnig. Es bilden sich kaum Wolken die Sonneneinstrahlung wird nur vom